Veranstaltungen

Donnerstag, 23. März 2017, 19.00
Kärntner Slowen_innen – Verfolgung und Widerstand
GehDenken!

Entnationalisierungsbestrebungen in Kärnten führten während des gesamten 20. Jahrhunderts für die slowenisch-sprechende Minderheit zu Ausgrenzung, Diskriminierung und Verfolgung. Höhepunkt dieser Politik stellten die Jahre 1938–1945 dar. Dennoch gelang es der Minderheit, den effizientesten antifaschistischen militärischen Widerstand auf dem Gebiet des heutigen Österreich aufzubauen.


Brigitte Entner, Historikerin, Klagenfurt/Celovec


In Kooperation mit Gedenkdienst

Montag, 27. März 2017, 19.00
Aussicht auf Kunst 1
Staffelgespräch

Spielen die Kriterien „Originalität“ oder „neu“ noch eine Rolle in der Kunstproduktion, der Kunstbeurteilung? Eine neue Veranstaltungsreihe wird dieser Frage auf den Grund gehen und stellt sie zuerst den Lehrenden und Studierenden der entsprechenden Kunsteinrichtungen. Muss sich zeitgenössiche Kunstproduktion von vergangener signifikanter unterscheiden als bloß durch Variationen? Welche Ausblicke auf Entwicklungen und Tendenzen werden in der Künstler_innenausbildung verhandelt?
In 15 kurzen „Staffelgesprächen“ werden abwechselnd jeweils zwei Teilnehmer_innen auf die Fragestellung eingehen, so dass eine Art fließender Diskurs entsteht.

Studierende:
Diana Barbosa Gil, Transmediale Kunst, Universität für angewandte Kunst Wien

Julia Bugram, Malerei und Prozess, Kunstschule Wien
Magdalena Fritsch, Doktorandin, Akademie der bildenden Künste Wien
Lehrende:
Renée Gadsden, Kunsthistorikerin, Universität für Angewandte Kunst Wien
Felicitas Thun-Hohenstein, Kunsthistorikerin, Akademie der bildenden Künste Wien
Tom Waibel, Philosoph, Kunstschule Wien

Donnerstag, 30. März 2017, 19.00
Institutionskritik als Methode
Buchpräsentation und Diskussion

Institutionskritik übt Kritik an Kunstinstitutionen mit den künstlerischen Mitteln selbst. Zunächst an Kunstinstitutionen im engeren Sinn – also Museen und Galerien – und später, in einem erweiterten Sinn, an einem institutionellen Rahmen, am gesamten künstlerischen Feld mit allen beteiligten Akteur_innen. Sønke Gau untersucht in seiner umfassenden Genealogie der Institutionskritik das Potenzial dieser künstlerischen Verfahren und fragt nach deren Aktualisierung unter den heutigen Bedingungen.

Sønke Gau, Kunst- und Kulturwissenschaftler, ZHdK Zürich

Sønke Gau: Institutionskritik als Methode. Hegemonie und Kritik im künstlerischen Feld. Turia + Kant, Wien und Berlin 2016

Dienstag, 04. April 2017, 19.00
Bewährungsprobe#13
Künstler_innengespräch

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe Bewährungsprobe der Wiener Künstler_innenvereinigung baer stellen jeweils zwei Künstler_innen ihre Praxen und Techniken zur Diskussion.


Manfred Hubmann hinterfragt in seiner künstlerischen Tätigkeit, welche Werte und Verhaltensmuster von wirtschaftlichen Prozessen und Strukturen produziert werden.
Katrin Hornek folgt als künstlerische Strategie Geschichten und Spuren der materiellen Welt, indem sie den Diskurssträngen oder die Transformationen ihrer Umwelt verfolgt.

Manfred Hubmann, Künstler, Wien
Katrin Hornek, Künstlerin, Wien
Moderation: Johannes Franz, baer, Wien

Donnerstag, 6. April 2017, 14.00 – 20.00, Freitag, 7. April, 10.00 – 20.00, Samstag, 8. April, 10.00 – 13.00
Widerstreitende Erfahrung
Spielarten ästhetischer Bildungsprozesse

Inwieweit sind sich ästhetische Erfahrungsweisen – samt ihrer Praktiken, den Institutionen, in denen diese initiiert werden, und der Zeit, in der sie sich vollziehen, einander ähnlich? Weisen sie  Gemeinsamkeiten auf? Wenn ja, wie können diese, präziser als in den bestehenden Debatten, formuliert werden?  Die Beiträge widmen sich der Heterogenität ästhetischer Erfahrungsweisen und widmen sich dem Ziel, besser zu verstehen, welche Chancen und Probleme sich spezifisch mit diesen verbundenen Bildungsprozessen eröffnen können.

Simon Baier, Kunsthistoriker, Wien
Markus Brunner, Psychologe, Wien
Andreas Dörpinghaus, Erziehungswissenschaftler, Würzburg
Eva Kernbauer, Kunsthistorikerin, Wien
Ines Kleesattel, Philosophin, Zürich
Hans-Christoph Koller, Erziehungswissenschaftler, Hamburg
Iris Laner, Philosophin, Tübingen/Wien
Markus Rieger-Ladich, Erziehungswissenschaftler, Tübingen
Alfred Schäfer, Erziehungswissenschaftler, Halle-Wittenberg

In Kooperation mit dem IWK - Institut  für Wissenschaft und Kunst

Donnerstag, 20. April 2017, 19.00
OCCUPY - RESIST - PRODUCE
kinoki mikrokino #222

Massenentlassungen und Fabrikschließungen als Folge der seit 2007 andauernden Finanzkrise haben die Frage nach der Arbeiter_innen-Selbstverwaltung neu gestellt. Oliver Ressler und Dario Azzellini untersuchen in der Dokumentarfilm-Trilogie OCCUPY, RESIST, PRODUCE drei Beispiele von Fabriksbesetzungen, in Mailand, Rom und Thessaloniki, die sich in erfolgreiche Experimente zur Neuerfindung der Arbeit im 21. Jahrhundert entwickelt haben. Die gesamte Trilogie ist zum ersten Mal in Wien zu sehen:

Occupy, Resist, Produce – Vio.Me. (2015), R: Oliver Ressler, Dario Azzellini, 30 min, OmdtU
Occupy, Resist, Produce – Officine Zero (2015), R: Oliver Ressler, Dario Azzellini, 33 min, OmdtU
Occupy, Resist, Produce – RiMaflow (2014), R: Oliver Ressler, Dario Azzellini, 34 min, OmdtU

Anschließend Gespräch mit Oliver Ressler, Künstler, Filmemacher

Montag, 24. April 2017, 19.00
Fake/Fiction? Verschwörungstheorien im Netz
Diskussion

Fake News, Filter Bubbles und Echokammern – Verschwörungstheorien und Dystopien manipulativer Macht haben Konjunktur in der neu konfigurierten Medienöffentlichkeit. Häufig genug wird dabei das Internet selbst angeprangert, die sprudelnde Quelle dieser Falschmeldungen zu sein. Das macht es notwendig, sich dem Phänomen der „Mythenbildungsmaschine Internet“ zu nähern. Und sowohl die technisch-infrastrukturellen Rahmenbedingungen als auch die text- und bildbasierten Figuren und Merkmale der Verschwörungsdiskurse im und um das Netz zu untersuchen.

Ramón Reichert, Medienwissenschaftler, Universität Wien
Ann-Marie Riesner, Dissertantin der Germanistik, Justus-Liebig-Universität Gießen

Dienstag, 25. April 2017, 19.00
Rethinking the Ontology of Technology
Lecture and Panel

In Alf Hornborgs view technological progress is not so much a matter of ingenious and innocent breakthroughs in engineering as of devising new and profitable systems for displacing work and environmental pressures to other populations and geographical areas.The essential rationale of globalized technological systems is thus as inextricably connected to societal injustices as slavery or serfdom. Hornborg´s political scope enables to better understand how social and environmental problems are inherently connected.

Alf Hornborg, Human Ecology, Lund University

Discussion:
Anita Kaya, Im_flieger Artists’ Association
Bernd Kräftner, Art & Science, University of Applied Arts Vienna
Moderation: Kilian Jörg, Philosopher/Artist

In Kooperation mit Art & Science master´s programme, Universität für Angewandte Kunst Wien, Im_flieger - independent Artists’ Association Wien und dessen Forschungsprojekt Stoffwechsel - Ökologien der Zusammenarbeit

Mittwoch, 26. April 2017, 19.00
Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus
Buchpräsentation

In neoliberalen Zeiten ist alles »psychisch«. Der berufliche Erfolg, die körperliche Fitness oder aber Beziehungsprobleme, Arbeitslosigkeit und sogar Armut - alles und jedes wird einer psychologischen Betrachtung unterworfen. Unter Rückgriff auf die Überlegungen Michel Foucaults unterzieht Angelika Grubner die Psychotherapie einer machttheoretischen Prüfung. Sie zeigt deren unentwirrbare Liason mit dem Neoliberalismus und beschreibt die Idee eines machtfreien psychotherapeutischen Raumes als eine naive, irreführende Illusion.


Angelika Grubner, Psychotherapeutin, Sozialarbeiterin
Moderation: Martin Birkner, mandelbaum verlag

 

Angelika Grubner: Die Macht der Psychotherapie im Neoliberalismus. Eine Streitschrift. Mandelbaum Verlag, Wien 2017

Donnerstag, 27. April 2017, 19.00
Kino Buch
Buchvorstellung und Gespräch

Zu Siegfried Kracauers berühmtem Text Die kleinen Ladenmädchen gehen ins Kino liefern die Aufzeichnungen von Charlotte Gerth die nötige Empirie. Die Leipziger Stenotypistin hat über jeden der von ihr zwischen 1931 bis 1951 gesehenen Filme genau Buch geführt. Gerths handschriftliches Kinobuch, ein Flohmarktfund, haben Tabea Nixdorff und Katrin Erthel transkribiert und sind davon zu einer Drehbuchvorlage inspiriert worden.

Paolo Caneppele, Sammlungsleiter Österreichisches Filmmuseum, Wien
Katrin Erthel und Tabea Nixdorff, Autorinnen und Typografinnen, Leipzig

Katrin Erthel, Tabea Nixdorff: Kino Buch. Filme, die ich gesehen habe. Protokolle der Stenotypistin Charlotte Gerth aus Leipzig. Institut für Buchkunst, Leipzig, 2016

www.kinobuch.com

Freitag, 28. April 2017, 19.00
Landscapes of Pressure
Vortrag

Das Projekt Landscapes of Pressure von Kathrin Golda-Pongratz geht von der Überzeugung aus, dass Territoriumspolitik heute maßgeblich von der Logik der globalen Ökonomie bestimmt wird. 2012–2014 wurden Teile periurbanen Agrarlands bei Barcelona sowie Ausläufer eines bislang nicht fertig gestellten Stadterweiterungsprojekts in Madrid vorübergehend als konkurrierende Baugründe für das transnationale Projekt Eurovegas verhandelt. Die Fotografien und Essays in der Publikation Landscapes of Pressure von Kathrin Golda-Pongratz und Carles Guerra bieten Raum zur Reflexion über territoriale Politik.

Kathrin Golda-Pongratz, Urbanistin, Stadtforscherin, Fotografin; Barcelona / Frankfurt am Main

ÖGFA_Schwerpunkt: „Die Versprechen der Zukunft“ / Teil 2: Stille Reserven