Veranstaltungen

Dienstag, 21. November 2017, 19.00
Erinnerungsraum Wien: Orte und Verortungen
Vortrag

Mehr als 1600 Zeichen der Erinnerung an die politische Gewalt von Austrofaschismus und Nationalsozialismus wurden seit 1945 in Wien errichtet. Mit Hilfe einer digitalen Stadtkarte werden Schichten und Regime des Erinnerns und Vergessens im gesamten Stadtraum untersucht. Wer waren, wer sind die AkteurInnen der Erinnerung? Welche Konfliktlinien gibt es? Und welche Bedeutung hat städtische Erinnerung heute?

 

Peter Pirker, Historiker und Politikwissenschafter, Universität Wien
Johannes Kramer, Doktorand, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien

 

In Kooperation mit dem Verein GEDENKDIENST

Mittwoch, 22. November 2017, 19.00
Background of architectural competitions
Vortrag

Mit einer neuen Vortragsreihe thematisiert der Ausschuss Ziviltechnikerinnen der Kammer der ArchitektInnen Wien, NÖ und Burgenland Beispiele zu gelungenen (Wettbewerbs-)verfahren mit besonderem Fokus auf den ländlichen Raum.
Die Reihe startet mit einer Expertin für offene Architekturwettbewerbe, Karin Grohmannová von der Architekt_innengruppe und dem Verfahrensbüro CCEA MOBA aus Prag.

Karin Grohmannovám,  CCEA  MOBA - Centre for Central European Architecture, Prag
Moderation: Johanna Digruber, HARDDECOR ARCHITEKTUR und Susan Kraupp, skstadtplanung&architektur, Interdiziplinärer Ausschuss Ziviltechnikerinnen

Donnerstag, 23. November 2017, 19.00
Neuer Realismus in der Philosophie
Buchpräsentation und Diskussion

Zur Phänomenologie steht Markus Gabriels Neuer Realismus in produktiver Spannung. So sind Husserl wie Heidegger wichtige Referenzautoren, ist das Erscheinen, wenngleich in eigener Weise aufgefasst, ein zentrales Konzept seiner Sinnfeldontologie. Im Sammelband Eine Diskussion mit Markus Gabriel setzen sich Phänomenologinnen und Phänomenologen sowie Markus Gabriel selbst mit dieser Sachlage auseinander.

 

Markus Gabriel, Philosoph, Universität Bonn
Peter Gaitsch, Philosoph, Universität Graz

Sandra Lehmann, Philosophin, Universität Wien
Philipp Schmidt, Philosoph, Universität Wien

 

Peter Gaitsch, Sandra Lehmann, Philipp Schmidt: Eine Diskussion mit Markus Gabriel. Phänomenologische Positionen zum Neuen Realismus. Wien: Turia + Kant 2017

Freitag, 24. November 2017, 12.00 - 22.00
Gesellschaftliche Verhältnisse & Soziale Arbeit
Tagung

Gesellschaftliche Transformationen brauchen Analyse und Kritik. Vor dem Hintergrund sich wandelnder politischer, ökonomischer und sozialer Verhältnisse ist Kritische Soziale Arbeit in besonderem Maße aufgefordert, die veränderten Bedingungen ihrer gesellschaftlichen Einbettung zu reflektieren.

13.00  Soziale Arbeit als Bürgschaft. Teo Klug, Wien
14.00  Soziale Arbeit und soziale Bewegungen. Melanie Werner, Köln
15.00  Emanzipation in der Sozialen Arbeit. Eine (post-)strukturalistische Reflexion. Vivien Fritsche und Jonathan Jancsary, Feldkirch
Moderation: Josef Bakic, Marc Diebäcker und Elisabeth Hammer, kriSo

Pause

16.15  Bildung in „bildungsfernen“ Kontexten. Zum Potenzial der Erziehungs- und Familienberatung. Nina Preis, Gießen
17.15  Onlinesucht. Eine kritische Perspektive der Suchtprävention. Cornelius Bacher-Gneist und Nika Schoof,Wien
Moderation: Josef Bakic, Marc Diebäcker und Elisabeth Hammer, kriSo

Pause

18.30-20.00  Soziale Arbeit im Abschiebungsdiskurs. Das abgeschobene Subjekt zwischen Prekarität und Protest. Sarah Sobeczko, Dortmund
Rückkehrberatung im Dienst der Politik? Die Rolle Sozialer Arbeit in einer kritischen Praxis. Eva-Maria Kehrer, Wien Moderation: Flora Eder, Wien

Pause

20.30-22.00  Soziale Arbeit und extreme Rechte. Normalisierung oder Akteurin gegen rechts? Maria Diedrich, Ludwigshafen Soziale Arbeit des Interregnum? Überlegungen zu neurechten Organisationen und die Ohnmacht der Profession. Eva Grigori und Jerome Trebing, St. Pölten und Wien Moderation: Flora Eder, Wien

Organisiert von kriSo − kritische Soziale Arbeit auf Basis eines Calls for Papers and Positions

Samstag, 25. November 2017, 19.00
It began in Adult Education
Buchpräsentation

Raymond Williams (1921–1988) verwehrte sich gegen den Mythos der Gründerväter der Cultural Studies und hob vielmehr deren Wurzeln in der Erwachsenenbildung hervor. Wie kaum ein anderer steht er mit seinem Werk für den politischen Anspruch der Cultural Studies, Wissenschaft und Gesellschaftskritik gerade auch außerhalb des universitären Elfenbeinturms miteinander zu verbinden. Ein neues Buch würdigt Williams’ ungebrochenen Einfluss auf das kritische Denken und setzt ein Zeichen gegen den Konformismus der etablierten Kulturwissenschaften.

 

Roman Horak, Kulturwissenschaften, Universität für angewandte Kunst Wien

Ingo Pohn-Lauggas, Literatur- und Kulturwissenschafter, Universität Wien

Monika Seidl, Cultural Studies, Institut für Anglistik, Universität Wien

 

Roman Horak, Ingo Pohn-Lauggas, Monika Seidl (Hg.): Über Raymond Williams. Annäherungen. Positionen. Ausblicke. Hamburg: Argument Verlag 2017

 

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Kulturanalyse (aka) und dem Verband der Österreichischen Volkshochschulen

Montag, 27. November 2017, 19.00
Verheißungen neoliberaler Genderdiskurse
feminismen diskutieren

Frauen – so der weitverbreitete Konsens – wären auf der Überholspur und auf jeden Fall gehörten sie zu den Gewinnerinnen des neoliberalen Gesellschaftsumbaus. Der Tenor gegenwärtiger frauenspezifischer Diskurse verweist vermehrt auf Kompetenz, Erfolg, Genuss und Leistung. Traditionelle, hierarchische Geschlechterverhältnisse können so jedoch erneut Fuß fassen, weil eine Thematisierung von Geschlechterungerechtigkeit im Namen karriereorientierter, individualisierter Werte in den Vorhallen des Erfolgs für überflüssig erklärt wird.

 

Stefanie Göweil, Philosophin, Germanistin, AHS-Lehrerin, Wien

Moderation: Sabine Prokop (VfW)

 

Stefanie Göweil: Grenzen und Chancen der modernisierten Geschlechterordnung. Ein geschlechterkritischer Blick auf Gesellschaft und Schule. Gießen: Psychosozial-Verlag 2017

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Dienstag, 28. November 2017, 19.00
MANIFEST DESTINY
Buchpräsentation

Die USA betrachten sich seit ihrer Gründung als das Land der Freiheit. Die damit zusammenhängende Idee einer „White Supremacy“ hält sich bis heute. Christina Halwachs spürt in ihrem Buch den Wurzeln dieser Überzeugung nach, indem sie ihren Fokus auf die Vorstellung eines Manifest Destiny legt. Dieser Doktrin des „offensichtlichen Schicksals“ lag die Vision zugrunde, dass eine göttliche Vorsehung die Einnahme des nordamerikanischen Kontinents durch eingewanderte Europäer schicksalshaft bestimmen würde.

 

Christina Halwachs, Autorin
Fanny Müller-Uri, Politologin
Moderation: Paul Winter, Promedia Verlag

 

Christina Halwachs: Manifest Destiny und die Indigenenpolitik der USA. Vom Indian Removal Act 1830 zum General Allotment Act 1887. Wien: Promedia Edition Kritische Forschung 2017

Mittwoch, 29. November 2017, 19.00
Planning and building the early Soviet state
Lecture

If capitalist cities are dense, hierarchical, and exploitative of the working class, how might socialist space be differently organized to maximize not only productivity, but also equality and collectivity? Christina E. Crawford investigates the origins and evolution of the Soviet spatial project from land nationalization to the end of the first Five-Year Plan (1917 –1932).

 

Christina E. Crawford, Emory University, Atlanta, GA USA

 

In Kooperation mit ÖGFA – Österreichische Gesellschaft für Architektur

Freitag, 01. Dezember 2017, 19.00
People Who Came To Power
Screening and talk

Incident in the Museum begins with everyday scenes from a historical museum in Kyiv framed by a visit by Vladimir Putin’s confessor Father Artemiy Vladinirov. People Who Came To Power traces the gradual slide of a society into war. Landslide documents a group of artists and activists working together to transform part of the city, often in conflict with their neighbors.

 

Incident in the Museum (UKR 2013), R: Oleksiy Radynski, 8 min., OmeU

People Who Came To Power (UKR 2014), R: Oleksiy Radynski, 18 min., OmeU

Landslide (UKR 2016), R: Oleksiy Radynski, 26 min., OmeU

 

Oleksiy Radynski, film maker, writer, Kyiv/Ukraine
Moderation: Tom Waibel, philosopher, art theorist, Vienna

 

In cooperation with The Kyiv International – Kyiv Biennial 2017, Kyiv, October 20 – November 26, 2017

Montag, 04. Dezember 2017, 19.00
Vergessen? Niemals!
Buchpräsentation

Die Veranstaltung muss leider verschoben werden.

 

Die Ausstellung „Niemals vergessen!“ wurde 1946 im Wiener Künstlerhaus gezeigt und zählt zu den wichtigsten Kunstschauen der Nachkriegszeit. Als erste ihrer Art setzte sie sich dezidiert mit dem Nationalsozialismus in Österreich auseinander. Nun wurde die Ausstellung analytisch inhaltlich von Heidrun-Ulrike Wenzel rekonstruiert. Herbert Peter hat die Ausstellung virtuell wieder zum Leben erweckt.

 

Herbert Peter, Architekt

Heidrun-Ulrike Wenzel, Kunsthistorikerin, Landesmuseum Niederösterreich

 

Heidrun-Ulrike Wenzel: Vergessen? Niemals! Die antifaschistische Kunstausstellung im Wiener Künstlerhaus 1946. Wien: Mandelbaum Verlag 2017

Mittwoch, 06. Dezember 2017, 19.00
Politische Bildung in Österreich
Vortrag

Politische Bildung ist in Österreich nur partiell professionalisiert, die Ursachen dafür sind in der Geschichte zu suchen: in der „Opferthese“ und dem damit verbundenen gesellschaftlichen Harmoniebedürfnis, wie auch in der konfliktreichen Verwechslung von Politischer Bildung mit parteipolitischer Bildung. Dennoch kann von einem bescheidenen Aufschwung in den letzten Jahren gesprochen werden. Die politische Indoktrination weicht zunehmend der Herausbildung „mündiger“ Bürger_innen.

 

Thomas Hellmuth, Historiker, Geschichts- und Politikdidaktiker, Universität Wien

 

In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung

Donnerstag, 07. Dezember 2017, 19.00
Seeing Voices
kinoki mikrokino #227

Die Protagonist_innen in Seeing Voices sind zwar gehörlos, aber deswegen nicht ohne Worte: Die Gebärdensprache birgt ein Paralleluniversum, das den meisten Hörenden verschlossen bleibt. Ayse, Helene und die gehörlosen Mitglieder der Familie Hager vermissen weder Musik noch das Zwitschern der Vögel, schließlich haben sie es nie gehört, sehr wohl aber vermissen sie das Recht auf ihre Muttersprache. Diesen schmalen Grat zwischen der hörenden und der gehörlosen Welt meistern sie alle auf völlig unterschiedliche Weise – aber keineswegs leise.

 

Seeing Voices (A 2016), R: Dariusz Kowalski, 86 min.

 

Anschließend Gespräch mit Dariusz Kowalski, Filmemacher, Wien

Montag, 11. Dezember 2017, 19.00
Bewährungsprobe #18
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innenvereingung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerische Praxis und Techniken zur Diskussion. Cornelia Lein untersucht Sprach- und Bildvorstellungen, um an kulturellen Narrativen zu kratzen. Gesammeltes Material tritt dabei in einen Dialog und befragt so die Parameter der Sinnmaschinerie. Michael Simku setzt sich in seiner Arbeit mit dem Verhältnis von Storytelling, Dokumentarismus und Fiktionen auseinander. Wie verändern Prozesse von Technologisierung unseren Umgang mit diesen Formaten?

 

Cornelia Lein, Künstlerin, Wien

Michael Simku, Künstler, Wien

Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Dienstag, 12. Dezember 2017, 19.00
Feminisierung des Politischen
feminismen diskutieren

Eine feministische Politik rückt die radikale Verwundbarkeit der Einzelnen in den Fokus. Wird durch ihre Anerkennung als universelles Risiko eine umfassende Demokratisierung möglich? Kann dadurch eine kulturelle Transformation der Politik initiiert werden? In Barcelona sind jedenfalls Aktivist*innen nach den Protesten 2011 in die Institutionen gezogen, um diese Möglichkeit in der Praxis zu erproben.

 

Andreea Zelinka, Anthropologin, Wien

Moderation: Sabine Prokop, VfW

 

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Mittwoch, 13. Dezember 2017, 19.00
Die Transformation der Stadt Wien 1938 – 1945
Geh Denken!

Mit der Ausschmückung Wiens für Hitlers Einmarsch begann die Transformation des Stadtraumes im Sinne der NS-Ideologie. Viele Großprojekte zur Neugestaltung der Stadt gingen jedoch nie über das Planungsstadium hinaus. Stattdessen wurden Schutz- und Abwehrbauten für den Krieg errichtet, die als Erbe der NS-Diktatur kaum noch wahrgenommen werden.

 

Ingrid Holzschuh, Freie Kunst- und Architekturhistorikerin, Wien

Donnerstag, 14. Dezember 2017, 19.00
Was ist los in der Universität?
Diskussion

Institutionelle Praxen im Kontext von neo-liberalen Reformen, antifeministischem Backlash und Re-Maskulinisierung zu hinterfragen ist für ein kritisches Gesellschaftsverständnis zentral. Das gilt auch für universitäre Strukturen, deren Verfügungsgewalt und Handlungsmacht sichtbar zu machen und zu diskutieren sind.

 

Birge Krondorfer, Frauenhetz

Gerd Valchars, Politikwissenschafter, Universität Wien

Moderation: Teo Klug, FH Campus Wien