
ARCHIV 2010
Montag,
11. Jänner, 19.00
Zur
Theodor Herzl-Rezeption im Film
Filmvorführung
und Vortrag
Der 150ste Geburtstag von Theodor Herzl gibt Anlass für einen Veranstaltungsschwerpunkt zur Gründung der zionistischen Bewegung. Zu Beginn der Reihe steht die Vorführung des Filmes Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes und ein Vortrag, der den Zugang zur Thematik nicht über die politische Debatte, sondern über ästhetische Reflexion und filmwissenschaftliche Analysen sucht. Der Film aus dem Jahr 1921 schildert das Leben des Schriftstellers und Juristen, sowie Szenen aus der leidvollen Geschichte des jüdischen Volkes, die die Sehnsucht nach einem eigenen Judenstaat begreiflich machen.
Thomas
Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler, Filmarchiv Austria,
Wien
Theodor
Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes (A
1921) Regie: Otto Kreisler, Stummfilm mit engl. Zwischentiteln, 60
min
In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria, Wien, zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl.
Dienstag,
12. Jänner, 19.00
Kulturelle
Konstruktion der Finanzmärkte
Buchpräsentation
und Diskussion
Die zwei Neuerscheinungen Mythos Markt und Das Wissen der Börse setzen sich mit der kulturellen Konstruktion der Finanzmärkte auseinander. Mythos Markt zeigt, dass die Wirtschaftskrise auch eine Krise der herrschenden Wirtschaftslehre ist. Im Glauben an „den“ Markt konnte der Kapitalismus sich zu einem Finanz- oder Renditen-Kapitalismus wandeln. Neue Perspektiven auf die me diale und kulturelle Dimension der Finanzmärkte und ihrer Krise eröffnet das Buch Das Wissen der Börse.
Corinna
Milborn, Politikwissenschaftlerin und Journalistin
Robert
Misik, Journalist und Schriftsteller
Walter
Ötsch, Volkswirt und Kulturhistoriker
Ramón
Reichert, Autor und Film- und Medienwissenschaftler
Walter Otto Ötsch: Mythos Markt. Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie. Marburg: Metropolis Verlag 2009.
Ramón
Reichert: Das
Wissen der Börse. Medien und Praktiken des Finanzmarktes.
Bielefeld:
transcript Verlag 2009.
Mittwoch,
13. Jänner, 19.00
Die
NAPOLAS in Österreich 1938 – 45
Vortrag
Wie
im Deutschen Reich ab 1933 wurden in Österreich zwischen 1938
und 1945 Napolas – Nationalpolitische Erziehungsanstalten
errichtet. Napolas waren NS-Internatsschulen, deren SchülerInnen
nach rassisch-biologistischen Kriterien ausgewählt wurden.
Drill, vormilitärische Übungen und ein straffer
Anstaltsalltag kennzeichneten diese „Ausleseschulen“, die
durchwegs in repräsentativen Gebäuden, zum Teil auch
Klöstern, untergebracht waren. Insgesamt wurden in Österreich
neun Napolas errichtet, in denen im Jahr 1942 1200 SchülerInnen
erzogen wurden. Zu den Zöglingen gehörten mehrere
Prominente der Zweiten Republik.
Sebastian
Pumberger, Historiker und Journalist, Wien
In
Kooperation mit dem Gedenkdienst
Donnerstag,
14. Jänner, 19.00
Das
Exil der Frauen
Podiumsgespräch
Im Rahmen der Tätigkeit des Nationalfonds wurde eine nicht unbeträchtliche Menge an autobiographischen Aussagen verschiedener Generationen von Exilantinnen und Remigrantinnen gesammelt. Im Zentrum der Überlegungen stehen Spezifika des weiblichen Lebenszusammenhanges im Exil und die damit verbundene Erinnerungskultur.
Hannah
Lessing, Generalsekretärin, Nationalfonds der Republik
Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und des
Allgemeinen Entschädigungsfonds
Moderation:
Siglinde Bolbecher, Herausgeberin Zwischenwelt,
Theodor
Kramer Gesellschaft
Eine
Veranstaltung der öge-FrauenAG
in
Kooperation mit der Österreichschen Gesellschaft für
Exilforschung öge
und
dem Depot
Montag,
18. Jänner, 19.00
Schreiben
über Wien 1
city
system /s # 8
Im
Jahr 2009 erschienen zahlreiche Publikationen zur Auseinandersetzung
mit zeitgenössischen Positionen im Bereich
Kunst
im öffentlichen und sozialen Raum und zur Stadtwahrnehmung. Sie
reichen von historischen über wissenschaftliche bis
hin zu praxis- und projektbezogenen Texten und verweisen ebenso auf
die Qualitäten künstlerischer Produktionsweisen wie
auf deren unterschiedliche Kontexte und Konfliktpotenziale.
Pamela
Bartar, Kunst- und Kulturtheoretikerin
Konrad
Becker, Autor und Produzent im Bereich Wissenschaft und Kunst
Thomas
Edlinger, Radiojournalist, freier Autor und Kurator
Angelika
Fitz, Kulturtheoretikerin, Kuratorin und Autorin
Elke
Krasny, Kulturtheoretikerin, Kuratorin, Stadtforscherin, Autorin
Bettina
Leidl, Kulturmanagerin, Geschäftsführerin von KÖR
Philipp
Rode, Landschaftsarchitekt
Moderation:
Anne Katrin Feßler, Kulturjournalistin und Angela Heide,
Kuratorin
city system /s #8 ist Teil der Veranstaltungsreihe von WOLKE7 in Kooperation mit der Gesellschaft für Kulturanalytik und artminutes
Mittwoch,
20. Jänner, 19.00
Fernand
Delignys Floß in den Bergen
kinokis
mikrokino # 168
Nach seiner Begegnung mit einem als autistisch eingestuften 12-Jährigen gründete der Erzieher und Anti-Psychiater Fernand Deligny 1965 eine offene Anlaufstelle für Kinder, die von SpezialistInnen als unerziehbar und unheilbar eingestuft wurden. So entstand eine „Gegeninstitution“ ohne PflegerInnen und ohne institutionelle Zwänge als Ort der Existenz, an dem Kinder ihre eigene Geschichte beginnen konnten. Der Dokumentarfilm Ce gamin, là ist dem „Experiment Deligny“ gewidmet, das weit über den Bereich der Therapie hinaus für antiautoritäre Gruppen, KünstlerInnen und Intellektuelle – etwa Félix Guattari – inspirierend wirkte.
Präsentation:
Birgit Mennel, Peter Grabher, kinoki
Ce
gamin, là / Dieser Junge, da (F
1975). Regie: Renaud Victor, 96 min., frz. OV / dt. Übersetzung
eingesprochen.
Donnerstag,
21. Jänner, 19.00
Zum
Selbstverständnis der Kunstvermittlung
Vortrag
und Respondenz
Anhand einer kursorischen Geschichte von Kunstvermittlung in Wien seit den 1980er Jahren wird die Frage aufgeworfen, ob und wie deren Rahmenbedingungen ihr Selbstverständnis prägen. Welche Spuren hinterlassen Selbst-professionalisierung oder „KundInnenorientierung“ einerseits und prekäre Arbeitsverhältnisse andererseits in der jeweiligen Praxis und Theoriebildung von Vermittlung? Wie wirken sich museums- und bildungspolitische Setzungen auf den Umgang mit und die Definition von Zielgruppen aus? Was könnte dies für bildungspolitische Forderungen in diesem Bereich bedeuten?
Karin
Schneider, Zeithistorikerin, Kunst- und Wissenschaftsvermittlerin
Respondenz:
Stefan Palaver, Künstler und Kunstvermittler
In
Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Montag,
25. Jänner, 19.00
Lourdes
Let’s
talk about ... SCRIPTS!
Im
Zentrum von Jessica Hausners Film Lourdes
steht
Christine, die sowohl dem touristischen Wallfahrtsort als auch dem
Wunderglauben eher skeptisch gegenübersteht. Während des
Aufenthaltes in Lourdes wird gerade sie überraschend geheilt. Man
beginnt sich zu fragen, ob es sich um ein Wunder handelt und ob das
Glück von Dauer ist.
Jessica
Hausner, Regisseurin und Drehbuchautorin Lourdes
(AT
2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und Depot
Dienstag,
26. Jänner, 19.00
BackTalk
– Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Beatrice
Achaleke, Soziologin, Obfrau Schwarze Frauen Community
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Eine
Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck
Samstag,
30. Jänner, 19.00
Antislawismus
in Kärnten
Vortrag
und Diskussion
2010 feiert Kärnten den 90. Jahrestag der Volksabstimmung über den Verbleib Südkärntens bei Österreich. Der Grenzkonflikt nach dem Zerfall der Monarchie wird in der deutschnationalen Ideologie als „Abwehrkampf gegen den slawischen Aggressor“ mystifiziert: Die Volksabstimmung habe gezeigt, dass dieses Land ein deutsches ist und mit der „Kärntner Einheit“ eine deutsche Volksgemeinschaft zu etablieren sei. Den Höhepunkt erreichte dieses wahnhafte Projekt mit der Deportation slowenischsprachiger Menschen während der NS-Zeit. Bis heute ist der Deutschnationalismus das hegemoniale Prinzip in der Kärntner Politik. Was sind die historischen und gesellschaftlichen Bedingungen für die antislawischen Ressentiments?
Mirko Messner, Politiker und Autor
Eine Veranstaltung der autonomen antifa [w]
Montag,
1. Februar, 19.00
Dezentriertheit
des Subjekts bei Judith Butler
Vortrag
und Diskussion
Judith
Butler postuliert eine durch den Anderen konstituierte „Nichtfreiheit
am Ursprung unserer selbst“. Mit diesem Ansatz
versucht
sie, das Subjekt als Halluzination zu dekonstruieren und es damit
seinem „wohlverdienten Tod zuzuführen“. Zu diskutieren
ist der Widerspruch, dass ein Denken, das von sich behauptet, die
Überwindung der Metaphysik zu leisten, selber von
vor-ontologischen Strukturen ausgeht. Auch muss geklärt werden,
inwiefern es gerechtfertigt ist, etwa gegen den „marxistischen
Humanismus“ mit Foucault den Tod einer „falschen“ Subjektivität
zu fordern.
Alex
Gruber, Politikwissenschaftler und Autor
Eine
Veranstaltung von Café Critique
Donnerstag,
4. Februar, 19.00
Fair
Flowers
Vortrag
und Diskussion
Mit
der Kampagne „Fair flowers – Mit Blumen für Menschenrechte“
macht FIAN
Österreich
gemeinsam mit Partnerorganisationen auf die katastrophalen
Arbeitsbedingungen in der Schnittblumenindustrie in den Ländern
des Südens aufmerksam und versucht das Bewusstsein über
faire Kaufalternativen zu stärken. In Simbabwe, einem der
Produktionsländer, engagiert sich die NGO Kunzwana
Women’s Association für
Möglichkeiten einer Produktion unter menschenwürdigen
Bedingungen, etwa durch Gütesiegelprogramme wie das „Flower
Label Program – FLP“, die auf strengen Kriterien und externen
Prüfungen basieren.
Emma
Mahlunge, Direktorin der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Spiwe
Chigwande, Arbeiterin einer Blumenfarm, Mitglied des National
Employment
Council und der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Moderation:
Sophie Veßel, FIAN Österreich und Sabine Stelczenmayr,
Grüne Bildungswerkstatt Wien
Eine Veranstaltung von FIAN Österreich, in Kopperation mit der Grünen Bildungswerkstatt Wien und dem Depot
Mittwoch, 17. Februar, 19.00
Was ist Demokratie?
kinokis mikrokino # 169
„What
is democracy?“ Oliver
Ressler stellte diese Frage AktivistInnen und politischen
AnalystInnen aus Amsterdam, Berkeley, Berlin, Bern, Budapest,
Kopenhagen, Moskau, New York, Rostock, San Francisco, Sydney, Taipeh,
Tel Aviv, Thessaloniki und Warschau. Obwohl allen
GesprächspartnerInnen dieselbe Frage gestellt wurde, ist das
Resultat eine Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven und Ansichten
von Menschen, die in Staaten leben, welche üblicherweise als
Demokratien bezeichnet werden. Ist aber die dominierende parlamentarisch-repräsentative Form tatsächlich Demokratie?
Und wie könnte ein alternatives demokratisches System aussehen
und welche organisatorische Form könnte es annehmen?
Anschließend
Gespräch mit Oliver Ressler, Künstler
What Is Democracy?, Oliver Ressler, 2009, 118 min., OmdU.
Dienstag,
23. Februar, 19.00
BackTalk
– Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Corinna
Milborn, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin
Hikmet
Kayaha, Bündnis gegen den Rechtsruck
Eine Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck
Donnerstag,
25. Februar, 19.00
Bologna
burns!
Vom 11. bis 12. März werden die BildungsministerInnen 46 europäischer Staaten, zur 10-Jahre-Jubiläumskonferenz des Bologna-Prozesses nach Wien und Budapest geladen. Angesichts der Zustände an den Universitäten und den breiten Protesten für freie Bildung, sind die geplanten Feierlichkeiten eine Verhöhnung der Uni-Angehörigen.Grund genug, um den Sinn und Zweck des Bologna-Prozesses zu hinterfragen und über den alternativen Gegengipfel vom 12.-13. März zu informieren.
Eine Veranstaltung von bolognaburns.org
Folgende Veranstaltung muss leider abgesagt werden:
Donnerstag,
25. Februar, 19.00
nowiswere
Präsentation
und Diskussion
Dienstag,
2. März, 19.00
Perspektiven
kollektiver Interessenvertretung
Buchpräsentation
und Diskussion
Mit
dem verstärkten Auftreten von Wissensarbeit gewinnt eine
Erwerbsgruppe an Bedeutung, bei der die etablierten
Interessensvertretungen gewöhnlich auf wenig Resonanz stoßen.
Das Buch „Wissensarbeiter organisieren“ untersucht die
Arbeitssituation und Interessen hochqualifizierter Beschäftigter
in wissensintensiven Tätigkeitsfeldern, einer Gruppe, die
paradigmatisch für 'moderne' Formen der Arbeit und
Interessenvertretung steht. Die AutorInnen gehen theoretisch und
empirisch am Beispiel Österreichs der Frage nach, welche
Unterschiede es in der Organisationseignung und Mobilisierbarkeit von
WissensarbeiterInnen gibt und welche neuen Handlungsmöglichkeiten
sich daraus für die Interessenvertretungen ergeben.
Christine
Kasper, Betriebsrätin
Universität Wien und Funktionärin GÖD
Friedrich
Kofler, Obmann der Fachgruppe UBIT der WKW
Manfred
Kofranek, MAS Knowledge Management Austria
Eva
Wilhelm, Betriebsratsvorsitzende
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Moderation:
Wolfgang Gerlich
Susanne Pernicka, Anja Lasofsky-Blahut, Manfred Kofranek, Astrid Reichel:
Wissensarbeiter organisieren. Perspektiven kollektiver Interessenvertretung, Berlin: Edition Sigma, 2010.
Montag,
8. März, Dienstag, 9. März, 10.00
Freiraum
Leerstellen
Vorträge
und Diskussion
In
Ballungszentren ist der Bedarf nach Freiräumen in den letzten
Jahrzehnten massiv gestiegen. Deshalb hat die kunstschule.at
für die heurige Projektwoche das Thema "Freiraum
Leerstellen" ausgewählt. Die gemeinsame Nutzung des
Schulhauses in der Lazarttgasse mit der künstlerischen
Volkshochschule führte und führt immer wieder zu
Konflikten, Raumnot stellt daher ein permanentes Problem der Schule
dar. Die Sehnsucht nach mehr Raum sensibilisiert den Blick auf die
Stadt, auf leer stehende Lokale, Industrieanlagen, Mietshäuser
und führt zu der Frage, wieso diese Räume nicht genutzt
werden.
Montag, 8. März
10.00 Dieter Schrage, Kurator, Kulturwissenschafter
11.00 Alexander Scheer, Wohnrecht
12.00 Jutta Kleedorfer, Projektkoordination für Mehrfachnutzung, MA18
14.00 Barbara Jeitler, Gebietsbetreuung Stadterneuerung 16. Bezirk
15.00 Gartenpolylog, österreichisches Netzwerk interkultureller Gemeinschaftsgärten
Dienstag, 9. März
10.00 Sissa Micheli, Aspekte der Zwischennutzung anhand von Beispielen aus Wien
10.00 MIK, Moblie Initiative Kultur/Mission Ignition Kagran (Genochmarkt Kagran)
13.00 Kampolerta, Netzwerk zur ungewöhnlichen Nutzung von öffentlichen Raum
14.00 Filmprogramm
Eine Veranstaltung der kunstschule.at
Mittwoch,
10. März, 19.00
Die
Jüdischnationale Partei 1906 –1938
Bei
den ersten Wahlen in der Republik im Jahr 1919 erzielte die
Jüdischnationale Partei ein Mandat im österreichischen
Nationalrat und drei Mandate im Wiener Gemeinderat. Im Mittelpunkt
jüdischnationaler Politik standen die Forderungen nach
Gleichberechtigung der JüdInnen und ihrer Anerkennung als Nation
sowie die Schaffung eines Judenstaates in Palästina / Eretz
Israel. 90 Jahre danach liegt nun eine Publikation über die
Jüdischnationale Partei vor, die erstmals eine Gesamtdarstellung
ihrer Geschichte in Österreich bietet. Die Ergebnisse der
umfangreichen wissenschaftlichen Forschungen dieses Bandes gehen über
konkrete jüdischnationale Politik hinaus und machen einen lange
ignorierten Teil jüdischer Lebensentwürfe sichtbar.
Dieter J. Hecht, Historiker und Herausgeber
Dieter J. Hecht (Hg.): Die Jüdischnationale Partei in Österreich 1906 –1938. In: Chilufim. Zeitschrift für Jüdische Kulturgeschichte 7/09.
In
Kooperation mit dem Gedenkdienst, zum 150. Geburtstag von Theodor
Herzl.
Donnerstag,
11. März, bis Freitag, 13. März
Negative
Sozialphilosophie
Symposion
Einerseits
ist es plausibel, die Aufhebung, Entschärfung oder
Regelung von
Phänomenen negativer Sozialität anzustreben;
andererseits kann argumentiert werden, dass
Gemeinschaften und Gesellschaften mit unaufhebbarem Widerstreit,
innerem Konflikt oder dem sogenannten „Unvernehmen“ leben
müssen.
Die Tagung unternimmt den Versuch, diese negativen
Erfahrungennicht nicht von vornherein als
Mangelphänomene zu beschreiben, sondern sie aus einer sozial-
und kulturphilosophischen Perspektive näher zu untersuchenund
damit auch gängige Konzepte des Sozialen einer grundlegenden
Revision zu unterziehen...
Donnerstag, 11. März
15.30
Einführung
Burkhard Liebsch, Universität Bochum
16.00
Grenzen eines dialektischen Negativismus
Zum Konzept einer negativistischen Sozialphilosophie
Burkhard Liebsch, Universität Bochum
17.15
Antagonismus
Oliver Marchart, Soziologisches Seminar der Universität Luzern
Freitag, 12. März
9.00
Alterität
Zur leeren Mitte der Kommunikation
Andreas Hetzel, Darmstadt
10.15
Schweigen
Zum Zentrum von Kafkas sozialer Welt
Tobias Klass, Philosophisches Seminar der Universität Wuppertal Wuppertal
11.30
Entfremdung
Unheimliche Seiten des Arbeitens
Andreas Oberprantacher, Institut für Philosophie der Universität Innsbruck
12.45 Mittagspause
14.00
Indifferenz
Ontologische Struktur, anthropologisches Faktum oder geschichtlich-gesellschaftliche Entwicklung?
Sophie Loidolt, Philosophie, Universitäten Wien und Klagenfurt
15.15
Widerstand
Zwischen pathischer Negation und negativer Aktion
Hans Rainer Sepp, Humanwissenschaftliche Fakultät der Karls-Universität Prag
16.30 Pause
16.45
Missverständnis
Dialektik und Hermeneutik generativer Verhältnisse
Tatiana Shchyttsova, Philosophie, European Humanities University in Vilnius
18.00
Unterbrechung der Ökonomie - Ökonomie der Unterbrechung
Arthur Boelderl, katholisch-theologische Universität Linz
Samstag, 13. März
9.00 Uhr
Hass
Haltung des Unversöhnlichen
Sandra Lehmann, Philosophin, Wien
10.15 Uhr
Willkür
Andreas Niederberger, Institut für Philosophie der Uni Frankfurt am Main
11.45 Uhr
Rassismus: Zur Phänomenologie leibhaftiger sozialer Inferiorisierung
Michael Staudigl, Philosoph, Visiting Fellow am IWM, Wien
Eine Veranstaltung des IWK - Institut für Wissenschaft und Kunst
Dienstag,
16. März, 19.00
BackTalk
– Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk
ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck –
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos
zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung nd
Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr
um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit eklärt
werden.
Lakis
Jordanopoulos, Journalist, ORF Minderheitenredaktion
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Eine
Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck
Mittwoch, 17. März, 19.00
Volkskrieg
– ein Heimatfilm
kinokis
mikrokino #170
Volkskrieg
– ein Heimatfilm erzählt
eine Geschichte über Solidarität und reflektiert dabei
aktuelle gesellschaftliche Problemstellungen wie Arbeitsverhältnisse
und Migration. Fünf Menschen treffen sich auf einer Almhütte,
bilden eine nicht nur
kulturell vielfältige Gemeinschaft und schicken sich an, ihr
Leben in die eigenen Hände zu nehmen, um mit natürlicher
Selbstverständlichkeit
soziale Zwänge zu durchbrechen und Zukunftsperspektiven zu
eröffnen. Die unabhängige Filmemacherinnengruppe RMP132
bedient sich dabei der Stilmittel des Heimatfilms der 50er und 60er
Jahre, stellt sich in die Tradition des kritischen Heimatfilms der
späten 70er und 80er Jahre und kombiniert dies mit den
Möglichkeiten des epischen Theaters.
Anschließend
Gespräch mit Jan Pirker und weiteren am Film Beteiligten
Volkskrieg – ein Heimatfilm (A 2008) Regie / Buch / Schnitt: Jan Pirker, Kamera: Barbara Wimmer, Produktion: RotesMeidlingProduktion132.
Mit Alev Irmak, Mamadou H. Wane, Thomas Hoschek, Wang Zhou, Erland Secrieru u. a., 82 min.
Donnerstag,
18. März, 19.00
Uni
brennt.
Buchpräsentation
und Diskussion
»Uni
brennt« war im Herbst 2009 der Ruf der Studierenden, aber auch
vieler Lehrender, an der Universität Wien. Das Buch „Uni
brennt. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches“
liefert einen kritischen Diskussionsbeitrag zur Bildungsdebatte,
unterschiedliche, zum Teil sich widersprechenden Positionen und
Informationen für eine kritische Öffentlichkeit. Entstanden
aus der Initiative von protestierenden Studierenden, macht sich der
Sammelband auf die Suche nach den Ursachen, stellt grundsätzliche
Fragen zum Bildungsbegriff und zur Bildungspolitik und gibt
atmosphärische Stimmungsbilder aus den ehemals besetzten
Hörsälen wieder.
Eva
Maltschnig, ÖH Generalsekretärin
Erich
Ribolits, Institut für Bildungswissenschaften, Universität
Wien
Karin
Schönpflug, Projekt Internationale Entwicklung,Universität
Wien
Marlene
Streeruwitz, Schriftstellerin
Phillip,
KriSU, Kritische und
Solidarische Universität
Moderation:
Leo Hiesberger
Stefan
Heissenberger, Viola Mark, Susanne Schramm, Peter Sniesko, Rahel
Sophia Süß. (hg) UNI
BRENNT. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches.
Turia+Kant,
Wien 2010
Montag,
22. März, 19.00
Alltag
und Handeln in Psychiatrien
Vortrag
und Diskussion
In
der Historiographie der Psychiatrie werden Fragen danach, wie
PatientInnen mit den restriktiven Maßnahmen umgingen, mit
denen sie in psychiatrischen Institutionen konfrontiert waren, nur
selten gestellt. Dabei können gerade Krankenakten und
Selbstzeugnisse wie Zeichnungen, textile Arbeiten oder Briefe
vielfältige Antworten auf diese Fragestellungen geben. Ein
praxistheoretischer Ansatz stellt der Wirkmächtigkeit räumlicher
und diskursiver Strukturen die Eigenmächtigkeit gewöhnlicher
Praktiken gegenüber. Mit dem Fokus auf alltägliche
Handlungsweisen von Frauen in Psychiatrien um 1900, soll diese „Kunst
des Handelns“ (Michel de Certeau) beleuchtet werden.
Monika
Ankele, Historikerin, Kunstvermittlerin, Künstlerin Schwestern
Brüll
Respondenz:
Andrea Griesebner, Historikerin, Universität Wien
Monika Ankele: Alltag und Aneignung in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn. Wien / Köln /Weimar: Böhlau 2009.
Dienstag,
23. März, 19.00
Subversiv?
Podiumsdiskussion
Der
Begriff der Subversion bleibt in der gegenwärtigen Kunstpraxis
und Kunsttheorie bezüglich seiner Bedeutungen oft unreflektiert.
Ist „subversiv“ weit entfernt von seiner ursprünglichen
Bedeutung als „unterwandernd“ zu einem Label der Rezeption
geworden, das KunstkritikerInnen, KuratorInnen und Institutionen für
all jene Kunst anwenden, die sie für radikal halten?
Oder ist ein solcher „Subversions-Pessimismus“ fehl am Platz und
die Subversion noch immer ein effektives Konzept künstlerischer
Intervention?
Jens
Kastner, Soziologe, Kunsthistoriker, Akademie der bildenden Künste
Wien
Jakob
Lena Knebl, Künstler_in, Akademie der bildenden Künste Wien
Oliver
Ressler, Künstler
Moderation:
Astrid Peterle, Depot
mit Michael Glawogger und Robert Buchschwenter
muss verschoben werden.
Neuer Termin: Montag, 19. April, 19.00
Dienstag,
30. März, 19.00
Sponsored
by Eltern: Praktika im Kunstfeld
Podiumsdiskussion
Während
ihres Studiums leisten StudentInnen im Kunstbetrieb oft unbezahlte
oder unterbezahlte Arbeit in Form von Praktika. Ähnlich prekäre
Arbeitssituationen gehen auch viele junge AbsolventInnen ein, mit der
Hoffnung, im Kunstfeld Fuß zu fassen. Eine derartige
Arbeitssituation können sich meist nur diejenigen leisten, die
über einen entsprechenden finanziellen Background verfügen,
über Eltern, die somit indirekt den Kunstbetrieb sponsern. Haben
prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Kunstfeld einen
systemerhaltenden Stellenwert? Wie stellt sich die Situation für
ArbeitgeberInnen dar?
Daniela
Koweindl, IG Bildende Kunst
Paul
Ringler, Soziologe, Plattform Generation Praktikum
Gabriele
Senn, Galeristin, Vorsitzende des Verbands Österreichischer
Galerien Moderner Kunst
Stefan
Wagner, stellvertretender Direktor des Museums Moderner Kunst
Stiftung Ludwig Wien
Moderation:
Klaus Neundlinger, Philosoph und Autor
Montag, 12. April, 19.00
Impersonal Intersex
Vortrag
Operationen für Intersexuelle versteht Iain Morland
als queere Praxis. Trotz ihrer konservativen Ziele hat Chirurgie
Morland zufolge einen desorientierenden Effekt auf Individuen; Queer
Theory ermöglicht ein kritisches Verständnis der zeitlichen
und räumlichen Eigenschaften des post-operativen Körpers. In
seinem Votrag Impersonal Intersex. Genital Surgery in the Public Sphere
vertritt Morland die These: Wenn Desorientierung nicht als private
Angelegenheit individueller Körper, sondern als historisch
produzierte Bedingung der Persönlichkeit verstanden wird, dann
wäre die Behandlung von Intersexualität auch Thema für
einen öffentlichen Dialog.
Iain Morland, Kulturwissenschaftler, Cardiff University, UK
Moderation: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Universität Wien
Susanne Hochreiter, Literaturwissenschaftlerin, Universität Wien
Veranstaltung in englischer Sprache
Queere Interventionen.
Veranstaltungsreihe und interdisziplinäre Kooperation,
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität
Wien
Mittwoch, 14. April, 19.00
Eine unerhörte Diskriminierung?
Vortrag und Diskussion
Im
Zuge des aktuellen Präsidentschaftswahlkampfes wurde einmal mehr die
Frage nach der Zeitmäßigkeit der Habsburger-Gesetze aufgeworfen.
Kurzfristig schien über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit über die
notwendige Streichung des entsprechenden Passus zu herrschen, doch
inzwischen formiert sich Widerstand. Inmitten des großen Getöses macht
es Sinn, sich Zeit zu nehmen, um sich in Ruhe mit dem die Habsburger
betreffenden Gesetzeskomplex auseinander zu setzen.
Ilse Reiter-Zatloukal, Juristin, Institut für Rechtsgeschichte, Universität Wien
Ronald Faber, Jurist, Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes
In Kooperation mit Gedenkdienst
Freitag, 16. April, 19.00
Kritik des Kapitalismus
Buchpräsentation
Der Grazer Journalist Christian Stenner beschäftigt sich mit
den sozialen Auswirkungen ökonomischer Verhältnisse, besonders mit den dem Kapitalismus eigenen strukturellen
Deformationen und zyklischen Krisen. Unmittelbar nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA befragte er ausgesuchte SpezialistInnen zu den Hintergründen der aktuellen Krise und zu möglichen Ansätzen, diese zu überwinden. In knapp zwei Jahren entstanden fünfzehn Gespräche.
Stephan Schulmeister, Ökonom am Institut für Wirtschaftsforschung WIFO
Erhard Glötzl, ehemaliger Vorstandsdirektor der Linz AG
Kurt Rothschild, Doyen der österreichischen Wirtschaftswissenschaften
Christian Stenner, Journalist
Christian Stenner (Hg.): Kritik des Kapitalismus. Gespräche über die
Krise. Wien: Promedia 2010
Montag, 19. April, 19.00
Das Vaterspiel
Let’s talk about ... SCRIPTS!
Eigentlich ist Rupert Kramer, genannt Ratz, Sohn eines sozialdemokratischen Ministers, ein unpolitischer Mensch, ein Politikverweigerer. Ausgerechnet er gerät, als er einen Anruf von seiner Jugendliebe Mimi erhält, in einen brutalen geschichtlichen Lehrgang. Ratz fliegt zu ihr nach Amerika und bald wird klar, er soll ihr helfen, das Versteck ihres Vaters, eines litauischen Nazis, der für die Ermordung zahlloser Juden verantwortlich ist, auszubauen.
Michael Glawogger, Regisseur und Drehbuchautor Das Vaterspiel (AT 2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM
In Kooperation mit dem drehbuchFORUM Wien
Dienstag, 20. April, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
Das Bündnis gegen den Rechtsruck ist nun DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus;
und immer noch eine Plattform für Menschen, die nicht tatenlos
zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und
Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und
zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden. Was
unternehmen die Parteien gegen diese Tendenzen?
Sirvan Ekici, ÖVP, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Alev Korun, Die Grünen, Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat
Nurten Yilmaz, SPÖ, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Moderation: Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS
Mittwoch, 21. April, 19.00
‚Kunst dem Volk‘
Dissertation
Zwischen 1939 und 1944 gab Heinrich Hoffmann,
„Hoffotograf“ Adolf Hitlers, in Wien die Zeitschrift
„Kunst dem Volk“
heraus. Durch das Heft ziehen sich bestimmte Topoi der
NS-Kunstliteratur, die ihre Parallelen in der akademischen
unstgeschichtsschreibung finden. Untersucht wurden dabei die
–
häufig absurd erscheinenden –Zuschreibungen an die deutsche
sowie
die „ostmärkische“ Kunst; zudem ließen sich
bestimmte
zeittypische Künstlerideale herausarbeiten. Obwohl sich
„Kunst dem
Volk“ auf den ersten Blick weniger offensiv-propagandistisch
gebärdete als andere NS-Kunstzeitschriften, diente auch in diesem
Heft die Erzählung von Kunstgeschichte eindeutig
propagandistischen Zwecken.
Nina Schedlmayer: Die
Zeitschrift ‚Kunst dem Volk‘. Populärwissenschaftliche
Kunstliteratur im Nationalsozialismus und ihre Parallelen in der
akademischen Kunstgeschichtsschreibung. Dissertation, Universität Wien 2010
Donnerstag, 22. April, 19.00
Corazón del tiempo / Heart of Time
kinokis mikrokino # 171
Während die Armee der Bundesregierung widerständige
Gebiete besetzt, soll mitten im aufständischen Gebiet der
Zapatistas Sonia verheiratet werden. Doch ihr Herz schlägt
für einen anderen, einen Aufständischen. Damit gerät sie
nicht nur mit den überlieferten Gebräuchen in Widerspruch,
sondern auch mit dem revolutionären zapatistischen Gesetz. Dieser
erste zapatistische Spielfilm aus der Selva Lacandona wurde nicht
zuletzt möglich durch die Zusammenarbeit der aufständischen
Räteregierungen mit Hermann Bellinghausen, der den indigenen
Aufstand seit 1994 journalistisch begleitet.
Anschließend Gespräch mit Tom Waibel, kinoki
Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker
Luz Kerkeling, Filmemacher und Autor
Corazón del tiempo / Heart of Time (MEX 2008). Regie: Alberto Cortés. 90 min. OmeU
Dienstag, 27. April, 19.00
RUHRTEXT
Buchpräsentation
Angeregt von den Dérive-Experimenten der
Situationisten, die der von den Verheerungen des Kapitalismus und einer
„autogerechten“ Verkehrsplanung gezeichneten modernen Stadt
ihre bewußt subjektive Aneignung des Stadtraums entgegensetzten,
durchstreife ich „Deutschlands größte Stadt“,
die eigentlich keine ist – oder ein Patchwork aus vielen. Das mag
absurd erscheinen, zumal das Ruhrgebiet zu einem nicht
unbeträchtlichen Teil aus „automobilen Zonen“ besteht,
die in der Regel durchfahren werden und nicht durchwandert. (Florian
Neuner)
Florian Neuner, Autor
Georg Driendl, Architekt
Ralph Klever, Klever Verlag
Bernhard Widder, Lyriker und Architekt
Florian Neuner: Ruhrtext. Eine Revierlektüre. Wien: Klever Verlag 2010
Mittwoch, 28. April, 19.00
Migrationsforschung in Österreich
Podiumsdiskussion
Migrationsberichte, Diversity Management,
Integrationsleitbilder – Wissenschaft und Politik rücken
zunehmend zusammen, wenn es um Fragen der Migration geht. Viele
begrüßen die nunmehr verbesserte Zusammenarbeit, doch welche
Konsequenzen hat die neue „Nähe“ für Ressourcen
und Möglichkeiten einer sich kritisch verstehenden
Migrationsforschung? Um dieses Spannungsverhältnis auszuloten,
werden die alte
wie neuere Geschichte sowie die aktuelle Positionierung von
Migrationsforschung in Österreich vor dem Hintergrund
internationaler Diskussionen beleuchtet.
Kien Nghi Ha, Politik- und Kulturwissenschaftler, Berlin
Barbara Herzog-Punzenberger, Anthropologin, Österreichische
Akademie der Wissenschaften
Ljubomir Bratic´, Philosoph, Wien
Assimina Gouma, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Salzburg und [KriMi]
Eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe [KriMi] Kritische Migrationsforschung
Donnerstag, 29. April, 19.00
Abschied von der Illusion
Krise ohne Ende. Teil 1
Angesichts der Verwerfungen nach dem Finanzcrash und der
folgenden Weltwirtschaftskrise richten sich die Hoffnungen vieler auf
eine „andere“ Politik. Regulierungen im Dienste des
Allgemeinwohls sollten die Macht der Finanzmärkte bändigen
und eine soziale und ökologische Neuausrichtung ermöglichen.
Stattdessen bleibt den staatlichen Krisenverwaltern kaum mehr als die
Aufrechterhaltung „systemrelevanter Funktionen“.
Warum die Politik die Krise nicht lösen kann und es
einer neuen Perspektive sozialer Emanzipation bedarf.
Norbert Trenkle, Gruppe Krisis, Nürnberg
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Freitag, 30. April, 19.00
Universidad Nómada
Präsentation und Diskussion
In den letzten Jahren dienten Monster-Institutionen als
experimenteller Rahmen, um die politischen Diagramme sozialer
Bewegungen in die institutionelle Organisation von gesellschaftlicher
Kooperation und von Wissensproduktion einzubringen. So wurden sowohl
Kunstinstitutionen als auch unabhängige Institutionen zum Ort des
Experimentierens. Hybridisierung, Metamorphose und Innovation wurden
dabei zu Stichwörtern für die Herausbildung
nicht-repräsentationistischer
politischer Formationen und für die Analyse des Verhältnisses
von Krise und sozialem Wandel. In diesem Kontext fungiert Universidad
Nómada als Dispositiv für die Produktion autonomen Wissens
und politischer Interventionen.
Francesco Salvini and Raúl Sánchez Cedillo, Universidad Nómada
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp
Veranstaltung in englischer Sprache
Dienstag, 4. Mai, 19.00
Leben und arbeiten in Wien
Podiumsgespräch
Zum dritten Mal findet in der Kunsthalle Wien eine
Ausstellung der Reihe Lebt und arbeitet in Wien statt. Grund genug, um
nachzufragen, was sich seit Beginn dieser Ausstellungsreihe 2000
für Kunstschaffende in Wien geändert hat, wie sich die
Produktionskontexte entwickelt haben und wie es um die
Arbeitsverhältnisse bestimmt ist. Worin liegen die Vorteile, worin
die Nachteile, von Wien als Hafen und Ausgangspunkt einer
künstlerischen Lebens- und Arbeitsexistenz?
Anna Jermolaewa, Künstlerin
Mahony, KünstlerInnengruppe
Angela Stief, Kuratorin, Kunsthalle Wien
Moderation: Nina Schedlmayr, Kunstkritikerin
Donnerstag, 6. Mai, 19.00
Kunst und Gesellschaft im öffentlichen Raum
Vortrag und Respondenz
Der Kunstwettbewerb common berlin zielt auf modellhafte
Projekte, die sich mit Veränderungen im öffentlichen Raum,
mit gesellschaftspolitischen Fragen und alternativen Lebensweisen im
urbanen Raum Berlins auseinander setzen: Die Stadt soll zu einem
Bürgercampus im Sinne einer Gesellschaftsuniversität werden,
in dem Kommunikationsprozesse initiiert und aktiviert, Kooperationen
angestoßen und verwirklicht
werden. Bürgerlnnen und Künstlerlnnen arbeiten
ergebnisorientiert zusammen und setzen Bewusstseinsprozesse sowie
Veränderungen in Gang.
Kerstin Polzin, Künstlerin, Berlin
Stefan Krüskemper, Künstler, Berlin
Respondenz: Elisabeth Mayerhofer, FOKUS-Forschungsgesellschaft
für kulturökonomische und kulturpolitische Studien
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Freitag, 7. Mai, 19.00
nowiswere
Präsentation und Diskussion
nowiswere
agiert seit 2008 als Online-Magazin zur zeitgenössischen Kunst mit
Sitz in London und Wien. Internationale AutorInnen, KünstlerInnen,
KuratorInnen und KritikerInnen werden eingeladen, in Bild- und
Textbeiträgen über ihre eigene, oder die Produktion und
Praxis anderer zu sprechen. Anlässlich seines zweijährigen
Jubiläums präsentieren Herausgeberinnen und Beitragende das
Magazin erstmals in Wien.
Anita di Bianco, Künstlerin, Berlin
Yane Calovski, Künstler und Kurator, Skopje
Mara Ferreri, unabhängige Autorin, London
Veronika Hauer, Künstlerin, Autorin, Herausgeberin nowiswere, Wien
Fatos Ustek, Kuratorin, Kritikerin, Herausgeberin nowiswere, London
Montag, 10. Mai, 19.00
Schlagwort Borderline
Podiumsgespräch
Immer häufiger taucht in den Medien das Schlagwort
Borderline auf – nicht selten im Kontext von Gewalt oder dem
Sensationsaspekt der Selbstverletzung. Der Großteil der
Bevölkerung steht dem Begriff mit Ratlosigkeit gegenüber.
Psychiatrische Konzepte der Borderline-Störung scheinen Ausdruck
einer
zunehmend individualisierten Gesellschaft zu sein. Strukturlosigkeit,
abnehmende Einbindung in soziale Netze, beruflich prekäre
Situationen und die daraus resultierende Identitätsunsicherheit
– das postmoderne Individuum wird nicht selten selbst zum
Grenzgänger. Doch sind deshalb alle Borderliner? Was ist dran an
der medial vermittelten Borderline-Gesellschaft?
Irene Apfalter, Integrative Therapeutin i.A.u.S. und ehemals Betroffene
Fritz Hausjell, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,
Universität Wien
Sonja Krückl, Borderline-Netzwerk e.V. / Österreich, Betroffene
Alice Sendera, Verhaltenstherapeutin, Österreichische Gesellschaft
für Dialektisch Behaviorale Therapie und Skills-Training (ÖDBT)
Gabriela Wagner, Psychosozialer Dienst der Stadt Tulln, Ärztin und
Integrative Gestalttherapeutin
Moderation: Dagmar Weidinger, freie Wissenschaftlerin und Journalistin
Dienstag, 11. Mai, 19.00
Solidarische Ökonomie – ein Kind der Not?
Krise ohne Ende. Teil 2
Die zunehmend krisenhaften Entwicklungen des
globalisierten Kapitalismus machen die Suche nach Auswegen aus einer
allein am Profit orientierten Produktionsweise zur zentralen
Herausforderung unserer Zeit. Solidarische Ökonomie bemüht
sich um Alternativen, die soziale und ökologische Kriterien in den
Vordergrund stellen. Obwohl einzelne Projekte erfolgreich sind,
scheitern doch viele an kapitalistischen Marktlogiken, denen sie sich
oft nicht entziehen können. Welche Veränderungen sind
notwendig, damit Solidarische Ökonomie ihr
emanzipatorisches Potential entwickeln kann?
Markus Auinger, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Mittwoch, 12. Mai, 19.00
Geschichte und Öffentlicher Raum
Vortrag und Diskussion
In
ganz Wien existieren zahlreiche Initiativen zur Umbenennung von Straßen
und Plätzen, von der Arnezhofer Gasse über den Dr.-Karl-Lueger-Ring bis
zur Anschlußgasse. So engagiert und scheinbar gut vernetzt die
ProponentInnen der Umbenennung auch sein mögen – etwa die Universität
Wien – so erfolglos war ihr Unterfangen bisher. Von den politisch
Verantwortlichen sind stets dieselben Argumente zu hören: Zu teuer, mit
zuviel Aufwand für die AnrainerInnen verbunden und obendrein ob des
„denkmalstürmenden Charakters“ abzulehnen. War das immer so? Unter
welchen Bedingungen erfolgten in den letzten hundert Jahren nach
Maßgabe welcher Kriterien tatsächlich Umbenennungen? Und welche
gesellschaftlichen und politischen Akzente wurden dabei jeweils
eingeschrieben?
Birgit Nemec, Historikerin, Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst
Freitag, 14. Mai, 19.00
Herzl und die Abschaffung des Staates
Vortrag
In Theodor Herzls zionistischem Utopie-Roman Altneuland
ist – gemessen an der nationalstaatlich gedachten „modernen
Lösung der Judenfrage“ im zuvor erschienenen Judenstaat
– eine erstaunliche Feststellung zu finden: „Wir sind kein
Staat.“ Davon ausgehend lässt sich eine Spur zum heute
weitgehend vergessenen zionistischen Nationalökonomen und
Soziologen Franz Oppenheimer verfolgen, mit dessen Modell einer
sozialliberalen
Freibürgerschaft Herzl während der Arbeit am Roman
in Berührung kam. Inwiefern handelt es sich bei Herzls Utopie
nicht allein um eine national-jüdische, sondern auch um eine
universal verstandene Sozial-Utopie des dritten Weges?
Clemens Peck, Germanist, Universität Salzburg
Eine Veranstaltung zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl
Montag, 17. Mai, 19.00
Halbinseln gegen den Strom
Krise ohne Ende. Teil 3
Bei immer mehr Menschen wächst die Offenheit, oder
schlicht die Einsicht in die Notwendigkeit, grundlegende Alternativen
zu denken, die einen Ausweg aus unserer gegenwärtigen Produktions-
und Lebensweise und die Abkehr vom Dogma des quantitativen Wachstums
ermöglichen – bevor der verrückte Selbstzweck eines
einzig auf die Profitmaximierung des Kapitals ausgerichteten Systems
alle Lebensgrundlagen zerstört. Halbinseln gegen den Strom beschreibt Wege jenseits von Kapitalismus, Geld und Tauschlogik.
Friederike Habermann, Ökonomin und Autorin, Berlin
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Friederike Habermann: Halbinseln gegen den Strom: Anders leben und wirtschaften im Alltag. Sulzbach / Taunus: Ulrike Helmer Verlag 2009
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Dienstag, 18. Mai, 19.00
10 Thesen zu: Visueller Politik
Podiumsgespräch
In 10 Thesen skizziert Tom Holert aktuelle Tendenzen
visueller Politik. Seine politisch pointierte Medienreflexion
exemplifiziert er unter anderem am Einsatz von Überwachungsvideos
als Beweismaterial in den Prozessen gegen iranische Oppositionelle und
knüpft daran Fragen nach dem Zusammenhang von dokumentaristischer
Ästhetik und forensischer Funktion von Videobildern.
Tom Holert, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften, Akademie der bildenden Künste, Wien
Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Veranstaltungsreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramón Reichert
Mittwoch, 19. Mai, 19.00
Zum Denken der sexuellen Differenz
Buchbesprechung
Luce Irigarays Theorem der sexuellen Differenz wird
vorgeworfen, einer normativen Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit das
Wort zu reden und mit ihrem Postulat einer weiblichen Subjektposition
die Subjektkritik des 20. Jahrhunderts zu ignorieren. Laut der
Philosophin Tove Soiland interveniert Irigaray mit ihrem
Theorem in eine innerfranzösische Kontroverse, die als
Dekonstruktion der Psychoanalyse bezeichnet wird. Vor diesem
Hintergrund wird die Kritik an Irigaray an das dekonstruktive
gender-Verständnis zurückgegeben, für das im
deutschsprachigen Raum paradigmatisch die Schriften Judith Butlers
stehen.
Birge Krondorfer, Philosophin
Tove Soiland, Philosophin
Tove Soiland: Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine Dritte
Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten. Wien / Berlin:
Turia + Kant 2010
Donnerstag, 20. Mai, 19.00
Radio Alice. 33 Years After
Media Activism 1
Als würden sie ein anthropologisches Ritual
ausführen, hat die Mehrheit der bologneser Jugendlichen
beschlossen, sich nackt auszuziehen, Gesicht und Körper zu bemalen
wie Wilde bei einer Initiationszeremonie, Grammatik und Syntax zu
vergessen, die bekannten Wörter in Anagramme zu verwandeln, in
Versen zu sprechen, auf die frühesten Zustände der
Vergangenheit zu regredieren und sich die avanciertesten
Zukunftsszenarien auszudenken, alle Sprachen der Welt zu verwerfen, um
sie neu zu erfinden, weil alle Sprachen der Welt schon längst
versagt hatten.“ Maurizio Torrealta, Genua 1996
Klemens Gruber, Autor, Institut für Theaterwissenschaft, Universität Wien
Maurizio Torrealta, Mitbegründer von Radio Alice, Chefredakteur RAI news24
Franco Berardi „Bifo“, Mitbegründer von Radio Alice, Philosoph
Enrico Palandri, Autor, University College London
Klemens Gruber: Die zerstreute Avantgarde. Strategische Kommunikation
im Italien der 70er Jahre. Wien: Böhlau 2010
TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Freitag, 21. Mai, 19.00
Radio Alice. Filme & Kommentare
kinokis mikrokino # 172
In den 1970er Jahren verwandelte sich Italien in ein soziales
Laboratorium, in dem Medienexperimente eine entscheidende Rolle
spielten. Kurz vor der Ankunft des Privatfernsehens, das heute unter
Berlusconi eine TV-Diktatur ausübt, ließ ein Netzwerk von
lokalen, „freien“ Radiostationen das staatliche Monopol
zusammenbrechen. Anfang 1976 begann ein Radiokollektiv aus den Studios
von Radio Alice zu senden: Eines Morgens wünscht eine sanfte
Frauenstimme den HörerInnen einen guten Morgen: „Eine
Einladung an euch, heut morgen nicht aufzustehen, mit jemandem im Bett
zu bleiben, euch Musikinstrumente zu bauen und deleuzianische
Maschinen.“
Torrealta und Klemens Gruber
Alice é in Paradiso (I 2002). Regie: Guido Chiesa. 77 min. Dt. Übers. live eingesprochen
Videomaterial aus Bologna 1977
In Kooperation mit dem TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Dienstag, 25. Mai, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
Nach zehn BackTalks ist es an der Zeit zu fragen: Was hat es gebracht, welche Strategien wurden erarbeitet? Reicht es aus zu diskutieren? Was muss dem Wort folgen? Nun muss erörtert werden, ob es möglich und sinnvoll ist, progressive Kräfte in Bündnissen zusammen zu führen, warum es scheinbar so kompliziert ist, Menschen, die das Selbe wollen auch dazu zu bewegen, gemeinsam an dem Selben aktiv zu arbeiten, und welche Herausforderungen auf die Zivilgesellschaft in Wien, wo im Herbst gewählt wird, warten.
Publikumsdiskussion mit Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS
Mittwoch, 26. Mai, 19.00
Wem gehört die Welt?
Krise ohne Ende. Teil 4
Beinahe vergessen, erlebt der Begriff der Gemeingüter in den letzten Jahren eine Renaissance. Das Konzept der commons
kann als strategische Plattform für verschiedene soziale
Bewegungen dienen und eröffnet Denkräume jenseits des
kapitalistischen Wirtschaftssystems. Commons ist ein Paradigma,
das individuelle Freiheit an kollektives Handeln und nicht an
Privateigentum bindet. Kennzeichnend für commons sind
„Beitragen statt Tauschen“, „Kooperation statt Zwang“ und
„gemeinsame Nutzung statt Privateigentum“.
Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin, Graz
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Donnerstag, 27. Mai, 19.00
Lebenslanges Lernen
Vortrag
Lebenslanges Lernen wird als Schlüsselkonzept
europäischer Politik mit einem doppelten Ziel verbunden:
„Fithalten“ für den sich wandelnden Arbeitsmarkt und
zur Entwicklung aktiver StaatsbürgerInnenschaft. Bildungspolitik
und pädagogische Praxis konstruieren ein sich permanent selbst
reflektierendes Subjekt, das die Fähigkeit zu selbstorganisiertem
Lernen und biografischer Kompetenz besitzen oder erwerben soll. Wie
sieht es mit positiven Bestimmungsmöglichkeiten eines
biografischen Ansatzes zu Fragen von Partizipation und politischem
Lernen aus?
Bettina Dausien, Sozialwissenschaftlerin, Universität Wien
Respondenz: Michael Nußbaumer, Soziologe und Erwachsenenbildner,
Institut für ganzheitliche Politik
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Freitag, 28. Mai, 19.00
Die Performance der Wissensarbeit
Buchpräsentation
Arbeit ist in gewissem Sinne nichts anderes als die
Organisation der vielen Schnittstellen und Ketten, die ständig
neue Formen des Schaffens von Dienstleistungen und Produkten
hervorbringen. Um Wertschöpfungsketten zu organisieren, bedarf es
nicht so sehr der Spezialisierung und Individualisierung von
Kompetenzen, sondern der Vermittlung von Kenntnissen, Ideen und
Bedürfnissen durch Sprache. Die Dynamik der Wertschöpfung,
das geänderte Recht und der sich wandelnde Markt der Neuen
Selbstständigkeit werden deshalb als die verschiedenen
symbolischen Bühnenbilder untersucht, vor
denen die Wissensarbeit ihre Performance abliefert.
Klaus Neundlinger, Philosoph
Sergio Bologna, Historiker und Selbstständiger Berater für Logistik
Jeanny Gucher, Autorin und Selbstständige Organisationsberaterin
Peter Nausner, Selbstständiger Berater und Verleger
Klaus Neundlinger: Die Performance der Wissensarbeit. Immaterielle
Wertschöpfung und Neue Selbstständigkeit. Graz / Wien: Nausner &
Nausner 2010
Montag, 31. Mai, 19.00
Unwahrnehmbarkeit von Erinnerungen mappen
Vortrag und Diskussion
Vier Karten, entstanden im Rahmen eines filmischen
Projektes von Brigitta Kuster und Moise Merlin Mabouna versuchen, das
Ringen um die Geografie im Zuge kolonialer Erschließung
herauszuarbeiten. Anhand der Frage „Was ist eine koloniale
Expedition?“ zeichnen sie die Widersprüche aus einem
Expansionsversuch von 1892 ins „Hinterland“ des heutigen
Kamerun nach. Sie nehmen die Spur von Fluchten und anderen Bewegungen
auf, welche die koloniale Konzeption des Raumes möglicherweise
umgehen oder anfechten und zielen auf die Produktion einer Geografie
von „unten“.
Brigitta Kuster, Künstlerin, Berlin
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp
Eine Veranstaltung von eipcp discursive lines im Rahmen von Creating
Worlds
Dienstag,
1. Juni, 19.00 Uhr
Zukunftsperspektiven nach Studierendenprotesten
und Hochschuldialog?
Podiumsdiskussion
Die
hochschulpolitischen Ereignisse im vergangenen Studienjahr haben sich
geradezu überschlagen: Feierlichkeiten für die
Bologna-Reform, Studierendenprotestbewegung, Hörsaalbesetzung,
Hochschuldialog, Ausstieg der RektorInnen und der ÖH aus
demselben: All dies hat die Universitäten wieder ins Zentrum
eines breiten öffentlichen Interesses gerückt. Höchste
Zeit also, um brennende Aspekte in kompetenter Runde zu
diskutieren: freier Hochschulzugang, qualitative
Aufnahmeverfahren,Zulassungsbedingungen für Studien, mögliche
Alternativen zu Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren,
bestehende soziale Selektion, die Mitsprache für Studierende und
Mittelbau, sowie die Frage nach der angestrebten Erhöhung der
Budgetmittel und die nach den Beschäftigungs- wie
Betreuungsverhältnissen für alle Menschen im
Lehrbetrieb.
Gerald
Bast, Vizepräsident der Rektorenkonferenz, Rektor der
Universität für angewandte Kunst
Beatrix
Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung
Daniel Knopper,
Studierendenprotestbewegung
Heinz
Mayer, Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät an der
Universität Wien
Sophie Wollner, Bundesvorsitzende VSSTÖ
Moderation: Alexander Leuteritz
Veranstaltung der neuBASIS in Kooperation mit dem Depot
Mittwoch, 2. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: ÖVP
Gespräch
Im kommenden Herbst wird in Wien gewählt. Höchste Zeit,
um nach den kulturpolitischen Vorstellungen von zuständigen Wiener Politikern zu fragen. Der Auftakt dieser dreiteiligen Gesprächsreihe ist der ÖVP gewidmet. Auf deren Website findet sich leider kein eigenes Kapitel zum Thema Kultur; umso dringlicher stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Kulturverständnis der Volkspartei. Was soll eine konservative Kulturpolitik leisten, welche Förderschwerpunkte würde sie setzen? Und wie sehr interessiert sich die ÖVP für die Besetzung des Kulturstadtrates / der Kulturstadträtin aus ihren Reihen?
Franz Ferdinand Wolf, Kultursprecher der ÖVP Wien
Caroline Krupp, IG Kultur Wien
Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien
Dienstag, 8. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: SPÖ
Gespräch
Im zweiten Teil der Gesprächsreihe mit Wiener
Kulturpolitikern über Wiens kulturelle Zukunft nach den Wahlen
wird die SPÖ als bisher regierungsverantwortliche Partei zu
Verwirklichtem und zu ihren Zukunftsplänen befragt. Was ist der
sozialdemokratischen Kulturpolitik in den letzten Jahren gelungen, was
weniger, mit welchen Vorhaben kann den KritikerInnen der Wind aus den
Segeln genommen werden? Und was sehen die kulturpolitischen Visionen
für Wien, erarbeitet auf dem vom Kulturstadtrat für das
Frühjahr 2010 angekündigten kulturpolitischen Kongress, vor?
Ernst Woller, Kultursprecher, SPÖ Wien
Martin Blumenau, FM4
Martin Just, IG Kultur Wien
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien
Mittwoch, 9. Juni, 19.00
Der Krieg im Volkskörper. Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945
Vortrag und Diskussion
Auf
Basis des nationalsozialistischen "Gesetzes zur Verhütung erbkranken
Nachwuchses" wurden zwischen 1934 und 1945 schätzungsweise 400.000
Menschen zwangssterilisiert, davon mindestens 6.000 in der "Ostmark"
und 1.200 in Wien. In ihrem 2009 erschienenen Buch beschreibt Claudia
Spring den medizinisch-wissenschaftlichen Kontext dieser Verbrechen
sowie deren Institutionen und Akteure. Wie vollzog sich der Übergang
von der Sozialpolitik der Zwischenkriegszeit zur NS-Selektionspolitik?
Welche Maßnahmen dienten der Verfolgung von als „minderwertig“
kategorisierten Menschen und welche Möglichkeiten hatten die
betroffenen Frauen und Männer, sich dagegen zur Wehr zu setzen? Der
Vortrag beleuchtet dabei nicht nur die NS-Zeit, sondern auch den Umgang
mit Opfern und Tätern in der Zweiten Republik.
Claudia Spring, Historikerin, Wien
Monika Löscher, Historikerin, Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag, 10. Juni, 19.00
Perspektiven von citizenship education
Vortrag
Wenn heute zwischen Politischer Bildung und
„citizenship education“ unterschieden wird, so steht
erstere meist für
die Entwicklung eines nationalen StaatsbürgerInnentums und
letztere meist für die eines kosmopolitischen
WeltbürgerInnentums. Eine wichtigere, beide Ansätze
verbindende, Unterscheidung ergibt sich daraus, ob diese eher in
Richtung Kritik oder Anpassung definiert werden. In den Mittelpunkt
rückt dann die Frage, welche Reichweite Politische Bildung oder
„citizenship education“ in einer globalisierten Welt haben
müssten – und für wen sie eigentlich da sein sollen.
Christine Zeuner, Erziehungswissenschaftlerin, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Respondenz: Johanna Lütterfelds, Politikwissenschaftlerin, VHS
Donaustadt Wien
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Montag, 14. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: Die Grünen
Gespräch
Den Abschluss der Gesprächsreihe über kulturpolitische
Konzepte für das Wien nach den Wahlen übernehmen die
Grünen. Im Unterschied zur SPÖ und ÖVP mussten die
Wiener Grünen noch nie ihre Kulturpolitik durch eine
Regierungsbeteiligung unter Beweis stellen. Allerdings konnten sie sich
mit den sogenannten „rot-grünen Projekten“ an
Verwirklichungen beteiligen. Was blieb von diesen Projekten, was von
dem umfangreichen Kulturprogramm, mit dem die Wiener Grünen zur
letzten Gemeinderatswahl antraten? Hat dieses Programm noch
Gültigkeit oder hat sich an den Forderungen etwas geändert?
Marco Schreuder, Kulturpolitiker, die Grünen Wien
Willi Hejda, IG Kultur Wien
Barbara Petsch, die Presse
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien
Dienstag, 15. Juni, 19.00
Sun City und die (Post-)Apartheid Kultur
Buchpräsentation und Diskussion
Als afrikanische Las Vegas-Imitation führte Sun City etwas vor, was
sich heute in Dubais glitzernden Hotelpalästen
manifestiert: Verschwendung, Eskapismus und ein Begehren nach einem
künstlichen Zeit-Raum. Der Ort Sun City wird im vorliegenden Buch
sowohl als historische, bildwissenschaftliche Fallstudie, als auch als
fragmentarischer Erinnerungsraum der über
Oral-History-Perspektiven eingefangen wird, rekonstruiert. Ausserdem
wird die urbane Entwicklung Johannesburgs, die eine Politik kleiner
abgeschotteter Paradiese offenbart, mit Sun City in Beziehung gesetzt.
Marietta Kesting, Kulturhistorikerin, Filmemacherin, Universität Wien
Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Ludwig Boltzmann-Institut für
Geschichte und Gesellschaft, Wien
Aljoscha Weskott, Filmemacher, Autor, Berlin
Michael Zinganel, Architekturtheoretiker, bildender Künstler, Graz / Wien
Marietta Kesting, Aljoscha Weskott (Hg.): SUN TROPES. Sun City and
(Post-)Apartheid Culture in South Africa. Berlin: August Verlag 2009
Donnerstag, 17. Juni, 20.00
Klimawandel – das Zeitalter der Dummen
kinokis mikrokino # 173
Franny Armstrongs Dokudrama The Age of Stupid zeichnet
ein apokalyptisches Bild der Konsequenzen globaler Klimaerwärmung:
2055 sind weite Teile der Erde unbewohnbar. In einem metallenen Turm in
der Arktis lebt ein alter Mann, der anhand von visuellen
Bruchstücken aus der Vergangenheit – unserer Gegenwart
– erzählt, wie es zur ökologischen Katastrophe kam und
sich fragt, weshalb nichts unternommen wurde, als dies noch
möglich war. Der Film wurde durch „Crowd Sourcing“
finanziert, über den geringen CO2-Verbrauch der Filmproduktion
gibt der Abspann Auskunft.
The Age of Stupid (GB 2009). Regie: Franny Armstrong, Produktion:
Lizzie Gillett. 89 min. OmdU
Anschließend Gespräch mit Klaus Radunsky, Klimaexperte am
Umweltbundesamt,Teilnehmer am Internationalen Klimaprozess UNFCCC, IPCC
Montag, 21. Juni, 19.00
Mutige Helden und helfende Frauen?
Dissertation
In der Literatur zum österreichischen Widerstand gegen das
nationalsozialistische Regime findet sich eine Vielzahl an
Bildern über oppositionelle Frauen und Männer. Dabei kommt es
zu geschlechtsspezifischen Darstellungsweisen hinsichtlich
Handlungsorten, Motivationen und Tätigkeiten. Anhand zweier
unterschiedlicher politischer Widerstandsgruppen wird dies unter
Einbeziehung des gesellschaftlichen Kontexts näher behandelt. Die
leitende Frage betrifft die Auswirkungen von den gesellschaftlichen
Veränderungen in der Nachkriegszeit auf die Geschichtswissenschaft.
Cathrin Hermann, Historikerin
Cathrin Hermann: Geschlechterrollen im Österreichischen Widerstand und deren Darstellungen in der Forschungsliteratur. Universität Wien 2009
Dienstag, 22. Juni, 20.00
Želimir Žilnik: The Old School of Capitalism
kinokis mikrokino # 174
Serbien in der Zeit der postkommunistischen
Transformation: Die Überreste des zerschlagenen Proletariats
versuchen, ihre Rechte zu erkämpfen. Žilniks Dokudrama mixt die
dokumentarischen Aufnahmen von Streiks mit Fiktion: Ein Unternehmer,
der sich weigert, seine Arbeiter auszuzahlen, wird von einer Gruppe
Anarchisten entführt. Die Erpressung scheitert. Was
lernt man in der alten Schule des Kapitalismus? Ein Arbeiter im Film
fasst die erste Lektion in einem einzigen Satz zusammen: „Wenn du
nicht kämpfst, wirst du gar nichts bekommen.“ Warum
müssen wir es immer wieder erneut lernen?
Boris Buden, Philosoph, im Gespräch mit Želimir Žilnik, Filmemacher
The Old School of Capitalism (Serbien 2009). Regie: Želimir Žilnik.
122 min. OmeU
In Kooperation mit eipcp discursive lines im Rahmen von Creating
Worlds
Mittwoch, 23. Juni, 15.00 – 21.00
Zeitgenössische Kunstvermittlung?
Mini-Symposium
Was will und kann eine zeitgenössische und kritische Kunstvermittlung? Ist eine systemkritische Kunstvermittlung
überhaupt möglich oder beinhaltet die Bezeichnung Kunstvermittlung einen Widerspruch in sich? Diese Fragen bildeten Ausgangspunkte für die Veranstaltungsreihe Kunst Dialoge im Rahmen des sound:frame Festivals 2010. Die hierbei entstandenen Projekte und Aktionen werden vorgestellt und hinterfragt. Um auch außenstehende Zugänge zu thematisieren, wechseln sich die Präsentationen mit Gastreferaten und offenen
Diskussionsrunden ab.
Team der Kunst Dialoge: Sylvia Hirschvogel, Sarah Gspandl, Verena
Faißt, Michaela Götsch, Johanna Schwediauer und Iver Ohm
Donnerstag, 24. Juni – Samstag, 26. Juni
Im Netz der Eindeutigkeiten
Tagung
Was meint der Begriff der „Identität“ heute? Subjekte, die
beschreibbar, erfassbar gemacht werden, liefern uns davon eine Idee:
Identität benennt etwa eine Fixierung nach Geschlecht,
Hautfarbe, Physiognomie oder auch Staatszugehörigkeit. Dabei
liefern gerade Figuren, die gängige Festlegungen von
Identität unterlaufen und irritieren, eine eindrucksvolle
Schnittmenge kultur- und geisteswissenschaftlicher Debatten der letzten
hundert Jahre. Welche Funktion in einem Netz der
Eindeutigkeit aus Begriffen und Zuschreibungen übernehmen Figuren
mehrfacher Identität und Formen der Irritation
von Identitätsanforderungen?
Donnerstag, 24. Juni, 18.00: Keynote
Ach wie gut, dass jeder weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß! Subjekt-Effekte in der neoliberalen Ideologie
Robert Pfaller, Philosoph, Universität für angewandte Kunst, Wien
Freitag, 25. Juni
11.00 Die Identität der Amöben
Peter Berz, Kulturwissenschaftler, Inst. f. Philosophie, Universität Wien
12.00 Pause
12.15 „Freunde“ haben.
Traffic der Identitäten und Zeichen der
Freundschaft in den „Sphären“
aktueller Medienanwendungen
Andrea Sick,
Kulturwissenschaftlerin, Hochschule für Künste Bremen
13.15 – 14.45 Mittagspause
14.45 Die verstellte Stimme.
Zur Identität des Ventriloquisten
Stefan
Rieger, Medien- und Kulturtheoretiker, Institut für
Medienwissenschaften der Universität Bochum
15.45 Pause
16.00
Instabile Figuration: weiße Männlichkeit im Film Maja Figge, Kulturwissenschaftlerin, Berlin
17.00 Formen von Film-Ichs
Eva Kuhn, Kunst- und Filmwissenschaftlerin, Kunsthistorisches Seminar Universität Basel
Samstag, 26. Juni
9.00 The Curious Case of Michael Joseph Jackson. Queere und postkoloniale Gratwanderungen
Michael Andreas, Medienwissenschaftler, Institut für Medienwissenschaften der Universität Bochum
Natascha Frankenberg, Medienwissenschaftlerin, Institut für Medienwissenschaften der Universität Bochum
10.00 Sich nicht entscheiden wollen, aber dennoch eine Haltung haben
Nanna Heidenreich, Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin der Internationalen Filmfestspiele Berlin
11.00 Pause
11.15 Aufgezeichnete Auflösung – Synthespians und die Identitätskrise des Filmschauspielers
Julia Eckel, Promotionsstipendiatin, Fakultät für Philologie,
Ruhr-Universität Bochum
12.15 … aus eins mach zwei … – Selbstgespräche am Ende der Zeit
Florian Sprenger, Medienwissenschaftler, Initiativkolleg Sinne – Technik – Inszenierung: Medien und Wahrnehmung, Universität Wien
In Kooperation mit dem Institut für Medienwissenschaften, Ruhr-Universität Bochum,
und dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Dienstag, 29. Juni, 19.00
Kapitalistischer Realismus
Buchpräsentation
»Leben mit Pop – eine Demonstration für den kapitalistischen Realismus«: Unter diesem Motto veranstalteten die Künstler Gerhard Richter und Konrad Lueg 1963 ein Happening in einem Düsseldorfer Möbelhaus. Der kapitalistische Realismus wollte die Konsum- und Lebensgewohnheiten der Nachkriegszeit ästhetisch entlarven. Das Buch nimmt das Motto der damaligen Kunstaktion auf, um in gesellschaftskritischer Absicht ähnliche Fragen zu stellen. Wie sieht die Realität des Kapitalismus heute aus, seitdem dieser in alle Verästelungen des Lebens Eingang gefunden hat? Es geht um die Paradoxien, die entstehen, wenn der Kapitalismus Kultur und Lebensstil wird; aber auch um seine Bruchstellen und Grenzen in Kunst und Arbeit, Ökonomie und Moral, Alltag und Subjektivität.
Präsentation:
Sighard Neckel, Herausgeber, Institut für Soziologie, Universität Wien
Judith Wilke-Primavesi, Campus-Verlag
Respondenz:
Ruth Sonderegger, Akademie der Bildenden Künste Wien
Andrea Roedig, Philosophin und Journalistin
ready-made photography by Maren Flößer
Anschließend: food, drinks & music (live DJ)
Sighard Neckel (Hg.): Kapitalistischer Realismus: Von der Kunstaktion
zur Gesellschaftskritik. Mit Beiträgen von Ulrich Bröckling,
Diedrich Diederichsen, Georg Franck, Isabelle Graw, Cornelia Klinger,
Birgit Mahnkopf, Robert Misik u.a. Campus Verlag 2010
Mittwoch, 6. Oktober, 19.00
Politische Skandale. Wie entstehen sie?
Podium
Politische Entscheidungen bewegen sich entlang von
Gruppeninteressen, pragmatischen Kalkülen und Ideologien. Gelegentlich können politische Auseinandersetzungen und Maßnahmen auch rechtlich relevant sein, was aber noch keinen politischen Skandal konstituiert. Welche spezifischen Merkmale weisen Skandalisierungsprozesse auf, und sind Massenmedien Initiatoren von Skandalen oder nur deren
Berichterstatter? Die Analyse und das tiefere Verständnis von Skandalen kann eine Dimension des Politischen sichtbar machen, die vielleicht zunächst verborgen ist: die politische Kultur bzw. Verfasstheit des Gemeinwesens.
Fritz Hausjell, Institut für Publizistik, Universität Wien
Hubert Sickinger, Institut für Konfliktforschung Wien
Moderation: Tasos Zembylas, Institut für Kulturmanagement und
Kulturwissenschaft, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Tasos Zembylas: Die Mönchsrepublik Athos. Eine sprituelle Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Wien: Passagen Verlag 2010
Donnerstag, 7. Oktober, 19.00
Gerechtigkeit und Demokratie in der Globalisierung
Buchpräsentation und Diskussion
Viele
Menschen haben das Gefühl, dass sie im Rahmen von Wahlen oder
Volksbefragungen keine wirkliche Möglichkeit der politischen
Mitgestaltung wahrnehmen können. Vor diesem Hintergrund wird die Frage,
wo Demokratie und Gerechtigkeit in der Globalisierung noch ihren Platz
haben, diskutiert. Wo greifen traditionelle, an den Nationalstaat
gebundene, Vorstellungen von Demokratie und Gerechtigkeit in einer
globalen Welt zu kurz? Und wo werden neue Modelle und Formen
progressiver und emanzipatorischer Gesellschaftsgestaltung sichtbar,
für die es sich zu kämpfen lohnt?
Kurt Mayer, Vertreter der HerausgeberInnen
Werner Kogler , Abg. zum NR; Grüner Budgetsprecher
Vanessa Redak, BEIGEWUM
Karin Küblböck, ÖFSE
Moderation: Elisabeth Hammer, Autorin
Kurt
Mayer, Magdalena Schrefel, Dagmar Tutschek (Hg): Platz für alle?!
Gerechtigkeit und Demokratie in der Globalisierung. Wien: planetVerlag
2010
Post Autonomy Today
Symposium
Most recently, the artist and author David Goldenberg initiated a movement in the form of a website called Post Autonomy. Post Autonomy reflects the state of contemporary art and stems from the idea that modern art, as a research or understanding of autonomy, has reached its limits in comprehending autonomy. In that respect art
can be seen to have exited autonomy. What comes after autonomy in art can be discussed by Post Autonomy. Using a practice-orientated analysis of cultural, social, and political forces, the aim is to develop a new mental framework out of which art can be reinvented.
10.00 Introduction Presenting Recent Research and
Developments into the Understanding and Definition of
Post Autonomy
David Goldenberg, artist, curator, author, London
11.00 Recent Theoretical Formulations of Post Autonomy, covering Derrida and Heidegger
Michael Ligner, artist, art theorist, Hochschule für bildende
Künste, Hamburg
11.45 – 12.00 Break
12.00 Living Politically
Oxana Timopheeva, philospher, chto delat, Moskau / Maastricht
12.45 The End of Colonisation
Elizabeth Penker, artist, Wien
13.30 – 15.00 Break
15.00 Common Ground
Maja Ciric, art critic, curator, Belgrad
15.45 Current Research into Participatory Practices
Leo Nordwell, artist, art theorist, Interacting Arts, Stockholm
16.30 Post Autonomy and the Crisis in Places for Art
Stephen Wright, art critic, curator, Plausible Art Worlds with Basekamp
17.15 Workshop on Autonomy
Freek Lomme, curator, author, Eindhoven
18.00 The Language and Thinking to open out the Space of PostAutonomy
David Goldenberg, artist, curator, author, London
18.45 – 19.00 Break
19.00 Panel Discussion
Michael Lingner, Elisabeth Penker, Moderation: David Goldenberg
Sonntag, 10. Oktober, 17.00
Gemeinderatswahl Wien 2010
ORF Übertragung
Mittwoch, 13. Oktober, 19.00
Muhammed Amin al-Husayni
Vortrag und Diskussion
Als
einer der bekanntesten und meist umstrittenen außereuropäischen
Kollaborateure des Dritten Reiches wurde der Großmufti von Jerusalem,
Muhammed Amin al-Husayni, in den letzten Jahren immer mehr zum Objekt
der historischen Forschung. Trotz dieses erhöhten Interesses scheinen
viele Details und Interpretationen noch umstritten oder unklar: Welchen
Wert hatte al-Husayni für die Nazis? Dirigierte er wirklich von
Deutschland aus den arabi schen Nationalismus? Wie viel wusste der
Mufti von der Vernichtung der Juden, beteiligte er sich daran, und wie
weit ging seine Beteiligung?
Johannes Breit, Filmemacher, Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag, 14. Oktober, 19.00
David wants to fly
Let´s talk about ...Scripts
Fast
sechs Millionen Menschen weltweit praktizieren heute die
Transzendentale Meditation des Maharishi Mahesh Yogi. Auch David, ein
junger Filmemacher wählt jene Form der Meditation, wobei er sich
von seinem großen Vorbild David Lynch leiten lässt, der ihm
höchspersönlich versichert, dass TM eine Quelle der Kreativität und der
Schlüssel zum Erfolg sei. Auf seiner abenteuerlichen Odyssee vom
Berliner Teufelsberg über Hollywood bis in den Himalaya verknüpft er
spirituelle Erfahrungen und skurrile Beobachtungen mit spannender
dokumentarischer Investigation.
David Sieveking, Drehbuchautor, Regisseur von David wants to fly
(D/Ö/CH 2010) im Gespräch mit Constantin Wulff, drehbuchforum
Montag, 18. Oktober, 19.00
Wie europäisch ist Österreich?
Buchbesprechung
Die
Publikation Europäische Bilderwelten geht dem oft monierten
„Bilderdefizit“ anhand von österreichischen Fallbeispielen nach. Wie
kommen die BürgerInnen Europas in jenen Bildern vor, die EU-Europa
visuell repräsentieren? Sind es traditionelle Symbole – wie die
EU-Fahne und das €-Zeichen – die identitätsstiftend wirken, oder nicht
doch jene Bilder, die unsere alltäglichen visuellen Umwelten in der
Informations- und Mediengesellschaft ausmachen? Wie Europa in
österreichischen Medien visuell dargestellt wird, welche Vorstellungen
vom EU-Europa dabei kommuniziert werden, ist Ausgangspunkt der
Diskussion über die „Europeanness“ Österreichs.
Otmar Lahodynsky, Europapolitik, profil
Vrääth Öhner, Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte u. Gesellschaft
Sieglinde Rosenberger, Universität Wien, Institut für
Politikwissenschaft
Heidemarie Uhl, Österreichische Akademie der Wissenschaften,Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte
Moderation: Gertraud Diendorfer, Demokratiezentrum Wien
Gertraud
Diendorfer / Heidemarie Uhl (Hrsg.): Europäische Bilderwelten. Visuelle
Darstellungen EU-Europas aus österreichischer Perspektive. Innsbruck,
Wien, Bozen: Studienverlag 2009
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Dienstag, 19. Oktober, 19.00
Die Fight-For-Freedom-Gruppe
Buchpräsentation
Bis heute ist der Mythos vom „anderen Österreich“ und die Legende vom „anderen Deutschland“ die Grundlage jenes volksverliebten Antifaschismus, dem die Verteidigung der Ehre der Nation schon immer so wichtig war, dass er die im Nationalsozialismus Realität gewordene Volksgemeinschaft konsequent ignorieren musste. Die Fight for Freedom-Gruppe, ein Kreis von exilierten Linken aus Deutschland und Österreich, deren Schriften nun erstmals auf Deutsch im ça ira-Verlag erschienen sind, gehörte zu den Ersten, die sich mit diesem Antifaschismus kritisch auseinandergesetzt haben.
Jan Gerber, Politikwissenschaftler, Autor, Universität Leipzig
Peter Pirker, Politikwissenschaftler, Autor, Universität Wien
Gerhard Scheit, wissenschaftlicher Autor, Universität Wien
Moderation: Stephan Grigat, Politikwissenschaftler, Autor, Univ. Wien
Jan Gerber, Anja Worm (Hg.): Curt Geyer, Werner Loeb u.a.: Fight for Freedom. Die Legende vom anderen Deutschland. Freiburg: ça ira Verlag 2010
Eine Veranstaltung von Café Critique
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Mittwoch, 20. Oktober, 19.00
Rammbock
Lets talk about...Scripts
Ein schreckliches Virus vermehrt sich im Norden Europas in rasantem Tempo und verwandelt die daran Erkrankten zu wütenden Bestien. Aus Angst vor Ansteckung und aggressiven Übergriffen verbarrikadieren sich die noch Gesunden oder flüchten an vermeintlich sichere Orte. Genau zu diesem Zeitpunkt trifft der 35-jährige Michael in Berlin ein, um seine Ex-Freundin Gabi zu besuchen. Doch während die Stadt im Chaos versinkt, fehlt von ihr jede Spur.
Marvin Kren, Regisseur, Benjamin Hessler, Drehbuchautor Rammbock (D 2010) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchforum
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Donnerstag, 21. Oktober, 19.00
Wilde Minze – Die Gegenwart der Vergangenheit
kinokis mikrokino #175
1944 werden am NS-Volksgerichtshof acht Todesurteile vollstreckt. Unter den Ermordeten ist auch die Villacher Kommunistin Maria Peskoller. Ihre Tochter, Helga Peskoller, entgeht einer Anklage und überlebt. Die Dokumentation Wilde Minze portraitiert die Jugendliche von damals und zeigt in behutsamen Einstellungen, wie sie zu den verstörenden Bildern eine Sprache gefunden und gelernt hat, das Leben zu lieben. Der Film rekonstruiert ihre bewegenden und persönlichen Lebenserinnerungen: dem Schmerz zum Trotz,den Nazis zum Trotz, ihrer Mutter zuliebe.
Anschließend Diskussion mit den Filmemacherinnen Lisa Rettl und Jenny Gand.
Wilde Minze (A 2009). Regie: Jenny Gand, Produktion: Lisa Rettl. 85 min
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Freitag, 22. Oktober, 19.00
Kunst der Kritik
Buchpräsentation und Diskussion
Michel Foucault hat die Frage nach der Kunst der Kritik mit dem viel erörterten Diktum „die Kunst, nicht so regiert zu werden“ beantwortet. Damit eröffnet sich eine bestimmte Perspektive auf die Verknüpfung von Kritik und Politik. Der neue Band der eipcp-Reihe republicart behandelt dementsprechend nicht nur die klassischen Professionen der Kunst- und Kulturkritik. Im weiteren Sinn werden kritische Haltung und kritische Praxis einerseits von ihrem Verhältnis zur Regierung her gedacht, andererseits aus der Notwendigkeit, in einer Kunst der Kritik die Potenziale des Politischen selbst zu aktualisieren.
Isolde Charim, Philosophin, Kritikerin, Wien
Ruth Sonderegger, Philosophin, Akademie der Bildenden Künste, Wien
Birgit Mennel, Stefan Nowotny, Gerald Raunig (Hg.): Kunst der Kritik (republicart, Band 10). Wien: Turia+Kant 2010
In Kooperation mit Creating Worlds / eipcp
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Montag, 25. Oktober, 19.00
Die Ökonomie des Lernens
Vortrag
Bildung und Ökonomie werden gerne als Gegensätze betrachtet, während von pragmatischer Seite gefordert wird, beides „irgendwie“ miteinander zu verbinden. Bildung und Ökonomie sind in er bürgerlichen Gesellschaft aber immer schon vermittelt. Auch das klassische Bildungsideal und die Aufklärung waren nicht „gegen“ die Gesellschaft gerichtet, sondern haben die bürgerliche Gesellschaft erst möglich gemacht. Insofern ist in jeder neuen Phase der Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse – und eben auch in der einer neoliberalen Gouvernementalität – zu fragen, in welchem Verhältnis Subjektivierungsweisen und Ökonomie stehen.
Daniel Wrana, Fachhochschule Nordwestschweiz in Liestal
In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste
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Mittwoch, 27. Oktober, 19.00
10 Thesen zu: Was ist ein Medium?
Podiumsgespräch
In 10 Thesen thematisiert die Philosophin Sybille Krämer Grundsatzfragen um die Zukunft der Medienwissenschaften. Sie fokussiert die Frage nach dem Medialen und untersucht die Bedingungen der Möglichkeit von Medialität. Wie vermitteln Medien Wissen und Anschauung? Warum verkörpern Boten, Engel, Geld oder Viren die Strukturmerkmale von Medienvorgängen? Warum ist das Nachdenken über Spuren medientheoretisch relevant?
Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Sybille Krämer, Institut für Philosophie, Freie Universität Berlin
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Veranstaltungsreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramón Reichert
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Donnerstag, 28. Oktober, 19.00
Spuren des Widerstands
Filmvorführung und Diskussion
Die Widerstandsgruppe Willy-Fred versteckte von 1943 bis zum Ende des 2. Weltkrieges Deserteure im Hochgebirge des Salzkammerguts, später unterstützte sie die Alliierten beim Vorrücken und bei der Verhaftung von geflüchteten Nazifunktionären. Damit steht diese Gruppe als ein Beispiel für die Möglichkeit des Auflehnens in einem System. Die Geschichte von Willy-Fred ist aber auch dicht verwoben mit den Narrativen dieses Landes und so führt der Film noch weit in die Zweite Republik, und wirft Fragen auf, die auch 70 Jahre nach dem „Anschluss“ hoch aktuell sind.
Jörg Hartenthaler, Filmemacher
Christian Stoppacher, Filmemacher
Karl Schönswetter, Das Bündnis, Projekt Bilderstreifen
Spuren des Widerstandes (A 2009). Regie: Jörg Hartenthaler, Christian Stoppacher. 44 min
In Kooperation mit Das Bündnis
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Dienstag, 2. November, 18.00
Diverse Geschichten
Projektpräsentation
Diverse Geschichten richtet sich an AutorInnen und Nachwuchstalente mit Migrationshintergrund um sie in der Erstellung von Drehbüchern dramaturgisch und praktisch bestmöglich zu unterstützen. Das Programm umfasst Workshops, Lectures und individuelle Beratung. Ausgewählte Projekte werden dabei in das Babylon Europe (GB)- Programm übernommen und bei Workshops in Rotterdam und Cannes weiterentwickelt.
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Ursula Wolschlager, Witcraft
Robert Buchschwenter, Witcraft
Senad Halilbasic, Drehbuchautor
In Kooperation mit WITCRAFT
- Mittwoch, 3. November, 19.00
Ein Atlas der Dinge
Projektpräsentation
Seit fünf Jahren arbeitet René Schmalz an seinem Schauwerk- Projekt und lädt hierfür KünstlerInnen ein, ihm ein Artefakt aus dem aktuellen Arbeitsprozess per Post zukommen zu lassen. Diese „blackboxes“ bilden eine außergewöhnliche Sammlung von Momentaufnahmen und sind in einer permanenten Installation in der Kantonsbibliothek Appenzell Ausserrhoden zugänglich gemacht. René Schmalz bezeichnet sich selbst als Handlungsreisender in Sachen Kunst und thematisiert mit Ausstellungsprojekten rund um die Sammlung – aktuell mit VALIE EXPORT – Fragen zur institutionellen Genese von Kunst und zu den Bedingungen von Orten des kulturellen Gedächtnisses.
René Schmalz, Künstler, Appenzell Ausserrhoden, Schweiz
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Donnerstag, 4. November, 19.00
„Ich war mit Freuden dabei!“
Buchpräsentation und Diskussion
Zu österreichischen KZ-Ärzten liegen, mit einer Ausnahme, keine biografischen Arbeiten vor. Das Buch von Lisa Rettl und Peter Pirker zeichnet die Biografie eines bisher wenig bekannten KZ-Arztes nach und folgt dabei Spuren, die durch verschiedene KZs führen und sich schließlich zu einer zutiefst österreichischen Geschichte zusammenfügen: Typisch im Umgang mit NS-Tätern und ihren Opfern, im umfassenden Verschweigen, in der breiten Hilfe für NS-Kriegsverbrecher und auch in einer strafrechtlich mangelhaften Verfolgung. Schließlich zeigt das Buch, dass die Beschäftigung mit den Tätern von damals auch heute noch von ungebrochener Relevanz ist.
Lisa Rettl, Autorin, Zeithistorikerin, Universität Klagenfurt
Peter Pirker, Autor, Politikwissenschaftler, Universität Wien
Claudia Kuretsidis-Haider, Historikerin, Forschungsstelle
Nachkriegsjustiz
Moderation: Evelyn Steinthaler, Milena Verlag
Lisa Rettl, Peter Pirker: „Ich war mit Freuden dabei!“ Der KZ-Arzt Sigbert Ramsauer – Eine österreichische Geschichte. Reihe Zeitgeschichte, Wien: Milena 2010
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Freitag, 5. November, 19.00
BRAIN WASTE: Modelle der Solidarität
Diskussion
Die öffentliche Diskussion über die notwendige Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften lenkt den Blick auch auf das Potenzial und die Qualifikationen von bereits in Österreich lebenden MigrantInnen. Eine besonders auffällige Missachtung von Talenten findet bei Flüchtlingen oder AsylwerberInnen mit akademisch-wissenschaftlichem Hintergrund statt. Welche Hindernisse gibt es, diese Menschen mit ihrem Potenzial zu integrieren? Welche Möglichkeiten bietet das Instrument des Mentoring für eine gelebte Solidarität und Interkulturalität?
Margit Kreuzhuber, WKO Wirtschaftskammer Österreich
Judith Kröll, Forscher/innen ohne Grenzen
Aigul Salmhofer, Gynäkologin
Herbert Störi, Institut für Angewandte Physik, TU Wien
Moderation: Rossalina Latcheva, Universität Zürich und Universität Wien
Eine Veranstaltung des Projektes Forscher/innen unterwegs
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Montag, 8. November, 19.00
Kontrollkulturen im Wandel: auf dem Weg in die Sicherheitsgesellschaft?
Vortrag
Walter Fuchs, Rechtssoziologe, Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie, Wien
Im Übergang vom Fordismus zum Postfordismus erfahren Formen sozialer Kontrolle einen erheblichen Wandel. Soziale Beziehungen werden in immer mehr Bereichen durch das Primat der Sicherheit strukturiert. Die Versicherheitlichung des Sozialen geht dabei nicht einfach nur von einem "Überwachungsstaat" aus, sondern wird auch ganz alltäglich durch die Individuen selbst vollzogen. Das besagt zumindest eine hier aufgegriffene These, deren Stichhaltigkeit am Beispiel Österreich überprüft wird. Der Vortrag schließt mit einer Diskussion der Möglichkeit, Kritik an neuen Kontrollformen zu üben.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Culture of Control? -
Dienstag, 9. November, 19.00
Dr.in Kunst
Podium
Bis 2009 war es an den Kunstuniversitäten in Österreich nur möglich, theoretische Doktorarbeiten zu schreiben. Voriges Jahr wurde an der Kunstuniversität Graz, erstmals in Österreich, das künstlerische Doktoratsstudium zum „Dr. Artium“ eingeführt und mit Oktober 2010 trat an der Wiener Akademie der bildenden Künste der Studienplan für den „Doctor of Philosophy in Practice“ in Kraft. In der anhaltenden Diskussion um das post-graduale Studium künstlerisch-wissenschaftlicher Forschung stehen die Fragen nach der Notwendigkeit einerseits und der Wissenschaftlichkeit von Kunst andererseits im Mittelpunkt.
Wolfgang Hattinger, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz
Susi Krautgartner, ÖH, Studienvertretung Doktoratsstudien
Robert Pfaller, Universität für angewandte Kunst Wien
Johanna Schaffer, Akademie der bildenden Künste Wien
Moderation: Christa Benzer, Kunstkritikerin, springerin
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Mittwoch, 10. November, 19.00
Erzwungene Emigration
Buchpräsentation
Anhand von Interviews mit ÖsterreicherInnen, die während der NS-Zeit vertrieben worden waren stellt Mettauer die individuellen Erfahrungen der Emigration nach Argentinien dar, gewissermaßen den »Alltag des Exils«. Schwerpunkte der präsentierten Untersuchung sind neben der Sozialisation der interviewten Personen in Österreich und dem Leben bis zum »Anschluss«die Beraubung und Vertreibung, die Emigrationsvorbereitungen, die Flucht sowie schließlich die Ankunft und Akkulturation in Argentinien. Ein weiterer Fokus beinhaltet die nicht erfolgte Remigration. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage nach der persönlichen Identität durch die Lebensgeschichten, die unweigerlich in der einen oder anderen Form mit dem Herkunftsland Österreich verbunden sind.
Philipp Mettauer, Historiker, Wien
In Kooperation mit dem Gedenkdienst
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Donnerstag, 11. November, 19.00
Zielkonflikte in Kulturorganisationen
Podium
Kulturorganisationen sind in einer komplexen Umwelt eingebettet: sich verändernde Rahmenbedingungen, verschiedene AkteurInnen, heterogene und kontingente Publikumspräferenzen. Auch ihre Innenwelt ähnelt morphologisch dieser äußeren Komplexität: variierende Kommunikations- und Partizipationsformen von MitarbeiterInnen, neue Produkte und Technologien, die neue Prozesse und Kompetenzansprüche entstehen lassen, ständige Interferenz partikulärer Interessen im Betriebs alltag. Daraus ergeben sich sowohl bei der Definition der Ziele als auch bei ihrer Realisierung signifikante Schwierigkeiten.
Juliane Alton, IG Kultur Österreich
Daniela Gmachl, ARGEkultur, Salzburg
Andrea Schmidt, Abt. Nonprofit-Management, Wirtschaftsuniversität Wien
Moderation: Tasos Zembylas, Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Tasos Zembylas: Die Mönchsrepublik Athos. Eine sprituelle Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Wien: Passagen Verlag 2010
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Das für 12./13. November von SADOCC geplante Symposium
Johannesburg: Stadtplanung "bottum up"
MUSS LEIDER VERSCHOBEN WERDEN
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Montag, 15. November, 19.00
Kunst und Psychiatrie
Podiumsdiskussion
Die Auseinandersetzung mit der Kunst psychiatrieerfahrener Personen blickt auf eine über 100-jährige Tradition zurück. Ausgehend von Jean Dubuffet wird im aktuellen Diskurs die Art Brut emanzipiert von psychologisierenden Deutungsversuchen behandelt. Was oberflächlich betrachtet wie eine Erfolgsgeschichte im Sinne einer Aufhebung von Werthierarchen erscheint, kann ebenso als „kulturelle Planierung“ verstanden werden. So hängt Art Brut heute Seite an Seite mit anderer zeitgenössischer Kunst. Wie frei ist der perfekt vermarktete Außenseiter-Künstler in diesem Szenario überhaupt noch?
Werner Moser, Künstler, Atelier Sonnensegel pro mente Wien
Elizabeth McGlynn, Künstlerin, Kunsttherapeutin, Universitätslektorin
Thomas Stompe, Psychiater, DGPA – Deutschsprachige Gesellschaft für Kunst & Psychopathologie des Ausdrucks e.V.
Johann Feilacher, Künstler, Psychiater, Art/Brut Center Gugging
Dagmar Weidinger, Kunsthistorikerin, Universitätslektorin, Journalistin
Moderation: Andrea Reisinger, Kunsthistorikerin
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Donnerstag, 18. November, 19.00
Die Zeitlichkeit von Zeichen
kinokis mikrokino #176
Als Chris Marker 1960 mit der Kamera Israel bereiste, betrachtete er das Sichtbare als Zeichenlandschaft: Er entzifferte Zeichen und Chiffren, um aus deren Deutung Fragen zur Zukunft des jungen, utopisch anmutenden Staates zu formulieren. Sein nach einer Erzählung Kafkas benannter Essayfilm Beschreibung eines Kampfes diente fast 50 Jahre später dem israelischen Regisseur Dan Geva als Ausgangspunkt für seinen Film Description of a Memory. In diesem wird Markers Film zu einem Medium für die Konfrontation einer vergangenen Zukunft Israels mit einer Gegenwart, die Kafkas Welten immer ähnlicher sieht.
Einführung: Peter Grabher, kinoki
Beschreibung eines Kampfes (F/Israel 1960). Regie: Chris Marker. 59 min, DF
Description of a Memory (Israel 2006). Regie: Dan Geva. 80 min, OmeU
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Montag, 22. November, 19.00
Wissenschaft – Hauptschule: Eine Begegnung
Podium
Wissenschaft und Schule nutzen und produzieren unterschiedliche Formen des Wissens. Wenn WissenschaftlerInnen die soziale Welt von Jugendlichen gemeinsam mit diesen erkunden, kommt es zu einem komplexen Prozess des Wissensaustausches und der Wissensproduktion. In dem vom Wissenschafts- und Unterrichtsministerium geförderte Programm Sparkling Science arbeiten aber nur wenige Projekte mit Hauptschulen oder Kooperativen Mittelschulen zusammen. Wie sind die Erfahrungen in diesem von Migration, Sprachenvielfalt und sozialer Benachteiligung geprägten Kontext?
Ines Garnitschnig, Psychologin, Trafo.K
Andreas Novy, Ökonom, WU Wien
Gerda Reissner, Lehrerin, Kooperative Mittelschule Wien 18
Dagmar Schulz, Lehrerin Kooperative Mittelschule Wien 8
Veronika Wöhrer, Soziologin, Universität Freiburg
Moderation: Gerald Faschingeder, Kulturwissenschaftler, Universität Wien
Eine Veranstaltung von Science Communications Research und Paolo Freire Zentrum
Dienstag, 23. November, 19 .00
Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott
Lets talk about...Scripts
HORST kassiert seit zwei Jahren die Pension der verstorbenen Oma, um sich das Leben ein wenig zu erleichtern. Alles kein Problem – bis sich ein Lokalpolitiker ansagt, um der betagten Jubilarin zum Geburtstag zu gratulieren. Kurzentschlossen „borgt“ sich Freund Toni eine alte Dame aus. Dass er dabei zufällig die Kammerschauspielerin Elfiede Ott erwischt, ist der Beginn zahlreicher turbulenter Verwicklungen.
Uwe Lubrich, Michael Ostrowski, Alfred Schwarzenberger, Drehbuchautoren und Andreas Prochaska, Regisseur Die unabsichtliche Entführung der Elfriede Ott (Ö 2010) im Gespräch mit Robert Buchschwenter
In Kooperation mit dem drehbuchforum
Donnerstag, 25. November, 19.00
Muezzin
Filmvorführung und Diskussion
Seit den Tagen des Propheten Mohammed folgen gläubige Muslime fünf Mal täglich dem Gebetsaufruf des Muezzins. Ein neuzeitliches Phänomen sind die türkischen Gebetsrufwettbewerbe. Bei diesen wetteifern jedes Jahr die Muezzins des Landes darum, den schönsten Gebetsruf zu performen. Die kraftvollen und expressiven Darbietungen zeigen, dass es sich dabei um eine ganz eigene Art von Kunst handelt, bei der sich das Selbstverständnis des Künstlers in einer Spannung zwischen individueller Aufführung und der Vorstellung, ein „Instrument Gottes“ zu sein, befindet.
Sebastian Brameshuber, Regisseur
Hikmet Kayahan, Das Bündnis
Karl Schönswetter, Das Bündnis
Muezzin (A 2010). Regie: Sebastian Brameshuber. 90 min. OmdU
In Kooperation mit Das Bündnis
Freitag, 26. November, 14.30 Uhr
Unsicherer Grund – Mitteilbarkeiten des Dokumentarischen
Vorträge

Dokumentarische Verfahren des Kinos bedienen einen Zustand der Paradoxie. Sie verbinden Bilder, die ein Naheverhältnis zur Realität vorgeben. Doch die Aufschlüsse über die Realität, die von der filmischen Situation definiert werden, sind so fragil wie trügerisch. Die Identität von Bild und Abgebildetem – das vermeintliche Versprechen des Dokumentarischen – gründet auf einem fundamentalen Riss. Der Gestus des Unmittelbaren beruht auf Vermittlung. Das Medium selbst, die Dinge und die Geschichte mischen sich ein. Sie hinterlassen Spuren im Konzept des Bildes und weisen Techniken der Montage als Prozeduren eines Wahrheitsprozesses aus. (Elisabeth Büttner)


Ethnografie des Alltags
Britta Hartmann, Film- und Medienwissenschaftlerin, Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg
Respondenz: Marina Sawall, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Moderation: Dominik Zechner, Studium der Philosophie und Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien


Politik des Schwenks
Volker Pantenburg, Filmwissenschaftler, Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie, Bauhaus-Universität Weimar
Respondenz: Regina Wuzella, Junior Fellow, Internationales Kolleg für Kulturtechnikforschung und Medienphilosophie, Bauhaus-Universität Weimar
Moderation: Valentin Mertes, Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft Universität Wien
- Infos zu den Workshops:
Einsamkeiten der Geschichte (Britta Lange / Melanie Letschnig / Sara Vorwalder)
Namen der Geschichte (David Krych / Vrääth Öhner / Michaela Wünsch)
unter:www.tfm.univie.ac.at/veranstaltungen/tfm-veranstaltungshinweis
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Montag, 29. November, 19.00
Auf Besuch: Artist in Residence
Gespräch
Romana Hagyo und Anca Dauc¡íková haben beide als „artist in residence“ am Wohnort der jeweils anderen Künstlerin gearbeitet. Ein solcher Austausch legt nahe, über grundsätzliche Fragen von „artist in residence“-Programmen zu diskutieren: Wie gestalten sich die Positionen der KünstlerInnen im jeweiligen „Gastland“, und wie gehen KünstlerInnen mit dem Problem der Vorurteilsbildung um? Welche nachhaltigen Auswirkungen für KünstlerInnen wie für das Publikum des jeweiligen Landes können sich durch einen künstlerischen
Arbeitsaufenthalt ergeben?
Anca Daucíková, Künstlerin, Bratislava
Romana Hagyo, Künstlerin, Wien
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Mittwoch, 1. Dezember, 19.00
NS-Täter im Film
Podium
Im Zentrum der filmischen Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in den Nachfolgestaaten des Dritten Reiches standen seit 1945 Opfer und WiderstandskämpferInnen. Auch das US-amerikanische kommerzielle Kino setzte bis zur Verfilmung von Bernhard Schlinks "Vorleser" vor allem auf Publikumssympathie für Verfolgte. Wer beschäftigte sich filmisch mit TäterInnen? Welche Trends und Stereotypen, aber auch welche Unterschiedlichkeitensind feststellbar? Vier WissenschafterInnen präsentieren einander und dem Publikum einschlägige Filmsequenzen.
Drehli Robnik, Filmwissenschafter, Wien
Nora Sternfeld, Geschichts- und Kunstvermittlerin, Wien
Renée Winter, Historikerin, Wien
Christian Cargnelli, Filmwissenschafter, Wien
In Kooperation mit dem Gedenkdienst
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Dienstag, 2. Dezember, 19.00
Gouvernementale Prekarisierung, existentielle Verletzbarkeit
Vortrag
In welchem Verhältnis steht soziale, ökonomische und politische Prekarisierung zur existenziellen Verletzbarkeit eines jeden Lebens? Was kann Judith Butler mit ihren Ausführungen über grundlegende Gefährdetheit zur aktuellen Problematisierung von Prekarisierung beitragen? Inwiefern ist diese Prekarisierung als ein neoliberales Regierungsinstrument zwischen Gehorsam und politischer Handlungsfähigkeit zu verstehen? Wie kann Selbstregierung zu einer widerständigen Praxis werden?
Isabell Lorey, Politikwissenschafterin, Berlin
Eine Veranstaltung des Gender Initiativkollegs der Universität Wien.
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Freitag, 3. Dezember, 18.00
Landschaftsarchitektur 1912 bis 1945
Vorträge
Heute sind die VertreterInnen der Gartenarchitektur aus den 1920er und 1930er Jahren – viele von ihnen jüdischer Herkunft – in Vergessenheit geraten. Seit der Gründung der ersten Berufsvertretung im Jahr 1912 hat sich der Berufs stand neuen politischen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten angepasst. Wie wirkten sich politische Entwicklungen auf das Berufsverständnis aus? Wie veränderte sich die Stellung der LandschaftsarchitektInnen in Hinblick auf Architektur, Stadtplanung, Kunst? Ein Forschungsprojekt am Institut für Landschaftsarchitektur
der BOKU Wien analysiert die Entwicklung der Garten- und Landschaftsarchitektur in Österreich zwischen 1912 und 1945.
FWF-Forschungsprojekt Landschaftsarchitektur in Österreich zwischen 1912 und 1945
Lilli Licka, Universität für Bodenkultur
Botanik, Dendrologie, Gartengestaltung – Wiens private
Gartenbauschulen vor 1938
Ulrike Krippner Landschaftsarchitektin, BOKU Wien
Der Garten als eine organische Einheit – Gartenarchitektinnen der Ersten Republik in Österreich
Iris Meder, Architekturkritikerin, ÖGFA Österreichische Gesellschaft für Architektur
Beruf: Gartenarchitekt, Gartenarchitektin
Barbara Bacher, Landschaftsarchitektin, BOKU Wien
Gastvortrag
Gert Gröning, emeritierter Professor für Gartenkultur und
Freiraumentwicklung, HdK Berlin
Eine Veranstaltung des Instituts für Landschaftsarchitektur,
Universität für Bodenkultur -
Montag, 6. Dezember, 19.00
Die politische Differenz
Buchbesprechung
Kaum ein Begriff wird derzeit heftiger diskutiert als der des Politischen. Oliver Marchart analysiert in seinem neuen Buch die Schriften der Denker des Politischen Jean-Luc Nancy, Claude Lefort, Alain Badiou, Ernesto Laclau und Giorgio Agamben, verortet sie im Linksheideggerianismus und bezieht sie auf den systematischen Horizont eines Denkens ohne Letztbegründungen. In diesem Horizont zeigen sich die philosophischen, politischen und ethischen Implikationen eines Denkens der politischen Differenz: die heutige Rolle politischer Ontologie, die Möglichkeiten einer „minimalen Politik“ und eine demokratische Ethik der Selbstentfremdung.
Oliver Marchart, Autor, Philosoph, Universität Luzern
Respondenz: Boris Buden, Philosoph, Berlin
Ruth Sonderegger, Philosophin, Akademie der bildenden Künste Wien
Oliver Marchart: Die politische Differenz – Zum Denken des Politischen bei Nancy, Lefort, Badiou, Laclau und Agamben. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2010
Dienstag, 7. Dezember, 19.00
Kilometer 11
Filmvorführung und Gespräch
Svay Pak, auch bekannt als K 11, ein Rotlichtviertel 11 Kilometer nördlich von Phnom Penh gelegen, erlangte weltweit traurige Bekanntheit als Reiseziel für Sextouristen. Nach massivem internationalen Druck auf die kambodschanische Regierung wurde Svay Pak 2005 offiziell geschlossen. Seither hat sich das Geschäft lediglich in die Hinterhöfe verlegt. Puja Khoschsorurs verstörende Bild-Ton-Kollage aus den unverblümten Erzählungen eines Schweizer Sextouristen gibt einen seltenen und drastischen Einblick in die Welt der Kinder- Prostitution aus der Sicht eines Täters.
Puja Khoschsorur, Filmemacher, Le Donja – Verein zur Förderung der Menschenrechte
Karl Schönswetter, Das Bündnis, Projekt Bilderstreifen
K 11 – Confessions of a Sex Tourist (A 2009). Regie: Puja Khoschsorur. 39 min, directors cut, OmeU
Donnerstag, 9. Dezember, 19.00
Bildung im Kontext des ökonomischen Wandels
Vortrag
Der weltweite wirtschaftliche Strukturwandel seit den 1970er Jahren impliziert die Privatisierung jener Ressourcen, welche bislang als Gemeinwohl und als nicht verkäuflich galten: Gene und Zellen, Wasser und Luft, Kultur und Bildung. Die ökonomische Leitidee von Bildung als Humankapital und die Erschließung des Bildungsbereichs als lukrativem Zukunftsmarkt verändert auch die Institutionen der Wissensvermittlung.
Staatliche Schulen und Hochschulen sollen sich dem Wett bewerb stellen und sich zur Wirtschaft hin öffnen. Doch sind public-private-partnerships im Bildungsbereich tatsächlich eine win-win-Situation? Oder verstärken sie vielmehr den Trend zur Durchsetzung von Partikularinteressen?
Andrea Liesner, Fakultät für Erziehungswissenschaft, Universität Hamburg
Julia Hay, Wien
In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste
Montag, 13. Dezember, 19.00
Überwachung und Selbst-Überwachung
Vortrag
Überwachung hat viele Spielarten: panoptisch: Wenige beobachten Viele,
synoptisch: Viele beobachten Wenige, polyoptisch: Viele beobachten
Viele, post-optisch im Internet. Diese Formen justieren auf je eigene
Weise das Verhältnis zwischen den Dimensionen Privatheit und
Öffentlichkeit und suchen eine Form der Selbstregierung zu etablieren,
bei der die Herstellung sozialer Ordnung autonom und aus eigenen
Interessen heraus erfolgt. Dazu zählt nicht zuletzt, im Rahmen einer
Ökonomie der Aufmerksamkeit Transparenz her- und darzustellen.
Aldo Legnaro, Sozialwissenschaftler, Köln
Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Culture of Control?
- Freitag, 17. Dezember, 19.00
Postkolonialer Kapitalismus: Wissen und Arbeit
Vortrag
Zu Beginn seines Werks Provincializing Europe spricht Dipesh Chakrabarty von den Klischees, denen jenes Europa, das er provinzialisieren oder dezentrieren will, zutiefst verhaftet bleibt. Dazu zählt die homogene Vorstellung von Arbeit als „Lohnarbeit“ und die politische und epistemische Rolle, die dieser nach wie vor zukommt. Die Heterogenität von Arbeitsverhältnissen unter kolonialen und postkolonialen Bedingungen bietet heute jedoch einen besseren Analyserahmen. Sandro Mezzadra skizziert eine Theorie des postkolonialen Kapitalismus in Relation zu Wissensproduktion und „globaler Arbeit“ entlang der Konfliktlinien und Antagonismen, die diesen durchkreuzen.
Sandro Mezzadra, Politikwissenschaftler, Universität
Bologna
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp
Eine Veranstaltung von eipcp im Rahmen von Creating Worlds
- Dienstag, 21. Dezember, 19.00
Kontinuität radikaler Filmarbeit in Bolivien
kinokis mikrokino #177
Bolivien gilt heute als Vorzeigebeispiel für weltweit statt findende Dekolonialisierunsprozesse. Die „Entrümpelung“ des kolonialen Erbes hat eine bewegte Vorgeschichte. Juan Ismael Saavedra Menacho war Aktivist der nationalen Befreiungsbewegung und Mitglied der Anfang der 1960er Jahre gegründeten Filmgruppe Ukamau. In seiner jüngsten Arbeit 80 unternimmt der Dokumentarfilmer eine Rekonstruktion des Staatsstreichs 1980, der ihn damals selbst ins Exil zwang. Der vom Grupo Ukamau mit Betroffenen inszenierte Spielfilm Yawar Mallku – Das Blut des Kondors denunzierte 1969 die Zwangssterilisierung indigener Frauen und steht beispielhaft für das militante Kino Lateinamerikas.
Anschließend Diskussion mit Ismael Saavedra
Yawar Mallku – Das Blut des Kondors (Bolivien 1969). Regie: Jorge Sanjinés, Prod.: Grupo Ukamau. 74 min. OmU
80 (Bolivien 2010). Regie: Ismael Saavedra. 70 min. OmU
ARCHIV 2011
- Montag, 10. Jänner, 19.00
Mord durch Hunger
Vortrag
Nach dem Abbruch der Erwachsenen-Euthanasieaktion „T4“ 1941 wurden die NS-Euthanasiemorde dezentral in den einzelnen Anstalten fortgesetzt. Diese Anstaltsmorde müssen vor allem auch im Kontext der Lebensmittel- versorgungspolitik NS-Deutschlands gesehen werden. Während das NS-Regime die Nahrungsmittelversorgung für die „arische“ Bevölkerung bis zum Zusammenbruch 1945 knapp zu sichern vermochte, wurde ganzen Bevölkerungsgruppen eine ausreichende Ernährung
verweigert. Insbesondere die Wagner von Jauregg
Heil-und Pflegeanstalt am Steinhof entwickelte sich zu einem Zentrum des organisierten Hungersterbens.
Peter Schwarz, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes
- Dienstag, 11. Jänner, 19.00
Existenz – Differenz – Konstruktion
Buchpräsentation und Diskussion
Existenz, Differenz, Konstruktion fanden als Leitbegriffe des 20. Jahrhunderts auch Eingang in die Geschlechter-forschung. Simone de Beauvoir, Luce Irigaray und Judith Butler sind ihre prominenten Vertreterinnen. Wurden deren philosophische Positionen bislang als Gegensätze rezipiert, geht Silvia Stollers Studie mittels eines phänomenologischen Ansatzes einen
ganz anderen Weg.
Arno Böhler, Institut für Philosophie, Universität Wien
Christina Schües, Hochschule Vechta
Silvia Stoller, Institut für Philosophie, Universität Wien
Moderation: Thomas Hübel, IWK
Silvia Stoller: Existenz – Differenz – Konstruktion. Phänomenologie der Geschlechtlichkeit bei Beauvoir, Irigaray und Butler. München: Wilhelm Fink 2010
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
- Mittwoch, 12. Jänner, 19.00
Die Erfahrung Gedenkdienst
Vortrag und Diskussion
Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit, auch in Bezug auf das gegenwärtige – und mögliche zukünftige – politische Bewusstsein, stehen im Zentrum der Gedenkdienste an KZ-Gedenkstätten. Für ihre Studie befragte die Erziehungswissenschafterin Doreen Cerny GedenkdienerInnen zu ihren Motiven für dieses Engagement, sowie zu ihren Erfahrungen vor Ort. Anhand der Ergebnisse lassen sich Fragen nach dem Potential, aber auch den Grenzen des „Lernfeldes KZ-Gedenkstätte“ stellen und somit auch Perspektiven für biographisch relevante Bildungsprozesse eröffnen.
Doreen Cerny, Erziehungswissenschafterin, Salzburg
In Kooperation mit GEDENKDIENST
- Freitag, 14. Jänner, 19.00
Sozialismus für das 21. Jahrhundert?
Publikumsdiskussion
Der Sozialismus ist als eine Alternative zum Kapitalismus
durch Stalins brutale Diktatur diskreditiert worden. Ebenso
haben die sozialistischen Parteien außerhalb der Sowjetunion ihren Teil zum schlechten Ruf einer guten Idee beigetragen. Wie kann an das ursprüngliche sozialistische Konzept einer grundlegend demokratischen und sozial gerechten Gesellschaft wiederangeknüpft werden und welche Relevanz kann Sozialismus im 21. Jahrhundert haben?
Einführung: Manfred Ecker, Linkswende
Eine Veranstaltung der Linkswende
- Montag, 17. Jänner, 19.00
Politischer Antirassismus
Buchpräsentation
Das prinzipielle Moment des politischen Antirassismus ist das nach Emanzipation strebende handelnde Subjekt der MigrantInnen. Diese Denk- und Handlungsrichtung entwickelte sich entlang praktischer Fragestellungen nach Self-Empowerment, Selbstorganisation, Allianzenbildung und Konfliktinszenierung. Von Kultur- und Sportvereinen zur Szene, vom moralischen zum politischen Zugang. Die im vorliegenden Buch gesammelten Schriftstücke sind ein kurzer Rückblick auf einen politischen Moment der Kämpfe der Ausgeschlossenen um ihre Rechte und vielleicht auch um eine andere und vor allem bessere Gesellschaft.
Ljubomir Bratic´, Philosoph, Wien
Ljubomir Bratic´: Politischer Antirassismus. Selbstorganisation, Historisierung als Strategie und diskursive Interventionen. Wien: Löcker 2010
- Dienstag, 18. Jänner, 18.00
Politics, Film and Memory
Filmscreening und Diskussion
Die Dokumentarfilme des Black Audio Film Collective zäh-len zu den wichtigsten Arbeiten zur Auseinandersetzung mit Schwarzer Geschichte und bilden ein Archiv zu Fragen politischer Repräsentation, Geschichte und Erinnerung. Teil der filmischen Praxis war eine Diskursbildung, die in die Cultural Studies und Postcolonial Studies hineinwirkte. Was bedeutet dieses Wissen heute in Zeiten seiner Kommodifizierung in Universitäten, Museen und Kinos? Wie steht es um die Auseinandersetzung mit Schwarzer österreichischer Geschichte?
Einleitung: Sophie Goltz, Kuratorin, Berlin
Therese Kaufmann, eipcp
18.00: Handsworth Songs (UK 1986). R: Black Audio Film Collective. 60 Min
19.00: The Genome Chronicles (UK 2009). R: John Akomfrah. 33 Min
Diskussion: John Akomfrah, David Lawson, Smoking Dogs Films / Black Audio Film Collective, London
Kooperation eipcp mit LUX, London und Kinoki, Wien
- Mittwoch, 19. Jänner, 19.00
UrheberInnenvertragsrecht – in Österreich?
Tatort Kulturpolitik #6
In Ermangelung eines UrheberInnenvertragsrechts ist es in
Österreich UrheberInnen und ProduzentInnen überlassen, sich auf konkrete Vertragsbedingungen zu einigen. Damit dabei ein Verhandeln auf Augenhöhe möglich wird, braucht es aber einen klaren rechtlichen Rahmen. Was ein UrheberInnenvertragsrecht können soll, warum es dieses hierzulande noch nicht gibt und wie es um die politische Durchsetzung steht, wollen wir an diesem Abend mit jenen PolitikerInnen diskutieren, die sich in den vergangenen Monaten zu diesem Thema geäußert haben.
Sonja Ablinger, Kultursprecherin SPÖ
Werner Richter, Übersetzergemeinschaft, IG Autorinnen Autoren
Wolfgang Zinggl, Kultursprecher Die Grünen
Moderation: Maria Anna Kollmann, Dachverband Filmschaffende
Eine Veranstaltung vom Kulturrat aus der Serie fair statt prekär
- Donnerstag, 20. Jänner, 18.00
Wundkanal / Unser Nazi
kinokis mikrokino #178
Das Verhör eines Entführten durch seine Kidnapper legt dessen Biografie als SS-Führer und Massenmörder frei. Thomas Harlan, kürzlich verstorbener Sohn des Nazipropagandisten Veit Harlan, begnügte sich in seinem Film Wundkanal aber nicht mit dem Versuch, die Geschichte des Täters – gespielt vom verurteilten NS-Täter Alfred Filbert – zu rekonstruieren. Mit Notre Nazi – Unser Nazi dokumentiert Robert Kramer die Dreharbeiten zu Wundkanal. „Es ist, als wäre jene Ermordung der 11.000 Juden, an der Filbert beteiligt war, ein Fluch, der noch jene verwirrt und blind macht, die sie verarbeiten wollen.“
(Ulrich Greiner, Die Zeit 14. 9. 1984)
Einführung: Studierendengruppe (TFM)
Wundkanal (D / F 1984). R: Thomas Harlan. 107 Min
Notre Nazi (F / D 1984). R: Robert Kramer. 116 Min
- Montag, 24. Jänner, 19.00
Geschlecht und Heteronormativität überwachen
Vortrag
Die Zeiten, in denen das geschlechtsspezifisch „richtige“ Verhalten von Frauen und Männern sowie die Grenzziehung zwischen „normaler“ und „perverser“ Sexualität rigide geregelt wurden, scheinen in Mitteleuropa vorbei zu sein. Haben Geschlecht und Heteronormativität für die gesellschaftliche Ordnung an Bedeutung verloren? Oder sind, durch die neoliberale Flexibilisierung auch von Normen, zwar einerseits rigide Formen des Überwachens von Geschlecht und Heteronormativität aufgeweicht, zugleich aber die Weisen, wie geschlechtliche und sexuelle „Normalität“ hergestellt wird, subtiler geworden?
Gundula Ludwig, Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung der Universität Marburg
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
- Mittwoch, 26. Jänner, 19.00
Bevor Big Brother kam
feminismen diskutieren
Mit ihrem neuen Buch fragt Sabine Prokop nach den Mechanismen des Fernsehens und wie ZuseherInnen diese umgehen können. Im durch die TV-Unterhaltung entstehenden Vergnügen vermuten feministische Wissenschaften eine Möglichkeit, Widerstandspotential gegen repressive soziokulturelle Strukturen zu entwickeln. Populär kann im Fernsehen nur werden, was Subtexte anbietet und Lesen gegen den Strich möglich macht. Mediensemiotik und Cultural Studies gehen dabei von
Texten als offene und keinesfalls reibungslos vor sich gehende Prozesse aus.
Sabine Prokop, Kultur- und Medienwissenschafterin, Künstlerin, Wien
Hanna Hacker, Soziologin und Historikerin, Universität Wien
Gloria Withalm, Filmwissenschafterin, Universität für angewandte Kunst, Wien
Moderation: Harriet Leischko, Handelswissenschafterin
Sabine Prokop: Bevor Big Brother kam. Über das Fernsehen am Ende des 20. Jahrhunderts. Angewandte Kulturwissenschaften Wien, Bd 16. Wien: Praesens 2010
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
- Donnerstag, 27. Jänner, 19.00
Feministische Ökonomie
Vortrag
Konzepte der alternativen Politischen Ökonomie ermöglichen es, die Kritik an der Ökonomisierung von Bildung zu erweitern. Die Feministische Ökonomie ist ein Teil einer solchen alternativen Politischen Ökonomie; ein diesbezügliches Praxisfeld mit langjähriger Erfahrung ist der Frauenakademie-Lehrgang Geld und Leben. Wirtschaftskompetenz entwickeln. Zur Diskussion steht die theoretische Grundlegung, Umsetzung und die Wirkungen des Lehrgangs sowie Fragen nach Möglichkeiten und Grenzen einer kritischen Wirtschaftskompetenz für übergreifende Prozesse der individuellen und kollektiven Ermächtigung.
Margit Appel, Gesellschaftspolitik und Politische Erwachsenenbildung in der Katholischen Sozialakademie Österreichs
Luise Gubitzer, Institut für Institutionelle und Heterodoxe Ökonomie, Wirtschaftsuniversität Wien
In Kooperation mit der Akademie der bildenden Künste und dem IWK
- Freitag, 28. Jänner, 19.00
Community Based Design, and Beyond!
Theoriesalon
Mathias Heyden thematisiert autogenerative, radikal-emanzipative Zivil- und Raumpolitiken hinsichtlich möglicher Planungs- und Architekturpraktiken. Entlang dreier Berliner Generationen alternativer Wohn-, Arbeits- und Kulturbauten diskutiert er eine zunehmend informelle, situative Stadtentwicklung. Wie kann eine basisdemokratische, konsequent nachhaltige Entwicklung
von Stadt als Ganzes gedacht werden?
Mathias Heyden, ISPARA – Institut für Strategien partizipativer Architektur und räumlicher Aneignung, Berlin
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien
In Kooperation mit Expanded Design. Theoriesalon – eine von Expanded Design konzipierte Reihe von architektur- und designtheoretischen Seminaren, diskutiert die Ausweitung des Design- und Architekturbegriffs und fragt nach Möglichkeiten einer kritischen zeitgenössischen Architektur- und Designpraxis.
- Montag, 31. Jänner, 19.00
Die „Pädagogisierung“ der Erinnerung
Buchpräsentation und Diskussion
Vor 66 Jahren wurde Auschwitz befreit. Heute ist das ehemalige Konzentrationslager ein Ort des Gedenkens aber auch ein Ort, an dem gelernt werden soll. Das "Lehren der Vergangenheit“ entwickelt sich zunehmend zur Fachdisziplin, die viele Fehler des Schulunterrichts auf diesem Gebiet aufdeckt. Muss die Vergangenheit didaktisch aufbereitet werden, um zugänglich zu sein? Inwiefern kann Pädagogik hier eine individuelle Auseinandersetzung mit Geschichte fördern, inwiefern wird
sie zum Selbstläufer?
Till Hilmar, GEDENKDIENST
Nora Sternfeld, Büro trafo.K
Heidemarie Uhl, Österr. Akademie der Wissenschaften
Florian Wenninger, Institut für Zeitgeschichte, Uni Wien
Hilmar, Till (Hg.): Ort, Subjekt, Verbrechen. Koordinaten historischpolitischer Bildungsarbeit zum Nationalsozialismus. Wien: Czernin 2010
In Kooperation mit GEDENKDIENST
Dienstag, 1. Februar, 19.00
Echte Wiener 2
Let´s talk about...Scripts
Die
Familie Sackbauer erbt eine Villa in Baden. Während Edmund
überlegt was man mit dem Garten alles anstellen kann, bahnen
sich einige Veränderungen an: Enkel Rene hat große
finanzielle Schwierigkeiten, desse Sohn Edi jagt seiner Hip Hop
Karriere nach und zwischen Edmund und seiner Toni kriselt es, als sie
beschließt nach Irland zu reisen um das Erbe zu regeln. So ist
also Edmund auf sich alleine gestellt und versucht, über die
Runden zu kommen…
Barbara
Gräftner, Drehbuchautorin, Regisseurin Echter Wiener 2 (Bonus
Film, Ö 2010)
Moderation:
Dagmar Streicher, drehbuchFORUM
Eine
Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien
Freitag, 4. Februar, 19.00
Architektur: Zwischen Gemeinwesen und Raum
Theoriesalon
John Palmesino und Ann-Sofi Rönnskog fragen nach den
Relationen von gebauter Umwelt in Beziehung zu den zeitgenössischen
Spielarten sozialer Aneignung von Raum und
Architektur. Kann die aktuelle Veränderung des Begriffes
„BürgerInnenschaft“ durch eine Analyse konkreter, materieller
Konfigurationen von Territorien, Metropolen und den sich ausdehnenden
urbanen Gebieten verstanden werden?
John Palmesino, Ann-Sofi Rönnskog, Territorial Agency, London
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien
Veranstaltung in englischer Sprache.
In Kooperation mit Expanded Design
- Donnerstag, 17. Februar, 19.00
Februar 34: Tränen statt Gewehre
kinokis mikrokino #179
„Im Goethehof hat es dann geheißen: Ein jeder hat seine Waffen! Jetzt haben sie das Bad aufgehaut, die Mauer vom Bad, eine bestimmte Stelle. Da waren drinnen vier Revolver und zehn Gewehre! Und 170 Mann sind dagestanden zum Kampf bereit. Kannst du dir das vorstellen!“ Anni Haider schildert in Tränen statt Gewehre wie sie als aktive Sozialdemokratin die Ereignisse der Februarkämpfe 1934 erlebte.
Mit seinem Spielfilm Die Kameraden des Koloman Wallisch erzählt Michael Scharang von Menschen, die in den Sog der Ereignisse um die Februarkämpfe 1934 gerissen werden. Ausgungspunkt für die filmische Schilderung alltäglicher Schicksale ist der Nationalratsabgeordnete Koloman Wallisch, der kurz nach Beginn der Kämpfe durch die Dollfuß-Regierung
hingerichtet wurde.
Anschließend Gespräch mit Karin Berger und Elisabeth Holzinger
Tränen statt Gewehre (A 1983). R: Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik, Nadja Trallori. 30 Min
Die Kameraden des Koloman Wallisch (A 1983/84).
R: Michael Scharang. 90 Min
Mittwoch, 23. Februar, 19.00
Die Landschaft vor der Ökologie
Theoriesalon
Im Architekturdiskurs der 1940er und 1950er Jahre wurde –
lange vor dem Ausdruck „Ökologie“ – der Begriff „Landschaft“ verwendet. Die vielfältigen Verwendungen dieses Begriffes wurden 1956 von Gyorgy Kepes in der paradigmatischen Ausstellung The New Landscape in Art and Science zusammengefasst. Eliana Sousa Santos begreift diese Ausstellung als ein holistisches Experiment im Kalten Krieg, dessen Ziel es war, die kreativen Disziplinen als ein Feld zu definieren, das alle
Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften vereint.
Eliana Sousa Santos, Architektin, Universidade de Coimbra, Portugal
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien
Veranstaltung in englischer Sprache.
In Kooperation mit Expanded Design
Dienstag, 1. März, 19.00
Generali Foundation: unExhibit
Ausstellungsbesprechung
Am 3. Februar wird in der Generali Foundation die Ausstellung unExhibit eröffnet. Diese nimmt Bezug auf Richard Hamiltons legendäre Ausstellung an Exhibit in der Hatton Gallery in Newcastle von 1957, deren Strategie es war, „no objects, no ideas“ zu zeigen, und damit das Display selbst zum Gegenstand der Ausstellung zu machen. Die Generali-Schau möchte diesen Ansatz radikalisieren und das Nichtausstellen im buchstäblichen
und übertragenen Sinne ausstellen.
Marion von Osten, Akademie der bildenden Künste Wien
Christian Höller, Springerin
Moderation: Eva Maria Stadler, freie Kuratorin
- Montag, 7. März, 19.00
Psychische Erkrankung und Armut
Podiumsgespräch
Die Gesundheit gilt in der Armutsdiskussion als eine besonders wichtige Komponente. Zwischen psycho-sozialen Erkrankungen und Armut besteht ein deutlicher Zusammenhang: Zwei von drei chronisch psychisch kranken Menschen in Österreich leben unter der Armutsgrenze. Oft ist der Zugang zu Therapien und Medikamenten für sie erschwert. Groß ist die Forderung, das Bewusstsein für die Lage armer Menschen zu schärfen, ihren Zugang zu Rechten, Ressourcen und
Dienstleistungen zu fördern und Stereotype und Stigmatisierungen zu bekämpfen.
Werner Schöny, Psychiater, OÖ Landes-Nervenklinik Wagner- Jauregg, pro mente Österreich
Martin Schenk, Sozialexperte, Diakonie Österreich
Moderation: Gabriele Horak-Böck, freie Journalistin -
Dienstag, 8. März, 19.00
Black Brown White
Let´s talk about...Scripts
Der Fernfahrer Don Pedro fährt nicht zum ersten Mal mit einer Ladung ukrainischem Knoblauch nach Marokko. Dort nimmt er Flüchtlinge auf, um sie hinter das Gemüse gepfercht nach Europa zu schmuggeln. Eine tückenreiche Reise nach Schengenland beginnt.
Erwin Wagenhofer, Drehbuchautor und Regisseur Black Brown White (Allegro Film, Ö 2010)
Moderation: Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien
- Mittwoch, 9. März, 19.00
Zur sozialen Lage der Roma und Sinti
Vortrag
Roma und Sinti wurden in Österreich über Jahrhunderte benachteiligt und verfolgt, lange vor dem so genannten Anschluss. Die Mehrheit der rund 12.000 Mitglieder der bis lange nach dem Krieg als „Zigeuner“ diskriminierten Volksgruppe fiel der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten zum Opfer. Für die Überlebenden war die Situation nach dem Krieg nicht anders als vor 1938. Berichte von Polizei und Fürsorge sowie fotografische Quellen geben Auskunft über die soziale Lage der Roma und Sinti von der Zwischen- bis zur Nachkriegszeit.
Gerhard Baumgartner, Historiker und Journalist
In Kooperation mit GEDENKDIENST
- Donnerstag, 10. März, 19.00
Urbanismus und räumliche Demografie
Theoriesalon
Deane Simpson untersucht die zunehmend wichtige Rolle
von statistischen Marketinginstrumenten in der Produktion
von Stadträumen. Im Speziellen fokussiert er auf die Auswirkungen einer speziellen zeitgenössischen Art der Demografie, die sich ausschließlich auf Populationscharakteristiken wie Alter, Gender, Rasse, Bildung und verfügbares Einkommen konzentriert und überwiegend für Marketingzwecke eingesetzt wird. Als Fallbeispiele dienen Deane Simpson PensionistInnen-
Enklaven, die so genannten Sun Cities.
Deane Simpson, Architekt, Zürich / Kopenhagen
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien
Veranstaltung in englischer Sprache.
In Kooperation mit Expanded Design
- Montag, 14. März, 19.00
100 Jahre. FrauenPolitiken. Woher – wohin?
feminismen diskutieren
Am 19. März 1911 gingen an die 20000 Frauen – und Männer – auf die Wiener Ringstraßen, um für Frauenrechte zu kämpfen. Ihre Anliegen waren allgemeines Frauenwahlrecht, gleicher Lohn für gleiche Arbeit, 8-Stunden-Tag, die Senkung der Lebensmittelpreise, die Einführung einer Sozialversicherung, die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs und Frieden. Ähnliche Demonstrationen fanden in Deutschland, der Schweiz,
Dänemark und den USA statt. Am 19. März 2011 soll wieder eine große Demonstration am Wiener Ring stattfinden. Noch immer gibt es vielfältige und uneingelöste feministische Forderungen, die nach Umsetzung rufen.
Birgit Buchinger, Sozialwissenschafterin, Salzburg
Susanne Dermutz, Bildungsforscherin, Klagenfurt
Andrea Ellmeier, Historikerin, Wien
Monika Jarosch, Juristin, Innsbruck
Ulli Weish, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Wien
Moderation: Birge Krondorfer, Philosophin, Wien
-
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen, der Plattform_20000frauen und der Frauenhetz
-
-
- Mittwoch, 16. März, 19.00
MUMOK neu
Gespräch
Seit dem 1. Oktober 2010 hat das Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien mit Karola Kraus eine neue Direktorin. Lange blieben die Pläne für die Neuausrichtung des MUMOK etwas im Dunkeln. Nun werden erste Ideen der Öffentlichkeit genannt: von einer Umbauphase ist die Rede, ebenso von neuen Konzepten für Wechselaus-stellungen und Sammlungspräsentationen. Wie sehen die Pläne für Museum und Sammlung nun im Konkreten aus? Wie wird sich das Mumok in Zukunft präsentieren? Und wo wird sich das Haus in der Wiener Museumslandschaft positionieren?
Karola Kraus, Direktorin MUMOK
Thomas Trenkler, Der Standard
- Donnerstag, 17. März, 19.00
Private Investigation I
kinokis mikrokino #180/1
Mit Private Investigation richtet die Filmemacherin Ula Tabari den Blick auf die palästinensische Bevölkerung in Israel. Kurz vor dem israelischen Unabhängigkeitstag, dem palästinensischen Tag der „Naqba“ – Tag der Katastrophe – spricht sie mit ihren Eltern, mit FreundInnen, mit Menschen auf der Straße darüber, was dieser Tag für sie bedeutet. Sie alle haben die israelische Staatsangehörig-keit und sind gleichzeitig palästinensisch, werden aber bei allen Verhandlungen über Lösungsmodelle für den Konflikt zwischen Israel und Palästina nahezu ignoriert.
Private Investigation (F / D 2002). Regie: Ula Tabari. 85 min, OmdtU
Anschließend Gespräch mit Ula Tabari
- Freitag, 18. März, 19.00
Private Investigation II
kinokis mikrokino #180/2
„Jinga“ bezeichnet eine Grundfigur des Capoeira, einer afrobrasilianischen Kampf- und Tanztechnik. In diesem von Sklaven entwickelten Kampfstil sind Angriff und Verteidigung nicht zu unterscheiden. Ula Tabari setzt in Jinga48 die in Private Investigation begonnene Recherche fort. Aus der Generation der Kinder sind nun selbst-bewusste, Capoeira übende Teenager geworden, die die filmische Forschung nach palästinensischen Identitäten in Israel und ihrer historischen Wurzeln in den Jahren 1948 und 1976 nun selbst übernehmen.
Jinga48 (Palästina / Qatar 2009). Regie: Ula Tabari. 76 min, OmeU
Anschließend Gespräch mit Ula Tabari
- Donnerstag, 17. März, 19.00
Private Investigation I
kinokis mikrokino #180/1
Mit Private Investigation richtet die Filmemacherin Ula Tabari den Blick auf die palästinensische Bevölkerung in Israel. Kurz vor dem israelischen Unabhängigkeitstag, dem palästinensischen Tag der „Naqba“ – Tag der Katastrophe – spricht sie mit ihren Eltern, mit FreundInnen, mit Menschen auf der Straße darüber, was dieser Tag für sie bedeutet. Sie alle haben die israelische Staatsangehörig-keit und sind gleichzeitig palästinensisch, werden aber bei allen Verhandlungen über Lösungsmodelle für den Konflikt zwischen Israel und Palästina nahezu ignoriert.
Private Investigation (F / D 2002). Regie: Ula Tabari. 85 min, OmdtU
Anschließend Gespräch mit Ula Tabari
- Freitag, 18. März, 19.00
Private Investigation II
kinokis mikrokino #180/2
„Jinga“ bezeichnet eine Grundfigur des Capoeira, einer afrobrasilianischen Kampf- und Tanztechnik. In diesem von Sklaven entwickelten Kampfstil sind Angriff und Verteidigung nicht zu unterscheiden. Ula Tabari setzt in Jinga48 die in Private Investigation begonnene Recherche fort. Aus der Generation der Kinder sind nun selbst-bewusste, Capoeira übende Teenager geworden, die die filmische Forschung nach palästinensischen Identitäten in Israel und ihrer historischen Wurzeln in den Jahren 1948 und 1976 nun selbst übernehmen.
Jinga48 (Palästina / Qatar 2009). Regie: Ula Tabari. 76 min, OmeU
Anschließend Gespräch mit Ula Tabari
- Donnerstag, 24. März, 19.00
Übergang
Theoriesalon
Mathieu Wellner interessiert die Konstante der Veränderung von einem Zustand zu einem anderen: der Übergang. Nur dass sich zum Beispiel bei abrupten Veränderungen die Übergangsdauer sehr verkürzen kann. Kann diese Situation auch isoliert und rein räumlich betrachtet werden? Geht es doch immer um Übergangs-Räume: zum Beispiel in Brachen, leerstehenden
Gebäuden, Treppenhäusern, Gefängnissen oder
gar in der eigenen Gedankenwelt.
Mathieu Wellner, Architekt und Kurator, München
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien
In Kooperation mit Expanded Design
- Dienstag, 29. März, 19.00
10 Thesen zu: YouTube
Podiumsgespräch
Die Film- und Medienwissenschafterin Andrea Seier untersuchte Re-enactments von Fernsehserien, die ZuschauerInnen mit ihren YouTube-Clips verbreiten. Welche neuen Perspektivierungen verlangen diese Medienpraktiken der ‚active audience‘, die Henry Jenkins als Teilelement einer neuen Partizipationskultur diskutiert? Inwiefern können die politischen Register, in denen diese Diskussion geführt wird, zur Disposition gestellt werden? Lassen sich die Re-Enactments mit Marc Andrejevic – Autor von The work of being watched – etwa auch als ‚Arbeit‘ verstehen?
Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Andrea Seier, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Veranstaltungreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramon Reichert
- Mittwoch, 30. März, 19.00
Organisierung queer-kollektiv?
feminismen diskutieren
Persönliche Herrschaft in quasi-feudalen Abhängigkeits-strukturen, wie zum Beispiel an Universitäten, einerseits und abstrakte Herrschaft durch Kapitalismus andererseits sollen mit besonderer Aufmerksamkeit für Prozesse der Schein-Partizipation in Frage gestellt werden. Bieten nicht-hierarchieförmige, basisdemokratische, queere, rotierende und experimentierende Kollektive und Identitäten eine Alternative, um heteronormative Zwänge aufzuweichen und Anerkennung neben den etablierten Institutionen zu organisieren? Was hilft gegen Männerbünde? Oder was können emanzipatorische Zusammenhänge von diesen lernen?
Eva Aichholzer, Historikerin, Bündnis für Eine Welt, Klagenfurt
Barbara Eder, Soziologin
Heide Hammer, Philosophin, Gruppe mañana
Utta Isop, Philosophin, Zentrum für Frauen- und Geschlechterstudien Klagenfurt
Moderation: Sabine Prokop, VfW
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen - Freitag, 1. April, 19.00
Figuren des Immunen
Buchpräsentation
Die republikanischen Auseinandersetzungen zwischen Plebejern und Patriziern bilden ein Urszenarium politischer Theorie. Der Exodus der Plebejer, die darauf folgenden Kämpfe zweier politischer Ordnungen um eine neue Konstituierung und die widerständige Funktion des „homo sacer“ liefern das Material für eine Neuinterpretation der römischen Geschichte und bieten den Hintergrund für eine epochenübergreifende Analyse des Wechselspiels zwischen dem Gefährdet-Bedrohlichen und der herrschenden Ordnung.
Isabell Lorey, Politologin, Humboldt-Universität Berlin
Ruth Sonderegger, Philosophin, Akademie der bildenden Künste Wien
Isabell Lorey: Figuren des Immunen. Elemente einer politischen Theorie. Zürich: diaphanes 2011
Veranstaltung von eipcp discursive lines im Rahmen von Creating Worlds.
- Montag, 4. April, 19.00
Ein Denkmal für Deserteure
Vorträge und Diskussion
2009 rehabilitierte die Republik Österreich die Opfer der NSMilitärjustiz. Das zwischen SPÖ und Grünen abgeschlossene Wiener Regierungsübereinkommen sieht nun die Errichtung eines Deserteursdenkmals vor und kommt damit einer langjährigen Forderung des Personenkomitees Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz nach, das seine Positionen zum geplanten Denkmal zur Diskussion stellt.
Anmerkungen zur Auseinandersetzung um die
Deserteursdenkmale in der Bundesrepublik Deutschland
Magnus Koch, Historiker, Hamburg
Erinnerungspolitik und Erinnerungsorte in Österreich
Heidemarie Uhl, Historikerin, Wien
Gedenkorte für die Opfer der NS-Militärjustiz in Wien
Paula Bolyos, Politikwissenschafterin, Wien
Einige Grundthesen zum Denkmal
Thomas Geldmacher, Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz, Wien
Moderation: Eva Blimlinger, Historikerin, Wien
In Kooperation mit dem Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz
- Dienstag, 5. April, 19.00
Verteilen und Zentralisieren in sozialen Medien
10 THESEN
Unbestreitbar gibt es einen Zusammenhang zwischen technischer und sozialer Entwicklung – aber welchen? Neue soziale Medien wie Facebook, Twitter, Piratebay und Wikileaks werfen diese Frage mit besonderer Dringlichkeit auf. Sind ihre Effekte zentralisierend oder dezentralisierend? Statt einer generellen Antwort und den damit verbundenen wohlbekannten Mustern der Euphorie oder Depression soll die widersprüchliche Gleich-
zeitigkeit beider Tendenzen in den Blick genommen werden.
Eva Horn, Inst. f. Germanistik, Uni Wien
Ramon Reichert, Inst. f. Theater-, Film- u. Medienwissenschaft, Uni Wien
Felix Stalder, Inst. f. Gegenwartskunst, HS f. Kunst u. Gestaltung Zürich - Montag, 11. April, 16.00
The Journal for Northeast Issues
Vienna Meeting
Das Journal for Northeast Issues bringt künstlerische Arbeiten zusammen, die sich mit kulturgeografischen, urbanen,architektonischen und ortsspezifischen Fragestellungen auseinandersetzen und die Offenheit sozialer Räume einfordern. In Revitalisierungsbestrebungen von Metropolen und aktuellen Konzepten von Stadtplanung spielt Kunst eine gefragte Rolle. Das Journal erkundet und initiiert künstlerische Strategien, die selbstbestimmte kollektive Perspektiven entwickeln.
Megastructures:
Martins Duselis, Christian Gattringer, Sara Hammer, Nefeli Papakyriakopoulou, Dagnija Smilga, Marc Werner, Elisabeth Zeininger, Studierende am Institut für Kunst und Architektur; Angelika Schnell, Architekturtheoretikerin,
Akademie der bildenden Künste Wien
Markets:
Theresia Klestorfer, Studierende am Institut für Kunst und Architektur
Elke Krasny, Kulturtheoretikerin und Kuratorin
Birgit Lurz, Kuratorin
Inge Manka, Institut für Kunst und Gestaltung, TU Wien
Katharina Petru, Studierende am Institut für das künstlerische Lehramt
Allan Siegel, Künstler, Budapest
Melanie Wurth, Studierende am Institut für das künstlerische Lehramt
Maps:
Veronika Barnas, Künstlerin
Carla Bobadilla, Künstlerin
Antonia Dika, Architekturschaffende
Miklós Erhardt, Künstler, Budapest
Aino Korvensyrjä, Künstlerin
Renate Mihatsch, Künstlerin
Levente Polyák, Kurator, Budapest
Michael Zinganel, Künstler und Kulturtheoretiker
Freie Sektion:
Peter A. Krobath, Schriftsteller
Andrea Seidling, Kuratorin
Ruby Sircar, Künstlerin und Kuratorin
Vienna Meeting entstand in Zusammenarbeit von Elke Krasny und Angelika Schnell, Akademie der bildenden Künste Wien, anlässlich der Doppelnummer 5– 6 des Journal for Northeast Issues.
- Mittwoch, 13. April, 19.00
Rechtsextrem
Buchbesprechung
Was einst Bomberjacken und Springerstiefel vermittelten,
wird heute mit weniger auffälligen Kleidungsstücken erzielt.
Die Garderobe von Rechtsextremen hat sich dem Mainstream angepasst. Für Laien kaum zu erkennen, weisen Symbole oder Abkürzungen auf die Zugehörigkeit zur Szene hin. Ein Ratgeber für LehrerInnen, AusbildnerInnen, Eltern und andere Interessierte erklärt Hintergründe und zeigt aktuell verwendete Codes auf. Nicht zuletzt am Beispiel rechtsradikaler Musik, denn diese ist es, die für immerhin 80 % der rechtsextrem gesinnten Jugendlichen den Einstieg bedeutet.
Christa Bauer, Willi Mernyi, Mauthausen Komitee Österreich
Christa Bauer, Willi Mernyi: Rechtsextrem. Wien: ÖGB Verlag 2010
In Kooperation mit GEDENKDIENST
- Freitag, 15. April, 19.00
Das Subjekt der Normalität
feminismen diskutieren
Michaela Ralser zeigt die historische Psychiatrie als Muster und Motor einer spezifischen Konstituierung der Menschen als Subjekte. Die psychiatrische Wissensproduktion erlangt um 1900 herausragende Deutungsmacht und verschafft sich weit über die Klinik hinaus soziale Geltung. Als Gesellschaftswissenschaft
interveniert die Jahrhundertwende-Psychiatrie erfolgreich in die Debatten um die Krise der Moderne, die soziale Frage, die Ordnung der Geschlechter, um Degeneration, Sozial- und Rassehygiene. Als interdisziplinäres Projekt einer frühen Public Health Policy wandelt sie den Diskurs über
die Kranken zunehmend in einen über die Gesunden.
Michaela Ralser, Institut für Erziehungswissenschaft, Uni Innsbruck
Moderation: Sabine Prokop, VfW
Michaela Ralser: Das Subjekt der Normalität. Wissensarchiv der Psychiatrie. Kulturen der Krankheit um 1900. Paderborn: Verlag Wilhelm Fink 2010
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
- Donnerstag, 21. April, 19.00
Zu früh, zu spät
kinokis mikrokino #181
Die Revolten in mehreren arabisch-sprachigen Ländern schaffen offene Situationen, deren Entwicklung niemand absehen kann; scheinbar unvorhersehbar kommt die Revolution immer „zu früh“ oder „zu spät“. Straub / Huillet gaben 1981 einem Film diesen Titel, in dem Aufnahmen aus Ägypten mit Texten aus Klassenkämpfe in Ägypten von Mahmoud Hussein verbunden wurden. Wie spiegelt sich die Kette von Ereignissen, die seit Beginn des Jahres die „arabische Welt“ verändert, in Filmen? Ältere und neue Filme, Videos und YouTube-Streams, machen die historischen Gründe, sozialen Verhältnissen aktuellen Selbstverständnisse und Erfahrungen in arabischen Ländern sichtbar.
Zu früh, zu spät – Trop tôt, trop tard (Frankreich / Ägypten 1981). R: Jean-Marie Straub, Danièle Huillet. Omu (Ausschnitte)
- Dienstag, 26. April, 19.00
Die Vaterlosen
Let’s talk about scripts …
Ein großes, halbverfallenes Haus auf dem Lande. Hans, der von seiner deutlich jüngeren Lebensgefährtin gepflegt wird, liegt im Sterben. Sein Sohn Niki, der mittlerweile als Mediziner in München lebt, kommt gerade noch rechtzeitig ans Sterbebett. Aber er bekommt nicht, was er sich von Hans erhofft hat: eine späte Bekundung von Anerkennung und Liebe.
Marie Kreutzer, Drehbuchautorin, Regisseurin, Robert Buchschwenter, Ursula Wolschlager, DramaturgInnen Die Vaterlosen (Ö 2011)
Moderation: Dagmar Streicher, drehbuchFORUM
In Kooperation mit dem drehbuchFORUM
Samstag, 30. April, 19.00
Sozionik
Podiumsdiskussion
Das Nachdenken über künstliche Intelligenz und soziale Robotik in technologischen und kulturellen Zukunftsvorstellungen war und ist immer eingebettet in idealistische und
abstrakte Szenarien von Gesellschaft. Eifrig werden Vorstellungen einer Zukunft entworfen
die den Menschen im Sinne des Fortschritts zugute kommen sollen. Ob die Legende des
Golem, die Distopie des Terminators oder die Utopie von Spielbergs A.I., alle beleben
damit einen ideologischen Futurismus. Mit dem Rahmenthema Sozionik (W. Rammert) wird die
Zukunft sozialer- und technischer Kooperationen zwischen Menschen, Maschinen und
Robotern, vor allem unter dem Aspekt ihrer Hybridisierung und Sozietät im 21. und 22.
Jahrhundert zum Thema gemacht.
Judith Denkmayr, digital affairs
Johannes Grenzfurthner, monochrom
Martin Stepanek, futurezone.at
Moderation: Lorenz Seidler, esel.at
Eine Veranstaltung von Maispace
Montag, 2. Mai, 19.00
Embedded Feminism?
feminismen diskutieren. Workshop
Die Bezugnahme auf Frauenrechte und sexuelle Minderheiten spielt bei
militärischen Interventionen immer wieder eine Rolle, auch in Debatten
um Migration und Integration, um innere und äußere Sicherheit, um
Bildung. Krista Hunt spricht daher analog zur Strategie des in
militärische Aktivitäten integrierten ‚embedded journalism‘ von
‚embedded feminism‘, wenn es um die Indienstnahme von Frauen- und
Geschlechterfragen für die Legitimation staatlicher Gewalt geht. Doch
tragen feministische und queere Positionen mitunter nicht auch selbst
dazu bei, repressive Politiken zu legitimieren?
Claudia Brunner, Politikwissenschafterin, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt
Katrin Oberdorfer, Psychologin, Universität Wien
Moderation: Sabine Prokop, Kulturwissenschafterin, Verband feministischer Wissenschafterinnen
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
- Dienstag, 3. Mai, 19.00
Fair Flowers - Mit Blumen für Menschenrechte
Vortrag und Diskussion
Kenia ist der größte außereuropäische Blumenproduzent für die Europäische Union. Guatemala hingegen produziert, wenn auch in weitaus kleinerem Maßstab, hauptsächlich für den US-amerikanischen Markt. Gemeinsam sind ihnen Arbeitsrechtsverletzungen und Belastungen der Umwelt durch die Blumenproduktion. Redempta Akoth Josia und José Gabriel Zelada Ortiz sprechen über die spezifische
Situation der BlumenarbeiterInnen in Kenia und Guatemala und von den Strategien ihrer Organisationen im Einsatz für menschenwürdige Arbeitsbedingungen.
Redemta Akoth Josia, Generalsekretärin der NGO KEWWEDO - Kenya Women Workers Educational
and Development Organization
José Gabriel Zelada Ortiz, Direktor der Arbeitsrechtsorganisation CEADEL- Centro de
Estudios y Apoyo al Desarrollo Local/ Studien- und Unterstützungszentrum für lokale
Entwicklung
Moderation: Sophie Veßel, FIAN Österreich und Philip Doyle, Südwind Agentur
Veranstaltung mit Übersetzung aus dem Englischen und Spanischen
Eine Veranstaltung im Rahmen der Kampagne Fair Flowers - Mit Blumen für Menschenrechte von FIAN Internationalen Menschenrechtsorganisation für das Recht sich zu ernähren, der Volkshilfe Österreich, sowie I SHOP FAIR - KonsumentInnen-Netzwerk von Südwind
- Mittwoch, 4. Mai, 19.00
Another Road Map for Arts Education
Präsentation und Diskussion
Anlässlich der UNESCO-Weltkonferenz für kulturelle Bildung wurde 2006 die Road Map for Arts Education verabschiedet. In dieser werden Strategien für eine „effektive Bildung“ durch Kultur als Empfehlungen an Regierungen und Bildungseinrichtungen weitergegeben. Als kritische Reaktion rief das Institute for Art Education in Zürich das Projekt Another Road Map for Arts Education ins Leben: „One that does not take for granted the positing of creative education in relation to the expansion of a creative class, or a creative economy.“ Im Rahmen dieser
Initiative hat eine Gruppe aus Wien ihre eigene Analyse und Kritik der UNESCO-Variante erarbeitet.
Carla Bobadilla, Fotografin
Barbara Mahlknecht, Kulturorganisatorin
Katharina Morawek, Kunstvermittlerin
Karin Schneider, Kunstvermittlerin
Iver Ohm, Kunstheoretiker
- Donnerstag, 5. Mai, 19.00
Dekonstruktion, Differenz und Lernen
Vortrag
Dekonstruktiv orientierte Differenztheorien eröffnen neue
reflexive Perspektiven für die Analyse wie auch für die konzeptionelle Gestaltung von Lehr- und Lernsituationen. Wie können Lehr- und Lernsituationen unter Bezugnahme auf die Theorien der Dekonstruktion und die Theorien der Differenz neu verstanden und anders gestaltet werden? Was sind die Besonderheiten dekonstruktiver Perspektiven auf Differenzverhältnisse, was können Ansatzpunkte für eine dekonstruktive Didaktik sein?
Melanie Plößer, Fachhochschule Kiel
In Kooperation mit IWK – Jour fixe Bildungstheorie - Freitag, 6. Mai, 17.00
Phantombilder – Zwischen Fakt und Fiktion
KINOLOG – Vorträge, Filme, Diskussion
Phantombilder beschreiben Grauzonen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Vergessen und Erinnern, zwischen Wahrnehmung und Einbildung; dabei gehören sie weder zu der einen noch zu der anderen Zone, wohl eher sind sie ein Ausdrucksmittel auszuverhandelnder Grenzen. Sie sind Mittel der Konstruktion wie der Re- und Dekonstruktion zur Vergegenwärtigung des Abwesenden, um es ins Bild zu bringen.
17.00 Vortrag: Fait – Fétiche – Faitiche. Laurette Burgholzer, Studentin der TFM, Uni Wien – Film: Dialog von Michael Paninski, Kameramann und Student der TFM, Uni Wien
18.30 Vortrag: Verdichtungen. Mirjam Garscha, Studentin der Komparatistik, Uni Wien – Film: Schwester von Christian Müller, freischaffender Filmemacher und Student der TFM, Uni Wien
20.00 Vortrag: Drehbarkeiten des Tabus. Markus Lehner, Student der TFM, Uni Wien – Film: Der Widerwärter von Tanja Wögerbauer, freischaffende Filmemacherin, Wien - Moderation: Viktor Dill, Andreas Schmiedecker, Studierende der TFM, Uni Wien
- In Kooperation mit KINOLOG
- Dienstag, 10. Mai, 19.00
Kultur des Todes in El Salvador
kinokis mikrokino #182
Für sein Portrait einer Generation, die sich selbst auslöscht, begleitete der Filmemacher Christian Poveda zwei Jahre lang Angehörige der Jugendbande Mara 18 in El Savador, die einen Großteil der Ermordeten, aber auch der MörderInnen stellt. Jorge Dalton analysiert im Dokumentarfilm Entre los muertos die Omnipräsenz des Todes in El Salvador als eine Erscheinung, die nicht nur Schicksal und Effekt politischer Verhältnisse ist, sondern auch Ausdruck einer Kultur des Todes, nach deren Wurzeln Dalton sucht.
La Vida loca – Das verrückte Leben (F / Mex / E 2008). R: Christian Poveda. 90 min
Entre los muertos – Inmitten der Toten (El Salvador 2006). R: Jorge Dalton. 60 min
Anschließend Gespräch mit Jorge Dalton und Tina Leisch, kinoki - Mittwoch, 11. Mai, 19.00
Genozid an österreichischen Roma und Sinti
Vortrag
Mit dem „Anschluss“ Österreichs kam es zu einer Radikalisierung der Verfolgung von Roma und Sinti im gesamten „Großdeutschen Reich“, treibende Kraft dahinter waren ostösterreichische Gauleiter. Bereits 1938 und 1939 wurden im Burgenland 3200 Roma und Sinti in Konzentrationslager gesperrt. Die angestrebte schnelle Deportation scheiterte vorerst, wurde aber mit dem Vordringen der Deutschen Wehrmacht Richtung Osten 1941 Realität, parallel zu den Deportationen der jüdischen Bevölkerung aus dem gesamten Reichsgebiet. Anfang 1943 wurden wieder tausende Roma und Sinti deportiert; sie wurden in Auschwitz ermordet.
Florian Freund, Institut für Zeitgeschichte, Uni Wien
In Kooperation mit GEDENKDIENST
Donnerstag, 12. Mai, 19.00
Ilija Jovanović
Buchpräsentation
Im vergangenen Herbst starb in Wien der bekannte Roma-Dichter Ilija Jovanović. 1950 in Serbien geboren, übersiedelte Ilija Jovanović 1971 mit seiner Frau nach Wien. Lange Jahre war er Obmann des Romano Centro. 1999 erhielt er für seine Arbeiten den Theodor-Körner-Preis, im November 2010 den Exil-Lyrikpreis. Vor kurzem erschien – mit einem Nachwort von Elfriede Jelinek – der letzte von ihm persönlich zusammengestellte Gedichtband Mein Nest in deinem Haar – Moro kujbo ande ćire bal.
Zu Ilija Jovanović und seinem Werk sprechen Ursula Hemetek, Mozes Heinschink, Alev Korun, Dragan Jevremović, Christa Stippinger, Peter Paul Wiplinger
Moderation: Thomas Busch
Ilija Jovanović: Mein Nest in deinem Haar / Moro kujbo ande ćire bal. Gedichte. Romanes und Deutsch. Edition Niemandsland, Klagenfurt: Drava Verlag 2011
Eine Veranstaltung von Drava Verlag, Romano Centro, Grüne Bildungswerkstatt Minderheiten
- Mittwoch, 18. Mai, 19.00
"Gender" in bewaffneten Konflikten
feminismen diskutieren
Im Jahr 2000 verabschiedeten die Vereinten Nationen und das Europäische Parlament erstmals Resolutionen, welche ausdrücklich den Zusammenhang mit „Geschlecht“ in bewaffneten Konflikten benennen. Kritisch zu hinterfragen bleibt jedoch, welche Konzepte von „Gender“ den Resolutionen zu Grunde liegen und damit auch, welche Annahmen zu „Weiblichkeit“ und „Männlichkeit“ darin enthalten sind. Stephanie Fürtbauer widmete sich in ihrer Diplomarbeit „Gender in bewaffneten Konflikten. Konstruktionen von Geschlecht in den Resolutionen des Europäischen Parlaments zu Gender, Peace and Security“ diesen Fragen unter der Annahme, dass ohne eine kritische Reflexion bestimmter Geschlechtervorstellungen ungleiche Machtverhältnisse kaum aufzulösen sind.
Stephanie Fürtbauer, Sozialwissenschafterin, Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
Donnerstag, 19. Mai, 19.00
Von Kindern & Eltern & weiteren Verdächtigen
Filmpräsentation und Diskussion
Mit einer Auswahl von Kurz- und Experimentalfilmen stellt der Regisseur Philip Aleksiev einen Teil seiner Arbeit zu seinem Weltbild sowie Annäherungen und Andeutungen an eine überholte Gesellschaft vor. In unterschiedlichen Erzählstrukturen, bewegen sich archetypische Charaktere im Kreise, immer auf der Suche nach einer Wahrheit oder wenigstens nach einem Opfer oder Sündenbock.
Augenblicke (2007) 14 min.
Curriculum Vitae (2008) 5 min.
X-Charaktere, Bruchstücke einer Erzählung (2009) 24 min.
Angels of Death (2009) 15 min.
Jetzt oder Nie (2011) 99 sec.
http://www.youtube.com/watch?v=0l2eayYmdcI
Anschließend Gespräch mit Philip Aleksiev, Autor und Regisseur und Franziska Bruckner, Filmwissenschafterin, Universität Wien
- Freitag, 20. Mai, 19.00
The Yes Men Fix the World
media activism #2
Die US-amerikanischen Medienaktivisten The Yes Men machen seit den frühen 1990er Jahren mit spektakulären Aktionen wie der Fälschung der WTO Website oder der Fälschung einer New York Times-Ausgabe mit der Bekanntgabe des Endes des Irak-Kriegs auf sich aufmerksam. In der Tradition der Kommunikationsguerilla geben sie sich als Repräsentanten internationaler Konzerne oder Institutionen aus und karikieren mit übertriebenen Forderungen auf Konferenzen deren Ziele.
Sie selbst bezeichnen dies als „Identitätskorrektur“.
Klaus Schönberger, Kulturwissenschafter und Autor, Zürcher Hochschule der Künste
The Yes Men Fix the World (USA / F / GB 2009). R: Andy Bichlbaum, Mike Bonnano, Kurt Engfehr. 90 min, eOF
The Yes Men (USA 2003). R: Dan Ollman, Sarah Price, Chris Smith. 80 min. eOF
Eine Veranstaltung des TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien in Kooperation mit kinoki.
- Montag, 23. Mai, 19.00
Geschlechtlich codierte (Un-)Sicherheitsräume?
Vortrag
Das Verständnis von öffentlichen Stadträumen als „spezifischweiblichen“ Angsträumen ist erst im Zusammenhang mit der Kriminalisierung von Räumen grundlegend revidiert worden. Demnach ist nicht ein bestimmter Raumausschnitt „sicher“ oder „unsicher“; vielmehr basieren solche Bewertungen auf dem wechselseitigen Wirkungsgefüge von geschlechtlich codierten Identitäten und Räumen und dem ihm zugrunde
liegenden gesellschaftlichen Ordnungssystem. Welche Formen von sozialer Kontrolle existieren in der postfordistischen Stadtgesellschaft, wie führen diese zur Raumkonstitution, welche Rolle spielen dabei geschlechtlich codierte Subjektidentitäten?
Anke Strüver, Institut für Geographie, Universität Hamburg
Respondenz: Elke Krasny, Kulturtheoretikerin
In Kooperation mit dem IWK – Culture of Control?
- Dienstag, 24. Mai, 19.00
Protest in der Weltgesellschaft
Buchbesprechung
Protest ist zu einem fixen Bestandteil unserer Gesellschaft geworden. Christoph J. Virgl analysiert Protest in seiner vielfältigen Bedeutung. Der Protest ist in seiner Einfachheit unnachahmbar und dennoch vermittelt uns jeder Protest mehr Weltwissen, als wir täglich in Politik und Massenmedien vermittelt bekommen. Kaum eine Formensprache schafft es in der modernen Gesellschaft besser, Konflikte und Widersprüche sichtbar zu machen. Das Buch unternimmt den Versuch die Wirkungsweise von netzverdichteten Öffentlichkeiten als spannendes Novum einer modernen Protestkultur zu diskutieren und einer kritischen Reflexion zu unterziehen.
Christoph J. Virgl, Politikwissenschafter, Wien
Respondenz: Friedrich E. Rakuschan, Medienepistemo-loge, Wien/Berlin
Christoph J. Virgl: Protest in der Weltgesellschaft. Wiesbaden: VS-Verlag 2011
- Montag, 30. Mai, 19.00
Activism and Counter-Activism in Cyberspace
Vortrag
The enforcement of media control has been evidently busted throughout the Arab spring as an effect of decentralizing and personalizing media tools. This new personalized utilization of the media allowed individuals to exploit all the affordances of the WWW medium leading to the rise of new phenomena such as Twitter journalism. Where there are benefits to such mediums there are also risks that are posed by control and distortion of information. The persistence and spreading of the Arab spring suggests that emergent self-driven reporting activity will eventually prevail over powers to control.
Kinda Al_Sayed, University College London
- Montag, 6. Juni, 19.00
Mittels Raum regieren
Vortrag und Respondenz
Städtische Bevölkerungen werden durch staatliche Apparate in vielfältiger Weise mittels Raumproduktionen regiert. Bei Raumverboten, Videoüberwachung, crime mapping oder räumlich selektiver Polizeiarbeit wird von sozialen Verhältnissen abstrahiert, indem Räume als gefährlich oder gar kriminell behandelt werden. Diese Abstraktion mittels Verräumlichung erlaubt es, gesellschaftliche Widersprüche ohne Bezug auf Gesellschaft zu regieren. Legitimiert wird sie durch Ideologien wie der Broken Windows-These, selbst legitimiert sie extralegale Kontrollpraxen, indem sie diese in die Rechtsform überführt.
Bernd Belina, Institut für Humangeographie, Goethe Universität, Frankfurt a. M.
Respondenz: Michael Zinganel, Architekturtheoretiker
In Kooperation mit dem IWK – Culture of Control?
- Dienstag, 7. Juni, 19.00
Film und Psychiatrie
Vortrag
Das Thema Psychiatrie übte im 20. Jahrhundert eine beträchtliche Faszination auf Filmschaffende aus. In Filmen wie Das Kabinett des Dr. Caligari von Robert Wiene, Spellbound von Alfred Hitchcock, Schock-Korridor von Samuel Fuller oder Einer flog über das Kuckucksnest von Milos Forman, dominierte die kritische Auseinandersetzung mit der Psychiatrie als Zwangsinstitution. Seit den 1980er Jahren kehrte sich der
Beobachterstatus um: PhilosophInnen und vor allem PsychoanalytikerInnen entdeckten den Film als Analysematerial zur Exemplifizierung ihrer Theoriekonzepte.
Thomas Stompe, Psychiater, Universitätsklinik für Psychiatrie - Mittwoch, 8. Juni, 19.00
Ceija Stojka
Zeitzeuginnengespräch
Ceija Stojka wurde als Kind im Nationalsozialismus verfolgt, weil sie Romni ist. Ein Großteil ihrer Familie wurde ermordet, sie selber in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, danach in das Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück und von dort nach Bergen-Belsen deportiert. In den 1980er Jahren begann sie sich literarisch mit ihrer Verfolgungsgeschichte, aber auch mit der Situation der Roma im Österreich der Nachkriegszeit auseinanderzusetzen.
Ceija Stojka, Schriftstellerin, Malerin, Musikerin
Moderation: Andreas Peham, Dokumentationsarchiv des
österreichischen Widerstandes
In Kooperation mit GEDENKDIENST - Donnerstag, 9. Juni, 19.00
Zum Wandel von Arbeit, Beruf und Bildung
Vortrag und Respondenz
Im 20. Jahrhundert werden Arbeit und Beruf als Bildungsdomäne wieder „entdeckt“. Neukantianismus, Lebensphilosophie und Pragmatismus greifen eine bereits seit längerem virulente Schul- und Sozialkritik gegenüber klassischen und bildungsbürgerlichen Zuschneidungen von Erziehung und Unterricht auf und erweitern einen Lernbegriff, der eine auf enge Fachlichkeit und Zweckorientierung gerichtete Integration in den Arbeitsprozess vorsieht. Diese auch am Erwerb orientierte Perspektive hat allerdings bereits ihre Vorläufer in der „Industrie“ und „Gewerbsamkeit“. Im Leitbild des auf Beschäftigung und Kompetenz ausgerichteten selbstorganisierten Lernunternehmertums konvergieren sinnbezogene Bildungsansprüche und zweckorientiertes Selbstmanagement.
Philipp Gonon, Universität Zürich
Respondenz: Peter Schlögl, Österreichisches Instituts für Berufsbildungsforschung in Wien, ÖIBF
In Kooperation mit dem IWK - Jour fixe Bildungstheorie - Donnerstag, 9. Juni, 16. 00 – 18.15
Freitag, 10. Juni, 10.00 & Samstag, 11. Juni,10.00
Fernsehen als Agentur des Sozialen
Tagung
Fernsehen ist eine gesellschaftliche Agentur, die in ihrem Kern damit beschäftigt ist, Bürgerschaftlichkeit herzustellen, zu problematisieren und zu verhandeln. Die Frage nach dem Fernsehen ist daher nicht nur eine nach „Inhalten“ und „Programmen“; vielmehr liegen die Gebrauchsweisen seines Dispositivs darin, Teilhabe an Prozessen der Vergesell- schaftung zu ermöglichen und somit gleichsam eine Form der Verbürgerlichung darzustellen – und zwar unter sehr spezifischen, politischen Vorzeichen, die es zu untersuchen gilt.
Donnerstag, 9. Juni, 16.00
16.00 Begrüßung: Klassenproduktion – Zur Einführung. Andrea Seier/Thomas Waitz (Universität Wien)
17.00 Zuschauern zuschauen. As-Sociationen des Fernsehens. Markus Stauff, Universiteit van Amsterdam
19.00 Ort: Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Hofburg, Batthyanystiege
Keynote – Digital housework and the changing aesthetics of television. Charlotte Brunsdon, University of Warwick
anschließend Empfang
Freitag, 10. Juni
10.00 Die Dystopie Fernsehen. Vrääth Öhner, Uni Wien
11.00 Fakt, Fetisch, Faitiche: Fernsehen.
Christina Bartz, Universität Paderborn
12.00 Ästhetische Konzepte des Gewöhnlichen und das Nebenschichten-Fernsehen. Herbert Schwaab, Universität Regensburg
15.00 Sozialexperimente im Fernsehen.
Ramón Reichert, Universität Wien
16.00 Die Couch der Gesellschaft.
Matthias Thiele, TU Dortmund
17.00 „Raus aus den Schulden“. Applikationsvorgaben für das ‚unternehmerische Selbst‘. Rolf Nohr, HBK Braunschweig
Samstag, 11. Juni
10.00 Ich sehe was, was Du (noch) nicht siehst – Zur Verhandlung des Medial-Sozialen.
Uwe Wippich, Ruhr-Universität Bochum
11.00 „Whatever … frak!“ Repräsentationen von ‚white trash‘ inUS-amerikanischen Serien.
Ralf Adelmann, Universität Paderborn
12.00 Echte Lesben?! Klassenspezifische Adressierung in reality /quality Queer TV. Andrea B. Braidt, Uni Wien
Eine Tagung des TFM - Institut für Theater-, Film- und Medien wissenschaft,Universität Wien. Konzept: Andrea Seier, Thomas Waitz
- Folgende Veranstaltung musste leider abgesagt werden:
- Dienstag, 14. Juni, 19.00
Support Structures: Sorting Things Out
Theoriesalon
Zeitgenössische Diskurse über räumliche Praktiken betonen vermehrt das Produktive, den Prozess und die Idee des Offenen. Das Projekt “Support Structures” untersucht, wie neue Handlungsräume in diesen Systemen, die unsere Umwelt konditionieren, entstehen können. Anhand dieses Projektes reflektiert Céline Condorelli kritisch die prozessualen Mittel der Architekturproduktion, nämlich die des Gerüstes, der
strukturellen Unterstützung.
Céline Condorelli, Architektin, Künstlerin, London
Andreas Rumpfhuber, Expanded Design, Wien
In Kooperation mit Expanded Design
- Mittwoch, 15. Juni, 19.00
Nachbarschaften herstellen
feminismen diskutieren
Welche Bedeutung haben alltägliche Praktiken für die Herstellung von urbanen Räumen? Heide Studer forscht in einer marokkanischen Kleinstadt zu Raum und Geschlechterverhältnissen. Am Beispiel unterschiedlicher Praktiken von Mädchen und Frauen nähert sie sich der Herstellung von Raum als Anordnung von in Beziehung stehenden Menschen und gesellschaftlich produzierten Gütern. Bietet ein solches relationales Raumkonzept
neue Möglichkeiten zum Verständnis des Miteinanders
der Geschlechter, der Grenzziehungen von Nachbarschaften und den Umgang mit neu in die Stadt ziehenden Menschen?
Heide Studer, Landschaftsplanerin, büro tilia, Kultur- und
Sozialanthropologin
Doris Damyanovic, Institut für Landschaftsplanung, Universität für Bodenkultur, Wien
Gabriele Habinger, Freie Wissenschafterin, Uni Wien
Moderation: Sabine Prokop, VfW
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
- Donnerstag, 16. Juni, 20.00
Looking back at Genova
kinokis mikrokino #183
Die Proteste gegen den G8-Gipfel in Genua 2001 markierten einen Bruch in der Entwicklung der globalisierungskritischen Bewegung. Die tödlichen Schüsse eines Carabinieri auf Carlo Giuliani und das brutale Vorgehen der Polizei lösten einen Schock aus. Zehn Jahre danach wurden endlich die Verfahren gegen AktivistInnen der VolxTheaterKarawane von der italienischen Justiz eingestellt. Lisbeth Kovacics Kurzfilm genua, november 2006 kehrt an den Ort zurück und verbindet persönliche Erinnerungen mit politischer Reflexion. Get Rid of Yourself ist ein Videoessay, der die Ereignisse von Genua aus der Perspektive der Post - 9/11- Welt betrachtet.
genua, november 2006 (2011). R: Lisbeth Kovacic, 12 min
Get Rid of Yourself (2003). R: Bernadette Corporation, 61 min, eOV
Anschließend Gespräch mit Lisbeth Kovacic
- Freitag, 17. Juni, 19.00
Echte Demokratie jetzt!
Diskussion
Am Sonntag, den 15. Mai, demonstrierten circa 130.000 Menschen in ganz Spanien unter diesem Motto. In Madrid blieben etwa fünfzig der Indignados / Empörten über Nacht auf der Puerta del Sol. Im Laufe des nächsten Tages kamen mehr Menschen auf den Platz und eröffneten unter dem Motto Toma la plaza! / Nehmt Euch den Platz! ein Zeltdorf, wo von Beginn an alle gemeinsamen Forderungen mittels demokratischer Versammlungen (asambleas) formuliert wurden. Dem folgend entstand rasch in jeder spanischen Stadt ein ständig besetzter Platz - ein basisdemokratisches Zeltdorf.
Wir sind Menschen, die frei und freiwillig zusammen gekommen sind. Jeder von uns hat beschlossen, nach den Demonstrationen vom 15. Mai hier zu bleiben um unserer Forderung nach politischem Anstand und sozialer Gerechtigkeit Nachdruck zu verleihen. Wir repräsentieren keine politische Partei oder Verbindung. Uns verbindet der Ruf der Veränderung. Wir sind hier aus Solidarität mit denen und für die, die heute nicht hier sein können.
Rocío Pozo, Teilnehmerin der Bewegung 15M in Sevilla, Andalusien
Daniel Álvarez, Teilnehmer des 15M vorausgehenden virtuellen Forums
Es werden Fotos und Videos gezeigt.
- Dienstag, 21. Juni, 19.00
Hegemonie und Heteronormativität
Vortrag
Kaum eine politische Analyse, die nicht vom Begriff „hegemonial“ Gebrauch macht. Auch in der Queer Theory ist er beliebt. Doch was kann eine hegemonietheoretische Perspektive der Queer Theory bieten, um zeitgenössische Geschlechter- und Sexualitätsverhältnisse zu verstehen? Und wie verändert sich die Hegemonietheorie, wenn sie der Heteronormativitätskritik begegnet? Mit Bezug auf das neue Buch Hegemony and Heteronormativity bringt der Vortrag zwei entscheidende Analysekategorien der Queer Theory in einen lebendigen Austausch. Die These ist, dass sie gerade in ihrem Zusammenspiel Möglichkeiten eröffnen, komplexe, in sich widersprüchliche und intersektionale Formen spätmoderner Herrschaft zu verstehen.
María do Mar Castro Varela/Nikita Dhawan/Antke Engel: Hegemony and Heteronormativity. Revisiting 'The Political' in Queer Politics. London/Surrey: Ashgate Publishers 2011
Antke Engel, Institut für Queer Theorie, Berlin


