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ARCHIV 2009





 

Montag, 12. Jänner, 19.00
Frauen in der Wirtschaftskrise 
Podiumsdiskussion

Die hereingebrochene Wirtschaftskrise trifft alle, doch manche eben besonders.Mehrheitlich in Teilzeit- und prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, bekommen Frauen die Auswirkungen mehr zu spüren als Männer. Jetzt schon leben 200.000 Frauen in Österreich in akuter Armut, beinahe dreimal so viele sind armutsgefährdet. Angesichts der jahrzehntelangen politischen Versäumnisse und der aktuellen wirtschaftlichen Lage stellt sich die Frage, wer in diesem Land überhaupt einen Umschwung herbeiführen kann oder will?

Marion Breiter, Netzwerk Österreichische Frauen- und Mädchenberatungsstellen

Renate Csörgits, Bundesfrauenvorsitzende ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Erna Dittelbach, feminist-attac
Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende Frauen in der Wirtschaft WKO Wirtschaftskammer Österreich
Ulrike Mühlberger, Ökonomin, WIFO Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Moderation: Katharina Ebner, Depot

Mittwoch, 14. Jänner, 19.00
Orte – Bilder – Erinnerungen
Vortrag und Diskussion

Das Festhalten an der Opferthese verhinderte die längste Zeit eine fundierte Aufarbeitung der Täterschaft Österreichs im Nationalsozialismus und somit auch den Eingang der mehr als 65.000 österreichischen Opfer der Shoah in das heimische Geschichtsbewusstsein. Ein Forschungsprojekt schildert nun das Jahr des „Anschlusses“ ausschließlich aus der Perspektive der im NS-Regime in Österreich enteigneten, misshandelten, verfolgten und vertriebenen Juden und Jüdinnen.

Dieter J. Hecht, Historiker, Österreichische Akademie der Wissenschaften

In Kooperation mit Gedenkdienst

Donnerstag, 15. Jänner, 19.00
Mythos Kultur
Buchpräsentation und Diskussion

Als Einzelbegriff verwendet oder eingeflochten in Komposita wie Multikulturalismus oder Kulturpessimismus und präsent hinter Begriffen wie Identität oder Pluralismus, „Kultur“ ist zu einem Schlüsselbegriff der gesellschaftlichen Diskurse avanciert. Von konservativen Hütern tradierter Identitäten und „kultureller Werte“ bis hin zu buchstäblich liberal-demokratischen Linken, die in der Hochachtung jedweder „autochthonen“ kulturellreligiösen Praxis die Quintessenz der demokratischen Toleranz sehen: Sie alle singen ein Loblied auf die Kultur. Woher kommt eine solche Hoch- oder gar Überschätzung von Kultur, welche Funktion erfüllt sie in der heutigen Welt?

Dunja Larise, Kulturwissenschafterin und Philosophin

Dunja Larise: Mythos Kultur. Wien: Praesens Verlag 2008


Montag, 19. Jänner, 19.00
Kalkulierte Originalität?
Vortrag

Nicht jeder Einfall gilt dem Urheberrecht als schützenswert; damit dieses zur Geltung kommt, wird vielmehr ein Mindestmaß an Originalität eingefordert. Diesem juristischen Anspruch liegt die Vorstellung von KünstlerInnen als Genies zugrunde, deren Arbeiten wegen ihres unverwechselbaren Stils vor dem Zugriff von NachahmerInnen geschützt werden sollen. Dazu dient das Instrument „geistiges Eigentum“, welches aber aufgrund des Eigentumscharakters dazu tendiert, Ware zu werden. Doch Waren werden für die Erwartungen eines Marktes produziert, sind Kalkulationsobjekte und als solche wenig originell.

Odin Kröger, Philosoph

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Mittwoch, 21. Jänner, 19.00
Wer braucht Qualitätsmedien?
Podium

In Zeiten wechselnder WählerInnenschaften, immer ausdifferenzierterer sozialer Milieus und nachlassender LeserInnen-Blatt-Bindung wird der Ruf nach Verlässlichkeit der Informationen, die in den Medien verbreitet werden, immer lauter. Leitmedien sind – theoretisch – gefragter denn je. Aber sind Leitmedien in Österreich automatisch mit Qualitätsmedien gleichzusetzen? Und was bedeutet der Qualitätsbegriff im Journalismus überhaupt?

Hannes Haas, Vorstand Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,Universität Wien
Sybille Hamann, Chefredakteurin Zeitschrift LIGA
Klaus Stimeder, Chefredakteur DATUM – Seiten der Zeit
Oliver Voigt, Verlagsgruppe NEWS
Moderation: Eva Weissenberger, Redakteurin Kleine Zeitung

Eine Veranstaltung aus Anlass der 50. Ausgabe des Magazins DATUM

Montag, 26. Jänner, 19.00
HERE TO STAY!
kinokis mikrokino # 158

Als Welthauptstadt des Hauswandrassismus versinkt Wien in
rassistischen Beschmierungen. „Schwere Unruhen und Blutvergießen“
gäbe es in den USA, würden dort solche Parolen zu
lesen sein, meinte die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison
bei einem Wienbesuch. Wien ist anders. Während die Frage
der Hundekotbeseitigung unter größter öffentlicher Anteilnahme
erörtert wird, fühlt sich für die „N**** raus“ ,„Tötet N****“-Parolen
niemand zuständig. HERE TO STAY! findet sich auf der
Suche nach den HetzerInnen plötzlich im Österreichischen
Parlament wieder. Der Film bricht mit gängigen Klischees und
zeigt bemerkenswerte Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die
Österreich als ihre neue Heimat sehen. Sie sind HERE TO STAY!

Anschließendes Gespräch mit Markus Wailand, Filmemacher und weiteren an dem Filmprojekt Beteiligten.

HERE TO STAY! (A 2008), Buch, Regie, Produktion: Markus Wailand /pooldoks Filmproduktion, mit Beatrice Achaleke, Patrick Bongola,
Simon Inou, Abdallah Salisu u.v.m., 65 min

Mittwoch, 28. Jänner, 19.00
Sondermodell Österreich?
Buchpräsentation und Diskussion

Im Unterschied zu anderen Ländern hat Österreich eine offizielle
Verhandlungspartnerin, wenn es um religiöse Belange aller in diesem Land lebenden MuslimInnen geht. Die staatlich
anerkannte IGGiÖ, die Islamische Glaubensgemeinschaft in
Österreich, vertritt alle MuslimInnen ungeachtet ihrer Herkunft,
Staatsbürgerschaft, Ethnizität. Welche positiven und negativen
Aspekte ergeben sich aus diesem „Sondermodell Österreich“?

Omar Al-Rawi, IGGiÖ, Gemeinderat Wien, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Christian Rathner, Journalist, ORF Religionsredaktion
Maja Sticker, Autorin, Sozial- und Kulturanthropologin
Moderation: Christa Markom, Sozial- und Kulturanthropologin, in{}fem

Maja Sticker: Sondermodell Österreich? Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Klagenfurt / Celovec: Drava 2008

In Kooperation mit: in{}fem – Forschungswerkstatt für feministische
Interdisziplinarität und der Grünen Bildungswerkstatt


Donnerstag, 29.Jänner, 19.00
"Mündig oder müde - brauchen BürgerInnen Wissenschaftskommunikation?"
Podiumsdiksussion



Mündige BürgerInnen sind ein erklärtes Ziel der Wissenschaftskommunikation. Doch wie soll Mündigkeit in Bezug auf
Wissenschaft konkret aussehen? Was stellen sich Politik und Wissenschaft darunter vor, was der Wissenschaftsjournalismus? Was trägt die derzeitige Wissenschaftskommunikation dazu bei? Werden die BürgerInnen erreicht oder übersättigt? Und brauchen BügerInnen Wissenschafts-PR und Wissenschaftsjournalismus überhaupt, um mündig zu werden?

Ludovit Garzik, Geschäftsführer, Rat für Forschung und Technologieentwicklung
Josef Glößl, Gentechnik-Experte, Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie, Universität für Bodenkultur Wien
Karen Kastenhofer, Wissenschaftsforscherin, Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Klaus Taschwer, Wissenschaftsjournalist, Der Standard und heureka!

Moderation: Astrid Kuffner, freie Journalistin

Im Anschluss gibt es ein Buffet.

Dienstag, 10. Februar, 19.00
Stauffenberg im Film 1948 – 2008
Buchpräsentation und Gespräch


Von G. W. Pabsts Erleuchtungsthriller 1955 über den Sensualismus heutigen Geschichtsfernsehens bis zum Blockbuster
Valkyrie: Kino- und TV-Bilder arbeiten das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 in immer neuen Sinnkontexten um. Dabei wird
sichtbar, was jeweils als „Ereignis“ und „Subjekt“ zählen soll. Inszeniert wird ein Verständnis, eine Zeit- und Affektlogik, von
Nationalsozialismus, Geschichte und Politik. Stauffenberg, der Attentäter mit Augenklappe und Handprothese, erscheint jeweils als Modernisierungsverächter oder Modelleuropäer, Republikaner oder Rebell, biopolitischer Normtypus oder Kreativarbeiter.

Drehli Robnik, Filmwissenschafter, Ludwig Boltzmann-Institut für Geschichte und Gesellschaft im Gespräch mit Karin Harrasser,
Kulturwissenschafterin, KHM Köln

Drehli Robnik: Geschichtsästhetik und Affektpolitik. Stauffenberg und der 20. Juli im Film 1948 – 2008, Wien: Verlag Turia + Kant 2009


Mittwoch, 11. Februar, 19.00
Zur österreichischen Museumslandschaft
Das Museum für angewandte Kunst


Das MAK – Museum für angewandte Kunst hat sich zu einer international anerkannten Einrichtung für zeitgenössische Kunst entwickelt. Die ursprünglichen Aufgaben des MAK liegen jedoch in einem anderen Bereich: Kunsthandwerk, Design, Architektur. Wie lässt sich aus dem Spagat zwischen diesen beiden Bereichen eine Identität entwickeln? Was sind die Zukunftsszenarien des Museums in der umworbenen Gegenwartskunst-Szene? Und wie steht es um die angekündigte Kooperation zwischen MAK und der Universität für angewandte Kunst?

Peter Noever, Direktor MAK Museum für angewandte Kunst
Thomas Trenkler, Der Standard


Montag, 16. Februar, 19.00
Tribute to the Suffragettes
kinokis mikrokino # 159


Mit den Suffragetten begann vor über hundert Jahren, vor allem in den USA und Großbritannien der radikale Kampf für das Stimmrecht der Frauen. Ihre Massenproteste, öffentlichen Kampagnen, Parteigründungen und Akte zivilen Ungehorsams trafen auf wütende staatliche Repression. The Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst erzählt die Geschichte der Suffragetten anhand der Biografie einer ihrer schillerndsten Protagonistinnen. I would be delighted to talk Suffrage fungiert gleichzeitig als Stadtführung, Oral History-Dokument und collagierter Kostümfilm. What 80 Million Women Want ist ein Dokument der Suffragetten-Bewegung, in dem Emmeline Pankhurst und Harriot Stanton Blatch als Schauspielerinnen zu sehen sind.

Anschließendes Gespräch mit Fiona Rukschcio, Künstlerin und
Filmemacherin und Hilde Schmölzer, Kunsthistorikerin und Autorin

The Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst (GB 1994), Castle Home Video, 55 min, engl. OV, DVD
I would be delighted to talk Suffrage (GB 2003 / 5), Regie: Fiona Rukschcio, Protagonistin: Althea Greenan, Musik: Nick Cash, 30 min, engl. OV, DVD
What 80 Million Women Want (USA 1913), Regie: Willard Louis, 56 min, stumm, engl. Zwischentitel, DVD



Dienstag, 17. Februar, 19.00
Meinungsfreiheit
ZARA : TALK


Nicht selten wird das Grundrecht auf Meinungsfreiheit angeführt, um diskriminierenden und rassistischen Aussagen einen
rechtlichen Rahmen zu verschaffen. Damit wird die Verletzung eines Grundrechtes durch den Verweis auf ein anderes zu legitimieren versucht. Aber ist Rassismus wirklich eine Meinung? Gilt das Recht auf Meinungsfreiheit auch für rassistische Äußerungen? Auf welche rechtliche Grundlage können sich Opfer rassistischer Diskriminierung im Alltag, durch Medien, Politik zu ihrem Schutz, ihrer Verteidigung berufen?

Alfred Noll, Jurist
Alexander Steffek, ZARA, INACH – Network against Cyber Hate
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at


Mittwoch 18. Februar, 19.00
Wann begann temporär?
Diskussion und Buchpräsentation


Die Verbindung von Stadterneuerung und künstlerischen Interventionen im Stadtraum steht hoch im Kurs. Wann begann temporär? untersucht verschiedene Vorläufer dieses Trends, von Aktionen der Architekturkollektive Coop Himmelb(l)au, Haus-Rucker-Co, Zünd-Up oder Missing Link bis zu Protestbewegungen wie Spittelberg und Arena. Fragen nach Flüchtigkeit und Nachhaltigkeit, Medialisierungsstrategien und Verwertungslogiken waren schon aktuell als temporär begann. Wie werden sie im Kontext heutiger Praktiken diskutiert?

Andrea Breitfuss, Stadtplanerin und Sozialwissenschafterin
Christiane Feuerstein, Architektin
Angelika Fitz, Kulturtheoretikerin und Kuratorin
Sabine Oppolzer, Journalistin, Mitglied KÖR Kunst im öffentlichen Raum
Wien-Beirat
Dietmar Steiner, Direktor Az W Architekturzentrum Wien
Moderation: Elke Krasny, Kulturwissenschafterin

Christiane Feuerstein und Angelika Fitz: Wann begann temporär? Von
frühen Stadtinterventionen zur Institutionalisierung performativer
Strategien. Wien: Springer 2009




Donnerstag, 19. Februar, 19.00
Diagonale – ein Arbeitsfestival
Gespräch


Die Diagonale – das Festival des österreichischen Films – hat eine bewegte Geschichte und seit einigen Monaten auch eine neue Intendantin. Filmpublizistin und Kuratorin Barbara Pichler möchte das jährlich in Graz stattfindende Treffen von Filminteressierten verstärkt als „Arbeitsfestival“ prägen und dabei seine film- und kulturpolitische Bedeutung wieder stärken. Kontinuitäten, Impulse und Akzentsetzungen sollen das Gespräch rund um das Filmgeschehen schärfen.

Stefan Grissemann, Filmjournalist
Barbara Pichler, Intendantin Diagonale 2009


ABGSAGT:
Dienstag, 24. Februar, 19.00
Lissabon – Wien: Kunstkritik und Szene
Podiumsdiskussion

Lissabon und Wien sind 2299 Kilometer voneinander entfernt und haben völlig unterschiedliche Kunstszenen. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, wenn es um Kunstkritik und Rezeption geht. Nach den diskursorientierten 90er Jahren wurde die reichhaltige Feuilleton-Szene in Portugal stark dezimiert. Handelt es sich bei diesem Verschwinden auch um ein österreichisches bzw. um ein gesamteuropäisches Phänomen? Es ist zu diskutieren, welche Bedürfnisse die heutigen Kunstszenen haben und unter welchen Bedingungen diese in Österreich und Portugal stehen.

Miguel Branco, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Bernhard Cella, Künstler, Salon für Kunstbuch, Wien
Marcelo Costa, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Christoph Nebel, Künstler, Kunstschule Wien
Moderation: Werner Rodlauer, artmagazine.cc

Podiumsdiskussion in englischer Sprache

Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.




Mittwoch, 25. Februar, 19.00
EIN AUGENBLICK FREIHEIT
Let’s talk about … SCRIPTS!


Der Film erzählt von der Odyssee drei iranisch / kurdischer Flüchtlingsgruppen: einem Ehepaar, zwei jungen Männern mit
zwei Kindern und einem ungleichen, befreundeten Männerpaar. Sie alle flüchten aus dem Iran und dem Irak und landen in der türkischen Hauptstadt, wo sie, die Freiheit vor Augen, in einem wenig vertrauenswürdigen Hotel auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge warten. Der österreichisch-iranische Filmemacher Arash T. Riahi setzt die Flucht und das eigentümliche Zwischenstadium der Asylwerbenden mit tragischer Komik und enormer Spannung in Szene.

Arash T. Riahi, Drehbuchautor und Regisseur im Gespräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum

EIN AUGENBLICK FREIHEIT (A 2008), Wega Film, Regie und Buch: Arash T. Riahi, österreichischer Kinostart 09. 01. 2009
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien



Freitag, 27. Februar, 19.00
Lyrik schreiben – Lyrik managen
Podiumsgespräch


Zwischen Mundart, Schrift und Lautpoesie liegen die Spannungsfelder in der Entwicklung von Lyrik. Wie steht es um die Lyrik im deutschsprachigen und europäischen Raum, wer kann noch von ihr leben? Zeitgenössische LyrikerInnen widmen sich neben ihrer eigentlichen literarischen Arbeit auch dem „Managen“ von Lyrik. Zur Diskussion steht der Austausch zwischen KünstlerInnen, Kunstszenen und Ländern sowie Anregung und Ausweitung zur Zusammenarbeit.

Christian Ide Hintze, Dichter, Schulen für Dichtung in Wien und Medellín
Augusta Laar, Künstlerin und Lyrikerin
Anton G. Leitner, Dichter, Verleger der Lyrikzeitschrift Das Gedicht
Dominik Riedo, Dichter, „Kulturminister“ der Schweiz

Eine Veranstaltung der schule für dichtung



Montag, 2. März, 19.00
ZUOZ – Schule der Elite
kinokis mikrokino #160


ZUOZ-Schule der Elite erhielt den 3sat- Dokumentarfilmpreis
für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm 2007:
„Die Ausübung von Macht will gelernt sein, und wie kann sie
effizienter gelernt werden als in einem System der ständigen
Kontrolle. Eine abgeschlossene Internatswelt für den Nachwuchs
der globalen Wirtschaftselite: Der Mikrokosmos wird in
eindringlichen Szenen und Bildern analysiert, die eine Bandbreite
an Widerstandsgesten und Anpassungsmechanismen
aufscheinen lassen. Die nachhaltige Wirkung des Films besteht
nicht zuletzt darin, dass das moderne Internat als Modell für
die Unternehmensführung sichtbar wird“.

Anschließend Gespräch mit Daniella Marxer, Regisseurin

ZUOZ – Schule der Elite (A / F 2007), Regie: Daniella Marxer, 71 Min., OF m. dt. UT



Dienstag, 3.März, 19.00
Bündnis gegen rechts
Vernetzungstreffen


Das Vernetzungstreffen wird folgende Fragen behandeln: Welche Arbeitstrukturen braucht das Bündnis? Welche Arbeitsteilung ist sinnvoll? Welche konkreten Projekt/Aktions-Ideen gibt es? Welche Projekt, welche Aktion sollen gemeinsam umgesetzt werden?

Moderation: Hikmet Kayahan

Eine Veranstaltung von Bündnis gegen rechts



Mittwoch, 4. März, 19.00
Roma-Reportagen aus Osteuropa
Buchpräsentation


Kaum eine andere „Minderheit“ in ähnlicher Größenordnung
sieht sich aus dem gesellschaftlichen Leben Osteuropas derart
ausgeschlossen wie die Roma. Ob in der Slowakei, in Ungarn,
Rumänien oder Bulgarien – hunderttausende Familien leben an
der Peripherie, in Slums am Rande der Städte und Dörfer.
Entsprechend niedrig ist die Lebenserwartung für diese Menschen. Trotz zahlreicher Versuche vieler NGOs sind politische
Lösungen zur Verbesserung der Situation für Roma nicht einmal
ansatzweise erkennbar. Und die EU begegnet diesem
Problem weiterhin mit Ratlosigkeit.

Helmut Schüller, Priester, Volksgruppenbeirat der Roma beim
Bundeskanzleramt
Andreas Tröscher, Autor und Journalist

Andreas Tröscher, Zigeunerleben. Roma-Reportagen aus Osteuropa, Turia + Kant: Wien 2009

Montag, 9. März, 19.00
Patenschaft für „Altfälle“?
Podium zum Bleiberecht


Bis Ende März hat der Verfassungsgerichtshof die Frist gesetzt,
um das Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht in Richtung
humanitäre Regelung des Bleiberechts zu reparieren. Bis dahin
sollte jedenfalls geklärt sein, ob der Bund oder die Länder –
mit oder ohne Beiräte – die sogenannten „Altfälle“, also AsylwerberInnen, die seit mindestens fünf Jahren ohne positiven
Aufenthaltsbescheid in Österreich leben, zur „Patenschaft freigeben“ oder ob vielleicht doch Recht vor Gnade walten wird.

Josef Kalina, Bundesrat, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Moderation: Irene Brickner, Der Standard

Wolfgang Großruck, Nationalratsabgeordneter, ÖVP ( - abgesagt)

Dienstag, 10. März, 19.00
MÄRZ
Let’s talk about … SCRIPTS!


Mit der letzten Nacht dreier junger Männer beginnt MÄRZ.
Der gemeinsame Selbstmord der Freunde – ohne ersichtliches
Motiv, ohne Abschiedsbrief – erschüttert eine kleine Tiroler
Gemeinde. Was die Verstorbenen zu ihrem Schritt bewog,
lässt sich nicht sagen. Der Film sucht die Nähe zu ihren Angehörigen, die sich in einem Alltag wiederfinden, der sich nach
außen hin nicht verändert hat.

Klaus Händl, Regisseur, im Gespräch mit Robert Buchschwenter,
Drehbuchform

MÄRZ (A 2008), Buch und Regie: Klaus Händl, Produktion: COOP99 und Händl Klaus Filmproduktion, Wien.

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien



Mittwoch, 11. März, 19.00
Annäherungen an das Unfassbare
Vortrag und Diskussion

Jährlich besuchen hunderte Schulklassen die Gedenkstätte
Mauthausen. Über die Sinnhaftigkeit dieser Unternehmungen
gibt es geteilte Meinungen. Denn Gedenkstätten garantieren
nicht die Einsicht in die Abläufe und Mechanismen der Shoah.
Für eine angemessene und sinnvolle Auseinandersetzung mit
der Thematik bedarf es einer abgestimmten Vermittlung, die in
Mauthausen bislang fehlten. Yariv Lapid, seit 2007 Leiter der
pädagogischen Abteilung, arbeitet am Aufbau einer pädagogischen Infrastruktur und an der Ausarbeitung umfassender Vermittlungskonzepte.

Yariv Lapid, Historiker, Gedenkstätte Mauthausen

In Kooperation mit Gedenkdienst

Mittwoch, 18. März, 19.00
Das Kunsthistorische Museum
Zur Österreichischen Museumslandschaft


Das Kunsthistorische Museum hat in seiner jüngsten Vergangenheit
durch eine umstrittene und viel diskutierte Museumspolitik
sowie durch Skandale Schlagzeilen gemacht. Unter der
neuen Führung von Sabine Haag soll nun an die ehemalige
Reputation des Hauses angeknüpft und die international
anerkannte Sammlung in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit
gerückt werden. Wie sehen die Pläne für die
Zukunft aus, mit welchen Konzepten wird die neue Direktorin,
als erste Frau mit der Leitung der einstigen Habsburgischen
Sammlung betraut, mediale Beachtung erlangen?

Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums
Thomas Trenkler, Der Standard



Donnerstag, 19. März, 19.00
Das Boot ist leer – der Topf ist voll
Künstlergespräch

Die Wirtschaftskrise beherrscht die Diskussionen – auch in
der Kunstwelt. KünstlerInnen setzen sich immer wieder mit
unterschiedlichen Krisen und der ihnen jeweils zugrunde
liegenden Logik aus einander. Der Künstler John Bock zum
Beispiel, versucht in perfomativen Erläuterungen den schwer
be greiflichen Zusammenhang von Ökonomie und Befindlichkeit
krisengeschüttelter Subjekte zu erklären. Die Künstlerguppe
gelitin, sie sollte am 9. 11. 2001 eine Ausstellung in New York
eröffnen, entschloss sich, stattdessen eine Diskussionsreihe zu
den Ereignissen dieses Tages einzurichten.

Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reither, Tobias Urban, gelitin
John Bock, Künstler

Eine Veranstaltung von „die Galerien“


Dienstag, 24. März, 19.00
Editor’s choice
Podiumsdiskussion


Vielfältig ist die zeitgenössische Kunst, vielfältig ist auch die
Medienlandschaft rund um diese. Gemeinsam ist fast allen
Kunstzeitschriften, dass sie international agieren müssen. Zu
unterscheiden sind sie an ihrem jeweiligen Zugang zur Kunstszene
sowie an der Prägung durch HerausgeberInnen und
Entstehungskontext. Drei Herausgeberinnen von Magazinen rund
um zeitgenössische Kunst sprechen über die Positionierung
ihrer Produkte, die lokalen Unterschiede und die Ansprüche,
denen ihre Arbeit genügen muss. Und nicht zuletzt soll zur
Sprache kommen, welchen Stellenwert die Kunstkritik in den
unterschiedlichen Formaten einnimmt.

Rosanna Gangemi, Drome Magazine, Rom
Ivan Mecl, Umelec, Prag-Berlin-London
Hedwig Saxenhuber, Springerin, Wien
Moderation: Fiona Liewehr, Kuratorin, Galerie Kargl

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.


Mittwoch, 25. März, 19.00
BackTalk - Strategien gegen Rechts
Gespräch

Eine neue Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert Misik, Publizist


http://dasbuendnis.twoday.net


Donnerstag, 26. März, 19.00
Nationalsozialismus und Geschlecht
Buchpräsentation

Erstmals untersucht ein breit angelegter Sammelband disziplinenübergreifend die Bedeutung der Kategorie „Geschlecht“ im „Dritten Reich“. Die Beiträge bleiben nicht bei den kontrovers diskutierten Fragen nach den Rollen und Handlungsspielräumen von Frauen im Nationalsozialismus stehen, sondern beschreiben Verknüpfungen von Geschlechterarrangements und Geschlechterbildern mit Machtstrukturen. Dabei werden vielfältige Verbindungen von Sexualität, „Rasse“, medialen Inszenierungen, Kunst und Politik genauso offen gelegt, wie der Einsatz von Geschlechterbildern im Gedenken an den Nationalsozialismus.

Elke Frietsch, Kunsthistorikerin, Universität Wien
Johanna Gehmacher, Historikerin, Universität Wien
Christina Herkommer, Soziologin, Freie Universität Berlin

Elke Frietsch, Christina Herkommer (Hg.), Nationalsozialismus und
Geschlecht. Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, „Rasse“ und Sexualität im „Dritten Reich“ und nach 1945, Bielefeld: transcript 2009



Mittwoch, 1. April, 19.00
The Porn Identity
Ausstellungsbesprechung


Mit der Ausstellung The Porn Identity klinkt sich die Kunsthalle
Wien in die seit einigen Jahren laufenden Pornografie-Diskurse
ein und zeigt künstlerische Untersuchen zum Thema: „Der
Transfer der schamlosen Bilder in den kunstinstitutionellen
Raum durchbricht nicht nur den pornotypischen Zusammenhang
von marktorientierter Veröffentlichung und reprivatisiertem
Konsum, sondern durch die einhergehende Verkomplizierung
der pornografischen Identität auch die Frage nach Ähnlichkeiten
und Unterschieden zwischen Kunst und der visuellen
Kultur der Stimulation.“ Stimulierend?

Diedrich Diederichsen, Kulturwissenschafter
Marty Huber, queere Aktivistin und Performancetheoretikerin

Die Ausstellung The Porn Identity. Expeditionen in die Dunkelzone ist vom 13. Februar – 1. Juni 2009 in der Kunsthalle Wien zu sehen.



Donnerstag, 2. April, 19.00
Kunst – Partizipation – Bildung
Vortrag

Partizipatorische und intervenierende Praxen der Kunst schaffen
und erforschen Handlungsräume, vermitteln zwischen Alltagserfahrung und Kunst, produzieren Anschlüsse an Lebenswelten und Kulturen – und generieren vielfältige Lern- und Bildungsprozesse. Anhand ausgewählter Projekte werden Erkenntnisse und Erfahrungen im Feld von Kunst und Pädagogik thematisiert, wird nach den Modellen und Utopien „produktiver Schnittstellen zwischen Kunst und Leben“ gefragt, die im Rahmen dieser künstlerischen Praxen entworfen werden.

Christine Heil, Kunstpädagogin, Universität Flensburg
Respondenz: Eva Egermann, Künstlerin, Akademie der bildenden
Künste Wien

In Kooperation mit dem IWK, Reihe „Jour fixe Bildungstheorie“

Dienstag, 21. April, 19.00
Aufstand in Sobibor
kinokis mikrokino #161


Escape from Sobibor schildert den erfolgreichen Aufstand
jüdischer Häftlinge des Vernichtungslagers Sobibor, das von
der SS unter Geheimhaltung als eine der zentralen Todesfabriken
betrieben wurde. Nachdem 1943 eine Gruppe jüdischer
Sowjet-Soldaten eingeliefert wurde, entstand der Plan einer
gemeinsamen Flucht aller Häftlinge. Der Film hält sich streng
an die gleichnamige Romanvorlage Richard Rashkes und
zeichnet ein dichtes Bild vom „Funktionieren“ der NS-Todeslager
und der verzweifelten Situation jener Frauen und Männer,
die am 14. August 1943 einen kollektiven Aufstand wagten.
Einführung und Gespräch mit Frank Stern, Institut für Zeitgeschichte,
Universität Wien

Escape from Sobibor (GB / USA 1987), Regie: Jack Gold, Buch: Richard Rashke, 143 Min., engl. OF

Montag, 27. April, 19.00
Psychiatrie und Recht
Podiumsdiskussion


Die Betreuung und Behandlung von Menschen mit psychischen
Erkrankungen ist ein hochsensibler Bereich. Immer wieder
treffen Interessen der Angehörigen, der Betroffenen und ihrer
gesetzlichen VertreterInnen und die Erfahrungen der ÄrztInnen
und des Pflegepersonals aufeinander. Eine besondere Rolle
spielen dabei die Rechte der PatientInnen, ihre Bedürfnisse
und Wünsche. Wie können Bedingungen sichergestellt werden,
die es den PatientInnen ermöglichen, informiert und aufgeklärt
ihren Aufenthalt in der Psychiatrie und ihre Behandlung mitzubestimmen.


Konrad Brustbauer, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
Gerhard Ortwein-Swoboda, Psychiatrische Abteilung Justizanstalt
Göllersdorf
Alexandra Stockinger, promente – Gesellschaft für psychische und soziale Gesundheit
Moderation: Thomas Stompe,  Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie AKH Wien

Dienstag, 28. April, 19.00
BackTalk - Strategien gegen Rechts
Gespräch

Eine Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Doron Rabinovici, Historiker und Autor


Montag, 4. Mai, 19.00
Ein 10. Todestag
Gespräch

Die Gedenkveranstaltungen für Marcus Omofuma, er wurde vor 10 Jahren während seiner Abschiebung aus Österreich zu Tode geknebelt, sind die ersten in einer Reihe von zukünftigen Gedenkjahren zum jeweils 10. Todestag von Richard Ibekwe, Cheibani Wague, Edwin Ndupu, Yankuba Ceesay. Amnesty International berichtet in „Österreich: Opfer oder Verdächtige – Eine Frage der Hautfarbe“ über rassistische Diskriminierung im Polizei- und Justizsystem. Die Innenministerin macht sich allerdings lieber Gedanken über AsylwerberInnen, die den Behörden auf den „Nasen herumtanzen“.

Michael Genner, Asyl in Not
Grace Latigo, Aktivistin und Künstlerin
Rainer Klien, SOS Mitmensch Burgendland

Achu Paul, Andrea Zauner,
Moderation: Di-Tutu Bukasa, Chefredakteur Die Bunte Zeitung

In Kooperation mit Asyl in Not und dem wik – Wiener Integrationskonferenz-Vernetzungsbüro

Mittwoch, 6. Mai, 19.00
Demokratische Medienlandschaft?
Vortrag und Podium

Wie demokratisch ist die österreichische Medienlandschaft? Antworten auf diese Fragen ergeben sich aus der Überprüfung mehrerer Aspekte wie die der Interessen von MedieneigentümerInnen und großer InserentInnen sowie durch die Beobachtung der LeserInnenresonanz. Zu klären ist, welche Auswirkungen diese Faktoren auf die Ethik des Journalismus, auf die jeweilige Blattlinie und auf die Haltung der Leitmedien zu bestimmten Grundfragen haben.

Vortrag: Thomas Ballhausen, Literatur- und Filmwissenschafter

Anschließend Diskussion:
Eric Frey, Der Standard
Christian Rainer, Profil
Anneliese Rohrer, Kurier
Armin Thurnher, Falter
Eine Veranstaltung der neuBasis Wien


Donnerstag, 7. Mai, 19.00
Tonga in Transit. Zimbabwe in Transition
Podium

Zimbabwe sucht derzeit mit einer Regierung der Nationalen Einheit einen Weg aus der tiefen politischen Krise. Zivilgesellschaft und KünstlerInnen übernehmen in diesem Prozess des Übergangs eine wichtige Rolle, um einen bloßen „Elitentausch“ zu verhindern. Tonga MusikerInnen aus Zimbabwe und Zambia, zur Zeit zu Gast in Linz und Wien werben für Aufmerksamkeit für ihr Herkunftsland. Die MedienkünstlerInnen von MACHFELD haben über Migrationswege und Überlebensstrategien der Tonga in Zimbabwe und in Johannesburg recherchiert.

Keith Goddard, Komponist und Menschenrechtsaktivist, Harare, Zimbabwe
Peter Kuthan, ARGE Zimbabwe Freundschaft, Linz
Sabine Maier und Michael Mastrototaro, MACHFELD, Medien künstlerInnen, Wien
Jossam Munkuli, Musikgruppe Simonga, Siachilaba, Zimbabwe

Chief Sinazongwe, Musikgruppe Maliko, Sinazongwe, Zambia
Moderation: Walter Sauer, Wirtschafts- und Sozialwissenschafter, SADOCC, Wien

In Kooperation mit Aktionsradius Wien, ARGE Zimbabwe Freundschaft, Kulturen in Bewegung / VIDC, MACHFELD, SADOCC Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika, Windhundkultur Veranstaltung in englischer Sprache


Die folgende Veranstaltung ist entfallen:

Mittwoch, 13. Mai, 19.00
Der Holocaust und die israelische Gesellschaft

Vortrag und Diskussion

Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg bis weit hinein in die 1950er Jahre war die Geschichte des NS-Massenmordes in Israel öffentlich kaum Thema. Auch die Gründung der nationalen Gedenkstätte Yad Vashem 1953 änderte daran zunächst wenig, fokussierte sie anfangs doch vor allem den Aspekt des Widerstandes und weniger den Genozid als solchen. Wandlungen und Brüche in der Erinnerungsarbeit waren in den folgenden Jahrzehnten untrennbar verknüpft mit aktuellen Ereignissen.

Doron Rabinovici, Autor und Historiker

In Kooperation mit Gedenkdienst


Donnerstag, 14. Mai, 19.00
Der kulturelle und der künstlerische Lehrauftrag
Vortrag und Respondenz

Die „kulturelle Ausdrucksfähigkeit“ gilt als Schlüsselkompetenz im Bildungskanon der lebenslangen Lernstrategie. Ist dafür auch die entsprechende Kultur des Lernens vorhanden oderbrauchen wir Zeit, um diese erst zu entwickeln?

Vortrag: Gerhard Hermanky, Künstlerische Volkshoch schule, Wien
Respondenz: Gerhard Bisovsky, Volkshochschule Meidling, Wien

Kooperation mit dem Ring Österreichischer Bildungswerke

Freitag, 15.Mai,  09.00 – 19.00
Ästhetiken des Imperfekten
Workshop Bildstörung

Bildstörung ist Intervention – nicht der technisch bedingte
Unfall, sondern vielmehr eine selbstreflexive Praxis, die
dem Bild einen Abstand zu sich selbst verleiht, ein Bewußtsein
seiner Form. Bildstörung als Intervention – das
ist Kritik am dramaturgischen Inzest und der Herstellung
des einen Sinns, Kritik an Illusionswirkung und Repräsentation.
„Trennung der Elemente“ (Brecht), „Ordnung des
Risses“ (Deleuze), – so lauten die Ideale einer minoritären
Ästhetik, die noch das Akzidentielle zu integrieren vermag

12:00 Begrüssung
12:15 Silke Felber:Distruggere l’immagine – das zerstörte Bild bei Carmelo Bene
Thomas Binder-Reisinger / Uschi Feldges: gehört gestört – über das wechselseitige Eingreifen von Ton und Bild
14:00 Pause
14:30 Gabriele Jutz: Praktiken des Cinéma Brut
Lydia Nsiah: Bild-Störung. Irritation des filmischen Bilderflusses im Fotofilm
16:30 Pause
17:00 Agnes Ganseforth: Nachrichten vom kleinen Leben - Drei Filmpräsentationen

Moderation:Franziska Bruckner, Christian Schulte, Georg Vogt, Sara Vorwalder

Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft , Universität Wien
Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at


Samstag, 16. Mai, 15.00
Siehst du, was die Leute wollen?
kinoki mikrokino #162

In den 1960ern und 1970ern entwickelte sich in Brasilien eine überraschende und selbständige Variante des sogenannten 3. Kinos. Die FilmarbeiterInnen des Cine Novo versuchten gemeinsam mit dem Theater der Unterdrückten und den populären Kulturzentren des Landes das Verhältnis zwischen Form und Inhalt politischer Kunst im Zeitalter der Militärdiktatur neu zu bestimmen. Besondere Aktualität gewinnt dieses Projekt nicht zuletzt durch den Umstand, dass mit Gilberto Gil ein bedeutender Aktivist des Cine Novo bis 2008 Kulturminister der Regierung Lula war.

Vortrag und Kommentar zu ausgewählten Filmausschnitten:
Rodrigo Nunes, Philosoph, Politikwissenschafter, University of East, London

Vortrag in englischer Sprache


Montag, 18. Mai, 19.00
ÖH-Wahlen
Podium

Zwischen 26. und 28. Mai sind die Studierenden wieder aufgerufen, ihre Studien- und Universitätsvertretung zu wählen. Erstmals auch über E-Voting, worüber sich die Begeisterung allerdings in Grenzen hält. Auch sonst will kein Beifall über die hochschulpolitischen Maßnahmen aufkommen. Die vorgesehenen Zugangsbeschränkungen zum Masterstudium, die nur über Ausnahmeregelungen vollzogene Abschaffung der Studiengebühren und vieles mehr gaben Anlass zur Kritik. Was wollen die Fraktionen verändern und wie viel Einfluss auf die Politik hat die ÖH überhaupt?

Samir Al-Mobayyed, AG Aktiongemeinschaft
Alegra-Isabel Raising, JULIs, Junge Liberale
Sigi Maurer, GRAS Grüne & Alternative StudentInnen
Sophie Wollner, VSStÖ Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs
Julia Wukovits, KSV Kommunistischer StudentInneverband
FLÖ, Unabhängige Fachschaftslisten Österreich
Moderation: Christoph Schwarz, Innenpolitik Die Presse


Dienstag, 19. Mai, 19.00
Back Talk- Strategien gegen rechts
Gespräch

Eine Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck

Heribert Schiedel, Dokumentationsachiv des österreichsichen Widerstandes


Mittwoch, 20. Mai, 19.00
unvermittelt – zwischen Kunst und Vermittlung

Vortrag und Diskussion

/unvermittelt nennt sich eine Arbeitsgemeinschaft der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin. 2008 wurde eine gleichnamige Kampagne gestartet, mit dem Ziel Werbestrategien für die Vermittlung eines Arbeitsbegriffs jenseits von Überarbeitung und Mangel zu entwickeln und anzuwenden. „Warum sollten wir als KünstlerInnen nicht Strategien genau aus dem Feld ent lehnen, das wir als verantwortlich für unsere Misere erachten?“ Nun soll die Übertragbarkeit dieser Kampagne in den Wiener Kontext überlegt werden.

Uli Ertl, /unvermittelt
Rut Waldeyer, /unvermittelt

In Kooperation mit SOHO IN OTTAKRING 2009: arbeiten oder nicht arbeiten / to work or not to work (16.– 30. Mai)

Freitag, 22.Mai,  12.00 – 19.00
Ästhetiken der Differenz
Workshop Bildpolitik


Bildpolitik kündigt die Vorstellung politischer Inhalte auf. Sie bringt Relationen ins Spiel: zwischen Sinnen und Medien, zwischen Gegenwart und Geschichte, zwischen Leinwand und ZuschauerInnen, zwischen Ästhetik und Politik. Das Bild wird zu einer Form, die denkt, die sich mit Zeit auflädt, die zum Handeln animiert, die von Gleichheit statt von Kampf spricht. Bildpolitik praktiziert eine Ästhetik, die Konstellationen herstellt und deutet, die Differenzen forciert und Unterscheidungsvermögen schult. Ein Prozess, der andauert und ins Außen führt.

12:00 Begrüssung
12:15 Wolfgang Beilenhoff: Massenbilder und Massenmedium Film.
Joachim Schätz: “Not in the middle, please! Out in the suburbs!“Inszenierte Gemeinschaft bei Preston Sturges
14:00 Pause
14:30 Tanja Wittmann: Bilder als zirkulierende Dinge, Waren
15:30 Pause
16:00 Gudrun Lena Stölzl: Blick trifft Geschichte. Dialektische Bilder im Film
Hito Steyerl: Ein Zeuge ist kein Zeuge

Moderation: Elisabeth Büttner, Melanie Letschnig, Petra Löffler

Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft , Universität Wien
Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at

Montag, 25. Mai, 19.00
7915 KM
Let’s talk about … SCRIPTS!

7915 KM trennen Paris und Dakar – diese Strecke legten die TeilnehmerInnen der größten Wüstenrallye zurück. Entlang dieser Route geht der Film auf die Suche nach der vielfältigen Gegenwart Afrikas und führt durch Marokko, die Republik Sahara, Mauretanien, Mali und Senegal. Der Titel steht aber auch für die Distanz, die zwischen Europa und Afrika durch politische sowie wirtschaftliche Verhältnisse geschaffen wird. Ohne die ernüchternde Realität aus den Augen zu verlieren, entsteht eine Hommage an Menschlichkeit und Langsamkeit, die eingefahrene Wahrnehmungen in Frage stellt und viele vermeintlich afrikanische Probleme auf uns selbst zurückwirft.

Maria Arlamovsky, Drehbuchautorin
Nikolaus Geyrhalter, Regisseur, Drehbuchautor
Wolfgang Widerhofer, Drehbuchautor, Cutter
im Gespräch mit Constantin Wulff, Filmschaffender, Publizist und Kurator

7915 KM (A 2008), Regie: N. Geyrhalter, Buch: Maria Arlamovsky, Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer; Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at


Dienstag, 26. Mai, 19.00
Kunst-Netz-Werke
Podiumsdiskussion

Die Suche nach Kunstkritik im Internet leitet bald zu Projekten und Initiativen, die dieses Medium sowohl zur Repräsentation als auch zu mehr oder weniger subversiven Vernetzungen nützen. Dabei verschwinden die Grenzen zwischen künstlerischer Intervention, Inszenierung, NetzKunst und Kunstkritik. Konventionelle Kunstkritik hingegen wird man vergebens suchen.

Doris Steinbichler, sonance.artistic.network 
Alex Nikolic, eroticunion.org 
Franz Thalmair, CONT3xt.net
Moderation: Sonja Bettel, Wissenschaftsjournalistin Ö1

Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft

Mittwoch, 27. Mai, 19.00
Mehr Rassismus als geglaubt?
ZARA-Talk

Eine EU-weit durchgeführte Umfrage der Europäischen Agentur für Grundrechte in Wien zeigt, dass das Ausmaß rassistischer Diskriminierungen, Belästigungen und rassistisch motivierter Gewalt weitaus größer ist, als dies offizielle Statistiken suggerieren. In Österreich wurde die Lage von TürkInnen und Ex-JugoslawInnen untersucht. Vor allem fehlt das Vertrauen in Mechanismen des Opferschutzes: 12 Prozent der Befragten wurden in den vergangenen 12 Monaten Opfer eines rassistisch motivierten Verbrechens, jedoch 80 Prozent der Betroffenen meldeten dies nicht bei der Polizei.

Joanna Goodey , Frau - EU Agentur für Grundrechte

Alexander Osman, Muslimischen Jugend Österreichs
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at


Donnerstag, 28. Mai, 19.00
Der ästhetisierte Alltag
Vortrag und Respondenz

Schöner Leben ohne zu denken? Versprechen des Ästhetischen mit dem Prinzip des lebenslangen Lernens in Verbindung zu bringen, bedeutet im Feld der Alltagskulturen eine Verdoppelung der Realität: Wir alle lernen quasi automatisch ein Leben lang, uns in Produktkulturen mit ihren funktionalen und ästhetischen Anforderungen einzupassen. Heute käme es darauf an, die unbewusste Vereinnahmung zu erkennen und das unauflöslich enge Verhältnis, das sich zwischen uns und den beeindruckenden Produkten entwickelt hat, zu verstehen.

Gerd Selle, Kunstpädagoge und Kunsttheoretiker, München

Respondenz: Elfie Miklautz, Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung, WU Wien

Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung und der Akademie der bildenden Künste, Wien


Mittwoch, 3. Juni, 19.00
Wirtschaftszweig Migration
Impulsreferate und Diskussion

Migration ist seit vielen Jahren Gegenstand von Regulierungsversuchen, die komplexe und unübersichtliche gesetzliche Bestimmungen und Kontrollmechanismen mit sich bringen. Der EU-Arbeitsmarkt etabliert sich als Handlungsfeld migrationspolitischer Maßnahmen mit deren Ausführung allerdings meist Private beauftragt werden. Ein wachsender Wirtschaftszweig aus Dienstleistungsbetrieben, wie die European Homecare, ist die Folge. Die konkreten Auswirkungen auf die Lebensrealitäten von MigrantInnen sind zu klären.

Impulsreferate:
Bettina Haidinger, FORBA Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt, Wien
Katrin McGauran, Mitarbeiterin von Statewatch, Amsterdam
Vassilis Tsianos, Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung, Universität Hamburg

Moderation: Beat Weber, BEIGEWUM, Wien

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative Minderheiten und dem Institut für Wissenschaft und Kunst



Freitag, 5. Juni, 19.00
Konsensbildung?
Präsentation und Diskussion

Wie haben sich Proteste der Studierenden, Lehrenden oder KulturarbeiterInen im Zeitalter des Postfordismus und der Globalisierung verändert? Konnten sich neue Formen des Widerstands  erfolgreich der Ausdifferenzierung von Arbeitsregimen und der Kommodifizierung von Bildung widersetzen? In einem zweitägigen Workshop mit Silvia Federici und George Caffentzis wurden  Möglichkeiten einer antikapitalistischen Redefinierung der "akademischem Freiheit" erörtert. Die Ergebnisse des Workshops stehen zur Diskussion.

Silvia Federici und George Caffentzis, MitbegründerInnen des Committee for Academic Freedom in  Africa, Mitglieder des Midnight Notes Collective und des Edu-Factory Collective, USA

Eine Kooperation von edu-meltdown und Studierenden der Akademie der bildenden Künste

Montag, 8. Juni, 19.00
Representing History. Case study – Perestroyka
Filmscreening und Gespräch

Mit ihrer Arbeit reflektiert die KünstlerInnengruppe Chto Delat? politische Theorie, Kunst und Aktivismus und setzt sich mit der gleichnamigen englisch-russischen Zeitschrift das Ziel einer Repolitisierung der russischen Kultur. Der Film Chronicles of Perestroyka basiert auf Dokumentationen aus den Jahren 1987 bis 1991 und zeigt die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Perestroika in St. Petersburg. Das Projekt Perestroyka-Song spiel.
The Victory over the Coup
handelt von einer Schlüsselepisode während der Perestroika in der Sowjetunion.

Olga Egorova, Chto Delat?, St. Petersburg
Dmitry Vilensky, Chto Delat?, St. Petersburg
Moderation: Lisa Bolyos, Kollektiv Annegang

Veranstaltung in englischer Sprache

Dienstag, 9. Juni, 19.00
Utopie als Werkzeug in der Kunst
Vortrag

Um die Frage nach den Bedingungen, unter denen das „Ereignis der Kunst“ möglich wird, zu beantworten werden Potentiale und Grenzen des Kunst-Werks erforscht. Als sein spezifisches Vermögen wird oft die Hinterfragung bestehender Ordnungen gesehen. Das Ereignis des Kunst-Werks wird dabei als eine beständige Bearbeitung des status quo, die ein verändertes Verständnis von Utopie verlangt, verstanden. Die Arbeit an einer immanenten Utopie wird durch Forderungen und Anliegen der Do-it-Yourself-Bewegung und ihrer KünstlerInnen verdeutlicht.

Andrea Wald, fiber. werkstoff für feminismus und popkultur, Wien

In Kooperation mit der Reihe „Utopie als Werkzeug in Politik, Kultur und Religion“ IWK


Mittwoch, 10. Juni, 19.00
Bevölkerungspolitik im Nationalsozialismus
Vortrag und Diskussion

Die Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches war als „rassische Aufwertung des Volkskörpers“ angelegt. Etwa ein Viertel der ReichsbürgerInnen galt den NS-Machthabern als „minderwertig“ und sollte sich möglichst nicht fortpflanzen. Die als „wertvolles Menschenmaterial“ Klassifizierten wurden dagegen durch Vergünstigungen aber auch durch strenge Ahndung von Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen dazu angehalten, die germanische Kopfzahl zu erhöhen. Wie lassen sich Langzeitfolgen dieser Politik analysieren?

Christian Fiala, Arzt, Museum für Verhütung und Schwangerschafts- abbruch
Susanne Krejsa, Journalistin, Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch

In Kooperation mit Gedenkdienst


Montag, 15. Juni, 20.00
Bilder der Krise – Krise der Bilder
kinoki mikrokino #163

Wir zahlen Eure Krise nicht!“ lautete das Motto des europaweiten Frühlingsspaziergangs gegen die scheinbar selbstverständliche Umverteilung von gesellschaftlichem Vermögen an das kriselnde Finanzsytem. Kontrolle und Regulierung der Finanzmärkte, Schließung von Steueroasen und staatliche Unterstützungen sollen die Rückkehr zum kapitalistischen Normalbetrieb gewährleisten. Doch dieser „Normalbetrieb“ erweist sich für die Mehrheit der Weltbevölkerung auch ohne Krise als unhaltbarer Ausnahmezustand. Können visuelle Strategien zum Verständnis komplexer ökonomischer Verhältnisse beitragen?

Moderation: Peter Grabher, kinoki

Donnerstag, 18. Juni, 19.00
Bildung-Kunst-Politik
Vortrag und Respondenz

Politische Strategien in Kunst und Bildung der Moderne haben gemeinsam, dass sie sich – als Teil ihrer Freiheit – gegen die bestehenden Verhältnisse entscheiden und in den Dienst einer Sache stellen konnten. „Im Hinblick auf eine Veränderung der Gesellschaft“ ergibt sich also eine politische und theoretische Schnittstelle von Kunst und Bildung. Wie kann eine zeitgenössische Kunstvermittlung gedacht werden, der es um eine Sache geht, für die es sich zu entscheiden gilt, ohne bereits vorwegnehmen zu können, was diese genau ist?

Nora Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, schnittpunkt
Respondenz: Ingo Lauggas, Kulturwissenschafter

In Kooperation mit dem Verband Österreichischer Volkshochschulen


Freitag, 19. Juni, 19.00
Sammeln – eine Kunst
Gespräch

Private Sammlungen genießen immer öfter das öffentliche Inter esse und mediale Aufmerksamkeit. So gilt die Sammlung der Generali Foundation in Wien etwa, als eine der weltweit stringentesten zu konzeptionellen Kunstpositionen. Auch die TBA 21, die insbesondere die Produktion neuer, künstlerischer Projekte unterstützt, bekommt internationale Beachtung. Haben diese privaten Initiativen mittlerweile die Vorbildfunktionen für die Positionierung öffentlicher Kunstsammlungen übernommen?

Sabine Breitwieser, Kuratorin und Gründungsdirektorin der Generali Foundation, Wien
Beatrix Ruf, Kuratorin Sammlung Ringier und Direktorin Kunsthalle Zürich
Daniela Zyman, Chefkuratorin, Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien
Moderation: Sabeth Buchmann, Kunsttheoretikerin und -kritikerin, Professorin an der Akademie der bildenden Künste, Wien

Eine Veranstaltung von die Galerien

Montag, 22. Juni , 19.00
Ökonomische Entwicklung und Krieg im Irak

Vortrag und Diskussion


Die wirtschaftliche Entwicklung des Irak, beeinflusst durch die Folgen des Baathismus, des Embargos der 1990er-Jahre und der politischen Instabilität nach 2003, steht selten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der irakische Ökonom Kadhim Habib widmet sich den Fragen der politischen Ökonomie des Irak unter Auslotung der Möglichkeiten und Grenzen eines wirtschaftlichen Wiederaufbaus unter den gegebenen Rahmenbedingungen.

Kadhim Habib, Ökonom, Verein für angewandte Konfliktforschung e. V. , Berlin
Moderation: Thomas Schmidinger, LeEZA - Liga für emanzipatorische Entwicklungszusammenarbeit

In Kooperation mit LeEZA und bayt al-Iraq - Irakisches Haus

Mittwoch, 24. Juni, 19.00
Gangster Girls

Let's talk about... SCRIPTS!

Im einzigen österreichischen Frauengefängnis Schwarzau teilen Drogenkurierinnen, Räuberinnen und Betrügerinnen Zellen und Liebessehnsucht, Wuzeltabak und Duschgel. Sie träumen von ihren fernen Kindern oder von einem der jugendlichen Häftlinge aus der Justizanstalt für männliche Jugendliche Gerasdorf, die einmal in der Woche zu einem koedukativen Theaterworkshop ins Frauengefängnis gebracht werden. Was brachte sie hinter Gitter und was macht das Gefängnis mit ihnen? Die Antworten, die die jungen Frauen improvisierend auf der Bühne präsentieren, sind oft ganz andere, als diejenigen, die sie in intensiven Interview-Tableaus geben. So entsteht ein vielschichtiges, von den Gefangenen selbst gezeichnetes Bild des sozialen Raumes Gefängnis.

Tina Leisch, Regisseurin, im Gepräch mit Constantin Wulff

Gangster Girls (A 2008) Regie: Tina Leisch , Produktion: Ursula Wolschlager

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at und Depot



Donnerstag, 25. Juni, 19.00
Ozeanien. Geschichte und Gesellschaft
Buchpräsentation


Ozeanien ist spätestens seit der Klimadebatte in den Mittelpunkt der allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Das Verschwinden ganzer Inselstaaten droht, nachdem ein weltweiter Anstieg des Meersspiegels immer wahrscheinlicher wird. Dies verursacht bereits jetzt in den insularen Gesellschaften soziale und politische Verwerfungen. Mittels eines multiperspektivischen Zugangs werden Ursachen gegenwärtiger Probleme, die fragile politische Situation nach Umsturzversuchen in manchen melanesischen Staaten sowie die Perspektiven der Kleinstaaten im regionalen Verbund untersucht.

Hermann Mückler , Institut für Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Ingfrid Schütz-Müller, Institut für Politologie, Universität Wien
Moderation: Hannes Hofbauer, Promedia Verlag

Mückler/Ortmayr/Werber (Hg): Ozeanien. 18. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft. Wien, Promedia 2009


Montag, 29. Juni, 19.00
KLEINE FISCHE
Let's talk about... SCRIPTS!

Im globalisierten Warenverkehr ist ein kleiner Fischladen keine gute Anlage für die Hoffnungen und Mühen der ungleichen Brüder Kurt und Martin - aber eine Chance, ihre Beziehung auf eine neue Basis zu stellen.Kleine Fische“ erzählt die Geschichte der grundverschiedenen Brüder: Zögerlicher Nesthocker der eine, rebellischer Ausreißer der andere, reiben sie sich im Streit um den kleinen Fischladen im Familienbesitz. Martin will das Geschäft zu einem modernen, ökologisch bedachten Unternehmen umformen, engagiert sich in der Globalisierungskritik - nicht zuletzt, um damit der Studentin Karin zu imponieren. Sein Bruder Kurt findet an den Weltverbesserungsideen wenig Interesse, umso mehr aber an Karin.

Marco Antoniazzi, Regisseur und Drehbuchautor und Gregor Stadlober, Drehbuchautor im Gepräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum

Kleine Fische“ (A 2009), Regie: Marco Antoniazzi, Drehbuch: Marco Antoniazzi, Gregor Stadlober, Novotny & Novotny Filmproduktion

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und Depot




Dienstag, 30. Juni, 19.00
Umelec – Kunstszene Wien / Österreich
Zeitschriftenpräsentation

In der aktuellen Ausgabe von Ume¢ lec, einer internationalen Zeitschrift für zeitgenössische Kunst, werfen heimische wie internationale Kunst- und Kulturschaffende einen Blick auf österreichische Kulturpolitik, die Kunstszene und ihre AgentInnen. Darüber hinaus versammelt die Ausgabe Artikel zum hiesigen Kunstmarkt und widmet sich unter anderem der Kunst im öffentlichen Raum und dem Aktivismus. Die Kunstzeitschrift Ume¢ lec erscheint in vier Sprachen und veröffentlicht regelmäßig Ausgaben mit Länderschwerpunkten, die sich mit dem jeweiligen Kunstgeschehen und seinen AkteurInnen auseinander setzen.

Alena Boika, Chefredakteurin Ume¢ lec Prag
Herwig G. Höller, Journalist, springerin, Wien
Michaela Konrad, Künstlerin, Wien
Elisabeth Mayerhofer, FOKUS
Bert Podkowa, Redaktuer Ume¢ lec Berlin
Ursula Maria Probst, Kuratorin und Kunstkritikerin, Wien

Umelec – Zeitschrift für zeitgenössische Kunst und Kultur – Prag – Berlin – London

Veranstaltung in englischer Sprache

Mittwoch, 7. Oktober, 19.00
„Was damals Recht war …“
kinokis mikrokino #164

Joža Kuhar, ein Kärntner Slowene, erhält für seine „Tapferkeit“ an der Front drei Wochen Urlaub. Auf seiner Heimreise wird er Zeuge des brutalen Umgangs fanatischer Nazis mit einer slowenischen Bäuerin. Zurück in seinem Dorf muss er erfahren, dass seine Familie vertrieben wurde und fremde Menschen in seinem Elternhaus wohnen. Um nicht länger für Hitler kämpfen zu müssen, desertiert er und schließt sich der Partisanenbewegung an. Der Film Vrnitev / Die Rückkehr entrollt ein Panorama des Kärntner Deutschnationalismus von der Zwischenkriegszeit über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart.

Anschließend Gespräch mit:
Elena Messner, Literaturwissenschaftlerin
Peter Pirker, Verein Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz
Moderation: Tina Leisch, Film-, Text- und Theaterarbeiterin, kinoki

Vrnitev / Die Rückkehr (SLO 1976), Regie: Anton Tomašic, Buch: Janko Messner, 59 Min., slowenisch / deutsch

1977 erhielt der Film auf dem Filmfestival „Das goldene Prag / Zlata Praha“ den Preis für das beste Drehbuch. Der Drehbuchautor, der Kärntner Slowene Janko Messner, er wurde 1945 von der SS schwer verletzt, gab aus Protest darüber, dass der ORF trotz mehrmaliger Ersuchen zahlreicher Organisationen und Kulturschaffender bis heute den Film nicht österreichweit ausgestrahlt hat, 2006 das Ehrenkreuz der Republik Österreich zurück.

In Kooperation mit der Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht im Theater Nestroyhof Hamakom vom 1. September bis 15. Oktober 2009





Freitag, 9. Oktober, 19.00
Nollywood! – Nigerianisches Filmschaffen
Vortrag

Wer weiß, dass Nigeria die drittgrößte Video- und Filmindustrie der Welt aufweist, und dass sie wahrscheinlich die zweitgrößte Industrie in Nigeria gleich nach der Erdölförderung ist? Nollywood – so der Name des nigerianischen Pendents zu Holly- und Bollywood – stellt durch seine Vielfalt, sowohl der Erzählweisen als auch der Themen und durch die teilweise
mangelnde technische Qualität europäische Sehgewohnheiten auf eine harte Probe. Der außergewöhnliche Erfolg dieser Produktionen, die ohne jegliche Filmförderung entstehen, liefert auch auf der theoretischen Ebene eine Herausforderung an gewohnte Positionen bezüglich der sogenannten „Dritten Welt“.

Julien Enoka Ayemba, Filmwissenschaftler und Kritiker, Berlin
Martin Goessler, freischaffender Filmemacher, Diplomand, Institut für
Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien

Eine Veranstaltung im Rahmen von About Africa – Afrika im Film.Filmhaus Kino, 14. bis 21. Oktober 2009





Montag, 12. Oktober, 19.00
Nature Morte
Buchbesprechung

Wie kann eine künstlerische Arbeit dokumentiert werden, ohne dass diese dabei reproduziert wird? Die fotografische Dokumentation Nature Morte versucht, ausgehend von diesem Gedanken, Details aus künstlerischen Archiven als Stillleben zu inszenieren, über das eigentlich Künstlerische aber nichts zu verraten. Das Archiv selbst ist künstlerische Arbeit.

Florian Bettel, Kulturwissenschaftler
Gabriele Jurjevec-Koller, Direktorin, Bibliothek der Universität für angewandte Kunst
Tatia Skhirtladze, Künstlerin
Jessica Beebone, Florian Bettel (Hg): Tatia Skhirtladze, Nature Morte. Dutch Art Institute: 2009

Dienstag, 13.Oktober, 19.30
Abschiebepraxis in Österreich
Vortrag und Diskussion

Schubhaft ist die einzige Haft die ohne eine vorausgegangene Straftat verhängt wird. Die sogenannten Schubhäftlinge müssen für jeden Tag ihrer Freiheitsberaubung bezahlen. Was sich hinter den verschlossenen Türen der Schubhaft abspielt, ist den meisten unbekannt, denn der Zugang zu Informationen sowie auch der Zutritt zu den Polizeianhaltezentren sind eingeschränkt. Wie lange kann jemand für seinen illegalen Aufenthalt eingesperrt werden? Wie sieht der Alltag in der Schubhaft aus und wie geht eine Abschiebung vor sich? Warum riskieren immer wieder Schubhäftlinge ihr Leben durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme?

Lukas Gahleitner, noborder
Verena Roschger, noborder

Eine Veranstaltung von noborder in Kooperation mit der Deserteurs- und Flüchtlingsberatung




Mittwoch, 14. Oktober, 19.00
Die paradoxe Deutschlandpolitik Salazars
Vortrag

Von 1932 bis 1968 stand António de Oliveira Salazar an der Spitze der Militärjunta in Portugal. Um sich vom traditionellen Bündnispartner Großbritannien zu lösen, näherte sich das Regime ab Mitte der 1930er dem Dritten Reich an, ohne gänzlich mit Großbritannien zu brechen. Das letzte Kapitel dieses außenpolitischen Drahtseilaktes bildete die stillschweigende Unterstützung portugiesischer Behörden, als sich die SS während der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Ungarns den Manfred-Weiss-Konzern aneignete, im Gegenzug aber die Familie der jüdischen EigentümerInnen ins neutrale Portugal ausreisen ließ.

António Louçã, Historiker, Lissabon
In Kooperation mit dem Gedenkdienst im Rahmen der Präsentation der aktuellen Ausgabe der Theresienstädter Studien und Dokumente – TSD – durch die Mitherausgeberin Anna Hájková



Montag, 19. Oktober, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Filmvorführung und Gespräch

Mit ihrem Forschungsprojekt Gehörlose ÖsterreicherInnen im Nationalsozialismus hat sich Verena Krausneker u. a. mit der Frage beschäftigt, wie heute gehörlose Jugendliche vor dem rechten Rand bewahrt werden können. Anhand des Beispiels einer Sprache, die nicht der Norm entspricht, von vielen nicht einmal als eigene Sprache wahrgenommen wird, wird ergründet, welche sprachlichen Strategien gegen den Rechtsruck entwickelt werden können und müssen.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Verena Krausneker, Sprachwissenschaftlerin

Gerhörlose Österreicherinnen und Österreicher im Nationalsozialismus. 8 Kurzfilme in Österreichischer Gebärdensprache mit deutschen
Untertiteln. Verena Krausneker und Katharina Schalber. Erzählerin: Astrid Weidinger. Gesamtlänge 220 Min., A 2009

Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache gedolmetscht.

In Kooperation mit dem Bündnis gegen den Rechtsruck




Dienstag, 20. Oktober, 19.00
Wer macht Bezirkskultur?
Auftakt zur IGKW-Reihe „Kultur?“

Auf Stadt- und Bezirksebene versucht die IG Kultur Wien, die Schaffung und den Erhalt von Freiräumen für unabhängige Kulturarbeit zu ermöglichen. Auch das Wiener Volksbildungswerk will sich unter dem Namen Basis.Kultur.Wien verstärkt der Basiskulturarbeit widmen, ebenso die Wiener Bezirksfestwochen, die als Wir sind Wien – Festival der Bezirke einen neuen Anstrich erhielten. Zusätzlich sind die Bezirksvorstehungen für die Vergabe von Fördermitteln für Bezirkskultur maßgeblich verantwortlich.Welche Konzepte werden auf Bezirksebene verfolgt?

Martin Just, Obmann, IG Kultur Wien
Florian Maute, Kulturkommissionsvorsitzender-Stellvertreter und Kultursprecher, ÖVP Josefstadt
Madeleine Reiser, Kulturkommissionsvorsitzende und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin, Die Grünen Neubau
Inge Zankl, Gemeinderätin, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft, SPÖ
Anita Zemlyak, Geschäftsführende Generalsekretärin, Basis.Kultur.Wien

In Kooperation mit der IG Kultur Wien

Mittwoch, 21. Oktober, 19.00
Filme der Spanischen Republik
kinokis mikrokino #165

Die erste Reportage über den spanischen Bürgerkrieg Reportaje del Movimiento Revolucionario en Barcelona wurde 1936 gedreht. Im selben Jahr entstanden, zeigen Bajo el signo libertario das Leben in einem Dorf nach der Verstaatlichung der Landwirtschaft und La defensa de Madrid die letzten Tage der Belagerung von Madrid. Die Bebilderung des Kampfes um Spanien aus faschistischer Sicht illustriert ein Ausschnitt aus Helden in Spanien, eine filmischen Co-Produktion der Franquisten mit Nazi-Deutsch land, gedreht 1938/39. Alain Resnais’ und Robert Hessens Filmessay Guernica aus dem Jahr 1950 meditiert, ausgehend vom gleichnamigen Bild Picassos, über das Verhältnis von künstlerischer Arbeit und Geschichte.

Anschließend Gespräch mit:
Josef Eisenbauer, Freiwilliger im spanischen Bürgerkrieg
Thomas Tode, Filmemacher und -historiker, Hamburg




Freitag 23. Oktober, 19.00
Wie sind die extremen Rechten zu stoppen?
Diskussion

Die Beispiele Ungarns und Italiens zeigen, wie unmittelbar die Bedrohung durch Rechte und rechtsextreme Parteien in Europa ist. Auch in Österreich sehen sich AntifaschistInnen mit der dringlichen Aufgabe konfrontiert, den Aufstieg der extremen Rechten aufzuhalten und effektive Gegenstrategien zu entwickeln.

Alex Callinicos, Kings College, London
Matija Medenica, sozialistischer Aktivist, Belgrad
Manfred Ecker, Linkswende, Wien

Eine Veranstaltung der Linkswende zur Eröffnung des Kongresses „Marx is muss“




Dienstag, 27. Oktober, 19.00
Das weiße Band
Let’s talk about … Scripts!

Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Erzählt wird die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors, seiner kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an.

Stefan Grissemann, Filmkritiker, Kulturresortleiter, profil
Michael Haneke, Regisseur und Autor, Das weiße Band (D/F/AT/I 2009)

Gesprächsreihe mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von drehbuchFORUM Wien




Mittwoch, 28. Oktober, 19.00
Das ABC des Kinos
Buchpräsentation

Das Buchprojekt Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien von Winfried Pauleit enthält ein Theoriehörbuch auf CD und zehn künstlerisch gestaltete Hefte, die in zehn Schritten die theoretischen Grundlagen des Kinos darlegen. Hier treffen sich Gedanken zur Post-Kinematografie, zu Kracauers Fotografie- Aufsatz, zu Kino und Schule, zu Cyborgs und Kino, zur Film-
und Theoriearbeit von Laura Mulvey und Peter Wollen, zu Tom Tykwer Geschichtsarbeit und zum Motiv des Kartenspiels.

Michael Loebenstein, Autor, Filmhistoriker, Filmmuseum Wien
Winfried Pauleit, Kunst-und Kulturwissenschafter, Universität Bremen
Moderation: Marc Ries, Medien- und Kulturtheoretiker, Wien

Winfried Pauleit (Hg): Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien. 10 Hefte. Frankfurt: Stroemfeld Verlag 2008




Donnerstag 29. Oktober, 19.00
Soziokultur: Ein Konzept im Wandel
Vortrag

Seit den 70er Jahren steht Soziokultur für eine gesellschaftspolitisch engagierte Kulturarbeit, die durch aktive Teilhabe von
BürgerInnen neue Zugänge zu Kunst und Kultur eröffnet. Sozio kultur knüpft an die Lebenswelt von Zielgruppen an, orientiert sich an Problemlagen in Stadtteilen oder Regionen, sucht produktive Verbindungen zwischen Kunst und Alltag. Wie hat sich das Konzept der Soziokultur in den letzten Jahrzehnten gewandelt, was kann über die Rahmenbedingungen,
Fördermodelle und aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für Soziokultur gesagt werden?

Bernd Wagner, Kulturpolitische Gesellschaft, Bonn
Respondenz: Wofgang Kellner, Ring Österreichischer Bildungswerke, Wien

In Kooperation mit der IG Kultur Österreich und dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst



Mittwoch, 4. November, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe des Bündnisses gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert Menasse, Schriftsteller



Donnerstag, 5. November, 19.00
Gentrifizierung durch künstlerische Interventionen?
Die Kunst mit der Stadt, Teil 1

Zuerst die Kunst, dann die Revitalisierung, dann die Verdrängung. Auf dieser einfachen Formel beruht oftmals die Kritik an kunstinduzierten Aufwertungsprozessen eines Stadtgebietes. Doch stimmt dieser Befund auch im Detail? Wer profitiert wovon im Zuge städtischer Aufwertungsprozesse, wer gestaltet sie und welche Rolle kommt der Kultur- und Stadtentwicklungspolitik dabei zu?

Shams Asadi, Stadtplanerin, Magistrat Wien - Stadtentwicklung und Stadplanung
Sabine Knierbein, TU Wien, Arbeitsbereich Stadtkultur und öffentlicher Raum (SKuOR)
Wolfgang Schneider, Künstler, Projekte im öffentlichen Raum
Johannes Suitner, Studierender der Studienrichtung Raumplanung , TU Wien
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, FOKUS

Eine Veranstaltung von FOKUS- Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien in Kooperation mit dem Depot


Mittwoch, 11. November, 19.00
Holocausterinnerung in Ungarn
Vortrag

Ungarn muss sich heute nicht nur mit der Beteiligung am Holocaust, sondern gleich mit drei verschiedenen „rechtsdiktatorischen Vergangenheiten“ auseinandersetzen: mit der autoritär-konservativen Regierung unter Miklós Horthy, den faschistischen Pfeilkreuzlern unter Ferenc Szálasi und mit der Okkupation durch das Dritte Reich. Die nach 1945 begonnene Auseindersetzung mit dem Holocaust wurde nach einer demokratischen Übergangsphase von 1945 bis 1948 durch eine neuerliche Diktaturerfahrung im Kommunismus gebrochen. Die Komplexität des Themas schlägt sich heute in der Konkurrenz von Erinnerungen und miteinander verwobenen Täter- und Opferdiskursen nieder. Anhand der beiden Museen „Haus des Terrors“ und „Holocaust-Dokumentationszentrum“ wird aktuellen Tendenzen in der ungarischen Debatte nachgegangen.

Regina Fritz, Historikerin, Wien/Budapest

In Kooperation mit dem Gedenkdienst


Freitag, 13. November, 19.00
Über Geschlechterdemokratie hinaus
Buchpräsentation

Die Beiträge des Tagungsbandes Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy versuchen die pragmatisch sinnvolle, aber zugleich verwirrende Vagheit des Terminus „Geschlechterdemokratie“ im Sinne einer präziseren Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Demokratie, Geschlechterverhältnissen und Sexualitäten zu
überschreiten. Diese Auseinandersetzung geschieht sowohl auf begrifflich-theoretischer also auch auf empirisch-sozialwissenschaftlicher Ebene.

Hanna Hacker, Soziologin, Universität Wien
Utta Isop, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Kirstin Mertlitsch, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Alice Pechriggl, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt

Alice Pechriggl, Brigitte Hipfl, Utta Isop, Kirstin Mertlitsch (Hg): Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy.
Klagenfurt: Drava 2009





Mittwoch, 18. November, 19.00
Bolivien – Gespaltenene Gesellschaft?
kinokis mikrokino #166

Die Wiederwahl Evo Morales’, des ersten indigenen Präsidenten Lateinamerikas, scheint wahrscheinlich. Ob es seiner Regierung auch gelingen wird, die auseinanderstrebenden gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Kräfte zu integrieren, ist allerdings mehr als ungewiss. Die beiden Videos von Ismael Saavedra – in den 70er-Jahren Mitglied der Filmgruppe UKAMAU, inhaftiert und exiliert während der Militärdiktatur – erzählen vom Aufstieg der sozialen Bewegungen seit 2000. Sie gehen auch der Frage nach, welchen Beitrag die indigenen Traditionen Boliviens zur Überwindung des neoliberalen Gesellschaftsmodells heute leisten können.

Anschließend Gespräch mit:
Almut Schilling-Vacaflor, Soziologin, Universität Wien
Eva Simmler, Filmemacherin, Kunsthistorikerin, kinoki

Jiwasa (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 66 Min., OmeU
3000 (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 64 Min., OmeU




Donnerstag 19. November, 19.00
Kulturelle Bildung als gesellschaftliches Projekt
Vortrag und Respondenz

Kulturelle Bildung ist ein Eckpfeiler der allgemeinen Erwachsenenbildung. In den letzten Jahrzehnten gelang es, gesellschaftliche Herausforderungen wie Medienkompetenz, kulturelle Veränderung durch Migration und demografischen Wandel in den Aufgabenbereich kultureller Bildung aufzunehmen. Dennoch findet sie im bildungspolitischen Diskurs bislang wenig Berücksichtigung. Anhand ausgewählter Beispiele und Problemstellungen wird kulturelle Bildung als Entwicklungsfeld des lebenslangen Lernens und als Projekt für eine humanere Gesellschaft analysiert.

Richard Stang, Institut für Medienwissenschaft an der Hochschule der Medien, Stuttgart
Respondenz: Marion Thuswald, Akademie der bildenden Künste, Wien

In Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung




Freitag, 20. November, 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 1

Welche Konzepte, Bilder, Diskurse, Aktions- und Organisationsformen zur Befreiung haben sich historisch durchgesetzt, und was bedeutet dies in geschlechterkritischer Perspektive? An welche Entwürfe von Befreiung knüpfen Frauenbewegungen an? Inwieweit sind neoliberale Freiheitsversprechen nur „Theater“ mit vielen negativen Effekten „hinter der Bühne“? Und wo stehen wir – theoretisch und praktisch – im strittigen Feld des sexuellen Befreit-Seins?

Vortrag: Zum Verhältnis von Freiheit, Subjektivierung und Selbstpräkarisierung
Isabell Lorey, Politologin, Berlin/Wien
Moderation: Sabine Prokop, Verband feministischer
Wissenschafterinnen, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen




Samstag, 21. November 11.00 – 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 2

11.00 Panel: Un/Freiheiten in neoliberalen Verhältnissen
Impulsreferate: Luzenir Caixeta, Philosophin, feministische Theologin, Linz
Christine Klapeer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Birge Krondorfer, Philosophin, Wien

14.30 Panel: „Befreiungsbewegungen“ – historisch und gegenwärtig
Impulsreferate: Claudia Brunner, Politikwissenschaftlerin, Berlin/Wien
Irene Bandhauer-Schöffmann, Historikerin, Wien
Hanna Hacker, Soziologin, Historikerin, Wien

17.00 Plenardiskussion: „Sex“ und „Befreit-Sein“?
Kurzinputs: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Wien
Barbara Eder, Medienwissenschaftlerin, Wien/Berlin
Gudrun Hauer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Karin Rick, Schriftstellerin, Wien
Lila Tipp, Lesbenberatung, Wien
Moderationen: Nina Arzberger, Psychologin, Psychotherapeutin, Wien
Sabine Prokop, Kulturwissenschaftlerin, Wien

In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen




Montag 23. November, 19.00
Dschihadismus-Materialien
Vortrag und Respondenz

„Dschihadismus“ bezeichnet eine moderne transnationale Strömung, die ihre gewaltsamen Aktionen mit einem sehr spezifischen Islamverständnis legitimiert, das häufig auch gegen andere MuslimInnen gewendet wird. Dschihadistische Ideen werden oft mittels Videos via Internet propagiert. Diese Videos geben einen Einblick in die dschihadistische Welt. Einige dieser Videos werden in der Präsentation analysiert.

Rüdiger Lohlker, Islamwissenschaftler, Universität Wien
Respondenz: Gudrun Harrer, Der Standard

In Kooperation mit dem Facultas Verlag




Dienstag, 24. November 2009, 19.00
eine von 8
Let’s talk about … SCRIPTS!

Als Frederike endlich einen Termin bei ihrer Frauenärztin bekommt, lautet die Diagnose Brustkrebs. In Österreich erkrankt jede achte Frau an Brustkrebs. Jährlich werden ca. 5.000 neue Fälle diagnostiziert. Rund 1.700 Frauen verlieren den Kampf. Frederike beschließt, einen Film über sich und ihre Krankheit zu machen. Mit wem soll sie über die Krankheit reden? Was soll sie tun? Frederike ist Schauspielerin mit Engagement am Grazer Schauspielhaus. Gemeinsam mit Sabine Derflinger macht sie sich an die Umsetzung einer Dokumentation über ihre Krankheit.

Sabine Derflinger, Regisseurin und Autorin, eine von 8 (AT 2008)
Constantin Wulff, Filmschaffender, dok.at

Gesprächsreihe mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at




Mittwoch, 25. November, 19.00
GO EAST ?
Diskussion

Nach dem Ende der Sowjetunion und der Öffnung der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten fallen in diesen Ländern
neben zahlreichen Aktivitäten einige Initiativen im Bereich der Bildenden Kunst wegen ihres qualitativen Anspruchs und der
zu erwartenden Nachaltigkeit besonders auf. Wie aber sehen die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten für diese engagierten
Projekte angesichts der aktuellen Wirschaftskrise aus? Setzt diese der positiven Tendenz ein Ende?

Jaroslaw Lubiak, Chefkurator des Muzeum Sztuki, Lodz
Maria Anna Potocka, Direktorin des Bunkier Sztuki, Krakau
Walter Seidl, Kurator der Kunstsammlung Erste Bank-Gruppe, Wien

Eine Veranstaltung von Die Galerien



Donnerstag 26. November, 19:00
Kritische Strategien im kulturellen Alltag

Buchpräsentationen und Diskussion

Alle Macht der Vorstellungskraft? Im Laufe der vergangenen vierzig Jahre ist Imagination als Grundlage für eine radikale Politik zu einem Klischee geworden. Aber was genau ist radikale Imagination? Was bedeutet es, die Macht der Vorstellungskraft aufzurufen, wenn es scheint, dass sie durch die Macht des Spektakels schon die Macht ergriffen hat? Bleibt noch ein subversives Potential?

Stevphen Shukaitis, Redakteur Autonomedia, University of Essex, UK
Moderaion: Katharina Ludwig, Politikwissenschaftlerin und freie Journalistin


Stevphen Shukaitis: Imaginal Machines: Autonomy & Self-Organization in the Revolutions of Everyday Life. Minor Compositions 2009, an imprint of Autonomedia

Konrad Becker: Strategic Reality Dictionary: Deep Infopolitics and Cultural Intelligence, Autonomedia 2009

Konrad Becker, Jim Fleming (eds.): Critical Strategies in Art and Media: Perspectives of New Cultural Practices, Various Authors, 2010

Veranstaltung in englischer Sprache

Eine Veranstaltung von World-Information Institute in Kooperation mit dem Depot

Freitag,  27. November, 19.00
Flatrate -  eine neue Verteilungsgerechtigkeit?
Tatort Kulturpolitik #3


Die nachhaltige Veränderung von Kommunikationsstrukturen durch die technische Entwicklung des Internets wird für verschiedene Interessengruppen wirksam, darunter vor allem Content-ProduzentInnen, Content-VerwerterInnen und KonsumentInnen. Zum einen umgehen Konzerne immer öfter  Verwertungsgesellschaften und UrheberInnenrechte, zum anderen ist die Verteilungsstruktur der Gelder durch die Verwertungsgesellschaften nach oben orientiert. Zugleich zeichnet sich aber auch ein Paradigmenwechsel ab. Für den Bereich des Content-Austausches im Netz wird schon seit einigen Jahren die Einführung einer Flatrate diskutiert. Wer profitiert von dieser? Welche Probleme und Komplikationen sind von vornherein erwartbar?

Silke von Lewinski, Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, München
Ursula Sedlaczek, Austro Mechana
Felix Stalder, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich/ Institut für Neue Kulturtechnologien, Wien
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien - Fokus

In Kooperation mit dem Kulturrat Österreich






Montag, 30. November, 19.00
Comic.Film.Helden
Buchpräsentation und Diskussion

Die Erfolgswelle von Comicverfilmungen erzeugt auch immer mehr wissenschaftliches Interesse. Im neu erschienenen Sammelband Comic.Film.Helden analysieren heimische wie internationale Film- und MedienwissenschaftlerInnen verschiedenste HeldInnenkonzepte in aktuellen Hollywood-Adaptionen wie The Dark Knight, Watchmen, The Spirit, Sin City und Pseudo-Comicfilmen à la Hancock. Einen zweiten Schwerpunkt bilden verfilmte autobiographische Comics: Persepolis und American Splendor sowie Anime-Verfilmungen. Die inhaltliche Bandbreite der Beiträge liegt zwischen HeldInnenproblematik, Intermedialität, Ästhetik, Medientheorie und Gender.

Thomas Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler
Barbara Eder, Queer-Theoretikerin und Medienwissenschaftlerin
Barbara Kainz, Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin
Günter Krenn, Film- und Medienwissenschaftler
Karin Krichmayr, Journalistin

Barbara Kainz (Hg.), Comic.Film.Helden. Heldenkonzepte und medienwissenschaftliche Analysen. Wien: Löcker 2009




Dienstag, 1. Dezember, 20.00
Der Wald vor lauter Bäumen: Himmel oder Hölle
Film & Theorie, Teil 1

Eine Kindheit im Burgenland. Das Kino des Vaters. Die Metzgerei des einen, das Wirtshaus des anderen Onkels. Die Konfrontation mit den beiden wichtigsten Tabus: Sex und Tod. Indianerspiel auf Wald und Wiese, Dachboden oder Keller. Das herausragende Spielfilmdebut von Wolfgang Murnberger.
 

Joachim Schätz, Film- und Kulturwissenschaft, Filmjournalist

Der Film Himmel oder Hölle wird am 1.12. im Filmhaus am Spittelberg, Spittelberggasse 3,  1070 Wien, um 18.00 Uhr gezeigt.

R: Wolfgang Murnberger, D: Adi Murnberger, Fabian Weidinger, Johannes Habeler, Lukas Habeler, Österreich 1990, 74 min


Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick



Mittwoch, 2. Dezember, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Isolde Charim, Philosophin
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck




Donnerstag, 3. Dezember, 19.00
LA PIVELLINA
Let’s talk about … SCRIPTS!

La Pivellina ist ein mit LaiendarstellerInnen realisierter Film, der von Vorurteilen und Courage erzählt. Im Winter steht Patrizias und Walters Wanderzirkus still und ihr Wohnmobil fix auf einem abgeschotteten Terrain am Stadtrand von Rom. Auf einem kurzen Rundgang entdeckt Patrizia ein zweijähriges Mädchen, allein gelassen am Kinderspielplatz und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 14-jährigen Nachbarjungen Tairo schafft sie der kleinen Asia ein zu Hause auf Zeit, einen winzigen und fragilen Raum der Geschütztheit in einer Randzone der Stadt sowie der italienischen Gesellschaft.

Tizza Covi, Regisseurin und Autorin, LA PIVELLINA (AT/I 2009)
Rainer Frimmel, Regisseur und Produzent, LA PIVELLINA (AT/I 2009)
Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

Gesprächsreihe mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von drehbuchFORUM Wien


Freitag, 4.Dezember, 19.00
#unsereuni -
#unibrennt
Präsentation und Diskussion

Berichte über die Studierendenproteste dringen bislang nur über das Internet nach Außen. Nun erzählen Studierende und Lehrende auch außerhalb der besetzten Universitäten aus dem Zentrum der Proteste und beantworten Fragen für jene, die sich ein genaueres Bild abseits der Medienberichterstattung machen wollen: Wie und warum haben die Proteste begonnen, wer sind die ProtagonistInnen, wie organisiert sich der Protest tatsächlich vor Ort, was sind die Aussichten für den mittlerweile internationalen Protest?

BesetzerInnen und solidarische Lehrende der Universität

Mittwoch, 9. Dezember, 19.00
NachRichten aus der Vergangenheit?
Vortrag und Diskussion

Zum Gedenkjahr 2008 startete in Österreich das Projekt Nach- Richten, dessen Ziel es war, das publizistische Umfeld, mit dem die Menschen im Dritten Reich konfrontiert waren, zu vermitteln und kritisch zu hinterfragen. Während in Österreich das Projekt keine größere Diskussion auslöste, sorgte das für Deutschland geplante Modell der HerausgeberInnen 2009 für
einen veritablen öffentlichen Skandal. Mit Verweis auf das Urheberrecht ließ der Freistaat Bayern Teile einer Nummer beschlagnahmen. Es folgte eine hitzige Diskussion, ob das Projekt NS-Propaganda verbreite und ob Missbrauchsgefahr bestehe.

Fritz Hausjell, Kommunikationswissenschaftler, wissenschaftlicher Leiter NachRichten
Sandra Paweronschitz, Chefredakteurin NachRichten




Freitag, 11. Dezember, 20.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 2

Tristana, angesiedelt in der Ödnis einer Provinzstadt nach der Jahrhundertwende, erzählt von der Rache eines schönen, einbeinigen Mündels an seinem Vormund, der es zu seiner Frau gemacht hat. Und dann der Umschlag der Rollen, die Umkehr der Macht. Doppelte Perversion, doppeltes Scheitern. Jeder der erotischen Widersacher ist gleichsam Teil von Buñuels Alter Ego. Dennoch werden Moral und Sympathie, Sinn und Katharsis der Tragödie auf Distanz gehalten. Nichts, das Buñuel mehr verachtet als Verständlichkeit. Unüberbrückbare Kälte des Blicks, dessen Ziel es ist, das Rätsel der Welt und der Menschen als Rätsel offen zu halten.

 
Günter Schwaiger, Produzent und Regisseur

Der Film Tristana wir am 11.Dezember im Kino im Filmhaus am Spittelberg um 18.00 Uhr gezeigt.

R: Luis Bunuel, D: Catherine Deneuve, Fernando Rey, Franco Nero; Spanien/Italien/ Frankreich 1969/70, 98 min

Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick




Montag, 14. Dezember, 19.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 3, Resumee

Mit der Sicht des Films auf das Land, mit der Wahrnehmung eines städtischen Auges, dem Blick aus der Distanz oder direkt aus seiner Mitte der Provinz setzte sich die Reihe Film & Theorie von Lichtblick auseinander. Der Film als Produkt und Spiegelbild seiner geographischen Herkunft wie das spezifisch Österreichische standen dabei im Mittelpunk der Betrachtung.

Leitung: Robert Buchschwenter, Dramaturg
Informationen zu den Vorführungen im Filmhaus Kino am Spittelberg und zu den Vorträgen: www.lichtblick.action.at

Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick

Dienstag, 15. Dezember, 19.00
Wer vertritt Basiskultur?
IGKW-Reihe „Kultur?“

Das Spektrum der Auffassungen von „VertreterInnen der Basiskultur“ über Basisarbeit ist breit gefächert. Bereits am Begriff „vertreten“ scheiden sich die Geister. Lässt sich Basiskultur vertreten? Und wenn ja, wer vertritt sie? Was ist unter Basiskultur zu verstehen, worin unterscheiden sich die Positionen, welche konsensualen Standpunkte von KulturarbeiterInnen gibt es?

Günther Friesinger, IG Kultur Wien
Sabine Kock, Kulturrat Österreich
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren
Barbara Zenz, Ex-„Movimento“ und Projekt Eiskeller
Moderation: Hikmet Kayahan

In Kooperation mit der IG Kultur Wien




Mittwoch, 16. Dezember, 19.00
Antworten auf Nichts
kinokis mikrokino #167

Abseits von Rain Man war und ist Autismus Gegenstand filmischer Arbeit: Kinofilme wie Sandrine Bonnaires Elle s'appelle Sabine, Dokumentationen zur psychosozialen Situation und Unterbringung, Lehrvideos zur verhaltenstherapeutischen Behandlung bis hin zu Fundraising- und Awareness-Videos amerikanischer Autism-NGOs geben Einblick in jene Mittel, durch welche die Angst, Verzweiflung und Fremdheit des Autismus konfrontiert, rationalisiert und verwertbar gemacht werden soll. Anhand von Ausschnitten aus diesem Material und durch das Screening des Spielfilms Sommer von Philip Gröning wird ein Eindruck davon vermittelt, welche Kräfte und Widerstände im Autismus am Werk sind, und was das mit den gegenwärtigen sozialen Verhältnissen zu tun hat.

Roman Widholm, Philosoph und Betreuer von Menschen mit Autismus in Wien und Niederösterreich

Sommer (D 1986), Regie: Philip Gröning, 105 Min., DVD


Donnerstag, 17. Dezember, 19.00
Ästhetische Erziehung: geben, nehmen oder müssen?
Vortrag und Respondenz


Ästhetische Erziehung, spielerisches Lernen und Konzepte einer zwischen Sinnlichkeit und Sinn, Aktivität und Passivität angesiedelten Kreativität verzeichnen seit Schillers „Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen“ eine wechselvolle Karriere. Es stellt sich die Frage, ob diese Einschätzung des Ästhetischen im Zeitalter der Kreativindustrie naiv-affirmativ ist oder gar einen utopischen Stachel birgt.

Ruth Sonderegger, Akademie der bildenden Künste Wien
Pespondenz: 
Günay Özali, Pädagoginn

In Kooperation mit der Reihe Jour fixe Bildungstheorie, IWK




Montag, 21. Dezember, 19.00
Topologie
Buchpräsentation

„Topologie“ ist bekanntlich die Bezeichnung einer seit langem hoch spezialisierten mathematischen Disziplin. Doch ist davon auch in einem weiten Feld kultureller Produktion die Rede. Es gilt also, nach den Wegen und Umwegen zu fragen, auf denen topologische Begriffe, Verfahren und Denkfiguren in Kunst, Literatur, Psychologie und Philosophie rezipiert und umgeprägt
wurden.

Richard Heinrich, Philosoph, Universität Wien
Wolfram Pichler, Kunsthistoriker, Universität Wien
Ralph Ubl, Kunsthistoriker, University of Chicago
Juliane Vogel, Germanistin, Universität Konstanz
Barbara Wittmann, Kunsthistorikerin, Max-Planck-Institut für
Wissenschaftsgeschichte, Berlin


2010

Montag, 11. Jänner, 19.00
Zur Theodor Herzl-Rezeption im Film
Filmvorführung und Vortrag

Der 150ste Geburtstag von Theodor Herzl gibt Anlass für einen Veranstaltungsschwerpunkt zur Gründung der zionistischen Bewegung. Zu Beginn der Reihe steht die Vorführung des Filmes Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes und ein Vortrag, der den Zugang zur Thematik nicht über die politische Debatte, sondern über ästhetische Reflexion und filmwissenschaftliche Analysen sucht. Der Film aus dem Jahr 1921 schildert das Leben des Schriftstellers und Juristen, sowie Szenen aus der leidvollen Geschichte des jüdischen Volkes, die die Sehnsucht nach einem eigenen Judenstaat begreiflich machen.

Thomas Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler, Filmarchiv Austria, Wien

Theodor Herzl, der Bannerträger des jüdischen Volkes (A 1921) Regie: Otto Kreisler, Stummfilm mit engl. Zwischentiteln, 60 min

In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria, Wien, zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl.


Dienstag, 12. Jänner, 19.00
Kulturelle Konstruktion der Finanzmärkte
Buchpräsentation und Diskussion

Die zwei Neuerscheinungen Mythos Markt und Das Wissen der Börse setzen sich mit der kulturellen Konstruktion der Finanzmärkte auseinander. Mythos Markt zeigt, dass die Wirtschaftskrise auch eine Krise der herrschenden Wirtschaftslehre ist. Im Glauben an „den“ Markt konnte der Kapitalismus sich zu einem Finanz- oder Renditen-Kapitalismus wandeln. Neue Perspektiven auf die me diale und kulturelle Dimension der Finanzmärkte und ihrer Krise eröffnet das Buch Das Wissen der Börse.

Corinna Milborn, Politikwissenschaftlerin und Journalistin
Robert Misik, Journalist und Schriftsteller
Walter Ötsch, Volkswirt und Kulturhistoriker
Ramón Reichert, Autor und Film- und Medienwissenschaftler

Walter Otto Ötsch: Mythos Markt. Marktradikale Propaganda und ökonomische Theorie. Marburg: Metropolis Verlag 2009.

Ramón Reichert: Das Wissen der Börse. Medien und Praktiken des Finanzmarktes. Bielefeld: transcript Verlag 2009.


Mittwoch, 13. Jänner, 19.00
Die NAPOLAS in Österreich 1938 – 45
Vortrag

Wie im Deutschen Reich ab 1933 wurden in Österreich zwischen 1938 und 1945 Napolas – Nationalpolitische Erziehungsanstalten errichtet. Napolas waren NS-Internatsschulen, deren SchülerInnen nach rassisch-biologistischen Kriterien ausgewählt wurden. Drill, vormilitärische Übungen und ein straffer Anstaltsalltag kennzeichneten diese „Ausleseschulen“, die durchwegs in repräsentativen Gebäuden, zum Teil auch Klöstern, untergebracht waren. Insgesamt wurden in Österreich neun Napolas errichtet, in denen im Jahr 1942 1200 SchülerInnen erzogen wurden. Zu den Zöglingen gehörten mehrere Prominente der Zweiten Republik.

Sebastian Pumberger, Historiker und Journalist, Wien

In Kooperation mit dem Gedenkdienst


Donnerstag, 14. Jänner, 19.00
Das Exil der Frauen
Podiumsgespräch

Im Rahmen der Tätigkeit des Nationalfonds wurde eine nicht unbeträchtliche Menge an autobiographischen Aussagen verschiedener Generationen von Exilantinnen und Remigrantinnen gesammelt. Im Zentrum der Überlegungen stehen Spezifika des weiblichen Lebenszusammenhanges im Exil und die damit verbundene Erinnerungskultur.

Hannah Lessing, Generalsekretärin, Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und des Allgemeinen Entschädigungsfonds
Moderation: Siglinde Bolbecher, Herausgeberin
Zwischenwelt, Theodor Kramer Gesellschaft

Eine Veranstaltung der öge-FrauenAG in Kooperation mit der Österreichschen Gesellschaft für Exilforschung öge und dem Depot


Montag, 18. Jänner, 19.00
Schreiben über Wien 1
city system /s # 8

Im Jahr 2009 erschienen zahlreiche Publikationen zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Positionen im Bereich
Kunst im öffentlichen und sozialen Raum und zur Stadtwahrnehmung. Sie reichen von historischen über wissenschaftliche bis hin zu praxis- und projektbezogenen Texten und verweisen ebenso auf die Qualitäten künstlerischer Produktionsweisen wie auf deren unterschiedliche Kontexte und Konfliktpotenziale.

Pamela Bartar, Kunst- und Kulturtheoretikerin
Konrad Becker, Autor und Produzent im Bereich Wissenschaft und Kunst
Thomas Edlinger, Radiojournalist, freier Autor und Kurator
Angelika Fitz, Kulturtheoretikerin, Kuratorin und Autorin
Elke Krasny, Kulturtheoretikerin, Kuratorin, Stadtforscherin, Autorin
Bettina Leidl, Kulturmanagerin, Geschäftsführerin von KÖR
Philipp Rode, Landschaftsarchitekt
Moderation: Anne Katrin Feßler, Kulturjournalistin und Angela Heide, Kuratorin

city system /s #8 ist Teil der Veranstaltungsreihe von WOLKE7 in Kooperation mit der Gesellschaft für Kulturanalytik und artminutes


Mittwoch, 20. Jänner, 19.00
Fernand Delignys Floß in den Bergen
kinokis mikrokino # 168

Nach seiner Begegnung mit einem als autistisch eingestuften 12-Jährigen gründete der Erzieher und Anti-Psychiater Fernand Deligny 1965 eine offene Anlaufstelle für Kinder, die von SpezialistInnen als unerziehbar und unheilbar eingestuft wurden. So entstand eine „Gegeninstitution“ ohne PflegerInnen und ohne institutionelle Zwänge als Ort der Existenz, an dem Kinder ihre eigene Geschichte beginnen konnten. Der Dokumentarfilm Ce gamin, là ist dem „Experiment Deligny“ gewidmet, das weit über den Bereich der Therapie hinaus für antiautoritäre Gruppen, KünstlerInnen und Intellektuelle – etwa Félix Guattari – inspirierend wirkte.

Präsentation: Birgit Mennel, Peter Grabher, kinoki

Ce gamin, là / Dieser Junge, da (F 1975). Regie: Renaud Victor, 96 min., frz. OV / dt. Übersetzung eingesprochen.


Donnerstag, 21. Jänner, 19.00
Zum Selbstverständnis der Kunstvermittlung
Vortrag und Respondenz

Anhand einer kursorischen Geschichte von Kunstvermittlung in Wien seit den 1980er Jahren wird die Frage aufgeworfen, ob und wie deren Rahmenbedingungen ihr Selbstverständnis prägen. Welche Spuren hinterlassen Selbst-professionalisierung oder „KundInnenorientierung“ einerseits und prekäre Arbeitsverhältnisse andererseits in der jeweiligen Praxis und Theoriebildung von Vermittlung? Wie wirken sich museums- und bildungspolitische Setzungen auf den Umgang mit und die Definition von Zielgruppen aus? Was könnte dies für bildungspolitische Forderungen in diesem Bereich bedeuten?

Karin Schneider, Zeithistorikerin, Kunst- und Wissenschaftsvermittlerin
Respondenz: Stefan Palaver, Künstler und Kunstvermittler
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Montag, 25. Jänner, 19.00
Lourdes
Let’s talk about ... SCRIPTS!

Im Zentrum von Jessica Hausners Film Lourdes steht Christine, die sowohl dem touristischen Wallfahrtsort als auch dem Wunderglauben eher skeptisch gegenübersteht. Während des Aufenthaltes in Lourdes wird gerade sie überraschend geheilt. Man beginnt sich zu fragen, ob es sich um ein Wunder handelt und ob das Glück von Dauer ist.

Jessica Hausner, Regisseurin und Drehbuchautorin Lourdes (AT 2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und Depot


Dienstag, 26. Jänner, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch


BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Beatrice Achaleke, Soziologin, Obfrau Schwarze Frauen Community
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck

Eine Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck


Samstag, 30. Jänner, 19.00
Antislawismus in Kärnten
Vortrag und Diskussion

2010 feiert Kärnten den 90. Jahrestag der Volksabstimmung über den Verbleib Südkärntens bei Österreich. Der Grenzkonflikt nach dem Zerfall der Monarchie wird in der deutschnationalen Ideologie als „Abwehrkampf gegen den slawischen Aggressor“ mystifiziert: Die Volksabstimmung habe gezeigt, dass dieses Land ein deutsches ist und mit der „Kärntner Einheit“ eine deutsche Volksgemeinschaft zu etablieren sei. Den Höhepunkt erreichte dieses wahnhafte Projekt mit der Deportation slowenischsprachiger Menschen während der NS-Zeit. Bis heute ist der Deutschnationalismus das hegemoniale Prinzip in der Kärntner Politik. Was sind die historischen und gesellschaftlichen Bedingungen für die antislawischen Ressentiments?

Mirko Messner, Politiker und Autor

Eine Veranstaltung der autonomen antifa [w]

Montag, 1. Februar, 19.00
Dezentriertheit des Subjekts bei Judith Butler
Vortrag und Diskussion

Judith Butler postuliert eine durch den Anderen konstituierte „Nichtfreiheit am Ursprung unserer selbst“. Mit diesem Ansatz
versucht sie, das Subjekt als Halluzination zu dekonstruieren und es damit seinem „wohlverdienten Tod zuzuführen“. Zu diskutieren ist der Widerspruch, dass ein Denken, das von sich behauptet, die Überwindung der Metaphysik zu leisten, selber von vor-ontologischen Strukturen ausgeht. Auch muss geklärt werden, inwiefern es gerechtfertigt ist, etwa gegen den „marxistischen Humanismus“ mit Foucault den Tod einer „falschen“ Subjektivität zu fordern.

Alex Gruber, Politikwissenschaftler und Autor

Eine Veranstaltung von Café Critique



Donnerstag, 4. Februar, 19.00
Fair Flowers
Vortrag und Diskussion

Mit der Kampagne „Fair flowers – Mit Blumen für Menschenrechte“ macht FIAN Österreich gemeinsam mit Partnerorganisationen auf die katastrophalen Arbeitsbedingungen in der Schnittblumenindustrie in den Ländern des Südens aufmerksam und versucht das Bewusstsein über faire Kaufalternativen zu stärken. In Simbabwe, einem der Produktionsländer, engagiert sich die NGO Kunzwana Women’s Association für Möglichkeiten einer Produktion unter menschenwürdigen Bedingungen, etwa durch Gütesiegelprogramme wie das „Flower Label Program – FLP“, die auf strengen Kriterien und externen Prüfungen basieren.

Emma Mahlunge, Direktorin der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Spiwe Chigwande, Arbeiterin einer Blumenfarm, Mitglied des National
Employment Council und der Kunzwana Women’s Association, Simbabwe
Moderation: Sophie Veßel, FIAN Österreich und Sabine Stelczenmayr, Grüne Bildungswerkstatt Wien

Eine Veranstaltung von FIAN Österreich, in Kopperation mit der Grünen Bildungswerkstatt Wien und dem Depot





Mittwoch, 17. Februar, 19.00
Was ist Demokratie?
kinokis mikrokino # 169

What is democracy?“ Oliver Ressler stellte diese Frage AktivistInnen und politischen AnalystInnen aus Amsterdam, Berkeley, Berlin, Bern, Budapest, Kopenhagen, Moskau, New York, Rostock, San Francisco, Sydney, Taipeh, Tel Aviv, Thessaloniki und Warschau. Obwohl allen GesprächspartnerInnen dieselbe Frage gestellt wurde, ist das Resultat eine Vielfalt unterschiedlicher Perspektiven und Ansichten von Menschen, die in Staaten leben, welche üblicherweise als Demokratien bezeichnet werden. Ist aber die dominierende parlamentarisch-repräsentative Form tatsächlich Demokratie? Und wie könnte ein alternatives demokratisches System aussehen und welche organisatorische Form könnte es annehmen?

Anschließend Gespräch mit Oliver Ressler, Künstler

What Is Democracy?, Oliver Ressler, 2009, 118 min., OmdU.


Dienstag, 23. Februar, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.

Corinna Milborn, Politikwissenschaftlerin, Autorin und Journalistin
Hikmet Kayaha, Bündnis gegen den Rechtsruck

Eine Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck

Donnerstag, 25. Februar, 19.00
Bologna burns!

Informationsveranstaltung

Vom 11. bis 12. März werden die BildungsministerInnen 46 europäischer Staaten, zur 10-Jahre-Jubiläumskonferenz des Bologna-Prozesses nach Wien und Budapest geladen. Angesichts der Zustände an den Universitäten und den breiten Protesten für freie Bildung, sind die geplanten Feierlichkeiten eine Verhöhnung der Uni-Angehörigen.Grund genug, um den Sinn und Zweck des Bologna-Prozesses zu hinterfragen und über den alternativen Gegengipfel vom 12.-13. März zu informieren.

Eine Veranstaltung von bolognaburns.org


Folgende Veranstaltung muss leider  abgesagt werden:  
Donnerstag, 25. Februar, 19.00
nowiswere
Präsentation und Diskussion

Dienstag, 2. März, 19.00
Perspektiven kollektiver Interessenvertretung
Buchpräsentation und Diskussion

Mit dem verstärkten Auftreten von Wissensarbeit gewinnt eine Erwerbsgruppe an Bedeutung, bei der die etablierten Interessensvertretungen gewöhnlich auf wenig Resonanz stoßen. Das Buch „Wissensarbeiter organisieren“ untersucht die Arbeitssituation und Interessen hochqualifizierter Beschäftigter in wissensintensiven Tätigkeitsfeldern, einer Gruppe, die paradigmatisch für 'moderne' Formen der Arbeit und Interessenvertretung steht. Die AutorInnen gehen theoretisch und empirisch am Beispiel Österreichs der Frage nach, welche Unterschiede es in der Organisationseignung und Mobilisierbarkeit von WissensarbeiterInnen gibt und welche neuen Handlungsmöglichkeiten sich daraus für die Interessenvertretungen ergeben.

Christine Kasper, Betriebsrätin Universität Wien und Funktionärin GÖD
Friedrich Kofler, Obmann der Fachgruppe UBIT der WKW
Manfred Kofranek, MAS Knowledge Management Austria
Eva Wilhelm,
Betriebsratsvorsitzende AIT Austrian Institute of Technology GmbH

Moderation: Wolfgang Gerlich

Susanne Pernicka, Anja Lasofsky-Blahut, Manfred Kofranek, Astrid Reichel: Wissensarbeiter organisieren. Perspektiven kollektiver Interessenvertretung, Berlin: Edition Sigma, 2010.

Montag, 8. März, Dienstag, 9. März, 10.00
Freiraum Leerstellen

Vorträge und Diskussion

In Ballungszentren ist der Bedarf nach Freiräumen in den letzten Jahrzehnten massiv gestiegen. Deshalb hat die kunstschule.at für die heurige Projektwoche das Thema "Freiraum Leerstellen" ausgewählt. Die gemeinsame Nutzung des Schulhauses in der Lazarttgasse mit der künstlerischen Volkshochschule führte und führt immer wieder zu Konflikten, Raumnot stellt daher ein permanentes Problem der Schule dar. Die Sehnsucht nach mehr Raum sensibilisiert den Blick auf die Stadt, auf leer stehende Lokale, Industrieanlagen, Mietshäuser und führt zu der Frage, wieso diese Räume nicht genutzt werden.

Montag, 8. März

10.00 Dieter Schrage, Kurator, Kulturwissenschafter

11.00 Alexander Scheer, Wohnrecht

12.00 Jutta Kleedorfer, Projektkoordination für Mehrfachnutzung, MA18

14.00 Barbara Jeitler, Gebietsbetreuung Stadterneuerung 16. Bezirk

15.00 Gartenpolylog, österreichisches Netzwerk interkultureller Gemeinschaftsgärten


Dienstag, 9. März

10.00 Sissa Micheli, Aspekte der Zwischennutzung anhand von Beispielen aus Wien

10.00 MIK, Moblie Initiative Kultur/Mission Ignition Kagran (Genochmarkt Kagran)

13.00 Kampolerta, Netzwerk zur ungewöhnlichen Nutzung von öffentlichen Raum

14.00 Filmprogramm

Eine Veranstaltung der kunstschule.at



Mittwoch, 10. März, 19.00
Die Jüdischnationale Partei 1906 –1938

Vortrag

Bei den ersten Wahlen in der Republik im Jahr 1919 erzielte die Jüdischnationale Partei ein Mandat im österreichischen Nationalrat und drei Mandate im Wiener Gemeinderat. Im Mittelpunkt jüdischnationaler Politik standen die Forderungen nach Gleichberechtigung der JüdInnen und ihrer Anerkennung als Nation sowie die Schaffung eines Judenstaates in Palästina / Eretz Israel. 90 Jahre danach liegt nun eine Publikation über die Jüdischnationale Partei vor, die erstmals eine Gesamtdarstellung ihrer Geschichte in Österreich bietet. Die Ergebnisse der umfangreichen wissenschaftlichen Forschungen dieses Bandes gehen über konkrete jüdischnationale Politik hinaus und machen einen lange ignorierten Teil jüdischer Lebensentwürfe sichtbar.

Dieter J. Hecht, Historiker und Herausgeber

Dieter J. Hecht (Hg.): Die Jüdischnationale Partei in Österreich 1906 –1938. In: Chilufim. Zeitschrift für Jüdische Kulturgeschichte 7/09.


In Kooperation mit dem Gedenkdienst, zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl.


Donnerstag, 11. März, bis Freitag, 13. März
Negative Sozialphilosophie
Symposion

Einerseits ist es plausibel, die Aufhebung, Entschärfung oder Regelung von Phänomenen negativer Sozialität anzustreben; andererseits kann argumentiert werden, dass Gemeinschaften und Gesellschaften mit unaufhebbarem Widerstreit, innerem Konflikt oder dem sogenannten „Unvernehmen“ leben müssen. Die Tagung unternimmt den Versuch, diese negativen Erfahrungennicht nicht von vornherein als Mangelphänomene zu beschreiben, sondern sie aus einer sozial- und kulturphilosophischen Perspektive näher zu untersuchenund damit auch gängige Konzepte des Sozialen einer grundlegenden Revision zu unterziehen...

Donnerstag, 11. März

15.30
Einführung
Burkhard Liebsch, Universität Bochum


16.00
Grenzen eines dialektischen Negativismus
Zum Konzept einer negativistischen Sozialphilosophie

Burkhard Liebsch, Universität Bochum

17.15
Antagonismus
Oliver Marchart, Soziologisches Seminar der Universität Luzern



Freitag, 12. März

9.00
Alterität
Zur leeren Mitte der Kommunikation

Andreas Hetzel, Darmstadt

10.15
Schweigen
Zum Zentrum von Kafkas sozialer Welt

Tobias Klass, Philosophisches Seminar der Universität Wuppertal Wuppertal

11.30
Entfremdung
Unheimliche Seiten des Arbeitens

Andreas Oberprantacher, Institut für Philosophie der Universität Innsbruck


12.45 Mittagspause


14.00
Indifferenz
Ontologische Struktur, anthropologisches Faktum oder geschichtlich-gesellschaftliche Entwicklung?

Sophie Loidolt, Philosophie, Universitäten Wien und Klagenfurt

15.15
Widerstand
Zwischen pathischer Negation und negativer Aktion

Hans Rainer Sepp, Humanwissenschaftliche Fakultät der Karls-Universität Prag

16.30 Pause

16.45
Missverständnis
Dialektik und Hermeneutik generativer Verhältnisse

Tatiana Shchyttsova, Philosophie, European Humanities University in Vilnius

18.00
Unterbrechung der Ökonomie - Ökonomie der Unterbrechung
Arthur Boelderl, katholisch-theologische Universität Linz


Samstag, 13. März

9.00 Uhr
Hass
Haltung des Unversöhnlichen

Sandra Lehmann, Philosophin, Wien

10.15 Uhr
Willkür
Andreas Niederberger, Institut für Philosophie der Uni Frankfurt am Main

11.45 Uhr
Rassismus: Zur Phänomenologie leibhaftiger sozialer Inferiorisierung
Michael Staudigl, Philosoph, Visiting Fellow am IWM, Wien


Eine Veranstaltung des IWK - Institut für Wissenschaft und Kunst



Dienstag, 16. März, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung nd Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit eklärt werden.

Lakis Jordanopoulos, Journalist, ORF Minderheitenredaktion
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Eine Veranstaltung vom Bündnis gegen den Rechtsruck

Mittwoch, 17. März, 19.00
Volkskrieg – ein Heimatfilm
kinokis mikrokino #170

Volkskrieg – ein Heimatfilm erzählt eine Geschichte über Solidarität und reflektiert dabei aktuelle gesellschaftliche Problemstellungen wie Arbeitsverhältnisse und Migration. Fünf Menschen treffen sich auf einer Almhütte, bilden eine nicht nur kulturell vielfältige Gemeinschaft und schicken sich an, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen, um mit natürlicher Selbstverständlichkeit soziale Zwänge zu durchbrechen und Zukunftsperspektiven zu eröffnen. Die unabhängige Filmemacherinnengruppe RMP132 bedient sich dabei der Stilmittel des Heimatfilms der 50er und 60er Jahre, stellt sich in die Tradition des kritischen Heimatfilms der späten 70er und 80er Jahre und kombiniert dies mit den Möglichkeiten des epischen Theaters.

Anschließend Gespräch mit Jan Pirker und weiteren am Film Beteiligten

Volkskrieg – ein Heimatfilm (A 2008) Regie / Buch / Schnitt: Jan Pirker, Kamera: Barbara Wimmer, Produktion: RotesMeidlingProduktion132.

Mit Alev Irmak, Mamadou H. Wane, Thomas Hoschek, Wang Zhou, Erland Secrieru u. a., 82 min.


Donnerstag, 18. März, 19.00
Uni brennt. 
Buchpräsentation und Diskussion

»Uni brennt« war im Herbst 2009 der Ruf der Studierenden, aber auch vieler Lehrender, an der Universität Wien. Das Buch „Uni brennt. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches“ liefert einen kritischen Diskussionsbeitrag zur Bildungsdebatte, unterschiedliche, zum Teil sich widersprechenden Positionen und Informationen für eine kritische Öffentlichkeit. Entstanden aus der Initiative von protestierenden Studierenden, macht sich der Sammelband auf die Suche nach den Ursachen, stellt grundsätzliche Fragen zum Bildungsbegriff und zur Bildungspolitik und gibt atmosphärische Stimmungsbilder aus den ehemals besetzten Hörsälen wieder.

Eva Maltschnig, ÖH Generalsekretärin
Erich Ribolits, Institut für Bildungswissenschaften, Universität Wien
Karin Schönpflug, Projekt Internationale Entwicklung,Universität Wien
Marlene Streeruwitz, Schriftstellerin

Phillip,
KriSU, Kritische und Solidarische Universität
Moderation: Leo Hiesberger

Stefan Heissenberger, Viola Mark, Susanne Schramm, Peter Sniesko, Rahel Sophia Süß. (hg) UNI BRENNT. Grundsätzliches – Kritisches – Atmosphärisches. Turia+Kant, Wien 2010


Montag, 22. März, 19.00
Alltag und Handeln in Psychiatrien
Vortrag und Diskussion

In der Historiographie der Psychiatrie werden Fragen danach, wie PatientInnen mit den restriktiven Maßnahmen umgingen, mit denen sie in psychiatrischen Institutionen konfrontiert waren, nur selten gestellt. Dabei können gerade Krankenakten und Selbstzeugnisse wie Zeichnungen, textile Arbeiten oder Briefe vielfältige Antworten auf diese Fragestellungen geben. Ein praxistheoretischer Ansatz stellt der Wirkmächtigkeit räumlicher und diskursiver Strukturen die Eigenmächtigkeit gewöhnlicher Praktiken gegenüber. Mit dem Fokus auf alltägliche Handlungsweisen von Frauen in Psychiatrien um 1900, soll diese „Kunst des Handelns“ (Michel de Certeau) beleuchtet werden.

Monika Ankele, Historikerin, Kunstvermittlerin, Künstlerin Schwestern Brüll
Respondenz: Andrea Griesebner, Historikerin, Universität Wien

Monika Ankele: Alltag und Aneignung in Psychiatrien um 1900. Selbstzeugnisse von Frauen aus der Sammlung Prinzhorn. Wien / Köln /Weimar: Böhlau 2009.


Dienstag, 23. März, 19.00
Subversiv?
Podiumsdiskussion

Der Begriff der Subversion bleibt in der gegenwärtigen Kunstpraxis und Kunsttheorie bezüglich seiner Bedeutungen oft unreflektiert. Ist „subversiv“ weit entfernt von seiner ursprünglichen Bedeutung als „unterwandernd“ zu einem Label der Rezeption geworden, das KunstkritikerInnen, KuratorInnen und Institutionen für all jene Kunst anwenden, die sie für radikal halten? Oder ist ein solcher „Subversions-Pessimismus“ fehl am Platz und die Subversion noch immer ein effektives Konzept künstlerischer Intervention?

Jens Kastner, Soziologe, Kunsthistoriker, Akademie der bildenden Künste Wien
Jakob Lena Knebl, Künstler_in, Akademie der bildenden Künste Wien
Oliver Ressler, Künstler
Moderation: Astrid Peterle, Depot

Die für Mittwoch, 24. März, angekündigte Veranstaltung "Das Vaterspiel"
mit Michael Glawogger und Robert Buchschwenter
muss verschoben werden.
Neuer Termin: Montag, 19. April, 19.00

Dienstag, 30. März, 19.00
Sponsored by Eltern: Praktika im Kunstfeld
Podiumsdiskussion

Während ihres Studiums leisten StudentInnen im Kunstbetrieb oft unbezahlte oder unterbezahlte Arbeit in Form von Praktika. Ähnlich prekäre Arbeitssituationen gehen auch viele junge AbsolventInnen ein, mit der Hoffnung, im Kunstfeld Fuß zu fassen. Eine derartige Arbeitssituation können sich meist nur diejenigen leisten, die über einen entsprechenden finanziellen Background verfügen, über Eltern, die somit indirekt den Kunstbetrieb sponsern. Haben prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Kunstfeld einen systemerhaltenden Stellenwert? Wie stellt sich die Situation für ArbeitgeberInnen dar?

Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst
Paul Ringler, Soziologe, Plattform Generation Praktikum
Gabriele Senn, Galeristin, Vorsitzende des Verbands Österreichischer Galerien Moderner Kunst
Stefan Wagner, stellvertretender Direktor des Museums Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Moderation: Klaus Neundlinger, Philosoph und Autor

Montag, 12. April, 19.00
Impersonal Intersex
Vortrag

Operationen für Intersexuelle versteht Iain Morland als queere Praxis. Trotz ihrer konservativen Ziele hat Chirurgie Morland zufolge einen desorientierenden Effekt auf Individuen; Queer Theory ermöglicht ein kritisches Verständnis der zeitlichen und räumlichen Eigenschaften des post-operativen Körpers. In seinem Votrag Impersonal Intersex. Genital Surgery in the Public Sphere vertritt Morland die These: Wenn Desorientierung nicht als private Angelegenheit individueller Körper, sondern als historisch produzierte Bedingung der Persönlichkeit verstanden wird, dann wäre die Behandlung von Intersexualität auch Thema für einen öffentlichen Dialog.

Iain Morland, Kulturwissenschaftler, Cardiff University, UK
Moderation: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Universität Wien
Susanne Hochreiter, Literaturwissenschaftlerin, Universität Wien

Veranstaltung in englischer Sprache


Queere Interventionen. Veranstaltungsreihe und interdisziplinäre Kooperation, Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät der Universität Wien


Mittwoch, 14. April, 19.00
Eine unerhörte Diskriminierung?
Vortrag und Diskussion

Im Zuge des aktuellen Präsidentschaftswahlkampfes wurde einmal mehr die Frage nach der Zeitmäßigkeit der Habsburger-Gesetze aufgeworfen. Kurzfristig schien über alle Parteigrenzen hinweg Einigkeit über die notwendige Streichung des entsprechenden Passus zu herrschen, doch inzwischen formiert sich Widerstand. Inmitten des großen Getöses macht es Sinn, sich Zeit zu nehmen, um sich in Ruhe mit dem die Habsburger betreffenden Gesetzeskomplex auseinander zu setzen.

Ilse Reiter-Zatloukal, Juristin, Institut für Rechtsgeschichte, Universität Wien
Ronald Faber, Jurist, Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes


In Kooperation mit Gedenkdienst



Freitag, 16. April, 19.00
Kritik des Kapitalismus
Buchpräsentation

Der Grazer Journalist Christian Stenner beschäftigt sich mit
den sozialen Auswirkungen ökonomischer Verhältnisse, besonders mit den dem Kapitalismus eigenen strukturellen
Deformationen und zyklischen Krisen. Unmittelbar nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA befragte er ausgesuchte SpezialistInnen zu den Hintergründen der aktuellen Krise und zu möglichen Ansätzen, diese zu überwinden. In knapp zwei Jahren entstanden fünfzehn Gespräche.

Stephan Schulmeister, Ökonom am Institut für Wirtschaftsforschung WIFO
Erhard Glötzl, ehemaliger Vorstandsdirektor der Linz AG
Kurt Rothschild, Doyen der österreichischen Wirtschaftswissenschaften
Christian Stenner, Journalist


Christian Stenner (Hg.): Kritik des Kapitalismus. Gespräche über die
Krise. Wien: Promedia 2010



Montag, 19. April, 19.00
Das Vaterspiel
Let’s talk about ... SCRIPTS!

Eigentlich ist Rupert Kramer, genannt Ratz, Sohn eines sozialdemokratischen Ministers, ein unpolitischer Mensch, ein Politikverweigerer. Ausgerechnet er gerät, als er einen Anruf von seiner Jugendliebe Mimi erhält, in einen brutalen geschichtlichen Lehrgang. Ratz fliegt zu ihr nach Amerika und bald wird klar, er soll ihr helfen, das Versteck ihres Vaters, eines litauischen Nazis, der für die Ermordung zahlloser Juden verantwortlich ist, auszubauen.

Michael Glawogger, Regisseur und Drehbuchautor Das Vaterspiel (AT 2009) im Gespräch mit Robert Buchschwenter, drehbuchFORUM

In Kooperation mit dem drehbuchFORUM Wien

Dienstag, 20. April, 19.00

BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

Das Bündnis gegen den Rechtsruck ist nun DAS BÜNDNIS für Menschenrechte & Zivilcourage – gegen Diskriminierung & Extremismus; und immer noch eine Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden. Was unternehmen die Parteien gegen diese Tendenzen?

Sirvan Ekici, ÖVP, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Alev Korun, Die Grünen, Abgeordnete zum Österreichischen Nationalrat
Nurten Yilmaz, SPÖ, Abgeordnete zum Wiener Landtag und Gemeinderat
Moderation: Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS

Mittwoch, 21. April, 19.00
‚Kunst dem Volk‘
Dissertation
 
Zwischen 1939 und 1944 gab Heinrich Hoffmann, „Hoffotograf“ Adolf Hitlers, in Wien die Zeitschrift „Kunst dem Volk“ heraus. Durch das Heft ziehen sich bestimmte Topoi der NS-Kunstliteratur, die ihre Parallelen in der akademischen  unstgeschichtsschreibung finden. Untersucht wurden dabei die – häufig absurd erscheinenden –Zuschreibungen an die deutsche sowie die „ostmärkische“ Kunst; zudem ließen sich bestimmte zeittypische Künstlerideale herausarbeiten. Obwohl sich „Kunst dem Volk“ auf den ersten Blick weniger offensiv-propagandistisch gebärdete als andere NS-Kunstzeitschriften, diente auch in diesem Heft die Erzählung von Kunstgeschichte eindeutig propagandistischen Zwecken.

Nina Schedlmayer: Die Zeitschrift ‚Kunst dem Volk‘. Populärwissenschaftliche Kunstliteratur im Nationalsozialismus und ihre Parallelen in der akademischen Kunstgeschichtsschreibung. Dissertation, Universität Wien 2010

Donnerstag, 22. April, 19.00
Corazón del tiempo / Heart of Time
kinokis mikrokino # 171

Während die Armee der Bundesregierung widerständige
Gebiete besetzt, soll mitten im aufständischen Gebiet der
Zapatistas Sonia verheiratet werden. Doch ihr Herz schlägt für einen anderen, einen Aufständischen. Damit gerät sie nicht nur mit den überlieferten Gebräuchen in Widerspruch, sondern auch mit dem revolutionären zapatistischen Gesetz. Dieser erste zapatistische Spielfilm aus der Selva Lacandona wurde nicht zuletzt möglich durch die Zusammenarbeit der aufständischen Räteregierungen mit Hermann Bellinghausen, der den indigenen Aufstand seit 1994 journalistisch begleitet.

Anschließend Gespräch mit Tom Waibel, kinoki
Jens Kastner, Soziologe und Kunsthistoriker
Luz Kerkeling, Filmemacher und Autor

Corazón del tiempo / Heart of Time (MEX 2008). Regie: Alberto Cortés. 90 min. OmeU

Dienstag, 27. April, 19.00
RUHRTEXT
Buchpräsentation

Angeregt von den Dérive-Experimenten der Situationisten, die der von den Verheerungen des Kapitalismus und einer „autogerechten“ Verkehrsplanung gezeichneten modernen Stadt ihre bewußt subjektive Aneignung des Stadtraums entgegensetzten, durchstreife ich „Deutschlands größte Stadt“, die eigentlich keine ist – oder ein Patchwork aus vielen. Das mag absurd erscheinen, zumal das Ruhrgebiet zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus „automobilen Zonen“ besteht, die in der Regel durchfahren werden und nicht durchwandert. (Florian Neuner)
Florian Neuner, Autor
Georg Driendl, Architekt
Ralph Klever, Klever Verlag
Bernhard Widder, Lyriker und Architekt


Florian Neuner: Ruhrtext. Eine Revierlektüre. Wien: Klever Verlag 2010



Mittwoch, 28. April, 19.00
Migrationsforschung in Österreich
Podiumsdiskussion

Migrationsberichte, Diversity Management, Integrationsleitbilder – Wissenschaft und Politik rücken zunehmend zusammen, wenn es um Fragen der Migration geht. Viele begrüßen die nunmehr verbesserte Zusammenarbeit, doch welche Konsequenzen hat die neue „Nähe“ für Ressourcen und Möglichkeiten einer sich kritisch verstehenden Migrationsforschung? Um dieses Spannungsverhältnis auszuloten, werden die alte
wie neuere Geschichte sowie die aktuelle Positionierung von Migrationsforschung in Österreich vor dem Hintergrund internationaler Diskussionen beleuchtet.

Kien Nghi Ha, Politik- und Kulturwissenschaftler, Berlin
Barbara Herzog-Punzenberger, Anthropologin, Österreichische
Akademie der Wissenschaften
Ljubomir Bratic´, Philosoph, Wien
Assimina Gouma, Kommunikationswissenschaftlerin, Universität Salzburg und [KriMi]

Eine Veranstaltung der Arbeitsgruppe [KriMi] Kritische Migrationsforschung



Donnerstag, 29. April, 19.00
Abschied von der Illusion
Krise ohne Ende. Teil 1

Angesichts der Verwerfungen nach dem Finanzcrash und der folgenden Weltwirtschaftskrise richten sich die Hoffnungen vieler auf eine „andere“ Politik. Regulierungen im Dienste des Allgemeinwohls sollten die Macht der Finanzmärkte bändigen und eine soziale und ökologische Neuausrichtung ermöglichen. Stattdessen bleibt den staatlichen Krisenverwaltern kaum mehr als die Aufrechterhaltung „systemrelevanter Funktionen“.
Warum die Politik die Krise nicht lösen kann und es
einer neuen Perspektive sozialer Emanzipation bedarf.

Norbert Trenkle, Gruppe Krisis, Nürnberg
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich



Freitag, 30. April, 19.00
Universidad Nómada
Präsentation und Diskussion

In den letzten Jahren dienten Monster-Institutionen als experimenteller Rahmen, um die politischen Diagramme sozialer Bewegungen in die institutionelle Organisation von gesellschaftlicher Kooperation und von Wissensproduktion einzubringen. So wurden sowohl Kunstinstitutionen als auch unabhängige Institutionen zum Ort des Experimentierens. Hybridisierung, Metamorphose und Innovation wurden dabei zu Stichwörtern für die Herausbildung nicht-repräsentationistischer
politischer Formationen und für die Analyse des Verhältnisses von Krise und sozialem Wandel. In diesem Kontext fungiert Universidad Nómada als Dispositiv für die Produktion autonomen Wissens und politischer Interventionen.

Francesco Salvini and Raúl Sánchez Cedillo, Universidad Nómada
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp

Veranstaltung in englischer Sprache



Dienstag, 4. Mai, 19.00
Leben und arbeiten in Wien
Podiumsgespräch

Zum dritten Mal findet in der Kunsthalle Wien eine Ausstellung der Reihe Lebt und arbeitet in Wien statt. Grund genug, um nachzufragen, was sich seit Beginn dieser Ausstellungsreihe 2000 für Kunstschaffende in Wien geändert hat, wie sich die Produktionskontexte entwickelt haben und wie es um die Arbeitsverhältnisse bestimmt ist. Worin liegen die Vorteile, worin die Nachteile, von Wien als Hafen und Ausgangspunkt einer künstlerischen Lebens- und Arbeitsexistenz?

Anna Jermolaewa, Künstlerin
Mahony, KünstlerInnengruppe
Angela Stief, Kuratorin, Kunsthalle Wien
Moderation: Nina Schedlmayr, Kunstkritikerin



Donnerstag, 6. Mai, 19.00
Kunst und Gesellschaft im öffentlichen Raum
Vortrag und Respondenz

Der Kunstwettbewerb common berlin zielt auf modellhafte
Projekte, die sich mit Veränderungen im öffentlichen Raum,
mit gesellschaftspolitischen Fragen und alternativen Lebensweisen im urbanen Raum Berlins auseinander setzen: Die Stadt soll zu einem Bürgercampus im Sinne einer Gesellschaftsuniversität werden, in dem Kommunikationsprozesse initiiert und aktiviert, Kooperationen angestoßen und verwirklicht
werden. Bürgerlnnen und Künstlerlnnen arbeiten ergebnisorientiert zusammen und setzen Bewusstseinsprozesse sowie Veränderungen in Gang.

Kerstin Polzin, Künstlerin, Berlin
Stefan Krüskemper, Künstler, Berlin
Respondenz: Elisabeth Mayerhofer, FOKUS-Forschungsgesellschaft
für kulturökonomische und kulturpolitische Studien

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst



Freitag, 7. Mai, 19.00
nowiswere
Präsentation und Diskussion

nowiswere agiert seit 2008 als Online-Magazin zur zeitgenössischen Kunst mit Sitz in London und Wien. Internationale AutorInnen, KünstlerInnen, KuratorInnen und KritikerInnen werden eingeladen, in Bild- und Textbeiträgen über ihre eigene, oder die Produktion und Praxis anderer zu sprechen. Anlässlich seines zweijährigen Jubiläums präsentieren Herausgeberinnen und Beitragende das Magazin erstmals in Wien.

Anita di Bianco, Künstlerin, Berlin
Yane Calovski, Künstler und Kurator, Skopje
Mara Ferreri, unabhängige Autorin, London
Veronika Hauer, Künstlerin, Autorin, Herausgeberin nowiswere, Wien
Fatos Ustek, Kuratorin, Kritikerin, Herausgeberin nowiswere, London
 


Montag, 10. Mai, 19.00
Schlagwort Borderline
Podiumsgespräch

Immer häufiger taucht in den Medien das Schlagwort Borderline auf – nicht selten im Kontext von Gewalt oder dem Sensationsaspekt der Selbstverletzung. Der Großteil der Bevölkerung steht dem Begriff mit Ratlosigkeit gegenüber. Psychiatrische Konzepte der Borderline-Störung scheinen Ausdruck einer
zunehmend individualisierten Gesellschaft zu sein. Strukturlosigkeit, abnehmende Einbindung in soziale Netze, beruflich prekäre Situationen und die daraus resultierende Identitätsunsicherheit – das postmoderne Individuum wird nicht selten selbst zum Grenzgänger. Doch sind deshalb alle Borderliner? Was ist dran an der medial vermittelten Borderline-Gesellschaft?

Irene Apfalter, Integrative Therapeutin i.A.u.S. und ehemals Betroffene
Fritz Hausjell, Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft,
Universität Wien
Sonja Krückl, Borderline-Netzwerk e.V. / Österreich, Betroffene
Alice Sendera, Verhaltenstherapeutin, Österreichische Gesellschaft
für Dialektisch Behaviorale Therapie und Skills-Training (ÖDBT)
Gabriela Wagner, Psychosozialer Dienst der Stadt Tulln, Ärztin und
Integrative Gestalttherapeutin
Moderation: Dagmar Weidinger, freie Wissenschaftlerin und Journalistin

Dienstag, 11. Mai, 19.00
Solidarische Ökonomie – ein Kind der Not?
Krise ohne Ende. Teil 2

Die zunehmend krisenhaften Entwicklungen des globalisierten Kapitalismus machen die Suche nach Auswegen aus einer allein am Profit orientierten Produktionsweise zur zentralen Herausforderung unserer Zeit. Solidarische Ökonomie bemüht sich um Alternativen, die soziale und ökologische Kriterien in den Vordergrund stellen. Obwohl einzelne Projekte erfolgreich sind, scheitern doch viele an kapitalistischen Marktlogiken, denen sie sich oft nicht entziehen können. Welche Veränderungen sind notwendig, damit Solidarische Ökonomie ihr
emanzipatorisches Potential entwickeln kann?

Markus Auinger, Mattersburger Kreis für Entwicklungspolitik
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich

Mittwoch, 12. Mai, 19.00
Geschichte und Öffentlicher Raum
Vortrag und Diskussion

In ganz Wien existieren zahlreiche Initiativen zur Umbenennung von Straßen und Plätzen, von der Arnezhofer Gasse über den Dr.-Karl-Lueger-Ring bis zur Anschlußgasse. So engagiert und scheinbar gut vernetzt die ProponentInnen der Umbenennung auch sein mögen – etwa die Universität Wien – so erfolglos war ihr Unterfangen bisher. Von den politisch Verantwortlichen sind stets dieselben Argumente zu hören: Zu teuer, mit zuviel Aufwand für die AnrainerInnen verbunden und obendrein ob des „denkmalstürmenden Charakters“ abzulehnen. War das immer so? Unter welchen Bedingungen erfolgten in den letzten hundert Jahren nach Maßgabe welcher Kriterien tatsächlich Umbenennungen? Und welche gesellschaftlichen und politischen Akzente wurden dabei jeweils eingeschrieben?

Birgit Nemec, Historikerin, Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst

Freitag, 14. Mai, 19.00
Herzl und die Abschaffung des Staates
Vortrag

In Theodor Herzls zionistischem Utopie-Roman Altneuland ist – gemessen an der nationalstaatlich gedachten „modernen Lösung der Judenfrage“ im zuvor erschienenen Judenstaat – eine erstaunliche Feststellung zu finden: „Wir sind kein Staat.“ Davon ausgehend lässt sich eine Spur zum heute weitgehend vergessenen zionistischen Nationalökonomen und Soziologen Franz Oppenheimer verfolgen, mit dessen Modell einer sozialliberalen
Freibürgerschaft Herzl während der Arbeit am Roman
in Berührung kam. Inwiefern handelt es sich bei Herzls Utopie nicht allein um eine national-jüdische, sondern auch um eine universal verstandene Sozial-Utopie des dritten Weges?

Clemens Peck, Germanist, Universität Salzburg

Eine Veranstaltung zum 150. Geburtstag von Theodor Herzl



Montag, 17. Mai, 19.00
Halbinseln gegen den Strom
Krise ohne Ende. Teil 3

Bei immer mehr Menschen wächst die Offenheit, oder schlicht die Einsicht in die Notwendigkeit, grundlegende Alternativen zu denken, die einen Ausweg aus unserer gegenwärtigen Produktions- und Lebensweise und die Abkehr vom Dogma des quantitativen Wachstums ermöglichen – bevor der verrückte Selbstzweck eines einzig auf die Profitmaximierung des Kapitals ausgerichteten Systems alle Lebensgrundlagen zerstört. Halbinseln gegen den Strom beschreibt Wege jenseits von Kapitalismus, Geld und Tauschlogik.

Friederike Habermann, Ökonomin und Autorin, Berlin
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Friederike Habermann: Halbinseln gegen den Strom: Anders leben und wirtschaften im Alltag. Sulzbach / Taunus: Ulrike Helmer Verlag 2009

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich



Dienstag, 18. Mai, 19.00
10 Thesen zu: Visueller Politik
Podiumsgespräch

In 10 Thesen skizziert Tom Holert aktuelle Tendenzen visueller Politik. Seine politisch pointierte Medienreflexion exemplifiziert er unter anderem am Einsatz von Überwachungsvideos als Beweismaterial in den Prozessen gegen iranische Oppositionelle und knüpft daran Fragen nach dem Zusammenhang von dokumentaristischer Ästhetik und forensischer Funktion von Videobildern.

Tom Holert, Institut für Kunst und Kulturwissenschaften, Akademie der bildenden Künste, Wien
Eva Horn, Institut für Germanistik, Universität Wien
Ramón Reichert, Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien

Veranstaltungsreihe 10 THESEN von Eva Horn und Ramón Reichert


Mittwoch, 19. Mai, 19.00
Zum Denken der sexuellen Differenz
Buchbesprechung

Luce Irigarays Theorem der sexuellen Differenz wird vorgeworfen, einer normativen Ordnung der Zweigeschlechtlichkeit das Wort zu reden und mit ihrem Postulat einer weiblichen Subjektposition die Subjektkritik des 20. Jahrhunderts zu ignorieren. Laut der Philosophin Tove Soiland interveniert Irigaray mit ihrem
Theorem in eine innerfranzösische Kontroverse, die als Dekonstruktion der Psychoanalyse bezeichnet wird. Vor diesem Hintergrund wird die Kritik an Irigaray an das dekonstruktive gender-Verständnis zurückgegeben, für das im deutschsprachigen Raum paradigmatisch die Schriften Judith Butlers stehen.


Birge Krondorfer, Philosophin
Tove Soiland, Philosophin

Tove Soiland: Luce Irigarays Denken der sexuellen Differenz. Eine Dritte
Position im Streit zwischen Lacan und den Historisten. Wien / Berlin:
Turia + Kant 2010


Donnerstag, 20. Mai, 19.00
Radio Alice. 33 Years After
Media Activism 1

Als würden sie ein anthropologisches Ritual ausführen, hat die Mehrheit der bologneser Jugendlichen beschlossen, sich nackt auszuziehen, Gesicht und Körper zu bemalen wie Wilde bei einer Initiationszeremonie, Grammatik und Syntax zu vergessen, die bekannten Wörter in Anagramme zu verwandeln, in Versen zu sprechen, auf die frühesten Zustände der Vergangenheit zu regredieren und sich die avanciertesten Zukunftsszenarien auszudenken, alle Sprachen der Welt zu verwerfen, um sie neu zu erfinden, weil alle Sprachen der Welt schon längst versagt hatten.“ Maurizio Torrealta, Genua 1996

Klemens Gruber, Autor, Institut für Theaterwissenschaft, Universität Wien
Maurizio Torrealta, Mitbegründer von Radio Alice, Chefredakteur RAI news24
Franco Berardi „Bifo“, Mitbegründer von Radio Alice, Philosoph
Enrico Palandri, Autor, University College London

Klemens Gruber: Die zerstreute Avantgarde. Strategische Kommunikation
im Italien der 70er Jahre. Wien: Böhlau 2010

TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien



Freitag, 21. Mai, 19.00
Radio Alice. Filme & Kommentare
kinokis mikrokino # 172

In den 1970er Jahren verwandelte sich Italien in ein soziales
Laboratorium, in dem Medienexperimente eine entscheidende Rolle spielten. Kurz vor der Ankunft des Privatfernsehens, das heute unter Berlusconi eine TV-Diktatur ausübt, ließ ein Netzwerk von lokalen, „freien“ Radiostationen das staatliche Monopol zusammenbrechen. Anfang 1976 begann ein Radiokollektiv aus den Studios von Radio Alice zu senden: Eines Morgens wünscht eine sanfte Frauenstimme den HörerInnen einen guten Morgen: „Eine Einladung an euch, heut morgen nicht aufzustehen, mit jemandem im Bett zu bleiben, euch Musikinstrumente zu bauen und deleuzianische Maschinen.“

Kommentare von Franco Berardi „Bifo“, Enrico Palandri, Maurizio
Torrealta und Klemens Gruber


Alice é in Paradiso (I 2002). Regie: Guido Chiesa. 77 min. Dt. Übers. live eingesprochen
Videomaterial aus Bologna 1977

In Kooperation mit dem TFM – Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, Universität Wien


Dienstag, 25. Mai, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch

Nach zehn BackTalks ist es an der Zeit zu fragen: Was hat es gebracht, welche Strategien wurden erarbeitet? Reicht es aus zu diskutieren? Was muss dem Wort folgen? Nun muss erörtert werden, ob es möglich und sinnvoll ist, progressive Kräfte in Bündnissen zusammen zu führen, warum es scheinbar so kompliziert ist, Menschen, die das Selbe wollen auch dazu zu bewegen, gemeinsam an dem Selben aktiv zu arbeiten, und welche Herausforderungen auf die Zivilgesellschaft in Wien, wo im Herbst gewählt wird, warten.

Publikumsdiskussion mit Hikmet Kayahan, DAS BÜNDNIS

Mittwoch, 26. Mai, 19.00
Wem gehört die Welt?
Krise ohne Ende. Teil 4

Beinahe vergessen, erlebt der Begriff der Gemeingüter in den letzten Jahren eine Renaissance. Das Konzept der commons kann als strategische Plattform für verschiedene soziale Bewegungen dienen und eröffnet Denkräume jenseits des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Commons ist ein Paradigma,
das individuelle Freiheit an kollektives Handeln und nicht an
Privateigentum bindet. Kennzeichnend für commons sind
„Beitragen statt Tauschen“, „Kooperation statt Zwang“ und
„gemeinsame Nutzung statt Privateigentum“.

Brigitte Kratzwald, Sozialwissenschaftlerin, Graz
Moderation: Petra Ziegler, Attac

Krise ohne Ende – oder: Auswege aus der globalen Konkurrenzwirtschaft. Veranstaltungsreihe von Attac Österreich



Donnerstag, 27. Mai, 19.00
Lebenslanges Lernen
Vortrag

Lebenslanges Lernen wird als Schlüsselkonzept europäischer Politik mit einem doppelten Ziel verbunden: „Fithalten“ für den sich wandelnden Arbeitsmarkt und zur Entwicklung aktiver StaatsbürgerInnenschaft. Bildungspolitik und pädagogische Praxis konstruieren ein sich permanent selbst reflektierendes Subjekt, das die Fähigkeit zu selbstorganisiertem Lernen und biografischer Kompetenz besitzen oder erwerben soll. Wie sieht es mit positiven Bestimmungsmöglichkeiten eines biografischen Ansatzes zu Fragen von Partizipation und politischem
Lernen aus?


Bettina Dausien, Sozialwissenschaftlerin, Universität Wien
Respondenz: Michael Nußbaumer, Soziologe und Erwachsenenbildner,
Institut für ganzheitliche Politik

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst



Freitag, 28. Mai, 19.00
Die Performance der Wissensarbeit
Buchpräsentation

Arbeit ist in gewissem Sinne nichts anderes als die Organisation der vielen Schnittstellen und Ketten, die ständig neue Formen des Schaffens von Dienstleistungen und Produkten hervorbringen. Um Wertschöpfungsketten zu organisieren, bedarf es nicht so sehr der Spezialisierung und Individualisierung von Kompetenzen, sondern der Vermittlung von Kenntnissen, Ideen und Bedürfnissen durch Sprache. Die Dynamik der Wertschöpfung, das geänderte Recht und der sich wandelnde Markt der Neuen Selbstständigkeit werden deshalb als die verschiedenen symbolischen Bühnenbilder untersucht, vor
denen die Wissensarbeit ihre Performance abliefert.

Klaus Neundlinger, Philosoph
Sergio Bologna, Historiker und Selbstständiger Berater für Logistik
Jeanny Gucher, Autorin und Selbstständige Organisationsberaterin
Peter Nausner, Selbstständiger Berater und Verleger

Klaus Neundlinger: Die Performance der Wissensarbeit. Immaterielle
Wertschöpfung und Neue Selbstständigkeit. Graz / Wien: Nausner &
Nausner 2010

Montag, 31. Mai, 19.00
Unwahrnehmbarkeit von Erinnerungen mappen
Vortrag und Diskussion

Vier Karten, entstanden im Rahmen eines filmischen Projektes von Brigitta Kuster und Moise Merlin Mabouna versuchen, das Ringen um die Geografie im Zuge kolonialer Erschließung herauszuarbeiten. Anhand der Frage „Was ist eine koloniale Expedition?“ zeichnen sie die Widersprüche aus einem Expansionsversuch von 1892 ins „Hinterland“ des heutigen Kamerun nach. Sie nehmen die Spur von Fluchten und anderen Bewegungen auf, welche die koloniale Konzeption des Raumes möglicherweise umgehen oder anfechten und zielen auf die Produktion einer Geografie von „unten“.

Brigitta Kuster, Künstlerin, Berlin
Moderation: Therese Kaufmann, eipcp

Eine Veranstaltung von eipcp discursive lines im Rahmen von Creating
Worlds





Dienstag, 1. Juni, 19.00 Uhr
Zukunftsperspektiven nach Studierendenprotesten und Hochschuldialog?
Podiumsdiskussion


Die hochschulpolitischen Ereignisse im vergangenen Studienjahr haben sich geradezu überschlagen: Feierlichkeiten für die Bologna-Reform, Studierendenprotestbewegung, Hörsaalbesetzung, Hochschuldialog, Ausstieg der RektorInnen und der ÖH aus demselben: All dies hat die Universitäten wieder ins Zentrum eines breiten öffentlichen Interesses gerückt. Höchste Zeit also, um brennende Aspekte in kompetenter Runde zu diskutieren: freier Hochschulzugang, qualitative Aufnahmeverfahren,Zulassungsbedingungen für Studien, mögliche Alternativen zu Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren, bestehende soziale Selektion, die Mitsprache für Studierende und Mittelbau, sowie die Frage nach der angestrebten Erhöhung der Budgetmittel und die nach den Beschäftigungs- wie Betreuungsverhältnissen für alle Menschen im Lehrbetrieb.

Gerald Bast, Vizepräsident der Rektorenkonferenz, Rektor der Universität für angewandte Kunst
Beatrix Karl, Bundesministerin für Wissenschaft und Forschung 
Daniel Knopper, Studierendenprotestbewegung
Heinz Mayer, Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät an der Universität Wien
Sophie Wollner, Bundesvorsitzende VSSTÖ

Moderation: Alexander Leuteritz


Veranstaltung der neuBASIS  in Kooperation mit dem Depot



Mittwoch, 2. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: ÖVP
Gespräch

Im kommenden Herbst wird in Wien gewählt. Höchste Zeit,
um nach den kulturpolitischen Vorstellungen von zuständigen Wiener Politikern zu fragen. Der Auftakt dieser dreiteiligen Gesprächsreihe ist der ÖVP gewidmet. Auf deren Website findet sich leider kein eigenes Kapitel zum Thema Kultur; umso dringlicher stellt sich die grundsätzliche Frage nach dem Kulturverständnis der Volkspartei. Was soll eine konservative Kulturpolitik leisten, welche Förderschwerpunkte würde sie setzen? Und wie sehr interessiert sich die ÖVP für die Besetzung des Kulturstadtrates / der Kulturstadträtin aus ihren Reihen?

Franz Ferdinand Wolf, Kultursprecher der ÖVP Wien
Caroline Krupp, IG Kultur Wien
Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at

In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien



Dienstag, 8. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: SPÖ
Gespräch

Im zweiten Teil der Gesprächsreihe mit Wiener Kulturpolitikern über Wiens kulturelle Zukunft nach den Wahlen wird die SPÖ als bisher regierungsverantwortliche Partei zu Verwirklichtem und zu ihren Zukunftsplänen befragt. Was ist der sozialdemokratischen Kulturpolitik in den letzten Jahren gelungen, was weniger, mit welchen Vorhaben kann den KritikerInnen der Wind aus den Segeln genommen werden? Und was sehen die kulturpolitischen Visionen für Wien, erarbeitet auf dem vom Kulturstadtrat für das Frühjahr 2010 angekündigten kulturpolitischen Kongress, vor?

Ernst Woller, Kultursprecher, SPÖ Wien
Martin Blumenau, FM4
Martin Just, IG Kultur Wien

In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien


Mittwoch, 9. Juni, 19.00
Der Krieg im Volkskörper. Zwangssterilisationen in Wien 1940-1945
Vortrag und Diskussion
 
Auf Basis des nationalsozialistischen "Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses" wurden zwischen 1934 und 1945 schätzungsweise 400.000 Menschen zwangssterilisiert, davon mindestens 6.000 in der "Ostmark" und 1.200 in Wien. In ihrem 2009 erschienenen Buch beschreibt Claudia Spring den medizinisch-wissenschaftlichen Kontext dieser Verbrechen sowie deren Institutionen und Akteure. Wie vollzog sich der Übergang von der Sozialpolitik der Zwischenkriegszeit zur NS-Selektionspolitik? Welche Maßnahmen dienten der Verfolgung von als „minderwertig“ kategorisierten Menschen und welche Möglichkeiten hatten die betroffenen Frauen und Männer, sich dagegen zur Wehr zu setzen? Der Vortrag beleuchtet dabei nicht nur die NS-Zeit, sondern auch den Umgang mit Opfern und Tätern in der Zweiten Republik.

Claudia Spring, Historikerin, Wien
Monika Löscher, Historikerin, Wien

In Kooperation mit Gedenkdienst

Donnerstag, 10. Juni, 19.00
Perspektiven von citizenship education
Vortrag

Wenn heute zwischen Politischer Bildung und „citizenship education“ unterschieden wird, so steht erstere meist für die Entwicklung eines nationalen StaatsbürgerInnentums und letztere meist für die eines kosmopolitischen WeltbürgerInnentums. Eine wichtigere, beide Ansätze verbindende, Unterscheidung ergibt sich daraus, ob diese eher in Richtung Kritik oder Anpassung definiert werden. In den Mittelpunkt rückt dann die Frage, welche Reichweite Politische Bildung oder „citizenship education“ in einer globalisierten Welt haben müssten – und für wen sie eigentlich da sein sollen.

Christine Zeuner, Erziehungswissenschaftlerin, Helmut-Schmidt-Universität Hamburg
Respondenz: Johanna Lütterfelds, Politikwissenschaftlerin, VHS
Donaustadt Wien

In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst

Montag, 14. Juni, 19.00
Kulturpolitik zur Wahl: Die Grünen
Gespräch

Den Abschluss der Gesprächsreihe über kulturpolitische
Konzepte für das Wien nach den Wahlen übernehmen die
Grünen. Im Unterschied zur SPÖ und ÖVP mussten die
Wiener Grünen noch nie ihre Kulturpolitik durch eine Regierungsbeteiligung unter Beweis stellen. Allerdings konnten sie sich mit den sogenannten „rot-grünen Projekten“ an Verwirklichungen beteiligen. Was blieb von diesen Projekten, was von dem umfangreichen Kulturprogramm, mit dem die Wiener Grünen zur letzten Gemeinderatswahl antraten? Hat dieses Programm noch Gültigkeit oder hat sich an den Forderungen etwas geändert?

Marco Schreuder, Kulturpolitiker, die Grünen Wien
Willi Hejda, IG Kultur Wien
Barbara Petsch, die Presse

In Kooperation mit der Veranstaltungsreihe Kultur? der IG Kultur Wien

Dienstag, 15. Juni, 19.00
Sun City und die (Post-)Apartheid Kultur
Buchpräsentation und Diskussion

Als afrikanische Las Vegas-Imitation führte Sun City etwas vor, was sich heute in Dubais glitzernden Hotelpalästen manifestiert: Verschwendung, Eskapismus und ein Begehren nach einem künstlichen Zeit-Raum. Der Ort Sun City wird im vorliegenden Buch sowohl als historische, bildwissenschaftliche Fallstudie, als auch als fragmentarischer Erinnerungsraum der über Oral-History-Perspektiven eingefangen wird, rekonstruiert. Ausserdem wird die urbane Entwicklung Johannesburgs, die eine Politik kleiner abgeschotteter Paradiese offenbart, mit Sun City in Beziehung gesetzt.

Marietta Kesting, Kulturhistorikerin, Filmemacherin, Universität Wien
Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Ludwig Boltzmann-Institut für
Geschichte und Gesellschaft, Wien
Aljoscha Weskott, Filmemacher, Autor, Berlin
Michael Zinganel, Architekturtheoretiker, bildender Künstler, Graz / Wien

Marietta Kesting, Aljoscha Weskott (Hg.): SUN TROPES. Sun City and
(Post-)Apartheid Culture in South Africa. Berlin: August Verlag 2009