Veranstaltungen © Bureau Kies

Programm

Donnerstag, 23. Juni 2022, 19.00
ABGESAGT: Mindclouds/Mindgames
Präsentation

Der zeitgenössische digitale Imperativ zur Selbstüberwachung des Alltagslebens wirft tiefere Fragen zu Privatsphäre und Körper auf. Personenbezogene Daten werden online zugänglich gemacht, kapitalisiert und Teil eines sozialen Bewertungssystems. Wie kann das Potenzial von Kunst als Aktivismus genutzt werden, um eine neue Form der experimentellen Spielkunst zu schaffen?
Im künstlerischen Forschungsprojekt Neuromatic Game Art. Critical Play with Neurointerfaces wurde eine audio-visuelle 3D-Engine entwickelt. Als Installation entwarf das Forschungsteam eine partizipative skulpturale Schnittstelle, die sich wie ein Instrument „bespielen“ lässt – und mit Gedanken Realität schafft – zumindest in Form eines filmischen Games.

Margarete Jahrmann, Game Artist, Leitung Experimental Game Cultures, Universität für angewandte Kunst Wien
Thomas Wagensommerer, Medienkünstler und Lehrbeauftragter, Wien/St. Pölten

 

Die Veranstaltung muss leider abgesagt werden und wird im Herbst nachgeholt. Wir bitten um Verständnis.

Mittwoch, 22. Juni 2022, 19.00
Wie weiter? #7
Zur Zukunft der Kulturinstitutionen

Viele große und auch dezentrale, kleine Kulturinstitutionen haben eine Geschichte, in der immer wieder Wandlungen und Neupositionierungen erfolgt sind. Anlässlich der Zäsur durch die Covid-Krise wollen wir mit dieser Reihe nachfragen, wie es nun weitergeht. Welche Überlegungen, Strategien und Zukunftsvisionen gibt es in Bezug auf das Ausstellungsmachen, auf Aufführungskonzepte und auf das Verhältnis zum Publikum? Sind Demokratisierungskonzepte angedacht? Konnten – bei allen Schwierigkeiten – aus der Krise neue Ideen gewonnen werden?

Marie-Terese Hochwartner, Leiterin Sammlung und Vermittlung Mumok
Marlies Wirth, Kuratorin, Leiterin Design-Sammlung MAK
Moderation: Martin Fritz, Kurator, Berater, Publizist, Wien

Livestream: https://youtu.be/hGWuKrvmVng

Dienstag, 21. Juni 2022, 19.00
Salon Philosophique
Von Sexrobotern zu Tinder Dates – Sexualität im digitalen Zeitalter

Das Internet hat die größte gesellschaftliche Veränderung seit der Erfindung der Dampfmaschine gebracht. Anfänglich noch belächelt und nur als Nischenprodukt für einige wenige IT-Freaks gesehen, hat es mittlerweile schon längst in unser aller Leben Einzug gefunden. Die verführenden Angebote sind schier grenzenlos und wachsen praktisch täglich. Natürlich hat sich auch unser soziales Leben durch Online-Angebote verändert. Freund*innenschaften werden immer mehr virtuell über Social Media gepflegt und die Partner*innensuche findet primär auf digitalen Plattformen statt. Tinder und Parship bestimmen immer mehr unser Liebesleben. Auch die real gelebte Sexualität zieht immer mehr den Schwanz ein, seit es immer ausgefeiltere sexuelle Angebote in der virtuellen Welt gibt. Die Online-Pornographie ist der am größten wachsende Bereich im Internet und virtueller Sex kann mit mechanischen Geschlechtsorganen, die digital gesteuert werden, immer 'befriedigender' ausgelebt werden. Für jene, die sich keine realen Sexpartner*innen suchen wollen, gibt es Sex-Roboter, die nahezu dem Idealbild, zumindest dem der Männer, entsprechen. Bordelle mit Sex-Puppen statt wirklichen Menschen finden immer mehr Zulauf und beruhigen das Gewissen so mancher Ehemänner.
Tinder hat 50 Millionen Besucher*innen, die 12 Millionen „Matches“ pro Tag erzielen. Dieses Überangebot an Dating-Möglichkeiten führt jedoch zunehmend zu Überforderung und nicht selten auch zu Depressionen. Nicht umsonst wird bereits von „Dating-Burn-Out“ gesprochen.
In diesem Vortrag sollen die zunehmenden Online-Angebote zur Partner*innensuche oder zum Ausleben sexueller Wünsche dargestellt werden um diese im gemeinsamen Diskurs zu reflektieren.

Roland Mader, Anton Proksch Institut, Wien
Moderation: Michael Musalek, Psychiater, Neurologe, Psychotherapeut, Wien/Berlin

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien.

Montag, 20. Juni 2022, 19.00
feminismen diskutieren
Autonomie und der Eiserne Vorhang

Künstler*innen spielten und spielen zur Repräsentation in Gesellschaften eine wichtige Rolle: sowohl im Realsozialismus wie auch in neoliberalen westlichen Demokratien. Unter totalitären Bedingungen bediente man sich der Kunstschaffenden. Sie konnten jedoch auch ein autonomes Selbstwertgefühl bilden, das noch 30 Jahre nach Zusammenbruch des Systems wirksam ist. Minna Antova, geboren im bulgarischen Sofia, gibt subjektiv-vergleichende Einblicke in Praxen der künstlerischen Autonomie, jenseits und diesseits des Eisernen Vorhangs und lange nach dessen Fall.

Minna Antova, Künstlerin, Kuratorin, Wien/Baden
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.
Livestream: https://youtu.be/BwThk9dYNE0

Freitag, 10. Juni 2022, 19.00
Young Curators Club – Meet-Up
Vernetzungstreffen

Der Young Curators Club ist ein Verein zur Förderung junger Kurator*innen und jener, die es werden möchten. Er ist non-hierarchisch organisiert und zielt darauf ab, gemeinsam Ausstellungsräume zu finden und im Kollektiv Ausstellungen zu organisieren. Die monatlichen Meet-Ups dienen YCC als Ideenschmiede für Ausstellungskonzepte.

Anmeldung: office@youngcurators.club

Donnerstag, 09. Juni 2022, 19.00
"Und der Block war judenleer"
Buchpräsentation

Das Konzentrationslager Mauthausen erlangte in den besetzten Niederlanden fatale Bekanntheit und der Name wurde zum Synonym für Repression und Tod. Die nationalsozialistische Besatzungsmacht setzte Verschleppungen nach Mauthausen als gezielte Drohung gegen die jüdische Bevölkerung ein, wo diese schließlich Ziel besonders brutaler Behandlung und Opfer gezielter Mordaktionen wurde. Die Deportation jüdischer Männer nach Mauthausen weist dabei beträchtliche Eigenheiten unter der Fülle an Maßnahmen der NS-Besatzungs- und Vernichtungspolitiken in Europa auf. In der Publikation wird dieses gewaltsame Vorgehen im Reichskommissariat Niederlande unter maßgeblicher österreichischer Beteiligung erstmalig systematisch in deutscher Sprache beleuchtet. Dafür wird u.a. auf eine Reihe bisher unbekannter Quellen herangezogen.


Andreas Schrabauer, Historiker und Germanist, Wien

Andreas Schrabauer, „… und der Block war judenleer“. Die NS-Verfolgung von Juden in den Niederlanden und ihre Ermordung im Konzentrationslager Mauthausen, new academic press, Wien 2021

Mittwoch, 08. Juni 2022, 19.00
ABGESAGT: Kulturteil – Kunst und Journalismus
Formate und Zielgruppen

Bildende Kunst wird medial zumeist über Ausstellungsbesprechungen großer Museen oder spektakuläre Auktionsergebnisse verhandelt. Anknüpfend an frühere Blattkritiken im Depot treten wir im dritten Teil der neuen Reihe Kulturteil mit Medienschaffenden aus Print, Web und TV in einen Austausch: Welche Art der Berichterstattung wendet sich an welche Zielgruppen? Warum funktionieren bestimmte Formate beim Publikum? Und was möchten wir in Zukunft lesen und sehen?

Nada El-Azar-Chekh, Ressortleiterin Kultur Biber, Wien
Peter Fässlacher, Sendungsverantwortlicher KulturHeute, ORF III, Wien
Moderation: Djamila Grandits, Kuratorin und Kulturarbeiterin, Wien


Die Veranstaltung muss wegen Krankheit leider entfallen und wird im Herbst nachgeholt.

Dienstag, 07. Juni 2022, 19.00
Spielfeld
Buchpräsentation und Diskussion

Das Hin und Her von Bällen, Schüsse die Sitzen, erwartete Fouls und verdiente Niederlagen: Ein Spielfeld ist ein liminaler Ort, an dem sowohl leichtfüßige Auslotung als auch gewaltsames Festlegen stattfinden kann. Mal geht es ausgelassen zu, mal geht es um den Kragen. Spielfeld ist auch der Name des Grenzüberganges nach Österreich, der gerade für Migrant*innen einen wichtigen Erinnerungsort darstellt. So auch für die Autorin Olja Alvir. In ihrer ersten Lyriksammlung führt sie die unterschiedlichen Valenzen des Wortes Spielfeld zu einer vielfältigen Gedichtsammlung zusammen. Der dreisprachige Gedichtband (Deutsch, B/K/S, Englisch) spielt nicht nur mit der Mehrdeutigkeit des Begriffs, sondern hüpft auch über die Grenzlinien zwischen den Sprachen.

Olja Alvir, Autorin und Übersetzerin, Wien und anderswo
Moderation: Laura Untner, Literaturwissenschaftlerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften und Leiterin von „Gläserne Texte“, Wien

Spielfeld. Gedichte/Pjesme/Poems. Kollektiv Verlag Graz, 2022
Donnerstag, 02. Juni 2022, 19.30
Visceral Fiction // IN ENGLISH AND GERMAN
Buchpräsentation // Book presentation

20 Jahre Künstler*innen-Initiative Im_flieger: VISCERAL FICTION ist detektivischer Rückblick und Forschung im Prozess des Einschreibens von Geschichte/n in, um und mit Im_flieger. Im_flieger ist eine selbstorganisierte, rhizomatische Plattform wie auch ein Corpus für Tanz, Performance und transmediale Kunst.

Die „Detektivinnen“, Autorinnen und Gesprächspartnerinnen Robert Dressler, David Ender, Veza Fernández, Jack Hauser, Michael Hirsch, Sabina Holzer, Katrin Hornek, Kilian Jörg, Anita Kaya, Felix Kaya, Elke Krasny, Simon Mayer, Johanna Nielson, Martina Ruhsam, Elisabeth Schäfer, Sylvia Scheidl, Agnes Schneidewind und Sabine Sonnenschein fragen nach dem diskursiven Potential von Selbstorganisation, künstlerischem Arbeiten, dessen Formaten, Produktionsbedingungen und nach dem Stellenwert von Kunst und Künstlerinnen-Organisationen und -Räumen als dezentrale Bewegungen im kulturpolitischen Feld und sich daraus ableitende Beziehungen. Vor allem aber: Welche Poetik erfordert der Prozess dieser detektivischen Nachforschung?


It’s not about giving answers. It’s time for a break in the space time continuum, but, … will you ever be the same, when you return?

Elke Krasny, Kulturtheoretikerin, Kuratorin, Autorin, Wien
Jack Hauser, Performer, Filmemacher, Wien
David Ender, Musiker, Autor, Performer, Übersetzer, Wien
Kilian Jörg, Künstler*in, Philosoph*in, Berlin/Wien
Anita Kaya, Künstlerin, Kuratorin, Wien
Johanna Nielson, Künstlerin, Wien
Agnes Schneidewind, Künstlerin, Wien
Moderation: Charlotta Ruth, Künstlerin, Lehrende, Wien

Kilian Jörg, Anita Kaya, Johanna Nielson, Elisabeth Schäfer, Agnes Schneidewind (Hg.), VISCERAL FICTION. Im_flieger schreibt Geschichte/n. 20 Jahre Künstler*innen für Künstler*innen, edition monochrom, Wien 2021


Details: www.imflieger.net


English:

20 years of artists' initiative Im_
ieger: VISCERAL FICTION is an investigative rewiew and research in the process of inscribing history/stories in, around and with Im_ieger. Im_ieger is a self-organised, rhizomatic platform and a body for dance, performance and transmedia art.
By means of interviews, conversations, images, and theoretical discourses, an activation of the network took place in a one-year research process, which we designed in analogy to a „detective agency“: People, spaces, artistic works, contents, … The past (even if only a fraction) gained attention, appreciation and relevance in the present.

The “detectives”, authors and conversation partners Robert Dressler, David Ender, Veza Fernández, Jack Hauser, Michael Hirsch, Sabina Holzer, Katrin Hornek, Kilian Jörg, Anita Kaya, Felix Kaya, Elke Krasny, Simon Mayer, Johanna Nielson, Martina Ruhsam, Elisabeth Schäfer, Sylvia Scheidl, Agnes Schneidewind and Sabine Sonnenschein ask about the discursive potential of self-organization, artistic work, its formats, conditions of production, and about the significance of art and artists‘ organizations and spaces as decentralized movements in the cultural-political field and all the relationships that derive from them. But above all: what kind of poetics does the process of this detective investigation require?


It’s not about giving answers. It’s time for a break in the space-time continuum, but, … will you ever be the same when you return?


Elke Krasny, cultural theorist, curator, author, Vienna
Jack Hauser, performer, filmmaker, Vienna
David Ender, musician, author, performer, translator, Vienna
Kilian Jörg, artist, philosopher, Berlin/Vienna
Anita Kaya, artist, curator, Vienna
Johanna Nielson, artist, Vienna
Agnes Schneidewind, artist, Vienna
Moderation: Charlotta Ruth, artist, teacher, Vienna

Kilian Jörg, Anita Kaya, Johanna Nielson, Elisabeth Schäfer, Agnes Schneidewind (eds.), VISCERAL FICTION. Im_flieger hi/stories. 20 years artists for artists, edition monochrom, Vienna 2021

More: www.imflieger.net

02. Juni – 03. Juni 2022
Biographien als Sonden der Transformation?
‚Agency‘ der NS-Täter*innen nach 1945 in der Bundesrepublik, der DDR und Österreich

Das Jahr 1945 ist mit einer Reihe von gesellschaftlichen Transformationsprozessen verbunden, welche die Nachkriegszeit in der Bundesrepublik, der DDR und Österreich prägten. Auch die nationalsozialistischen Täter*innen standen in Beziehung zu diesen Prozessen: Während sich einige ins Ausland absetzten, verschleierten andere ihre wahre Identität. Wieder andere fügten sich in die neuen Gesellschaftsstrukturen ein und entgingen einer Strafverfolgung, während gegen manche ehemalige Tatbeteiligte ermittelt wurde.  Dieses Nachleben und weitere Wirken der Täter*innen nach 1945 findet bisher vor allem als Nachgeschichte des Nationalsozialismus, in der „Vergangenheitspolitik“ Erwähnung. Seltener wird es als Vorgeschichte der postnationalsozialistischen Gesellschaft interpretiert.

Im Workshop soll das Konzept der ‚agency‘ im Hinblick auf die Biografien der NS-Täter*innen vorgestellt und diskutiert werden. Wie wurde individuell mit der eigenen Tatbeteiligung umgegangen? Wie reagieren Akteur*innen auf Systemzusammenbrüche und -wechsel? Wie ist die Bedeutung der gesellschaftlichen Strukturen für die Handlungsentscheidungen der Akteur*innen einzuschätzen?

Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Workshop mit dem Ziel die gewonnen Erkenntnisse aus den Einzelbiografien der Täter*innen zu synthetisiert, zu diskutieren und zur Konjunktur von Forschung zu den Transformationsprozessen um 1945 beizutragen.

Eine Veranstaltung des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien.

Zum Programm: https://zeitgeschichte.univie.ac.at/news-events/detailansicht/news/workshop-biographien-als-sonden-der-transformation/

Mittwoch, 01. Juni 2022, 18.30
Slavs and Tatars: Red-Black Thread // IN ENGLISH
Lecture performance

Red-Black Thread explores the construction of black identity not from the traditional Anglophone and Francophone worlds of the Atlantic but rather from the Russophone idiom of imperial Russia and the Soviet Union. Commissioned by the Walker and Metropolitan Museums on the occasion of the Siah Armajani retrospective Follow This LineRed Black Thread looks at the experience of labor, race, and sexuality from a shared Russian/Soviet and African-American perspective to better understand failed promises of conviviality and co-existence.

Slavs and Tatars, art collective, Berlin

This event is organised by Verein K and Academy of Fine Arts Vienna.
Spring Curatorial Program: Art Geographies

Montag, 30. Mai 2022, 19.00
I am Jugoslovenka! // IN ENGLISH
Book presentation

I am Jugoslovenka argues that queer-feminist artistic and political resistance were paradoxically enabled by socialist Yugoslavia’s unique history of patriarchy and women’s emancipation. Spanning performance and conceptual art, video works, film and pop music, lesbian activism and press photos of female snipers in the Yugoslav wars, the book analyses feminist resistance in a range of performative actions that manifest the radical embodiment of Yugoslavia’s anti-fascist, transnational and feminist legacies. It covers celebrated and lesser-known artists from the 1970s to today.

Marina Gržinic, Professor, Academy of Fine Arts Vienna
Natasa Mackuljak, Phd candidate, Academy of Fine Arts Vienna/WIENWOCHE
Mirjana Mustra, Student, Academy of Fine Arts Vienna
Jasmina Tumbas, Assistant Professor, University at Buffalo/NY, USA

Jasmina Tumbas, “I am Jugoslovenka!” Feminist Performance Politics During and After Yugoslav Socialism, Manchester University Press, 2022

Livestream: https://youtu.be/0ov6NNrbeqI

Freitag, 27. Mai 2022, 18.30
Crit Cross #17 // IN ENGLISH
A Forum On Art Criticism

Crit Cross: A Forum on Art Criticism is an open discussion group of current critical writing, organised four times per year by Verein K in Vienna with the aim to create a platform for sustainable art- and sociocritical dialogues. In Crit Cross #17, we will address recent publications relating to the subject of the Spring Curatorial Program to be determined. The texts are crowdsourced.

Moderation: Klaus Speidel, Crit Cross
Spring Curatorial Program: Art Geographies

Mittwoch, 25. Mai 2022, 16.00
Social Struggles in Spain // IN ENGLISH
Book presentations & discussion

On May 15, 2011 hundreds of thousands of people began occupying the central plazas of cities across Spain, developing new forms of sociality and politics. A decade after the transnational occupation movements transversal texts published a series of three books, that take the Spanish 15M movement as a point of departure for far-reaching theoretical and political thinking. From three cities—Madrid, Málaga, and Barcelona—and from three theoretical viewpoints—political philosophy, activist urbanism, and a feminist perspective on municipalism and care—an imaginary of contemporary struggles emerges that extends far beyond the social and political practices of Spain in the 2010s.

In the first part of the event, these three books will be presented individually and put up for discussion; the following evening panel will discuss the most recent developments in Spain's social movements, from the municipalist movements to feminist activism and to current anti-war positions.

16:00: Book presentations

Manuela Zechner: Commoning Care & Collective Power. Childcare Commons and the Micropolitics of Municipalism in Barcelona

Raúl Sánchez Cedillo: Das Absolute der Demokratie. Gegenmächte, Körper-Maschinen, transdividuelles Netzwerksystem

Kike España: Die sanfte Stadt
Moderation: Isabell Lorey, Gerald Raunig (eipcp / transversal texts)


19:00: Panel discussion
With Kike España, Sara Jiménez and Raúl Sánchez Cedillo
Moderation: Niki Kubaczek, Monika Mokre (eipcp / transversal texts)

Kike España, urban researcher, activist, Málaga
Sara Jiménez, feminist researcher, activist, Málaga
Raúl Sánchez Cedillo, philosopher, activist, Madrid
Manuela Zechner, researcher/cultural worker, Vienna/Jena

 

Audio stream: https://transversal.at/blog/social-struggles-in-spain

Dienstag, 24. Mai 2022, 18.30
Weaving the old world's shroud // IN ENGLISH
Decolonization, Arts, Struggles

"Decolonisation is a historical process” Frantz Fanon wrote. In an era of increasing inequalities, extractives, State violence, in the context of neoliberal, fascistic, patriarcal and racial capitalism, what does decolonisation stand for and how is it practised? What do we mean by decolonizing the arts?

Using different means of diversification – the old ones such as colonial, capitalist and patriarchal mechanisms of social and geographical (re)production and the new ones such as technological, scientific and (techno)cultural methods of political and territorial identification – it is obvious that our global world has become a geopolitical space where most people do not feel to belong to.
Following the link between unsettled geographies and the politics of belonging,
Spring Curatorial Program 2022: Art Geographies explores critical, decolonial, feminist and materialist theories side by side with artistic, sound, digital and discursive practices.

Françoise Vergès, public educator, activist, author, Paris

This event is organised by Verein K and Academy of Fine Arts Vienna.
Spring Curatorial Program: Art Geographies

Donnerstag, 19. Mai 2022, 19.00
Perspektiven Neubau
Podiumsdiskussion

Der Bezirk Neubau war einst Sitz der Filmbranche und hat heute mit dem Museumsquartier in den ehemaligen kaiserlichen Hofstallungen internationale Strahlkraft. Hier wurde auch 1994 das Depot gegründet, zum 25-jährigen Jubiläum fragten wir uns: Sind wir noch richtig „in the middle of the Bobo-Gebiet“? Denn zunehmend wird von Initiativen, Institutionen und städtischer Kulturpolitik die Peripherie in den Blick genommen. Was macht Neubau aus und wie erreichen wir neue Zielgruppen? Wir diskutieren mit lokalen Akteur*innen und dem Bezirksvorsteher über die gegenwärtige Situation und Zukunftsstrategien.

Monika Grußmann, Bezirksmuseum Neubau, Wien
Markus Reiter, Bezirksvorsteher, Die Grünen Neubau, Wien
Veronika Steinböck, Kosmos Theater, Wien
Josephine Wagner, Galerie Raum mit Licht, Wien
Moderation: Renate Höllwart, Kunst- und Kulturvermittlerin, trafo.K, Wien

Livestream: https://youtu.be/oLZjPO3jiPk

Mittwoch, 18. Mai 2022, 19.00
Salon Philosophique
Auswege aus der Krise – Vom Amor Fati zum Avor Vitae

Wir leben in Krisenzeiten: Corona-Endemie, Ukrainekrieg, Naturkatastrophen, Finanzkrise, Demokratiekrise, Regierungskrisen, Gesellschaftskrisen, Beziehungskrisen – Krisen überall! Damit stellt sich die Frage, wie kann man diese Krisen bewältigen? Welche Auswege kann man finden? Und wenn wir uns mit den Auswegen aus Krisen beschäftigen, müssen wir uns vor allem auch fragen, wohin sollen diese Auswege führen, was ist das Ziel der Krisenbewältigung? Ist es die „Abschaffung“ bzw. „Auflösung“ der Krise, ist ein „Abstandgewinnen“ von der Krise oder müssen wir einfach nur lernen, mit der Krise zu leben, sie als eine Form des Schicksals akzeptieren oder darüber hinausreichend sie auch lieben lernen („amor fati“)? Oder wollen wir sie zum Ausgangs- und Angelpunkt für ein im Vergleich zu vorher schöneres und freudvolleres Leben machen und damit unser Leben selbst lieben lernen („amor vitae“)?

Michael Musalek, Psychiater, Neurologe, Psychotherapeut, Wien/Berlin

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien.

Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at

Dienstag, 17. Mai 2022, 19.00
Unbedingte Solidarität
Buchpräsentation

Unbedingte Solidarität ist die Herausforderung der Stunde. Dieses Buch plädiert dafür, Solidarität nicht nur als bloße Parteinahme für die Gleichen und Ähnlichen zu fassen. Entscheidend ist vielmehr die Frage, wie Solidarität auch mit denjenigen möglich ist, mit denen wir nicht gemeinsame Erfahrungen, das Geschlecht und die Herkunft teilen. Darüber hinaus ist Solidarität auch im Sinne einer Dringlichkeit unbedingt: Wir brauchen mehr solidarische Beziehungen im Kampf für eine gerechte Gesellschaft!

Alexander Behr, Politikwissenschafter, Wien
Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker, Wien
Monika Mokre, Politikwissenschafterin, Wien

Jens Kastner & Lea Susemichel (Hg.), Unbedingte Solidarität, Unrast, Münster 2021

Freitag, 13. Mai 2022, 19.00
Bemerkungen zum ländlichen Wohnen urbaner Menschen
Filmpremiere und Diskussion

Entstanden in einer Projekt-Kooperation zwischen ÖGFA und DOCOMOMO Austria, porträtiert der Film drei exemplarische Bauten im Nordburgenland durch den spezifischen Blick auf die hier geschaffenen ländlichen Wohnformen. Der Wandel der Jahreszeiten, das Erleben der „Natur“ sind präsent in den so unterschiedlichen Wohnhäusern aus den letzten 50 Jahren. Es sind konkrete Lebensräume, die dabei dennoch der utopischen Suche nach Einfachheit und Elementarität zu folgen scheinen. Es geht um einen Alltag als stilles Erlebnis, den eine Architektur dort zulässt, wo sie Hintergrund sein darf. Die Einstellungen der Kurzfilme schauen beim Wohnen zu, um die Magie des Ländlichen sichtbar zu machen – darin steckt auch ihre Kritik an der gegenwärtigen „Wohnkultur“.

Diskussion mit Elise Feiersinger, Johann Gallis, Albert Kirchengast, Emanuel Spurny
Moderation: Ingrid Holzschuh

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur in Kooperation mit DOCOMOMO Austria.
Anmeldung: https://oegfa.at/programm/jahresschwerpunkt/2022-substanz/bemerkungen-zum-laendlichen-wohnen-urbaner-menschen

Freitag, 13. Mai 2022, 10.00
D/Netzwerk Brunch
Vernetzungstreffen
Gemeinsam wird diskutiert, wie D/Arts zukünftig als Büro vieler Institutionen in Wien etabliert werden kann und welche mögliche Formen der Mitgliedschaft(en) zielführend sind.
D/Arts ist ein Projekt von vielen Akteur*innen, Initiativen und Institutionen und arbeitet in breiter Allianz für mehr Diversität im Kultursektor.

Details: www.d-arts.at
Donnerstag, 12. Mai 2022, 18.00
Arbeitskreis Kulturanalyse
Buchvorstellung und szenische Lesung

Während der Corona-Pandemie erschienen in der Reihe aka | texte vier neue Bände:

#8: Johan Schimanski: Grenzungen. Versuche zu einer Poetik der Grenze. Hg. v. Anna Babka und Matthias Schmidt. Ausgewählt und aus dem Englischen übersetzt von G. H. H.
#9: Jack Halberstam: Trans*Positionen zu Geschlecht und Architektur. Hg. v. Anna Babka & Rosemarie Brucher. Aus dem amerikanischen Englisch von Sergej Seitz und Anna Wieder
#10: Was bleibt von Fragmenten einer Sprache der Liebe? Hg. v. Peter Clar und Julia Prager
#11: Jean-Luc Nancy / Federico Ferrari: Ikonografie des Autors. Hg. v. Matthias Schmidt. Aus dem Französischen von Gero Faßbeck und Luca Viglialoro

Die gesammelte Buchpräsentation erfolgt in Form einer szenischen Lesung, bei der die vier Bände dialogisch verbunden werden. Es lesen die Reihenherausgeber*innen.
Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu Getränken und Brötchen ein.

Gestaltung: Eva Schörkhuber, Schriftstellerin, Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin, Wien

Anmeldung: marina.rauchenbacher@univie.ac.at
Details: https://aka.univie.ac.at/publikationen/akatexte

 

Mittwoch, 11. Mai 2022, 19.00
Das Grab von Ivan Lendl
Romanpräsentation

Der ehemalige Zivildiener Ivan stirbt bei einem Unfall während eines Wiederaufbauprojekts in Rumänien. Ivans Schwester Ivanka kommt nach Rumänien, um den Spuren ihres Bruders nachzugehen. Ein Roman über junge Menschen in einem fremden Land, die sich plötzlich einer Verantwortung stellen müssen, der sie kaum gewachsen sind – ein Roman über österreichische Zivildiener in Rumänien und in der Ukraine, auf Reisen von der Donau über die Karpaten bis auf die Krim – und über die Macht und Ohnmacht des Schweigens.

Paul Ferstl, Schriftsteller, Wien
Moderation: Daniel Syrovy, Literaturwissenschafter, Universität Wien

Paul Ferstl, Das Grab von Ivan Lendl, Milena, Wien 2022

Dienstag, 10. Mai 2022, 19.00
Kluges strategische Vermögen
Buchpräsentation

Im Februar feierte der große deutsche Erzähler, Filmregisseur, Fernsehpartisan und Ausstellungsmacher, der Theoretiker und Praktiker der Gegenöffentlichkeit Alexander Kluge seinen 90. Geburtstag. Das Buch von Klemens Gruber geht Kluges ästhetischen Verfahren nach, die aus den Arsenalen der Avantgarde, aus der Epoche des Stummfilms, der Montage, der Konstruktion stammen. Kluges strategische Vermögen, mit stupender, analytischer Intuition und politisch-poetischem Geschick massenmediale Felder zu bespielen, bestätigen die Aktualität der Avantgarde.

Klemens Gruber, Medienwissenschafter, Universität Wien
Claus Philipp, Publizist und Dramaturg, München

Klemens Gruber, Kluges strategische Vermögen. Zur Aktualität der Avantgarde, Sonderzahl, Wien 2022

Livestream: https://youtu.be/QVsvQhIsOHI

Montag, 09. Mai 2022, 19.00
feminismen diskutieren
Flaneusen: Zu Fuß durch Stadt und Land

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat das Gehen Einzug in die bildende Kunst gehalten und sich als männlich dominierte Kunstform etabliert. Zwei Künstlerinnen, die das Gehen zum Mittel ihrer Kunstproduktion und Methode der Stadtraumerforschung gemacht haben, stellen ihre Arbeit vor: Julischka Stengele präsentiert mit der Serie Sehenswürdigkeiten – Ansichten von … performative Spaziergänge in Wien, Leipzig und der Steiermark. Brigitte Kovacs gibt Einblicke in ihr Kunstbuch ÜberGänge. Annäherungen an das Gehen als künstlerische Praxis zwischen Geh-Akt und Artefakt.

Brigitte Kovacs, Künstlerin, Graz
Julischka Stengele, Künstlerin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Livestream: https://youtu.be/cqTLVxxWcDI

Mittwoch, 04. Mai 2022, 19.00
Recht auf Museum?
Studienpräsentation und Diskussion

Museen erheben heute den Anspruch, für alle da zu sein, dennoch werden sie nur von 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung regelmäßig besucht. Das Forschungsprojekt Recht auf Museum? fragt nach diesem Widerspruch und ist zugleich eine Mission, das Museum radikal öffentlich zu denken: Wie positionieren sich Museen zur Öffentlichkeit und wie werden sie von dieser wahrgenommen? Die Studie präsentiert Erkenntnisse aus knapp 1.000 Museumsbesuchen von Wiener Bürger*innen in den fünf Häusern Belvedere, Haus der Geschichte, KHM, MAK und Volkskundemuseum. Diskutiert werden die Anwendung dieser Ergebnisse in der Museumspraxis sowie mögliche Veränderungen im Museums-Öffentlichkeits-Gefüge.

Matthias Beitl, Direktor Volkskundemuseum, Wien
Luise Reitstätter, Kulturwissenschafterin, Universität Wien

Luise Reitstätter & Karolin Galter (Hg.), Recht auf Museum? Zehn Erkenntnisse zu musealen Öffentlichkeitskonzepten und deren Wahrnehmung, Wien 202

Dienstag, 03. Mai 2022, 19.00
Wie weiter? #6
Zur Zukunft der Kulturinstitutionen

Viele große und auch dezentrale, kleine Kulturinstitutionen haben eine Geschichte, in der immer wieder Wandlungen und Neupositionierungen erfolgt sind. Anlässlich der Zäsur durch die Covid-Krise wollen wir mit dieser Reihe nachfragen, wie es nun weitergeht. Welche Überlegungen, Strategien und Zukunftsvisionen gibt es in Bezug auf das Ausstellungsmachen, auf Aufführungskonzepte und auf das Verhältnis zum Publikum? Sind Demokratisierungskonzepte angedacht? Konnten – bei allen Schwierigkeiten – aus der Krise neue Ideen gewonnen werden?

Krist Gruijthuijsen, Direktor KW Institute for Contemporary Art Berlin
Verena Kaspar-Eisert, Kuratorin Kunsthaus Wien
Moderation: Martin Fritz, Kurator, Berater, Publizist, Wien

Montag, 02. Mai 2022, 19.00
Bewährungsprobe #40
Künstler*innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?
Manuela Picallo Gil hinterfragt durch multimediale Objekte und Installationen gesellschaftliche Kategorisierungen im Spannungsfeld von Ein- und Ausschlüssen.
Die künstlerische Arbeit von Jakub Vrba setzt sich hauptsächlich aus Zeichnung, Skulptur, Video und Film zusammen. Er adressiert die Begriffe von Spektakel, Pathos, unbezahlter Arbeit, und die Diktatur der Alltagskontingenz.

Manuela Picallo Gil, Künstlerin, Wien
Jakub Vrba, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Livestream: https://youtu.be/74pxNHcmeK0

Freitag, 29. April 2022, 09.00
Und die Wolken fallen fast aus den Wolken
Symposium zu Barbara Frischmuth

„Und die Wolken fallen fast aus den Wolken“ – Barbara Frischmuth: Kinder- und Jugendliteratur – Kindheit in der Literatur. An drei Tagen, vom 27. bis 29. 4., wird in diesem Symposium Frischmuths Kinder- und Jugendliteratur theoretisiert, neu und wieder gelesen, von Wissenschafter*innen ebenso wie von Autor*innen. Der Abschluss findet dabei im Depot mit Vorträgen und literarischen Antworten statt.

Lena Brandauer, Elias Hirschl, Silvana Cimenti, Christine Lötscher, Andrea Grill, Verena Stauffer, Clemens Ruthner, Marlene Zöhrer und Verena Hochleitner

Eine Zusammenarbeit von Anna Babka, Silvana Cimenti, Peter Clar, Heidi Lexe und der Alten Schmiede.

Anmeldung: peter.clar@univie.ac.at
Aktualisiertes Programm: https://alte-schmiede.at/alte-schmiede/recital-2/symposium-barbara-frischmuth-43

 

Mittwoch, 27. April 2022, 19.00
Salon Philosophique
Phono Sapiens – Verlieren wir uns als Menschen in der digitalen Welt?

Die Geschwindigkeit des technologischen Fortschritts ist nicht linear, sie entspricht vielmehr einer Exponentialfunktion mit immer steiler werdendem Anstieg. Derart rasche Veränderungen führen zu einer (gefühlten) Disruption und fordern von uns Menschen enorme Adaptationsleistungen, möchten wir den Anschluss nicht verlieren. Die Digitalisierung verändert aber nicht nur unsere Lebenswelt, das Äußere, sondern auch unsere Einstellungen und Werte und hat, wie neuere Studien zeigen, sogar Auswirkungen auf unsere Hirnstrukturen und damit auf unser Inneres, auf unser Selbst. Smartphones sind so omnipräsent und ubiquitär, werden fast ununterbrochen direkt am Körper getragen und stellen damit eine Erweiterung des Menschen dar.
Sciencefiction-Autor*innen bezeichnen Personen mit erweiterten Fähigkeiten als Cyborgs. Werden wir zu diesen? Bedeutet eine Erweiterung der Fähigkeiten eine Einbuße anderer menschlicher Denk-, Fühl- und Verhaltensweisen?
Beruhigende Worte zur gegenwärtigen Situation finden sich beispielsweise bei Heraklit schon vor 2.500 Jahren: „Nichts ist beständiger als der Wandel“. Ist die Sorge um die negativen Konsequenzen der Digitalisierung bloße Hysterie, oder verlieren wir uns als Mensch tatsächlich in der digitalen Welt?

Oliver Scheibenbogen, Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe, Wien

Eine Veranstaltungsreihe des Instituts für Sozialästhetik und psychische Gesundheit der Sigmund-Freud-Privatuniversität Wien.

Anmeldung: michael.musalek@sfu.ac.at

Dienstag, 26. April 2022, 19.00
Geh Denken!
Queer History in den Arolsen Archives

In den 1970er Jahren forschten Wissenschafter*innen erstmals ausführlich in den Dokumentenbeständen der heutigen Arolsen Archives – International Center on Nazi Persecution (AroA) zum Schicksal von Männern*, die während der NS-Zeit als homosexuell verfolgt worden waren. Seit einigen Jahren rückt auch die Erforschung der damaligen Lebensumstände lesbischer Frauen* und aus heutiger Perspektive queerer Menschen in den Fokus. Als eines der weltweit größten Archive zur NS-Verfolgung sind die AroA mit Sitz im hessischen Bad Arolsen auch hier Anlaufstelle. Jedoch bestehen nach wie vor große Forschungslücken hinsichtlich der Verfolgung queerer Menschen, die auch auf Leerstellen in der archivischen Erschließung zurückzuführen sind.

Kim Dresel, wissenschaftliche Mitarbeiterin/Archivarin, Arolsen Archives, Berlin
Katharina Menschick, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Arolsen Archives, Berlin

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Freitag, 22. April 2022, 19.30
SELTSAM – Wichtel, Aliens, Insekten
Musikalische Performance

Christian Loidl, der bedeutende österreichische Lyriker und Performer, war ein Meister der Enthüllung von Ungewohntem. Sein Ziel war Realitätserweiterung, oder besser: die erweiterte Wahrnehmung gewohnter Realität, so dass aus dieser immer neue, frische, durch eingeschliffene Perzeptionsmuster bislang verborgene Farben, Formen und Erfahrungen gewonnen werden konnten.
Dieser Abend beschwört Loidl'schen Geist, den Geist des Unbändigen: Sich den Schattenwelten, den Rändern von Gesellschaft und Wirklichkeit – dem Seltsamen eben – unversichert auszusetzen, um in aller Fremdheit, "Abgefahrenheit" und "Schräge" zur Magie des unmittelbaren Erlebens zurückzufinden.


Anne Bennent, Schauspielerin, Wien
Sainkho Namtchylak, Sängerin, Wien/Tuva
Otto Lechner, Musiker und Komponist, Wien
Jaan Karl Klasmann, Sänger und Performer, Wien
Moderation: Eva Lavric, Sprachwissenschaftlerin, Wien/Innsbruck


Eine Veranstaltung des Vereins Farnblüte.

Donnerstag, 14. April 2022, 19.00
Schiffbruch beim Spagat
Buchpräsentation

Wo der gewöhnliche Mensch eine Frage stellt, geht der studierte mindestens in Fragestellung. Er allein kennt das Geheimnis, wie man eine Stellung formuliert. Hochkomplexe und noch viel kompliziertere, ja auch sturzbanale Gedanken kann er in wundersame Wortfolgen verwandeln und also Stränge mitsamt deren Verflechtungen in einem Gefüge beleuchten, Diskurse vielschichtig verzahnen und Dimensionen in voller Breite ausloten. Ein solcher Spagat, bei dem jeder Satz Schiffbruch erleidet, ist möglich erst in einer Sprache, in der nur deshalb nichts mehr undenkbar scheint, weil in ihr schon gar nichts mehr gedacht wird.

Dirk Braunstein, Institut für Sozialforschung, Frankfurt/Main
Christoph Hesse, Film- u. Literaturwissenschafter, Freie Universität, Berlin

Dirk Braunstein & Christoph Hesse, Schiffbruch beim Spagat. Wirres aus Geist und Gesellschaft 1, ça ira Verlag, Freiburg/Wien 2021

Mittwoch, 13. April 2022, 19.00
Masken des Widerstands
Buchpräsentation

In den Kämpfen für eine andere Welt ist eine Vielheit von Masken an die Stelle des einheitlichen Subjekts getreten, das die Revolutionen des 20. Jahrhunderts im Proletariat zu finden hofften. Das Buch untersucht am Beispiel der maskierten aufständischen Zapatistas im Südosten von Mexiko und den Maskierungen der Maya im Hochland von Guatemala die Verbindung von Spiritualität und Politik im indigenen Widerstand: Der Anspruch auf die Anerkennung von Vielfalt, Differenz und Würde stützt sich auf soziale, ökonomische und symbolische Formen von Sinn, Wert und Bedeutung, die sich der kapitalistischen Wertzirkulation widersetzen.

Tom Waibel war etliche Jahre mit einem Wanderkino in den Bergen und Regenwäldern Mittelamerikas unterwegs.

Tom Waibel, Masken des Widerstands. Spiritualität und Politik in Mesoamerika, Löcker, Wien 2022

Livestream: https://youtu.be/CToVabKpuTE

Samstag, 02. April 2022, 13.30
Der Kapitalismus wird niemals grün!
Ökosozialistische Tagung

Trotz der Regierungsbeteiligungen der grünen Parteien in Österreich und in Deutschland gehen auch hier die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, das Artensterben und die Klimagefährdung praktisch ungebremst weiter. Die Tagung diskutiert, welche Antworten für einen ökosozialistischen Ausweg aus der ökologischen Krise unbedingt notwendig sind.

14.00 Verena Krellinger: Die Grenzen des grünen Wachstums und warum wir die Klimakatastrophe nur abwenden können, wenn wir auch die Systemfrage stellen
15.15 Angela Klein: War Marx Ökosozialist? Eine Einführung in die Entwicklung seines Denkens
16.30 Maraijke Colle: Ökofeminismus – Care für ein gutes Leben statt Macht und Profit
18.15 Podiumsdiskussion mit LOBAU BLEIBT: Perspektiven radikaler Ökologiekritik und -bewegungen – lokal und international

Eine Veranstaltung der Ökosozialistischen Alternative. Anmeldung: oes-tagung@posteo.de

Freitag, 01. April 2022, 16.00
Desintegrationskurs: Gegen anti-asiatischen Rassismus // ONLINE via Zoom
Vernetzungs-Workshop

In diesem Vernetzungs-Workshop möchten wir verschiedene Personen/Projekte/Initiativen aus dem asiatisch-diasporischen Kontext im deutschsprachigen Raum zusammenbringen, um einander kennenzulernen und Austausch zu ermöglichen.
Die Veranstaltung richtet sich ausschließlich an Schwarze Menschen, People of Color und Menschen mit Rassismus-Erfahrung.


Victoria Kure-Wu, ichbinkeinvirus.org, Berlin
Sunanda Mesquita, decolonialkilljoy.com, Wien
Weina Zhao, Perilla Zine, Wien


Idee und Organisation der Reihe: Claudia Unterweger & Vina Yun
Anmeldung (bis 31. März): desintegrationskurs@gmail.com
Mittwoch, 30. März 2022, 19.00
Desintegrationskurs #4: Solidarität & Widerstand
Gegen anti-asiatischen Rassismus

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat das Ausmaß an Gewalt gegen Menschen, die als „asiatisch“ wahrgenommen werden, weltweit stark zugenommen. Spätestens seit den Hashtags #IchBinKeinVirus und #StopAsianHate wurde anti-asiatischer Rassismus auch in der hiesigen Öffentlichkeit zum Thema. Doch nicht nur die Feindbilder über „Asiat*innen“ – ein Erbe kolonialrassistischer Stereotype – sind wieder deutlich zutage getreten. Auch der Widerstand ist sichtbarer geworden, der etwa von selbstorganisierten Netzwerken und Initiativen aus den betroffenen Communitys getragen wird.

Anika
Đặng, Journalistin, Wien
Noo, Perilla Zine, Wien

Kimiko Suda, Soziologin, Berlin
Hui Ye, Kollektiv Mai Ling, Wien

Moderation: Vina Yun, Journalistin, Wien

Idee und Organisation der Reihe: Claudia Unterweger & Vina Yun

Livestream: https://youtu.be/kkI9Z2ank8c

Freitag, 25. März 2022, 19.00
Topographie des Widerstands
Buchpräsentation

Die Publikation Topographie des Widerstands in der Steiermark 1938–1945 berichtet von einer Ausstellung, die von Architekturstudierenden der TU Graz gestaltet wurde und 2020 in vier Städten der Steiermark zu sehen war. Hierfür wurden konkrete Erkenntnisse von Historiker*innen zum Widerstand in der Steiermark mit den Methoden der forensischen Architektur nachvollzogen und erweitert. Das Podiumsgespräch beleuchtet, wie sich historische, zum Teil brisante Inhalte gestalterisch – Grafik, Ausstellungsarchitektur, Buchproduktion – zusammenführen lassen (Research-Design-Build-Methode).

Ema Drnda, Architekturstudentin, Graz
Daniel Gethmann, Kulturwissenschafter, Graz
Heimo Halbrainer, Zeithistoriker, Graz
Waltraud P. Indrist, Architektin, Wien/Graz
Armin Zepic, Architekturstudent, Graz

Daniel Gethmann & Waltraud P. Indrist (Hg.), Topographie des Widerstands in der Steiermark. 1938 –1945: Eine Ausstellung, Jovis, Berlin 2022

Livestream: https://youtu.be/NrAfCv3T_ag

Dienstag, 22. März 2022, 19.00
Crit Cross // IN ENGLISH
A Forum On Art Criticism

After engaging with the American South in our last Crit Cross, where Verein K talked to Jasmine Amussen, editor of Burnaway magazine about inclusivity in art writing and creating context for art where there is none, this Crit Cross looks to the European East, with Tjaša Pogačar from Šum, based in Slovenia. Šum is a journal and a platform focusing on contemporary art and theory, established in 2013 by artists and theorists. The conversation, facilitated by Klaus Speidel, could focus on theory-fiction, the form of writing exemplified by Šum, which happens, as Tjaša Pogačar explains, «alongside art» rather than being «about art» like traditional art criticism, as well as collective editing and the wider context of art criticism and art writing.

 

Tjaša Pogačar, freelance curator, writer, co-founder and editor in chief of based ŠUM, Ljubljana

Moderation: Klaus Speidel, Crit Cross

Crit Cross #16 is organised by Verein K and takes place in partnership with Depot – Kunst und Diskussion.

Further information: http://verein-k.net/wp/crit-cross/

Montag, 21. März 2022, 19.00
Bewährungsprobe #39
Künstler*innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?

Enar de Dios Rodríguez interdisziplinäre Arbeiten untersuchen das Poetische und seine politische Anwendbarkeit durch Selektion von bestehendem Bild- und Textmaterial. Ihre letzten forschungsbasierten Projekte reflektieren die Produktion von Raum und ihre gesellschaftspolitischen und ökologischen Folgen.

Lisa Truttmann spürt in ihren Arbeiten den Strukturen von sozialen, urbanen und ökologischen Landschaften nach und verknüpft dabei inszenierte Formate mit dokumentarischen Versatzstücken. Auf spielerisch-essayistische Weise legt sie Arbeits- und Denkprozesse frei, die zwischen Kino und Ausstellungsraum immer auch ihr Medium selbst reflektieren.

Die zwei künstlerischen Zugänge verhandeln unterschiedliche Erzählweisen des Anthropozän.

Enar de Dios Rodríguez, Künstlerin, Wien
Lisa Truttmann, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Freitag, 18. März 2022, 19.00
Vision aus eigenem Auftrag: Ein Alternativprojekt zum Heumarkt-Areal
Diskussion mit Hans Puchhammer

Schon bei der Generalsanierung des Konzerthauses 1998–2001 war Hans Puchhammer die Verbindung mit dem Areal des Wiener Eislaufvereins wichtig. 2012 kam er, gemeinsam mit Otto Kapfinger, in einem von der MA21 beauftragten Gutachten zu den Bauvorhaben im Bereich WEV und Hotel InterContinental zu dem Schluss, künftige Bebauungen auf Bestandshöhe des Hotels InterContinental zu begrenzen, was jedoch in der Folge ignoriert wurde. Daraufhin begann Hans Puchhammer einen Alternativvorschlag auszuarbeiten, der bei Erfüllung des Raumprogramms nicht nur diese Höhenvorgabe einhält, sondern eine präzise Einfügung in den Bestand zur Prämisse macht. Die Präsentation der von der ÖGFA herausgegebenen Publikation dieser „Vision aus eigenem Auftrag“ nehmen wir zum Anlass, die Bestandsfrage im Fall Heumarkt zu diskutieren.


Diskussion mit Hans Puchhammer, Otto Kapfinger und weiteren Gästen
Moderation: Andreas Vass / ÖGFA


Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.
Anmeldung: https://oegfa.at/programm/veranstaltungen

Mittwoch, 16. März 2022, 19.00
PhD in Context: Mshika Shika Black Market and Guerilla Poetics // IN ENGLISH
Talks with PhD in Practice

Listening to a radio piece, to be followed by an artist talk by Masimba Hwati, in conversation with a guest, Eleftherios Krysalis.

A description of the tension and beauty of a struggle. The piece is a radio composition consisting of field recordings from the black market and flea market in Harare Zimbabwe, also included are snippets of wartime radio broadcasts from the 2nd Chimurenga (Zimbabwe War of Independence-1964-1979). Two personal stories are punctuating the piece, one from Masimba’s father and another from his Mother both are centered on their experiences around war time radio. Interwoven within also, are moments from an Improvised live sound performance “Bread Scores” from Masimba Hwati and some friends in Weimar. “Bread Scores” was inspired by how small wireless radios, spare batteries, newspaper cuttings and secret messages were smuggled in loaves of bread to the Liberation fighters who were imprisoned during the war of Independence in Zimbabwe. The Blackmarket is a zone for economic and political negotiation and resistance where a people under duress, economic and political pressure alchemically improvise.

Masimba Hwati, interdisciplinary artist and PhD candidate at Academy of Fine Arts, Vienna

Eleftherios Krysalis, radio/sound artist and freelance researcher, Curator and project coordinator of the Radio Art Residency Weimar

 

The PhD in Practice program provides a concept of arts-based research that is built upon critical epistemologies, as they have been developed in the context of feminist, queer, postcolonial, ecological, postmarxist and other political and emancipatory projects.

A cooperation with the Academy of Fine Arts Vienna, coordinated by Renate Lorenz (Professor for Art and Research) and Anette Baldauf (Professor for Methodology and Epistemology)

Dienstag, 15. März 2022, 19.00
Geh Denken!
Sexuelle und geschlechtliche Differenzen im Spiegel der Akten

2016 wurden auf dem Dachboden der Klinik der Universität Halle an der Saale 232 Laufmeter Patient*innenakten gefunden, die einen Zeitraum von 1888 bis 1989 umfassen. Der Aktenfund ist einzigartig. Unter den Akten finden sich auch jene von Menschen, die aufgrund von wahrgenommenen „sexuellen oder geschlechtlichen Abweichungen“ in die Universitäts-Nervenklinik eingewiesen und dort medizinisch behandelt wurden.
Der Vortrag setzt sich damit auseinander, welche Narrative sich im Laufe der Behandlungen herausbildeten. Wie entwickelten Ärzt*innen ihre Methoden? Wie kamen sie zu einer Diagnose? Welche gesellschaftlichen Ideale und welche konkreten Ziele wurden mit Therapien verfolgt? Am Beispiel von zwei konkreten Fällen (1919–1945) wird aufgezeigt, dass die vermeintliche Therapie Patient*innen vor allem in eine gesellschaftlich sanktionierte Zweigeschlechtlichkeit führen sollte.

Anton Schulte, Institut für Geschichte, Martin-Luther-Universität Halle (Saale)

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

Freitag, 11. März 2022, 19.00
Belastete Biografien: Gauhaus Innsbruck | Deutsche Architekten
Doppelvortrag

Die Vergangenheit des Landhauses Innsbruck als NS-Gauhaus wurde jahrzehntelang ausgeblendet, erst 2019 richtete die Tiroler Landesregierung eine Expertenkommission ein. Der von Hilde Strobl und Christian Mathies im Herbst 2021 veröffentlichte Forschungsbericht „Vom Gauhaus zum Landhaus“ dokumentiert und analysiert erstmals umfassend die Geschichte dieses Schlüsselbaus.
Bis heute umstritten sind deutsche Architektenbiografien wie Paul Schmitthenner oder Paul Schultze-Naumburg, die trotz ihrer NS-Vergangenheit auch heute oft apolitisch rezipiert werden.
Zwei Vorträge und eine Diskussion über historisch belastete Bausubstanzen und Personen.

Hilde Strobl, Architekturhistorikerin, Kuratorin und Autorin, Universität Innsbruck
Stephan Trüby, Institut für Grundlagen Moderner Architektur (IGMA) der Universität Stuttgart und Autor
Moderation: Maik Novotny / ÖGFA

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur.
Anmeldung: https://oegfa.at/programm/veranstaltungen

Donnerstag, 10. März 2022, 19.00
feminismen diskutieren
Nicht/Repräsentation

Was ist Repräsentation? Was und wer wird durch Repräsentation ausgeschlossen und wie funktionieren diese Ausschließungsmechanismen? Inwiefern hängt politisch verstandene Repräsentation mit ästhetischer Repräsentation – verstanden als Darstellung, als Darstellungsweise – zusammen? Lässt sich über die Verknüpfung dieser unterschiedlichen Definitionen ein Begriff der ‚Nicht-Repräsentation‘ herleiten und welche (politischen) Konsequenzen ergeben sich dadurch? Wie können anhand der Verschränkung von Repräsentation und den damit einhergehenden Ausschließungsmechanismen andere Formen (politischen) Handelns und (politischer) Subjektivierungsweisen festgestellt und imaginiert werden?

Nina Bandi, Philosophin und Politikwissenschafterin, Wien / Zürich
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen.

Montag, 07. März 2022, 19.00
Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen
Buchpräsentation

Antisemitismus und jüdische Perspektiven stellen häufig eine Leerstelle in intersektionalen Debatten und Debatten über Intersektionalität dar. Mit dem Konzept der Gojnormativität werden Positionen und Erfahrungen artikulier- und sichtbar. Es lotet das Verhältnis von Jüdischsein und Weißsein aus, geht der spezifischen Unsichtbarkeit von Juden_Jüdinnen nach und schaut sich Debatten über Antisemitismus und Gedenkpolitiken an. Gojnormativität fordert ein anderes Sprechen über Antisemitismus ein sowie das konsequente und bedingungslose Einbeziehen von Juden_Jüdinnen in intersektionale Diskurse und Politiken. Gleichzeitig ist es ein engagiertes Plädoyer für solidarische und intersektionale Bündnisse und Allianzen.

Judith Coffey, Autorin, Berlin
Vivien Laumann, Autorin, Berlin
Moderation: Stefanie Mayer, Politikwissenschafterin, Wien

Judith Coffey & Vivien Laumann, Gojnormativität. Warum wir anders über Antisemitismus sprechen müssen, Verbrecher Verlag, Berlin 2021

In Kooperation mit der Institutsgruppe Politikwissenschaft

Donnerstag, 03. März 2022, 19.00
ONLINE via Zoom: The Regime of Digital Coloniality // IN ENGLISH
Book Presentation

A discussion based on the book by Adla Isanović, The Regime of Digital Coloniality: Bosnian Forensic Contemporaneity. This book problematizes how databases are conceived and how they relate to knowledge production in the current environment of global capitalism, biopolitics, and necropolitics. It is indispensable for discussing about the consequences of the war in Bosnia and Herzegovina in the 1990s and BiH contemporary transformation from a genocide into a forensic site.
We will talk about two main points: Contemporary database logic (beyond the biopolitical archive) that organizes media, social networks, state governance, politics, legal processes, and military interventions, and as well a wider range of art practices, including contemporary presentation/exhibition models and forms. The forensic shift is the prevailing forensic methodology and aesthetics that is occurring in a variety of forums, including international humanitarian politics, law, and art. What are the consequences?

Adla Isanović, Assoc. Professor, Academy of Fine Arts, University of Sarajevo
Jovita Pristovšek, postdoctoral researcher, Academy of Fine Arts Vienna
Šefik Tatlić, PhD, theorist in the fields of political philosophy and decolonial theory, BiH
Moderation: Marina Gržinić, Professor, Academy of Fine Arts Vienna

Adla Isanović, The Regime of Digital Coloniality: Bosnian Forensic Contemporaneity, CEEOL Press, Frankfurt am Main 2021

A cooperation with the Academy of Fine Arts Vienna, Studio for Post-conceptual Art Practices (PCAP/IBK).

Online via Zoom, please register via depot@depot.or.at

Dienstag, 01. März 2022, 19.00
ABGESAGT: Geh Denken!
Österreichische Geschichtspolitik in der populistischen Revolte

Nach der Ära Wolfang Schüssel (ÖVP) und Jörg Haider (FPÖ) in den 2000er Jahren war Geschichtspolitik in Österreich von einer nachholenden (West-)Europäisierung geprägt: Die Schoah trat ins Zentrum der Erinnerung, andere NS-Opfer und Widerständige bekamen mehr Beachtung, alle distanzierten sich vom Opfermythos, die EU wurde zum Fluchtpunkt der Geschichte, der 27. Jänner und der 8. Mai zu Gedenktagen, der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus war die Lehre. Diese (liberale) Politik trugen mehr oder weniger alle Parteien, außer der FPÖ, Hand in Hand mit zivilgesellschaftlichen Organisationen mit. Mit der Regierungskoalition zwischen Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) 2017 ging dieser Konsens zu Ende: In einer populistischen Revolte wurde die Geschichtspolitik rekonfiguriert. Neue Gedenkstätten entstanden, das staatlich-zivile Bündnis zerfiel, Opferkonkurrenz trat auf, angerufen wurde statt der EU nun Israel, die Täterschaft verschwindet zusehends. Diese und andere Entwicklungen werden anhand jüngerer Beispiele der Erinnerungskultur diskutiert.

Peter Pirker, Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST

Dienstag, 22. Februar 2022, 19.00
Kulturteil – Kunst und Journalismus
Geld und Ressourcen

Bildende Kunst wird medial zumeist über Ausstellungsbesprechungen großer Museen oder spektakuläre Auktionsergebnisse verhandelt. Anknüpfend an frühere Blattkritiken im Depot treten wir im zweiten Teil der neuen Reihe Kulturteil mit Medienschaffenden aus Print, Web, Hörfunk und TV in einen Austausch: Für welche Themen und Kunstgattungen sind finanzielle und personelle Mittel vorhanden? Warum funktionieren bestimmte Formate beim Publikum? Und was möchten wir in Zukunft lesen und sehen?

Amra Duric, Mitglied der Chefredaktion heute.at, Wien
Günter Kaindlstorfer, Kulturjournalist, ORF, Wien
Lorenz Seidler, Betreiber eSeL.at, Künstler und Kurator, Wien
Moderation: Djamila Grandits, Kuratorin und Kulturarbeiterin, Wien

Dienstag, 15. Februar 2022, 19.00
Was denkt das Denkmal?
Buchpräsentation

Wie wäre es, wenn die Geschichte eines Denkmals einmal aus dessen Sicht erzählt wird? Wenn Wissenschafter*innen, Autor*innen, und Künstler*innen den Perspektivenwechsel wagen und nachspüren, wie es Denkmälern im Wandel der Zeiten erging, hin- und hergerissen zwischen ursprünglichen Intentionen, Umdeutungen und Instrumentalisierungen? Besteht darin eine Möglichkeit, steingewordene Geschichtsverständnisse kritisch zu hinterfragen? Der Abend regt zum Nach­denken darüber an, was durch Denkmalsetzungen und Denkmalstürze gesellschaftspolitisch aus- und umverhandelt wird.

Julia Lange, Amerikanistin, Journalistin Der Spiegel, Hamburg
Olaf Osten, Grafiker und bildender Künstler, Wien
Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, Hochschule für bildende Künste Hamburg / Wien
Moderation: Tanja Schult, Kunst- und Kulturwissenschafterin, Universität Stockholm / Akademie der Wissenschaften, Wien

Tanja Schult & Julia Lange (Hg.), Was denkt das Denkmal? Eine Anthologie zur Denkmalkultur, Böhlau Verlag, Köln 2021

Donnerstag, 10. Februar 2022, 19.00
Agency: Issue 1 // IN ENGLISH
Book presentation

Agency is a publishing initiative founded by Andrés Ramírez Gaviria, Elisabeth Kihlström and Yuki Higashino in 2021 and based in Vienna.
Agency will be published annually and offer both textual and visual contributions dedicated to a specific theme. The first issue of Agency examines the notion of Travel.

When understood as both a physical and mental displacement, traveling is the desire to wander, sometimes aimlessly, from one locale, one point of view or state of being to another. To decide to travel is making the decision to seek change. It is the decision to embark on a journey of hope, even in the face of uncertainty and the knowledge that no trip is ever fully exempt from risk.

Andrés Ramírez Gaviria, artist, Vienna
Elisabeth Kihlström, artist, Vienna
Yuki Higashino, artist, Vienna

Montag, 31. Januar 2022, 19.00
Tupaia, Kybernetes und Lara Croft
Buchpräsentation

Tupaia war ein Mittler zwischen polynesisch-vernakulären und westlichen Raumvorstellungen und navigierte Ende des 18. Jahrhunderts Kapitän James Cooks Endeavour durch noch nicht mit europäischen Methoden kartierte Bereiche des Südpazifik. Kybernetes ist das von Aristoteles geschaffene abendländische Denkmodell des Steuermanns, um die Fähigkeit einer wachen Reaktion auf eine Vielzahl an Umstände zu beschreiben. Lara Croft ist der wohl bekannteste Avatar, um in Computerspielwelten zu navigieren. Die durch die drei Charaktere bestimmten Perspektiven erlauben eine kaleidoskopartige post-koloniale Zusammenschau polynesischer Raummodelle, interaktiver Technologien und Theorien der Verkörperung, welche in der Publikationsform eines Leporello-Kunstbuchs ihren Ausdruck findet.

Eva Sommeregger, Architektin, Senior Scientist, Akademie der bildenden Künste Wien

Eva Sommeregger, The B-Sides. Tupaia, Kybernetes and Lara Croft, Breite Gasse Publishing, Wien 2022

Freitag, 28. Januar 2022, 19.00
Cyborg werden
Buchpräsentation

Cyborgs waren ursprünglich ein Produkt technomilitärischer Imagination mit dem Ziel, die Beschränkungen des menschlichen Körpers zu überwinden. Als kybernetischer Organismus sind Cyborgs tatsächlich weder Mensch noch Maschine – und doch beides zugleich.
Gerade dies macht sie für queer_feministische Spekulationen attraktiv, die Dualismen als Fundament von Herrschaftslogiken kritisieren. Dagmar Fink fragt danach, wie Cyborgs Dualismen zur Implosion bringen, wie sich mit Cyborgs Vorstellungen von Differenz jenseits von Dualismen entwickeln lassen und wie queer_feministische Geschichten in Theorien und Science Fictions unsere Möglichkeitshorizonte erweitern.
Nach dem Gespräch Cafébetrieb mit afrofuturistischer Musikbegleitung.


Dagmar Fink, Literatur- und Kulturwissenschafterin, Hochschullektorin, Übersetzerin im queer_feministischen Kollektiv _gender_ _et_ _alia_ sowie Ko-Leiterin von QUEERTACTICS. QUEER_FEMINIST FILMFESTIVAL VIENNA, Wien
Waltraud Ernst, Philosophin, Institut für Frauen- und Geschlechterforschung, Johannes Kepler Universität Linz
Roswitha Hofmann, Sozialwissenschafterin, Hochschullektorin und wissenschaftliche Beraterin –uebergrenzendenken, Wien

Dagmar Fink, Cyborg werden. Möglichkeitshorizonte in feministischen Theorien und Science Fictions, Transcript, Bielefeld 2021

Mittwoch, 26. Januar 2022, 19.00
ABGESAGT: Geh Denken!
Erinnerungspolitik – eine Bestandsaufnahme

Die Debatte um die Shoah-Namensmauer im Ostarrichipark oder um das Karl-Lueger-Denkmal am gleichnamigen Platz zeigen, dass Erinnerungspolitik auch Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs in Österreich kontrovers diskutiert wird. Dabei steht oft die Frage, was noch zeitgemäß ist und wie weit eine Gesellschaft bei der Umgestaltung gehen darf, im Mittelpunkt der Auseinandersetzung. Positionen und Generationen prallen aufeinander und dies wirft die Frage auf, wie Erinnerungspolitik in Zukunft gestaltet werden soll. Ausgehend von aktuellen Diskussionen um Denkmäler, Straßen­umbenennungen und Gedenkmauern, setzen sich die Diskutant*innen mit Gegenwart und Zukunft der Erinnerungspolitik in Österreich auseinander. Wie hat sie sich in den letzten Jahren bereits verändert? Wie sehen die aktuellen Trends und größten Herausforderungen aus? Und was fordern Wissenschaft und Zivilgesellschaft für die Zukunft?

Christa Bauer, Mauthausen Komitee Österreich, Wien
Nadine Dimmel, Verein GEDENKDIENST, Wien
Hannah M. Lessing, Nationalfonds der Republik Österreich, Wien
Patrick Siegele, erinnern.at, Wien
Florian Wenninger, Institut für Historische Sozialforschung, Wien

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST

Dienstag, 25. Januar 2022, 19.00
Feminismus – Transfeminismus
Podiumsdiskussion

Die Podiumsdiskussion beleuchtet den Begriff „Frau“ als diskursives Konzept und stellt einen Zusammenhang zu transfeministischen Positionen her. Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die in feministischen Diskursen nach wie vor umkämpfte Frage, wer als Subjekt des Feminismus sprechen und agieren darf. Wie gestaltet sich gesellschaftliche Vielfalt, auch in feministischen Räumen?

Kübra Atasoy, Asyl in Not, Wien
Susanne Hochreiter, Literaturwissenschafterin, Institut für Germanistik Wien
Dominique Mras, SPÖ-Bezirksrätin, Bundesvorstand* der LGBTQ-Organisation SoHo, Wien
Moderation: Beate Hausbichler, dieStandard, Wien

Montag, 24. Januar 2022, 19.00
Bewährungsprobe #38
Künstler*innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?
Janine Schneider beschäftigt sich mit Fragen rund um Körperidentität im und durch öffentlichen Raum, Architektur sowie Raumpolitik. Dabei arbeitet sie bevorzugt mit den Medien Fotografie, Video, Installation und Performance.
Imre Nagy interessiert das Zusammenspiel zwischen Zeichnungen, Objekten und Architektur. In seiner vermehrt bildhauerischen Arbeit fügen sich zwei Ordnungssysteme – Sprache und Architektur – mit einem dritten zusammen: Körpererfahrung.

Janine Schneider, Künstlerin, Wien
Imre Nagy, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Mittwoch, 19. Januar 2022, 19.00
ONLINE via Zoom: Wie weiter? / What next? // IN ENGLISH
On the future of cultural institutions #5

Many large and also decentralised, small cultural institutions carry a long history in which changes and repositioning have taken place repeatedly. On the occasion of the caesura caused by the Covid crisis, we also want to ask in this autumn series where we go from here. What considerations, strategies and visions for the future do we have with regard to exhibition making, performance concepts and the relationship to the audience? Are democratisation concepts being considered? Could new ideas despite all the difficulties – be gained from the Covid crisis?

Ramesch Daha, President & Axel Stockburger, Board Member of the Secession, Vienna
Séamus Kealy, Director Salzburger Kunstverein
Moderation: Martin Fritz, Curator, Consultant, Publicist, Vienna

Montag, 17. Januar 2022, 19.00
Revolutionieren NFT den Kunstmarkt?
Podiumsdiskussion

Digitale Originale: Was sind Non Fungible Token überhaupt, wie wurden sie bislang eingesetzt und wie definieren sie Echtheit und Originalität in Bezug auf Kunst neu? Die Diskutant*innen werfen einen kritischen Blick auf den medialen Hype, der sich in letzter Zeit ausgehend von Kryptowährungen wie Bitcoins am Kunstmarkt entsponnen hat. Welchen Einfluss haben die digitalen Zertifikate auf Kunstschaffende und ihre Arbeitsweise?

Johanna Bruckner, Künstlerin, Wien / Zürich
Wolfie Christl, Forscher und Netzaktivist, arbeitet zu Technologie und Gesellschaft, Wien
Jörg Piringer, Künstler, Wien
Moderation: Anne Zühlke, Kuratorin DOCK 20, Lustenau / Wien

Donnerstag, 13. Januar 2022, 19.00
Das Nichts in der digitalen Kunst
Vortrag

Quer durch das 20. Jahrhundert haben zahlreiche Künstler*innen die bestehende Konvention von Realität und deren Wahrnehmung durch Akte der Entleerung demontiert. Die Reise in das Nichts beginnt bei Kasimir Malewitsch und Yves Klein. Letztendlich stellt sich die Frage: Wie kann der Leere im Zeitalter der Digitalisierung mit ihren oft überreizenden Datenräumen Platz gegeben werden?


Valerie Messini, Dissertantin am Peter Weibel-Forschungsinstitut für digitale Kulturen, Universität für angewandte Kunst Wien