Veranstaltungen

Dienstag, 13. November 2018, 19.00
Klitorides auf Zeitreise im Westen der Welt
feminismen diskutieren

Viele Jahrhunderte lang, bis zu ihrer "Wiederentdeckung" 1998, wurden Klitorides von der Bildfläche der Fachliteratur verdrängt. Klein und gleich gemacht. Unter- bis gar-nicht-repräsentiert. Niemand wusste Bescheid. Mit einer Ausnahme: Feministische Kollektive in den 1970ern. Über Biopolitik, kulturelle Geschlechter-Produktion und die Fiktion von zwei Geschlechtern, über Klitoris als Aspekt eines vielschichtigen Phänomens, das Sex genannt wird, Medizintechnik à la Queer, Klitoris-Werden und sexuelles Wesen-Sein.

Christina Goestl, Medienkünstlerin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Freitag, 9. bis Samstag, 10. November 2018
Heil versprechen en detail
Gesten der Ent-täuschung in Politik und Theorie

Längst sind es nicht mehr nur Religionen, die Erlösung versprechen: Waren, Bilder, Technologien, Theorien, politische Bewegungen stellen ein Leben in Aussicht, das reiner, erfolgreicher, ganzheitlich, weniger schambeladen ist, als dasjenige, das allzu menschlich geführt wird. Nicht erst in jüngster Zeit ist es eine hochwirksame politische Geste, das Heilsversprechen des je anderen zu denunzieren: Als strategischen Betrug, als uneinlösbares Wahlversprechen, als schlichtes Unwissen, als kindischen Glauben.

 

Freitag, 13.00–18.00    I . Aktuelle Problemlagen
Am Verächtlichen hängen: Zum Phänomen »Messie-Sendung«
Insa Härtel, Berlin

Documenta(e). Heil durch/trotz Vermittlung
Daniel Tyradellis, Berlin

Tradition als Heilsversprechen, z.B. in der Bundeswehr
Olaf Sanders, Hamburg

Theoretisch heilsam. H. Rosas Resonanztheorie als Beispiel wissenschaftlicher Heilsversprechen
Sonja Witte, Berlin

Samstag, 9.30–13.00    II. Theologie / Befreiung / Moderne
Die verwandelte Gewalt. Politik, Tod und Leben im frühchristlichen Martyrium
Sandra Lehmann, Wien

„Befreiung“ statt „Erlösung“? Zur Kontroverse über das politische Heilsverständnis der lateinamerikanischen Befreiungstheologie
Franz Gmainer-Pranzl, Salzburg

Utopieexport – Heilimport. Kolonialität und Befreiung
Karin Harrasser, Linz

14.30–19.00    III. Medizin / Psychoanalyse
Heil(en) durch Diversität?
Andrea zur Nieden, Freiburg

(Gruppen-)Psychoanalytische Resonanzräume im Umgang mit Flucht- und Migrationserfahrungen in klinischen Settings
Ulrike Kluge, Berlin

 

Im Erinnern liegt das Heil. Ein Versuch, die Erinnerungskultur der Psychoanalyse durchzuarbeite.n
Christian Kläui, Basel

Befreiung der Sexualität. Befreiung von Schuld
Karl-Josef Pazzini, Berlin


In Kooperation mit der Kunstuniversität Linz und der International Psychoanalytic University Berlin

Mittwoch, 07. November 2018, 19.00
»Global Art History«
Buchpräsentation und Diskussion

Der kontrovers diskutierte Begriff einer globalen Kunstgeschichte steht im Fokus: Es geht um Standortbestimmungen, politische Interessen, theoretische Fundierungen und methodische Klärungen – und nicht zuletzt darum, wie Kunstgeschichten außerhalb euro-amerikanischer Kontexte gedacht und geschrieben werden.

 

Julia Allerstorfer, Institut für Geschichte und Theorie der Kunst, Linz
Jens Kastner, Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften, Wien
Ebba Koch, Asiatische Kunst, Institut für Kunstgeschichte, Univ. Wien
Christian Kravagna, Postcolonial Studies, Akad. d. bild. Künste Wien
Monika Leisch-Kiesl, Kunstwissenschaft und Ästhetik, Kath. Privat-Universität Linz
Moderation: Matthias Michalka, Kurator, mumok

 

Julia Allerstorfer / Monika Leisch-Kiesl (Hg.): »Global Art History«. Transkulturelle Verortungen von Kunst und Kunstwissenschaft. transcript Verlag, Bielefeld 2017

Julia Allerstorfer / Monika Leisch-Kiesl (Hg.): Global Art History. Transkulturelle Verortungen von Kunst und Kunstwissenschaft. transcript Verlag, Bielefeld 2017

Dienstag, 06. November 2018, 19.00
Die Akademie geht in die Schule
Projektpräsentation

Am Abschluss der fünfjährigen Projektarbeit AgidS - Akademie geht in die Schule an der Akademie der bildenden Künste Wien steht die Broschüre Bricolage: ein Glossar der Praxis, gespeist aus Situationen, Krisenerfahrungen und Lernprozessen. Dem Projekt geht es um den Versuch, gemeinsam mit Kooperationspartner_innen strukturbildende Maßnahmen zur Öffnung der Akademie zu entwickeln und zu setzen, die unterrepräsentierten Gruppen das Studium ermöglichen sollen.

Barbora Chen / Esther Ojo / Anna Pritz, Institut für das künstlerische Lehramt
Antje Lehn, Institut für Kunst und Architektur
Ruth Sonderegger, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften

Montag, 05. November 2018, 19.00
Hope
Buchpräsentation

In Hope fragen die Autorinnen nach den ungleichen Bedingungen der Hoffnung. Aufbauend auf drei ethnographischen Forschungen zeichnen sie die Spuren von Menschen nach, die in ihrem Hoffen eigene Grenzen sowie Europas Grenzen überschreiten. Die Texte und Fotografien erzählen von Leihmüttern in Moskau, die Kinder für europäische Wunscheltern austragen, von leberkranken Patient_innen in Deutschland, die auf ein lebensrettendes Organ hoffen, und von migrierenden und flüchtenden Menschen, deren Hoffnungen an Europas Küsten zerschellen.

Sarah Hildebrand, Fotografin und Künstlerin, Hamburg
Gerhild Perl, Sozialanthropologin, Universität Bern
Julia Rehsmann, Sozialanthropologin, Universität Bern
Veronika Siegl, Sozialanthropologin, Universität Bern

Sarah Hildebrand, Gerhild Perl, Julia Rehsmann, Veronika Siegl: Hope. Christoph Merian Verlag, Basel 2018

Montag, 29. Oktober 2018, 19.00
Behemoth und der Weltmarkt
Vortrag

Mit Behemoth verdeutlichte Franz Neumann, wie der - sich als total einheitlich propagierende, nationalsozialistische Staat - in Wahrheit durch die Konkurrenz mächtigster sozialer Cliquen gekennzeichnet war. Die Frage nach deren Einheit, nämlich der Vernichtung der Juden, ließ er allerdings weitgehend unbeachtet. Alfred Sohn-Rethel wiederum zeigte, wie die Autarkiebestrebungen der nationalsozialistischen Witschaftspolitik auf die Folgen der Weltwirtschaftskrise reagierten und zugleich den Vernichtungskriegs vorbereiteten. Analog dazu hat die Autarkiepolitik des politischen Islam im Iran inzwischen die für die Existenz Israels bedrohlichste Form angenommen.

Gerhard Scheit, Essayist, Herausgeber der Zeitschrift sans phrase

Freitag, 26. Oktober und Samstag, 27. Oktober 2018
Von sozialer Notwehr zur konkreten Utopie
100 Jahre österreichische Rätebewegung

1918: Der Krieg ist vorbei, die alte Welt zusammengebrochen. Hunderttausende Menschen beginnen für ein solidarisches, selbstorganisiertes Leben zu kämpfen. Gemeinsam organisieren sie sich in einer Bewegung – der Rätebewegung. Diese Konferenz widmet sich diesen Ereignissen und versucht deren Aktualität nachzuspüren.

Freitag, 26. Oktober, 18.00-22.00

Budapest, München, Wien - Rätebewegung zwischen Macht und Ohnmacht

Peter Cunderlik, Historiker, Budapest
Robert Foltin, Autor, Wien
Simon Schaupp, Soziologe, Basel
Einleitung und Moderation: Brigitte Rath, Historikerin, Wien


Samstag, 27. Oktober, 10.00-20.00


10.00-13.00
Revolution der Männer? Frauen in der österreichischen Rätebewegung
. Veronika Helfert, Historikerin, Wien
Psychoanalyse und Rätebewegung. Helmut Dahmer, freier Publizist, Wien

14.00-17.00
Räte als Werkzeug zur Selbstorganisation und sozialer Veränderung am Beispiel Großraum Wien. Peter Haumer, Behindertenbetreuer, Wien
Das jüdische Proletariat in der österreichischen Rätebewegung. Mario Memoli, Historiker, Wien
Theorie und Perspektive der Räte. Jens Benicke, Politologe, Freiburg
Radikale Gleichheit: Zur konkreten Utopie der Räteidee. Anna Leder, Physiotherapeutin, Wien

17.30- 18.30
Schreiben für die Revolution, aktivistische Schriftsteller_innen und Zeitungsprojekte in der Zeit des revolutionären Umbruchs. Eva Schörkhuber, Literaturwissenschaftlerin / Andreas Pavlic, Autor, beide Wien

19.00-20.00 Pannekoeks Katze, die Sache mit den Räten. Papiertheater Kollektiv Zunder

Tagung der Initiative Rätebewegung

Mittwoch, 24. Oktober 2018, 19.00
Demokratie + Medienkompetenz = Öffentlichkeit
Vortrag

Medien stellen Öffentlichkeit her – für Themen, Personen, Meinungen. In der Demokratie ist Öffentlichkeit jedoch mehr als das: Sie legitimiert Macht. Weder die Erbfolge wie in der Monarchie, noch der Wille Weniger wie in der Diktatur legitimieren die Macht, sondern das Öffentlich-Machen von Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen. Demokratische Öffentlichkeit ist daher sowohl Kontrolle von Macht als auch das Einbringen von Anliegen der Bürger_innen in diese Prozesse. Genau das sind auch die beiden Grundfunktionen der Medien in der Demokratie. Ob sie funktionieren, hängt nicht zuletzt davon ab, wie wir mit Medien umgehen.

Josef Seethaler, Kommunikationswissenschafter, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Vortragsreihe Kritische Medienkompetenz in der politischen Erwachsenenbildung in Kooperation mit der ÖGPB - Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung, COMMIT und der VHS Mariahilf.

Dienstag, 23. Oktober 2018, 19.00
Zur Kunsterziehung
Podium

Kunsterziehung ist ein immer wiederkehrendes Thema, wenn es um ihre Bedeutung für die Bildung – und nicht selten um ihre Reduzierung in den Stundenplänen an Österreichs Schulen geht. Die Ausbildung zur Kunsterziehung hingegen gelangte erst in letzter Zeit in öffentliche Debatten. Ist sie nun zu aller Zufriedenheit gelöst – oder besteht noch Bedarf an Verbesserungsvorschlägen, an bildungspolitischen Maßnahmen? Qualitätskriterien für das künstlerische Lehramt zu definieren ist Aufgabe der Ausbildungsstätten. Aber sollte es unterschiedliche Kriterien für die verschiedenen Schultypen geben – wenn ja, welche?

Gernot Grosz, Fachkoordinator Bildnerische Erziehung, Stadtschulrat Wien
Hans Krameritsch, Fachbereich Bildnerische Erziehung, Pädagogische Hochschule Wien
Eva Lausegger, Kunstpädagogin, BÖKWE - Berufsverband Österreichischer Kunst- und WerkerzieherInnen
Elisabeth Sattler, Kunst- und Kulturpädagogik, Akademie der bildenden Künste Wien
Moderation: Ulrike Gießner-Bogner, KulturKontakt Austria

Montag, 22. Oktober 2018, 19.00
ent/grenzen
Buchpräsentation

Die Grenze avancierte in jüngsten gesellschaftspolitischen Debatten zu einer virulenten Denkfigur. Wie verhandeln Kunst- und Kulturwissenschaften dieses komplexe und mehrdeutige Phänomen? Der Band führt Diskussionsstränge zusammen, die einer Naturalisierung und zunehmend polemischen Instrumentalisierung von Grenzen differenzierte Perspektiven entgegensetzen. Im Vordergrund steht die Befragung dichotomischer Konstruktionen eines »Wir« versus »die Anderen«.

Marcel Bleuler, Kunstwissenschaftler, Zürcher Hochschule der Künste
Anita Moser, Literaturwissenschaftlerin, Universität Salzburg und Mozarteum Salzburg

Marcel Bleuler/Anita Moser (Hg.): Künstlerische und kulturwissenschaftliche Perspektiven auf Grenzräume, Migration und Ungleichheit. Transcript Verlag, Bielefeld 2018

Sonntag, 21. Oktober 2018, 11.00
The Democratic Club
Adda-Matinée

The Democratic Club is a dialogue between the Indian Coffee House and the Viennese coffee house – both during their heyday important places of everyday sociability and intellectual exchange. After India’s independence, the coffee houses – formerly organised under the auspices of the British Raj – were transformed into a cooperative society. As an open space for discussion this contributed to the development of the young democracy by extending the public sphere into the inside. Ongoing changes within society, accompanied by the emergence of international coffee chains, has already left traces of erosion on these public interiors.

 

Bhaswati Bhattacharya, historian and ethnographer, Georg August University Göttingen
Moderation: Carina Sacher / Lukas Vejnik, curators “The Democratic Club”

 

The Democratic Club. Exhibition 19.10.-18.11.2018, Jan Arnold Gallery, MQ / Q21, Museumsplatz 1, 1070 Vienna

Freitag, 19. Oktober 2018, 19.00
Frankfurter meets Chopstick
Gespräch

Der sogenannte "Chinese ums Eck" steht in allen Städten Österreichs für die chinesische Community, die aber darüber hinaus im öffentlichen Diskurs kaum eine Rolle spielt. Die Künstler Alex Kubik und Jun Yang von Geschichte willkommen! loten Fragen über künstlerische Zugänge und gegenseitige Zuschreibungen aus und gehen auf Fragen geübter China-Restaurant-Besucher_innen ein, auf die sich bisher keine Antworten fanden. Wie können mit künstlerischen Mitteln Klischeevorstellungen hinterfragt und Deutungshoheiten dekonstruiert werden?

Alex Kubik, Künstler, Architekt
Jun Yang, Künstler, Designer
Kazuo Kandutsch, Historiker, freier Kurator
Christiane Rainer, Historikerin, freie Kuratorin

 

Im Rahmen der Gesprächsreihe Der Chinese ums Eck. Identitäten – Stereotype – Frühlingsrollen in Kooperation mit Geschichte willkommen!

Dienstag, 16. Oktober 2018, 19.30
Forderungen, Förderungen und Interpretationen
Kulturpolitik Wien

Mit gemeinsamer Freudensbekundung über ihre Wahl, der Hoffnung auf einen „gegenseitigen wertschätzenden Austausch“ und einem Forderungskatalog stellten sich die Interessensvertretungen der freien Wiener Kulturszene der neuen Kulturstadträtin Wiens, Veronica Kaup-Hasler vor. Sind die Forderungen realisierbar, wie - und in welchem Verständnis von Kunst und Kulturpolitik werden sie verhandelt? Darüber hinaus stehen Fragen zu Interpretationen und  Möglichkeiten von Kulturpolitik wie ihrer gesellschaftlichen Wirksamkeit, zur Debatte.

Irmgard Almer, IG Kultur Wien
Vasilena Gankovska, IG bildende Kunst
Ulrike Kuner, IG freie Theater
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren

im Gespräch mit:
Veronica Kaup-Hasler, Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, Wien

Moderation: Monika Mokre, Politikwissenschafterin, Österreichische Akademie der Wissenschaften

Respondenz: Gerald Raunig, Philosoph, eipcp - europäisches institut für progressive kulturpolitik

Freitag, 12. Oktober 2018, 19.00
Wissen kommt von Bewegung
feminismen diskutieren

Seit den 1980er Jahren setzen sich, auch in Wien, weiße Feministinnen zunächst mit ‚anderen‘ Frauen und in der Folge mit Rassismen auseinander – meist konflikthaft, immer schwierig und allzu oft selbst in ethnisierende und rassistische Praktiken verstrickt. Politik der Differenzen widmet sich dieser Geschichte und fragt, was die akademisch-feministische Theoriebildung vom Aktivismus lernen kann.

Stefanie Mayer, Politikwissenschafterin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Stefanie Mayer: Politik der Differenzen. Ethnisierung, Rassismen und Antirassismus im weißen feministischen Aktivismus in Wien. Verlag Barbara Budrich, Leverkusen 2018

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 19.00
Symbolische Politik mit Menschenopfern.
Zur Analyse populistischer Kriminalpolitik

Karl Reitters Buch Heinz Steinert und die Widerständigkeit seines Denkens gibt Anlass, Steinerts Beitrag zum Verständnis populistischer Politik zu erörtern. Politik, die über gegensätzliche Interessenlagen hinwegtäuscht, operiert mit Identitätskonstruktionen und der Fiktion von Beteiligungsgewinnen durch soziale Ausschließung austauschbarer Feinde. Der Umgang mit Kriminalität ist ein geeignetes Einübungsfeld populistischer Politik, da auch nicht rechtsgerichtete politische Bewegungen versuchen, populistische Politikschemata zu übernehmen. Kann ein „gemäßigter Populismus“ aber ausreichen, um Schwächen der repräsentativen Demokratie zu beheben?

 

Helga Cremer-Schäfer, Goethe-Universität, Frankfurt am Main
Monika Mokre, Gefangenengewerkschaft
Reinhard Kreissl, Vicesse – Vienna Centre for Societal Security
Arno Pilgram, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie
Karl Reitter, Autor, Lektor für Philosophie

Moderation: Ines Rössl, Inst. f. Rechtsphilosophie / Zeitschrift juridikum

Karl Reitter: Heinz Steinert und die Widerständigkeit seines Denkens: Seine Auseinandersetzung mit Kapitalismus, Kulturindustrie und den Schriften von Adorno, Max Weber und Foucault. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2018

Mittwoch, 10. Oktober 2018, 19.00
VW Dieselgate – Wen schützt die EU?
Diskussion

Mit dem Motto ‚Ein Europa, das schützt‘ verweist der österreichische EU-Rats-Vorsitz auf seine inhaltlichen Schwerpunkte wie Grenzschutz, Schutz einer stärker liberalisierten Wirtschaft und auf Budget-Effizienz. DiEM25 hingegen setzt sich für den Schutz eines guten Lebens der Bürger_innen in einem demokratischen, prosperierenden Europa ein.
Es ist zu befürchten, dass die Richtlinie über Verbandsklagen am 11.10.2018 im Verbraucherministerrat im Dienst der Konzerne abgeschwächt wird. Wieso wird der VW-Dieselskandal in den USA und in Europa so unterschiedlich behandelt, und wieso wird über die gesundheitlichen Folgen von Abgaswerten gelogen?

Peter Kolba, Verbraucherschutzverein
Lydia Ninz, Wirtschaftsjournalistin
Hans-Peter Hutter, Umweltmediziner
Moderation: Peter F. Mayer, DiEM25


Eine Veranstaltung von DiEM25 / DSC NÖ 1 im Rahmen von Shaking Europe – Wir rütteln Europa wach – liebevoll aber kräftig

Montag, 08. Oktober 2018, 19.00
Bewährungsprobe#24
Künstler_innengespräch

Die Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe# fragt jeweils zwei Künstler_innen sowohl nach den Arbeitsbedingungen als auch nach den künstlerischen Praxen, mit denen sie ihre Umgebung, ihre Betrachtungen reflektieren. Andrea Lüths prozessorientierte und adaptive Arbeiten lassen sich zumeist als „Skulptur“ zusammenfassen.
Stefan Brandmayrs und Felix Pöchhackers kollektive bildhauerische Arbeit changiert zwischen Gemeinsamkeiten und Zufällen.
Wie initiieren die Künstler_innen ihre Prozesse und welche Rolle spielt dabei die Ausstellung?

Andrea Lüth, Künstlerin, Wien
Stefan Brandmayr, Felix Pöchhacker, Künstler, Linz
Moderation: Johannes Franz-Figeac, baer, Wien

Freitag, 05. Oktober 2018, 15.00
Das Weltmuseum
Eine Debatte

Ethnologische Museen in Europa stehen im Zentrum von Diskussionen um das koloniale Erbe westlicher Sammlungen und um Fragen der Restitution. 2017 wurde das Museum für Völkerkunde nach Umbau und Neukonzeption als Weltmuseum Wien wiedereröffnet. Ein Jahr danach wird kritische Bilanz gezogen, um Politiken des Ausstellens und Vermittelns aus Sicht der Anthropologie, Museologie, Geschichtswissenschaften und Kunst zu analysieren. Wie verhält sich das Museum zu seiner kolonialen Geschichte? In welchen diskursiven und ästhetischen Rahmen präsentiert es seine Objekte, und welche Rezeptionsweisen legt es nahe? Welche Gruppen werden adressiert und welche haben (k)eine Stimme?

Jakob Ehrlich, Studierender, Akademie der bildenden Künste Wien
Noël Gaar, Studierender, Akademie der bildenden Künste Wien
Anette Hoffmann, Kulturwissenschaftlerin, Humboldt Universität Berlin
Verena Melgarejo-Weinandt, Künstlerin, Theoretikerin, Wien
Walter Sauer, Historiker, Universität Wien
Susanne Wernsing, Historikerin, Kuratorin, Dresden/Wien, HTW Berlin

Regina Wonisch, Museologin, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

 

Organisation und Moderation: Christian Kravagna und Ruth Sonderegger, Akademie der bildenden Künste Wien

Donnerstag, 04. Oktober 2018, 19.00
Warum die Wunde offen bleibt
kinoki mikrokino #234

Marika Schmiedt führt in ihrem Dokumentarfilm zur Aufarbeitung des Holocausts an Roma und Sinti Gespräche mit beeindruckenden Frauen: Die sozialpsychologische Beraterin Anna Gleirscher-Entner brach das Schweigen über den Holocaust und publiziert über kollektive und individuelle Traumata. Elisabeth Brainin, Psychoanalytikerin, berichtet über psychologische Hintergründe der sogenannten Mehrheitsgesellschaft. Die Schriftstellerin und Aktivistin Simone Schönett erzählt vom Verdecken, Verstecken und von der Assimilation gegen die sie anschreibt.

Warum die Wunde offen bleibt. R: Marika Schmiedt. Ö 2016. 80 min.

Anschließend Gespräch mit Marika Schmiedt, Künstlerin und Aktivistin

Dienstag, 2. Oktober 2018, 19.00
Crit Cross #3
A Forum on Art Criticism

Die Lese- und Diskussionsgruppe Crit Cross, organisiert von Verein K, ist eine Plattform für kunst- und sozialkritische Dialoge, ein Format zur Förderung kritischen Lesens und des Austausches aktueller Texte zu Kunst und Gesellschaft. Interessierte sind eingeladen, aktuelle Texte zur Diskussion vorzuschlagen.
Zarina Muhammad und Gabrielle de la Puente von The White Pube stellen traditionelle Formen der Kritik infrage und arbeiten an neuen Formen der Kritik online.

The reading and discussion group Crit Cross, organized by Verein K, is a platform for art- and sociocritical dialogue. Anyone can suggest discussion of a recent text and join the group. Art critic Zarina Muhammad questions, together with Gabrielle de la Puente from the White Pube, traditional art criticism and explores new forms, mainly online.

Zarina Muhammad, The White Pube, UK
Moderation: Klaus Speidel, Kunstkritiker, Kurator

Veranstaltung in deutsch und englisch

Dienstag, 2. Oktober 2018, 10.00
Kunstförderung des BKA
Wie funktioniert's?

Stipendien, Preise, Ateliers. Vom Kunstankauf bis zur Jahressubvention für Ausstellungsräume, von der Katalog- und Projektförderung bis zu Atelierprogrammen im In- und Ausland. Die Förderaktivitäten für bildende Künstler_innen sind vielfältig. Doch wie läuft es in der Praxis: Was kann gefördert werden? Wofür kann ich wann einreichen? Wie ist eine Bewerbung oder ein Förderantrag idealerweise gestaltet, was ist zu beachten? Nach welchen Kriterien wird entschieden? Wie laufen Entscheidungsprozesse ab? Und welche Summen stehen letztlich zur Verfügung?


Gudrun Schreiber und Olga Okunev, Abteilung Bildende Kunst, Architektur, Design, Mode, Foto und Medienkunst, Sektion Kunst und Kultur im Bundeskanzleramt

 

In Kooperation mit der IG BILDENDE KUNST

Freitag, 28. September 2018, 19.00
Zur Kritik der Weiblichkeit
Buchbesprechung

„Nichts muss den Frauen so angelegen sein, als gegen die Abstraktion zu kämpfen, in die sie beständig durch das männliche Denken verwandelt werden.“ Rosa Mayreder hat grundlegende Fragen zu Machtverhältnissen, Gewaltformen und Sexualität gestellt wie kaum eine andere Feministin ihrer Zeit. Zu ihrem 160. Geburtstag versammelt Eva Geber eine Reihe ihrer Essays, die zwischen 1905 und 1923 erschienen sind und sich radikaler als beispielsweise die Standpunkte Simone de Beauvoirs in Das andere Geschlecht zeigen.

Eva Geber, Kulturpublizistin, Autorin, Grafikerin
Gesprächsleitung: Petra Unger, Kunst- und Kulturvermittlerin, feministische Stadtforscherin

Eva Geber (Hg): Rosa Mayreder. Zur Kritik der Weiblichkeit. Essays. Mandelbaum Verlag, Wien 2018

Donnerstag, 27. September 2018, 19.00
Gilt Krieg heute als Normalität?
Vortrag

Verhindern Darstellungen von Krieg als quasi „normal“ sowie die staatliche Kooperation mit Waffenerzeugern und -händlern die öffentliche Wahrnehmung des Krieges als humanen Skandal? Bleiben so die ökonomischen und machtpolitischen Interessen unserer angeblich an den Menschenrechten orientierten Staaten im Hintergrund? Wird damit einem stärkeren Widerstand der Bevölkerung vorgebaut? Durch den Einsatz spezieller Werkzeuge der Gestaltpsychologie lässt sich diesem „ungeheuerlichen“ Thema einiges an Prägnanz abgewinnen.

Kathleen Höll, Gestalttherapeutin

In Kooperation mit der Österreichischen Vereinigung für Gestalttherapie

Mittwoch, 26. September 2018, 19.00
10 Jahre: Let's Make Money
Filmvortrag und Diskussion

Mit der Insolvenz der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 erreichte die größte weltweite Finanzkrise der Nachkriegsgeschichte ihren ersten Höhepunkt. Zur selben Zeit erschien Erwin Wagenhofers Dokumentarfilm Let's Make Money, der schonungslos die systemimmanenten und moralischen Gründe für das Versagen des Finanzkapitalismus vor Augen führt. Zehn Jahre danach stellt sich die Frage, ob Lehren aus dem Desaster gezogen wurden, ob die getroffenen Maßnahmen nur kosmetischer Natur waren, und welche wirtschaftspolitischen Alternativen zur Debatte stehen.

Erwin Wagenhofer, Filmemacher
Gabriele Michalitsch, Ökonomin und Politikwissenschafterin

Moderation: Sylvia Brenzel, Wirtschaftswissenschafterin, Plenum Akademie

 

In Kooperation mit der Akademie für Gemeinwohl

Donnerstag, 05. Juli 2018, 19.00
Präsenz durch Verschwinden
Buchpräsentation

Die Bevölkerungsgruppe der Kärntner Slowen_innen behauptete sich trotz anhaltender Diskriminierung, Stigmatisierung und Sprachverlust. Die Auswirkungen dieser Situation auf das alltägliche soziale Miteinander untersuchte Jonas Kolb in seiner Dissertation, die nun als Buch erscheint. Darin schildert er lebensnah Sozialisationsprozesse junger Slowenischsprachiger in Familie, Schule und Freizeit. Seine empirische Analyse zeigt: Der Schlüssel zum Verständnis der Bevölkerungsgruppe liegt im drohenden Verschwinden der slowenischen Sprache. Mittels vielfältiger performativer Strategien wirken Heranwachsende aktiv dieser Bedrohung entgegen und setzen sich für die Präsenz ihrer Sprache ein.

Jonas Kolb, Soziologe, Universität Innsbruck
im Gespräch mit Gudrun Blohberger, Društvo/Verein Peršman, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Jonas Kolb: Präsenz durch Verschwinden. Sprache und Ethnizität in der Alltagspraxis junger Kärntner Slowen_innen. Bielefeld: transcript 2018

In Kooperation mit Društvo/Verein Peršman

Freitag, 22. Juni 2018, 19.00
Stadtwerkstatt: Keine 68er Seife sein
Podiumsgespräch

Die Gründung der Linzer Stadtwerkstatt im Jahr 1979 verstand sich als Anstiftung zur Initiative. Die kulturelle Pionierarbeit im Kultur- und Werkstatthaus setzte auf Aneignung und Öffnung von Freiräumen, auf die Verbindung von Aktionismus mit Leben und Arbeit, mit Experiment und Kunst. Eine konsequente Entgrenzung des Kulturbegriffs widersetzte sich der gesellschaftlichen Erstarrung und der Überheblichkeit der Macht. Doch worin lagen die ästhetischen Intentionen zum radikalen Aufbruch in einem Abbruchviertel der Stadt? Auf welche Weise sollte die kulturelle Selbstbestimmung gelingen? Und wie spiegeln sich die Diskurse in aktuellen Vorhaben wie der künstlerischen Währung Gibling, STWST48 und dem diesjährigen Beitrag zur Biennale in Taipei wider?


Gründungsmitglieder Stadtwerkstatt:
Gudrun Bielz, Medienkünstlerin
Franz Blaas, Künstler
Karin Binder, Künstlerin
Tommy Schneider, Künstler
Gotthard Wagner, Musiker und Kulturarbeiter
Moderation: Martin Wassermair, Politikredakteur Dorf TV

Mittwoch, 20. Juni 2018, 19.00
Elmer Luchterhand
Buchpräsentation

Elmer Luchterhand, in den 1930er Jahren politischer Aktivist in den USA und während des Krieges Nachrichtenoffizier,  hat nach der Befreiung Überlebende in acht Konzentrationslagern befragt. Zurück in den USA forschte er weiter systematisch über die Lager und interviewte 52 KZ-Überlebende zu sensiblen Themen wie Diebstahls- und Sexualverhalten. 1953 schrieb er darüber eine Dissertation, die 2018 erstmals in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Christian Fleck, Soziologe, Universität Graz
Andreas Kranebitter, Soziologe, KZ-Gedenkstätte Mauthausen

Christian Fleck, Andreas Kranebitter (Hg): Elmer Luchterhand. Einsame Wölfe und stabile Paare. Verhalten und Sozialordnung in den Häftlingsgesellschaften nationalsozialistischer Konzentrationslager. Mauthausen-Studien, Band 11, 2018

Montag, 18. Juni 2018, 19.00
Agieren und Handeln
Buchpräsentation

Ausgehend von Freuds Begriff des unbewussten Agierens spannt Alice Pechriggl ein semantisches Feld auf, in dem das Begriffspaar »Freiheit zu Handeln – Zwang zu Agieren« mit dem überkreuz gelegten Begriffspaar »freies Agieren – Handlungszwang/ Zwangshandlung« verknüpft wird.

 

Karoline Feyertag, Philosophin

Alice Pechriggl, Philosophin

 

Alice Pechriggl: Agieren und Handeln. Studien zu einer philosophisch-psychoanalytischen Handlungstheorie. Bielefeld, transcript 2018

Freitag, 15. Juni 2018, 19.00
Verhältnisse 3: Dialoge
Präsentationen und Gespräch

Lange war der Mythos der distanzierten Künstler_in, des souveränen Subjekts, das sich einseitig Werke aneignet, um in kritischer Absicht (Welt-)Verhältnisse zu benennen und herrschende Bedingungen zu verändern, virulent. Theoretiker_innen und Kurator_innen wie Douglas Crimp, Isabelle Graw und zuletzt auch Verena Gamper haben diesem Modell des einseitigen Einflusses ein Dialogmodell des Affiziertseins entgegengestellt.

Verena Gamper, Kuratorin von Remastered – Die Kunst der Aneignung / Kunsthalle Krems
Lydia Nsiah, Künstlerin und Forscherin, Wien
Christiana Perschon, Künstlerin und Filmemacherin, Wien
Moderation: Nathalie Koger, Golden Pixel Cooperative

Eine Veranstaltung im Rahmen der Gesprächsserie VERHÄLTNISSE von Golden Pixel Cooperative.

Donnerstag, 14. Juni 2018, 19.00
You Can’t Be Neutral On A Moving Train
kinoki mikrokino #233

Der Versuch, Howard Zinn’s Leben in 78 Minuten zu porträtieren, hätte nur zu leicht scheitern können. Die politischen Interventionen des rastlosen Menschen, der keine Neutralität kennt, sind facettenreich: Werftarbeiter in New York, Kampfflieger im 2. Weltkrieg, Professor für Geschichte in den bürgerrechtsbewegten Südstaaten der frühen 1960er, Anti-Vietnamkriegsaktivist, Gewerkschafter, Intellektueller und Autor einer umfassenden Geschichte der USA aus der Perspektive der Ausgebeuteten und Marginalisierten. Doch der Versuch ist geglückt.

Howard Zinn: You Can't Be Neutral On A Moving Train. Eine amerikanische Lebensgeschichte (USA 2004), R: Deb Ellis & Denis Müller, 78 min., OmdtU.

Mittwoch, 13. Juni 2018, 19.00
Critical Matters
Discussion

Critical Matters is a platform for art criticism in Vienna. By analyzing current exhibitions in diverse venues and engaging in a live debate, an alternating group of participants addresses the parameters and conditions for the critique of contemporary art in the local context and opens different avenues for critical dialogue.

Noit Banai, Art Historian and Art Critic, University of Vienna
Kimberly Bradley, Writer, Editor, Educator; New York University
Sabeth Buchmann, Art Historian, Art Critic, Academy of Fine Arts Vienna
Sebastian Egenhofer, Art Historian, University of Vienna

Lone Haugaard Madsen. Galerie Sophie Tappeiner, 15.5. – 23.6. 2018
Lena Henke. Galerie Emanuel Layr, 15.5. - 7.7. 2018
Lucy Stahl. Galerie Meyer Kainer, 5.6. - 31.7.2018

Critical Matters is a platform for art criticism in Vienna. By analyzing current exhibitions in diverse venues and engaging in a live debate, an alternating group of participants addresses the parameters and conditions for the critique of contemporary art in the local context and opens different avenues for critical dialogue.

 

Noit Banai, Art Historian and Art Critic, University of Vienna

Kimberly Bradley, Writer, Editor, and Educator; New York University, various art magazines

Sabeth Buchmann, Art Historian and Art Critic, Academy of Fine Arts Vienna

Sebastian Egenhofer, Art Historian, University of Vienna

 

Lone Haugaard Madsen / Galerie Sophie Tappeiner, 15.5. – 23.6. 2018

Lena Henke / Galerie Emanuel Layr, 15.5. - 7.7. 2018

Lucy Stahl / Galerie Meyer Kainer, 5.6. - 31.7.2018

Dienstag, 12. Juni 2018, 19.00
The Way of Water
Videoprojection and project presentation

The Way of Water is an art project, dedicated to the bond that appears between human societies around the world and water as a symbol, an element, an entity and source of life. Based on a performance realized and recorded on video in Venice in 2015 artists at other places responded to invitation with their own enactments and recordings, corresponding to their own local experiences and attitudes toward water.

Davide Skerlj, artist, Triest
Introduction: Vasja Nagy-Hofbauer, curator, Triest / Vienna

Montag, 11. Juni 2018, 19.00
DiEM25: Welche Verfassung für eine neue EU?
Diskussion

DiEM25 hat es sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 eine neue Verfassung für die EU zu formulieren. In diesem europaweitem, grenzüberschreitendem Netzwerk verfolgen Demokrat_innen verschiedener politischer Richtungen ein gemeinsames Ziel: die EU demokratischer zu gestalten, noch bevor Menschenverachtung und Nationalismen überhand nehmen und die EU zerfällt. Die Zeit drängt. Welches Europa und welche Verfassung wollen wir? Braucht es stärkere Integration? Brauchen wir einen neuen Internationalismus? Wie unterscheidet sich linke und rechte Kritik an der EU?

Katerina Anastasiou, Transform!EU
Martin Birkner, politischer Theoretiker
Moderation: Franz Schäfer, DSC-2-Vienna

Eine Veranstaltung der DiEM DSC-2-Vienna

ABSAGE!!! Donnerstag, 7.6.2018
Das Podiumsgespräch: Die Kunstwelt nach dem „Anschluss“
muss leider abgesagt werden

Die Veranstaltung wird nachgeholt!
Der neue Termin wird im Herbstprogramm angekündigt.

Mittwoch, 06. Juni 2018, 19.00
Österreich in Auschwitz
Gedenkdienst

Das Projekt der Neugestaltung der Österreich-Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau wird vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus durchgeführt. Aus dem europaweiten Wettbewerb gingen das kuratorisch-wissenschaftliche Ausstellungsteam mit Birgit Johler, Albert Lichtblau, Christiane Rothländer, Barbara Staudinger und Hannes Sulzenbacher sowie der Architekt Martin Ohlbauer als Gestalter hervor. Die Umsetzung der Ausstellung Entfernung. Österreich in Auschwitz ist durch institutionelle und thematische Herausforderungen und Grenzen geprägt.

Hannes Sulzenbacher, Ausstellungskurator, QWIEN, Wien

Dienstag, 05. Juni 2018, 19.00
raum_innen und außen
feminismen diskutieren

Im fluiden Raumverständnis von Katharina Heinrich ist Raum ein Prozess sozialer Handlungen und Bewegungen und Skulptur ein aus Raum- und Körperrelationen verdichteter, stets offener und wandelbarer Prozess. Im Akt des Dekonstruierens stellt sie ungewohnte Raum-Körperbezüge her, unterwandert normative Strukturen und legt kontinuierlich herrschende Macht-, Besitz- und Geschlechterverhältnisse frei.

Katharina Heinrich, Künstlerin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Montag, 04. Juni 2018, 19.00
Bewährungsprobe #23
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion

Durch Noële Odys Skulpturen werden nicht selten die Betrachter_innen herausgefordert und ebenso in Szene gesetzt.

Seit 2015 arbeiten Ana de Almeida und Stephanie Misa zusammen. Ihr Projekt Archipelago Mountain behandelt Landschaft als formale und formlose Verteilung von Elementen.

Noële Ody, Künstlerin Ana de Almeida,
Stephanie Misa, Künstlerinnen
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

In Kooperation mit der Künstler_innengruppe baer

ABSAGE!! Mittwoch, 30. Mai 2018
Leider muss die Veranstaltung "BFA, was geht?" abgesagt werden.

Negative Asylbescheide des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl enthalten oft Begründungen, die von Asylanwält_innen und NGOs als fehlerhaft und von Vorurteilen geprägt eingestuft werden. Unter den Begründungen finden sich beispielsweise Behauptungen, dass Vergewaltigungen zu ungenau beschrieben sind, oder dass Christ_innen in Afghanistan keine Verfolgung zu befürchten hätten, würden sie ihren Glauben im Geheimen ausüben. Einige der rechtswidrigsten Highlights werden nun erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Marlene Kreil, Juristin, Over Borders
Rick Reuther, Rechtsberater und Autor, Over Borders

Eine Veranstaltung von Over Borders / Asyl in Not

Dienstag, 29. Mai 2018, 19.00
Vergessen? Niemals!
Buchpräsentation

Die Ausstellung Niemals vergessen! wurde 1946 im Wiener Künstlerhaus gezeigt und zählt zu den wichtigsten Kunstschauen der Nachkriegszeit. Als erste ihrer Art setzte sie sich dezidiert mit dem Nationalsozialismus in Österreich auseinander. Nun wurde die Ausstellung analytisch inhaltlich von Heidrun-Ulrike Wenzel rekonstruiert. Herbert Peter hat die Ausstellung virtuell wieder zum Leben erweckt.

 

Herbert Peter, Architekt Heidrun-Ulrike Wenzel, Kunsthistorikerin


Heidrun-Ulrike Wenzel: Vergessen! Niemals! Die antifaschistische Kunstausstellung im Wiener Künstlerhaus 1946. Mandelbaum Verlag, Wien 2017

Samstag, 26. Mai 2018, 19.00
Sarah Maldoror: Portrait – Revolte – Kino
Filmpräsentationen und Diskussion

Sarah Maldoror zählt zu den wichtigsten Filmemacherinnen des afrikanischen Kontinents und seiner Diaspora. Sie fand ihren Weg zum Kino über das Theater und die Befreiungsfronten in Angola und Guinea-Bissau. Konsequent kritisiert sie leere Diskurse vom „revolutionären Kino“ und nennt ihre Werke cinéma utilitaire. Die Portrait-Arbeiten speisen sich aus dem Austausch mit und der Liebe zu Poesie und Malerei. So entsteht eine Sammlung feinsinniger Darstellungen revolutionärer Charaktere und Formen.

Christian Kravagna, Postcolonial Studies, Akademie der bildenden Künste Wien
Viktoria Metschl, Filmwissenschafterin, Wien

Léon G. Damas (F 1995), R.: Sarah Maldoror, 26 min
Eïa pour Césaire / Papa Césaire (F 2009), R.: Sarah Maldoror, 58 min
Toto Bissainthe (F 1984), R.: Sarah Maldoror, 5 min
Vlady – Peintre (F 1989), R.: Sarah Maldoror, 24 min


Eine Veranstaltung im Rahmen der Retrospektive zu Sarah Maldorors Werk in Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum und dem mumok kino.

Freitag, 25. Mai 2018, 18.00
Feminismus für alle
Diskussion

Was ist Feminismus? Warum ruft der Begriff so viele negative Gefühle hervor? Wie wird er von Feminist_innen gesehen, was wollen sie heute erreichen? Mit welchen Ideen und Kritiken ist der Feminismus konfrontiert und warum? Sollte der Feminismus für alle Menschen jedes Geschlechts sein?

Suela Simoni, Studentin, Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien / Frauenhetz
Izabela Wnorowska, Studentin, Masterstudium Translation, Universität Wien / Frauenhetz

In Kooperation mit der Frauenbildungsstätte Frauenhetz

ABSAGE!!! Mittwoch, 23. Mai 2018
Die Buchbesprechung "Zur Kritik der Weiblichkeit" muss leider verschoben werden. Der neue Termin wird sobald wie möglich bekanntgegeben.

„Nichts muss den Frauen so angelegen sein, als gegen die Abstraktion zu kämpfen, in die sie beständig durch das männliche Denken verwandelt werden.“ Rosa Mayreder hat grundlegende Fragen zu Machtverhältnissen, Gewaltformen und Sexualität gestellt wie kaum eine andere Feministin ihrer Zeit. Zu ihrem 160. Geburtstag versammelt Eva Geber eine Reihe ihrer Essays, die zwischen 1905 und 1923 erschienen sind und sich radikaler als beispielsweise die Standpunkte Simone de Beauvoirs in Das andere Geschlecht zeigen.

Eva Geber, Kulturpublizistin, Autorin, Grafikerin
Gesprächsleitung: Petra Unger, Kunst- und Kulturvermittlerin, feministische Stadtforscherin

Eva Geber (Hg): Rosa Mayreder. Zur Kritik der Weiblichkeit. Essays. Mandelbaumverlag, Wien 2018 (in Vorbereitung)

Donnerstag, 17. Mai 2018, 19.00
Der Gipfel – Performing G20
kinoki mikrokino #232

Der Gipfel – Performing G20 (D 2017), R: Rasmus Gerlach, 77 min

Rasmus Gerlach taucht Anfang Juli 2017 mit einem Team von fünf Kamera-Leuten tief in das Protest-Geschehen rund um den G20-Gipfel in Hamburg ein. Auf den Straßen finden Protest-Performances als neue Form des Demonstrierens viel Anklang, doch die bunten Szenen werden bald von den Bildern der Gewalt-Eskalation überschattet. Das Filmprojekt holt die interessanten Momente der Aktionskunst auf den Demonstrationen wieder in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zurück und entwirft ein komplexes Bild der Gipfel-Tage, die Hamburg weltberühmt machten.

Anschließend Gespräch mit Rasmus Gerlach

Mittwoch, 16. Mai 2018, 19.00
The Sound of Österreich
Podiumsdiskussion

Seit Zeiten der Monarchie bis in die Gegenwart wird in Österreich mit Musik Identitätspolitik betrieben. Sichtbar wird das schon in Genrebezeichnungen wie Wiener Klassik, Wiener Walzer, Austropop und auch dem Neologismus Schnitzelbeat. Die Rede vom „Musikland Österreich“ ist Teil der Mythenbildung rund um die „Kulturnation“. Diese wird in Kampagnen der Tourismusindustrie gerne vermarktet und taucht im Moment auch in der konkreten politischen Debatte wieder verstärkt auf.

Anita Mayer-Hirzberger, Musikwissenschafterin, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Martina Nußbaumer, Historikerin, Wien Museum
Al Bird Sputnik, Subkulturforscher, Trash Rock Archives
Moderation: Christian König, Historiker, Universität Wien

In Kooperation mit VIS Vienna Shorts im Rahmen der Ausstellung SHAPING DEMOCRACY

Montag, 14. Mai 2018, 19.00
Bewährungsprobe #22
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion.

Den Ausgangspunkt in Edith Payers Arbeit bilden gefundene Materialien und Werkstoffe, die objekthaft so in Form gebracht werden, dass sie neue Diskurse schaffen.
Mit Fotografie und Video sucht Lea Titz nach vom Menschen Übersehenem im städtischen Alltag. Diese Beobachtungen werden zu poetischen und manchmal ironischen Bildern.


Edith Payer, Künstlerin, Wien
Lea Titz, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

In Kooperation mit der Künstler_innengruppe baer

Mittwoch, 09. Mai 2018, 19.00
Alltagsverstand und politische Bildung
Vortrag und Gespräch

Der Alltagsverstand ist ein wesentliches Element in der Hegemonietheorie Antonio Gramscis. Ausgehend von der Rekonstruktion dieses Konzepts werden die sich daraus ergebenden politischen und (sozial)pädagogischen Perspektiven diskutiert. Für diejenigen, die in den Bereichen Erziehung und Bildung emanzipatorisch handeln wollen, geht es dabei um das eigene Selbstverständnis, und damit auch um das Verhältnis zu den Lernenden, sowie um den Entwurf einer Didaktik, die die Selbsttätigkeit in den Fokus einer politischen „Bildung im Alltag“ rückt.

Uwe Hirschfeld, Sozialwissenschafter, Evangelische Hochschule Dresden im Gespräch mit
Ingo Pohn-Lauggas, Kulturwissenschafter, Universität Wien

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Kulturanalyse - aka und dem Verband der Österreichischen Volkshochschulen

Dienstag, 08. Mai 2018, 19.00
Ethnologische Museen im 21. Jahrhundert
feminismen diskutieren

Die kritische Reflexion der kolonialen Vergangenheit Europas, der Entstehungskontext von Sammlungen und ethnologischen Museen in der kolonialen Ära, und damit einhergehend die Infragestellung von Museen als ‚objektive‘ Wissensinstitutionen sind Herausforderungen, denen sich ethnologische Museen im 21. Jahrhundert stellen müssen. Wie werden diese Aspekte in Wien und Berlin thematisiert?

Elisa Frei, Sozialwissenschafterin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Montag, 07. Mai 2018, 19.00
„Objektivierung“ der Frau in der Kunst?
Vortrag

Wie tauglich ist der Begriff „Objektivierung“, um die Darstellung von Frauen in der Kunst zu kritisieren? Dies überprüft Anna Angela Libal, indem sie die Verwendung weiblicher Figuren für Allegorien und Personifikationen im 19. Jahrhundert analysiert. Im Vergleich mit feministischen Werken aus dem 20. und 21. Jahrhundert soll die Qualität der Darstellungsweise verdeutlicht werden.

Anna Angela Libal, Kunsthistorikerin, Wien

Donnerstag, 03. Mai 2018, 19.00
Museum wirkt. Kulturvermittlung gestaltet.
Diskussion

Besucher_innenzahlen sind in der medialen Rezeption von Museen und Ausstellungen der wichtigste Indikator für Erfolg. Doch wie ist es um die Wirkungsmacht der Museen tatsächlich bestellt, wie sehr können sie ihr Publikum erreichen? Der Kulturvermittlung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Aber welche gestalterische Kraft darf sie entfalten? Ist Erfolg eine Frage der Haltung?

André Alvarado-Dupuy, KHM-Museumsverband
Markus Enzinger, Universalmuseum Joanneum
Wencke Maderbacher, ICOM CECA Austria / Vardemuseerne Tirpitz (DK)
Sandra Malez, Österreichischer Verband der KulturvermittlerInnen / Oberösterreichisches Landesmuseum
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin und Journalistin
Moderation: Veronika Mauler, Journalistin


Eine Veranstaltung des Österreichischen Verbands der KulturvermittlerInnen und ICOM CECA Austria.

Mittwoch, 02. Mai 2018, 19.00
Stein des Anstoßes
Wolfram P. Kastner im Gespräch

Seit Jahrzehnten greift der Künstler Wolfram P. Kastner mit seinen Aktionen im öffentlichen Raum dort ein, wo das Erbe des Nationalsozialismus, Kriegsverbrechen und Antisemitismus aus dem öffentlichen Gedenken ausgeblendet wird. So hat er unter anderem mit dem Künstler Martin Krenn auch in Salzburg für Wirbel gesorgt, durch eine Aktion rund um eine heuchlerische Ehrentafel für Theodor Herzl. Seine Arbeit soll, gerade im Gedenkjahr 1938, auch an die politische und gesellschaftliche Verantwortung der Kunst appellieren.

Wolfram P. Kastner, Künstler, München
Gesprächsleitung: Martin Krenn, Künstler, Wien

Freitag, 27. April 2018, 19.00
Conversations as Research as Art after Art
Discussion

What is war? Why do we need money? What do you dream of? What do you fear? These are some of the questions Dejan Kaludjerović asked children from different socio-economic backgrounds in Austria, Azerbejian, Iran, Israel, Russia and Serbia. The output mirrors the contemporary world with all its violence, contradictions, clichés and fears, but also makes place for occasional surprises or even hope in the next generation. Dejan Kaludjerović’ open-ended, research-driven artwork Conversations and the eponymous book lead to discuss the role of research-based art and the insights it produces, especially as an alternative to other forms of artistic meaning-making and expression.


Jelena Petrović, art theorist and curator, Belgrade/Vienna
Mohammad Salemy, critic, artist and curator, Berlin
Klaus Speidel, philosopher, critic and curator, Vienna
Moderation: Barbara Reisinger, art historian, critic, editor, Vienna/Basel

 

Dejan Kaludjerović: Conversations. Verlag für moderne Kunst, Wien 2018
Dejan Kaludjerović:
Conversations. Ausstellung bis 30.9.2018, Weltmuseum Wien

Dejan Kaludjerović
Donnerstag, 26. April 2018, 19.00
Klasse in der Populärkultur
Vortrag

Das Auftauchen der „neuen Unterschicht“ im Reality-Fernsehen und die Intimisierung ihrer Lebensweisen gehört mittlerweile zum Fernseh-Alltag. Dabei handelt es sich um bestimmte Inszenierungen und Narrativisierung der Angehörigen aus der sogenannten „unteren Klasse“. Wie werden mit der Darstellung von klassenspezifischen Verhaltensweisen die Protagonist_innen auf
ihre Stellung im sozialen Raum verwiesen und welche sozialen Folgen gehen mit diesen Repräsentationen einher?

Irmtraud Voglmayr, Medienwissenschafterin, Universitäten Wien/Salzburg/BOKU Wien

Eine Veranstaltung vom Referat für Working Class Students der ÖH

Mittwoch, 25. April 2018, 19.00
The way out. 15 years Ztohoven
Presentation and talk

Eine live in den tschechischen Wetterkanal eingespielte Atomexplosion, die Überlistung von Behörden durch gefakte Personalausweise, das Verschicken der tschechischen Präsidentenflagge. Mit Aktionen wie diesen sorgt das tschechische Künstlerkollektiv Ztohoven seit 15 Jahren für Verwirrung, aber auch Empörung.

A nuclear explosion cut into a livestream of public TV weather forecast, teasing authorities through fake personal documents, replacing the presidential flag from Prague Castle with a pair red boxer shorts, Interventions like these of the Czech artists’ collective Ztohoven have been a cause for irritation for the past 15 years.

Otto Horsi, Petr Žílka, artists, Zthoven - „The way out“, Prag

ABSAGE: Die für 23.4. geplante Buchvorstellung "Eine Erledigung" muss leider verschoben werden.
Der neue Termin wird sobald wie möglich bekanntgegeben.

Binjamin Segel lieferte 1924 mit seiner „Erledigung“ der Protokolle der Weisen von Zion, welche als ‚Bibel‘ der Antisemiten gelten, einen Überblick über deren Entstehungs- und Verbreitungsgeschichte, und konnte auch nachweisen, aus welchen Texten sich die Urheber des antisemitischen Pamphlets bedienten, um den Plan einer vermeintlichen jüdischen Weltverschwörung zu entwerfen.

Franziska Krah, Historikerin, Herausgeberin


Binjamin Segel: Die Protokolle der Weisen von Zion kritisch beleuchtet. Eine Erledigung. Herausgegeben und kommentiert von Franziska Krah.ça ira Verlag, Freiburg/Wien 2017

Samstag, 21. April 2018, 15.30
Faschismus, jetzt auch in Farbe – Teil 2:
Nazis und ihr Krieg im Spielfilm heute

Die Tagung gilt Spielfilmen, die in Massen- und Mainstreamkontexten auf den Zweiten Weltkrieg zurückblicken – in Soziotopen, die politisch wie medial verschieden sind (ohne gleich national cinemas zu sein). Mehr als um "Kriegsfilm" geht es um Wahrnehmungen zu totalitärer Macht und demokratischer Artikulation, historischer Agency und Genderbeziehungen, Holocaust, Rassismus, Kolonialgewalt, Flucht. In ihren ideologischen und formalen Setzungen inszenieren die Filme ihre Gegenwart mit: ein Heute, geprägt von nationalautoritärem Regieren (kurz vor 100. Jahrestagen erster "Ereignisse" der historischen Faschismen).

15.30 Einleitung

16.00 Männerbünde mit Mission und heilige Frauen im totalen Krieg. Symptom-Lektüren rezenter Zweiter Weltkriegs-Filme aus den USA und Russland
Andrey Arnold, Filmkritiker, Die Presse, Wien
Martin Thomson, Filmkritiker, Filmkurator, Filmwissenschafter, Wien
Moderation: Drehli Robnik

17.30 Ohne uns. Ein Monochrom der Entfernungen in den Kriegsfilmen aus dem neuesten Ungarn
Amália Kerekes, Germanistin, ELTE Budapest
Moderation: Béla Rásky, Zeithistoriker, VWI


18.30 National/Socialist/Democratic: Zeit-Rechnungen, Volks(ver)zählungen und "NGO-Wahnsinn" im britischen Kriegsfilm (zwischen Dunkirk und Churchill)
Drehli Robnik, Theoretiker zu Film & Politik, Wien-Erdberg
Moderation: Sara Vorwalder, Medien- und Kulturwissenschafterin, Wien

19.30 Vom obszönen Zeit-Bild zur digitalen Medien-Heterotopie: Transnationales Kino und Zweiter Weltkrieg in Afrika
Ivo Ritzer, Film- und Medienwissenschafter, Universität Bayreuth
Moderation: Joachim Schätz, Filmwissenschafter, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft, Wien


Veranstaltungskonzept Drehli Robnik für PolitikProjektionen–>Viel*im*Film
und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien – VWI

Freitag, 20. April 2018, 19.00
Work, Art & a Good Life #1
Lecture and Panel

What is artistic work? What kind of worker is an artist? Could it be a paradigm for post-industrial work-relationships? And if so, would this point towards creative liberation or neoliberal self-exploitation? What utopian potential can we find today in an 'Avantgardist' fusion of art and life?

19.00 Towards an Emancipatory Reconciliation of 'Art' and 'Life'
Michael Hirsch, philosopher, political scientist, Munich

20.00 Case examples, analysis and reflection about the current working conditions of the freelance dance and performance artists in Vienna
Anita Kaya, choreographer, performer, Im_flieger – Free Space and Experimental Ground for Dance, Performance and Transmedia Art, Vienna
WIENER PERSPEKTIVE/working group SALARY LEVELS - WP open platform of the independent dance/performance/theatre scene in Vienna

Moderation: Kilian Jörg, philosopher, Vienna

Mittwoch, 18. April 2018, 19.00
Zeitgeschichte ausstellen
Gespräch

Die Musealisierung der österreichischen Zeitgeschichte hat in den vergangenen Jahren entscheidende Fortschritte gemacht: Anknüpfend an an den Versuch einer Bestandsaufnahme in ihrem 2011 erschienen Sammelband Zeitgeschichte ausstellen, reflektieren Dirk Rupnow und Heidemarie Uhl über die jüngsten Entwicklungen in Österreich, auch vor dem Hintergrund des Gedenk- und Erinnerungsjahres 2018 sowie europäischer und globaler Entwicklungen.

Dirk Rupnow, Historiker, Universität Innsbruck
Heidemarie Uhl, Historikerin, Österreichische Akademie der
Wissenschaften, Wien

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Montag, 16. April 2018, 19.00
20 Jahre Kyoto-Protokoll
Podiumsdiskussion

Vor 20 Jahren wurde das Protokoll von Kyoto zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen beschlossen und in Österreich durch das Parlament 2002 ratifiziert. Nach wie vor aber ist Österreich in der europäischen Union eines der Schlusslichter beim Klimaschutz und weit davon entfernt, die erforderlichen Ziele des Vertrages zu erreichen. Woran scheitert die heimische Klimapolitik? Kann die Akzeptanz von Strategien zur Anpassung an den Klimawandel und zum Klimaschutz gestärkt werden?

Helga Kromp-Kolb, Meteorologin,Wien
Oliver Ressler, Künstler, Wien
Sabine Sedlacek, Umweltökonomin, Modul Universität, Wien
Moderation: Julia Schilly, Redakteurin, der Standard, Wien

Donnerstag, 12. April 2018, 19.00
Perperik / Nur die Toten kehren heim
kinoki mikrokino #231

Perperik (A/Rojava 2015), R: Nurdane Türkmen, 20 min, OmU
Der Krieg hinterlässt Spuren. Ein Loch in der Mauer einer Schulklasse gibt den Blick auf die zerstörte Stadt frei. Eine riesengroße Sonne um das furchteinflößende Loch herum, von Kindern gemalt, zaubert Hoffnung in das Klassenzimmer. Perperik heißt Schmetterling in kurdischer Sprache und steht für die Hoffnung der Kinder und den Neubeginn nach dem Krieg.

Nur die Toten kehren heim (A/Kurdistan 2015), R: Tina Leisch & Ali Can, 81min
Über eine Million Kurd_innen leben in Europa im Exil, viele als politische Flüchtlinge, die nicht in die Türkei zurückkehren können. Der Film porträtiert einige der Exilierten, fährt an die Orte in Kurdistan an die sie selber nicht zurück können und begegnet dort dem Widerstand der kurdischen Zivilgesellschaft gegen die autoritäre, minderheitenfeindliche Politik des türkischen Staates.

Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin Tina Leisch und einer Aktivistin von der Initiative Help Kobanê.

Mittwoch, 11. April 2018, 19.00
Texturen & Gender. Eine Erkundung des Text_ilen
feminismen diskutieren

Textiles Material wurde lange als weiblich und damit der künstlerischen Gestaltung unfähig konnotiert. Ingrid Gaier sieht Texturen als Durchdringung des gesamten menschlichen Lebensraumes. Ihre narrativen zeichnerischen und textilen Arbeiten finden Fortsetzung in Animationen, die persönliche Erzählstränge mit anderen Künstler_innen/Texter_innen weiterdenken und weiterlaufen lassen.

Ingrid Gaier, Künstlerin, Kuratorin, Wien und Steyr
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafter*innen

Montag, 09. April 2018, 19.00
Bewährungsprobe#21
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe# stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion.
Anastasiya Yarovenko beschäftigt sich in ihrer skulpturalen Arbeit mit der Beziehung des Körpers zu gesellschaftlichen Strukturen, Verhaltensweisen – zu Raum und Umgebung.
Andrea Lüth: „BumZack trifft Hochkultur, auf der Wiese steht ein Eis das eigentlich ein Block ist der eigentlich eine Skulptur ist, Malerei kommt im Video zurück und aus Zeichnung wird ein Lied.“

Anastasiya Yarovenko, Künstlerin, Wien
Andrea Lüth, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

In Kooperation mit der Künstler_innengruppe baer

Donnerstag, 05. April 2018, 19.30
Klimagerechtigkeit und Psychotherapie
Vortrag

Klimagerechtigkeit und eine radikale Ethik der Verantwortlichkeit, des jeweils "Anderen Hüter" zu sein, werden von Donna Orange miteinander verbunden. Sie unterbreitet praktische Vorschläge zur Umsetzung in den psychoanalytischen und psychotherapeutischen Gemeinschaften und schließt sowohl philosophische Überlegungen zum problematischen Egoismus - dem psychoanalytischen Begriff des Narzissmus nahestehend - als auch Arbeit mit Scham und Neid als Motor zwanghaften Geltungskonsums mit ein.

Donna Orange, Philosophin und Psychoanalytikerin, New York University, USA
Moderation: Nancy Amendt-Lyon, Österreichische Gesellschaft für Gestalttherapie

Donna M. Orange: Climate Crisis, Psychoanalysis, and Radical Ethics. London and New York: Routledge (Taylor & Francis Group), 2017

Mittwoch, 04. April 2018, 19.00
Frauen*Spaziergänge | Innensichten
Vortrag


"Frauen werden in der Stadtgeschichte nicht abgebildet". Als feministische Stadtforscherin vermittelt Petra Unger seit über 20 Jahren die Ergebnisse ihrer Forschung zu Wiener Frauenbiografien und zu Frauen*Kunstgeschichte im Rahmen der von ihr gegründeten Wiener Frauen*Spaziergänge. Ihre Arbeit versteht sie als politische Bildung im öffentlichen Raum, als notwendige Gegenerzählung zur „Herrschaftsgeschichte weißer Männer“, auf die sich herkömmliche Stadtführungen meist beschränken. „Dem Vergessenen, Noch-Nicht-Erzählten und den Nicht-Beachteten der Geschichte gehört meine Leidenschaft.“

Petra Unger, Kunst- und Kulturvermittlerin, Stadtforscherin, Wiener Frauen*Spaziergänge, www.frauenspaziergaenge.at

Dienstag, 03. April 2018, 19.00
Tunesien: Die Revolution ist noch nicht zu Ende
Vortrag und Diskussion

Sieben Jahre nach dem Arabischen Frühling und der tunesischen Revolution gegen Diktatur und Korruption wird Tunesien noch immer von sozialen Protesten erschüttert, die die gleichen Forderungen wie 2011 stellen – Arbeit, Freiheit, Würde – und von der Hoffnung getragen sind, dass sich die Lebensbedingungen eines Tages verbessern werden. Firas Hamda, ehemaliger Koordinator der Union des Diplômés Chômeurs sowie im Bereich Kooperation und dezentraler Austausch der Zivilgesellschaft und ehemaliger politischer Gefangener berichtet über die Entwicklungen seit 2011 und mögliche Zukunftsszenarien.

 

Firas Hamda, gesellschaftlicher und politischer Aktivist, Gafsa
Imad Garbaya, Aktivist, Tunesien/Österreich

Moderation: Monika Mokre, Politikwissenschafterin, politische Aktivistin

 

Veranstaltung in französischer, deutscher und arabischer Sprache mit Übersetzung

Freitag, 23. März 2018, 19.00
Die Geldroboter
Buchpräsentation

Millionen Bürger:innen betreiben private Pensionsvorsorge, legen ihr Erspartes in Fonds und Aktien an und versichern ihr Haus oder Auto. Doch über Gewinn oder Verlust ihrer Geldanlage entscheiden mittlerweile sogenannte Hochfrequenzhändler, die die Kurse mithilfe ausgeklügelter Computersysteme teilweise manipulieren.
Martin Ehrenhauser hat die Aktivitäten der Hochfrequenzhändler in den letzten Jahren gründlich untersucht.

 

Martin Ehrenhauser, Autor

 

Martin Ehrenhauser. Die Geldroboter. Wie Hochfrequenzmaschinen unser Erspartes einkassieren und Finanzmärkte destabilisieren. Promedia Verlag 2018.

 

 

Donnerstag, 22. März 2018, 19.00
Als der Kommunismus stürzte…
Buchpräsentation

Was war der Kommunismus, diese Weltbewegung, die das 20. Jahrhundert wesentlich beeinflusste? Susanne Sohn, von 1990-91 Co-Vorsitzende der KPÖ - Kommunistischen Partei Österreich, reflektiert in Als der Kommunismus stürzte und mir nichts mehr heilig war über die Geschichte der KPÖ, die engen Beziehungen zu den deutschen Kommunist_innen und die Beschönigung kommunistischer Diktaturen und deren Massenverbrechen, aber auch über die eigenen Illusionen und Glaubenssehnsüchte.

 

Susanne Sohn, Autorin
Renata Schmidtkunz, Redakteurin, Ö1

 

Susanne Sohn: Als der Kommunismus stürzte und mir nichts mehr heilig war. Löcker Verlag 2018

Mittwoch, 21. März 2018, 19.00
THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE
Buchbesprechung

Ulrike Möntmanns Buch fordert zur Auseinandersetzung mit dem Phänomen „Outcast“ heraus, indem es das vielfältige Material, das in Projekten künstlerischer Forschung mit weiblichen Drogenabhängigen in europäischen Gefängnissen und Therapieeinrichtungen entstanden ist, ordnet und in Zusammenhang bringt. Inhaltlich und visuell werden die biografische und künstlerische Arbeit mit den Gefangenen und Ergebnisse des interdisziplinären Austausches mit  Wissenschaftler_ innen dokumentiert.

Ulrike Möntmann, Künstlerin, Amsterdam und Wien
Gesprächsleitung: Elisabeth Hammer, Sozialarbeiterin und Sozialwissenschafterin, Verein kriSo

Ulrike Möntmann: THIS BABY DOLL WILL BE A JUNKIE. Kunst und Forschung: Projektbericht über Abhängigkeiten und Gewaltträume. Edition Angewandte Buchreihe der Universität für angewandte Kunst (Hg. Gerald Bast), Verlag DE GRUYTER, Berlin 2018

Dienstag, 20. März 2018, 19.00
Dreaming is common to all
Book launch

The book’s various notes, reports and images referring to the relationship of art and dreams evoke certain aspects: The intersubjective function of dreaming in a community through artistic experience; The dream as collective experience: dream and creative process, logic and dream, dream and immaterial reality; The repercussions of dreams on waking reality and the interconnections between individuals and a community of dreamers.

Emilio Fantin, artist, book author
Sabine Priglinger, PhD candidate Akademie der bildenden Künste, Wien

Emilio Fantin: Dreaming is common to all. With writings by Lucia Lorenzi and Elisa Ottaviani. Musagetes and PS Guelph / Publication Studio, Canada 2018

Montag, 19. März 2018, 19.00
Bewährungsprobe #20
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_ innenvereingung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion: In der Arbeit von Darina Kmetova spielt Zeichnung als visuelle Komposition, die Zeit in Linien umwandelt und ein Bild in den Raum setzt, eine zentrale Rolle. ANONIM steht für situatives und interdisziplinäres Arbeiten. Die gemeinsame Entwicklung künstlerischer Strategien für bestimmte Situationen stehen gleichberechtigt neben dem formalen Endprodukt.

Darina Kmetova, Künstlerin, Wien
ANONIM, Kollektiv, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Freitag, 16. März 2018, 19.00
Produktive Fremdgänge - neue Chancen für innovative Architektur
Vortrag

Im Rahmen einer Vortragsreihe, die Beispiele zu besonderen (Wettbewerbs-)verfahren mit Fokus auf den ländlichen Raum thematisiert, wird die Wettbewerbsplattform EUROPAN vorgestellt. Europan, die größte Wettbewerbsplattform für junge Archikekt_innen in Europa, begab sich bereits 1988 auf die Suche nach neuen Möglichkeiten für innovative Architektur. Gerade das Auseinanderklaffen zwischen lokalen Besonderheiten und der frischen Außensicht der „ortsfremden“ Europan-Architekt_innen stellt ein fruchtbares Spannungsfeld für das Entwickeln neuer Perspektiven dar.

 

Bernd Vlay, Europan

 

Eine Veranstaltung von Ausschuss Ziviltechnikerinnen und Ausschuss Wettbewerbe der Kammer Wien, NÖ und Burgenland

Donnerstag, 15. März 2018, 19.00
50 Jahre nach „Kunst und Revolution“
Alles Gute: Günter Brus

Nach dem legendären Happening Kunst und Revolution 1968 an  der Uni Wien reagierte die Presse mit einer beispiellosen Kampagne gegen die beteiligten Künstler Peter Weibel, Otto Mühl, Oswald Wiener und Günter Brus. Brus wurde zu sechs Monaten Arrest verurteilt und floh nach West-Berlin. Welche Rezeptionsgeschichte begleitete den Weg vom einstigen „Staatsfeind“ zum mittlerweile mit zahlreichen Preisen ausgezeichneten Künstler – dessen Geburtstag sich heuer zum 80. Mal jährt.

Günter Brus, Künstler, Graz
Moderation: Roman Grabner, Leitung Bruseum Graz

Mittwoch, 14. März 2018, 19.00
Gender Studies in MINT-Fächern
feminismen diskutieren

Inwieweit wirken sich die trotz der behaupteten Objektivität der Naturwissenschaften und Technik für männliche Forscher geschaffenen Arbeits- und Karrieremuster auf deren Inhalte, Ziele und Methoden aus? Könnten andersherum Ergebnisse z. B. der modernen Biologie emanzipatorische Prozesse stärken? Auch ‚Biotechnologische Revolutionen‘ stellen neue Herausforderungen dar.

Margarete Maurer, Mehrfachstudien in Biochemie, Philosophie, Soziologie und Geschichte, interdisziplinär Forschende und  Lehrende, Wien und Bremen
Moderation: Sabine Prokop, VfW

Kooperation mit Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Dienstag, 13. März 2018, 19.00
Critical Art in Istanbul
Endangered Voices

After establishing the economic and political hegemony, the oppressive regime in Turkey has officially launched a cultural war against the critical meaning producers in the country. Among other examples of arbitrary persecutions, one of the boldest steps in this Kulturkampf has been the arrest of Osman Kavala, the founder of Anadolu Kültür, Depo and red-thread.org. The presentation will try to contextualise the history of these institutions and to illustrate current obstructions to cultural fields in Turkey.

 

Erden Kosova, editor, Red Thread, Istanbul

Eylem Ertürk, arts manager, formerly at Anadolu Kültür, Istanbul

Montag, 12. März 2018, 19.00
Faschismus, jetzt auch in Farbe – Teil 1:
Nazis im Geschichtsfernsehen heute

Ein Abend der Kritik, Analyse, Diagnose am Material zu aktuellem Geschichtsfernsehen im (Rück)Blick auf Nationalsozialismus. Was für Inszenierungen, Anredeweisen, IdeoLogiken dienen nach dem History-TV-Boom, zumal im ORF, zur Erschließung zukunftsträchtiger Nazi-Vergangenheit – bis hin zu "Anschluss" (vorm. "Anschluß")-Produktionen im nationalkonservativ regierten Gedenkjahr und burschigen Verrenkjahr?
Ein Abend der Versprecher und Geheimnisse: Welche Sinnangebote werden schlagend, wenn Nazis als Geheimnis-Träger (bzw. "Kenner der Szene") erscheinen, von denen das Fernsehen etwas wissen möchte? Welche Erzählungen sind demgegenüber nicht rätselhaft genug, von wem möchte das Fernsehen also nichts wissen? Und wie sind rezente, mehr konzentrierte denn zerstreute, wört- und bildliche Versprecher – von Kurzens März '38-"Jubiläum" abwärts – zu verstehen? Weniger als Defekt denn Projekt, als Wendung/Investment, Aussprechen von Versprechen und Vorhaben. Intention als Television: Vorsehen in die Ferne...

 

Renée Winter, Historikerin und Kulturwissenschafterin, Wien
Drehli Robnik, Theoretiker in Sachen Film und Politik, Wien
Moderation: Monika Bernold, Historikerin, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien.

Veranstaltungskonzept von Drehli Robnik für PolitikProjektionen–>Viel*im*Film und das Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)

Freitag, 09. März 2018, 19.00
Der Fall Albert Speer und Ernst Neufert
Vortrag

Wie sind die logistischen Anforderungen, die der Einsatz von Zwangsarbeiter_innen und KZ-Häftlingen im nationalsozialistischen Deutschland an die Bauindustrie der Jahre 1938-1945 stellte zu analysieren? Welche Ergebnisse zeigt die kritische Prüfung des Umgangs der NS-Architekten Albert Speer und Ernst Neufert mit diesen Herausforderungen in administrativer wie auch in biopolitischer Hinsicht und wie ist die Signifikanz ihrer Theorien und Vorgehensweisen für die Geschichte des sogenannten Qualitätsmanagements und der Qualitätskontrolle zu bewerten?

 

Nader Vossoughian, Architekturhistoriker, New York Institute of Technology

Eine Veranstaltung von der Österreichischen Gesellschaft für Architektur – ÖGFA

Donnerstag, 08. März 2018, 19.00
Mind the Gender_Gap
Filmpräsenation und Diskussion

Wie gestaltet sich die musikalische Ausbildung und der Weg bis hin zur Bühne für Frauen*? Feministische Musikinitiativen, die gegen das vorherrschende Ungleichgewicht von 10% Frauen* zu 90% Männern* in der österreichischen Musiklandschaft arbeiten, zeigen strukturelle Hintergründe auf und präsentieren ihre kreativen, performativen und aktivistischen Gegenstrategien. Im Fokus steht die Neuerfindung der Popkultur im Hinblick auf queer-feministische Sichtweisen und Forderungen. Die Akteur_innen arbeiten am Aufbrechen historisch gewachsener, männlicher* Strukturen hin zu mehr Diversität in der Musik.

Patricia Gebel, Heidrun Schaumüller, Kultur – und Sozialanthropologie, Universität Wien

Mind the Gender_Gap (A 2017), R: Patricia Gebel, Heidrun Schaumüllern, 42 min

Mittwoch, 07. März 2018, 19.00
Der Mythos von Theuth
Ein Spielabend

Als er aber an die Buchstaben gekommen, habe Theuth gesagt: „Diese Kunst, o König, wird die Ägypter weiser machen und gedächtnisreicher.“

 

Die Linzer Kunstgruppe qujOchÖ hat rund um diesen Mythos über die Erfindung der Schrift ein Spiel entwickelt. Medienphilosophien von der Antike bis zur Gegenwart werden durchstreift, Marshall McLuhan, Laura Mulvey und Sadie Plant geben sich ein Stelldichein, ein Foucault wird gegessen und Flusser reicht seinen Likör dazu. An diesem  Abend wird der MYTHOS VON THEUTH von  Spieler_innen aus Philosphie, Medienkunst und -theorie zum Leben erweckt.

Spieler_innen:
Sylvia Eckermann, Medienkünstlerin, Technopolitics
Katharina Gsöllpointner, Kunst- und Medientheoretikerin, Universität für angewandte Kunst Wien
Dirk Lüsebrink, Medienkünstler, Art+Com Studios Berlin
Felix Stalder, Kultur- und Medientheoretiker, Hochschule für Gestaltung und Kunst,  Zürich

Spielleitung: Davide Bevilacqua, Eva Maria Dreisiebner und Thomas Philipp, qujOchÖ

Dienstag, 06. März 2018, 19.00
Braucht Österreich ein Holocaust-Museum?
Podium

Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW), Gedenkstätte Mauthausen und Zeitgeschichte-Museum Ebensee: Wer sich mit NS-Zeit und Holocaust in Österreich auseinandersetzen will, findet zwar nicht viele, aber einige wichtige, verdienstvolle Ausstellungen und Einrichtungen vor. Diese Institutionen bieten Möglichkeiten der musealen Beschäftigung mit der NS-Vergangenheit. Ein zentrales, vom Staat Österreich eingerichtetes Holocaust-Museum fehlt jedoch. Braucht es – ähnlich wie in Deutschland, den USA oder Israel – ein eigenes Museum zur Geschichte des Holocaust?

Birgit Johler, Team Neugestaltung der Österreich-Ausstellung/Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau und Kuratorin Haus der Geschichte Österreich
Béla Rásky, Historiker,  Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien VWI
Ingo Zechner, Philosoph und Historiker, Ludwig Boltzmann Instituts für Geschichte und Gesellschaft, Wien.

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Donnerstag, 01. März 2018, 19.00
66 Kinos
kinoki mikrokino #230

Nach der Fertigstellung seines letzten Films Die Zeit vergeht wie ein brüllender Löwe (D 2013) begann Philipp Hartmann, akribisch geplant, mit seinem Film im Gepäck, eine Tour durch die deutsche Kinolandschaft. Wehmütig, berührend und melancholisch, nie sentimental und mit einem wohldosierten Maß an Witz und Subversion, beschreibt der Film anhand von 66 deutschen Kinos, wie sich die Bedingungen und die Aufführungspraxis im allgemeinen verändert haben.

66 Kinos (D 2016), R: Philipp Hartmann, 97 min, OmeU

Im Anschluss Gespräch mit Philipp Hartmann, Filmemacher

Donnerstag, 01. Februar 2018, 19.00
Der Mann mit dem bunten Ballon
kinoki mikrokino #229

„Die Körper sind im Raume und die Handlungen in der Zeit“, proklamierte Lessing vor 250 Jahren in seinen Überlegungen zur Kunsttheorie. Die medialen Untersuchungen von Muzak & Riha weisen über diese verfestigte Erkenntnis hinaus. Das Künstler_innen-Duo arbeitet an den Schnittflächen von Film und Animation und bringt die Medien solcherart zum Einsatz, dass die Logik der Körper im Raum und der Handlungen in der Zeit ihre Selbstverständlichkeit verliert.

Peter Muzak, Medienkünstler, Filmemacher
Karoline Riha, Medien- und Filmkünstlerin

Der Mann mit dem bunten Ballon (A 2017), R: Muzak & Riha

Montag, 29. Januar 2018, 19.00
10 Jahre nach der Finanzkrise
Podiumsdiskussion

Vor zehn Jahren erreichte eine der schwersten Finanzkrisen nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt. „Die Welt, so wie wir sie kennen, wird nicht mehr dieselbe sein“, hieß es damals. Anlass, Bilanz zu ziehen. Haben die Finanzmärkte, die Wirtschaftspolitik, insbesondere auch die Organe der Europäischen Gemeinschaft nachhaltig darauf reagiert? Auf welcher politischen Ebene und in welchem Ausmaß sind Neuregelungen der Finanzmärkte erfolgt?

Hanno Lorenz, Ökonom, Agenda Austria
Gabriele Michalitsch, Politikwissenschafterin, Ökonomin, Uni Wien
Stephan Schulmeister, Ökonom, Wien
Moderation: Stefanie Wöhl, Politikwissenschafterin, FH des BFI Wien

Freitag, 26. Januar 2018, 19.00
PHASE Austria – 10 Jahre plus
Präsentation

Seit 2007 unterstützt PHASE Austria Entwicklungszusammenarbeit in entlegenen Dörfern Nepals in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Erwerbschancen. Im Laufe der Jahre konnten zunehmend Projekte größeren Umfangs in den entlegenen Dörfern Nepals umgesetzt werden.

Gerda Pohl, Ärztin, medizinische Koordinatorin PHASE Nepal

Eine Veranstaltung von PHASE Österreich

Donnerstag, 25. Januar 2018, 19.00
From Mud To Outer Space
Buchpräsentation

Christina Gruber und Paula Cohen folgen in ihrem Buch From Mud to Outer Space zwei Flüssen, dem Mississippi und der Donau. Von West nach Ost, über den Atlantik, wie eine 3D Zeitachse, von Paläo-Ozeanen bis zu heutigen Begegnungen durch die mystischen Wasserlandschaften der Gothic-, Fantasy- und Science Fiction-Texte, die sie auf ihrer Reise gefunden haben. Wasser stellt hierbei einen idealen Nährboden für die bizarrsten Narrative dar.

Christina Gruber, Ökologin und Künstlerin, Wien
Paula Cohen, Seefahrerin und Animationsfilmemacherin, Marseille

Paula Cohen, Christina Gruber: From Mud To Outer Space. Wien: Verlag Soybot 2017

Dienstag, 23. Januar 2018, 19.00
Arbeiten im ländlichen Raum.
Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich

Im Rahmen einer Vortragsreihe thematisiert der Ausschuss ZiviltechnikerInnen der Kammer Wien, NÖ und Burgenland Beispiele zu gekungenen (Wettbewerbs-) verfahren mit Fokus auf den ländlichen Raum. Zur Debatte stehen die Verfahren für  Architektur und Kunst im Öffentlichen Raum Niederösterreich.

 

Katharina Blaas-Pratscher, NÖ Landesregierung  Abteilung Kunst und Kultur – Kunst im öffentlichen Raum
Moderation: Johanna Digruber, HARDDECOR ARCHITEKTUR und
Susan Kraupp, skstadtplanung&architektur

Freitag, 19. Januar 2018, 19.00
Autistische Welten?
Buchpräsentation und Diskussion

Was Autismus ist, ist keineswegs geklärt, „die Autist_innen“ gibt es jedenfalls nicht. In ihrem Buch vermittelt Patricia Josefine Marchart einen Kommunikationsaustausch mit Hilfe von Text, Zeichnungen, Fotos und Film und gibt einen Einblick in
individuelle Wahrnehmungen von Menschen mit autistischen Eigenschaften.

Markus Baumgartner, Mitwirkender am Buch
Anton Diestelberger, Rainman’s Home
Patricia Marchart, Filmemacherin und Schriftstellerin
Christian Reder, Essayist, Kunst- und Wissenstransfer
Peter, Historiker, Mitwirkender am Buch
Moderation: Alexander Lellek, Löcker Verlag

Patricia Josefine Marchart: Autistische Welten? In Zeichnung, Text, Foto und Film. Erkennbare Codes. Erkennbare Eigenschaften. Wie können wir einander verstehen? Wien: Löcker Verlag 2017

Donnerstag, 18. Januar 2018, 19.00
Demokratie braucht (Frauen-)Bildung
feminismen diskutieren

Bildung wurde von den zuständigen Institutionen auf Effizienz und Kompetenzerlangung reduziert und ihrer gesellschaftskritischen Dimension beraubt. Das geht Hand in Hand mit neuen Autoritarismen und postdemokratischen Realitäten, die das Modell Demokratie aushöhlen. Nicht Partikularismen, sondern radikale Pluralität gälte es zu lernen; denn Demokratie setzt mündige und solidarische Bürger_innen voraus.

Birge Krondorfer, politische Philosophin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen und der Frauenbildungsstätte Frauenhetz

Dienstag, 16. Januar 2018, 19.00
Ruth Beckermann
Erinnerungspolitische Positionen

Durch Ruth Beckermanns temporäre Installation wurde 2015 das Mahnmal gegen Krieg und Faschismus von Alfred Hrdlicka neu kontextualisiert. Ausgehend von dieser Konfrontation präsentiert die Filmemacherin ihre Zugänge zu erinnerungspolitischer
und künstlerischer Arbeit und spannt dabei den Bogen bis zu ihrem neuen Projekt, dem Dokumentarfilm WALDHEIMS WAHRHEIT.

Ruth Beckermann, Filmemacherin, Mitbegründerin Verleih filmladen, Wien

In Kooperation mit dem Gedenkdienst

Montag, 15. Januar 2018, 19.00
Bewährungsprobe #19
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innenvereingung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion: Elisabeth Windisch beschäftigt sich in ihren installativen und skulpturalen Arbeiten mit den Momenten der Zucht, bei denen die Unabgeschlossenheit elementar ist. Florian Nitsch nähert sich seinen malerischen und textlichen Installationen mit einem konzeptuellen Zugang.

Elisabeth Windisch, Künstlerin, Wien
Florian Nitsch, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Donnerstag, 11. Januar 2018, 19.00
“you can’t be neutral on a movin’ train”
kinoki mikrokino #228

Seit über 25 Jahren stellt kinoki politische Dokumentarfilme zur Debatte und arbeitet am kritischen Verständnis der filmischen Konstruktion von Wirklichkeit. Die Euphorie der historischen Anfänge, als das Kinoki-Kollektiv im Zuge der Sowjet-Revolution die Sterne mit ihren Projektoren blenden wollte, hat im Lauf der Zeit einem politischen Pragmatismus Platz gemacht. Damit bringt kinoki ein Jahrhundert Euphorie und ein Vierteljahrhundert Pragmatismus in die Debatte ein, um erneut die Frage zu stellen: „Was tun?“

Tina Leisch, Elisabeth Streit, Tom Waibel, Kinoki



Ein Abend mit Bildbeispielen aus der Kinoki-Geschichte und mit Überraschungsgästen.

Mittwoch, 10. Januar 2018, 19.30
Natural Histories: Traces of the Political
Critical Matters

Critical Matters is a platform for art criticism in Vienna. By analyzing current exhibitions in diverse venues and engaging in a live debate, an alternating group of participants addresses the parameters and conditions for the critique of contemporary art in the local context and opens different avenues for critical dialogue.



Sabeth Buchmann, Kunsthistorikerin, Kunstkritikerin, Akademie der bildenden Künste Wien
Ryan Crawford, Philosoph, Webster Vienna Private University
Helmut Draxler, Kunsthistoriker, Kurator, Universität für angewandte Kunst Wien
Sebastian Egenhofer, Kunsthistoriker, Universität Wien

Natural Histories: Traces of the Political. Mumok – Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, 23. September 2017 – 14. Jänner 2018.

Dienstag, 09. Januar 2018, 19.00
Der Tastsinn. Drei Bücher.
Präsentationen

Drei Publikationen zeichnen die überraschenden Wege des Tastsinns bis heute nach: in der Wissensgeschichte und in seinen medialen Manifestationen. Zwei berichten vom Material, von den neuen Kunststoffen, den glatten Oberflächen des Touchscreens, den Texturen der Theorie. Die dritte, früher erschienene, vom Tastsinn im Kino.



Klemens Gruber, Theater- und Medienwissenschafter, Wien
Karin Harrasser, Kulturwissenschafterin, Linz
Jana Herwig, Medienwissenschafterin, Wien
Alexandra Seibel, Filmwissenschafterin, Kurier, Wien



Karin Harrasser (Hrsg.): Auf Tuchfühlung. Eine Wissensgeschichte des Tastsinns. IFK-Buchreihe: Schauplätze der Evidenz 4. Frankfurt am Main: Campus 2017

Jana Herwig / Alexandra Seibel (Hrsg.): Texture Matters. Der Tastsinn in den Medien, haptisch / optisch 2. Wien: Böhlau 2017

Klemens Gruber / Antonia Lant (Hrsg.): Texture Matters: Der Tastsinn im Kino. Wien: Böhlau 2014