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Montag, 12. Jänner, 19.00
Frauen in der
Wirtschaftskrise
Podiumsdiskussion
Die
hereingebrochene Wirtschaftskrise
trifft alle, doch manche eben besonders.Mehrheitlich in Teilzeit- und
prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, bekommen
Frauen die Auswirkungen mehr zu spüren als Männer. Jetzt
schon leben 200.000 Frauen in Österreich in akuter Armut,
beinahe dreimal so viele sind armutsgefährdet. Angesichts der
jahrzehntelangen politischen Versäumnisse und der aktuellen
wirtschaftlichen Lage stellt sich die Frage, wer in diesem Land
überhaupt einen Umschwung herbeiführen kann oder will?
Marion
Breiter, Netzwerk
Österreichische Frauen- und Mädchenberatungsstellen
Renate Csörgits,
Bundesfrauenvorsitzende ÖGB Österreichischer
Gewerkschaftsbund
Erna Dittelbach, feminist-attac
Adelheid Fürntrath-Moretti,
Bundesvorsitzende Frauen in der Wirtschaft WKO Wirtschaftskammer
Österreich
Ulrike Mühlberger, Ökonomin,
WIFO Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Moderation: Katharina Ebner, Depot
Mittwoch, 14. Jänner, 19.00
Orte – Bilder – Erinnerungen
Vortrag und Diskussion
Das
Festhalten an der Opferthese
verhinderte die längste Zeit eine fundierte Aufarbeitung der
Täterschaft Österreichs im Nationalsozialismus und somit
auch den Eingang der mehr als 65.000 österreichischen Opfer der
Shoah in das heimische Geschichtsbewusstsein. Ein Forschungsprojekt
schildert nun das Jahr des „Anschlusses“ ausschließlich aus
der Perspektive der im NS-Regime in Österreich enteigneten,
misshandelten, verfolgten und vertriebenen Juden und Jüdinnen.
Dieter
J. Hecht, Historiker,
Österreichische Akademie der Wissenschaften
In
Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag, 15. Jänner, 19.00
Mythos Kultur
Buchpräsentation und Diskussion
Als
Einzelbegriff verwendet oder
eingeflochten in Komposita wie Multikulturalismus oder
Kulturpessimismus und präsent hinter Begriffen wie Identität
oder Pluralismus, „Kultur“ ist zu einem Schlüsselbegriff der
gesellschaftlichen Diskurse avanciert. Von konservativen Hütern
tradierter Identitäten und „kultureller Werte“ bis hin zu
buchstäblich liberal-demokratischen Linken, die in der
Hochachtung jedweder „autochthonen“ kulturellreligiösen
Praxis die Quintessenz der demokratischen Toleranz sehen: Sie alle
singen ein Loblied auf die Kultur. Woher kommt eine solche Hoch- oder
gar Überschätzung von Kultur, welche Funktion erfüllt
sie in der heutigen Welt?
Dunja
Larise, Kulturwissenschafterin
und Philosophin
Dunja
Larise: Mythos Kultur. Wien:
Praesens Verlag 2008
Montag,
19. Jänner, 19.00
Kalkulierte
Originalität?
Vortrag
Nicht
jeder Einfall gilt dem Urheberrecht als schützenswert; damit
dieses zur Geltung kommt, wird vielmehr ein Mindestmaß an
Originalität eingefordert. Diesem juristischen Anspruch liegt
die Vorstellung von KünstlerInnen als Genies zugrunde, deren
Arbeiten wegen ihres unverwechselbaren Stils vor dem Zugriff von
NachahmerInnen geschützt werden sollen. Dazu dient
das Instrument „geistiges Eigentum“, welches aber aufgrund des
Eigentumscharakters dazu tendiert, Ware zu werden. Doch Waren werden
für die Erwartungen eines Marktes produziert, sind
Kalkulationsobjekte und als solche wenig originell.
Odin
Kröger, Philosoph
In
Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Mittwoch,
21. Jänner, 19.00
Wer
braucht Qualitätsmedien?
Podium
In
Zeiten wechselnder WählerInnenschaften, immer
ausdifferenzierterer sozialer Milieus und nachlassender
LeserInnen-Blatt-Bindung wird der Ruf nach Verlässlichkeit der
Informationen, die in den Medien verbreitet werden, immer lauter.
Leitmedien sind – theoretisch
– gefragter denn je. Aber sind Leitmedien in Österreich
automatisch mit Qualitätsmedien gleichzusetzen? Und was bedeutet
der Qualitätsbegriff im Journalismus überhaupt?
Hannes
Haas, Vorstand Institut für Publizistik- und
Kommunikationswissenschaft,Universität
Wien
Sybille
Hamann, Chefredakteurin Zeitschrift LIGA
Klaus
Stimeder, Chefredakteur DATUM – Seiten der Zeit
Oliver
Voigt, Verlagsgruppe NEWS
Moderation:
Eva Weissenberger, Redakteurin Kleine Zeitung
Eine
Veranstaltung aus Anlass der 50. Ausgabe des Magazins DATUM
Montag, 26. Jänner, 19.00
HERE TO STAY!
kinokis mikrokino # 158
Als
Welthauptstadt des Hauswandrassismus versinkt Wien in
rassistischen Beschmierungen. „Schwere Unruhen und Blutvergießen“
gäbe es in den USA, würden dort solche Parolen zu
lesen sein, meinte die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison
bei einem Wienbesuch. Wien ist anders. Während die Frage
der Hundekotbeseitigung unter größter öffentlicher Anteilnahme
erörtert wird, fühlt sich für die „N**** raus“ ,„Tötet N****“-Parolen
niemand zuständig. HERE TO STAY! findet sich auf der
Suche nach den HetzerInnen plötzlich im Österreichischen
Parlament wieder. Der Film bricht mit gängigen Klischees und
zeigt bemerkenswerte Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die
Österreich als ihre neue Heimat sehen. Sie sind HERE TO STAY!
Anschließendes
Gespräch mit Markus Wailand, Filmemacher und weiteren an dem Filmprojekt Beteiligten.
HERE
TO STAY! (A 2008), Buch, Regie, Produktion: Markus Wailand /pooldoks
Filmproduktion, mit Beatrice Achaleke, Patrick Bongola,
Simon Inou, Abdallah Salisu u.v.m., 65 min
Mittwoch, 28. Jänner, 19.00
Sondermodell Österreich?
Buchpräsentation und Diskussion
Im
Unterschied zu anderen Ländern hat Österreich eine offizielle
Verhandlungspartnerin, wenn es um religiöse Belange aller in diesem
Land lebenden MuslimInnen geht. Die staatlich
anerkannte IGGiÖ, die Islamische Glaubensgemeinschaft in
Österreich, vertritt alle MuslimInnen ungeachtet ihrer Herkunft,
Staatsbürgerschaft, Ethnizität. Welche positiven und negativen
Aspekte ergeben sich aus diesem „Sondermodell Österreich“?
Omar
Al-Rawi, IGGiÖ, Gemeinderat Wien, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Christian Rathner, Journalist, ORF Religionsredaktion
Maja Sticker, Autorin, Sozial- und Kulturanthropologin
Moderation: Christa Markom, Sozial- und Kulturanthropologin, in{}fem
Maja
Sticker: Sondermodell Österreich? Die Islamische Glaubensgemeinschaft
in Österreich (IGGiÖ). Klagenfurt / Celovec: Drava 2008
In
Kooperation mit: in{}fem – Forschungswerkstatt für feministische
Interdisziplinarität und der Grünen Bildungswerkstatt
Donnerstag, 29.Jänner, 19.00
"Mündig oder müde - brauchen BürgerInnen Wissenschaftskommunikation?"
Podiumsdiksussion
Mündige BürgerInnen sind ein erklärtes Ziel der
Wissenschaftskommunikation. Doch wie soll Mündigkeit in Bezug auf
Wissenschaft
konkret aussehen? Was stellen sich Politik und Wissenschaft darunter
vor, was der Wissenschaftsjournalismus? Was trägt die derzeitige
Wissenschaftskommunikation dazu bei? Werden die BürgerInnen erreicht
oder übersättigt? Und brauchen BügerInnen Wissenschafts-PR und
Wissenschaftsjournalismus überhaupt, um mündig zu werden?
Ludovit Garzik, Geschäftsführer, Rat für Forschung und Technologieentwicklung
Josef Glößl, Gentechnik-Experte, Department für
Angewandte Genetik und Zellbiologie, Universität für
Bodenkultur Wien
Karen Kastenhofer, Wissenschaftsforscherin, Institut für
Technikfolgen-Abschätzung, Österreichische Akademie der
Wissenschaften
Klaus Taschwer, Wissenschaftsjournalist, Der Standard und heureka!
Moderation: Astrid Kuffner, freie Journalistin
Im Anschluss gibt es ein Buffet.
Dienstag, 10. Februar, 19.00
Stauffenberg im Film 1948 – 2008
Buchpräsentation und Gespräch
Von G. W. Pabsts Erleuchtungsthriller 1955 über den Sensualismus heutigen Geschichtsfernsehens bis zum Blockbuster
Valkyrie: Kino- und TV-Bilder arbeiten das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 in immer neuen Sinnkontexten um. Dabei wird
sichtbar, was jeweils als „Ereignis“ und
„Subjekt“ zählen soll. Inszeniert wird ein
Verständnis, eine Zeit- und Affektlogik, von
Nationalsozialismus,
Geschichte und Politik. Stauffenberg, der Attentäter mit Augenklappe
und Handprothese, erscheint jeweils als Modernisierungsverächter oder
Modelleuropäer, Republikaner oder Rebell, biopolitischer Normtypus oder
Kreativarbeiter.
Drehli Robnik, Filmwissenschafter, Ludwig Boltzmann-Institut für
Geschichte und Gesellschaft im Gespräch mit Karin Harrasser,
Kulturwissenschafterin, KHM Köln
Drehli
Robnik: Geschichtsästhetik und Affektpolitik. Stauffenberg und der 20.
Juli im Film 1948 – 2008, Wien: Verlag Turia + Kant 2009
Mittwoch, 11. Februar, 19.00
Zur österreichischen Museumslandschaft
Das Museum für angewandte Kunst
Das
MAK – Museum für angewandte Kunst hat sich zu einer international
anerkannten Einrichtung für zeitgenössische Kunst entwickelt. Die
ursprünglichen Aufgaben des MAK liegen jedoch in einem anderen Bereich:
Kunsthandwerk, Design, Architektur. Wie lässt sich aus dem Spagat
zwischen diesen beiden Bereichen eine Identität entwickeln? Was sind
die Zukunftsszenarien des Museums in der umworbenen
Gegenwartskunst-Szene? Und wie steht es um die angekündigte Kooperation
zwischen MAK und der Universität für angewandte Kunst?
Peter Noever, Direktor MAK Museum für angewandte Kunst
Thomas Trenkler, Der Standard
Montag, 16. Februar, 19.00
Tribute to the Suffragettes
kinokis mikrokino # 159
Mit
den Suffragetten begann vor über hundert Jahren, vor allem in den USA
und Großbritannien der radikale Kampf für das Stimmrecht der Frauen.
Ihre Massenproteste, öffentlichen Kampagnen, Parteigründungen und Akte
zivilen Ungehorsams trafen auf wütende staatliche Repression. The
Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst erzählt die Geschichte
der Suffragetten anhand der Biografie einer ihrer schillerndsten
Protagonistinnen. I would be delighted to talk Suffrage fungiert
gleichzeitig als Stadtführung, Oral History-Dokument und collagierter
Kostümfilm. What 80 Million Women Want ist ein Dokument der
Suffragetten-Bewegung, in dem Emmeline Pankhurst und Harriot Stanton
Blatch als Schauspielerinnen zu sehen sind.
Anschließendes Gespräch mit Fiona Rukschcio, Künstlerin und
Filmemacherin und Hilde Schmölzer, Kunsthistorikerin und Autorin
The Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst (GB 1994), Castle Home Video, 55 min, engl. OV, DVD
I
would be delighted to talk Suffrage (GB 2003 / 5), Regie: Fiona
Rukschcio, Protagonistin: Althea Greenan, Musik: Nick Cash, 30 min,
engl. OV, DVD
What 80 Million Women Want (USA 1913), Regie: Willard Louis, 56 min, stumm, engl. Zwischentitel, DVD
Dienstag, 17. Februar, 19.00
Meinungsfreiheit
ZARA : TALK
Nicht selten wird das Grundrecht auf Meinungsfreiheit angeführt, um diskriminierenden und rassistischen Aussagen einen
rechtlichen
Rahmen zu verschaffen. Damit wird die Verletzung eines Grundrechtes
durch den Verweis auf ein anderes zu legitimieren versucht. Aber ist
Rassismus wirklich eine Meinung? Gilt das Recht auf Meinungsfreiheit
auch für rassistische Äußerungen? Auf welche rechtliche Grundlage
können sich Opfer rassistischer Diskriminierung im Alltag, durch
Medien, Politik zu ihrem Schutz, ihrer Verteidigung berufen?
Alfred Noll, Jurist
Alexander Steffek, ZARA, INACH – Network against Cyber Hate
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at
Mittwoch 18. Februar, 19.00
Wann begann temporär?
Diskussion und Buchpräsentation
Die
Verbindung von Stadterneuerung und künstlerischen Interventionen im
Stadtraum steht hoch im Kurs. Wann begann temporär? untersucht
verschiedene Vorläufer dieses Trends, von Aktionen der
Architekturkollektive Coop Himmelb(l)au, Haus-Rucker-Co, Zünd-Up oder
Missing Link bis zu Protestbewegungen wie Spittelberg und Arena. Fragen
nach Flüchtigkeit und Nachhaltigkeit, Medialisierungsstrategien und
Verwertungslogiken waren schon aktuell als temporär begann. Wie werden
sie im Kontext heutiger Praktiken diskutiert?
Andrea Breitfuss, Stadtplanerin und Sozialwissenschafterin
Christiane Feuerstein, Architektin
Angelika Fitz, Kulturtheoretikerin und Kuratorin
Sabine Oppolzer, Journalistin, Mitglied KÖR Kunst im öffentlichen Raum
Wien-Beirat
Dietmar Steiner, Direktor Az W Architekturzentrum Wien
Moderation: Elke Krasny, Kulturwissenschafterin
Christiane Feuerstein und Angelika Fitz: Wann begann temporär? Von
frühen Stadtinterventionen zur Institutionalisierung performativer
Strategien. Wien: Springer 2009
Donnerstag, 19. Februar, 19.00
Diagonale – ein Arbeitsfestival
Gespräch
Die
Diagonale – das Festival des österreichischen Films – hat eine bewegte
Geschichte und seit einigen Monaten auch eine neue Intendantin.
Filmpublizistin und Kuratorin Barbara Pichler möchte das jährlich in
Graz stattfindende Treffen von Filminteressierten verstärkt als
„Arbeitsfestival“ prägen und dabei seine film- und kulturpolitische
Bedeutung wieder stärken. Kontinuitäten, Impulse und Akzentsetzungen
sollen das Gespräch rund um das Filmgeschehen schärfen.
Stefan Grissemann, Filmjournalist
Barbara Pichler, Intendantin Diagonale 2009
ABGSAGT:
Dienstag, 24. Februar, 19.00
Lissabon – Wien: Kunstkritik und Szene
Podiumsdiskussion
Lissabon
und Wien sind 2299 Kilometer voneinander entfernt und haben völlig
unterschiedliche Kunstszenen. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, wenn es um
Kunstkritik und Rezeption geht. Nach den diskursorientierten 90er
Jahren wurde die reichhaltige Feuilleton-Szene in Portugal stark
dezimiert. Handelt es sich bei diesem Verschwinden auch um ein
österreichisches bzw. um ein gesamteuropäisches Phänomen? Es ist zu
diskutieren, welche Bedürfnisse die heutigen Kunstszenen haben und
unter welchen Bedingungen diese in Österreich und Portugal stehen.
Miguel Branco, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Bernhard Cella, Künstler, Salon für Kunstbuch, Wien
Marcelo Costa, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Christoph Nebel, Künstler, Kunstschule Wien
Moderation: Werner Rodlauer, artmagazine.cc
Podiumsdiskussion in englischer Sprache
Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.
Mittwoch, 25. Februar, 19.00
EIN AUGENBLICK FREIHEIT
Let’s talk about … SCRIPTS!
Der Film erzählt von der Odyssee drei iranisch / kurdischer
Flüchtlingsgruppen: einem Ehepaar, zwei jungen Männern mit
zwei
Kindern und einem ungleichen, befreundeten Männerpaar. Sie alle
flüchten aus dem Iran und dem Irak und landen in der türkischen
Hauptstadt, wo sie, die Freiheit vor Augen, in einem wenig
vertrauenswürdigen Hotel auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge
warten. Der österreichisch-iranische Filmemacher Arash T. Riahi setzt
die Flucht und das eigentümliche Zwischenstadium der Asylwerbenden mit
tragischer Komik und enormer Spannung in Szene.
Arash T. Riahi, Drehbuchautor und Regisseur im Gespräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum
EIN AUGENBLICK FREIHEIT (A 2008), Wega Film, Regie und Buch: Arash T. Riahi, österreichischer Kinostart 09. 01. 2009
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien
Freitag, 27. Februar, 19.00
Lyrik schreiben – Lyrik managen
Podiumsgespräch
Zwischen
Mundart, Schrift und Lautpoesie liegen die Spannungsfelder in der
Entwicklung von Lyrik. Wie steht es um die Lyrik im deutschsprachigen
und europäischen Raum, wer kann noch von ihr leben? Zeitgenössische
LyrikerInnen widmen sich neben ihrer eigentlichen literarischen Arbeit
auch dem „Managen“ von Lyrik. Zur Diskussion steht der Austausch
zwischen KünstlerInnen, Kunstszenen und Ländern sowie Anregung und
Ausweitung zur Zusammenarbeit.
Christian Ide Hintze, Dichter, Schulen für Dichtung in Wien und Medellín
Augusta Laar, Künstlerin und Lyrikerin
Anton G. Leitner, Dichter, Verleger der Lyrikzeitschrift Das Gedicht
Dominik Riedo, Dichter, „Kulturminister“ der Schweiz
Eine Veranstaltung der schule für dichtung
Montag, 2. März, 19.00
ZUOZ – Schule der Elite
kinokis mikrokino #160
ZUOZ-Schule der Elite erhielt den 3sat- Dokumentarfilmpreis
für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm 2007:
„Die Ausübung von Macht will gelernt sein, und wie kann sie
effizienter gelernt werden als in einem System der ständigen
Kontrolle. Eine abgeschlossene Internatswelt für den Nachwuchs
der globalen Wirtschaftselite: Der Mikrokosmos wird in
eindringlichen Szenen und Bildern analysiert, die eine Bandbreite
an Widerstandsgesten und Anpassungsmechanismen
aufscheinen lassen. Die nachhaltige Wirkung des Films besteht
nicht zuletzt darin, dass das moderne Internat als Modell für
die Unternehmensführung sichtbar wird“.
Anschließend Gespräch mit Daniella Marxer, Regisseurin
ZUOZ – Schule der Elite (A / F 2007), Regie: Daniella Marxer, 71 Min., OF m. dt. UT
Dienstag, 3.März, 19.00
Bündnis gegen rechts
Vernetzungstreffen
Das
Vernetzungstreffen wird folgende Fragen behandeln: Welche
Arbeitstrukturen braucht das Bündnis? Welche Arbeitsteilung ist
sinnvoll? Welche konkreten Projekt/Aktions-Ideen gibt es? Welche
Projekt, welche Aktion sollen gemeinsam umgesetzt werden?
Moderation: Hikmet Kayahan
Eine Veranstaltung von Bündnis gegen rechts
Mittwoch, 4. März, 19.00
Roma-Reportagen aus Osteuropa
Buchpräsentation
Kaum eine andere „Minderheit“ in ähnlicher Größenordnung
sieht sich aus dem gesellschaftlichen Leben Osteuropas derart
ausgeschlossen wie die Roma. Ob in der Slowakei, in Ungarn,
Rumänien oder Bulgarien – hunderttausende Familien leben an
der Peripherie, in Slums am Rande der Städte und Dörfer.
Entsprechend niedrig ist die Lebenserwartung für diese Menschen. Trotz zahlreicher Versuche vieler NGOs sind politische
Lösungen zur Verbesserung der Situation für Roma nicht einmal
ansatzweise erkennbar. Und die EU begegnet diesem
Problem weiterhin mit Ratlosigkeit.
Helmut Schüller, Priester, Volksgruppenbeirat der Roma beim
Bundeskanzleramt
Andreas Tröscher, Autor und Journalist
Andreas Tröscher, Zigeunerleben. Roma-Reportagen aus Osteuropa, Turia + Kant: Wien 2009
Montag, 9. März, 19.00
Patenschaft für „Altfälle“?
Podium zum Bleiberecht
Bis Ende März hat der Verfassungsgerichtshof die Frist gesetzt,
um das Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht in Richtung
humanitäre Regelung des Bleiberechts zu reparieren. Bis dahin
sollte jedenfalls geklärt sein, ob der Bund oder die Länder –
mit oder ohne Beiräte – die sogenannten
„Altfälle“, also AsylwerberInnen, die seit mindestens
fünf Jahren ohne positiven
Aufenthaltsbescheid in Österreich leben, zur „Patenschaft
freigeben“ oder ob vielleicht doch Recht vor Gnade walten wird.
Josef Kalina, Bundesrat, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Moderation: Irene Brickner, Der Standard
Wolfgang Großruck, Nationalratsabgeordneter, ÖVP ( - abgesagt)
Dienstag, 10. März, 19.00
MÄRZ
Let’s talk about … SCRIPTS!
Mit der letzten Nacht dreier junger Männer beginnt MÄRZ.
Der gemeinsame Selbstmord der Freunde – ohne ersichtliches
Motiv, ohne Abschiedsbrief – erschüttert eine kleine Tiroler
Gemeinde. Was die Verstorbenen zu ihrem Schritt bewog,
lässt sich nicht sagen. Der Film sucht die Nähe zu ihren
Angehörigen, die sich in einem Alltag wiederfinden, der sich nach
außen hin nicht verändert hat.
Klaus Händl, Regisseur, im Gespräch mit Robert Buchschwenter,
Drehbuchform
MÄRZ (A 2008), Buch und Regie: Klaus Händl, Produktion: COOP99 und Händl Klaus Filmproduktion, Wien.
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien
Mittwoch, 11. März, 19.00
Annäherungen an das Unfassbare
Vortrag und Diskussion
Jährlich besuchen hunderte Schulklassen die Gedenkstätte
Mauthausen. Über die Sinnhaftigkeit dieser Unternehmungen
gibt es geteilte Meinungen. Denn Gedenkstätten garantieren
nicht die Einsicht in die Abläufe und Mechanismen der Shoah.
Für eine angemessene und sinnvolle Auseinandersetzung mit
der Thematik bedarf es einer abgestimmten Vermittlung, die in
Mauthausen bislang fehlten. Yariv Lapid, seit 2007 Leiter der
pädagogischen
Abteilung, arbeitet am Aufbau einer pädagogischen Infrastruktur und an
der Ausarbeitung umfassender Vermittlungskonzepte.
Yariv Lapid, Historiker, Gedenkstätte Mauthausen
In Kooperation mit Gedenkdienst
Mittwoch, 18. März, 19.00
Das Kunsthistorische Museum
Zur Österreichischen Museumslandschaft
Das Kunsthistorische Museum hat in seiner jüngsten Vergangenheit
durch eine umstrittene und viel diskutierte Museumspolitik
sowie durch Skandale Schlagzeilen gemacht. Unter der
neuen Führung von Sabine Haag soll nun an die ehemalige
Reputation des Hauses angeknüpft und die international
anerkannte Sammlung in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit
gerückt werden. Wie sehen die Pläne für die
Zukunft aus, mit welchen Konzepten wird die neue Direktorin,
als erste Frau mit der Leitung der einstigen Habsburgischen
Sammlung betraut, mediale Beachtung erlangen?
Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums
Thomas Trenkler, Der Standard
Donnerstag, 19. März, 19.00
Das Boot ist leer – der Topf ist voll
Künstlergespräch
Die Wirtschaftskrise beherrscht die Diskussionen – auch in
der Kunstwelt. KünstlerInnen setzen sich immer wieder mit
unterschiedlichen Krisen und der ihnen jeweils zugrunde
liegenden Logik aus einander. Der Künstler John Bock zum
Beispiel, versucht in perfomativen Erläuterungen den schwer
be greiflichen Zusammenhang von Ökonomie und Befindlichkeit
krisengeschüttelter Subjekte zu erklären. Die Künstlerguppe
gelitin, sie sollte am 9. 11. 2001 eine Ausstellung in New York
eröffnen, entschloss sich, stattdessen eine Diskussionsreihe zu
den Ereignissen dieses Tages einzurichten.
Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reither, Tobias Urban, gelitin
John Bock, Künstler
Eine Veranstaltung von „die Galerien“
Dienstag, 24. März, 19.00
Editor’s choice
Podiumsdiskussion
Vielfältig ist die zeitgenössische Kunst, vielfältig ist auch die
Medienlandschaft rund um diese. Gemeinsam ist fast allen
Kunstzeitschriften, dass sie international agieren müssen. Zu
unterscheiden sind sie an ihrem jeweiligen Zugang zur Kunstszene
sowie an der Prägung durch HerausgeberInnen und
Entstehungskontext. Drei Herausgeberinnen von Magazinen rund
um zeitgenössische Kunst sprechen über die Positionierung
ihrer Produkte, die lokalen Unterschiede und die Ansprüche,
denen ihre Arbeit genügen muss. Und nicht zuletzt soll zur
Sprache kommen, welchen Stellenwert die Kunstkritik in den
unterschiedlichen Formaten einnimmt.
Rosanna Gangemi, Drome Magazine, Rom
Ivan Mecl, Umelec, Prag-Berlin-London
Hedwig Saxenhuber, Springerin, Wien
Moderation: Fiona Liewehr, Kuratorin, Galerie Kargl
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.
Mittwoch, 25. März, 19.00
BackTalk - Strategien gegen Rechts
Gespräch
Eine
neue Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“,
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen
wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in
Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur
ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert
Misik, Publizist
http://dasbuendnis.twoday.net
Donnerstag, 26. März, 19.00
Nationalsozialismus und Geschlecht
Buchpräsentation
Erstmals
untersucht ein breit angelegter Sammelband disziplinenübergreifend die
Bedeutung der Kategorie „Geschlecht“ im „Dritten Reich“. Die Beiträge
bleiben nicht bei den kontrovers diskutierten Fragen nach den Rollen
und Handlungsspielräumen von Frauen im Nationalsozialismus stehen,
sondern beschreiben Verknüpfungen von Geschlechterarrangements und
Geschlechterbildern mit Machtstrukturen. Dabei werden vielfältige
Verbindungen von Sexualität, „Rasse“, medialen Inszenierungen, Kunst
und Politik genauso offen gelegt, wie der Einsatz von
Geschlechterbildern im Gedenken an den Nationalsozialismus.
Elke Frietsch, Kunsthistorikerin, Universität Wien
Johanna Gehmacher, Historikerin, Universität Wien
Christina Herkommer, Soziologin, Freie Universität Berlin
Elke Frietsch, Christina Herkommer (Hg.), Nationalsozialismus und
Geschlecht.
Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, „Rasse“ und Sexualität
im „Dritten Reich“ und nach 1945, Bielefeld: transcript 2009
Mittwoch, 1. April, 19.00
The Porn Identity
Ausstellungsbesprechung
Mit der Ausstellung The Porn Identity klinkt sich die Kunsthalle
Wien in die seit einigen Jahren laufenden Pornografie-Diskurse
ein und zeigt künstlerische Untersuchen zum Thema: „Der
Transfer der schamlosen Bilder in den kunstinstitutionellen
Raum durchbricht nicht nur den pornotypischen Zusammenhang
von marktorientierter Veröffentlichung und reprivatisiertem
Konsum, sondern durch die einhergehende Verkomplizierung
der pornografischen Identität auch die Frage nach Ähnlichkeiten
und Unterschieden zwischen Kunst und der visuellen
Kultur der Stimulation.“ Stimulierend?
Diedrich Diederichsen, Kulturwissenschafter
Marty Huber, queere Aktivistin und Performancetheoretikerin
Die Ausstellung The Porn Identity. Expeditionen in die Dunkelzone ist vom 13. Februar – 1. Juni 2009 in der Kunsthalle Wien zu sehen.
Donnerstag, 2. April, 19.00
Kunst – Partizipation – Bildung
Vortrag
Partizipatorische und intervenierende Praxen der Kunst schaffen
und
erforschen Handlungsräume, vermitteln zwischen Alltagserfahrung und
Kunst, produzieren Anschlüsse an Lebenswelten und Kulturen – und
generieren vielfältige Lern- und Bildungsprozesse. Anhand ausgewählter
Projekte werden Erkenntnisse und Erfahrungen im Feld von Kunst und
Pädagogik thematisiert, wird nach den Modellen und Utopien „produktiver
Schnittstellen zwischen Kunst und Leben“ gefragt, die im Rahmen dieser
künstlerischen Praxen entworfen werden.
Christine Heil, Kunstpädagogin, Universität Flensburg
Respondenz: Eva Egermann, Künstlerin, Akademie der bildenden
Künste Wien
In Kooperation mit dem IWK, Reihe „Jour fixe Bildungstheorie“
Dienstag, 21. April, 19.00
Aufstand in Sobibor
kinokis mikrokino #161
Escape from Sobibor schildert den erfolgreichen Aufstand
jüdischer Häftlinge des Vernichtungslagers Sobibor, das von
der SS unter Geheimhaltung als eine der zentralen Todesfabriken
betrieben wurde. Nachdem 1943 eine Gruppe jüdischer
Sowjet-Soldaten eingeliefert wurde, entstand der Plan einer
gemeinsamen Flucht aller Häftlinge. Der Film hält sich streng
an die gleichnamige Romanvorlage Richard Rashkes und
zeichnet ein dichtes Bild vom „Funktionieren“ der NS-Todeslager
und der verzweifelten Situation jener Frauen und Männer,
die am 14. August 1943 einen kollektiven Aufstand wagten.
Einführung und Gespräch mit Frank Stern, Institut für Zeitgeschichte,
Universität Wien
Escape from Sobibor (GB / USA 1987), Regie: Jack Gold, Buch: Richard Rashke, 143 Min., engl. OF
Montag, 27. April, 19.00
Psychiatrie und Recht
Podiumsdiskussion
Die Betreuung und Behandlung von Menschen mit psychischen
Erkrankungen ist ein hochsensibler Bereich. Immer wieder
treffen Interessen der Angehörigen, der Betroffenen und ihrer
gesetzlichen VertreterInnen und die Erfahrungen der ÄrztInnen
und des Pflegepersonals aufeinander. Eine besondere Rolle
spielen dabei die Rechte der PatientInnen, ihre Bedürfnisse
und Wünsche. Wie können Bedingungen sichergestellt werden,
die es den PatientInnen ermöglichen, informiert und aufgeklärt
ihren Aufenthalt in der Psychiatrie und ihre Behandlung mitzubestimmen.
Konrad Brustbauer, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
Gerhard Ortwein-Swoboda, Psychiatrische Abteilung Justizanstalt
Göllersdorf
Alexandra Stockinger, promente – Gesellschaft für psychische und soziale Gesundheit
Moderation: Thomas Stompe, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie AKH Wien
Dienstag,
28. April, 19.00
BackTalk
- Strategien gegen Rechts
Gespräch
Eine
Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“,
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen
wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in
Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur
ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Doron Rabinovici,
Historiker und Autor
Montag,
4. Mai, 19.00
Ein
10. Todestag
Gespräch
Die
Gedenkveranstaltungen für Marcus Omofuma, er wurde vor 10 Jahren
während seiner Abschiebung aus Österreich zu Tode
geknebelt, sind die ersten in einer Reihe von zukünftigen
Gedenkjahren zum jeweils 10. Todestag von Richard Ibekwe, Cheibani
Wague, Edwin Ndupu, Yankuba Ceesay. Amnesty International berichtet
in „Österreich: Opfer oder Verdächtige – Eine Frage der
Hautfarbe“ über rassistische Diskriminierung im Polizei- und
Justizsystem. Die Innenministerin macht sich allerdings lieber
Gedanken über AsylwerberInnen, die den Behörden auf den
„Nasen herumtanzen“.
Michael
Genner, Asyl in Not
Grace
Latigo, Aktivistin und Künstlerin
Rainer
Klien, SOS Mitmensch Burgendland
Achu Paul, Andrea Zauner,
Moderation:
Di-Tutu Bukasa, Chefredakteur Die Bunte Zeitung
In
Kooperation mit Asyl in Not und dem wik – Wiener
Integrationskonferenz-Vernetzungsbüro
Mittwoch,
6. Mai, 19.00
Demokratische
Medienlandschaft?
Vortrag
und Podium
Wie
demokratisch ist die österreichische Medienlandschaft? Antworten
auf diese Fragen ergeben sich aus der Überprüfung mehrerer
Aspekte wie die der Interessen von MedieneigentümerInnen und
großer InserentInnen sowie durch die Beobachtung der
LeserInnenresonanz. Zu klären ist, welche Auswirkungen diese
Faktoren auf die Ethik des Journalismus, auf die jeweilige Blattlinie
und auf die Haltung der Leitmedien zu bestimmten Grundfragen haben.
Vortrag:
Thomas Ballhausen, Literatur- und Filmwissenschafter
Anschließend
Diskussion:
Eric
Frey, Der Standard
Christian
Rainer, Profil
Anneliese
Rohrer, Kurier
Armin
Thurnher, Falter
Eine
Veranstaltung der neuBasis Wien
Donnerstag,
7. Mai, 19.00
Tonga
in Transit. Zimbabwe in Transition
Podium
Zimbabwe
sucht derzeit mit einer Regierung der Nationalen Einheit einen Weg
aus der tiefen politischen Krise. Zivilgesellschaft und KünstlerInnen
übernehmen in diesem Prozess des Übergangs eine wichtige
Rolle, um einen bloßen „Elitentausch“ zu verhindern. Tonga
MusikerInnen aus Zimbabwe und Zambia, zur Zeit zu Gast in Linz und
Wien werben für Aufmerksamkeit für ihr Herkunftsland. Die
MedienkünstlerInnen von MACHFELD haben über
Migrationswege und Überlebensstrategien der Tonga in Zimbabwe
und in Johannesburg recherchiert.
Keith
Goddard, Komponist und Menschenrechtsaktivist, Harare, Zimbabwe
Peter
Kuthan, ARGE Zimbabwe Freundschaft, Linz
Sabine
Maier und Michael Mastrototaro, MACHFELD, Medien künstlerInnen,
Wien
Jossam
Munkuli, Musikgruppe Simonga, Siachilaba, Zimbabwe
Chief
Sinazongwe, Musikgruppe Maliko, Sinazongwe, Zambia
Moderation:
Walter Sauer, Wirtschafts- und Sozialwissenschafter, SADOCC, Wien
In
Kooperation mit Aktionsradius Wien, ARGE Zimbabwe Freundschaft,
Kulturen in Bewegung / VIDC, MACHFELD, SADOCC Dokumentations- und
Kooperationszentrum Südliches Afrika, Windhundkultur
Veranstaltung in englischer Sprache
Die folgende Veranstaltung ist entfallen:
Mittwoch,
13. Mai, 19.00
Der
Holocaust und die israelische Gesellschaft
Vortrag
und Diskussion
Unmittelbar
nach dem Zweiten Weltkrieg bis weit hinein in die 1950er Jahre war
die Geschichte des NS-Massenmordes in Israel öffentlich kaum
Thema. Auch die Gründung der nationalen Gedenkstätte Yad
Vashem 1953 änderte daran zunächst wenig, fokussierte sie
anfangs doch vor allem den Aspekt des Widerstandes und weniger den
Genozid als solchen. Wandlungen und Brüche in der
Erinnerungsarbeit waren in den folgenden Jahrzehnten untrennbar
verknüpft mit aktuellen Ereignissen.
Doron
Rabinovici, Autor und Historiker
In
Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag,
14. Mai, 19.00
Der
kulturelle und der künstlerische Lehrauftrag
Vortrag
und Respondenz
Die
„kulturelle Ausdrucksfähigkeit“ gilt als Schlüsselkompetenz
im Bildungskanon der lebenslangen Lernstrategie. Ist dafür auch
die entsprechende Kultur des Lernens vorhanden oderbrauchen wir Zeit,
um diese erst zu entwickeln?
Vortrag:
Gerhard Hermanky, Künstlerische Volkshoch schule, Wien
Respondenz:
Gerhard Bisovsky, Volkshochschule Meidling, Wien
Kooperation
mit dem Ring Österreichischer Bildungswerke
Freitag, 15.Mai, 09.00 – 19.00
Ästhetiken des Imperfekten
Workshop Bildstörung
Bildstörung ist Intervention – nicht der technisch bedingte
Unfall, sondern vielmehr eine selbstreflexive Praxis, die
dem Bild einen Abstand zu sich selbst verleiht, ein Bewußtsein
seiner Form. Bildstörung als Intervention – das
ist Kritik am dramaturgischen Inzest und der Herstellung
des einen Sinns, Kritik an Illusionswirkung und Repräsentation.
„Trennung der Elemente“ (Brecht), „Ordnung des
Risses“ (Deleuze), – so lauten die Ideale einer minoritären
Ästhetik, die noch das Akzidentielle zu integrieren vermag
12:00 Begrüssung
12:15 Silke Felber:Distruggere l’immagine – das zerstörte Bild bei Carmelo Bene
Thomas Binder-Reisinger / Uschi Feldges: gehört gestört
– über das wechselseitige Eingreifen von Ton und Bild
14:00 Pause
14:30 Gabriele Jutz: Praktiken des Cinéma Brut
Lydia Nsiah: Bild-Störung. Irritation des filmischen Bilderflusses im Fotofilm
16:30 Pause
17:00 Agnes Ganseforth: Nachrichten vom kleinen Leben - Drei Filmpräsentationen
Moderation:Franziska Bruckner, Christian Schulte, Georg Vogt, Sara Vorwalder
Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft , Universität Wien
Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at
Samstag,
16. Mai, 15.00
Siehst
du, was die Leute wollen?
kinoki
mikrokino #162
In
den 1960ern und 1970ern entwickelte sich in Brasilien eine
überraschende und selbständige Variante des sogenannten 3.
Kinos. Die FilmarbeiterInnen des Cine Novo versuchten gemeinsam mit
dem Theater der Unterdrückten und den populären
Kulturzentren des Landes das Verhältnis zwischen Form und Inhalt
politischer Kunst im Zeitalter der Militärdiktatur neu zu
bestimmen. Besondere Aktualität gewinnt dieses Projekt nicht
zuletzt durch den Umstand, dass mit Gilberto Gil ein bedeutender
Aktivist des Cine Novo bis 2008 Kulturminister der Regierung Lula
war.
Vortrag
und Kommentar zu ausgewählten Filmausschnitten:
Rodrigo
Nunes, Philosoph, Politikwissenschafter, University of East, London
Vortrag
in englischer Sprache
Montag,
18. Mai, 19.00
ÖH-Wahlen
Podium
Zwischen
26. und 28. Mai sind die Studierenden wieder aufgerufen, ihre
Studien- und Universitätsvertretung zu wählen. Erstmals
auch über E-Voting, worüber sich die Begeisterung
allerdings in Grenzen hält. Auch sonst will kein Beifall über
die hochschulpolitischen Maßnahmen aufkommen. Die vorgesehenen
Zugangsbeschränkungen zum Masterstudium, die nur über
Ausnahmeregelungen vollzogene Abschaffung der Studiengebühren
und vieles mehr gaben Anlass zur Kritik. Was wollen die Fraktionen
verändern und wie viel Einfluss auf die Politik hat die ÖH
überhaupt?
Samir
Al-Mobayyed, AG Aktiongemeinschaft
Alegra-Isabel
Raising, JULIs, Junge Liberale
Sigi
Maurer, GRAS Grüne & Alternative StudentInnen
Sophie
Wollner, VSStÖ Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs
Julia
Wukovits, KSV Kommunistischer StudentInneverband
FLÖ,
Unabhängige Fachschaftslisten Österreich
Moderation:
Christoph Schwarz, Innenpolitik Die Presse
Dienstag,
19. Mai, 19.00
Back
Talk- Strategien gegen rechts
Gespräch
Eine
Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“,
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen
wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in
Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur
ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Heribert
Schiedel, Dokumentationsachiv des österreichsichen Widerstandes
Mittwoch,
20. Mai, 19.00
unvermittelt
– zwischen Kunst und Vermittlung
Vortrag
und Diskussion
/unvermittelt
nennt sich eine Arbeitsgemeinschaft der Neuen Gesellschaft für
Bildende Kunst Berlin. 2008 wurde eine gleichnamige Kampagne
gestartet, mit dem Ziel Werbestrategien für die Vermittlung
eines Arbeitsbegriffs jenseits von Überarbeitung und Mangel zu
entwickeln und anzuwenden. „Warum sollten wir als KünstlerInnen
nicht Strategien genau aus dem Feld ent lehnen, das wir als
verantwortlich für unsere Misere erachten?“ Nun soll die
Übertragbarkeit dieser Kampagne in den Wiener Kontext überlegt
werden.
Uli
Ertl, /unvermittelt
Rut
Waldeyer, /unvermittelt
In
Kooperation mit SOHO IN OTTAKRING 2009: arbeiten oder nicht arbeiten
/ to work or not to work (16.– 30. Mai)
Freitag, 22.Mai, 12.00 – 19.00
Ästhetiken der Differenz
Workshop Bildpolitik
Bildpolitik
kündigt die Vorstellung politischer Inhalte auf. Sie bringt Relationen
ins Spiel: zwischen Sinnen und Medien, zwischen Gegenwart und
Geschichte, zwischen Leinwand und ZuschauerInnen, zwischen Ästhetik und
Politik. Das Bild wird zu einer Form, die denkt, die sich mit Zeit
auflädt, die zum Handeln animiert, die von Gleichheit statt von Kampf
spricht. Bildpolitik praktiziert eine Ästhetik, die Konstellationen
herstellt und deutet, die Differenzen forciert und
Unterscheidungsvermögen schult. Ein Prozess, der andauert und ins Außen
führt.
12:00 Begrüssung
12:15 Wolfgang Beilenhoff: Massenbilder und Massenmedium Film.
Joachim Schätz: “Not in the middle, please! Out in the suburbs!“Inszenierte Gemeinschaft bei Preston Sturges
14:00 Pause
14:30 Tanja Wittmann: Bilder als zirkulierende Dinge, Waren
15:30 Pause
16:00 Gudrun Lena Stölzl: Blick trifft Geschichte. Dialektische Bilder im Film
Hito Steyerl: Ein Zeuge ist kein Zeuge
Moderation: Elisabeth Büttner, Melanie Letschnig, Petra Löffler
Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft , Universität Wien
Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at
Montag,
25. Mai, 19.00
7915
KM
Let’s
talk about … SCRIPTS!
7915
KM trennen Paris und Dakar – diese Strecke legten die
TeilnehmerInnen der größten Wüstenrallye zurück.
Entlang dieser Route geht der Film auf die Suche nach der
vielfältigen Gegenwart Afrikas und führt durch Marokko, die
Republik Sahara, Mauretanien, Mali und Senegal. Der Titel steht aber
auch für die Distanz, die zwischen Europa und Afrika durch
politische sowie wirtschaftliche Verhältnisse geschaffen wird.
Ohne die ernüchternde Realität aus den Augen zu verlieren,
entsteht eine Hommage an Menschlichkeit und Langsamkeit, die
eingefahrene Wahrnehmungen in Frage stellt und viele vermeintlich
afrikanische Probleme auf uns selbst zurückwirft.
Maria
Arlamovsky, Drehbuchautorin
Nikolaus
Geyrhalter, Regisseur, Drehbuchautor
Wolfgang
Widerhofer, Drehbuchautor, Cutter
im
Gespräch mit Constantin Wulff, Filmschaffender, Publizist und
Kurator
7915
KM (A 2008), Regie: N. Geyrhalter, Buch: Maria Arlamovsky,
Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer; Nikolaus Geyrhalter
Filmproduktion
Eine
Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at
Dienstag,
26. Mai, 19.00
Kunst-Netz-Werke
Podiumsdiskussion
Die
Suche nach Kunstkritik im Internet leitet bald zu Projekten und
Initiativen, die dieses Medium sowohl zur Repräsentation als
auch zu mehr oder weniger subversiven Vernetzungen nützen. Dabei
verschwinden die Grenzen zwischen künstlerischer Intervention,
Inszenierung, NetzKunst und Kunstkritik. Konventionelle Kunstkritik
hingegen wird man vergebens suchen.
Doris
Steinbichler, sonance.artistic.network
Alex Nikolic, eroticunion.org
Franz Thalmair, CONT3xt.net
Moderation:
Sonja Bettel, Wissenschaftsjournalistin Ö1
Erbarmungslos
– eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und
der Kunstwerft
Mittwoch, 27. Mai, 19.00
Mehr Rassismus als geglaubt?
ZARA-Talk
Eine EU-weit durchgeführte Umfrage der Europäischen Agentur für Grundrechte in Wien zeigt, dass das Ausmaß rassistischer Diskriminierungen, Belästigungen und rassistisch motivierter Gewalt weitaus größer ist, als dies offizielle Statistiken suggerieren. In Österreich wurde die Lage von TürkInnen und Ex-JugoslawInnen untersucht. Vor allem fehlt das Vertrauen in Mechanismen des Opferschutzes: 12 Prozent der Befragten wurden in den vergangenen 12 Monaten Opfer eines rassistisch motivierten Verbrechens, jedoch 80 Prozent der Betroffenen meldeten dies nicht bei der Polizei.
Joanna Goodey , Frau - EU Agentur für Grundrechte
Alexander Osman, Muslimischen Jugend Österreichs
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at
Donnerstag,
28. Mai, 19.00
Der
ästhetisierte Alltag
Vortrag
und Respondenz
Schöner
Leben ohne zu denken? Versprechen des Ästhetischen mit dem
Prinzip des lebenslangen Lernens in Verbindung zu bringen, bedeutet
im Feld der Alltagskulturen eine Verdoppelung der Realität: Wir
alle lernen quasi automatisch ein Leben lang, uns in Produktkulturen
mit ihren funktionalen und ästhetischen Anforderungen
einzupassen. Heute käme es darauf an, die unbewusste
Vereinnahmung zu erkennen und das unauflöslich enge Verhältnis,
das sich zwischen uns und den beeindruckenden Produkten entwickelt
hat, zu verstehen.
Gerd
Selle, Kunstpädagoge und Kunsttheoretiker, München
Respondenz:
Elfie Miklautz, Institut für Soziologie und empirische
Sozialforschung, WU Wien
Kooperation
mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung
und der Akademie der bildenden Künste, Wien
Mittwoch,
3. Juni, 19.00
Wirtschaftszweig
Migration
Impulsreferate
und Diskussion
Migration
ist seit vielen Jahren Gegenstand von Regulierungsversuchen, die
komplexe und unübersichtliche gesetzliche Bestimmungen und
Kontrollmechanismen mit sich bringen. Der EU-Arbeitsmarkt etabliert
sich als Handlungsfeld migrationspolitischer Maßnahmen mit
deren Ausführung allerdings meist Private beauftragt werden. Ein
wachsender Wirtschaftszweig aus Dienstleistungsbetrieben, wie die
European Homecare, ist die Folge. Die konkreten Auswirkungen
auf die Lebensrealitäten von MigrantInnen sind zu klären.
Impulsreferate:
Bettina
Haidinger, FORBA Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt, Wien
Katrin
McGauran, Mitarbeiterin von Statewatch, Amsterdam
Vassilis
Tsianos, Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung,
Universität Hamburg
Moderation:
Beat Weber, BEIGEWUM, Wien
Eine
Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative Minderheiten und dem
Institut für Wissenschaft und Kunst
Freitag, 5. Juni, 19.00
Konsensbildung?
Präsentation und Diskussion
Wie
haben sich Proteste der Studierenden, Lehrenden oder
KulturarbeiterInen im Zeitalter des Postfordismus und der
Globalisierung verändert? Konnten sich neue Formen des
Widerstands erfolgreich der Ausdifferenzierung von Arbeitsregimen
und der Kommodifizierung von Bildung widersetzen? In einem zweitägigen
Workshop mit Silvia Federici und George Caffentzis wurden
Möglichkeiten einer antikapitalistischen Redefinierung der
"akademischem Freiheit" erörtert. Die Ergebnisse des Workshops stehen
zur Diskussion.
Silvia Federici und George Caffentzis,
MitbegründerInnen des Committee for Academic Freedom in Africa,
Mitglieder des Midnight Notes Collective und des Edu-Factory
Collective, USA
Eine Kooperation von edu-meltdown und Studierenden der Akademie der bildenden Künste
Montag,
8. Juni,
19.00
Representing
History. Case study – Perestroyka
Filmscreening
und Gespräch
Mit
ihrer Arbeit reflektiert die KünstlerInnengruppe Chto
Delat? politische
Theorie, Kunst und Aktivismus und setzt sich mit der gleichnamigen
englisch-russischen Zeitschrift das Ziel einer Repolitisierung
der russischen Kultur. Der
Film Chronicles
of Perestroyka
basiert
auf Dokumentationen aus den Jahren 1987 bis
1991 und zeigt die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Perestroika
in St. Petersburg. Das Projekt Perestroyka-Song
spiel.
The
Victory over the Coup handelt
von einer Schlüsselepisode während
der Perestroika in der Sowjetunion.
Olga
Egorova, Chto Delat?, St. Petersburg
Dmitry
Vilensky, Chto Delat?, St. Petersburg
Moderation:
Lisa Bolyos, Kollektiv Annegang
Veranstaltung
in englischer Sprache
Dienstag,
9. Juni, 19.00
Utopie
als Werkzeug in der Kunst
Vortrag
Um
die Frage nach den Bedingungen, unter denen das „Ereignis der
Kunst“ möglich wird, zu beantworten werden Potentiale und
Grenzen des Kunst-Werks erforscht. Als sein spezifisches Vermögen
wird oft die Hinterfragung bestehender Ordnungen gesehen. Das
Ereignis des Kunst-Werks wird dabei als eine beständige
Bearbeitung des status quo, die ein verändertes Verständnis
von Utopie verlangt, verstanden. Die Arbeit an einer immanenten
Utopie wird durch Forderungen und Anliegen der
Do-it-Yourself-Bewegung und ihrer KünstlerInnen verdeutlicht.
Andrea
Wald, fiber. werkstoff für feminismus und popkultur, Wien
In
Kooperation mit der Reihe „Utopie als Werkzeug in Politik, Kultur
und Religion“ IWK
Mittwoch,
10. Juni, 19.00
Bevölkerungspolitik
im Nationalsozialismus
Vortrag
und Diskussion
Die
Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches war als „rassische
Aufwertung des Volkskörpers“ angelegt. Etwa ein Viertel der
ReichsbürgerInnen galt den NS-Machthabern als „minderwertig“
und sollte sich möglichst nicht fortpflanzen. Die als
„wertvolles Menschenmaterial“ Klassifizierten wurden dagegen
durch Vergünstigungen aber auch durch strenge Ahndung von
Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen dazu angehalten,
die germanische Kopfzahl zu erhöhen. Wie lassen sich
Langzeitfolgen dieser Politik analysieren?
Christian
Fiala, Arzt, Museum für Verhütung und
Schwangerschafts- abbruch
Susanne
Krejsa, Journalistin, Museum für Verhütung und
Schwangerschaftsabbruch
In
Kooperation mit Gedenkdienst
Montag,
15. Juni, 20.00
Bilder
der Krise – Krise der Bilder
kinoki
mikrokino #163
„Wir
zahlen Eure Krise nicht!“ lautete das Motto des europaweiten
Frühlingsspaziergangs gegen die scheinbar selbstverständliche
Umverteilung von gesellschaftlichem Vermögen an das kriselnde
Finanzsytem. Kontrolle und Regulierung der Finanzmärkte,
Schließung von Steueroasen und staatliche Unterstützungen
sollen die Rückkehr zum kapitalistischen Normalbetrieb
gewährleisten. Doch dieser „Normalbetrieb“ erweist sich für
die Mehrheit der Weltbevölkerung auch ohne Krise als unhaltbarer
Ausnahmezustand. Können visuelle Strategien zum Verständnis
komplexer ökonomischer Verhältnisse beitragen?
Moderation:
Peter Grabher, kinoki
Donnerstag,
18. Juni, 19.00
Bildung-Kunst-Politik
Vortrag
und Respondenz
Politische
Strategien in Kunst und Bildung der Moderne haben gemeinsam, dass sie
sich – als Teil ihrer Freiheit – gegen die bestehenden
Verhältnisse entscheiden und in den Dienst einer Sache stellen
konnten. „Im Hinblick auf eine Veränderung der Gesellschaft“
ergibt sich also eine politische und theoretische Schnittstelle von
Kunst und Bildung. Wie kann eine zeitgenössische
Kunstvermittlung gedacht werden, der es um eine Sache geht, für
die es sich zu entscheiden gilt, ohne bereits vorwegnehmen zu können,
was diese genau ist?
Nora
Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, schnittpunkt
Respondenz:
Ingo Lauggas, Kulturwissenschafter
In
Kooperation mit dem Verband Österreichischer Volkshochschulen
Freitag,
19. Juni, 19.00
Sammeln
– eine Kunst
Gespräch
Private
Sammlungen genießen immer öfter das öffentliche Inter
esse und mediale Aufmerksamkeit. So gilt die Sammlung der Generali
Foundation in Wien etwa, als eine der weltweit stringentesten zu
konzeptionellen Kunstpositionen. Auch die TBA 21, die insbesondere
die Produktion neuer, künstlerischer Projekte unterstützt,
bekommt internationale Beachtung. Haben diese privaten Initiativen
mittlerweile die Vorbildfunktionen für die Positionierung
öffentlicher Kunstsammlungen übernommen?
Sabine
Breitwieser, Kuratorin und Gründungsdirektorin der Generali
Foundation, Wien
Beatrix Ruf, Kuratorin Sammlung Ringier und
Direktorin Kunsthalle Zürich
Daniela Zyman, Chefkuratorin,
Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien
Moderation: Sabeth
Buchmann, Kunsttheoretikerin und -kritikerin, Professorin an der
Akademie der bildenden Künste, Wien
Eine
Veranstaltung von die Galerien
Montag,
22. Juni , 19.00
Ökonomische
Entwicklung und Krieg im Irak
Vortrag und Diskussion
Die
wirtschaftliche Entwicklung des Irak, beeinflusst durch die Folgen
des Baathismus, des Embargos der 1990er-Jahre und der politischen
Instabilität nach 2003, steht selten im Mittelpunkt der
Aufmerksamkeit. Der irakische Ökonom Kadhim Habib widmet sich
den Fragen der politischen Ökonomie des Irak unter Auslotung der
Möglichkeiten und Grenzen eines wirtschaftlichen Wiederaufbaus
unter den gegebenen Rahmenbedingungen.
Kadhim Habib, Ökonom, Verein für angewandte
Konfliktforschung e. V. , Berlin
Moderation:
Thomas Schmidinger, LeEZA - Liga für emanzipatorische
Entwicklungszusammenarbeit
In
Kooperation mit LeEZA
und bayt al-Iraq - Irakisches Haus
Mittwoch,
24. Juni, 19.00
Gangster
Girls
Let's
talk about... SCRIPTS!
Im
einzigen österreichischen Frauengefängnis Schwarzau teilen
Drogenkurierinnen, Räuberinnen und Betrügerinnen Zellen und
Liebessehnsucht, Wuzeltabak und Duschgel. Sie träumen von ihren
fernen Kindern oder von einem der jugendlichen Häftlinge aus der
Justizanstalt für männliche Jugendliche Gerasdorf, die
einmal in der Woche zu einem koedukativen Theaterworkshop ins
Frauengefängnis gebracht werden. Was brachte sie hinter Gitter
und was macht das Gefängnis mit ihnen? Die Antworten, die die
jungen Frauen improvisierend auf der Bühne präsentieren,
sind oft ganz andere, als diejenigen, die sie in intensiven
Interview-Tableaus geben. So entsteht ein vielschichtiges, von den
Gefangenen selbst gezeichnetes Bild des sozialen Raumes Gefängnis.
Tina
Leisch, Regisseurin, im
Gepräch
mit Constantin Wulff
Gangster
Girls
(A 2008) Regie:
Tina
Leisch
,
Produktion:
Ursula
Wolschlager
Eine
Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at
und Depot
Donnerstag,
25. Juni, 19.00
Ozeanien.
Geschichte und Gesellschaft
Buchpräsentation
Ozeanien
ist spätestens seit der Klimadebatte in den Mittelpunkt der
allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Das Verschwinden ganzer
Inselstaaten droht, nachdem ein weltweiter Anstieg des Meersspiegels
immer wahrscheinlicher wird. Dies verursacht bereits jetzt in den
insularen Gesellschaften soziale und politische Verwerfungen. Mittels
eines multiperspektivischen Zugangs werden Ursachen gegenwärtiger
Probleme, die fragile politische Situation nach Umsturzversuchen in
manchen melanesischen Staaten sowie die Perspektiven der Kleinstaaten
im regionalen Verbund untersucht.
Hermann
Mückler , Institut für Kultur- und Sozialanthropologie,
Universität Wien
Ingfrid Schütz-Müller, Institut
für Politologie, Universität Wien
Moderation: Hannes
Hofbauer, Promedia Verlag
Mückler/Ortmayr/Werber (Hg): Ozeanien. 18.
bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft. Wien, Promedia 2009
Montag, 29.
Juni, 19.00
KLEINE FISCHE
Let's
talk about... SCRIPTS!
Im
globalisierten Warenverkehr ist ein kleiner Fischladen keine gute
Anlage für die Hoffnungen und Mühen der ungleichen Brüder
Kurt und Martin - aber eine Chance, ihre Beziehung auf eine neue
Basis zu stellen.
„Kleine
Fische“
erzählt die Geschichte der grundverschiedenen Brüder:
Zögerlicher Nesthocker der eine, rebellischer Ausreißer
der andere, reiben sie sich im Streit um den kleinen Fischladen im
Familienbesitz. Martin will das Geschäft zu einem modernen,
ökologisch bedachten Unternehmen umformen, engagiert sich in der
Globalisierungskritik - nicht zuletzt, um damit der Studentin Karin
zu imponieren. Sein Bruder Kurt findet an den Weltverbesserungsideen
wenig Interesse, umso mehr aber an Karin.
Marco
Antoniazzi, Regisseur
und Drehbuchautor und Gregor
Stadlober, Drehbuchautor im
Gepräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum
„Kleine
Fische“ (A 2009), Regie: Marco
Antoniazzi, Drehbuch: Marco Antoniazzi, Gregor
Stadlober, Novotny & Novotny
Filmproduktion
Eine
Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und Depot
Dienstag,
30. Juni, 19.00
Umelec
– Kunstszene Wien / Österreich
Zeitschriftenpräsentation
In
der aktuellen Ausgabe von Ume¢ lec, einer internationalen
Zeitschrift für zeitgenössische Kunst, werfen heimische wie
internationale Kunst- und Kulturschaffende einen Blick auf
österreichische Kulturpolitik, die Kunstszene und ihre
AgentInnen. Darüber hinaus versammelt die Ausgabe Artikel zum
hiesigen Kunstmarkt und widmet sich unter anderem der Kunst im
öffentlichen Raum und dem Aktivismus. Die Kunstzeitschrift Ume¢
lec erscheint in vier Sprachen und veröffentlicht regelmäßig
Ausgaben mit Länderschwerpunkten, die sich mit dem jeweiligen
Kunstgeschehen und seinen AkteurInnen auseinander setzen.
Alena
Boika, Chefredakteurin Ume¢ lec Prag
Herwig
G. Höller, Journalist, springerin, Wien
Michaela
Konrad, Künstlerin, Wien
Elisabeth
Mayerhofer, FOKUS
Bert
Podkowa, Redaktuer Ume¢ lec Berlin
Ursula
Maria Probst, Kuratorin und Kunstkritikerin, Wien
Umelec
– Zeitschrift für zeitgenössische Kunst und Kultur –
Prag – Berlin – London
Veranstaltung
in englischer Sprache
Mittwoch, 7. Oktober, 19.00
„Was damals Recht war …“
kinokis mikrokino #164
Joža
Kuhar, ein Kärntner Slowene, erhält für seine „Tapferkeit“ an der Front
drei Wochen Urlaub. Auf seiner Heimreise wird er Zeuge des brutalen
Umgangs fanatischer Nazis mit einer slowenischen Bäuerin. Zurück in
seinem Dorf muss er erfahren, dass seine Familie vertrieben wurde und
fremde Menschen in seinem Elternhaus wohnen. Um nicht länger für Hitler
kämpfen zu müssen, desertiert er und schließt sich der
Partisanenbewegung an. Der Film Vrnitev / Die Rückkehr
entrollt ein Panorama des Kärntner Deutschnationalismus von der
Zwischenkriegszeit über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die
Gegenwart.
Anschließend Gespräch mit:
Elena Messner, Literaturwissenschaftlerin
Peter Pirker, Verein Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz
Moderation: Tina Leisch, Film-, Text- und Theaterarbeiterin, kinoki
Vrnitev / Die Rückkehr (SLO 1976), Regie: Anton Tomašic, Buch: Janko Messner, 59 Min., slowenisch / deutsch
1977
erhielt der Film auf dem Filmfestival „Das goldene Prag / Zlata Praha“
den Preis für das beste Drehbuch. Der Drehbuchautor, der Kärntner
Slowene Janko Messner, er wurde 1945 von der SS schwer verletzt, gab
aus Protest darüber, dass der ORF trotz mehrmaliger Ersuchen
zahlreicher Organisationen und Kulturschaffender bis heute den Film
nicht österreichweit ausgestrahlt hat, 2006 das Ehrenkreuz der Republik
Österreich zurück.
In Kooperation mit der Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht im Theater Nestroyhof Hamakom vom 1. September bis 15. Oktober 2009
Freitag, 9. Oktober, 19.00
Nollywood! – Nigerianisches Filmschaffen
Vortrag
Wer
weiß, dass Nigeria die drittgrößte Video- und Filmindustrie der Welt
aufweist, und dass sie wahrscheinlich die zweitgrößte Industrie in
Nigeria gleich nach der Erdölförderung ist? Nollywood – so der Name des
nigerianischen Pendents zu Holly- und Bollywood – stellt durch seine
Vielfalt, sowohl der Erzählweisen als auch der Themen und durch die
teilweise
mangelnde technische Qualität europäische Sehgewohnheiten
auf eine harte Probe. Der außergewöhnliche Erfolg dieser Produktionen,
die ohne jegliche Filmförderung entstehen, liefert auch auf der
theoretischen Ebene eine Herausforderung an gewohnte Positionen
bezüglich der sogenannten „Dritten Welt“.
Julien Enoka Ayemba, Filmwissenschaftler und Kritiker, Berlin
Martin Goessler, freischaffender Filmemacher, Diplomand, Institut für
Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Eine Veranstaltung im Rahmen von About Africa – Afrika im Film.Filmhaus Kino, 14. bis 21. Oktober 2009
Montag, 12. Oktober, 19.00
Nature Morte
Buchbesprechung
Wie
kann eine künstlerische Arbeit dokumentiert werden, ohne dass diese
dabei reproduziert wird? Die fotografische Dokumentation Nature Morte
versucht, ausgehend von diesem Gedanken, Details aus künstlerischen
Archiven als Stillleben zu inszenieren, über das eigentlich
Künstlerische aber nichts zu verraten. Das Archiv selbst ist
künstlerische Arbeit.
Florian Bettel, Kulturwissenschaftler
Gabriele Jurjevec-Koller, Direktorin, Bibliothek der Universität für angewandte Kunst
Tatia Skhirtladze, Künstlerin
Jessica Beebone, Florian Bettel (Hg): Tatia Skhirtladze, Nature Morte. Dutch Art Institute: 2009
Dienstag,
13.Oktober, 19.30
Abschiebepraxis
in Österreich
Vortrag
und Diskussion
Schubhaft
ist die einzige Haft die ohne eine vorausgegangene Straftat verhängt
wird. Die sogenannten Schubhäftlinge müssen für jeden
Tag ihrer Freiheitsberaubung bezahlen. Was sich hinter den
verschlossenen Türen der Schubhaft abspielt, ist den meisten
unbekannt, denn der Zugang zu Informationen sowie auch der Zutritt zu
den Polizeianhaltezentren sind eingeschränkt. Wie lange kann
jemand für seinen illegalen Aufenthalt eingesperrt werden? Wie
sieht der Alltag in der Schubhaft aus und wie geht eine Abschiebung
vor sich? Warum riskieren immer wieder Schubhäftlinge ihr Leben
durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme?
Lukas
Gahleitner, noborder
Verena Roschger, noborder
Eine
Veranstaltung von noborder in Kooperation mit der Deserteurs- und
Flüchtlingsberatung
Mittwoch, 14. Oktober, 19.00
Die paradoxe Deutschlandpolitik Salazars
Vortrag
Von
1932 bis 1968 stand António de Oliveira Salazar an der Spitze der
Militärjunta in Portugal. Um sich vom traditionellen Bündnispartner
Großbritannien zu lösen, näherte sich das Regime ab Mitte der 1930er
dem Dritten Reich an, ohne gänzlich mit Großbritannien zu brechen. Das
letzte Kapitel dieses außenpolitischen Drahtseilaktes bildete die
stillschweigende Unterstützung portugiesischer Behörden, als sich die
SS während der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Ungarns den
Manfred-Weiss-Konzern aneignete, im Gegenzug aber die Familie der
jüdischen EigentümerInnen ins neutrale Portugal ausreisen ließ.
António Louçã, Historiker, Lissabon
In
Kooperation mit dem Gedenkdienst im Rahmen der Präsentation der
aktuellen Ausgabe der Theresienstädter Studien und Dokumente – TSD –
durch die Mitherausgeberin Anna Hájková
Montag, 19. Oktober, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Filmvorführung und Gespräch
Mit ihrem Forschungsprojekt Gehörlose ÖsterreicherInnen im Nationalsozialismus
hat sich Verena Krausneker u. a. mit der Frage beschäftigt, wie heute
gehörlose Jugendliche vor dem rechten Rand bewahrt werden können.
Anhand des Beispiels einer Sprache, die nicht der Norm entspricht, von
vielen nicht einmal als eigene Sprache wahrgenommen wird, wird
ergründet, welche sprachlichen Strategien gegen den Rechtsruck
entwickelt werden können und müssen.
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Verena Krausneker, Sprachwissenschaftlerin
Gerhörlose
Österreicherinnen und Österreicher im Nationalsozialismus. 8 Kurzfilme
in Österreichischer Gebärdensprache mit deutschen
Untertiteln. Verena Krausneker und Katharina Schalber. Erzählerin: Astrid Weidinger. Gesamtlänge 220 Min., A 2009
Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache gedolmetscht.
In Kooperation mit dem Bündnis gegen den Rechtsruck
Dienstag, 20. Oktober, 19.00
Wer macht Bezirkskultur?
Auftakt zur IGKW-Reihe „Kultur?“
Auf
Stadt- und Bezirksebene versucht die IG Kultur Wien, die Schaffung und
den Erhalt von Freiräumen für unabhängige Kulturarbeit zu ermöglichen.
Auch das Wiener Volksbildungswerk will sich unter dem Namen Basis.Kultur.Wien verstärkt der Basiskulturarbeit widmen, ebenso die Wiener Bezirksfestwochen, die als Wir sind Wien – Festival der Bezirke
einen neuen Anstrich erhielten. Zusätzlich sind die Bezirksvorstehungen
für die Vergabe von Fördermitteln für Bezirkskultur maßgeblich
verantwortlich.Welche Konzepte werden auf Bezirksebene verfolgt?
Martin Just, Obmann, IG Kultur Wien
Florian Maute, Kulturkommissionsvorsitzender-Stellvertreter und Kultursprecher, ÖVP Josefstadt
Madeleine Reiser, Kulturkommissionsvorsitzende und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin, Die Grünen Neubau
Inge Zankl, Gemeinderätin, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft, SPÖ
Anita Zemlyak, Geschäftsführende Generalsekretärin, Basis.Kultur.Wien
In Kooperation mit der IG Kultur Wien
Mittwoch, 21. Oktober, 19.00
Filme der Spanischen Republik
kinokis mikrokino #165
Die erste Reportage über den spanischen Bürgerkrieg Reportaje del Movimiento Revolucionario en Barcelona wurde 1936 gedreht. Im selben Jahr entstanden, zeigen Bajo el signo libertario das Leben in einem Dorf nach der Verstaatlichung der Landwirtschaft und La defensa de Madrid
die letzten Tage der Belagerung von Madrid. Die Bebilderung des Kampfes
um Spanien aus faschistischer Sicht illustriert ein Ausschnitt aus
Helden in Spanien, eine filmischen Co-Produktion der Franquisten mit
Nazi-Deutsch land, gedreht 1938/39. Alain Resnais’ und Robert Hessens
Filmessay Guernica aus dem
Jahr 1950 meditiert, ausgehend vom gleichnamigen Bild Picassos, über
das Verhältnis von künstlerischer Arbeit und Geschichte.
Anschließend Gespräch mit:
Josef Eisenbauer, Freiwilliger im spanischen Bürgerkrieg
Thomas Tode, Filmemacher und -historiker, Hamburg
Freitag 23. Oktober, 19.00
Wie sind die extremen Rechten zu stoppen?
Diskussion
Die
Beispiele Ungarns und Italiens zeigen, wie unmittelbar die Bedrohung
durch Rechte und rechtsextreme Parteien in Europa ist. Auch in
Österreich sehen sich AntifaschistInnen mit der dringlichen Aufgabe
konfrontiert, den Aufstieg der extremen Rechten aufzuhalten und
effektive Gegenstrategien zu entwickeln.
Alex Callinicos, Kings College, London
Matija Medenica, sozialistischer Aktivist, Belgrad
Manfred Ecker, Linkswende, Wien
Eine Veranstaltung der Linkswende zur Eröffnung des Kongresses „Marx is muss“
Dienstag, 27. Oktober, 19.00
Das weiße Band
Let’s talk about … Scripts!
Ein
Dorf im protestantischen Norden Deutschlands am Vorabend des Ersten
Weltkriegs. Erzählt wird die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten
Schul- und Kirchenchors, seiner kindlichen und jugendlichen Sänger und
deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt,
Bauern. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den
Charakter ritueller Bestrafungen an.
Stefan
Grissemann, Filmkritiker, Kulturresortleiter, profil
Michael
Haneke, Regisseur und Autor, Das
weiße Band (D/F/AT/I
2009)
Gesprächsreihe
mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von
drehbuchFORUM Wien
Mittwoch, 28. Oktober, 19.00
Das ABC des Kinos
Buchpräsentation
Das Buchprojekt Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien
von Winfried Pauleit enthält ein Theoriehörbuch auf CD und zehn
künstlerisch gestaltete Hefte, die in zehn Schritten die theoretischen
Grundlagen des Kinos darlegen. Hier treffen sich Gedanken zur
Post-Kinematografie, zu Kracauers Fotografie- Aufsatz, zu Kino und
Schule, zu Cyborgs und Kino, zur Film-
und Theoriearbeit von Laura Mulvey und Peter Wollen, zu Tom Tykwer Geschichtsarbeit und zum Motiv des Kartenspiels.
Michael Loebenstein, Autor, Filmhistoriker, Filmmuseum Wien
Winfried Pauleit, Kunst-und Kulturwissenschafter, Universität Bremen
Moderation: Marc Ries, Medien- und Kulturtheoretiker, Wien
Winfried Pauleit (Hg): Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien. 10 Hefte. Frankfurt: Stroemfeld Verlag 2008
Donnerstag 29. Oktober, 19.00
Soziokultur: Ein Konzept im Wandel
Vortrag
Seit den 70er Jahren steht Soziokultur für eine
gesellschaftspolitisch engagierte Kulturarbeit, die durch aktive
Teilhabe von
BürgerInnen
neue Zugänge zu Kunst und Kultur eröffnet. Sozio kultur knüpft an die
Lebenswelt von Zielgruppen an, orientiert sich an Problemlagen in
Stadtteilen oder Regionen, sucht produktive Verbindungen zwischen Kunst
und Alltag. Wie hat sich das Konzept der Soziokultur in den letzten
Jahrzehnten gewandelt, was kann über die Rahmenbedingungen,
Fördermodelle und aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für Soziokultur gesagt werden?
Bernd Wagner, Kulturpolitische Gesellschaft, Bonn
Respondenz: Wofgang Kellner, Ring Österreichischer Bildungswerke, Wien
In Kooperation mit der IG Kultur Österreich und dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Mittwoch, 4. November, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk ist eine Gesprächsreihe des Bündnisses gegen den Rechtsruck
– einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen
wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in
Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur
ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert Menasse, Schriftsteller
Donnerstag,
5. November, 19.00
Gentrifizierung
durch künstlerische Interventionen?
Die
Kunst mit der Stadt, Teil 1
Zuerst
die Kunst, dann die Revitalisierung, dann die Verdrängung. Auf
dieser einfachen Formel beruht oftmals die Kritik an kunstinduzierten
Aufwertungsprozessen eines Stadtgebietes. Doch stimmt dieser Befund
auch im Detail? Wer profitiert wovon im Zuge städtischer
Aufwertungsprozesse, wer gestaltet sie und welche Rolle kommt der
Kultur- und Stadtentwicklungspolitik dabei zu?
Shams
Asadi, Stadtplanerin, Magistrat Wien -
Stadtentwicklung und Stadplanung
Sabine
Knierbein, TU Wien, Arbeitsbereich Stadtkultur und öffentlicher
Raum (SKuOR)
Wolfgang
Schneider, Künstler, Projekte im öffentlichen Raum
Johannes
Suitner, Studierender der Studienrichtung Raumplanung , TU Wien
Moderation:
Elisabeth Mayerhofer, FOKUS
Eine
Veranstaltung von FOKUS- Forschungsgesellschaft für
kulturökonomische und kulturpolitische Studien in Kooperation
mit dem Depot
Mittwoch, 11. November, 19.00
Holocausterinnerung in Ungarn
Vortrag
Ungarn
muss sich heute nicht nur mit der Beteiligung am Holocaust, sondern
gleich mit drei verschiedenen „rechtsdiktatorischen Vergangenheiten“
auseinandersetzen: mit der autoritär-konservativen Regierung unter
Miklós Horthy, den faschistischen Pfeilkreuzlern unter Ferenc Szálasi
und mit der Okkupation durch das Dritte Reich. Die nach 1945 begonnene
Auseindersetzung mit dem Holocaust wurde nach einer demokratischen
Übergangsphase von 1945 bis 1948 durch eine neuerliche
Diktaturerfahrung im Kommunismus gebrochen. Die Komplexität des Themas
schlägt sich heute in der Konkurrenz von Erinnerungen und miteinander
verwobenen Täter- und Opferdiskursen nieder. Anhand der beiden Museen
„Haus des Terrors“ und „Holocaust-Dokumentationszentrum“ wird aktuellen
Tendenzen in der ungarischen Debatte nachgegangen.
Regina Fritz, Historikerin, Wien/Budapest
In Kooperation mit dem Gedenkdienst
Freitag, 13. November, 19.00
Über Geschlechterdemokratie hinaus
Buchpräsentation
Die Beiträge des Tagungsbandes Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy
versuchen die pragmatisch sinnvolle, aber zugleich verwirrende Vagheit
des Terminus „Geschlechterdemokratie“ im Sinne einer präziseren
Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Demokratie,
Geschlechterverhältnissen und Sexualitäten zu
überschreiten. Diese
Auseinandersetzung geschieht sowohl auf begrifflich-theoretischer also
auch auf empirisch-sozialwissenschaftlicher Ebene.
Hanna Hacker, Soziologin, Universität Wien
Utta Isop, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Kirstin Mertlitsch, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Alice Pechriggl, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Alice Pechriggl, Brigitte Hipfl, Utta Isop, Kirstin Mertlitsch (Hg): Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy.
Klagenfurt: Drava 2009
Mittwoch, 18. November, 19.00
Bolivien – Gespaltenene Gesellschaft?
kinokis mikrokino #166
Die
Wiederwahl Evo Morales’, des ersten indigenen Präsidenten
Lateinamerikas, scheint wahrscheinlich. Ob es seiner Regierung auch
gelingen wird, die auseinanderstrebenden gesellschaftlichen,
ökonomischen und politischen Kräfte zu integrieren, ist allerdings mehr
als ungewiss. Die beiden Videos von Ismael Saavedra – in den
70er-Jahren Mitglied der Filmgruppe UKAMAU, inhaftiert und exiliert
während der Militärdiktatur – erzählen vom Aufstieg der sozialen
Bewegungen seit 2000. Sie gehen auch der Frage nach, welchen Beitrag
die indigenen Traditionen Boliviens zur Überwindung des neoliberalen
Gesellschaftsmodells heute leisten können.
Anschließend Gespräch mit:
Almut Schilling-Vacaflor, Soziologin, Universität Wien
Eva Simmler, Filmemacherin, Kunsthistorikerin, kinoki
Jiwasa (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 66 Min., OmeU
3000 (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 64 Min., OmeU
Donnerstag 19. November, 19.00
Kulturelle Bildung als gesellschaftliches Projekt
Vortrag und Respondenz
Kulturelle
Bildung ist ein Eckpfeiler der allgemeinen Erwachsenenbildung. In den
letzten Jahrzehnten gelang es, gesellschaftliche Herausforderungen wie
Medienkompetenz, kulturelle Veränderung durch Migration und
demografischen Wandel in den Aufgabenbereich kultureller Bildung
aufzunehmen. Dennoch findet sie im bildungspolitischen Diskurs bislang
wenig Berücksichtigung. Anhand ausgewählter Beispiele und
Problemstellungen wird kulturelle Bildung als Entwicklungsfeld des
lebenslangen Lernens und als Projekt für eine humanere Gesellschaft
analysiert.
Richard Stang, Institut für Medienwissenschaft an der Hochschule der Medien, Stuttgart
Respondenz: Marion Thuswald, Akademie der bildenden Künste, Wien
In Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung
Freitag, 20. November, 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 1
Welche
Konzepte, Bilder, Diskurse, Aktions- und Organisationsformen zur
Befreiung haben sich historisch durchgesetzt, und was bedeutet dies in
geschlechterkritischer Perspektive? An welche Entwürfe von Befreiung
knüpfen Frauenbewegungen an? Inwieweit sind neoliberale
Freiheitsversprechen nur „Theater“ mit vielen negativen Effekten
„hinter der Bühne“? Und wo stehen wir – theoretisch und praktisch – im
strittigen Feld des sexuellen Befreit-Seins?
Vortrag: Zum Verhältnis von Freiheit, Subjektivierung und Selbstpräkarisierung
Isabell Lorey, Politologin, Berlin/Wien
Moderation: Sabine Prokop, Verband feministischer
Wissenschafterinnen, Wien
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
Samstag, 21. November 11.00 – 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 2
11.00 Panel: Un/Freiheiten in neoliberalen Verhältnissen
Impulsreferate: Luzenir Caixeta, Philosophin, feministische Theologin, Linz
Christine Klapeer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Birge Krondorfer, Philosophin, Wien
14.30 Panel: „Befreiungsbewegungen“ – historisch und gegenwärtig
Impulsreferate: Claudia Brunner, Politikwissenschaftlerin, Berlin/Wien
Irene Bandhauer-Schöffmann, Historikerin, Wien
Hanna Hacker, Soziologin, Historikerin, Wien
17.00 Plenardiskussion: „Sex“ und „Befreit-Sein“?
Kurzinputs: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Wien
Barbara Eder, Medienwissenschaftlerin, Wien/Berlin
Gudrun Hauer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Karin Rick, Schriftstellerin, Wien
Lila Tipp, Lesbenberatung, Wien
Moderationen: Nina Arzberger, Psychologin, Psychotherapeutin, Wien
Sabine Prokop, Kulturwissenschaftlerin, Wien
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
Montag 23. November, 19.00
Dschihadismus-Materialien
Vortrag und Respondenz
„Dschihadismus“
bezeichnet eine moderne transnationale Strömung, die ihre gewaltsamen
Aktionen mit einem sehr spezifischen Islamverständnis legitimiert, das
häufig auch gegen andere MuslimInnen gewendet wird. Dschihadistische
Ideen werden oft mittels Videos via Internet propagiert. Diese Videos
geben einen Einblick in die dschihadistische Welt. Einige dieser Videos
werden in der Präsentation analysiert.
Rüdiger Lohlker, Islamwissenschaftler, Universität Wien
Respondenz: Gudrun Harrer, Der Standard
In Kooperation mit dem Facultas Verlag
Dienstag, 24. November 2009, 19.00
eine von 8
Let’s talk about … SCRIPTS!
Als
Frederike endlich einen Termin bei ihrer Frauenärztin bekommt, lautet
die Diagnose Brustkrebs. In Österreich erkrankt jede achte Frau an
Brustkrebs. Jährlich werden ca. 5.000 neue Fälle diagnostiziert. Rund
1.700 Frauen verlieren den Kampf. Frederike beschließt, einen Film über
sich und ihre Krankheit zu machen. Mit wem soll sie über die Krankheit
reden? Was soll sie tun? Frederike ist Schauspielerin mit Engagement am
Grazer Schauspielhaus. Gemeinsam mit Sabine Derflinger macht sie sich
an die Umsetzung einer Dokumentation über ihre Krankheit.
Sabine
Derflinger, Regisseurin und Autorin, eine von 8 (AT 2008)
Constantin
Wulff, Filmschaffender, dok.at
Gesprächsreihe
mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von
drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at
Mittwoch, 25. November, 19.00
GO EAST ?
Diskussion
Nach dem Ende der Sowjetunion und der Öffnung der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten fallen in diesen Ländern
neben zahlreichen Aktivitäten einige Initiativen im Bereich der Bildenden Kunst wegen ihres qualitativen Anspruchs und der
zu erwartenden Nachaltigkeit besonders auf. Wie aber sehen die weiteren
Entwicklungsmöglichkeiten für diese engagierten
Projekte angesichts der aktuellen Wirschaftskrise aus? Setzt diese der positiven Tendenz ein Ende?
Jaroslaw Lubiak, Chefkurator des Muzeum Sztuki, Lodz
Maria Anna Potocka, Direktorin des Bunkier Sztuki, Krakau
Walter Seidl, Kurator der Kunstsammlung Erste Bank-Gruppe, Wien
Eine Veranstaltung von Die Galerien
Donnerstag
26. November, 19:00
Kritische Strategien im kulturellen
Alltag
Buchpräsentationen und Diskussion
Alle
Macht der Vorstellungskraft? Im Laufe der vergangenen vierzig Jahre
ist Imagination als Grundlage für eine radikale Politik zu einem
Klischee geworden. Aber was genau ist radikale Imagination? Was
bedeutet es, die Macht der Vorstellungskraft aufzurufen, wenn es
scheint, dass sie durch die Macht des Spektakels schon die Macht
ergriffen hat? Bleibt noch ein subversives Potential?
Stevphen Shukaitis, Redakteur Autonomedia, University of Essex, UK
Moderaion: Katharina Ludwig, Politikwissenschaftlerin und freie Journalistin
Stevphen
Shukaitis: Imaginal Machines: Autonomy & Self-Organization in
the Revolutions of Everyday Life. Minor Compositions 2009, an
imprint of Autonomedia
Konrad
Becker: Strategic Reality Dictionary: Deep Infopolitics and
Cultural Intelligence, Autonomedia 2009
Konrad
Becker, Jim Fleming (eds.): Critical Strategies in Art and Media:
Perspectives of New Cultural Practices, Various Authors, 2010
Veranstaltung
in englischer Sprache
Eine
Veranstaltung von World-Information Institute in Kooperation mit dem
Depot
Freitag, 27. November, 19.00
Flatrate - eine neue Verteilungsgerechtigkeit?
Tatort Kulturpolitik #3
Die
nachhaltige Veränderung von Kommunikationsstrukturen durch die
technische Entwicklung des Internets wird für verschiedene
Interessengruppen wirksam, darunter vor allem Content-ProduzentInnen,
Content-VerwerterInnen und KonsumentInnen. Zum einen umgehen Konzerne
immer öfter Verwertungsgesellschaften und UrheberInnenrechte, zum
anderen ist die Verteilungsstruktur der Gelder durch die
Verwertungsgesellschaften nach oben orientiert. Zugleich zeichnet sich
aber auch ein Paradigmenwechsel ab. Für den Bereich des
Content-Austausches im Netz wird schon seit einigen Jahren die
Einführung einer Flatrate diskutiert. Wer profitiert von dieser? Welche
Probleme und Komplikationen sind von vornherein erwartbar?
Silke von Lewinski, Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, München
Ursula Sedlaczek, Austro Mechana
Felix Stalder, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich/ Institut für Neue Kulturtechnologien, Wien
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien - Fokus
In Kooperation mit dem Kulturrat Österreich
Montag, 30. November, 19.00
Comic.Film.Helden
Buchpräsentation und Diskussion
Die Erfolgswelle von Comicverfilmungen erzeugt auch immer mehr wissenschaftliches Interesse. Im neu erschienenen Sammelband Comic.Film.Helden
analysieren heimische wie internationale Film- und
MedienwissenschaftlerInnen verschiedenste HeldInnenkonzepte in
aktuellen Hollywood-Adaptionen wie The Dark Knight, Watchmen, The Spirit, Sin City und Pseudo-Comicfilmen à la Hancock.
Einen zweiten Schwerpunkt bilden verfilmte autobiographische Comics:
Persepolis und American Splendor sowie Anime-Verfilmungen. Die
inhaltliche Bandbreite der Beiträge liegt zwischen
HeldInnenproblematik, Intermedialität, Ästhetik, Medientheorie und
Gender.
Thomas Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler
Barbara Eder, Queer-Theoretikerin und Medienwissenschaftlerin
Barbara Kainz, Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin
Günter Krenn, Film- und Medienwissenschaftler
Karin Krichmayr, Journalistin
Barbara Kainz (Hg.), Comic.Film.Helden. Heldenkonzepte und medienwissenschaftliche Analysen. Wien: Löcker 2009
Dienstag, 1. Dezember, 20.00
Der Wald vor lauter Bäumen: Himmel oder Hölle
Film & Theorie, Teil 1
Eine Kindheit im Burgenland. Das Kino des Vaters. Die
Metzgerei des einen, das Wirtshaus des anderen Onkels. Die Konfrontation mit
den beiden wichtigsten Tabus: Sex und Tod. Indianerspiel auf Wald und Wiese,
Dachboden oder Keller. Das herausragende Spielfilmdebut von Wolfgang
Murnberger.
Joachim
Schätz, Film-
und Kulturwissenschaft, Filmjournalist
Der Film Himmel oder Hölle wird
am 1.12. im Filmhaus am Spittelberg, Spittelberggasse 3, 1070 Wien, um
18.00 Uhr gezeigt.
R: Wolfgang Murnberger, D: Adi Murnberger, Fabian
Weidinger, Johannes Habeler, Lukas Habeler, Österreich 1990, 74 min
Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick
Mittwoch, 2. Dezember, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck –
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen
wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in
Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur
ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Isolde Charim, Philosophin
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Donnerstag, 3. Dezember, 19.00
LA PIVELLINA
Let’s talk about … SCRIPTS!
La Pivellina ist
ein mit LaiendarstellerInnen realisierter Film, der von Vorurteilen und
Courage erzählt. Im Winter steht Patrizias und Walters Wanderzirkus
still und ihr Wohnmobil fix auf einem abgeschotteten Terrain am
Stadtrand von Rom. Auf einem kurzen Rundgang entdeckt Patrizia ein
zweijähriges Mädchen, allein gelassen am Kinderspielplatz und nimmt
sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 14-jährigen
Nachbarjungen Tairo schafft sie der kleinen Asia ein zu Hause auf Zeit,
einen winzigen und fragilen Raum der Geschütztheit in einer Randzone
der Stadt sowie der italienischen Gesellschaft.
Tizza
Covi, Regisseurin und Autorin, LA PIVELLINA (AT/I
2009)
Rainer
Frimmel, Regisseur und Produzent, LA
PIVELLINA (AT/I
2009)
Robert
Buchschwenter, drehbuchFORUM
Gesprächsreihe
mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von
drehbuchFORUM Wien
Freitag,
4.Dezember, 19.00
#unsereuni
- #unibrennt
Präsentation
und Diskussion
Berichte
über die Studierendenproteste dringen bislang nur über das
Internet nach Außen. Nun erzählen Studierende und
Lehrende auch außerhalb der besetzten Universitäten aus
dem Zentrum der Proteste und beantworten Fragen für jene, die
sich ein genaueres Bild abseits der Medienberichterstattung machen
wollen: Wie und warum haben die Proteste begonnen, wer sind die
ProtagonistInnen, wie organisiert sich der Protest tatsächlich
vor Ort, was sind die Aussichten für den mittlerweile
internationalen Protest?
BesetzerInnen
und solidarische Lehrende der Universität
Mittwoch, 9. Dezember, 19.00
NachRichten aus der Vergangenheit?
Vortrag und Diskussion
Zum Gedenkjahr 2008 startete in Österreich das Projekt Nach- Richten,
dessen Ziel es war, das publizistische Umfeld, mit dem die Menschen im
Dritten Reich konfrontiert waren, zu vermitteln und kritisch zu
hinterfragen. Während in Österreich das Projekt keine größere
Diskussion auslöste, sorgte das für Deutschland geplante Modell der
HerausgeberInnen 2009 für
einen veritablen öffentlichen Skandal. Mit
Verweis auf das Urheberrecht ließ der Freistaat Bayern Teile einer
Nummer beschlagnahmen. Es folgte eine hitzige Diskussion, ob das
Projekt NS-Propaganda verbreite und ob Missbrauchsgefahr bestehe.
Fritz Hausjell, Kommunikationswissenschaftler, wissenschaftlicher Leiter NachRichten
Sandra Paweronschitz, Chefredakteurin NachRichten
Freitag, 11. Dezember, 20.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 2
Tristana,
angesiedelt in der Ödnis einer Provinzstadt nach der Jahrhundertwende,
erzählt von der Rache eines schönen, einbeinigen Mündels an seinem
Vormund, der es zu seiner Frau gemacht hat. Und dann der Umschlag der
Rollen, die Umkehr der Macht. Doppelte Perversion, doppeltes Scheitern.
Jeder der erotischen Widersacher ist gleichsam Teil von Buñuels Alter
Ego. Dennoch werden Moral und Sympathie, Sinn und Katharsis der
Tragödie auf Distanz gehalten. Nichts, das Buñuel mehr verachtet als
Verständlichkeit. Unüberbrückbare Kälte des Blicks, dessen Ziel es ist,
das Rätsel der Welt und der Menschen als Rätsel offen zu halten.
Günter Schwaiger, Produzent und Regisseur
Der Film Tristana wir am 11.Dezember im Kino im Filmhaus am Spittelberg um 18.00 Uhr gezeigt.
R: Luis Bunuel, D: Catherine Deneuve, Fernando Rey, Franco Nero; Spanien/Italien/ Frankreich 1969/70, 98 min
Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick
Montag, 14. Dezember, 19.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 3, Resumee
Mit
der Sicht des Films auf das Land, mit der Wahrnehmung eines städtischen
Auges, dem Blick aus der Distanz oder direkt aus seiner Mitte der
Provinz setzte sich die Reihe Film & Theorie
von Lichtblick auseinander. Der Film als Produkt und Spiegelbild seiner
geographischen Herkunft wie das spezifisch Österreichische standen
dabei im Mittelpunk der Betrachtung.
Leitung: Robert Buchschwenter, Dramaturg
Informationen zu den Vorführungen im Filmhaus Kino am Spittelberg und zu den Vorträgen: www.lichtblick.action.at
Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick
Dienstag, 15. Dezember, 19.00
Wer vertritt Basiskultur?
IGKW-Reihe „Kultur?“
Das
Spektrum der Auffassungen von „VertreterInnen der Basiskultur“ über
Basisarbeit ist breit gefächert. Bereits am Begriff „vertreten“
scheiden sich die Geister. Lässt sich Basiskultur vertreten? Und wenn
ja, wer vertritt sie? Was ist unter Basiskultur zu verstehen, worin
unterscheiden sich die Positionen, welche konsensualen Standpunkte von
KulturarbeiterInnen gibt es?
Günther Friesinger, IG Kultur Wien
Sabine Kock, Kulturrat Österreich
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren
Barbara Zenz, Ex-„Movimento“ und Projekt Eiskeller
Moderation: Hikmet Kayahan
In Kooperation mit der IG Kultur Wien
Mittwoch, 16. Dezember, 19.00
Antworten auf Nichts
kinokis mikrokino #167
Abseits von Rain Man war und ist Autismus Gegenstand filmischer Arbeit: Kinofilme wie Sandrine Bonnaires Elle s'appelle Sabine,
Dokumentationen zur psychosozialen Situation und Unterbringung,
Lehrvideos zur verhaltenstherapeutischen Behandlung bis hin zu
Fundraising- und Awareness-Videos amerikanischer Autism-NGOs geben
Einblick in jene Mittel, durch welche die Angst, Verzweiflung und
Fremdheit des Autismus konfrontiert, rationalisiert und verwertbar
gemacht werden soll. Anhand von Ausschnitten aus diesem Material und
durch das Screening des Spielfilms Sommer
von Philip Gröning wird ein Eindruck davon vermittelt, welche Kräfte
und Widerstände im Autismus am Werk sind, und was das mit den
gegenwärtigen sozialen Verhältnissen zu tun hat.
Roman Widholm, Philosoph und Betreuer von Menschen mit Autismus in Wien und Niederösterreich
Sommer (D 1986), Regie: Philip Gröning, 105 Min., DVD
Donnerstag,
17. Dezember, 19.00
Ästhetische
Erziehung: geben, nehmen oder müssen?
Vortrag
und Respondenz
Ästhetische
Erziehung, spielerisches Lernen und Konzepte einer zwischen
Sinnlichkeit und Sinn, Aktivität und Passivität
angesiedelten Kreativität verzeichnen seit Schillers „Briefen
über die ästhetische Erziehung des Menschen“ eine
wechselvolle Karriere. Es
stellt sich die Frage, ob diese Einschätzung des Ästhetischen
im Zeitalter der Kreativindustrie naiv-affirmativ ist oder gar einen
utopischen Stachel birgt.
Ruth
Sonderegger, Akademie der bildenden Künste Wien
Pespondenz: Günay
Özali, Pädagoginn
In
Kooperation mit der Reihe Jour
fixe Bildungstheorie, IWK
Montag, 21. Dezember, 19.00
Topologie
Buchpräsentation
„Topologie“
ist bekanntlich die Bezeichnung einer seit langem hoch spezialisierten
mathematischen Disziplin. Doch ist davon auch in einem weiten Feld
kultureller Produktion die Rede. Es gilt also, nach den Wegen und
Umwegen zu fragen, auf denen topologische Begriffe, Verfahren und
Denkfiguren in Kunst, Literatur, Psychologie und Philosophie rezipiert
und umgeprägt
wurden.
Richard Heinrich, Philosoph, Universität Wien
Wolfram Pichler, Kunsthistoriker, Universität Wien
Ralph Ubl, Kunsthistoriker, University of Chicago
Juliane Vogel, Germanistin, Universität Konstanz
Barbara Wittmann, Kunsthistorikerin, Max-Planck-Institut für
Wissenschaftsgeschichte, Berlin
2010
Montag,
11. Jänner, 19.00
Zur
Theodor Herzl-Rezeption im Film
Filmvorführung
und Vortrag
Der
150ste Geburtstag von Theodor Herzl gibt Anlass für einen
Veranstaltungsschwerpunkt zur Gründung der zionistischen
Bewegung. Zu Beginn der Reihe steht die Vorführung des Filmes
Theodor
Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes und
ein Vortrag, der den Zugang zur Thematik nicht über die
politische Debatte, sondern über ästhetische Reflexion und
filmwissenschaftliche Analysen sucht. Der Film aus dem Jahr 1921
schildert das Leben des Schriftstellers und Juristen, sowie Szenen
aus der leidvollen Geschichte des jüdischen Volkes, die die
Sehnsucht nach einem eigenen Judenstaat begreiflich machen.
Thomas
Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler, Filmarchiv Austria,
Wien
Theodor
Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes (A
1921) Regie: Otto Kreisler, Stummfilm mit engl. Zwischentiteln, 60
min
In
Kooperation mit dem Filmarchiv Austria, Wien, zum 150. Geburtstag von
Theodor Herzl.
Dienstag,
12. Jänner, 19.00
Kulturelle
Konstruktion der Finanzmärkte
Buchpräsentation
und Diskussion
Die
zwei Neuerscheinungen Mythos
Markt und
Das
Wissen der Börse setzen
sich mit der kulturellen Konstruktion der Finanzmärkte
auseinander. Mythos Markt zeigt, dass die Wirtschaftskrise auch eine
Krise der herrschenden Wirtschaftslehre ist. Im Glauben an „den“
Markt konnte der Kapitalismus sich zu einem Finanz- oder Renditen-Kapitalismus wandeln. Neue Perspektiven auf die me diale und
kulturelle Dimension der Finanzmärkte und ihrer Krise eröffnet
das Buch Das
Wissen der Börse.
Corinna
Milborn, Politikwissenschaftlerin und Journalistin
Robert
Misik, Journalist und Schriftsteller
Walter
Ötsch, Volkswirt und Kulturhistoriker
Ramón
Reichert, Autor und Film- und Medienwissenschaftler
Walter
Otto Ötsch: Mythos
Markt. Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie.
Marburg:
Metropolis Verlag 2009.
Ramón
Reichert: Das
Wissen der Börse. Medien und Praktiken des Finanzmarktes.
Bielefeld:
transcript Verlag 2009.
Mittwoch,
13. Jänner, 19.00
Die
NAPOLAS in Österreich 1938 – 45
Vortrag
Wie
im Deutschen Reich ab 1933 wurden in Österreich zwischen 1938
und 1945 Napolas – Nationalpolitische Erziehungsanstalten
errichtet. Napolas waren NS-Internatsschulen, deren SchülerInnen
nach rassisch-biologistischen Kriterien ausgewählt wurden.
Drill, vormilitärische Übungen und ein straffer
Anstaltsalltag kennzeichneten diese „Ausleseschulen“, die
durchwegs in repräsentativen Gebäuden, zum Teil auch
Klöstern, untergebracht waren. Insgesamt wurden in Österreich
neun Napolas errichtet, in denen im Jahr 1942 1200 SchülerInnen
erzogen wurden. Zu den Zöglingen gehörten mehrere
Prominente der Zweiten Republik.
Sebastian
Pumberger, Historiker und Journalist, Wien
In
Kooperation mit dem Gedenkdienst
Donnerstag,
14. Jänner, 19.00
Das
Exil der Frauen
Podiumsgespräch
Im
Rahmen der Tätigkeit des Nationalfonds wurde eine nicht
unbeträchtliche Menge an autobiographischen Aussagen
verschiedener Generationen von Exilantinnen und Remigrantinnen
gesammelt. Im Zentrum der Überlegungen stehen Spezifika des
weiblichen Lebenszusammenhanges im Exil und die damit verbundene
Erinnerungskultur.
Hannah
Lessing, Generalsekretärin, Nationalfonds der Republik
Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und des
Allgemeinen Entschädigungsfonds
Moderation:
Siglinde Bolbecher, Herausgeberin Zwischenwelt,
Theodor
Kramer Gesellschaft
Eine
Veranstaltung der öge-FrauenAG
in
Kooperation mit der Österreichschen Gesellschaft für
Exilforschung öge
und
dem Depot
Montag,
18. Jänner, 19.00
Schreiben
über Wien 1
city
system /s # 8
Im
Jahr 2009 erschienen zahlreiche Publikationen zur Auseinandersetzung
mit zeitgenössischen Positionen im Bereich
Kunst
im öffentlichen und sozialen Raum und zur Stadtwahrnehmung. Sie
reichen von historischen über wissenschaftliche bis
hin zu praxis- und projektbezogenen Texten und verweisen ebenso auf
die Qualitäten künstlerischer Produktionsweisen wie
auf deren unterschiedliche Kontexte und Konfliktpotenziale.
Pamela
Bartar, Kunst- und Kulturtheoretikerin
Konrad
Becker, Autor und Produzent im Bereich Wissenschaft und Kunst
Thomas
Edlinger, Radiojournalist, freier Autor und Kurator
Angelika
Fitz, Kulturtheoretikerin, Kuratorin und Autorin
Elke
Krasny, Kulturtheoretikerin, Kuratorin, Stadtforscherin, Autorin
Bettina
Leidl, Kulturmanagerin, Geschäftsführerin von KÖR
Philipp
Rode, Landschaftsarchitekt
Moderation:
Anne Katrin Feßler, Kulturjournalistin und Angela Heide,
Kuratorin
city
system /s #8 ist
Teil der Veranstaltungsreihe von WOLKE7 in Kooperation mit der
Gesellschaft für Kulturanalytik und artminutes
Mittwoch,
20. Jänner, 19.00
Fernand
Delignys Floß in den Bergen
kinokis
mikrokino # 168
Nach
seiner Begegnung mit einem als autistisch eingestuften 12-Jährigen
gründete der Erzieher und Anti-Psychiater Fernand Deligny 1965
eine offene Anlaufstelle für Kinder, die von SpezialistInnen als
unerziehbar und unheilbar eingestuft wurden. So entstand eine
„Gegeninstitution“ ohne PflegerInnen und ohne institutionelle
Zwänge als Ort der Existenz, an dem Kinder ihre eigene
Geschichte beginnen konnten. Der Dokumentarfilm Ce
gamin, là ist
dem „Experiment Deligny“ gewidmet, das weit über den Bereich
der Therapie hinaus für antiautoritäre Gruppen,
KünstlerInnen und Intellektuelle – etwa Félix Guattari
– inspirierend wirkte.
Präsentation:
Birgit Mennel, Peter Grabher, kinoki
Ce
gamin, là / Dieser Junge, da (F
1975). Regie: Renaud Victor, 96 min., frz. OV / dt. Übersetzung
eingesprochen.
Donnerstag,
21. Jänner, 19.00
Zum
Selbstverständnis der Kunstvermittlung
Vortrag
und Respondenz
Anhand
einer kursorischen Geschichte von Kunstvermittlung in Wien seit den
1980er Jahren wird die Frage aufgeworfen, ob und
wie deren Rahmenbedingungen ihr Selbstverständnis prägen.
Welche Spuren hinterlassen Selbst-professionalisierung oder
„KundInnenorientierung“ einerseits und prekäre
Arbeitsverhältnisse andererseits in der jeweiligen Praxis und
Theoriebildung von Vermittlung? Wie wirken sich museums- und
bildungspolitische Setzungen auf den Umgang mit und die Definition
von Zielgruppen aus? Was könnte dies für bildungspolitische
Forderungen in diesem Bereich bedeuten?
Karin
Schneider, Zeithistorikerin, Kunst- und Wissenschaftsvermittlerin
Respondenz:
Stefan Palaver, Künstler und Kunstvermittler
In
Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Montag,
25. Jänner, 19.00
Lourdes
Let’s
talk about ... SCRIPTS!
Im
Zentrum von Jessica Hausners Film Lourdes
steht
Christine, die sowohl dem touristischen Wallfahrtsort als auch dem
Wunderglauben eher skeptisch gegenübersteht. Während des
Aufenthaltes in Lourdes wird gerade sie überraschend geheilt. Man
beginnt sich zu fragen, ob es sich um ein Wunder handelt und ob das
Glück von Dauer ist.
Jessica
Hausner, Regisseurin und Drehbuchautorin Lourdes
(AT
2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM
Eine
Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und Depot
Dienstag,
26. Jänner, 19.00
BackTalk
– Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk
ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck –
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos
zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und
Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr
um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt
werden.
Beatrice
Achaleke, Soziologin, Obfrau Schwarze Frauen Community
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Eine
Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck
Samstag,
30. Jänner, 19.00
Antislawismus
in Kärnten
Vortrag
und Diskussion
2010
feiert Kärnten den 90. Jahrestag der Volksabstimmung über
den Verbleib Südkärntens bei Österreich. Der
Grenzkonflikt nach dem Zerfall der Monarchie wird in der
deutschnationalen Ideologie als „Abwehrkampf gegen den slawischen
Aggressor“ mystifiziert: Die Volksabstimmung habe gezeigt, dass
dieses Land ein deutsches ist und mit der „Kärntner Einheit“
eine deutsche Volksgemeinschaft zu etablieren sei. Den Höhepunkt
erreichte dieses wahnhafte Projekt mit der Deportation
slowenischsprachiger Menschen während der NS-Zeit. Bis heute ist
der Deutschnationalismus das hegemoniale Prinzip in der Kärntner
Politik. Was sind die historischen und gesellschaftlichen Bedingungen
für die antislawischen Ressentiments?
Mirko
Messner, Politiker und Autor
Eine
Veranstaltung der autonomen antifa [w]
Montag,
1. Februar, 19.00
Dezentriertheit
des Subjekts bei Judith Butler
Vortrag
und Diskussion
Judith
Butler postuliert eine durch den Anderen konstituierte „Nichtfreiheit
am Ursprung unserer selbst“. Mit diesem Ansatz
versucht
sie, das Subjekt als Halluzination zu dekonstruieren und es damit
seinem „wohlverdienten Tod zuzuführen“. Zu diskutieren
ist der Widerspruch, dass ein Denken, das von sich behauptet, die
Überwindung der Metaphysik zu leisten, selber von
vor-ontologischen Strukturen ausgeht. Auch muss geklärt werden,
inwiefern es gerechtfertigt ist, etwa gegen den „marxistischen
Humanismus“ mit Foucault den Tod einer „falschen“ Subjektivität
zu fordern.
Alex
Gruber, Politikwissenschaftler und Autor
Eine
Veranstaltung von Café Critique
Donnerstag,
4. Februar, 19.00
Fair
Flowers
Vortrag
und Diskussion
Mit
der Kampagne „Fair flowers – Mit Blumen für Menschenrechte“
macht FIAN
Österreich
gemeinsam mit Partnerorganisationen auf die katastrophalen
Arbeitsbedingungen in der Schnittblumenindustrie in den Ländern
des Südens aufmerksam und versucht das Bewusstsein über
faire Kaufalternativen zu stärken. In Simbabwe, einem der
Produktionsländer, engagiert sich die NGO Kunzwana
Women’s Association für
Möglichkeiten einer Produktion unter menschenwürdigen
Bedingungen, etwa durch Gütesiegelprogramme wie das „Flower
Label Program – FLP“, die auf strengen Kriterien und externen
Prüfungen basieren.
Emma
Mahlunge, Direktorin der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Spiwe
Chigwande, Arbeiterin einer Blumenfarm, Mitglied des National
Employment
Council und der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Moderation:
Sophie Veßel, FIAN Österreich und Sabine Stelczenmayr,
Grüne Bildungswerkstatt Wien
Eine
Veranstaltung von FIAN Österreich, in Kopperation mit der Grünen
Bildungswerkstatt Wien und dem Depot
Mittwoch,
17. Februar, 19.00
Was
ist Demokratie?
kinokis
mikrokino # 169
„What
is democracy?“ Oliver
Ressler stellte diese Frage AktivistInnen und politischen
AnalystInnen aus Amsterdam, Berkeley, Berlin, Bern, Budapest,
Kopenhagen, Moskau, New York, Rostock, San Francisco, Sydney, Taipeh,
Tel Aviv, Thessaloniki und Warschau. Obwohl allen
GesprächspartnerInnen dieselbe Frage gestellt wurde, ist das
Resultat eine Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven und Ansichten
von Menschen, die in Staaten leben, welche üblicherweise als
Demokratien bezeichnet werden. Ist aber die dominierende parlamentarisch-repräsentative Form tatsächlich Demokratie?
Und wie könnte ein alternatives demokratisches System aussehen
und welche organisatorische Form könnte es annehmen?
Anschließend
Gespräch mit Oliver Ressler, Künstler
What
Is Democracy?, Oliver
Ressler, 2009, 118 min., OmdU.
Dienstag,
23. Februar, 19.00
BackTalk
– Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk
ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck –
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos
zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und
Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr
um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt
werden.
Corinna
Milborn, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin
Hikmet
Kayaha, Bündnis gegen den Rechtsruck
Eine
Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck
Donnerstag,
25. Februar, 19.00
Bologna
burns!
Informationsveranstaltung
Vom
11. bis 12. März werden die BildungsministerInnen 46
europäischer Staaten, zur 10-Jahre-Jubiläumskonferenz des
Bologna-Prozesses nach Wien und Budapest geladen. Angesichts der
Zustände an den Universitäten und den breiten Protesten für
freie Bildung, sind die geplanten Feierlichkeiten eine Verhöhnung
der Uni-Angehörigen.Grund
genug, um den Sinn und Zweck des Bologna-Prozesses zu hinterfragen
und über den alternativen Gegengipfel vom 12.-13. März zu
informieren.
Eine
Veranstaltung von bolognaburns.org
Folgende Veranstaltung muss leider abgesagt werden:
Donnerstag,
25. Februar, 19.00
nowiswere
Präsentation
und Diskussion
Dienstag,
2. März, 19.00
Perspektiven
kollektiver Interessenvertretung
Buchpräsentation
und Diskussion
Mit
dem verstärkten Auftreten von Wissensarbeit gewinnt eine
Erwerbsgruppe an Bedeutung, bei der die etablierten
Interessensvertretungen gewöhnlich auf wenig Resonanz stoßen.
Das Buch „Wissensarbeiter organisieren“ untersucht die
Arbeitssituation und Interessen hochqualifizierter Beschäftigter
in wissensintensiven Tätigkeitsfeldern, einer Gruppe, die
paradigmatisch für 'moderne' Formen der Arbeit und
Interessenvertretung steht. Die AutorInnen gehen theoretisch und
empirisch am Beispiel Österreichs der Frage nach, welche
Unterschiede es in der Organisationseignung und Mobilisierbarkeit von
WissensarbeiterInnen gibt und welche neuen Handlungsmöglichkeiten
sich daraus für die Interessenvertretungen ergeben.
Christine
Kasper, Betriebsrätin
Universität Wien und Funktionärin GÖD
Friedrich
Kofler, Obmann der Fachgruppe UBIT der WKW
Manfred
Kofranek, MAS Knowledge Management Austria
Eva
Wilhelm, Betriebsratsvorsitzende
AIT Austrian Institute of Technology GmbH
Moderation:
Wolfgang Gerlich
Susanne
Pernicka, Anja Lasofsky-Blahut, Manfred Kofranek, Astrid Reichel:
Wissensarbeiter organisieren. Perspektiven kollektiver
Interessenvertretung, Berlin:
Edition Sigma, 2010.
Montag,
8. März, Dienstag, 9. März, 10.00
Freiraum
Leerstellen
Vorträge
und Diskussion
In
Ballungszentren ist der Bedarf nach Freiräumen in den letzten
Jahrzehnten massiv gestiegen. Deshalb hat die kunstschule.at
für die heurige Projektwoche das Thema "Freiraum
Leerstellen" ausgewählt. Die gemeinsame Nutzung des
Schulhauses in der Lazarttgasse mit der künstlerischen
Volkshochschule führte und führt immer wieder zu
Konflikten, Raumnot stellt daher ein permanentes Problem der Schule
dar. Die Sehnsucht nach mehr Raum sensibilisiert den Blick auf die
Stadt, auf leer stehende Lokale, Industrieanlagen, Mietshäuser
und führt zu der Frage, wieso diese Räume nicht genutzt
werden.
Montag,
8. März
10.00
Dieter Schrage, Kurator, Kulturwissenschafter
11.00
Alexander Scheer, Wohnrecht
12.00
Jutta Kleedorfer, Projektkoordination für Mehrfachnutzung, MA18
14.00
Barbara Jeitler, Gebietsbetreuung Stadterneuerung 16. Bezirk
15.00
Gartenpolylog, österreichisches Netzwerk interkultureller
Gemeinschaftsgärten
Dienstag,
9. März
10.00 Sissa Micheli, Aspekte der
Zwischennutzung anhand von Beispielen aus
Wien
10.00 MIK, Moblie Initiative Kultur/Mission
Ignition Kagran (Genochmarkt
Kagran)
13.00 Kampolerta, Netzwerk zur ungewöhnlichen
Nutzung von
öffentlichen Raum
14.00 Filmprogramm
Eine
Veranstaltung der kunstschule.at
Mittwoch,
10. März, 19.00
Die
Jüdischnationale Partei 1906 –1938
Vortrag
Bei
den ersten Wahlen in der Republik im Jahr 1919 erzielte die
Jüdischnationale Partei ein Mandat im österreichischen
Nationalrat und drei Mandate im Wiener Gemeinderat. Im Mittelpunkt
jüdischnationaler Politik standen die Forderungen nach
Gleichberechtigung der JüdInnen und ihrer Anerkennung als Nation
sowie die Schaffung eines Judenstaates in Palästina / Eretz
Israel. 90 Jahre danach liegt nun eine Publikation über die
Jüdischnationale Partei vor, die erstmals eine Gesamtdarstellung
ihrer Geschichte in Österreich bietet. Die Ergebnisse der
umfangreichen wissenschaftlichen Forschungen dieses Bandes gehen über
konkrete jüdischnationale Politik hinaus und machen einen lange
ignorierten Teil jüdischer Lebensentwürfe sichtbar.
Dieter
J. Hecht, Historiker und Herausgeber
Dieter
J. Hecht (Hg.): Die
Jüdischnationale Partei in Österreich 1906 –1938. In:
Chilufim.
Zeitschrift für Jüdische Kulturgeschichte 7/09.
In
Kooperation mit dem Gedenkdienst, zum 150. Geburtstag von Theodor
Herzl.
Donnerstag,
11. März, bis Freitag, 13. März
Negative
Sozialphilosophie
Symposion
Einerseits
ist es plausibel, die Aufhebung, Entschärfung oder
Regelung von
Phänomenen negativer Sozialität anzustreben;
andererseits kann argumentiert werden, dass
Gemeinschaften und Gesellschaften mit unaufhebbarem Widerstreit,
innerem Konflikt oder dem sogenannten „Unvernehmen“ leben
müssen.
Die Tagung unternimmt den Versuch, diese negativen
Erfahrungennicht nicht von vornherein als
Mangelphänomene zu beschreiben, sondern sie aus einer sozial-
und kulturphilosophischen Perspektive näher zu untersuchenund
damit auch gängige Konzepte des Sozialen einer grundlegenden
Revision zu unterziehen...
Donnerstag, 11. März
15.30
Einführung
Burkhard Liebsch, Universität Bochum
16.00
Grenzen eines dialektischen Negativismus
Zum Konzept einer negativistischen Sozialphilosophie
Burkhard Liebsch, Universität Bochum
17.15
Antagonismus
Oliver Marchart, Soziologisches Seminar der Universität Luzern
Freitag, 12. März
9.00
Alterität
Zur leeren Mitte der Kommunikation
Andreas Hetzel, Darmstadt
10.15
Schweigen
Zum Zentrum von Kafkas sozialer Welt
Tobias Klass, Philosophisches Seminar der Universität Wuppertal Wuppertal
11.30
Entfremdung
Unheimliche Seiten des Arbeitens
Andreas Oberprantacher, Institut für Philosophie der Universität Innsbruck
12.45 Mittagspause
14.00
Indifferenz
Ontologische Struktur, anthropologisches Faktum oder geschichtlich-gesellschaftliche Entwicklung?
Sophie Loidolt, Philosophie, Universitäten Wien und Klagenfurt
15.15
Widerstand
Zwischen pathischer Negation und negativer Aktion
Hans Rainer Sepp, Humanwissenschaftliche Fakultät der Karls-Universität Prag
16.30 Pause
16.45
Missverständnis
Dialektik und Hermeneutik generativer Verhältnisse
Tatiana Shchyttsova, Philosophie, European Humanities University in Vilnius
18.00
Unterbrechung der Ökonomie - Ökonomie der Unterbrechung
Arthur Boelderl, katholisch-theologische Universität Linz
Samstag, 13. März
9.00 Uhr
Hass
Haltung des Unversöhnlichen
Sandra Lehmann, Philosophin, Wien
10.15 Uhr
Willkür
Andreas Niederberger, Institut für Philosophie der Uni Frankfurt am Main
11.45 Uhr
Rassismus: Zur Phänomenologie leibhaftiger sozialer Inferiorisierung
Michael Staudigl, Philosoph, Visiting Fellow am IWM, Wien
Eine
Veranstaltung des IWK - Institut für Wissenschaft und Kunst
Dienstag,
16. März, 19.00
BackTalk
– Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk
ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck –
einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos
zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung nd
Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr
um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit eklärt
werden.
Lakis
Jordanopoulos, Journalist, ORF Minderheitenredaktion
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Eine
Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck
Mittwoch, 17. März, 19.00
Volkskrieg
– ein Heimatfilm
kinokis
mikrokino #170
Volkskrieg
– ein Heimatfilm erzählt
eine Geschichte über Solidarität und reflektiert dabei
aktuelle gesellschaftliche Problemstellungen wie Arbeitsverhältnisse
und Migration. Fünf Menschen treffen sich auf einer Almhütte,
bilden eine nicht nur
kulturell vielfältige Gemeinschaft und schicken sich an, ihr
Leben in die eigenen Hände zu nehmen, um mit natürlicher
Selbstverständlichkeit
soziale Zwänge zu durchbrechen und Zukunftsperspektiven zu
eröffnen. Die unabhängige Filmemacherinnengruppe RMP132
bedient sich dabei der Stilmittel des Heimatfilms der 50er und 60er
Jahre, stellt sich in die Tradition des kritischen Heimatfilms der
späten 70er und 80er Jahre und kombiniert dies mit den
Möglichkeiten des epischen Theaters.
Anschließend
Gespräch mit Jan Pirker und weiteren am Film Beteiligten
Volkskrieg
– ein Heimatfilm (A
2008) Regie / Buch / Schnitt: Jan Pirker, Kamera: Barbara Wimmer,
Produktion: RotesMeidlingProduktion132.
Mit
Alev Irmak, Mamadou H. Wane, Thomas Hoschek, Wang Zhou, Erland
Secrieru u. a., 82 min.
Donnerstag,
18. März, 19.00
Uni
brennt.
Buchpräsentation
und Diskussion
»Uni
brennt« war im Herbst 2009 der Ruf der Studierenden, aber auch
vieler Lehrender, an der Universität Wien. Das Buch „Uni
brennt. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches“
liefert einen kritischen Diskussionsbeitrag zur Bildungsdebatte,
unterschiedliche, zum Teil sich widersprechenden Positionen und
Informationen für eine kritische Öffentlichkeit. Entstanden
aus der Initiative von protestierenden Studierenden, macht sich der
Sammelband auf die Suche nach den Ursachen, stellt grundsätzliche
Fragen zum Bildungsbegriff und zur Bildungspolitik und gibt
atmosphärische Stimmungsbilder aus den ehemals besetzten
Hörsälen wieder.
Eva
Maltschnig, ÖH Generalsekretärin
Erich
Ribolits, Institut für Bildungswissenschaften, Universität
Wien
Karin
Schönpflug, Projekt Internationale Entwicklung,Universität
Wien
Marlene
Streeruwitz, Schriftstellerin
Phillip,
KriSU, Kritische und
Solidarische Universität
Moderation:
Leo Hiesberger
Stefan
Heissenberger, Viola Mark, Susanne Schramm, Peter Sniesko, Rahel
Sophia Süß. (hg) UNI
BRENNT. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches.
Turia+Kant,
Wien 2010
Montag,
22. März, 19.00
Alltag
und Handeln in Psychiatrien
Vortrag
und Diskussion
In
der Historiographie der Psychiatrie werden Fragen danach, wie
PatientInnen mit den restriktiven Maßnahmen umgingen, mit
denen sie in psychiatrischen Institutionen konfrontiert waren, nur
selten gestellt. Dabei können gerade Krankenakten und
Selbstzeugnisse wie Zeichnungen, textile Arbeiten oder Briefe
vielfältige Antworten auf diese Fragestellungen geben. Ein
praxistheoretischer Ansatz stellt der Wirkmächtigkeit räumlicher
und diskursiver Strukturen die Eigenmächtigkeit gewöhnlicher
Praktiken gegenüber. Mit dem Fokus auf alltägliche
Handlungsweisen von Frauen in Psychiatrien um 1900, soll diese „Kunst
des Handelns“ (Michel de Certeau) beleuchtet werden.
Monika
Ankele, Historikerin, Kunstvermittlerin, Künstlerin Schwestern
Brüll
Respondenz:
Andrea Griesebner, Historikerin, Universität Wien
Monika
Ankele: Alltag
und Aneignung in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse von Frauen aus
der Sammlung Prinzhorn. Wien
/ Köln /Weimar:
Böhlau 2009.
Dienstag,
23. März, 19.00
Subversiv?
Podiumsdiskussion
Der
Begriff der Subversion bleibt in der gegenwärtigen Kunstpraxis
und Kunsttheorie bezüglich seiner Bedeutungen oft unreflektiert.
Ist „subversiv“ weit entfernt von seiner ursprünglichen
Bedeutung als „unterwandernd“ zu einem Label der Rezeption
geworden, das KunstkritikerInnen, KuratorInnen und Institutionen für
all jene Kunst anwenden, die sie für radikal halten?
Oder ist ein solcher „Subversions-Pessimismus“ fehl am Platz und
die Subversion noch immer ein effektives Konzept künstlerischer
Intervention?
Jens
Kastner, Soziologe, Kunsthistoriker, Akademie der bildenden Künste
Wien
Jakob
Lena Knebl, Künstler_in, Akademie der bildenden Künste Wien
Oliver
Ressler, Künstler
Moderation:
Astrid Peterle, Depot
Die für Mittwoch, 24. März, angekündigte Veranstaltung "Das Vaterspiel"
mit Michael Glawogger und Robert Buchschwenter
muss verschoben werden.
Neuer Termin: Montag, 19. April, 19.00
Dienstag,
30. März, 19.00
Sponsored
by Eltern: Praktika im Kunstfeld
Podiumsdiskussion
Während
ihres Studiums leisten StudentInnen im Kunstbetrieb oft unbezahlte
oder unterbezahlte Arbeit in Form von Praktika. Ähnlich prekäre
Arbeitssituationen gehen auch viele junge AbsolventInnen ein, mit der
Hoffnung, im Kunstfeld Fuß zu fassen. Eine derartige
Arbeitssituation können sich meist nur diejenigen leisten, die
über einen entsprechenden finanziellen Background verfügen,
über Eltern, die somit indirekt den Kunstbetrieb sponsern. Haben
prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Kunstfeld einen
systemerhaltenden Stellenwert? Wie stellt sich die Situation für
ArbeitgeberInnen dar?
Daniela
Koweindl, IG Bildende Kunst
Paul
Ringler, Soziologe, Plattform Generation Praktikum
Gabriele
Senn, Galeristin, Vorsitzende des Verbands Österreichischer
Galerien Moderner Kunst
Stefan
Wagner, stellvertretender Direktor des Museums Moderner Kunst
Stiftung Ludwig Wien
Moderation:
Klaus Neundlinger, Philosoph und Autor
Montag, 12. April, 19.00
Impersonal Intersex
Vortrag
Operationen für Intersexuelle versteht Iain Morland
als queere Praxis. Trotz ihrer konservativen Ziele hat Chirurgie
Morland zufolge einen desorientierenden Effekt auf Individuen; Queer
Theory ermöglicht ein kritisches Verständnis der zeitlichen
und räumlichen Eigenschaften des post-operativen Körpers. In
seinem Votrag Impersonal Intersex. Genital Surgery in the Public Sphere
vertritt Morland die These: Wenn Desorientierung nicht als private
Angelegenheit individueller Körper, sondern als historisch
produzierte Bedingung der Persönlichkeit verstanden wird, dann
wäre die Behandlung von Intersexualität auch Thema für
einen öffentlichen Dialog.
Iain Morland, Kulturwissenschaftler, Cardiff University, UK
Moderation: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Universität Wien
Susanne Hochreiter, Literaturwissenschaftlerin, Universität Wien
Veranstaltung in englischer Sprache
Queere Interventionen.
Veranstaltungsreihe und interdisziplinäre Kooperation,
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität
Wien
Mittwoch, 14. April, 19.00
Eine unerhörte Diskriminierung?
Vortrag und Diskussion
Im
Zuge des aktuellen Präsidentschaftswahlkampfes wurde einmal mehr die
Frage nach der Zeitmäßigkeit der Habsburger-Gesetze aufgeworfen.
Kurzfristig schien über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit über die
notwendige Streichung des entsprechenden Passus zu herrschen, doch
inzwischen formiert sich Widerstand. Inmitten des großen Getöses macht
es Sinn, sich Zeit zu nehmen, um sich in Ruhe mit dem die Habsburger
betreffenden Gesetzeskomplex auseinander zu setzen.
Ilse Reiter-Zatloukal, Juristin, Institut für Rechtsgeschichte, Universität Wien
Ronald Faber, Jurist, Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes
In Kooperation mit Gedenkdienst
Freitag, 16. April, 19.00
Kritik des Kapitalismus
Buchpräsentation
Der Grazer Journalist Christian Stenner beschäftigt sich mit
den sozialen Auswirkungen ökonomischer Verhältnisse, besonders mit den dem Kapitalismus eigenen strukturellen
Deformationen und zyklischen Krisen. Unmittelbar nach dem Platzen der
Immobilienblase in den USA befragte er ausgesuchte SpezialistInnen zu
den Hintergründen der aktuellen Krise und zu möglichen
Ansätzen, diese zu überwinden. In knapp zwei Jahren
entstanden fünfzehn Gespräche.
Stephan Schulmeister, Ökonom am Institut für Wirtschaftsforschung WIFO
Erhard Glötzl, ehemaliger Vorstandsdirektor der Linz AG
Kurt Rothschild, Doyen der österreichischen Wirtschaftswissenschaften
Christian Stenner, Journalist
Christian Stenner (Hg.): Kritik des Kapitalismus. Gespräche über die
Krise. Wien: Promedia 2010
Montag, 19. April, 19.00
Das Vaterspiel
Let’s talk about ... SCRIPTS!
Eigentlich ist Rupert Kramer, genannt Ratz, Sohn eines
sozialdemokratischen Ministers, ein unpolitischer Mensch, ein
Politikverweigerer. Ausgerechnet er gerät, als er einen Anruf von
seiner Jugendliebe Mimi erhält, in einen brutalen geschichtlichen
Lehrgang. Ratz fliegt zu ihr nach Amerika und bald wird klar, er soll
ihr helfen, das Versteck ihres Vaters, eines litauischen Nazis, der
für die Ermordung zahlloser Juden verantwortlich ist, auszubauen.
Michael Glawogger, Regisseur und Drehbuchautor Das Vaterspiel (AT 2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM
In Kooperation mit dem drehbuchFORUM Wien
Dienstag, 20. April, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
Das Bündnis gegen den Rechtsruck ist nun DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus;
und immer noch eine Plattform für Menschen, die nicht tatenlos
zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und
Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und
zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden. Was
unternehmen die Parteien gegen diese Tendenzen?
Sirvan Ekici, ÖVP, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Alev Korun, Die Grünen, Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat
Nurten Yilmaz, SPÖ, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Moderation: Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS
Mittwoch, 21. April, 19.00
‚Kunst dem Volk‘
Dissertation
Zwischen 1939 und 1944 gab Heinrich Hoffmann,
„Hoffotograf“ Adolf Hitlers, in Wien die Zeitschrift
„Kunst dem Volk“
heraus. Durch das Heft ziehen sich bestimmte Topoi der
NS-Kunstliteratur, die ihre Parallelen in der akademischen
unstgeschichtsschreibung finden. Untersucht wurden dabei die
–
häufig absurd erscheinenden –Zuschreibungen an die deutsche
sowie
die „ostmärkische“ Kunst; zudem ließen sich
bestimmte
zeittypische Künstlerideale herausarbeiten. Obwohl sich
„Kunst dem
Volk“ auf den ersten Blick weniger offensiv-propagandistisch
gebärdete als andere NS-Kunstzeitschriften, diente auch in diesem
Heft die Erzählung von Kunstgeschichte eindeutig
propagandistischen Zwecken.
Nina Schedlmayer: Die
Zeitschrift ‚Kunst dem Volk‘. Populärwissenschaftliche
Kunstliteratur im Nationalsozialismus und ihre Parallelen in der
akademischen Kunstgeschichtsschreibung. Dissertation, Universität Wien 2010
Donnerstag, 22. April, 19.00
Corazón del tiempo / Heart of Time
kinokis mikrokino # 171
Während die Armee der Bundesregierung widerständige
Gebiete besetzt, soll mitten im aufständischen Gebiet der
Zapatistas Sonia verheiratet werden. Doch ihr Herz schlägt
für einen anderen, einen Aufständischen. Damit gerät sie
nicht nur mit den überlieferten Gebräuchen in Widerspruch,
sondern auch mit dem revolutionären zapatistischen Gesetz. Dieser
erste zapatistische Spielfilm aus der Selva Lacandona wurde nicht
zuletzt möglich durch die Zusammenarbeit der aufständischen
Räteregierungen mit Hermann Bellinghausen, der den indigenen
Aufstand seit 1994 journalistisch begleitet.
Anschließend Gespräch mit Tom Waibel, kinoki
Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker
Luz Kerkeling, Filmemacher und Autor
Corazón del tiempo / Heart of Time (MEX 2008). Regie: Alberto Cortés. 90 min. OmeU
Dienstag, 27. April, 19.00
RUHRTEXT
Buchpräsentation
Angeregt von den Dérive-Experimenten der
Situationisten, die der von den Verheerungen des Kapitalismus und einer
„autogerechten“ Verkehrsplanung gezeichneten modernen Stadt
ihre bewußt subjektive Aneignung des Stadtraums entgegensetzten,
durchstreife ich „Deutschlands größte Stadt“,
die eigentlich keine ist – oder ein Patchwork aus vielen. Das mag
absurd erscheinen, zumal das Ruhrgebiet zu einem nicht
unbeträchtlichen Teil aus „automobilen Zonen“ besteht,
die in der Regel durchfahren werden und nicht durchwandert. (Florian
Neuner)
Florian Neuner, Autor
Georg Driendl, Architekt
Ralph Klever, Klever Verlag
Bernhard Widder, Lyriker und Architekt
Florian Neuner: Ruhrtext. Eine Revierlektüre. Wien: Klever Verlag 2010
Mittwoch, 28. April, 19.00
Migrationsforschung in Österreich
Podiumsdiskussion
Migrationsberichte, Diversity Management,
Integrationsleitbilder – Wissenschaft und Politik rücken
zunehmend zusammen, wenn es um Fragen der Migration geht. Viele
begrüßen die nunmehr verbesserte Zusammenarbeit, doch welche
Konsequenzen hat die neue „Nähe“ für Ressourcen
und Möglichkeiten einer sich kritisch verstehenden
Migrationsforschung? Um dieses Spannungsverhältnis auszuloten,
werden die alte
wie neuere Geschichte sowie die aktuelle Positionierung von
Migrationsforschung in Österreich vor dem Hintergrund
internationaler Diskussionen beleuchtet.
Kien Nghi Ha, Politik- und Kulturwissenschaftler, Berlin
Barbara Herzog-Punzenberger, Anthropologin, Österreichische
Akademie der Wissenschaften
Ljubomir Bratic´, Philosoph, Wien
Assimina Gouma, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Salzburg und [KriMi]
Eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe [KriMi] Kritische Migrationsforschung
Donnerstag, 29. April, 19.00
Abschied von der Illusion
Krise ohne Ende. Teil 1
Angesichts der Verwerfungen nach dem Finanzcrash und der
folgenden Weltwirtschaftskrise richten sich die Hoffnungen vieler auf
eine „andere“ Politik. Regulierungen im Dienste des
Allgemeinwohls sollten die Macht der Finanzmärkte bändigen
und eine soziale und ökologische Neuausrichtung ermöglichen.
Stattdessen bleibt den staatlichen Krisenverwaltern kaum mehr als die
Aufrechterhaltung „systemrelevanter Funktionen“.
Warum die Politik die Krise nicht lösen kann und es
einer neuen Perspektive sozialer Emanzipation bedarf.
Norbert Trenkle, Gruppe Krisis, Nürnberg
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Freitag, 30. April, 19.00
Universidad Nómada
Präsentation und Diskussion
In den letzten Jahren dienten Monster-Institutionen als
experimenteller Rahmen, um die politischen Diagramme sozialer
Bewegungen in die institutionelle Organisation von gesellschaftlicher
Kooperation und von Wissensproduktion einzubringen. So wurden sowohl
Kunstinstitutionen als auch unabhängige Institutionen zum Ort des
Experimentierens. Hybridisierung, Metamorphose und Innovation wurden
dabei zu Stichwörtern für die Herausbildung
nicht-repräsentationistischer
politischer Formationen und für die Analyse des Verhältnisses
von Krise und sozialem Wandel. In diesem Kontext fungiert Universidad
Nómada als Dispositiv für die Produktion autonomen Wissens
und politischer Interventionen.
Francesco Salvini and Raúl Sánchez Cedillo, Universidad Nómada
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp
Veranstaltung in englischer Sprache
Dienstag, 4. Mai, 19.00
Leben und arbeiten in Wien
Podiumsgespräch
Zum dritten Mal findet in der Kunsthalle Wien eine
Ausstellung der Reihe Lebt und arbeitet in Wien statt. Grund genug, um
nachzufragen, was sich seit Beginn dieser Ausstellungsreihe 2000
für Kunstschaffende in Wien geändert hat, wie sich die
Produktionskontexte entwickelt haben und wie es um die
Arbeitsverhältnisse bestimmt ist. Worin liegen die Vorteile, worin
die Nachteile, von Wien als Hafen und Ausgangspunkt einer
künstlerischen Lebens- und Arbeitsexistenz?
Anna Jermolaewa, Künstlerin
Mahony, KünstlerInnengruppe
Angela Stief, Kuratorin, Kunsthalle Wien
Moderation: Nina Schedlmayr, Kunstkritikerin
Donnerstag, 6. Mai, 19.00
Kunst und Gesellschaft im öffentlichen Raum
Vortrag und Respondenz
Der Kunstwettbewerb common berlin zielt auf modellhafte
Projekte, die sich mit Veränderungen im öffentlichen Raum,
mit gesellschaftspolitischen Fragen und alternativen Lebensweisen im
urbanen Raum Berlins auseinander setzen: Die Stadt soll zu einem
Bürgercampus im Sinne einer Gesellschaftsuniversität werden,
in dem Kommunikationsprozesse initiiert und aktiviert, Kooperationen
angestoßen und verwirklicht
werden. Bürgerlnnen und Künstlerlnnen arbeiten
ergebnisorientiert zusammen und setzen Bewusstseinsprozesse sowie
Veränderungen in Gang.
Kerstin Polzin, Künstlerin, Berlin
Stefan Krüskemper, Künstler, Berlin
Respondenz: Elisabeth Mayerhofer, FOKUS-Forschungsgesellschaft
für kulturökonomische und kulturpolitische Studien
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Freitag, 7. Mai, 19.00
nowiswere
Präsentation und Diskussion
nowiswere
agiert seit 2008 als Online-Magazin zur zeitgenössischen Kunst mit
Sitz in London und Wien. Internationale AutorInnen, KünstlerInnen,
KuratorInnen und KritikerInnen werden eingeladen, in Bild- und
Textbeiträgen über ihre eigene, oder die Produktion und
Praxis anderer zu sprechen. Anlässlich seines zweijährigen
Jubiläums präsentieren Herausgeberinnen und Beitragende das
Magazin erstmals in Wien.
Anita di Bianco, Künstlerin, Berlin
Yane Calovski, Künstler und Kurator, Skopje
Mara Ferreri, unabhängige Autorin, London
Veronika Hauer, Künstlerin, Autorin, Herausgeberin nowiswere, Wien
Fatos Ustek, Kuratorin, Kritikerin, Herausgeberin nowiswere, London
Montag, 10. Mai, 19.00
Schlagwort Borderline
Podiumsgespräch
Immer häufiger taucht in den Medien das Schlagwort
Borderline auf – nicht selten im Kontext von Gewalt oder dem
Sensationsaspekt der Selbstverletzung. Der Großteil der
Bevölkerung steht dem Begriff mit Ratlosigkeit gegenüber.
Psychiatrische Konzepte der Borderline-Störung scheinen Ausdruck
einer
zunehmend individualisierten Gesellschaft zu sein. Strukturlosigkeit,
abnehmende Einbindung in soziale Netze, beruflich prekäre
Situationen und die daraus resultierende Identitätsunsicherheit
– das postmoderne Individuum wird nicht selten selbst zum
Grenzgänger. Doch sind deshalb alle Borderliner? Was ist dran an
der medial vermittelten Borderline-Gesellschaft?
Irene Apfalter, Integrative Therapeutin i.A.u.S. und ehemals Betroffene
Fritz Hausjell, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,
Universität Wien
Sonja Krückl, Borderline-Netzwerk e.V. / Österreich, Betroffene
Alice Sendera, Verhaltenstherapeutin, Österreichische Gesellschaft
für Dialektisch Behaviorale Therapie und Skills-Training (ÖDBT)
Gabriela Wagner, Psychosozialer Dienst der Stadt Tulln, Ärztin und
Integrative Gestalttherapeutin
Moderation: Dagmar Weidinger, freie Wissenschaftlerin und Journalistin
Dienstag, 11. Mai, 19.00
Solidarische Ökonomie – ein Kind der Not?
Krise ohne Ende. Teil 2
Die zunehmend krisenhaften Entwicklungen des
globalisierten Kapitalismus machen die Suche nach Auswegen aus einer
allein am Profit orientierten Produktionsweise zur zentralen
Herausforderung unserer Zeit. Solidarische Ökonomie bemüht
sich um Alternativen, die soziale und ökologische Kriterien in den
Vordergrund stellen. Obwohl einzelne Projekte erfolgreich sind,
scheitern doch viele an kapitalistischen Marktlogiken, denen sie sich
oft nicht entziehen können. Welche Veränderungen sind
notwendig, damit Solidarische Ökonomie ihr
emanzipatorisches Potential entwickeln kann?
Markus Auinger, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Mittwoch, 12. Mai, 19.00
Geschichte und Öffentlicher Raum
Vortrag und Diskussion
In
ganz Wien existieren zahlreiche Initiativen zur Umbenennung von Straßen
und Plätzen, von der Arnezhofer Gasse über den Dr.-Karl-Lueger-Ring bis
zur Anschlußgasse. So engagiert und scheinbar gut vernetzt die
ProponentInnen der Umbenennung auch sein mögen – etwa die Universität
Wien – so erfolglos war ihr Unterfangen bisher. Von den politisch
Verantwortlichen sind stets dieselben Argumente zu hören: Zu teuer, mit
zuviel Aufwand für die AnrainerInnen verbunden und obendrein ob des
„denkmalstürmenden Charakters“ abzulehnen. War das immer so? Unter
welchen Bedingungen erfolgten in den letzten hundert Jahren nach
Maßgabe welcher Kriterien tatsächlich Umbenennungen? Und welche
gesellschaftlichen und politischen Akzente wurden dabei jeweils
eingeschrieben?
Birgit Nemec, Historikerin, Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst
Freitag, 14. Mai, 19.00
Herzl und die Abschaffung des Staates
Vortrag
In Theodor Herzls zionistischem Utopie-Roman Altneuland
ist – gemessen an der nationalstaatlich gedachten „modernen
Lösung der Judenfrage“ im zuvor erschienenen Judenstaat
– eine erstaunliche Feststellung zu finden: „Wir sind kein
Staat.“ Davon ausgehend lässt sich eine Spur zum heute
weitgehend vergessenen zionistischen Nationalökonomen und
Soziologen Franz Oppenheimer verfolgen, mit dessen Modell einer
sozialliberalen
Freibürgerschaft Herzl während der Arbeit am Roman
in Berührung kam. Inwiefern handelt es sich bei Herzls Utopie
nicht allein um eine national-jüdische, sondern auch um eine
universal verstandene Sozial-Utopie des dritten Weges?
Clemens Peck, Germanist, Universität Salzburg
Eine Veranstaltung zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl
Montag, 17. Mai, 19.00
Halbinseln gegen den Strom
Krise ohne Ende. Teil 3
Bei immer mehr Menschen wächst die Offenheit, oder
schlicht die Einsicht in die Notwendigkeit, grundlegende Alternativen
zu denken, die einen Ausweg aus unserer gegenwärtigen Produktions-
und Lebensweise und die Abkehr vom Dogma des quantitativen Wachstums
ermöglichen – bevor der verrückte Selbstzweck eines
einzig auf die Profitmaximierung des Kapitals ausgerichteten Systems
alle Lebensgrundlagen zerstört. Halbinseln gegen den Strom beschreibt Wege jenseits von Kapitalismus, Geld und Tauschlogik.
Friederike Habermann, Ökonomin und Autorin, Berlin
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Friederike Habermann: Halbinseln gegen den Strom: Anders leben und wirtschaften im Alltag. Sulzbach / Taunus: Ulrike Helmer Verlag 2009
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Dienstag, 18. Mai, 19.00
10 Thesen zu: Visueller Politik
Podiumsgespräch
In 10 Thesen skizziert Tom Holert aktuelle Tendenzen
visueller Politik. Seine politisch pointierte Medienreflexion
exemplifiziert er unter anderem am Einsatz von Überwachungsvideos
als Beweismaterial in den Prozessen gegen iranische Oppositionelle und
knüpft daran Fragen nach dem Zusammenhang von dokumentaristischer
Ästhetik und forensischer Funktion von Videobildern.
Tom Holert, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften, Akademie der bildenden Künste, Wien
Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Veranstaltungsreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramón Reichert
Mittwoch, 19. Mai, 19.00
Zum Denken der sexuellen Differenz
Buchbesprechung
Luce Irigarays Theorem der sexuellen Differenz wird
vorgeworfen, einer normativen Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit das
Wort zu reden und mit ihrem Postulat einer weiblichen Subjektposition
die Subjektkritik des 20. Jahrhunderts zu ignorieren. Laut der
Philosophin Tove Soiland interveniert Irigaray mit ihrem
Theorem in eine innerfranzösische Kontroverse, die als
Dekonstruktion der Psychoanalyse bezeichnet wird. Vor diesem
Hintergrund wird die Kritik an Irigaray an das dekonstruktive
gender-Verständnis zurückgegeben, für das im
deutschsprachigen Raum paradigmatisch die Schriften Judith Butlers
stehen.
Birge Krondorfer, Philosophin
Tove Soiland, Philosophin
Tove Soiland: Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine Dritte
Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten. Wien / Berlin:
Turia + Kant 2010
Donnerstag, 20. Mai, 19.00
Radio Alice. 33 Years After
Media Activism 1
Als würden sie ein anthropologisches Ritual
ausführen, hat die Mehrheit der bologneser Jugendlichen
beschlossen, sich nackt auszuziehen, Gesicht und Körper zu bemalen
wie Wilde bei einer Initiationszeremonie, Grammatik und Syntax zu
vergessen, die bekannten Wörter in Anagramme zu verwandeln, in
Versen zu sprechen, auf die frühesten Zustände der
Vergangenheit zu regredieren und sich die avanciertesten
Zukunftsszenarien auszudenken, alle Sprachen der Welt zu verwerfen, um
sie neu zu erfinden, weil alle Sprachen der Welt schon längst
versagt hatten.“ Maurizio Torrealta, Genua 1996
Klemens Gruber, Autor, Institut für Theaterwissenschaft, Universität Wien
Maurizio Torrealta, Mitbegründer von Radio Alice, Chefredakteur RAI news24
Franco Berardi „Bifo“, Mitbegründer von Radio Alice, Philosoph
Enrico Palandri, Autor, University College London
Klemens Gruber: Die zerstreute Avantgarde. Strategische Kommunikation
im Italien der 70er Jahre. Wien: Böhlau 2010
TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Freitag, 21. Mai, 19.00
Radio Alice. Filme & Kommentare
kinokis mikrokino # 172
In den 1970er Jahren verwandelte sich Italien in ein soziales
Laboratorium, in dem Medienexperimente eine entscheidende Rolle
spielten. Kurz vor der Ankunft des Privatfernsehens, das heute unter
Berlusconi eine TV-Diktatur ausübt, ließ ein Netzwerk von
lokalen, „freien“ Radiostationen das staatliche Monopol
zusammenbrechen. Anfang 1976 begann ein Radiokollektiv aus den Studios
von Radio Alice zu senden: Eines Morgens wünscht eine sanfte
Frauenstimme den HörerInnen einen guten Morgen: „Eine
Einladung an euch, heut morgen nicht aufzustehen, mit jemandem im Bett
zu bleiben, euch Musikinstrumente zu bauen und deleuzianische
Maschinen.“
Kommentare von Franco Berardi „Bifo“, Enrico Palandri, Maurizio
Torrealta und Klemens Gruber
Alice é in Paradiso (I 2002). Regie: Guido Chiesa. 77 min. Dt. Übers. live eingesprochen
Videomaterial aus Bologna 1977
In Kooperation mit dem TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien
Dienstag, 25. Mai, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
Nach zehn BackTalks ist es an der Zeit zu fragen: Was hat
es gebracht, welche Strategien wurden erarbeitet? Reicht es aus zu
diskutieren? Was muss dem Wort folgen? Nun muss erörtert werden,
ob es möglich und sinnvoll ist, progressive Kräfte in
Bündnissen zusammen zu führen, warum es scheinbar so
kompliziert ist, Menschen, die das Selbe wollen auch dazu zu bewegen,
gemeinsam an dem Selben aktiv zu arbeiten, und welche Herausforderungen
auf die Zivilgesellschaft in Wien, wo im Herbst gewählt wird,
warten.
Publikumsdiskussion mit Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS
Mittwoch, 26. Mai, 19.00
Wem gehört die Welt?
Krise ohne Ende. Teil 4
Beinahe vergessen, erlebt der Begriff der Gemeingüter in den letzten Jahren eine Renaissance. Das Konzept der commons
kann als strategische Plattform für verschiedene soziale
Bewegungen dienen und eröffnet Denkräume jenseits des
kapitalistischen Wirtschaftssystems. Commons ist ein Paradigma,
das individuelle Freiheit an kollektives Handeln und nicht an
Privateigentum bindet. Kennzeichnend für commons sind
„Beitragen statt Tauschen“, „Kooperation statt Zwang“ und
„gemeinsame Nutzung statt Privateigentum“.
Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin, Graz
Moderation: Petra Ziegler, Attac
Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich
Donnerstag, 27. Mai, 19.00
Lebenslanges Lernen
Vortrag
Lebenslanges Lernen wird als Schlüsselkonzept
europäischer Politik mit einem doppelten Ziel verbunden:
„Fithalten“ für den sich wandelnden Arbeitsmarkt und
zur Entwicklung aktiver StaatsbürgerInnenschaft. Bildungspolitik
und pädagogische Praxis konstruieren ein sich permanent selbst
reflektierendes Subjekt, das die Fähigkeit zu selbstorganisiertem
Lernen und biografischer Kompetenz besitzen oder erwerben soll. Wie
sieht es mit positiven Bestimmungsmöglichkeiten eines
biografischen Ansatzes zu Fragen von Partizipation und politischem
Lernen aus?
Bettina Dausien, Sozialwissenschaftlerin, Universität Wien
Respondenz: Michael Nußbaumer, Soziologe und Erwachsenenbildner,
Institut für ganzheitliche Politik
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Freitag, 28. Mai, 19.00
Die Performance der Wissensarbeit
Buchpräsentation
Arbeit ist in gewissem Sinne nichts anderes als die
Organisation der vielen Schnittstellen und Ketten, die ständig
neue Formen des Schaffens von Dienstleistungen und Produkten
hervorbringen. Um Wertschöpfungsketten zu organisieren, bedarf es
nicht so sehr der Spezialisierung und Individualisierung von
Kompetenzen, sondern der Vermittlung von Kenntnissen, Ideen und
Bedürfnissen durch Sprache. Die Dynamik der Wertschöpfung,
das geänderte Recht und der sich wandelnde Markt der Neuen
Selbstständigkeit werden deshalb als die verschiedenen
symbolischen Bühnenbilder untersucht, vor
denen die Wissensarbeit ihre Performance abliefert.
Klaus Neundlinger, Philosoph
Sergio Bologna, Historiker und Selbstständiger Berater für Logistik
Jeanny Gucher, Autorin und Selbstständige Organisationsberaterin
Peter Nausner, Selbstständiger Berater und Verleger
Klaus Neundlinger: Die Performance der Wissensarbeit. Immaterielle
Wertschöpfung und Neue Selbstständigkeit. Graz / Wien: Nausner &
Nausner 2010
Montag, 31. Mai, 19.00
Unwahrnehmbarkeit von Erinnerungen mappen
Vortrag und Diskussion
Vier Karten, entstanden im Rahmen eines filmischen
Projektes von Brigitta Kuster und Moise Merlin Mabouna versuchen, das
Ringen um die Geografie im Zuge kolonialer Erschließung
herauszuarbeiten. Anhand der Frage „Was ist eine koloniale
Expedition?“ zeichnen sie die Widersprüche aus einem
Expansionsversuch von 1892 ins „Hinterland“ des heutigen
Kamerun nach. Sie nehmen die Spur von Fluchten und anderen Bewegungen
auf, welche die koloniale Konzeption des Raumes möglicherweise
umgehen oder anfechten und zielen auf die Produktion einer Geografie
von „unten“.
Brigitta Kuster, Künstlerin, Berlin
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp
Eine Veranstaltung von eipcp discursive lines im Rahmen von Creating
Worlds
Dienstag,
1. Juni, 19.00 Uhr Zukunftsperspektiven nach Studierendenprotesten
und Hochschuldialog? Podiumsdiskussion
Die
hochschulpolitischen Ereignisse im vergangenen Studienjahr haben sich
geradezu überschlagen: Feierlichkeiten für die
Bologna-Reform, Studierendenprotestbewegung, Hörsaalbesetzung,
Hochschuldialog, Ausstieg der RektorInnen und der ÖH aus
demselben: All dies hat die Universitäten wieder ins Zentrum
eines breiten öffentlichen Interesses gerückt. Höchste
Zeit also, um brennende Aspekte in kompetenter Runde zu
diskutieren: freier Hochschulzugang, qualitative
Aufnahmeverfahren,Zulassungsbedingungen für Studien, mögliche
Alternativen zu Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren,
bestehende soziale Selektion, die Mitsprache für Studierende und
Mittelbau, sowie die Frage nach der angestrebten Erhöhung der
Budgetmittel und die nach den Beschäftigungs- wie
Betreuungsverhältnissen für alle Menschen im
Lehrbetrieb.
Gerald
Bast, Vizepräsident der Rektorenkonferenz, Rektor der
Universität für angewandte Kunst Beatrix
Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung Daniel Knopper,
Studierendenprotestbewegung Heinz
Mayer, Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät an der
Universität Wien Sophie Wollner, Bundesvorsitzende VSSTÖ Moderation: Alexander Leuteritz Veranstaltung der neuBASIS in Kooperation mit dem Depot
Mittwoch, 2. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: ÖVP
Gespräch
Im kommenden Herbst wird in Wien gewählt. Höchste Zeit,
um nach den kulturpolitischen Vorstellungen von zuständigen Wiener
Politikern zu fragen. Der Auftakt dieser dreiteiligen
Gesprächsreihe ist der ÖVP gewidmet. Auf deren Website findet
sich leider kein eigenes Kapitel zum Thema Kultur; umso dringlicher
stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem
Kulturverständnis der Volkspartei. Was soll eine konservative
Kulturpolitik leisten, welche Förderschwerpunkte würde sie
setzen? Und wie sehr interessiert sich die ÖVP für die
Besetzung des Kulturstadtrates / der Kulturstadträtin aus ihren
Reihen?
Franz Ferdinand Wolf, Kultursprecher der ÖVP Wien
Caroline Krupp, IG Kultur Wien
Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien
Dienstag, 8. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: SPÖ
Gespräch
Im zweiten Teil der Gesprächsreihe mit Wiener
Kulturpolitikern über Wiens kulturelle Zukunft nach den Wahlen
wird die SPÖ als bisher regierungsverantwortliche Partei zu
Verwirklichtem und zu ihren Zukunftsplänen befragt. Was ist der
sozialdemokratischen Kulturpolitik in den letzten Jahren gelungen, was
weniger, mit welchen Vorhaben kann den KritikerInnen der Wind aus den
Segeln genommen werden? Und was sehen die kulturpolitischen Visionen
für Wien, erarbeitet auf dem vom Kulturstadtrat für das
Frühjahr 2010 angekündigten kulturpolitischen Kongress, vor?
Ernst Woller, Kultursprecher, SPÖ Wien
Martin Blumenau, FM4
Martin Just, IG Kultur Wien
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien
Mittwoch, 9. Juni, 19.00
Der Krieg im Volkskörper. Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945
Vortrag und Diskussion
Auf
Basis des nationalsozialistischen "Gesetzes zur Verhütung erbkranken
Nachwuchses" wurden zwischen 1934 und 1945 schätzungsweise 400.000
Menschen zwangssterilisiert, davon mindestens 6.000 in der "Ostmark"
und 1.200 in Wien. In ihrem 2009 erschienenen Buch beschreibt Claudia
Spring den medizinisch-wissenschaftlichen Kontext dieser Verbrechen
sowie deren Institutionen und Akteure. Wie vollzog sich der Übergang
von der Sozialpolitik der Zwischenkriegszeit zur NS-Selektionspolitik?
Welche Maßnahmen dienten der Verfolgung von als „minderwertig“
kategorisierten Menschen und welche Möglichkeiten hatten die
betroffenen Frauen und Männer, sich dagegen zur Wehr zu setzen? Der
Vortrag beleuchtet dabei nicht nur die NS-Zeit, sondern auch den Umgang
mit Opfern und Tätern in der Zweiten Republik.
Claudia Spring, Historikerin, Wien
Monika Löscher, Historikerin, Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag, 10. Juni, 19.00
Perspektiven von citizenship education
Vortrag
Wenn heute zwischen Politischer Bildung und „citizenship education“ unterschieden wird, so steht erstere meist für
die Entwicklung eines nationalen StaatsbürgerInnentums und
letztere meist für die eines kosmopolitischen
WeltbürgerInnentums. Eine wichtigere, beide Ansätze
verbindende, Unterscheidung ergibt sich daraus, ob diese eher in
Richtung Kritik oder Anpassung definiert werden. In den Mittelpunkt
rückt dann die Frage, welche Reichweite Politische Bildung oder
„citizenship education“ in einer globalisierten Welt haben
müssten – und für wen sie eigentlich da sein sollen.
Christine Zeuner, Erziehungswissenschaftlerin, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Respondenz: Johanna Lütterfelds, Politikwissenschaftlerin, VHS
Donaustadt Wien
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Montag, 14. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: Die Grünen
Gespräch
Den Abschluss der Gesprächsreihe über kulturpolitische
Konzepte für das Wien nach den Wahlen übernehmen die
Grünen. Im Unterschied zur SPÖ und ÖVP mussten die
Wiener Grünen noch nie ihre Kulturpolitik durch eine
Regierungsbeteiligung unter Beweis stellen. Allerdings konnten sie sich
mit den sogenannten „rot-grünen Projekten“ an
Verwirklichungen beteiligen. Was blieb von diesen Projekten, was von
dem umfangreichen Kulturprogramm, mit dem die Wiener Grünen zur
letzten Gemeinderatswahl antraten? Hat dieses Programm noch
Gültigkeit oder hat sich an den Forderungen etwas geändert?
Marco Schreuder, Kulturpolitiker, die Grünen Wien
Willi Hejda, IG Kultur Wien
Barbara Petsch, die Presse
In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien Dienstag, 15. Juni, 19.00
Sun City und die (Post-)Apartheid Kultur
Buchpräsentation und Diskussion
Als afrikanische Las Vegas-Imitation führte Sun City etwas vor, was
sich heute in Dubais glitzernden Hotelpalästen
manifestiert: Verschwendung, Eskapismus und ein Begehren nach einem
künstlichen Zeit-Raum. Der Ort Sun City wird im vorliegenden Buch
sowohl als historische, bildwissenschaftliche Fallstudie, als auch als
fragmentarischer Erinnerungsraum der über
Oral-History-Perspektiven eingefangen wird, rekonstruiert. Ausserdem
wird die urbane Entwicklung Johannesburgs, die eine Politik kleiner
abgeschotteter Paradiese offenbart, mit Sun City in Beziehung gesetzt.
Marietta Kesting, Kulturhistorikerin, Filmemacherin, Universität Wien
Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Ludwig Boltzmann-Institut für
Geschichte und Gesellschaft, Wien
Aljoscha Weskott, Filmemacher, Autor, Berlin
Michael Zinganel, Architekturtheoretiker, bildender Künstler, Graz / Wien
Marietta Kesting, Aljoscha Weskott (Hg.): SUN TROPES. Sun City and
(Post-)Apartheid Culture in South Africa. Berlin: August Verlag 2009
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