Veranstaltungen

Freitag, 28. Januar 2022, 19.00
Cyborg werden
Buchpräsentation

Cyborgs waren ursprünglich ein Produkt technomilitärischer Imagination mit dem Ziel, die Beschränkungen des menschlichen Körpers zu überwinden. Als kybernetischer Organismus sind Cyborgs tatsächlich weder Mensch noch Maschine – und doch beides zugleich.
Gerade dies macht sie für queer_feministische Spekulationen attraktiv, die Dualismen als Fundament von Herrschaftslogiken kritisieren. Dagmar Fink fragt danach, wie Cyborgs Dualismen zur Implosion bringen, wie sich mit Cyborgs Vorstellungen von Differenz jenseits von Dualismen entwickeln lassen und wie queer_feministische Geschichten in Theorien und Science Fictions unsere Möglichkeitshorizonte erweitern.
Nach dem Gespräch Cafébetrieb mit afrofuturistischer Musikbegleitung.


Dagmar Fink, Literatur- und Kulturwissenschafterin, Hochschullektorin, Übersetzerin im queer_feministischen Kollektiv _gender_ _et_ _alia_ sowie Ko-Leiterin von QUEERTACTICS. QUEER_FEMINIST FILMFESTIVAL VIENNA, Wien
Waltraud Ernst, Philosophin, Institut für Frauen- und Geschlechterforschung, Johannes Kepler Universität Linz
Roswitha Hofmann, Sozialwissenschafterin, Hochschullektorin und wissenschaftliche Beraterin –uebergrenzendenken, Wien

Dagmar Fink, Cyborg werden. Möglichkeitshorizonte in feministischen Theorien und Science Fictions, Transcript, Bielefeld 2021

Livestream: https://youtu.be/IQhMzTmRORU

Montag, 31. Januar 2022, 19.00
Tupaia, Kybernetes und Lara Croft
Buchpräsentation

Tupaia war ein Mittler zwischen polynesisch-vernakulären und westlichen Raumvorstellungen und navigierte Ende des 18. Jahrhunderts Kapitän James Cooks Endeavour durch noch nicht mit europäischen Methoden kartierte Bereiche des Südpazifik. Kybernetes ist das von Aristoteles geschaffene abendländische Denkmodell des Steuermanns, um die Fähigkeit einer wachen Reaktion auf eine Vielzahl an Umstände zu beschreiben. Lara Croft ist der wohl bekannteste Avatar, um in Computerspielwelten zu navigieren. Die durch die drei Charaktere bestimmten Perspektiven erlauben eine kaleidoskopartige post-koloniale Zusammenschau polynesischer Raummodelle, interaktiver Technologien und Theorien der Verkörperung, welche in der Publikationsform eines Leporello-Kunstbuchs ihren Ausdruck findet.

Eva Sommeregger, Architektin, Senior Scientist, Akademie der bildenden Künste Wien

Eva Sommeregger, The B-Sides. Tupaia, Kybernetes and Lara Croft, Breite Gasse Publishing, Wien 2021

Livestream: https://youtu.be/629hzJ1rwvw

Donnerstag, 03. Februar 2022, 19.00
WIRD VERSCHOBEN: Schiffbruch beim Spagat
Buchpräsentation

Wo der gewöhnliche Mensch eine Frage stellt, geht der studierte mindestens in Fragestellung. Er allein kennt das Geheimnis, wie man eine Stellung formuliert. Hochkomplexe und noch viel kompliziertere, ja auch sturzbanale Gedanken kann er in wundersame Wortfolgen verwandeln und also Stränge mitsamt deren Verflechtungen in einem Gefüge beleuchten, Diskurse vielschichtig verzahnen und Dimensionen in voller Breite ausloten. Ein solcher Spagat, bei dem jeder Satz Schiffbruch erleidet, ist möglich erst in einer Sprache, in der nur deshalb nichts mehr undenkbar scheint, weil in ihr schon gar nichts mehr gedacht wird.

Dirk Braunstein, Institut für Sozialforschung, Frankfurt / Main
Christoph Hesse, Film- u. Literaturwissenschafter, Freie Universität, Berlin

Dirk Braunstein & Christoph Hesse, Schiffbruch im Spagat. Wirres aus Geist und Gesellschaft 1, ça ira Verlag, Freiburg / Wien 2021

Anmeldung: presse@ca-ira.net

Donnerstag, 10. Februar 2022, 19.00
Agency: Issue 1 // IN ENGLISH
Book presentation

Agency is a publishing initiative founded by Andrés Ramírez Gaviria, Elisabeth Kihlström and Yuki Higashino in 2021 and based in Vienna.
Agency will be published annually and offer both textual and visual contributions dedicated to a specific theme. The first issue of Agency examines the notion of Travel.

When understood as both a physical and mental displacement, traveling is the desire to wander, sometimes aimlessly, from one locale, one point of view or state of being to another. To decide to travel is making the decision to seek change. It is the decision to embark on a journey of hope, even in the face of uncertainty and the knowledge that no trip is ever fully exempt from risk.

Andrés Ramírez Gaviria, artist, Vienna
Elisabeth Kihlström, artist, Vienna
Yuki Higashino, artist, Vienna

Dienstag, 15. Februar 2022, 19.00
Was denkt das Denkmal?
Buchpräsentation

Wie wäre es, wenn die Geschichte eines Denkmals einmal aus dessen Sicht erzählt wird? Wenn Wissenschafter*innen, Autor*innen, und Künstler*innen den Perspektivenwechsel wagen und nachspüren, wie es Denkmälern im Wandel der Zeiten erging, hin- und hergerissen zwischen ursprünglichen Intentionen, Umdeutungen und Instrumentalisierungen? Besteht darin eine Möglichkeit, steingewordene Geschichtsverständnisse kritisch zu hinterfragen? Der Abend regt zum Nach­denken darüber an, was durch Denkmalsetzungen und Denkmalstürze gesellschaftspolitisch aus- und umverhandelt wird.

Julia Lange, Amerikanistin, Journalistin Der Spiegel, Hamburg
Olaf Osten, Grafiker und bildender Künstler, Wien
Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, Hochschule für bildende Künste Hamburg / Wien
Moderation: Tanja Schult, Kunst- und Kulturwissenschafterin, Universität Stockholm / Akademie der Wissenschaften, Wien

Tanja Schult & Julia Lange (Hg.), Was denkt das Denkmal? Eine Anthologie zur Denkmalkultur, Böhlau Verlag, Köln 2021

Dienstag, 22. Februar 2022, 19.00
Kulturteil: Geld und Ressourcen
Kunst und Journalismus

Bildende Kunst wird medial zumeist über Ausstellungsbesprechungen großer Museen oder spektakuläre Auktionsergebnisse verhandelt. Anknüpfend an frühere Blattkritiken im Depot treten wir im zweiten Teil der neuen Reihe Kulturteil mit Medienschaffenden aus Print, Web, Hörfunk und TV in einen Austausch: Für welche Themen und Kunstgattungen sind finanzielle und personelle Mittel vorhanden? Warum funktionieren bestimmte Formate beim Publikum? Und was möchten wir in Zukunft lesen und sehen?

Amra Duric, Mitglied der Chefredaktion heute.at, Wien
Günter Kaindlstorfer, Kulturjournalist, ORF, Wien
Lorenz Seidler, Betreiber eSeL.at, Künstler und Kurator, Wien
Moderation: Djamila Grandits, Kuratorin und Kulturarbeiterin, Wien

Donnerstag, 24. Februar 2022, 18.00
Im Konflikt der Doktrinen – Renovation, Restauration und Rekonstruktion
Vortrag

Nach den ersten Erneuerungen wichtiger Zeugen des Neuen Bauens (um 1980) entwickelte sich eine Restaurierungspraxis, die auf die materielle Erhaltung der Substanz zielt. Gleichzeitig multiplizierten sich die Ansprüche an die energetische und baupolizeiliche Ertüchtigung des "Gebäudeparks".
Der Vortrag thematisiert die aus diesem Spannungsfeld resultierenden Probleme und diskutiert anhand konkreter Fallbeispiele methodische Ansätze und Vorgehensweisen im Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz. Dabei stellt die Rettung bautechnischer Innovationen eine ebenso interessante Herausforderung dar wie die Konservierung unterschiedlicher Zustände. Ein besonderer Fokus liegt auf dem konfliktträchtigen Umgang mit dem endgültig Verlorenen: der Rekonstruktion und Präsentation ikonischer Interieurs.

Arthur Rüegg, Architekt, Professor em. an der ETH Zürich
Moderation: Andreas Vass / ÖGFA

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur
Anmeldung: https://oegfa.at/programm/veranstaltungen

Dienstag, 01. März 2022, 19.00
Geh Denken!
Österreichische Geschichtspolitik in der populistischen Revolte

Nach der Ära Wolfang Schüssel (ÖVP) und Jörg Haider (FPÖ) in den 2000er Jahren war Geschichtspolitik in Österreich von einer nachholenden (West-)Europäisierung geprägt: Die Schoah trat ins Zentrum der Erinnerung, andere NS-Opfer und Widerständige bekamen mehr Beachtung, alle distanzierten sich vom Opfermythos, die EU wurde zum Fluchtpunkt der Geschichte, der 27. Jänner und der 8. Mai zu Gedenktagen, der Kampf gegen Antisemitismus und Rassismus war die Lehre. Diese (liberale) Politik trugen mehr oder weniger alle Parteien, außer der FPÖ, Hand in Hand mit zivilgesellschaftlichen Organisationen mit. Mit der Regierungskoalition zwischen Sebastian Kurz (ÖVP) und Heinz-Christian Strache (FPÖ) 2017 ging dieser Konsens zu Ende: In einer populistischen Revolte wurde die Geschichtspolitik rekonfiguriert. Neue Gedenkstätten entstanden, das staatlich-zivile Bündnis zerfiel, Opferkonkurrenz trat auf, angerufen wurde statt der EU nun Israel, die Täterschaft verschwindet zusehends. Diese und andere Entwicklungen werden anhand jüngerer Beispiele der Erinnerungskultur diskutiert.

Peter Pirker, Institut für Zeitgeschichte der Universität Innsbruck

Donnerstag, 10. März 2022, 19.00
feminismen diskutieren
Nicht/Repräsentation

Was ist Repräsentation? Was und wer wird durch Repräsentation ausgeschlossen und wie funktionieren diese Ausschließungsmechanismen? Inwiefern hängt politisch verstandene Repräsentation mit ästhetischer Repräsentation – verstanden als Darstellung, als Darstellungsweise – zusammen? Lässt sich über die Verknüpfung dieser unterschiedlichen Definitionen ein Begriff der ‚Nicht-Repräsentation‘ herleiten und welche (politischen) Konsequenzen ergeben sich dadurch? Wie können anhand der Verschränkung von Repräsentation und den damit einhergehenden Ausschließungsmechanismen andere Formen (politischen) Handelns und (politischer) Subjektivierungsweisen festgestellt und imaginiert werden?

Nina Bandi, Philosophin und Politikwissenschafterin, Wien / Zürich
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Freitag, 11. März 2022, 19.00
Belastete Biografien: Gauhaus Innsbruck | Deutsche Architekten
Doppelvortrag

Die Vergangenheit des Landhauses Innsbruck als NS-Gauhaus wurde jahrzehntelang ausgeblendet, erst 2019 richtete die Tiroler Landesregierung eine Expertenkommission ein. Der von Hilde Strobl und Christian Mathies im Herbst 2021 veröffentlichte Forschungsbericht „Vom Gauhaus zum Landhaus“ dokumentiert und analysiert erstmals umfassend die Geschichte dieses Schlüsselbaus.
Bis heute umstritten sind deutsche Architektenbiografien wie Paul Schmitthenner oder Paul Schultze-Naumburg, die trotz ihrer NS-Vergangenheit auch heute oft apolitisch rezipiert werden.
Zwei Vorträge und eine Diskussion über historisch belastete Bausubstanzen und Personen.

Hilde Strobl, Architekturhistorikerin, Kuratorin und Autorin, Universität Innsbruck
Stephan Trüby, Institut für Grundlagen Moderner Architektur (IGMA) der Universität Stuttgart und Autor
Moderation: Maik Novotny / ÖGFA

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur
Anmeldung: https://oegfa.at/programm/veranstaltungen

Dienstag, 15. März 2022, 19.00
Geh Denken!
Queer History

Wissenschaftliche Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche mit Zeitzeug*innen: Geh Denken! versteht sich als Beitrag zu einer lebendigen Gedächtniskultur. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus bildet den Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit historischen Themen, deren Bedeutung im vergangenheitspolitischen Diskurs sowie mit Fragen der Geschichtsvermittlung. Im Zentrum stehen offene Reflexion und Diskussion kontroverser Themen, Schwerpunkt dieses Semesters ist Queer History.

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST

Mittwoch, 16. März 2022, 19.00
PhD in Context // IN ENGLISH
Talks with PhD in Practice

The PhD in Practice program provides a concept of arts-based research that is built upon critical epistemologies, as they have been developed in the context of feminist, queer, postcolonial, ecological, postmarxist and other political and emancipatory projects. Inspired by these struggles, the PhD in Practice program approaches arts-based research as a space for the negotiation of social, political, cultural and economic conflicts. It refers to a history of research in the arts field, which has been developed in dialog with an array of different fields, including academia, activism, high art as much as pop and subculture.
At Depot, the candidates present their projects, discuss ideas and enter into an exchange with the interested public.

A cooperation with the Academy of Fine Arts Vienna, coordinated by Renate Lorenz (Professor for Art and Research) and Anette Baldauf (Professor for Methodology and Epistemology)

Freitag, 18. März 2022, 19.00
Vision aus eigenem Auftrag: Ein Alternativprojekt zum Heumarkt-Areal
Diskussion mit Hans Puchhammer

Schon bei der Generalsanierung des Konzerthauses 1998–2001 war Hans Puchhammer die Verbindung mit dem Areal des Wiener Eislaufvereins wichtig. 2012 kam er, gemeinsam mit Otto Kapfinger, in einem von der MA21 beauftragten Gutachten zu den Bauvorhaben im Bereich WEV und Hotel InterContinental zu dem Schluss, künftige Bebauungen auf Bestandshöhe des Hotels InterContinental zu begrenzen, was jedoch in der Folge ignoriert wurde. Daraufhin begann Hans Puchhammer einen Alternativvorschlag auszuarbeiten, der bei Erfüllung des Raumprogramms nicht nur diese Höhenvorgabe einhält, sondern eine präzise Einfügung in den Bestand zur Prämisse macht. Die Präsentation der von der ÖGFA herausgegebenen Publikation dieser „Vision aus eigenem Auftrag“ nehmen wir zum Anlass, die Bestandsfrage im Fall Heumarkt zu diskutieren.

Diskussion mit Hans Puchhammer, Otto Kapfinger und weiteren Gästen
Moderation: Andreas Vass / ÖGFA

Eine Veranstaltung der ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur
Anmeldung: https://oegfa.at/programm/veranstaltungen

Montag, 21. März 2022, 19.00
Bewährungsprobe #39
Künstler*innengespräch

Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt zu verhandeln, die uns umgibt?

Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Freitag, 25. März 2022, 19.00
Topographie des Widerstands
Buchpräsentation

Die Publikation Topographie des Widerstands in der Steiermark 1938–1945 berichtet von einer Ausstellung, die von Architekturstudierenden der TU Graz gestaltet wurde und 2020 in vier Städten der Steiermark zu sehen war. Hierfür wurden konkrete Erkenntnisse von Historiker*innen zum Widerstand in der Steiermark mit den Methoden der forensischen Architektur nachvollzogen und erweitert. Das Podiumsgespräch beleuchtet, wie sich historische, zum Teil brisante Inhalte gestalterisch – Grafik, Ausstellungsarchitektur, Buchproduktion – zusammenführen lassen (Research-Design-Build-Methode).

Ema Drnda, Architekturstudentin, Graz
Daniel Gethmann, Kulturwissenschafter, Graz
Heimo Halbrainer, Zeithistoriker, Graz
Waltraud P. Indrist, Architektin, Wien/Graz
Armin Zepic, Architekturstudent, Graz

Daniel Gethmann & Waltraud P. Indrist (Hg.), Topographie des Widerstands in der Steiermark. 1938 –1945: Eine Ausstellung, Jovis, Berlin 2022