Veranstaltungen

Dienstag, 02. Mai 2017, 19.00
Bewährungsprobe #14
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innen-vereinigung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion.
Nicole Prutsch entwirft anachronistische Spielräume mittels Fotografie, Video und Installation, in denen Naturwissenschaft, Philosophie und Psychologie einander begegnen.
In den Bildern von Markus Riedler trifft Persönliches auf Gesellschaftliches. Die oft trivialen Augenblicke sind Balanceakte von individueller Freiheit und kollektiver Zurücknahme.

Nicole Prutsch, Künstlerin, Wien
Markus Benjamin Riedler, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Mittwoch, 03. Mai 2017, 19.00
all-over | Magazin für Kunst und Ästhetik
Release issue #12

all-over versteht sich als unabhängiges und nicht kommerzielles Onlinemagazin im Diskursfeld von Kunst und Ästhetik. Die Publikation erscheint halbjährlich und versammelt wissenschaftliche und künstlerische Textbeiträge. Dem zugrundeliegenden Ansatz folgend gibt es keine thematische und disziplinäre Einschränkung der einzelnen Ausgaben. Ziel ist eine reflektierte Auseinandersetzung mit historischer und aktueller Kunstproduktion sowie ihrem theoretischen Rahmen.

Thomas Helbig, Doktorand, Humboldt-Universität zu Berlin
Simon Vagts, Doktorand, NFS eikones, Basel

 

Hannah Bruckmüller, Jürgen Buchinger, Barbara Reisinger, Stefanie Reisinger (Hg): all-over. Magazin für Kunst und Ästhetik, Ausgabe 12. Mit Beiträgen u.a. von Bernd Bösel, Barnaby Drabble, Thomas Helbig, Ferial Karrasch, Johanna Müller. www.allover-magazin.com

Donnerstag, 04. Mai 2017, 19.00
Minor Borders
kinoki mikrokino #223

Die Künstlerin und Aktivistin Lisbeth Kovacic unternimmt in ihren Arbeiten subtile Erkundungen in den Grenzgebieten zwischen Fakten, Emotionen und Migrationsbewegungen. Ihr aktuelles Projekt, ein Langfilm, handelt vom heißen Sommer 2015 in Nickelsdorf.

Minor Border (2015), Regie: Lisbeth Kovacic, 25 min.
Während die Bilder die Demontage der architektonischen Zeugnisse überkommener Grenzstationen dokumentieren, wird im Ton über die Etablierung neuer Grenzregimes reflektiert.

Their Cat As Well (2016), Regie: Lisbeth Kovacic, 4 min.
Ein animierter WhatsApp-Chat zwischen österreichischen AktivistInnen und syrischen Refugees auf dem Weg nach Deutschland – samt ihrer Katze.

Anschließend Gespräch mit Lisbeth Kovacic, Filmemacherin

Freitag, 5. Mai 2017, 9.00 - 17.00
Psychotherapie und Feminismus
Tagung

Die Psychotherapie hat sich einen festen Platz im Gesundheitssystem erkämpft, feministische Erkenntnisse aber fanden bisher kaum Eingang in die psychotherapeutische Theoriebildung und Ausbildung. Welche Verknüpfungen von Feminismus und Psychotherapie lassen sich unter einem historischen Blickwinkel ausmachen? Wie könnte die Psychotherapie von der Integration feministischer Wissensproduktion profitieren? Muss psychotherapeutisches Denken bei der weitgehend kolportierten Zweigeschlechtlichkeit verbleiben – oder gibt es Alternativen?

09.00 Begrüßung
09.15 Was ist Feminismus? Wissenswertes zu einem unruhestiftenden Begriff. Barbara Grubner, Kultur- und Sozialanthropologin
10.00 Diskussion

10.15 Zur Geschichte feministischer Psychologie: Zwischen Aktivismus und Institutionalisierung. Nora Ruck, Psychologin
11.00 Diskussion

11.15 - 11.45 Pause

11.45 Doing Gender while Doing Psychotherapy: Von der Notwendigkeit der Integration der Gender Perspektive in psychotherapeutische Konzepte. Brigitte Schigl, Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin und Supervisorin
12.30 Diskussion

12.45 - 14.30 Pause

14.30 Wie erkenne ich feministische Psychotherapie? Bettina Zehetner, Philosophin und psychosoziale Beraterin
15.15 Diskussion

15.30 Jenseits der Binarität – Psychoanalyse und Queer-Theory. Esther Hutfless, Philosophin und Psychoanalytikerin
16.15 Diskussion

Kooperation mit dem Institut feministischer Psychotherapiewissenschaften– IFPW

Samstag, 06. Mai 2017, 20.00
Cumbe
Black and Chicano Movements in Latin America

Cumbe is an expression of hope and self-empowerment and the title of the recently translated graphic novel from Marcelo D´Salete and the new album of Bocafloja.

 

Book launch: Marcelo D´Salete: Cumbe. bahoe books, Wien 2017

Marcelo D´Salete erzählt in fünf Kurzgeschichten in poetischer Bildsprache über den Widerstand gegen die Sklaverei in Brasilien. Eine Übersetzung aus dem Portugiesischem.

 

Screening: Nana Dijo. Documentary, D: Bocafloja, 40min, ARG/HND/MEX/URY/USA, engl./span. with subtitles

Nana Dijo is a cartography of the Black experience through a collection of narratives in first person, which opens a crucial platform of discussion about race politics by deciphering hegemonic constructions of Latinidad.

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=py3EYzEs5K8

 

Talk with Bocafloja, filmmaker, rap-artist, author, founder of Quilomboarte collective, Mexico City, Mexico

 

Event in english, spanish and german in collaboration with bahoe books.

Montag, 08. Mai 2017, 19.00
Treulos und unsolidarisch?
feminismen diskutieren

In den Berichten der überlebenden politischen Gefangenen des Frauen-KZ Ravensbrück spielen Solidarität, Hilfsbereitschaft und Empathie eine auffallend große Rolle. Gleichzeitig  haben sie zahlreichen als ‚anders‘ wahrgenommenen inhaftierten Frauen, wie z. B. den sogenannten ‚Berufsverbrecherinnen‘, diese Eigenschaften oft pauschal abgesprochen. Wie aber vorgehen, gerade als feministische Forscherin, wenn von diesen ‚anderen‘ Frauen keine eigenen Aussagen bekannt sind?

Sylvia Köchl, Politikwissenschafterin und Journalistin, Wien
Moderation: Sabine Prokop (VfW)

Sylvia Köchl: Das Bedürfnis nach gerechter Sühne. Wege von „Berufsverbrecherinnen“ in das Konzentrationslager Ravensbrück. Wien: Mandelbaum 2016

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafteri*nnen

Dienstag, 09. Mai 2017, 19.00
Wer schafft Verteilungsgerechtigkeit?
Diskussion

In Deutschland haben sich zahlreiche Initiativen zum Bündnis Reichtum umverteilen zusammen geschlossen, mit dem Ziel, soziale Gerechtigkeit zum zentralen Thema im Bundestagswahljahr 2017 zu machen. In Österreich ruft die Bewegung Aufbruch mit dem plakativen Slogan Wir können uns die Reichen nicht mehr leisten! auf, die globale Ausbeutung zugunsten einiger weniger endlich zu überdenken, um die Arbeitsverhältnisse, das Wohnen und das Gesundheits- und Sozialsystem für alle zu verbessern. Kann die Zivilgesellschaft das Ruder für eine gerechtere Gesellschaft noch herumreißen?

Ralf Krämer, Bündnis Reichtum umverteilen, Berlin
Hanna Lichtenberger, Politikwissenschafterin, Aufbruch
Gabriele Michalitsch, Politikwissenschafterin und Ökonomin, Wien
Matthias Schnetzer, Abteilung Wirtschaftswissenschaft, Arbeiterkammer

Mittwoch, 10. Mai 2017, 19.00
AfrikanerInnen im KZ Mauthausen
Studienpräsentation

Bis vor Kurzem war nicht bekannt, dass unter den Inhaftierten im größten KZ auf österreichischem Boden, Mauthausen, von 1938 bis 1945 auch Menschen afrikanischer Herkunft waren. Aus welchen afrikanischen Ländern kamen sie, wie viele waren sie, haben sie überlebt? Die kürzlich publizierte Studie Afrikaner und Afrikanerinnen im KZ Mauthausen. Teilauswertung der Datenblätter im Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen geht diesen Fragen nach.

Barbara Fuchslehner, Bibliothekarin, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Simon INOU, Soziologe, Publizist, Herausgeber Black Austrian Lifestyle
Walter Sauer, Historiker, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte,
Universität Wien

Barbara Fuchslehner, Karin Röhrling: Afrikanerinnen und Afrikaner im KZ Mauthausen. Wien 2017

Donnerstag, 11. Mai – Samstag, 13. Mai 2017
Das Obszöne als politisches Performativ
Atelier

Das Obszöne steht im Spiel von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, es ist von daher schon immer medial, theatral und politisch. Es hat eine hohe affektive, oder, psychoanalytisch formuliert, triebhafte Komponente, die ebenso sexueller wie aggressiver Natur sein kann. Doch ist diese Komponente im Obszönen zugleich ausgestellt und verleugnet. Haben Medien wie das Fernsehen und das Internet, die sich in einem schwer bestimmbaren Zwischenraum zwischen Privatem und Öffentlichem angesiedelt haben, die Dynamik des Obszönen intensiviert und vielleicht auch verändert?

Donnerstag, 11. Mai, 15.00 – 18.00

Grußwort: Harald Kosch, wissenschaftlicher Beirat DFH

15.30 Das Verhältnis zu sich (Scham, Wahrheit, Verleugnung, Genuss) /// La relation aux soi (honte, vérité, dénégation, jouissance)

Die Szene des Obszönen. Schauplätze der (Nicht-)Überschreitung in den performativen Künsten. Maren Butte
Lächelnde Gespenster. Das Prinzip der Fermate. Philipp Röding
Obszönität und Genuss. Mut zur Wahrheit und Alethurgie der Bombe. Foucaults Kyniker, 2017. Sebastian Kirsch
Die Macht der Gefühle. Reflexionen zum Verhältnis von Gewalt und Affekt in den Medien. Valentin Mertes

19:00 Empfang

Freitag, 12. Mai, 10.00 – 18.00

10.00 Theater und Spiel (Kitsch und Kunst) /// Théâtre et jeu (le kitsch et l’art)

Obszöne Körper der französischen Pantomime im Fin de Siècle. Friederike Ahrens
Provokation durch Perversion: Wiener Aktionismus im Widerstreit der Werte.
Christofer Schmidt und Johannes Bluth
Sissi: Détournement d’une icône. Solène Scherer
Obszönität und blanke Provokation als Essenz des politischen und gesellschaftlichen Ausdrucks in der zeitgenössischen Performance-Kunst. Carina Kowaliuk
Zur Rolle des Obszönen bei Milo Rau. Johanna Seebrandt

13.00 Pause

15:00 Intimität und Öffentlichkeit (TV, Soziale Medien) /// Intimité / espace public (TV, les médias sociales)

Scripted Reality und Erfahrung: Pervers und Unnötig, aber Geil. Jule Korte
Das Gesicht als Spielfeld des Obszönen. Daniel Rademacher
Violence et transgression chez „Die Antwoord“. Louise Ferron
Der Squick als Form. Über HowToBasic und YouTubes obszöne Ästhetik. Bernhard Frena
MOTHERLESS.com or FATHERLESS? Technologien der Perversion (mit Deleuze contre Zizek). Lisa Handel

Samstag, 13. Mai, 10.00 – 16.00

10.00 Abjektion und Selbst (Körper und Bild) /// Abjection et le soi
(Le corps et l’image)

Das Obszöne des Leichnams. Fiona Schrading
L’obscénité: L’imagination visuelle du corps malade. Diane de Wrangel
Obszönität des Bleibens in den Fotografien von Roger Ballen. Sarah Löhl
De l’escalade ordinaire à la pornogéographie –L’obscénité dans l‘oeuvre de Werner Schwab. Karsten Forbrig
Qu’est-ce qui est beau? La présentation de la beauté dans le film „Paradies: Liebe“ de Ulrich Seidl. Clémence Viaud

12.30 Pause

13:30 Die Ohn/Macht der Verleugnung /// La im/puissance de la dénégation

Was ist affektive Realität? Zur politischen Potentialität des ‚Obszönen‘. Stephan Trinkaus
Fracking Nature – Überlegungen zur obszönen Ästhetik des Kapitalozäns. Maximilian Linsenmeier
Das Obszöne adressieren – Szenisches Durcharbeiten in Prozessen des Übergangs. Silvia Bahl

15.30 Abschlussdiskussion

Samstag, 13. Mai – Sonntag, 14. Mai 2017
Komische Kritik. Medien von Humor im Einsatz
Tagung

Kann Komik anderes sein als Karneval oder Kanal einer Entlastung? Kann sie ermächtigend wirken, zersetzen, Unterschiede ausmachen? Zumal als Freizeitdienstleistung in Zeiten, in denen Genießen Arbeit sein soll (und vice versa) und der Faschismus Fakten schafft? Joke/r als Shift/er, Witz als Timing und Realitäts-Einklammerung: Es geht um mediale Formen, darunter Filme, die Öffnungen in Diskursen und Konfrontationen bewirken. Oder aber Versteifung zelebrieren und Setzungen vornehmen, wo sonst zu vieles offen bliebe. Komische Kritik: affektiv, formbewusst, hassverliebt in Einrichtungen.

Samstag, 13. Mai, 18.00 – 21.00

18.00 Begrüßung
18.30 It’s all wrong, but it’s allright. Oder: Was ist Kritik, wenn sie an Dolly Parton entlang gedacht wird? Anna Bromley, Berlin
19.30 Odd jobs – Zany performances. Karin Harrasser, Linz

Sonntag, 14. Mai, 10.30 – 18.00

10.30 Ganz langsam, was wird hier andauernd auf den Punkt gebracht? Michael Fesca, Berlin
11.45 „We can’t legally ask you to lose weight.“ Kristen Wiig und komische Melancholie. Joachim Schätz, Wien
13.00 Crowd-Unding und Clown-Crowning. KritiKomik, NonsenSetzung und Politiken der Gegenverwirklichung mit Kracauer, Deleuze, Ferrell und Tante Elfi. Drehli Robnik, Wien-Erdberg
15.30 Arbeit, Aufschub: Apatows Ökonomien & andere. Daniel Eschkötter, Dresden/Wien
16.30 Malerei und andere Witze unter Dingen. Tanja Widmann, Wien

Moderation: Karin Harrasser, Drehli Robnik, Tagungsorganisator_innen, und Sulgie Lie, Basel/Linz

Tagung der Kunstuniversität Linz und IWK-Institut für Wissenschaft & Kunst

Montag, 15. Mai 2017, 19.00
Widerstandsgeist in Kärnten / Koroška Vortrag
Vortrag

In Südkärnten, auf einem ehemaligen Bauernhof auf 1.000 Meter Seehöhe, wo einst die kärntner-slowenische Familie Sadovnik lebte, befinden sich das Museum und die Gedenkstätte Peršmanhof. Der Peršmanhof, die umliegenden Bauernhöfe und die gesamte Region zeugen von Ausgrenzung, Repression und Verfolgung – aber auch vom widerständigen Geist der kärntner-slowenischen Minderheit.

Gudrun Blohberger, Gründungsmitglied Društvo/Verein Peršman, KZ-Gedenkstätte Mauthausen/Mauthausen Memorial

In Kooperation mit GEDENKDIENST

Mittwoch, 17. Mai 2017, 19.00
Theorie der Vermittlung
Buchpräsentation mit Respondenz

Praktiken der Vermittlung begegnen uns in Form eines permanenten Reformierens, lebenslangen Erziehens oder Therapierens, in Mediation und Coaching ebenso wie in
der kulturbetrieblichen Version des Kuratierens. In ihnen wird alles zur Frage nach dem richtigen Einsatz der Mittel, während die Zwecke, etwa die Ausrichtung an Idealen der Veränderung und Verbesserung, sich wie von selbst zu verstehen scheinen. Da diese Zwecke jedoch tatsächlich nie erreicht werden können, transformieren sich die Mittel zunehmend selbst zum Zweck, und gerade darin tritt das Unvermittelte der Vermittlung offen zu Tage.

Helmut Draxler, Kunsttheoretiker, Universität für Angewandte Kunst, Wien
Respondenz: Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin, Aalto Universität, Helsinki

Helmuth Draxler: Abdrift des Wollens. Eine Theorie der Vermittlung. Wien: Turia+Kant 2016

Donnerstag, 18. Mai 2017, 17.00 – 21.00
Die Utopie einer vorurteilsfreien Gesellschaft
Workshop mit anschließendem Vortrag

17.00 Workshop / Anti-Bias-Werkstatt
Erforschung der im Alltag angesiedelten Normalität von Rassismus und Diskriminierung und Reflexionsprozess nach einer Übung der Anti-Bias-Werkstatt

19.00 Vortrag: RE-ENACTING OFFENCES
Die Kunstprojekte, die María Linares realisiert und kuratiert, zielen weniger auf die Betrachtung ihrer Arbeit in Kunstausstellungen ab, als auf eine aktive Teilnahme von Ausstellungsbesucher_innen und darauf, Passant_innen im Stadtraum zu überraschen und in ihre Aktionen miteinzubeziehen. Ihr Projekt RE-ENACTING OFFENCES, das auf der Übung der Anti-Bias-Werkstatt basiert, analysiert öffentliche Räume.

María Linares, Künstlerin, Philosophin, Kuratorin, Wien/Bogota

Freitag, 19. Mai 2017, 19.00
In der Arena ästhetischer Grundsatzfragen
Vortrag und Buchpräsentation

2008 eröffnet Juliane Rebentisch in Texte zur Kunst ihren, durchaus heftigen, Gegenschlag gegen Sebastian Egenhofers, nicht weniger unsanfte, Besprechung der Ausstellung The Walker’s Day Off von Nairy Baghramian mit den Worten „Es geht quasi um alles – um den Begriff von Kunst, ihre Autonomie, ihre Geschichtlichkeit, ihre Politik“. Diesem paradigmatischen Schlagabtausch widmet Hannahlisa Kunyik eine kritische Relektüre und verknüpft in ihrem Buch Historisch-Theoretisches mit Überlegungen zur zeitgenössischen Kunstpraxis.

Hannahlisa Kunyik, Künstlerin, Kunst- und Kulturwissenschaftlerin, Wien

Hannahlisa Kunyik: Erfahrungs- gegen Produktionsästhetik: Ein Day Off in der Arena ästhetischer Grundsatzfragen. Wien: SCHLAFZIMMERPRODCTION 2017

Montag, 22. Mai 2017, 19.00
Berlin – 2. Juni 1967
Filmvorführung und Gespräch

Vor 50 Jahren wurde der Student Benno Ohnesorg während einer Demonstration gegen den Schah-Besuch in Berlin von einem Polizisten, der, wie sich erst 2009 herausstellte, ein Inoffizieller Mitarbeiter der DDR-Staatsicherheit war, erschossen. Thomas Giefer war als Student der Deutschen Film -und Fernsehakademie Berlin bei den Protesten, seine und Hans Rüdiger Minows Dokumentation Berlin, 2. Juni 1967 gibt einen unmittelbaren Eindruck der Ereignisse und der Eskalationen dieses Tages, der auch als Auftakt zur sogenannten 68er Bewegung in Deutschland gilt.

Berlin – 2. Juni 1967 (D 1967), Regie: Thomas Giefer, Hans Rüdiger Minow, 42 min.

 

Anschließend Gespräch mit Thomas Giefer, Regisseur, Autor, Produzent ConVoi Film, Berlin

Dienstag, 23. Mai 2017, 19.00
Belvedere neu: Stella Rollig
Gespräch

Im Jänner 2017 erhielt die Österreichische Galerie Belvedere in Wien eine neue Führung: Als Direktorin qua künstlerisch-wissenschaftliche Leiterin wurde Stella Rollig berufen. Die ehemalige Bundeskuratorin für bildende Kunst, Gründerin des Depot, und von 2004 bis 2016 künstlerische Direktorin des Lentos Kunstmuseum Linz, gibt Auskunft über ihre Pläne für das große Haus in Wien.

Stella Rollig, Direktorin Belvedere
Sabine Nikolay, Ö1 – Wissenschaft, ORF

Mittwoch, 24. Mai 2017, 19.00
Care! Selbstsorge als Zumutung
Gespräch

Der neoliberale Zugriff auf die Ressourcen der sozialen Reproduktion treibt Frauen oft in die Erschöpfung, um die Versorgung ihrer Nächsten aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig werden sie mit dem Imperativ „Du musst auf Dich selbst achten!“ konfrontiert. Mit psychoanalytischen Reflexionen wird der ideologischen Vermittlung dieser Zumutung nachgegangen, die der Sorge den für sie konstitutiven Bezug zu anderen wegstreicht. Dabei steht die Zeitdiagnose der gegenwärtigen marxistischen Lacan-Rezeption im Zentrum, wonach wir heute mit dem paradoxen Gebot „Genieße!“ konfrontiert sind.

Tove Soiland, Historikerin, Feministische Theoretikerin, Zürich
Moderation: Birge Krondorfer, Feministische Philosophin, Bildnerin

In Kooperation mit der Frauenbildungsstätte Frauenhetz

Montag, 29. Mai 2017, 19.00
Border, Barrier, Barricade?
Future now #2

For each event within the discourse series Future now two participants, one artist and one theorist, conceive future scenarios. This time to the topic of borders: The last years have seen a proliferation of borders, made of concrete and metal, security techniques, laws, deportations and also made of exoticism and racism.

The PHD candidate Carla Küffner is working in the field of migration studies and analyzes (non-)deportation practices.
Nour Shantout ist studying at Akademie der bildenden Künste Wien, and works around social barriers, and heritage.

Carla Küffner, theorist
Nour Shantout, artist

In Kooperation mit Zeitschrift engagée politisch-philosophische Einmischungen, Kunstraum Memphis und Kepler Salon Linz

Dienstag, 30. Mai 2017, 19.00
Pop zwischen Normativität und Subversion
Thnk Tnak

Welche Rolle spielt das Subversive im Pop heute? Einerseits stellen Nische, Differenz und Abweichung zentrale Normen des Kapitalismus der Gegenwart dar, andererseits macht die Hegemonie kalkulierter Einzelirritationen das Antitotalitäre der Subversion attraktiv. Dass Widerstands-Rhetoriken gerade auch wieder unter Rechten Konjunktur haben, verkompliziert die Dialektik von popkulturell subvertierter Norm und zur Norm geronnener Pop-Subversion erneut.

Tobias Gerber, Universität Basel
Katharina Hausladen, Akademie der bildenden Künste Wien
Christoph Jacke, Universität Paderborn

 

Tobias Gerber, Katharina Hausladen (Hg.): Compared to What? Pop zwischen Normativität und Subversion. Wien/Berlin: Turia+Kant 2017

Mittwoch, 31. Mai 2017, 19.00
Migrationsmanagement – eine Kritik
Zeitschriftenpräsentation

Migrationsmanagement ist ein politisches Konzept, das auf die Aufrechterhaltung der globalen Machtverhältnisse durch die Steuerung von Migrationsbewegungen abzielt. Die Autor_ innen des Schwerpunktheftes des Journals für Entwicklungspolitik beleuchten das Projekt des Migrationsmanagements u.a. aus der Perspektive der kritischen Migrations- und Grenzregimeforschung und lenken dabei den Blick auf eine Vielzahl der darin relevanten Akteur_innen.

Petra Dannecker, Soziologin, Universität Wien
Sara de Jong, Politikwissenschafterin, The Open University, Milton Keynes
Irene Messinger, Sozialwissenschafterin, Universität Wien
Gerd Valchars, Politikwissenschafter, Universität Wien

 

Journal für Entwicklungspolitik. Volume XXXIII, Issue 1/2017. Migrationsmanagement: Praktiken, Intenionen, Interventionen.

Donnerstag, 01. Juni 2017, 19.00
Bewährungsprobe #15
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innen-vereingung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre künstlerischen Praxen und Techniken zur Diskussion. Albert Allgaier ist Gründungsmitglied der GRUPPE UNO WIEN und bezeichnet seine Arbeitsweise als „sehr konkrete Poesie“. Oscar Cueto setzt sich in seinen Zeichnungen und Video- Installationen mit Problemen der Geschichtlichkeit, philosophischen Fragestellungen und Identität auseinander.

Albert Allgaier, Künstler, Wien
Oscar Cueto, Künstler, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Dienstag, 06. Juni 2017, 19.00
Crowd and Art
Buchpräsentation und Respondenz

Das Internet zwingt nicht nur, Begriffe wie Masse und Individuum neu zu definieren, es rückt auch Formen der Beteiligung in den Fokus, die unfreiwillig und unbewusst stattfinden. Manuela Naveau untersucht das Thema der Partizipation am Boden der vernetzten Realität, um einen Weg zwischen romantisierten Vorstellungen wie Emanzipation und Ermächtigung und zu dystopischen Konnotationen wie Überwachung, Kontrolle und Aneignung zu zeichnen. Eine Website fungiert dabei als eine Art Archiv zum Buch.

Manuela Naveau, Künstlerin, Kuratorin und Produzentin Ars Electronica Linz
Respondenz: Thomas Macho, Kulturwissenschafter, IFK Institut für Kulturwissenschaften, Wien

Manuela Naveau: Crowd and Art. Kunst und Partizipation im Internet. Bielefeld: Transcript 2016. www.crowdandart.at

Donnerstag, 08. Juni 2017, 19.00
Eine Reise zu anarchistischen Projekten
kinoki mikrokino #224

Dreißig Jahre nach dem Ende des real existierenden Sozialismus, mitten in der kapitalistischen Krise, wirken die Ideen der anarchistischen Selbstorganisation taufrisch. Aber gibt es ein richtiges Leben im Falschen? Mit ihrem Film Projekt A nehmen die Filmemacher die Zuschauer_innen mit auf eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa, unter anderen zum „Internationalen Anarchistischen Treffen“ in der Schweiz und zum als öffentlichen Park umgestalteten Parkplatz „Parko Narvarinou“ in Athen.

Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa (D/ES/GR/CH 2015), Regie: Marcel Seehuber & Moritz Springer, 84 min., dt. OF

Anschließend: Peter Grabher, Historiker, im Gespräch mit Robert Foltin, Autor, Aktivist

Montag, 12. Juni 2017, 19.00
war is forever. Gewebe im Gedächtnis
feminismen diskutieren

Hoa Lous Kunstbuch, das Zine youpuke-war is forever, 2016 im Selbstverlag publiziert, ist als Archiv angelegt: 1000 Seiten über die Einschreibung des Krieges im Massenmedien- /Informationszeitalter. Eine weibliche Odyssee, die Verwebung von Michel Serres’ Kommunikationsnetz mit Penelope, und daraus resultierende Fragen nach dem Web, den Codes, der Zerstörung und dem Analogen.

Hoa Luo, Künstlerin, Philosophin, Kuratorin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW

In Kooperation mit den Verband feministischer Wissenschafter*innen

Freitag, 23. Juni 2017, 19.00
Jetzt!
Vortrag

Während Architektur in der landläufigen Wahrnehmung zunehmend auf ihre marktwirtschaftlichen Komponenten reduziert wird, bietet sich die Gelegenheit, diese quasi unerkannt als kulturkritisches Werkzeug einzusetzen. Die desolate Reputation der Architektur erzeugt ein „terrain vague“, welches mannigfaltige Möglichkeiten zur Einflussnahme bereithält. Bequem operiert es sich hier aus der harmlosen Marginalität heraus: Da wo der Wille gebrochen scheint, wird kein Widerstand vermutet …

Anne-Julchen Bernhardt, Architektin, BeL Sozietät für Architektur, Köln / RWTH Aachen
Jörg Leeser, Architekt, Peter Behrens, BeL Sozietät für Architektur, Köln / School of Architecture, Düsseldorf

ÖGFA_Schwerpunkt: Die Versprechen der Zukunft / Teil 2: Stille Reserven

Dienstag, 27. Juni 2017, 19.00
Vienna Biennale: Die Zukunft der Arbeit
Ausstellungsbesprechung

Laut Forschungsunion der deutschen Bundesregierung steht die vierte industrielle Revolution bevor und wird nicht nur Produktionsweisen verändern, sondern auch massive Eingriffe in die Konzepte von Arbeit und damit in soziale Strukturen mit sich bringen. Die Vienna Biennale steht 2017 unter dem Titel Roboter. Arbeit. Unsere Zukunft und nähert sich mit zwei Ausstellungen dieser großen gesellschaftlichen Frage aus künstlerischer Perspektive.

Julia Hofmann, Wirtschaftssoziologin, Uni Wien
Werner Rodlauer, artmagazine.cc