Veranstaltungen

Mittwoch, 29. September 2021, 19.00
Geh Denken!
Filmscreening "Voices of Children"

Der mit einem Emmy prämierte Dokumentarfilm Voices of Children (1998) der Filmemacherin und Holocaustüberlebenden Zuzana Justman erzählt die Geschichte der drei Überlebenden Michael Kraus, Helga Weissová-Hošková und Helga Pollak-Kinsky des Ghetto Theresienstadt.
Vom NS-Regime als ‚Vorzeigeghetto‘ und ‚Altenghetto‘ propagandistisch inszeniert, diente die ehemalige Garnisonsstadt ab 1941 als Sammel- und Durchgangslager für Jüd*innen. Anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Erinnerungen schildert der Film eindrücklich die Erlebnisse im Lager.
Daneben steht vor allem das Weiterleben nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Zentrum.

Aylin Basaran, Filmemacherin und Historikerin, Wien
Zuzana Justman, Voices of Children (1998), OV (DE/CZ/EN) mit engl. UT
Mit Genehmigung von Arsenal – Institut für Film und Videokunst e.V.
In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST.

30. September & 1. Oktober 2021
Feminist Press:ure
Tagung

Feminismus ist Trendthema! Noch nie zuvor gab es derart viel Aufmerksamkeit für feministische Inhalte wie heute. Nicht erst, aber vor allem seit MeToo greifen nicht nur die sozialen, sondern zunehmend auch die klassischen Medien frauenpolitische Themen auf. Feministische Forderungen erhalten so einen erfreulichen Auftrieb und eine noch nie dagewesene Reichweite.

Doch leider hat diese Entwicklung bislang wenig konkrete Konsequenzen. Statt politischer Maßnahmen gegen strukturelle Diskriminierung werden bestenfalls Bewusstseinskampagnen lanciert, die letztlich die Verantwortung an die Individuen delegieren. Was können feministische Stimmen dagegenhalten, um grundlegende politische Veränderungen zu forcieren? Wie können wir neue mediale Technologien nutzen, ohne dabei in eine auf Quoten schielende Medienlogik zu tappen? Eine mediale Aufmerksamkeitsökonomie, die eine radikale Rhetorik bei feministischen und anti-rassistischen Belangen nur als Clickbait nutzt und Feminismus dabei als emotionalisierten und polarisierenden Debattenbeitrag behandelt. Wie können wir Solidarität zwischen Feminist*innen trotz unterschiedlicher inhaltlicher und identitätspolitischer Standpunkte ermöglichen?

Die Tagung widmet sich in Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops diesen Fragen. Wir werden die Chancen und Risiken der Verzahnung der neueren feministischen und digitalen Entwicklungen diskutieren und analysieren, wie diese eine starke Sozial- und Gleichstellungspolitik anstoßen könnte.

Ferda Ataman, Teresa Bücker, Beatrice Frasl, Jelena Gučanin, Beate Hausbichler, Noura Maan, Martina Madner, Corinna Milborn, Andrea Roedig, Nicole Schöndorfer, Andrea Seier, Lea Susemichel, Hengameh Yaghoobifarah

Eine Kooperation von an.schläge, dieStandard.at und Frauenservice Wien.
Anmeldung mit Kontaktdaten und gewünschten Tagen erforderlich: anmeldung@ma57.wien.gv.at

Es gilt die 3G-Regel, bitte einen entsprechenden Nachweis mitbringen.

Die Konferenz wird live auf YouTube gestreamt:

14.00–15.30:
Lea Susemichel: Feminist Press:ure. Was zeichnet engagierte emanzipatorische Medienpolitik aus?
Beate Hausbichler: Warum Feminismus heute besser denn je funktioniert

15.45–17.30:
Podiumsdiskussion I: Feminist Press:ure auf den Main- und Malestream. Mit Corinna Milborn, Ferda Ataman, Hengameh Yaghoobifarah, Beate Hausbichler
Moderation: Lea Susemichel
(inkl. Videostatement der all-female-Chefredaktion der taz)

18.00–19.30:
Andrea Roedig: Frauen – Gender – Queer
Beatrice Frasl: Das Private und das Politische in der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie


FREITAG, 1.10.

10.00–11.30:
Ferda Ataman: Warum Medien eine Vielfalts-Revolution brauchen
Andrea Seier: Feminismus to go and see. Neue Sichtbarkeiten und alte Forderungen

12.00–13.30:
Teresa Bücker: Feministischer Journalismus zwischen Ausverkauf und Radikalität
Nicole Schöndorfer: „Objektivität“ gilt nicht mehr

15.00–16.30: Workshops
1. Frauennetzwerk Medien: Räuberinnenleiter machen (vor Ort im Depot)
2. FH: Jungjournalistinnen stärken (online)
3. Women on Air: Feminismus und Radio(machen) (online)

17.00–19.00:
Podiumsdiskussion II: Der Kampf mit dem Algorithmus: Feminismus im Netz
Mit Noura Maan, Teresa Bücker, Lea Susemichel, tba
Moderation: Claudia Throm

zum Detailprogramm
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Freitag, 08. Oktober 2021, 19.00
“Grandma” Prisbrey’s Bottle Village
Buchpräsentation & Filmscreening

Die US-amerikanische Künstlerin Tressa Prisbrey (18961988) ließ sich nach Jahrzehnten des nomadischen Lebens in Südkalifornien nieder, um dort als Autodidaktin ein beispielloses Dorf zu bauen. Zunächst sollte dort ihre Sammlung von rund 17.000 Bleistiften beherbergt werden, daraus entwickelte sie eine spektakuläre Architektur aus recycelten Glasflaschen, aus denen sie farbig schillernde Gebäude, Skulpturen und Gehwege baute.
Kathi Hofer hat Prisbreys essayistisch-autobiografischen Bau- und Lageplan ins Deutsche übersetzt und mit dem Originaltext als zweisprachiges „Artist’s Artist’s Book“ publiziert.

Filmscreening (30 min., EN), Allie Light & Irving Saraf, Grandma’s Bottle Village: The Art of Tressa Prisbrey, Light-Saraf Films, San Francisco 1982

Kathi Hofer, Künstlerin, Berlin / Wien im Gespräch mit Claudia Slanar, Kuratorin Belvedere 21, Wien
danach Barbetrieb mit einem California Mixtape, zusammengestellt von Kathi Hofer und Dan Solbach

Kathi Hofer, “Grandma” Prisbrey’s Bottle Village, Spector Books, Leipzig 2021

Montag, 11. Oktober 2021, 19.00
Bewährungsprobe #36
Künstler*innengespräch


Die regelmäßige Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe# stellt zwei künstlerische Positionen aus Wien vor und widmet sich Fragen zur Kunstproduktion. Unter welchen Arbeitsbedingungen und mit welchem Material entstehen die jeweiligen Zugänge, um im Feld der Kunst die Welt neu zu verhandeln?
Nina Dicks größtenteils skulpturale Arbeit basiert stark auf Handwerk, einem Gebiet, in dem sie fortlaufend experimentiert und lernt. 2016 gründete sie das „museum in progress“, welches im Kamptal mit dem Grundgedanken “die Kunst ist bedingungslos“ wächst.
Jörg Reissner lotet die Grundbedingungen der Malerei auf feine und zugleich unkonventionelle Art aus und untersucht die vielfältigen Beziehungen zwischen Fläche und Raum.

Nina Dick, Künstlerin, Schönberg am Kamp und Wien
Jörg Reissner, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz-Figeac, Wien

Dienstag, 12. Oktober 2021, 19.00
JOMO: Joy of Missing Out
Gespräche zur Kunst

Das Format JOMO – Joy of Missing Out der Kulturschaffenden Julia Bugram, Paula Marschalek und Christian Bazant-Hegemark steht für mehr Transparenz in der Kunstbranche und bietet einen offenen Umgang mit Themen, die in der Kunstwelt gerne unerwähnt bleiben.

Zu jedem Termin werden zwei Expert*innen eingeladen, jeweils eine Frage aufzugreifen und mit dem Publikum zu erörtern – wobei die „Freude des Verpassens“ konstitutiv für das Format ist: die Diskussion wirdanschließend auf YouTube veröffentlicht.

19.00: Wie verändert die zunehmende Virtualisierung das Selbstin der Kunst?
Christiane Peschek, Künstlerin, Wien
20.00: Welche Herausforderungen ergeben sich durch weibliche Selbstdarstellung in zeitgenössischer Malerei?
Sabine Duty, Künstlerin, Wien

Donnerstag, 14. Oktober 2021, 19.00
Queer Museum Vienna
Präsentation

Es ist höchste Zeit für ein Queer Museum Vienna, spiegelt das doch die Wiener Realität einer regen queeren Community im Kunst- und Kulturbereich wider. Auf Initiative einer Gruppe von Künstler*innen und Aktivist*innen und in Kooperation mit QWIEN Zentrum für Queere Geschichte Wien wird nun das Projekt vorangetrieben, ein queeres Museum zu gründen, das queerer Kunst, Kultur und Geschichte gewidmet ist.

Künstlerische Randpositionen und ihr kultureller und historischer Kontext sollen so in eigener Regie zu mehr Sichtbarkeit gelangen und Einzug in den Kanon halten.

Romualdo Ramos, Wissenschaftler & DJ, Queer Museum Vienna
mirabella paidamwoyo dziruni, Künstler, Kurator, Performerin, Bitch, Queer Museum Vienna
Andreas Brunner, QWIEN Zentrum für Queere Geschichte Wien

Moderation: Juliane Saupe, Akademie der bildenden Künste Wien

Montag, 18. Oktober 2021, 19.00
Wie weiter?
Zur Zukunft der Kulturinstitutionen #4

Viele große und auch dezentrale, kleine Kulturinstitutionen haben eine längere Geschichte, in der immer wieder Wandlungen und Neupositionierungen erfolgt sind. Anlässlich der Zäsur durch die Covid-Krise wollen wir auch im Herbst mit dieser Reihe nachfragen, wie es nun weitergeht. Welche Überlegungen, Strategien und Zukunftsvisionen gibt es in Bezug auf das Ausstellungsmachen, auf Aufführungskonzepte und auf das Verhältnis zum Publikum? Sind Demokratisierungskonzepte angedacht? Konnten – bei allen Schwierigkeiten – aus der Covid-Krise neue Ideen gewonnen werden?

Hemma Schmutz, Lentos Kunstmuseum Linz
Barbara Steiner, Kunsthaus Graz

Moderation: Martin Fritz, Kurator, Berater, Publizist, Wien

Mittwoch, 20. Oktober 2021, 19.00
Despite Dispossession: An Activity Book // IN ENGLISH
Book Presentation

As transnational extractivism, neo-fascist politics, and economies of abandonment and disposability expand around the world, can we facilitate situated practices of storytelling and worldmaking that enliven futures propelled by the forces of indignation, desire, and relationality?

The Book extends aninvitation to restore and reinvent bonds of reciprocity with the land, humans, and non-humans, while envisioning transformative and shared horizons. This collaborative endeavor brings together seven site-sensitive engagements, all of which propose artistic works, as well as speculative tools and activities, to conjure worlds to come in the ruins of dispossession.

Anette Baldauf, Berhanu Ashagrie Deribew, Sílvia das Fadas, Naomi Rincón Gallardo, İpek Hamzaoğlu, Janine Jembere, and Rojda Tuğrul.


Despite Dispossession: An Activity Book. Design by K. in collaboration with Wolfgang Hückel & Katharina Tauer. Berlin 2021


This publication is the result of the research project DisPossession:Post-Participatory Aesthetics and the Pedagogy of Land funded by the Austrian Science Fund (FWF), and co-funded by Fundação para a Ciência e a Tecnologia (FCT), Portugal. It was hosted by the Academy of Fine Arts Vienna.

Mittwoch, 27. Oktober 2021, 19.00
Geh Denken! // ONLINE-Veranstaltung
Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST

Wissenschaftliche Vorträge, Podiumsdiskussionen und Gespräche mit Zeitzeug*innen: Geh Denken! versteht sich als Beitrag zu einer lebendigen Gedächtniskultur. Die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus bildet den Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit historischen Themen, deren Bedeutung im vergangenheitspolitischen Diskurs sowie mit Fragen der Geschichtsvermittlung. Im Zentrum stehen offene Reflexion und Diskussion kontroverser Themen.

Veranstaltung ONLINE via Zoom

Donnerstag, 18. & Freitag, 19. November
TEILHABE GESTALTEN – Kunst und Demokratie
Tagung

Kann Kunst demokratisch sein? Welche Ungleichheiten gibt es in der Kunstproduktion und innerhalb von Institutionen? Wie können sich Kunst und ihre Akteur*innen generell zu Fragen der Teilhabe und der institutionellen wie politischen Gerechtigkeit verhalten? Wir diskutieren vor Ort und online künstlerische und kuratorische Strategien und neue Allianzen während der Pandemie und Klimakrise.

Donnerstag, 18.11.: 10.00 - 21.00

Freitag, 19.11.: 10.00 - 14.00