Veranstaltungen

Donnerstag, 20. Dezember 2007, 19.00
MannsBilder
Buchpräsentation und Diskussion

Studierende der Germanistik untersuchten unterschiedlichste Bilder von Männern in der deutschsprachigen Literatur des 19. und vor allem 20. Jahrhunderts und verfassten Textanalysen zu literarischen Konstruktionen von Männlichkeit. Die Bandbreite der dieser Lektüre unterzogenen Werke reicht dabei von Kleist, Roth und Jänner über Woolf, Musil, Mann und Fritsch bis hin zu Bernhard, Wolf und Jelinek.

Statements
Michael Rohrwasser, Institut für Germanistik, Uni Wien
Sabine Kruse, facultas.wuv
Matthias Meyer, Institut für Germanistik, Universität Wien

Podium
Felice Drott, Studentin der Gender Studies, Bagru Gender Studies
Erwin Forster, Student der Germanistik, Universität Wien
Stefan Krammer, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik, Universität Wien
Maria Katharina Wiedlack, Germanistin
Moderation: Meri Disoski, Studentin der Germanistik, Universität Wien

Stefan Krammer (Hg): MannsBilder. Literarische Konstruktion von Männlichkeiten. WUV 2007

Mittwoch, 19. Dezember 2007, 19.00
Lange Nacht der Kunst im öffentlichen Raum Wien
Videoabend II

Der No- Budget Call Alles PUBLICwienSPACE! lud zur Einreichung von Dokumentationsvideos von Kunstprojekten im öffentlichen Raum, die von 1998 bis Ende Mai 2007, realisiert wurden.


Gertrude Moser-Wagner, Karl Heinz Ströhle & Martin Strauss, Adrien Tirtiaux & Kathrin Schaller, Freigehege/ Berenice Pahl, Reinfried Blaha & Paul Regl & Christoph Treberspurg & Martin Zangerl, Gabriel Hadler & Lluis Lipp & Richard Nagy, Projekt unter Leitung von Prof. James K., Skone/ Universität für angewandte Kunst, DER BLAUE TOMISLAV (Freyer, Hosa, Kral, Luftensteiner, Mladenovic, Stjepanovic, Stockinger, Streinz, Velickovic) Verein zur Förderung des Dilletantismus 2006, Agenda Büro Wieden, Beatrix Zobl & Wolfgang Schneider, Verena Schäffer & Moritz Hoffmann, Gerald Zahn & Anita Land, Feng Lei & Sabine Feil, Julia Starsky, AKA77/ Katrin Ecker, Roman Schanner (Audiobeitrag Hernals Hearn), Xobarap, Anneke Gräper & Carmen Carmona & Gabriele Pichler & Christiane Spatt, to be continued, Brendan Kronheim & Martina Höfler, Pamela Bartar, PUBLICwienSPACE

Im Anschluss an die Lange Nacht findet die Jahres- & Projektausklangsfeier von PUBLICwienSPACE statt.

Infos zum Call und zu den eingereichten Beiträgen unter www.publicwienspace.net.

Dienstag, 18. Dezember 2007, 19.00
"Endlich ein Afrikafilm ohne Weiße"
kinokis mikrokino #147

1954 drehte ein österreichisches Filmteam unter der Leitung des Regisseurs Albert Quendler und des „Afrikaforschers“ Ernst A. Zwilling im kolonialen Kamerun den Dokumentar-Spielfilm Omaru – eine afrikanische Liebesgeschichte. Die zeitgenössische Presse feierte den Film, der „endlich Afrika ohne schießende Weiße“ zeigt. Die Konstruktion eines "authentischen Afrika" wurde nicht zuletzt durch die Unsichtbarmachung der weißen, kolonialen Spuren versucht. Vida Bakondy und Renée Winter beschäftigten sich seit 2001 mit dem von der österreichischen Filmhistoriographie bisher kaum beachteten Film. Dieses Projekt in-progress führte sie auch nach Kamerun, an die Produktionsorte des Films, wo Gespräche vor Ort neue Blicke auf diese österreichische Produktion eröffneten.

Vida Bakondy, Autorin
Renée Winter, Autor

Omaru – eine afrikanische Liebesgeschichte (A 1955), Regie: Albert Quendler

Vida Bakondy/Renée Winter: Nicht alle Weißen schießen. Afrikarepräsentationen im Österreich der 1950er im Kontext von (Post-)Kolonialismus und (Post-)Nationalsozialismus. Studienverlag 2007.

Montag, 17. Dezember 2007, 19.00
Copy me - I want to travel
Vortrag

„Copy me – I want to travel“, so lautet der Titel eines Songs von Bernadette La Hengst. In ihm ruft „die Idee“ dazu auf, die Leute mögen sie kopieren, sie sei kollektiv und möchte gerne reisen. Das Lied ist künstlerischer Ausdruck gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um geistiges Eigentum. Ist geistiges Eigentum durch den technischen Fortschritt gefährdet? Sind alternative Produktionsweisen wie Freie Software oder Open Access die Produktionsweisen der Zukunft und weisen gar über herrschende Verhältnisse hinaus? Wie reproduzieren sich „WissensarbeiterInnen“ angesichts solcher Produktionsweisen?

Sabine Nuss, Rosa Luxemburg Stiftung, Berlin

In Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst
http://www.univie.ac.at/iwk/

Freitag, 14. Dezember 2007, 19.00
unpolitisch - politisch: Wien und die Musik
Podiumsgespräch

Musik ist zunächst keine spezifisch politische Kunstform. Trotzdem gibt es Verflechtungen von Musik und Politik in kultur- und gesellschaftspolitischer Hinsicht. Auch oder gerade in Wien ist diese Divergenz auf eine subtile Art und Weise präsent; zum einen wird Musik als „hohe Kunst“ abgehoben vom Politischen propagiert und gleichzeitig dient sie gezielt dazu, eine kulturelle und politische Identität zu konstruieren und diese auch nach außen hin zu verkaufen. Wie sich diese Strategien und generell das Verhältnis von Kunst und Politik in Wien historisch entwickelt haben, wie die Situation heute aussieht und was die Hintergründe dafür sind, das wird unter anderem anhand des Selbstbildes der Musikstadt Wien oder der politischen Dimension der Wiener Philharmoniker diskutiert.

Martina Nussbaumer, Kulturwissenschafterin
Cornelia Szabo-Knotik, Musikwissenschafterin
Fritz Trümpi, Historiker
Moderation: Dominik Portune, Philosoph

Donnerstag, 13. Dezember 2007, 19.00
Kunst zwischen Öffentlich und Privat
Podium

Seit geraumer Zeit engagieren sich auch in Österreich in zunehmendem Maße private und wirtschaftsnahe Einrichtungen in der Kunstlandschaft. So werden künstlerische Projekte abseits der öffentlichen Hand finanziert und Sammlungen aufgebaut. Entgegen ihrem Ruf als neoliberale Einrichtungen in der an und für sich anscheinend freien Kunstlandschaft entpuppen sich einige dieser Sammlungen als vorbildhaft in Bezug auf ihre gesellschaftliche Verantwortung. Doch wie zuverlässig ist das Engagement von Unternehmen in Bezug auf zeitgenössische Kunst, vor allem auch, wenn diese sperrig und gesellschaftskritisch daherkommt? Kann sich eine Gesellschaft auf dieses verlassen? Und wie entwickelt sich generell das Verhältnis von Öffentlich und Privat in diesem Bereich? Es gilt, die Situation und die Perspektiven in Wien und Österreich zu diskutieren.

Dieter Bogner, Museumsplaner
Hans-Peter Wipplinger, artphalanx
Katharina Boesch, section a
Moderation: Dominik Portune, Depot

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 10.00
KünstlerInnen auf der Flucht

KünstlerInnen auf der Flucht sucht Ateliers, Ausstellungsräume und Arbeitsmaterialien für migrierte KünstlerInnen. Projektpräsentation und Workshop mit der mongolischen Künstlerin Showkh Enkhtumen.

Anmeldung für den Workshop mit Showkh Enkhtumen erbeten an depot@depot.or.at.

Mittwoch, 12. Dezember 2007, 18.30
Reder revisited. Vorgeschichte und Folgen eines österreichischen Handschlags
Podiumsdiskussion

1944 verübten Angehörige der SS-Division „Reichsführer SS“ ein Massaker im Gebiet der italienischen Ortschaft Marzabotto. Der Kommandeur dieses „Einsatzes“, der Österreicher Walter Reder, wurde nach dem Krieg von einem italienischen Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Bis zu seiner Entlassung 1985 setzte sich das gesamte österreichische politische Spektrum, ebenso wie die Kirchen für seine Freilassung ein. Der Umstand, dass der damalige Verteidigungsminister Friedhelm Frischenschlager Reder persönlich als „letzten österreichischen Heimkehrer“ begrüßte, sorgte für einen veritablen Politskandal. 2008 entsendet GEDENKDIENST erstmals eine/n Freiwillige/n nach Marzabotto. Ein guter Anlass zu fragen: Was ist da eigentlich passiert? Und: Was hat sich seither geändert?

Friedhelm Frischenschlager, Europäische Föderalisten Österreichs, Verteidigungsminister a. D.,
Barbara Tóth, Historikerin und Journalistin
Moderation: Marianne Enigl, Journalistin, Profil

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit GEDENKDIENST.

Dienstag, 11. Dezember 2007, 18.30
Fighting Against Multiple Oppression: Lesbian-Feminist Peace Activism in Israel
Vortrag und Diskussion

Hannah Safran, Wissenschaftlerin aus Haifa, ist Friedensaktivistin und feministische Aktivistin. Ausgehend von den Wurzeln lesbischer Organisierung in der israelischen Frauenfriedensbewegung thematisiert sie am Beispiel der LGBT-Organisation Kvisa Sh'chora die Verknüpfung verschiedener Unterdrückungsformen und Befreiungskämpfe sowie Allianzen und Grenzziehungen zwischen Frauen-, Lesben- und Friedensbewegung.

Hannah Safran, University of Haifa, Israel
Moderation: Ulrike Lunacek

In Kooperation mit Frauensolidarität.

Montag, 10. Dezember 2007, 19.00
Jeder Kunst ihre Krise? Neue Medienkunst
Podiumsdiskussion

Internationale Ausstellungen und Festivals widmen sich der Medienkunst, gelehrt wird sie an zahlreichen Kunstuniversitäten und erforscht an extra für sie gegründeten Instituten und Organisationen.Trotzdem: Neuerdings mehren sich Befürchtungen, die neue Medienkunst befände sich in einer Krise oder zumindest, angeblich ignoriert von der zeitgenössischen Kunstszene, im Ghetto. „Elektronische Kunst, ein frühes Synonym für neue Medienkunst, befindet sich in der Krise. Auch der ‘virtuellen Kunst’ und der ‘net.art’ geht es nicht anders.“ (Geert Lovink in: Neue Medienkunst. Das coole Obskure, Lettre international 74, 2006). Kann geholfen werden?

Dieter Daniels, Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung, Linz
Katharina Gsöllpointner, LOOP. Institut für systemische Medienforschung, Wien
Margarete Jahrmann, ZHdK Hochschule der Künste, Zürich
Peter Pakesch, Landesmuseum Joanneum, Kunsthaus Graz
Moderation: Sonja Bettel, matrix Ö1

Samstag, 08. Dezember 2007, 19.00
Gran Superficie/Große Einkaufsfläche
Filmvorführung mit Diskussion

Überproduktion und Massenkonsum verlangen nach großen Einkaufsflächen. Die Dokumentation Gran Superficie der in Madrid arbeitenden Video-AktivistInnen ConsumeHastaMorir betrachtet das Thema Konsum aus verschiedenen Blickwinkeln. Der Bogen wird vom Individuum und dessen Sozialisation, über architektonische Veränderungen in der Stadt und Konsequenzen für die Peripherie, hin zu Auswirkungen auf die Umwelt gespannt. Im Film kommen WissenschaftlerInnen ebenso zu Wort wie SchülerInnen, LehrerInnen, Kaufleute und AktivistInnen.

Gran Superficie/Große Einkaufsfläche, Regie: ConsumeHastaMorir, Madrid 2005, OmU, 60 Minuten

Anschließend Gespräch mit
Steffi Grohmann, WEG Wertkritische Emanzipatorische Gegenbewegung
Georg Ottinger, Soziologe, Übersetzer
Julia Weingärtner, Soziologin, Übersetzerin +

Freitag, 07. Dezember 2007, 19.00
"Brain Waste"?
Diskussion

Die öffentliche Diskussion über die Abschiebung von jahrelang in Österreich lebenden AsylwerberInnen hat am Rand der „humanitären“ Debatte den Blick auch auf die Qualifikationen von MigrantInnen mit akademischer Ausbildung gelenkt. Das Arbeitsverbot während des oft jahrelangen Asylverfahrens und die großen Hürden bei der Anerkennung von Ausbildungen führen anstelle von Integration nur zu Dequalifizierung. Welche Formen der Solidarität sind von Seiten der Wissenschaft möglich?

Rossalina Latcheva, Zentrum für Soziale Innovation
Margit Kreuzhuber, Wirtschaftskammer Österreich
Judith Kröll, Forscher/innen ohne Grenzen
Harald Okorn-Schmidt, SEZ AG
Michael Stampfer, Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds
Aiman Zaharna, Informatiker
Moderation: Birgit Habermann, Kommission für Entwicklungsfragen, ÖAW

In Kooperation mit ForscherInnen ohne Grenzen.  www.researcherswithoutborders.at/

Donnerstag, 06. Dezember 2007, 19.00
Was heißt "österreichische Literatur"
Schreiben in Österreich

In den Studienplänen der Germanistik-Institute ist von „österreichischer“ Literatur keine Rede, auch die Literaturzeitschriften grenzen ihre Zuständigkeit selten auf nationale Grenzen ein. Doch wenn es um die Vergabe von Preisen geht, wird über Besonderheiten österreichischer Literatur debattiert und zur Repräsentation „unserer“ Kultur im Ausland werden heimische SchriftstellerInnen zitiert. Wie ist das jetzt, gibt es eine typisch österreichische Literatur oder ist diese Kategorisierung längst hinfällig?

Dimitré Dinev, Schriftsteller
Daniela Strigl, Literaturkritikerin
Moderation: Walter Famler, Zeitschrift Wespennest, Kunstverein Alte Schmiede

Mittwoch, 05. Dezember 2007, 14.00
KAMA - KursAngebote Mit AsylbewerberInnen
Präsentation mit Workshops

KAMA schafft Rahmenbedingungen für ein vielfältiges Angebot an Kursen, die von AsylwerberInnen geleitet werden, von Armenisch, Französisch und Russisch über Trommeln bis zum Zeichenkurs. Die Teilnahme an den Kursen erfolgt auf Basis von freiwilligen Spenden, die direkt an die KursleiterInnen gehen.

14.30 Eröffnung Rahmenprogramm und Buffet
Workshops
Ute Bock/KAMA Infostand

Detaillierte Informationen: kama@fraubock.at. http://www.fraubock.at/kama/.

Dienstag, 04. Dezember 2007, 21.15
Pickpocket
Film und Theorie

Ein junger Mann in Paris verschreibt sich der virtuosen Beherrschung des Taschendiebstahls. Eine in der typischen Formsprache Bressons - Groß- und Detailaufnahmen, monologische und elliptische Erzählstruktur, Bedeutung des Gegenständlichen - gehaltene spröde Charakterstudie. Die widersprüchliche Dinglichkeit der Welt, Gnade, Erlösungssehnsucht und Liebe sind letzte Themen des Films, der sich damit kontrastreich in das Aufbruchsjahr der französischen "Nouvelle Vague" einpasst. (Quelle: Lexikon des internationalen Films 1999/2000)

Robert Buchschwenter, Filmwissenschaftler

Pickpocket (F 1959), Regie: Robert Bresson, wird um 19.00 Uhr im Top Kino, Rahlg. 1, 1060 Wien, gezeigt.

Montag, 03. Dezember 2007, 19.00
Baukultur in Österreich: Die Rolle der Architekturkritik
Podiumsdiskussion

Der im Sommer erschienene österreichische Baukulturreport wurde im November im  Parlament beschlossen und angenommen. Doch wen interessiert das? Sind Architektur und Baukultur überhaupt Themen für die Öffentlichkeit? Welche Rolle kann die Architekturkritik für eine breitere Auseinandersetzung spielen und kann sie Einfluss auf das baukulturelle Geschehen in Österreich und auf die politisch Verantwortlichen haben?

Volker Dienst, ARGE Baukulturreport
Christian Kühn, die Presse
Franziska Leeb, freie Architekturjournalistin
Jan Tabor, Falter
Moderation: Iris Meder, Österreichische Gesellschaft für Architektur

Freitag, 30. November 2007, 19.00
Wissen im Angebot
Projektpräsentationen

Unabhängig vom Ausgang der Diskussion um das Bleiberecht für AsylwerberInnen stellt sich aktuell für tausende Betroffene die Frage, wie sie ihre mitgebrachten Qualifikationen nützen können. Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten, haben hier keine Möglichkeit einer Tätigkeit, die ihrer Ausbildung und ihrem Wissen entspricht, nachzugehen. In einer neuen Reihe werden Projekte vorgestellt, die AsylwerberInnen dabei unterstützen selber aktiv zu werden und ihre bisher erworbene Bildung einzusetzen.

Judith Kröll, ForscherInnen ohne Grenzen
Magnigui Tuo, Germanist
Sonja Pargfrieder, KAMA - Kursangebote mit AsylwerberInnen
Marianne Pantic, KünstlerInnen auf der Flucht
Moderation: Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch

Dienstag, 27. November 2007, 19.00
Politischer Film
Podiumsdiskussion

In seiner über hundertjährigen Geschichte hat der Film sich als populärste Form der Vermittlung und Reflexion von Information gesellschaftlicher Diskurse und Utopien durchgesetzt. Bestimmte Inhalte gewinnen im Film durch ihre Visualisierung eine öffentliche Sichtbarmachung. Auf welche Weise kann das Politische im Film überhaupt berührt werden und was kann es für Filme bedeuten, politisch zu sein?

Ruth Beckermann, Filmemacherin und Autorin
Monika Bernold, Film- und Kulturwissenschafterin
Marcus J. Carney, Filmemacher
Arash T. Riahi, Filmemacher
Moderation: Ramon Reichert, Film- und Medienwissenschafter

Montag, 26. November 2007, 19.00
Wem gehört die Natur? Biopiraterie und die Konflikte um geistiges Eigentum
Vortrag

Konflikte um biologische Vielfalt und ihre vererbbaren Eigenschaften sind in den letzten 20 Jahren immer sichtbarer geworden. Zum einen schreitet die Erosion der biologischen Vielfalt dramatisch voran zum anderen gelten die genetischen Ressourcen als wichtiger Rohstoff für die Agrar-, Pharma- und Kosmetikindustrie. Manche bezeichnen das „grüne Gold der Gene“ als „Erdöl des 21. Jahrhunderts“. Transnationale Unternehmen und Forschungsinstitute werden der „Biopiraterie“ bezichtigt. Die Bandbreite der politischen Vorschläge verläuft von der Patentierung der Vielfalt und der aus ihr gewonnenen Produkte hin zu ihrer Behandlung als globales Gemeingut.

Ulrich Brand, Politikwissenschaftler, Universität Wien

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst. http://www.univie.ac.at/iwk/

Samstag, 24. November 2007, 19.00
Evil Girls and Body-Space-System Machine
Presentation and Discussion

The Evil Girl Project is conceived as the creation of recognizable female character and its manipulative use in different media and contexts. The Evil Girl spreads through the space by reduplicating herself, fabricating innumerable clones which then gather into groups and invade whatever they get close to, acting as a kind of virus.

Ana Nedeljkovic, visual artist, Belgrade

The project Body-Space-System Machine covers some recent explorations in the field of media art, digital technologies and sociology of urbanism, with references on the critical contemporary theories and utopias, but also pop culture, consumerism and controlling political network systems.

Tanja Perisic, visual artist, Croatia

Ana Nedeljkovic and Tanja Perisic are visual artists at the „Artist in Residence“ program in Vienna by KulturKontakt Austria.

Donnerstag, 22. November 2007, 19.00
Master of Nintendo? Ausbildung Medienkunst
Podiumsdiskussion

Medienkunst gehört zum Studienangebot an den meisten Kunstuniversitäten. Mehr als bei anderen Kunstformen muss hier auf die aktuellen technischen Entwicklungen reagiert werden. Ana Maria Cox schrieb in ihrem Beitrag für das Buch Steal This University: „Die Studenten belegen überhaupt keine Kurse in Geisteswissenschaften oder Sozialwissenschaften. Das liegt daran, das solche Sachen für die Anforderungen von Nintendo überflüssig sind.“ Sind an europäischen Instituten ähnliche Zugeständnisse an eine Kommerzialisierung denkbar? Und welches Berufsbild wird den Studierenden vermittelt?

Anna Jermolaewa, Staatliche Hochschule für Gestaltung, Neue Medien, Karlsruhe
Annja Krautgasser, Akademie der bildenden Künste, Kunst und digitale Medien, Wien
Felix Stalder, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien, Zürich
Virgil Widrich, Universität für angewandte Kunst, Digitale Kunst, Wien
Moderation: Sandro Droschl, Kunstverein Medienturm Graz

Mittwoch, 21. November 2007, 19.00
AgentInnen des österreichischen Films
Podiumsdiskussion

KinobesucherInnen in Österreich kennen oft gar nicht die Filme, die hierzulande produziert werden. Gemessen an anderen nationalen Kinos sind die Zuschauerzahlen des österreichischen Films niedrig. Es stellt sich die Frage, welche Agenten die österreichischen FilmemacherInnen innerhalb des Landes finden, die zur Verbreitung ihrer Werke beitragen. Welcher Wert wird den österreichischen Produktionen im Vergleich zu internationalen Produktionen zugemessen und was wird getan, um ein größeres Publikum erreichen zu können?

Birgit Flos, DIAGONALE
Franz Grabner, ORF – Dokumentarfilm Kultur
Hans König, Filmcasino/polyfilm
Dagmar Streicher, ADA – Austrian Directors´ Association
Roland Teichmann, Österreichisches Filminstitut
Moderation: Brigitta Burger-Utzer, sixpackfilm

Dienstag, 20. November 2007, 21.15
Falschgeld. Zur Bildpolitik des Robert Bresson
Film und Theorie

Wenn, wie Jacques Rancière schreibt, das Kino des Robert Bresson aus Bildern besteht, die Erwartungen zugleich hervorrufen und enttäuschen, dann erscheint an Bressons letztem Film, L’Argent, bemerkenswert, dass es ausgerechnet ein falscher Geldschein ist, der die Erwartungskette in Gang setzt. Denn anders, als der Titel des Films uns glauben machen will, geht es in L’Argent nicht allein um das Porträt einer Gesellschaft, die vom Geld regiert wird, sondern ebenso um die Ersetzung der rationalen Verkettungen der Geschichte durch fragmentarische Naheinstellungen. Im Kino, will Bresson offenbar sagen, haben diese dieselbe Funktion wie falsche Geldscheine in der Ökonomie: Einmal in Umlauf gebracht, tendieren sie dazu, unabsehbare Folgen zu entwickeln.

Vrääth Öhner, Film-, Medien- und Kulturwissenschafter

Das Geld (L’Argent, F 1983), Regie: Robert Bresson, wird um 19.15 Uhr im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt.

Montag, 19. November 2007, 19.00
Zur österreichischen Museumslandschaft
Gespräch

Seit einiger Zeit gibt es Diskussionen rund um die Aufgabenverteilung zwischen den österreichischen Bundesmuseen. In einer Gesprächsreihe kommen die DirektorInnen zu Wort, um ihre Sicht auf die Situation darzulegen.  Im Falle des Museums Moderner Kunst besteht die Problematik darin, dass das Haus zunehmend Konkurrenz in Bezug auf die Themen „Moderne“ und „zeitgenössische Kunst“ zu bekommen scheint; andere Museen haben den Boom rund um die jüngeren Entwicklungen der Kunst für sich erkannt und wollen daran partizipieren. Welche Perspektiven gibt es?

Edelbert Köb, MUMOK
Thomas Trenkler, der Standard

Freitag, 16. November 2007, 19.00
"I Am From Austria"
Podiumsdiskussion

Wer ist und was kann die österreichische Musikszene abseits von Klassik und Austropop? Der heimischen Musikszene wird oftmals vorgeworfen, sich konservativ und wenig risikobereit zu geben und ihre internationale Wahrnehmung sei kaum der Rede wert. Wie begründen sich solche Urteile? Sind die in Österreich arbeitenden MusikerInnen weniger gut, weniger originell? Oder wird einfach nur die Situation beklagt und eigentlich ist alles in Ordnung?

Roman H. Mesicek, konkord label, Wien
Stefan Parnreiter, mica - Kommunikationszentrum für aktuelle Musik aus Österreich
Rainer Krispel, Musiker, Journalist
Linda Schürer-Waldheim, Redakteurin fm5
Moderation: Walter Gröbchen, Journalist, Verleger

Donnerstag, 15. November 2007, 19.00
Die ideale Förderung
Schreiben in Österreich

Eine neue Reihe thematisiert verschiedene Aspekte literarischen Schaffens in Österreich. Eine Grundbedingung dafür ist die öffentliche Förderung. Sind die VertreterInnen des Literaturbetriebs mit dem derzeitigen Vergabesystem zufrieden oder wünschen sie sich andere Modelle? Wie würde eine ideale Förderung aus Sicht von AutorInnen, Verlagen und VermittlerInnen zeitgenössischer Literatur ausschauen? Offen bleibt, ob die verschiedenen Anliegen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen sind.

Stefan Buchberger, Luftschacht Verlag
Werner Richter, Übersetzergemeinschaft
Gerhard Ruiss, IG AutorInnen
Rotraut Schöberl, Buchhandlung Leporello
Robert Stocker, Leiter der Abteilung Literatur, BMUKK
Rüdiger Wischenbart, Kulturwissenschaftler, www.wischenbart.com
Moderation:Christiane Zintzen, Literaturkritikerin, Autorin

Dienstag, 13. November 2007, 19.00
Kinoki trifft Sputnik
Kinokis mikrokino # 146

verwirklichen und der Westen verstreute die Glücksversprechen einer umfassenden Modernität. Doch wohin wurde der utopische Ort verlegt als die Menschen zweifeln begannen? In die Weiten des Weltalls und auf den Mond.  Out of the Present ist eine Odyssee mit 10 Minuten Geschichte und 80 Minuten Kosmos. Im Mai 1991 als Bürger der Sowjetunion ins All gestartet, kehrte der letzte sowjetische MIR-Kosmonaut, der sich im All aufhielt, während unten die Sowjetunion verschwand, im März 1992 als russischer Staatsbürger nach Hause zurück. Erstmals wurde eine 35mm-Kamera für Filmaufnahmen ins Weltall geschickt, von Vadim Yusov, dem Kameramann von "Solaris".

Utopie - ein Kinderspiel ( A 2007), Regie: Lisbeth Kovacic u. Andreas Pavlic , 16 Min.
Out of the Present. (D 1997), Regie: Andrei Ujica, 96 Min., deutsche Version

Anschließend Diskussion in Anwesenheit der FilmemacherInnen.

Samstag, 10. November 2007, 19.00
Die neuen Verabredungskulturen im Web 2.0
Buchpräsentation und Podiumsdiskussion

Der Sammelband dating.21 spürt der medial gelenkten Verabredungskultur unserer Zeit nach und legt ihre kultur- und medienhistorischen Ursprünge offen. Themen des Bandes sind die im Netz als Kompetenzdiskurs geführte Arbeitssuche, die „geteilte“ Selbstdarstellung, die Verabredung zum politischen Protest, die Eigentumsverhältnisse im Web 2.0 sowie die über Dating-Plattformen regulierte Trieb-, Affekt- und Liebesorganisation.

Wolfgang Kellner
Patrick Kranzlmüller, IT Experte
Marc Ries, Medientheoretiker, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig

Marc Ries, Hildegard Fraueneder, Karin Mairitsch (Hg.): dating.21 - Liebesorganisation und Verabredungskulturen. Bielefeld: transcript 2007.

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem IWK - Institut für Wissenschaft und Kunst.

Mittwoch, 07. November 2007, 13.00
Mobilität für den Theaterbereich
Offene Arbeitsplattform

Interessierte aus ganz Österreich sind eingeladen, den Diskurs über eine bundesweite Vernetzung auch für den Bereich Theater aufzunehmen und ein Mobilitätskonzept für den Theaterbereich zu diskutieren und zu entwickeln. Zu Beginn wird das aktuelle Konzept von Tanz In Ganz Austria (TIGA) für den Tanz- und Performancebereich und die Impulszentren-Überlegungen zum Bereich Theater für junges Publikum von Stephan Rabl präsentiert.

Nicolas Dabelstein, Theater Turbine
Monika Klengel, Theater im Bahnhof
Sabine Kock, IG freie Theaterarbeit
Hubert Kramar, 3raum-Anatomietheater
Gernot Plass, TAG
Barbara Stüwe-Eßl, IG freie Theaterarbeit

Eine Veranstaltung der IG freie Theaterarbeit und TAG.

Dienstag, 06. November 2007, 18.30
Der jüdische Friedhof Währing
Vortrag und Podiumsdiskussion

Der jüdische Friedhof Währing stellt ein einzigartiges Dokument Wiener Geschichte dar. Als Begräbnisstätte der jüdischen Gemeinde Wiens ist dieser Friedhof ein Spiegelbild für den vielfach unbekannten jüdischen Anteil an der Vergangenheit der Stadt. Während der NS-Diktatur wurden große Teile des Friedhofes zerstört, die Schäden nie beseitigt, heute ist er vom Verfall bedroht. Seit dem Abschluss des Washingtoner Abkommen im Jänner 2001 wird um eine Lösung für die Instandsetzung und Betreuung der jüdischen Friedhöfe in Österreich gerungen.

Raimund Fastenbauer, Israelitische Kultusgemeinde Wien
Barbara Neubauer, Landeskonservatorin Wien, Bundesdenkmalamt Österreich
Rainer Weisgram, Wiener Stadtgartenamt
Tina Walzer, Historikerin, Autorin
Moderation: Markus Feurstein, Gedenkdienst

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit GEDENKDIENST.

Dienstag, 30. Oktober 2007, 19.00
Kunst und Messen
Podiumsgespräch

Sowohl die Relevanz als auch die Häufigkeit von Kunstmessen wie der Art Basel oder der Frieze Art Fair nehmen parallel zum Stellenwert des Kunstmarktes innerhalb des Kunstbetriebs zu. Wie kam es aber zu der Entwicklung, dass Monat für Monat in einer anderen Weltstadt eine solche Veranstaltung die Tore öffnet? Und welche Bedeutung haben diese Messen konkret für SammlerInnen und GaleristInnen? Welche Zwänge und welche Chancen bergen sie in sich?

Christian Meyer, Vorsitzender des Verbandes österreichischer Galerien moderner Kunst
Daniela Zyman, Chef Kuratorin TBA21
Moderation: Werner Rodlauer, Herausgeber artmagazine.cc

Montag, 29. Oktober 2007, 19.00
Sex und Macht
Buchpräsentation und Vortrag

Die Filmgeschichte ist eine fortgesetzte, mythische Erzählung, die mit der Realität, aus der sie entsteht, zeitlich parallel läuft, sie berührt und auch beeinflusst, ohne mit ihr identisch zu sein. Diesen mythischen Erzählungen spürt Hans Scheugl in seinem Buch “Sex und Macht” nach. Dabei zeigt er, dass die Macht in der Beziehung der Geschlechter, wie sie in den Filmen zum Ausdruck kommt, sich von der gesellschaftlichen Stellung ableitet, die die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse den Männern und Frauen zugesteht bzw. aufzwingt.

Hans Scheugl, Filmemacher und Autor

Mittwoch, 24. Oktober 2007, 19.00
Medien und Migration
Diskussion

Laut Statistik Austria ist jeder zehnte in Österreich lebende Mensch „Ausländer“, bereits eingebürgerte ÖsterreicherInnen mit Migrationshintergrund hinzugezählt, sind es beinahe doppelt so viele. Die Massenmedien können ihre Existenz ignorieren, sie klischeehaft und stigmatisierend darstellen. Sie könnten aber auch diese Bevölkerungsgruppe ausgewogen und umfassend sichtbar machen, ihr Öffentlichkeit verschaffen und damit auch eine bessere Möglichkeit politischer Mitgestaltung ihres Lebensraumes.

Jakob M. Erwa, Regisseur der ORF-Serie
Tschuschenpower
Fritz Hausjell, Institut für Publizistik, Univ. Wien
Lakis Iordanopoulos, ORF, Heimat fremde Heimat
Alexis Nshimyimana-Neuberg, Radio Afrika, Afrika TV auf OKTO TV
Bülent Öztoplu, Wiener Biber, Integrationsverein Echo
Moderation: Elisabeth Zaunegger, derFreiRaum

In Kooperation mit derFreiRaum (www.derfreiraum.net).

Dienstag, 23. Oktober 2007, 19.00
Kunst im Dialog II
Gespräch

Das Verhältnis von KünstlerIn und KritikerIn ist ein besonderes und vielschichtiges. Zum einen bewegt sich dieses Verhältnis zwischen einem kommunikativen Miteinander und der Tatsache, dass Urteil und Bewertung eine Rolle spielen. Gleichzeitig sind aber beide in ihrer Tätigkeit aufeinander angewiesen: KünstlerInnen und ihre Arbeiten bilden das Sujet, über das KritikerInnen berichten; KritikerInnen wiederum stellen so etwas wie eine vermittelnde Instanz zwischen KünstlerInnen und Publikum dar. Es gilt also, Kunst und Kritik einer eingehenden Betrachtung zu unterziehen.

Rolf Wienkötter, Kunstkritiker
Klaus Mosettig, Künstler

Freitag, 19. Oktober 2007, 19.00
Solidarische Ökonomie
Diskussion

Ökodörfer, Genossenschaften, Volksküchen, Tauschringe, selbstverwaltete Räume: Nach dem Erstarken der globalisierungskritischen Bewegung gewinnen auch zahlreiche Versuche solidarischen Wirtschaftens wieder neue Kraft. Ausgehend vom großen Erfolg eines Kongresses zum Thema in Berlin hat sich auch in Wien eine Gruppe von AktivistInnen gefunden, die für 2008 eine ähnliche Veranstaltung in Österreich plant. Welche Initiativen und Kooperationsformen gibt es? Bergen die aktuellen politischen Kämpfe, wie jene gegen die Prekarisierung oder für ein bedingungsloses Grundeinkommen, neue Chancen?

Dagmar Embshoff, Kongress Wie Wollen Wir Wirtschaften?, Bewegungsakademie
Arno Uhl, Kostnixladen, Kritische Politische Initiative
Utta Isop, AG Sol-Ök 2008, Zentrum für Frauen- und Geschlechterstudien
Karl Reitter, Netzwerk Grundeinkommen, grundrisse - Zeitschrift für linke Theorie und Debatte

Es besteht die Möglichkeit am folgenden Tag an einem Workshop teilzunehmen, nähere Informationen unter Sol-Oek-2008@web.de.

Donnerstag, 18. Oktober 2007, 19.00
Zum Image des österreichischen Films
Podiumsdiskussion

Wie in anderen Ländern mit kleinem Produktionsrahmen sind in österreichischen Filmen des öfteren thematische Ähnlichkeiten zu verzeichnen. Der radikale Blick auf die Gesellschaft hat unlängst einen Filmkritiker in einem Artikel der Harold Tribune dazu veranlasst, das österreichische Kino als „feel bad cinema“ (Denis Lim) zu bezeichnen. Wie steht es um diesen Befund?

Andrea Maria Dusl, Regisseurin und Autorin
Stefan Ruzowitzky, Regisseur und Drehbuchautor
Antonin Svoboda, Regisseur und Produzent coop99
Peter Zawrel, Geschäftsführer Filmfonds Wien
Moderation: Robert Buchschwenter, Filmwissenschaftler

Mittwoch, 17. Oktober 2007, 19.00
Was glauben die denn eigentlich?
ZARA:TALK

In multikulturellen Gesellschaften leben zwangsläufig Mitglieder unterschiedlicher Religionsgemeinschaften. Einem religiösen Bekenntnis anzugehören bedeutet aber nicht unbedingt ein praktizierendes Mitglied der Glaubensgemeinde zu sein. Was bedeutet religiös oder streng-gläubig zum Beispiel im Islam?

Sonja Fercher, der standard.at
Mouhanad Khorchide, Institut für Bildungswissenschaft, Islamische Religionspädagogik

In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit. www.zara.or.at.

Dienstag, 16. Oktober 2007, 19.00
Hesus
kinokis mikrokino #145

Manila 2011: Der korrupte General Racellos (Lawrence Espinosa) kontrolliert das Land via Fernsehen und Radio. Nachts herumirrende Einwohner werden von paramilitärischen Gruppen angehalten und gezwungen die Nationalhymne zu singen. Im Würgegriff des faschistischen Systems blühen im Untergrund aber Widerstand, Literatur und Kunst. Hesus (Anthony Fernandez), Anführer der widerständischen Massen, wird von den Regierungstruppen gejagt. Mit den Mitteln des Science-Fiction Films thematisiert Lav Diaz die jahrelangen Repressionen während des Marcos-Regimes auf den Philippinen und verarbeitet traumatische Erlebnisse seiner Kindheit und Jugend.

Hesus Rebolusyonaryo/Hesus the Revolutionary (Philippinen, 2002), Regie: Lav Diaz, 112 Min., OmenglU

Anschließend
Elisabeth Streit, kinoki/Österreichisches Filmmuseum im Gespräch mit Markus Keuschnigg, Filmjournalist

Montag, 15. Oktober 2007, 19.00
Curating Media/Net/Art
Präsentation und Vorträge

Das in Wien ansässige Medienkollektiv CONT3XT.NET setzt sich in seiner ersten Publikation circulating contexts--Curating Media/Net/Art mit den Möglichkeiten zeitgenössischer Ausstellungskonzepte für die Medien Kunst auseinander. Der aus einer Projektreihe entstandene Band geht auf aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle zwischen dem Repräsentationsraum und den Darstellungsformen traditioneller Kunstformen und den Ghettos von Computerkunst, elektronischen Kunstformen, Netz- und Medienkunst ein.

Vorträge:
Luis Silva, Kurator und freier Autor, Lissabon
Joasia Krysa, Kuratorin und Dozentin, Uni Plymouth
Duncan Shingleton, Medienkünstler und Programmierer, Plymouth

In Kooperation mit CONT3XT.NET (Sabine Hochrieser, Michael Kargl, Franz Thalmair).

Mittwoch, 10. Oktober 2007, 18.30
And now set Europe ablaze!
Vortrag und Diskussion

Zum Repertoire des 1940 gegründeten Special Operations Executive (SOE) gehörten Sabotage, subversive Propaganda und die Unterstützung von Partisanenbewegungen gegen das nationalsozialistische „Großdeutsche Reich“. Eine eigene Österreichabteilung war seit 1943 damit betraut, den Widerstand in den Alpen anzufachen, ein Jahr später sprangen die ersten Agenten mit Fallschirmen über der „Ostmark“ ab. Wer waren diese Männer, durch wen wurden sie in Österreich unterstützt und welcher Erfolg war ihren Missionen beschieden?

Peter Pirker, Politologe

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit GEDENKDIENST.

Dienstag, 09. Oktober 2007, 21.15
Mildred Pierce
Film und Theorie

Mit ihrer Verkörperung von Mildred Pierce gelang Joan Crawford 1945 ein spektakuläres Comeback. In diesem Nachkriegs-Film-Noir unter der Regie von Michael Curtiz stellt sie eine ambitionierte, alleinerziehende Frau dar, die aus eigener Kraft den sozialen und ökonomischen Aufstieg betreibt und unter patriarchalen Rahmenbedingungen zu Fall gebracht wird. Eine melodramatische Variante des Schneewittchenmotivs.

Judith Fischer, Schriftstellerin

Mildred Pierce (USA 1945), Regie: Michael Curtiz, wird am 9. Oktober 2007 um 19 Uhr im Topkino,
Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit LichtBlick.

Montag, 08. Oktober 2007, 19.00
Baukultur in Österreich: nicht genügend?
Podiumsdiskussion

Was lernen Studierende der Architektur, der Raum- und Landschaftsplanung über das komplexe Thema Baukultur? Die Kritik an der österreichischen Baukultur, diesen Sommer mit dem ersten Baukulturreport veröffentlicht, wird demnächst offiziell ernst genommen. Noch im Oktober wird das Thema im Kulturausschuss des Nationalrats behandelt. Welchen Anteil am Image des hiesigen Bauens und Planens hat die Ausbildung?

Gabu Heindl, Institut Kunst und Architektur, Akademie der bildenden Künste Wien
Irene Prieler, Architektin, IG Architektur
Florian Reinwald, Doktorand, Institut für Landschaftsplanung, BOKU Wien
Markus Taxer, Student,Fachschaft Architektur, TU Wien
Moderation: Manuela Hötzl, OFROOM Forum für Architektur und Bau

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der IG Architektur

Donnerstag, 04. Oktober 2007, 19.00
Über Kunst schreiben
Podiumsdiskussion

Genauso wie die Kunst, so unterliegt auch die Sprache mit der über sie geschrieben oder gesprochen wird einem ständigen Wandel. Brauchen neue Ideen und Entwicklungen in der Kunst auch zwangsläufig neue sprachliche Übersetzungen? Was verraten Phraseologien wie "Verortung" und "Irritation der Wahrnehmung" letztendlich über die Entwicklungen in der Kunst? Welche Sprache ist der Kunstkritik angemessen?

Rainer Metzger, Kunstkritiker, Karlsruhe
Ursula Maria Probst, freie Kunstkritikerin, Wien
Thomas Wulffen, freier Kunstkritiker, Berlin
Moderation: Burghart Schmidt, Philosoph, Offenbach/Main

Donnerstag, 27. September 2007, 19.00
Über Kunst berichten
Podiumsdiskussion

Wann ist die Kunst den Tageszeitungen und Wochenzeitschriften einen Artikel, einen Kommentar wert? Wer sucht aus, was über Kunst berichtet wird, welche Ausstellungen diskutiert, welche Künstler in den Mittelpunkt gerückt und welche Themen im Vordergrund stehen werden? Zu beobachten ist jedenfalls, dass sich die unterschiedlichen Medien in der Auswahl worüber sie berichten, ziemlich einig sind.

Stefan Grissemann, profil
Hedwig Kainberger, Salzburger Nachrichten
Norbert Mayer, Die Presse
Claus Philipp, Der Standard
Moderation: Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Kunstwissenschaftlerin und Journalistin

Mittwoch, 26. September 2007, 19.00
Kunst im Dialog
Gespräch

Die Bestimmung von Kunst wird von verschiedenen ProtagonistInnen und Institutionen beeinflusst. Einerseits trägt der akademische Diskurs dazu bei, andererseits sind es KritikerInnen, Museen, sowie die verschiedenen Player des Kunstmarktes, die an diesem Prozess beteiligt sind. Natürlich haben auch gerade die KünstlerInnen selber Anteil daran, sind sie doch die ProduzentInnen in diesem System. Doch haben sie als solche oft einen anderen Zugang zu ihrer Materie. Wie aber funktioniert die Übersetzung von Kunst in den Diskurs? In wieweit kann und muss zwischen KünstlerIn und KritikerIn kommuniziert werden? Gibt es so etwas wie eine Deutungshoheit von KünstlerInnen über ihre Arbeit oder ist deren Zugang nur einer von vielen möglichen? Zu diskutieren ist auch das Verhältnis von Künstlerinnen und KritikerInnen, das normalerweise ein asymetrisches ist.

Sabeth Buchmann, Kritikerin
Moussa Kone, Künstler

Dienstag, 25. September 2007, 21.15
Onibaba
Film und Theorie

Zwei Frauen – Mutter und Schwiegertochter – im Schilf: Gemeinsam locken sie Samurais in eine Grube wo sie sie töten und berauben. Ein paar Überlegungen zum unheimlichen Pakt von Körper, Landschaft und Objekt in Kaneto Shindôs "Onibaba".

Maya McKechneay, Filmkritikerin

Onibaba (J 1964), Regie: Kaneto Shindô, wird am 25.
September um 19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Mittwoch, 19. September 2007, 19.00
Die Polizei als Menschenrechtsorganisation
ZARA:TALK

Menschenrechte und Polizei: Ein nicht unter einen Hut zu bringender Widerspruch oder ein Balanceakt zwischen Amtsgewalt und Gesetzesvollzug? Eine Diskussion, die unterschiedliche Aspekte einer nicht immer einfach zu bewältigenden Aufgabe aufgreift und aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet.

Sonja Fercher, derstandard.at
Friedrich Kovar, Oberstleutnant, Koordinator für Menschenrechtsangelegenheiten beim Landespolizeikommando Wien

In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit. www.zara.or.at.

Donnerstag, 13. September 2007, 19.00
Der Report: Baukultur in Österreich
Präsentation und Publikumsdiskussion

Österreich hatte bisher keine Architekturpolitik. Mit dem nun vorliegenden ersten österreichischen Baukulturreport ist ein erster Schritt getan, dies zu ändern. Was sagt der Report über die Baukultur in diesem Land? Was passiert mit dem Ergebnis, wie sehen die weiteren Schritte aus? Wer ist politisch für die Umsetzung verantwortlich?

Hartwig Chromy, ARGE Baukulturreport, T.C. Bauträgergesellschaft mbH
Volker Dienst, ARGE Baukulturreport, Plattform für Architekturpolitik und Baukultur
Barbara Feller, Architekturstiftung Österreich
Robert Temel, Österreichische Gesellschaft für Architektur

Donnerstag, 28. Juni 2007, 19.00
Raum nach Merleau-Ponty
Buchpräsentation

In seiner Monographie Maurice Merleau-Ponty – Werk und Wirkung versucht Stephan Günzel, das Denken des französischen Philosophen systematisch und im Hinblick auf dessen Wirkungsgeschichte zu erschließen. Das Werk Merleau-Pontys wird anhand der drei Grundfiguren ‚Leib‘, ‚Struktur‘ und ‚Chiasmus‘ vorgestellt, aus denen der Begriff des ‚Fleisches‘ erklärbar wird. Vor dem Hintergrund von Merleau-Pontys Kunst- und Naturverständnis wird dieser Begriff sodann als ein Konzept von Räumlichkeit interpretiert.

Stephan Günzel, Philosoph
Silvia Stoller, Philosophin
Marc Ries, Medien- und Kulturtheoretiker

Stephan Günzel: Maurice Merleau-Ponty – Werk und Wirkung. Wien: Turia+Kant 2007

In Kooperation mit dem IWK.
www.univie.ac.at/iwk/

Freitag, 22. Juni 2007, 19.00
Grenzen im postkolonialen Europa
Vortrag und Diskussion

Diese Veranstaltung musste leider abgesagt werden:

Wie ist die Lage Europas in der Auseinandersetzung mit seiner kolonialen Vergangenheit, die in einem hohen Maße konstituierend für die Herausbildung der Begriffe von „Europa“ oder des „Westens“ war, zu deuten? Es gilt, einige der "Gegengeschichten" und "Gegengeographien" der Moderne zu beleuchten, die aus dem kolonialen Erfahrungsraum entstanden sind. Eine Analyse heutiger Migrationspolitiken zeigt, wie die Entstehung einer neuen europäischen BürgerInnenschaft strukturell durch die Gefahr der Reproduktion eigentümlicher kolonialer Regierungsmechanismen gekennzeichnet ist. Doch die Bewegungen und Kämpfe der Migration sind vielleicht ein wesentlicher Beitrag zur "Provinzialisierung Europas".

Sandro Mezzadra, Universität Bologna
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp

Eine Veranstaltung im Rahmen von translate. Beyond Culture: The Politics of Translation, http://translate.eipcp.net/

Donnerstag, 21. Juni 2007, 18.30
Das Notting Hill von Wien?
Podiumsdiskussion

Das Kunstfestival Soho hat sich zu einer fixen Institution im Repräsentationsgefüge des Ottakringer Brunnenviertels etabliert. Von Seiten der Stadtplanung werden seine katalysatorischen Qualitäten im Prozeß der Stadterneuerung gepriesen, die Kunst hat einen neuen Tummelplatz erschlossen und punktet bei Lokalbevölkerung und alternativer Szene mit partizipativen Projekten. Allerdings werden nun Befürchtungen laut, dass der reflexiven Identitätspolitik des Festivals von sozialen Restrukturierungsprozessen das ärmere Publikum geraubt werden könnte. Droht dem Brunnenviertel die Spittelbergisierung?

Omar Al-Rawi, Gemeinderat SPÖ
Marc Diebäcker, Sozialarbeiter
Wolfgang Förster, MA18 - Wohnbauforschung
Ula Schneider, Soho in Ottakring
Bettina Köhler, Stadtforscherin
Moderation: Jakob Weingartner, malmoe

In Kooperation mit MALMOE.

Mittwoch, 20. Juni 2007, 19.00
Antisemitismus und Rassismus
ZARA:TALK

Bisweilen wird in der Debatte über die internationale Finanzwelt immer noch der Begriff „Ostküste“ zitiert, jüdische Einrichtungen sind Opfer von Vandalismus, ein österreichischer Politiker macht sogar Witze à la „Wie kann einer, der Ariel heißt, nur so viel Dreck am Stecken haben?“. JüdInnen sind nach wie vor Opfer von Anfeindungen und Gewalt. Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede gibt es in der Geschichte der Begriffe Antisemitismus und Rassismus, wie sehen die neuen Entwicklungen aus?

Heribert Schiedel, Rechtsextremismusexperte, DÖW
Sonja Fercher, derStandard.at

Eine Veranstaltungsreihe von ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit in Kooperation mit dem Depot. www.zara.or.at

Dienstag, 19. Juni 2007, 21.15
Lob der Goldgier
Film und Theorie

Im Europa der frühen Neuzeit wurde der Wunsch nach einer neuen Wunderwelt laut. Man fand sie im sagenumwobenen Eldorado, das sich aber nicht wie die bisherigen perfekten Reiche Atlantis oder Utopia durch hehre gesellschaftliche Ideale, sondern einzig und allein durch seine unermesslichen Goldvorhaben auszeichnen sollte. Der spanische Conquistador Aguirre mordet sich ohne Rücksicht auf Verluste durch den brasilianischen Dschungel auf der Suche nach dem "neuen Gott Gold": Das Psychogramm dieses Getriebenen wirft die Frage auf, ob er programmatisch für seine Zeit war.

Wolfgang Popp, Kulturredakteur

Aguirre, der Zorn Gottes (D, 1972) Regie: Werner Herzog, wird um 19.00 im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt.

Donnerstag, 14. Juni 2007, 19.00
Flexart
Präsentation und Diskussion

Das Forschungsprojekt Flexible@Art beschäftigt sich mit Prekarisierung und Flexibilisierung im kulturellen, künstlerischen Sektor und darüber hinaus. Slogans wie Creative Industries, Ich-AGs und Kulturmanagement verweisen auf scheinbar unendliches Wachstumspotenzial und flexible Lösungsmöglichkeiten. Die Realität sieht jedoch oftmals anders aus: Beschäftigungsverhältnisse am Rande des Existenzminimums, permanentes Job-Hopping von einem Projekt zum nächsten, Stehzeiten ohne Anspruch auf Arbeitslosengeld, aber auch ehrenamtlich verrichtete Arbeit prägen die Lebens- und Arbeitsrealität in diesem Feld. Die Publikation flexart - flexible@art geht der Frage nach wie sich Flexibilisierung und Prekarisierung auf die Arbeitsverhältnisse von KünstlerInnen und KulturarbeiterInnen auswirken.

Eva Blimlinger, Historikerin, Universität für angewandte Kunst
Beat Weber, Ökonom, MALMOE
Andre Zogholy, flexible@art, Kunstuniversität Linz
Moderation: Charlotte Martinz-Turek, freie Kulturwissenschaftlerin, trafo.K

Eva Blimlinger/Andre Zogholy: flexart/ flexible@art. Linz: Kunstuniversität Linz 2007.

Dienstag, 12. Juni 2007, 19.30
ORF trifft die RegisseurInnen
Panel

Wird es TV-Slots zum Österreichischen Film geben, um Bewusstsein dafür zu schaffen? Gibt es geplante Sendungen abseits von Winzerkönig und Mitten im Achten, wo sich das heimische Filmschaffen, Newcomer inklusive, austoben kann? Die derzeitige Führung der Kreativ-Departments des ORF setzt sich mit den heimischen FilmgestalterInen, RegisseurInnen und AutorInnen an einen Tisch. Es geht um die Film- und TV-Landschaft Österreichs nach der ORF-Reform, direkte Arbeitskontakte zur ORF-Führung, ungeschnittenes kritisches Feedback und gemeinsame Visionen.

Wolfgang Lorenz, ORF-Programmdirektor Fernsehen
Heinrich Mis, ORF-Fernsehfilmchef
Franz Grabner, ORF-Ressortleiter Dokumentarfilm Kultur
Moderation: Dagmar Streicher, Obfrau ADA

In Kooperation mit ADA – austrian directors´ association.

Montag, 11. Juni 2007, 19.00
Das Verbotsgesetz - zeitgemäß?
Podiumsdiskussion

Das nach dem Zweiten Weltkrieg in Österreich erlassene Verbotsgesetz sollte die Entnazifizierung gesetzlich regeln und Versuchen zur Re-Etablierung der NSDAP vorbeugen. Für Aufregung sorgten nicht nur die empfindlichen Strafen für Gottfried Küssel und Hans-Jörg Schimanek Jr. in den 1990ern, sondern zuletzt die Verurteilung des britischen Revisionisten David Irving. Wie hat sich das Verbotsgesetz in der Vergangenheit bewährt und inwiefern hat sich der Kontext, in dem es ursprünglich entstanden ist, verändert?

Wolfgang Neugebauer, ehem. Leiter des DÖW (Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes)
Alfred Noll, Rechtsanwalt
Gabriel Lansky, Rechtsanwalt
Moderation: Georg Hufgard, Gedenkdienst

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem GEDENKDIENST.

Dienstag, 05. Juni 2007, 19.00
Newsfrton. Die Medien und der Irakkrieg
kinokis mikrokino #144

Die Nachrichten aus dem Irak vermögen kaum Vorstellungen vom Leben inmitten des Krieges zu produzieren, von Einsicht in politische Zusammenhänge gar nicht zu reden. In Control Room zeigt die ägyptisch-amerikanische Filmemacherin Jehane Noujaim Journalisten von Al Jazeera, aber auch von NBC/ABC und Presseoffiziere des US-amerikanischen Militärs bei der Produktion der Berichterstattung über den Krieg im Irak. Battleground begleitet einen Schiiten, der mit den Amerikanern gegen Saddam Hussein kämpfte, bei der Rückkehr zu seiner Familie und beobachtet US-Soldaten, die kein Wort Arabisch sprechen, bei ihren eher hilflosen Einsätzen. Embedded Reporting, ein Kapitel aus dem Antikriegsfilm Breaking Silence, zeigt, dass unabhängige Medienleute kaum eine Möglichkeit haben, im Irak zu arbeiten, ohne von allen Seiten - wörtlich- unter Beschuss genommen zu werden.

Control Room (USA 2004), Regie: Jehane Noujaim, 84 min, OV
Battleground. 21 days on the empire's edge (USA 2004), Guerilla News Network, 82 Min, OV
Embedded Reporting aus: Breaking Silence (USA 2006), Regie: Tonje Hessen Schei und David Bee, 10 Min., OV

Zwischen den Filmen Gespräch mit Gudrun Harrer, Arabistin und Redakteurin Der Standard.

Donnerstag, 31. Mai 2007, 19.00
Störenfriede der Erinnerung
Buchpräsentation und Diskussion

Wehrmachtsdeserteure, die sich weigerten, in Hitlers Vernichtungsfeldzug mitzumarschieren, wurden mit dem Vorwurf des "Kameraden- und Vaterlandsverrates“ konfrontiert. Erst in den 1990er Jahren forderten und erreichten VertreterInnen aus Wissenschaft, Politik und Medien letztlich die Entkriminalisierung und gesetzliche Rehabilitierung. Wie konnten die Akteure überhaupt den notwendigen Druck erzeugen, um tatsächlich Bewegung in die vergangenheitspolitische Landschaft zu bringen? Wie in Hannes Metzlers vergleichender Analyse deutlich wird, müssen diese Fragen für Deutschland und Österreich sehr unterschiedlich beantwortet werden.

Ludwig Baumann, Wehrmachtsdeserteur und Vorsitzender Bundesvereinigung Opfer der NS-Militärjustiz e. V., Bremen Albrecht Kirschner, Historiker, Marburg/Lahn
Hannes Metzler, Politikwissenschaftler, Wien
Terezija Stoisits, Abgeordnete zum Nationalrat, Wien
Moderation: Christa Ehrmann-Hämmerle, Historikerin, Wien

Metzler, Hannes: Ehrlos für immer? Die Rehabilitierung der Wehrmachtsdeserteure in Deutschland und Österreich. Wien: Mandelbaum 2007

Dienstag, 22. Mai 2007, 19.00
Rule of Law
Let's talk about ... SCRIPTS!

In Rule of Law begleitet Susanne Brandstätter die Richterin Claudia Fenz, die als UNO-Beauftragte einen brutalen Fall von Steinigung eines Serben und dessen Mutter im Kosovo aufzuklären hat. Brandstätters Kamera folgt dem Prozessverlauf bis hin zum Kanun, in dem ein Dorfrichter gemäß einer 600 Jahre alten Tradition - von allen Dorfbewohnern geachtet - über Streitfälle entscheidet.

Susanne Brandstätter, Regisseurin Rule of Law
Constantin Wulff, drehbuchForum

Es werden Ausschnitte aus Rule of Law – Justiz im Kosovo (A 2006) gezeigt.

Eine Veranstaltung von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at.

Dienstag, 22. Mai 2007, 21.00
Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?
Film und Theorie

Gerhard Friedls Film macht die Unsichtbarkeit wirtschaftlicher Macht sinnfällig: Die Tätigkeit der Arbeitenden wird ebenso wenig "dargestellt" wie die verästelten Machinationen der Konzerne. Eine Festmachung steht aus: Weder kann die Wertschöpfung der anonymen Individuen in der Erfolgsgeschichte der BRD ins Recht gesetzt noch kann über die steuerschonend-schlüpfrige Selbstverwertung des Kapitals gerichtet werden. Diesen Ausstand macht der Film nahezu körperlich spürbar, indem er die Wahrnehmung im Riss zwischen Bild und Ton und im Verschwinden der Wirtschaft in der Geschichte situiert.

Drehli Robnik, Filmwissenschaftler

Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen? (D 2005), Regie: Gerhard Friedl wird am 22. Mai um 19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit LichtBlick.

Montag, 21. Mai 2007, 19.30
FREE PEOPLE?
Podiumsdiskussion

Geistiges Eigentum und Urheberrecht stehen im Widerspruch zur Möglichkeit der unbegrenzten Verbreitung von digitaler Information. Den Nutzen daraus zieht die Verwertungsindustrie, die durch Knebelverträge die UrheberInnen klein hält und dabei ist, die technischen Möglichkeiten in „Digital Rights Management“ und in Abhängigkeitssystemen wie i-tunes umzusetzen. Welche Möglichkeiten gibt es, das Urheberrecht als unabdingbares Instrument zur Wahrung der Freiheit der Kunst und der Wissenschaft zu erhalten und gleichzeitig das öffentliche Interesse am freien Austausch von Information, Wissen und Bildung sicherzustellen?

Adi Blum, Autor, Luzern
Rosa Nentwich-Bouchal, ÖH-Vorsitzende 2005-2006
Cornelia Sollfrank, Künstlerin, Hamburg
Felix Stalder, Medienwissenschafter, Zürich
Michel Walter, Anwalt, Wien
Moderation: Ina Zwerger, ORF/ Radiokolleg, Ö1

Eine Veranstaltung der ÖH und des Kulturrat Österreich im Rahmen der ÖH-Kampagne Free People

www.oeh.ac.at
www.kulturrat.at

Mittwoch, 16. Mai 2007, 19.00
Jüdisches Leben in Wien nach 1945
Resümee und Perspektiven

Die prosperierende jüdische Gemeinde Wiens, vor dem “Anschluss” 1938 mit über 180.000  Mitgliedern eine der größten Europas, wurde gewissermaßen zweimal zerstört: Einmal durch die Vertreibung und Ermordung durch die Nationalsozialisten und ihre HelferInnen, ein zweites Mal durch  die Republik Österreich, der nach 1945 weder ein Wort des Bedauerns noch eine Einladung zur  Rückkehr zu entlocken war und die systematisch die Rückkehr von Vertriebenen sabotierte. Angesichts solcher Rahmenumstände stellt sich die Frage, wie sich eine Minorität überhaupt entwickeln kann, und welchen Veränderungen sie unterworfen ist.

Raimund Fastenbauer, Generalsekretär der IKG Wien
Moderation: Florian Wenninger, Gedenkdienst

Eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit dem GEDENKDIENST.

Dienstag, 15. Mai 2007, 19.00
Ravensbrückerinnen
kinokis mikrokino #143

Irmas Zeit begleitet Irma Trksak, die als Widerstandskämpferin 1941 ins Frauen KZ Ravensbrück deportiert wurde, auf einer Zeitzeuginnenreise durch Oberösterreich. Seit Jahrzehnten ist sie als Sekretärin der Lagergemeinschaft Ravensbrück tätig, um ihre politische Lebenserfahrung an die nächsten Generationen weiterzugeben. In Erdberg steht ein Häuserl dokumentiert einen Spaziergang mit Hermine Jursa, Widerstandskämpferin, Kommunistin, Ravensbrückerin durch den 3. Bezirk. Zu den Wohnungen, in denen sie gewohnt, gelebt, politisch gearbeitet hatte, verraten und verhaftet wurde.

Irmas Zeit (A 2007), Regie: Alenka Maly und Roland Freinschlag, 33 Min.
In Erdberg steht ein Häuserl (A 2000), Regie: Tina Leisch, 44 Min.

Filmvorführungen in Anwesenheit von Irma Trksak, Alenka Maly und Tina Leisch

Dieser Filmabend ist ein Beitrag anlässlich des 60jährigen Bestehens der  Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und Freundinnen, das am 1. Juni  um 15.30 Uhr mit einem Festakt im Parlament gewürdigt wird.

Montag, 14. Mai 2007, 19.00
ÖH-Wahlen
Zwiegespräche der SpitzenkandidatInnen

Von 22. bis 24. Mai ist es wieder so weit: Circa 220.000 Studierende sind aufgerufen, ihre Studien- und Universitätsvertretung zu wählen. Auch heuer kommt wieder die Frage nach der Legitimation dieser gesetzlichen Interessensvertretung auf, weil seit Jahren die Wahlbeteiligung nur bei etwa 30 Prozent liegt. Dabei gibt es in vielen Bereichen dringenden Diskussions- und Handlungsbedarf: von Studiengebühren und Sozialdienst über Zugangsbeschränkungen bis hin zur aktuellen Hochschulreform nach Bologna. Und wie viel Einfluss hat die ÖH überhaupt?  In aufeinander folgenden Zweiergesprächen diskutieren die SpitzenkandidatInnen der Fraktionen der Bundesvertretung.

Samir Al-Mobayyed, AG
Hartwig Brandl, FLÖ
Fanny Rasul, GRAS
Lisa Schindler, VSStÖ
Natascha Wanek, KSV-LiLi
Philipp Weingartshofer, LSF
Moderation: Anita Zielina, derStandard.at

Donnerstag, 10. Mai 2007, 19.00
Die größte Reform aller Zeiten
Medienkritik

Vor genau einem Monat startete die „größte ORF-Reform aller Zeiten“, bei Schönwetter mit Quotentief. Und vor genau einem Jahr begann die Bürgerinitiative SOS ORF im Internet Unterschriften zu sammeln: Für ein höheres Niveau des Programms, die Neustrukturierung der Redaktionen im Bereich der Fernsehinformation und das Ende der politischen Einflussnahme. Die Einschaltquoten waren zwar kein Thema der Initiative, dafür sind sie umso mehr Zielscheibe der Kritik. Denn seit dem Start der Reform sinken sie. Ist dafür das Programmniveau gestiegen, die politische Einflussnahme beendet?

Harald Fidler, Medienredakteur, der Standard
Anneliese Rohrer, Journalistin, Kurier

Mittwoch, 09. Mai 2007, 19.00
Das N-Wort
ZARA:TALK

Wie verlief die Entwicklung vom lateinischen "niger" für "schwarz" zum rassistischen Schimpfwort. Ist das N-Wort nur politisch-korrekter Sprachkodex und sollen nur noch Euphemismen erlaubt sein? Wie wollen Schwarze Menschen genannt werden: „Schwarze“? „AfrikanerInnen? „Farbige“? Was ist mit Schwarzen Menschen die sich selbst gegenseitig mit dem N-Wort ansprechen? Ist das N-Wort nur für Weiße tabu? Wie geht die österreichische Öffentlichkeit mit dem N-Wort um? Während in anderen Ländern die Benutzung des N-Wortes politische und andere Karrieren beendet, können in Österreich PolitikerInnen ungeniert und öffentlich dessen Benutzung propagieren.

Araba Evelyn Johnston-Arthur, Sozial- und Kulturwissenschafterin, PAMOJA
Hikmet Kayahan, Leiter der Beratungsstelle für Opfer und ZeugInnen von Rassismus ZARA

ZARA:TALK ist eine Veranstaltungsreihe von ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit in Kooperation mit dem Depot.
www.zara.or.at

Dienstag, 08. Mai 2007, 19.00
Queer Hell: Religion, Sexuality, and the Politics of Hate
Vortrag

Jedes Jahr vor Halloween errichten evangelikale Kirchen in den USA sogenannte Hell Houses, die christliche Antwort auf die säkulare Tradition der Spukhäuser. In den Hell Houses führen „Dämonen“ durch blutige Inszenierungen von „Sünden“ wie Homosexualität, Abtreibung, Selbstmord, die Ablehnung der christlichen Heilslehre. Kritisiert werden die Darstellungen von Homosexualität in diesem Kontext von schwulen und lesbischen Gruppen, aber auch von einigen moderaten christlichen Organisationen. Die Hell Houses und deren Rezeption können als Modell für breitere Probleme verstanden werden, die die Grenzen der Toleranz und die Bedingungen der „Politik des Hasses“ in der US Gesellschaft aufzeigen.


Ann Pellegrini, Prof. of Performance Studies and Religious Studies, New York University

Vortrag in englischer Sprache

In Kooperation mit der Reihe Queere Interventionen. Gespräche zu Kulturwissenschaft und Kunst (kuratiert von Susanne Hochreiter, Institut für Germanistik, Uni Wien, und Andrea B. Braidt, Institut für TFM, Uni Wien)

Donnerstag, 03. Mai 2007, 19.00
Displaying Postcoloniality
Vortrag und Diskussion

Wie lassen sich die unberechenbaren Folgen verschiedener Prozesse und Praxen der Kreolisierung in einem Ausstellungskontext zeigen? Durch welche Ausdrucksformen können koloniale Routen von Sklaverei und Zwangsarbeit, heutige Migrationsbewegungen, Macht- und Ausbeutungsverhältnisse sowie Widerstand und Kämpfe um Selbstbehauptung gefasst werden? Françoise Vergès versteht ihre Arbeit für ein "Museum der Gegenwart" auf Réunion als eine Infragestellung kolonialer Chronologien und eine Erkundung der Gegenwart. Ausgehend von einer Kritik des Archivs als koloniales Instrument diskutiert sie Möglichkeiten einer Öffnung des Museumsraumes für lokale und globale  Transformationsprozesse in der Auseinandersetzung mit einer "Sammlung ohne Objekte"

Vortrag von Françoise Vergès, London/Paris/Réunion
Moderation: Luisa Ziaja und Araba Evelyn Johnston-Arthur, Wien

Vortrag und Diskussion finden in englischer Sprache statt.

Eine Veranstaltung im Rahmen von translate. Beyond Culture: The Politics of Translation in Kooperation mit schnittpunkt. ausstellungstheorie & praxis http://translate.eipcp.net, http://www.schnitt.org

Mittwoch, 02. Mai 2007, 19.00
Immer nie am Meer
Let's talk about ... SCRIPTS!

Angeblich reisten Christoph Grissemann, Dirk Stermann und Heinz Strunk eigens nach Bulgarien, um dort gemeinsam unter dem Bett liegend ein Drehbuch zu schreiben. Und aus der ursprünglich geplanten Komödie wurde im Laufe der jahrelangen Arbeit daran schließlich eine Tragödie, oder, nach Stermann, eine Psychogroteske.

Christoph Grissemann, Drehbuch Co-Autor und Protagonist
Dirk Stermann, Drehbuch Co-Autor und Protagonist
Antonin Svoboda, Regie und Drehbuch
Moderation: Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

Es werden Ausschnitte aus Immer nie am Meer (A 2007) gezeigt.

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien.
(www.drehbuchforum.at)

Dienstag, 01. Mai 2007, 20.00
Peter Watkins und die Medien
Diskussion mit Filmausschnitten

Seit den frühen 1960er Jahren kritisiert Peter Watkins in seinen Filmen vehement die Medien, bezieht aber den Blick der Medien regelmäßig in die Inszenierung mit ein. Watkins Filme bilden eine Reihe von Modellen, die einen grundsätzlich anderen Gebrauch von Bildern und Tönen vorschlagen als die manipulativen und destruktiven Strategien der medialen "Monoform". Im Gespräch mit AktivistInnen des Rebond pour La Commune, einer Assoziation von MitarbeiterInnen an Watkins Film über die Pariser Commune, wird anhand einiger Filmausschnitte die Diagnose einer tiefgreifenden "media crisis" zur Diskussion gestellt.

Renaud Bazin, Schauspieler La Commune (Paris 1871)
Jean-Pierre Lenestour, Schauspieler La Commune (Paris 1871)
Michael Loebenstein, Filmmuseum
Maya Olaso, Schauspielerin La Commune (Paris 1871)
Pierre Vergnaud, Schauspielerin La Commune (Paris 1871)
Patrick Watkins, Casting Director und Schnittassistent La Commune (Paris 1871)

Moderation: Alexander Horvath, Filmmuseum, und Peter Grabher, kinoki

Diskussion in englischer Sprache.

In Kooperation mit der Peter Watkins-Retrospektive im Österreichischen Filmmuseum und mit kinoki.

Montag, 30. April 2007, 19.00
Gleichheit/en - leere Verheißung?
Präsentation und Diskussion

EU-Projekte, in deren Bemühungsmittelpunkt MigrantInnen stehen, sind in der Ambivalenz von Strukturadaptionen, Engagement und eigensinnigen Entwürfen verortet. An den Schnittstellen von Migration, Antirassismus und der Arbeit in kulturellen, sozialen und bildungspolitischen Feldern finden sich Beiträge zu Sichtbarkeitspolitiken und deren (Selbst-) Kritik.

Alles Equal! Über's (politische?) Arbeiten in EU-Projekten und
Fields of TRANSFER. Beide Publikationen werden von WIP - Migrantische Selbstorganisation und Arbeit herausgegeben (work-in-process.at).

Petja Dimitrova, Initiative Minderheiten
Vlatka Frketic, Peregrina
Birge Krondorfer, Frauenhetz
Rubia Salgado, maiz, Linz
Helga Suleiman, Dschanuub, Graz
Vina Yun, IG Kultur Österreich
Moderation: Miss Participation

Freitag, 27. April 2007, 19.30
Culture, Politics, and History in Contemporary Latvia
Vorträge und Diskussion

Die Auseinandersetzung mit und um Geschichte, um ein vermeintlich „richtiges“ kollektives Gedächtnis stellt einen der zentralen und am heftigsten umkämpften Diskurse post-kommunistischer Gesellschaften in den vergangenen Jahren dar. Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang kritische künstlerische und kuratorische Praxen, wenn gerade das Museums- und Ausstellungsfeld oder auch der öffentliche Raum als Terrain visueller Manifestationen (neuer) hegemonialer Geschichtsschreibung genutzt werden? Im Vorfeld einer Exkursion nach Riga im Mai 2007 geht schnittpunkt dieser Thematik im spezifisch lettischen Kontext nach.

Politics of History after 1989. Polyphonic Perspectives on the Communist Past, Berthold Molden, Historiker,
Politics of Fieldwork? Artists’ research, Media, and History Exposure in Latvia, Mara Traumane, Kuratorin/Kunstkritikerin, Riga/Berlin

Moderation: Luisa Ziaja, schnittpunkt, Wien

Veranstaltung in englischer Sprache.

Donnerstag, 26. April 2007, 19.00
Subversiv, inkorrekt, autonom?
Filmscreening und Diskussion

Im Unterschied zu anderen Festivals gibt es beim underdog filmfest keine Jury und keine Preise zu gewinnen. Teilnehmen kann jeder Film, der nicht rassistisch, sexistisch oder homophob ist. Durch welche formalen, politischen, künstlerischen Kriterien profilieren sich die unterschiedlichen Filmfestivals und Plattformen, welche Rolle schreiben sie sich selbst im alternativen Kulturspektrum zu?

Veronika Brandt, unabhängige Filmemacherin
Jens Diestel, ohnekohle independent Video Festival
Katharina Posch, Kino5
Joachim Traun, Vienna Independent Shorts
Moderation: Sara Paloni, fiber

In Kooperation mit underdog filmfest und kinoki.

underdog filmfest, 25.– 29.4. 2007.
Nähere Informationen unter www.underdogfilmfest.org.

Mittwoch, 25. April 2007, 19.00
Local Knowledge in der EZA
Diplomarbeit und Gespräch

Ausgehend von der Frage nach der Wirkkraft lokalen Wissens in der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) wird das Schaffen der Universität URACCAN in Nicaragua beleuchtet. Die Universität widmet ihre Arbeit den regionalen Besonderheiten ihres Standorts. Durch qualifizierte Ausund Weiterbildung lokaler Fachkräfte soll die nachhaltige Entwicklung der autonomen Atlantikregionen Nicaraguas vorangetrieben werden.

Georg Grünberg, Horizont 3000
Katharina Kloser, Ethnologin
Gerhild Trübswasser, Sozialwissenschafterin, u.a. Universität Uraccan

Katharina Kloser: Local Knowledge in der EZA – Die Strategie der Universidad de las Regiones Autónomas de la Costa Caribe Nicaragüense. Diplomarbeit, Universität Wien 2006.

Dienstag, 24. April 2007, 19.00
Die Fälscher
Let's talk about ... SCRIPTS!

Das Drehbuch basiert auf dem Erfahrungsbericht Des Teufels Werkstatt von Adolf Burger, einem der letzten lebenden Zeitzeugen des „Unternehmens Bernhard“. Im Konzentrationslager Sachsenhausen wurden Häftlinge gezwungen, US Dollar- und englische Pfundnoten zu fälschen, um die britische Wirtschaft zu schwächen.


Stefan Ruzowitzky, Buch und Regie Die Fälscher
Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM Wien

Eine Veranstaltung von drehbuchFORUM Wien.
www.drehbuchforum.at

Montag, 23. April 2007, 19.00
Norden Süden Cyberspace
Podiumsdiskussion

Norden. Süden. Cyberspace untersucht aus feministischer und postkolonialer Perspektive den Überschneidungsbereich von Technowissenschaften, Cyberphilosophien und internationaler Entwicklung. Wie beziehen sich Analysen zur transnationalen Migration auf cybermediale Techniken und Praktiken? Welche Handlungsmöglichkeiten hat netzaktivistische Medien- und Informationspolitik im österreichischen „Hier“?

Hanna Hacker, freie Kultur- und Geisteswissenschafterin
Beatrice Achaleke, Schwarze Frauen Community
Sabine Prokop, freie feministische Medienwissenschafterin
Moderation: Hannes Hofbauer, Promedia Verlag

Hanna Hacker (Hg): Norden. Süden. Cyberspace. Text und Technik gegen die Ungleichheit. Wien: Promedia 2007

Mittwoch, 18. April 2007, 19.00
Rassismus sichtbar machen
ZARA:TALK

Der Rassismus Report erscheint seit nunmehr sieben Jahren und ist die einzige qualitative Datenquelle über Struktur und Ausmaß von Rassismus in Österreich. Er zeigt anhand von Einzelfall-Berichten, in welchem Ausmaß sich rassistische Diskriminierung durch alle Lebenslagen zieht. Xiane Kangela, Chefredakteurin des Rassismus Report, spricht mit Sonja Fercher über die Strukturen von Rassismus, die durch die Dokumentation über Jahre hinweg sichtbar werden, die Bedeutung des Rassismus Reports als Informations- und Datenquelle, die diesjährige Schwerpunktsetzung „Die eigenen Rechte kennen“, aber auch über ihre Motivationen sowie Herausforderungen und Probleme, die sich beim Schreiben des Rassismus Reports stellen.

Sonja Fercher, derStandard.at-Redakteurin, im Gespräch mit Xiane Kangela, Chefredakteurin des Rassismus Reports, der jährlich von ZARA herausgegeben wird

ZARA:TALK ist eine Veranstaltungsreihe von ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit in Kooperation mit dem Depot.

Dienstag, 17. April 2007, 19.00
La mémoire des enfants
kinokis mikrokino #142

Die Regisseure Hannes Gellner und Thomas Draschan stellen Überlebende vor, die in den 1940er Jahren nur knapp der Ermordung durch die Nationalsozialisten entgehen konnten. In Interviews verknüpfen die ZeitzeugInnen ihre persönlichen Geschichten mit den historischen Fakten und weisen dabei mit großer Vehemenz auf die Verantwortung des Vichy-Regimes hin. Darüber hinaus erinnern Serge und Beate Klarsfeld an die Rolle von Österreichern bei der Durchführung der „Endlösung” in Frankreich.

La Mémoire des Enfants (A /F 2006), Regie: Hannes Gellner und Thomas Draschan, 80 Min.

Anschließend Gespräch mit Hannes Gellner und Thomas Draschan. Moderation: Dagmar Streicher, Autorin und Regisseurin

Mittwoch, 11. April 2007, 19.00
Des Führers heimliche Vasallen
Vortrag und Diskussion

Ein Zentrum der Kämpfe während des Putschversuches österreichischer Nationalsozialisten im Juli 1934 war das Kärntner Lavanttal. Wieso kam es gerade hier zu so heftigen Auseinandersetzungen? Wer plante und organisierte das Unternehmen, wer führte es aus? Der Kärntner Historiker Christian Klösch hat in mühevoller Kleinarbeit die Teile des Putsch-Puzzles zusammengetragen und die Biografien der Beteiligten recherchiert.

Christian Klösch, Historiker

Christian Klösch: Des Führers heimliche Vasallen. Die Putschisten des Juli 1934 im Kärntner Lavanttal. Wien: Czernin 2007.

Donnerstag, 29. März 2007, 19.00
Riff-Raff
kinoki spezial zum EuroMayDay

Eine Tragikomödie über das Ende geregelter Anstellungsverhältnisse. Bauarbeiter auf in jeder Hinsicht ungesicherten Arbeitsplätzen in London. Ein ehemaliges Krankenhaus soll in einen Luxuswohnblock umgebaut werden. Während sich die Träume von bescheidenem Wohlstand täglich als völlig unerreichbare Illusionen herausstellen, steigt die Wut. Anschließend an die Filmvorführung gibt es Gelegenheit zum Austausch über die verschiedenen Zielsetzungen und Ressourcen im Organisierungskontext.

Riff-Raff (GB 1990), Regie: Ken Loach, 94 Min., dF

In Kooperation mit kinoki und EuroMayDay (www.euromayday.at).

Organizing Day am 30. März 2007 im WUK.

Mittwoch, 28. März 2007, 19.00
Über Rassismus schreiben
ZARA:TALK

Es vergeht kaum ein Tag, an dem JournalistInnen nicht genug Berichtenswertes über rassistische Äußerungen, Übergriffe und rassistisch motivierte politische Entscheidungen geboten wird. Dennoch halten sich die meisten Medien zu diesem Thema dezent im Hintergrund.

Hikmet Kayahan, ZARA, im Gespräch mit
Sonja Fercher, derstandard.at

In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit.

Montag, 26. März 2007, 19.00
The Halfmoon Files
Film und Diskussion

In einer einmaligen Allianz aus Militär, Wissenschaft und Unterhaltungsindustrie entstanden Tonaufnahmen von hunderten im sogenannten Halbmondlager bei Berlin gefangenen Kolonialsoldaten des 1. Weltkriegs. Wie in einem Memoryspiel deckt Phillip Scheffner in seinem Film Bilder und Töne auf, in denen die Geister der Vergangenheit zum Leben erwachen.

The Halfmoon Files (D 2007), Regie: Philip Scheffner, 87 Min.

Philip Scheffner, Filmemacher, Berlin, im Gespräch mit
Stefan Nowotny, Philosoph

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ausstellung notes on archives der Galerie IG Bildende Kunst und in Kooperation mit translate.eipcp.net.

Freitag, 23. März 2007, 19.00
Kritik der Kreativität
Buchpräsentation und Diskussion

Kreativität zieht wieder. Durch Esoterik und katholischen Kreationismus, durch die Hypes der Creative Industries und die Hochflüge der digitalen Boheme zieht sich eine Renaissance des Schöpferischen. Gerade in der Umgebung kritischer Kunstpraxis und kollektiver Wissensproduktion hat sich jedoch eine reichhaltige Landschaft der Kritik der Kreativität entwickelt.

Monika Mokre, Politikwissenschafterin, Akademie der Wissenschaften
Marion von Osten, Künstlerin, Akademie der bildenden Künste
Gerald Raunig, Philosoph, eipcp

Gerald Raunig / Ulf Wuggenig (Hg.): Kritik der Kreativität (republicart,
Band 6). Wien: Turia+Kant 2007.

In Kooperation mit transform.eipcp.net.

Donnerstag, 22. März 2007, 19.00
Freiräume: Zur Logik des Orts
Podiumsdiskussion

Der Kampf um Freiräume bildet einen zentralen Bestandteil progressiver struktureller Kulturarbeit. Autonome Räume dienen als Orte des Experiments, der Aneignung aktivistischer Praktiken, zur Verwirklichung nicht kommerzieller Kunst-, Kultur- und Sozialprojekte und um Gegenöffentlichkeiten zu situieren. Um den dahinterliegenden politischen Prozess sichtbar zu machen, muss ein zeitgemäßer Diskurs neu initiiert werden.

Robert Foltin, Grundrisse
Markus Hafner, Faktum Flakturm
Lilo Nein, Künstlerin
Initiative Pankahyttn
Moderation: Stefan Lutschinger, IG Kultur Wien

Eine Veranstaltung der IG Kultur Wien.

Montag, 19. März 2007, 19.00
Arrangierte Bildung
Podiumsdiskussion

Derzeit werden bildungspolitische Entscheidungen von Begriffen wie Vereinbarung, Mobilität, Strategien und Wettbewerb geprägt. Seit der Umsetzung des so genannten Bologna-Prozesses sind an deutschsprachigen Universitäten und Fachhochschulen soziopolitische und -ökonomische Faktoren bestimmend. Doch welche sind die Alternativen?

Josef Bakic, Studiengang Sozialarbeit, fh-campus wien
Agnieszka Dzierzbicka, Institut für Bildungswissenschaft, Uni Wien
Johannes Kellner, StuVe Sozialarbeit, fh-campus wien
Nina Wlazny, StRV Pädagogik, Uni Wien
Moderation: Larissa Schindler, Institut für Soziologie, Uni Mainz

In Kooperation mit dem Institut für Bildungswissenschaft der Uni Wien.

Freitag, 16. März 2007, 19.00
ArbeitsZeitRäume
Tagung - Eröffnung im Depot

An welchen Orten arbeiten wir wie flexibel? Wenn wir davon ausgehen, dass die Fabrik, das „Arbeitshaus“, das Bürohaus uns die Raum- und Zeiterfahrung von Arbeit im System des Fordismus verdeutlichen, welche Räume, welche  Bewegungen, welche Zeitlogiken werden dann in postfordistischen Arbeits- und Lebenswelten relevant?

Einleitung von Gabu Heindl, Konzept und Organisation der Tagung,
Architektin, Wien/Graz

19.30 – 21.30
Arbeitende Körper

Von der Passung zum “passing”
Prothetische Figuren dienen aktuell dazu, für ein symbiotisches Verhältnis von Mensch und Technik zu argumentieren und stehen im Kontext einer Körperpolitik (oder Biopolitik), die sich der Idee des Designs, einer Schwundstufe avantgardistischer „Politik der Form“, verpflichtet hat.

Karin Harrasser, Historikerin, Wien/ Berlin

Clean.Ing
Die Entwicklung der Gebäudereinigung verdeutlicht, dass das Saubermachen eine gegen Automatisierungen resistente Handarbeit bleibt, die, ähnlich wie der Schmutz selbst, kaum wegrationalisiert werden kann. An Hand architektonischer Projekte, die Selbstreinigung als räumlichen Komfort formulieren, werden die Utopie einer Sauberkeit und das Bestehenbleiben einer präfordistischen Arbeitsform erläutert.

Nathalie Bredella, Architektin, Berlin
Bettina Vismann, Architektin, Berlin
Moderation: Thomas Brandstetter, Philosoph, Wien

Die Tagung wird am 17. März von 11.00 – 19.00 Uhr am IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst fortgesetzt.
Das weitere Programm unter www.univie.ac.at/ iwk.

Mittwoch, 14. März 2007, 19.00
Vergangenheitspolitik des BSA
Vortrag und Publikumsdiskussion

Wie gehen politische Bewegungen mit Vergangenheit im Allgemeinen und der NS-Geschichte im Besonderen um? Wie wird die Rolle des eigenen politischen Lagers im Nationalsozialismus dargestellt und ritualisiert, wie mit der Verstrickung von Mitgliedern in NS-Verbrechen umgegangen?

Georg Appl, Generalsekretär des BSA – Bund Sozialdemokratischer
AkademikerInnen

In Kooperation mit GEDENKDIENST.

Dienstag, 13. März 2007, 19.00
Romane Apsa - Zigeunertränen
kinokis mikrokino #141

Über ein Jahr lang, kurz vor dem Beitritt der Slowakei zur EU, begleitet die Filmemacherin Zuzana Brejcha drei Generationen einer Roma Familie in ihrem Alltag. Das Leben der matriarchalisch definierten Familie wird nicht nur durch Armut und Arbeitslosigkeit bestimmt, auch Feste, Traditionen und das Satellitenfernsehen als Fenster zum neuen Europa sind feste Bestandteile. Ebenso real ist die ständige Bedrohung durch polizeiliche Willkür.

Romane Apsa – Zigeunertränen (A 2005), Regie: Zuzana Brejcha,
123 Min., OmU

Anschließend Eva Simmler im Gespräch mit Zuzana Brejcha.

Montag, 12. März 2007, 19.00
Let's talk about ... SCRIPTS!
SOKO Kitzbühel

Das drehbuchFORUM lädt zu dieser Reihe DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen zum Gespräch über aktuelle österreichische Kino- und TV-Produktionen. Die Münchner Ur-„SOKO“ startete 1978 im ZDF, seither ermitteln die TV-Sonderkommissionen in Leipzig, Köln, Wismar, in Kitzbühel und im Wiener Donauraum. Die Macher der alpinen Fassung SOKO Kitzbühel stellen sich den Fragen nach Vorgaben und Rahmenbedingen seitens der Produktion, der dramaturgischen Arbeit, der Stoffentwicklung und Finanzierung.

Martin Ambrosch, Drehbuchautor, Headwriter „Soko Kitzbühel“
Helmut Dimko, beo-film/mungo-film
Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM Wien

Eine Veranstaltung von drehbuchFORUM Wien.
www.drehbuchforum.at

Freitag, 09. März 2007, 19.00
Von Platon zu Sappho - von Sappho zu uns
Buchpräsentation und Gespräch

Das Chiasma, die Überkreuzlegung zweier Gegensatzpaare, ist ein Schlüssel, der sowohl am Leib-Seele-Problem wie auch an der Geschlechterfrage im Kontext der antiken Polis erprobt wurde. Dieser Schlüssel hebelt die alteingesessenen Dogmen umso besser aus, als er in den antiken Werken selbst zu finden ist. Das Chiasma legt ebenso die surreale Komik Platons frei, wie es die poetischen Philosopheme Sapphos zu erschließen hilft.

Arno Böhler, Institut für Philosophie, Universität Wien
Alice Pechriggl, Institut für Philosophie, Universität Klagenfurt
Alice Pechriggl: Chiasmen. Antike Philosophie von Platon zu Sappho – von Sappho zu uns. Bielefeld: Transcript Verlag 2006.
In Kooperation mit dem IWK, Institut für Wissenschaft und Kunst.