
ARCHIV 2009
Montag, 12. Jänner, 19.00
Frauen in der Wirtschaftskrise
Podiumsdiskussion
Die hereingebrochene Wirtschaftskrise trifft alle, doch manche eben besonders.Mehrheitlich in Teilzeit- und prekären Arbeitsverhältnissen beschäftigt, bekommen Frauen die Auswirkungen mehr zu spüren als Männer. Jetzt schon leben 200.000 Frauen in Österreich in akuter Armut, beinahe dreimal so viele sind armutsgefährdet. Angesichts der jahrzehntelangen politischen Versäumnisse und der aktuellen wirtschaftlichen Lage stellt sich die Frage, wer in diesem Land überhaupt einen Umschwung herbeiführen kann oder will?
Marion Breiter, Netzwerk Österreichische Frauen- und MädchenberatungsstellenRenate Csörgits, Bundesfrauenvorsitzende ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Erna Dittelbach, feminist-attac
Adelheid Fürntrath-Moretti, Bundesvorsitzende Frauen in der Wirtschaft WKO Wirtschaftskammer Österreich
Ulrike Mühlberger, Ökonomin, WIFO Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung
Moderation: Katharina Ebner, Depot
Mittwoch, 14. Jänner, 19.00
Orte – Bilder – Erinnerungen
Vortrag und Diskussion
Das
Festhalten an der Opferthese
verhinderte die längste Zeit eine fundierte Aufarbeitung der
Täterschaft Österreichs im Nationalsozialismus und somit
auch den Eingang der mehr als 65.000 österreichischen Opfer der
Shoah in das heimische Geschichtsbewusstsein. Ein Forschungsprojekt
schildert nun das Jahr des „Anschlusses“ ausschließlich aus
der Perspektive der im NS-Regime in Österreich enteigneten,
misshandelten, verfolgten und vertriebenen Juden und Jüdinnen.
Dieter
J. Hecht, Historiker,
Österreichische Akademie der Wissenschaften
In
Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag, 15. Jänner, 19.00
Mythos Kultur
Buchpräsentation und Diskussion
Als Einzelbegriff verwendet oder eingeflochten in Komposita wie Multikulturalismus oder Kulturpessimismus und präsent hinter Begriffen wie Identität oder Pluralismus, „Kultur“ ist zu einem Schlüsselbegriff der gesellschaftlichen Diskurse avanciert. Von konservativen Hütern tradierter Identitäten und „kultureller Werte“ bis hin zu buchstäblich liberal-demokratischen Linken, die in der Hochachtung jedweder „autochthonen“ kulturellreligiösen Praxis die Quintessenz der demokratischen Toleranz sehen: Sie alle singen ein Loblied auf die Kultur. Woher kommt eine solche Hoch- oder gar Überschätzung von Kultur, welche Funktion erfüllt sie in der heutigen Welt?
Dunja
Larise, Kulturwissenschafterin
und Philosophin
Montag,
19. Jänner, 19.00
Kalkulierte
Originalität?
Vortrag
Nicht
jeder Einfall gilt dem Urheberrecht als schützenswert; damit
dieses zur Geltung kommt, wird vielmehr ein Mindestmaß an
Originalität eingefordert. Diesem juristischen Anspruch liegt
die Vorstellung von KünstlerInnen als Genies zugrunde, deren
Arbeiten wegen ihres unverwechselbaren Stils vor dem Zugriff von
NachahmerInnen geschützt werden sollen. Dazu dient
das Instrument „geistiges Eigentum“, welches aber aufgrund des
Eigentumscharakters dazu tendiert, Ware zu werden. Doch Waren werden
für die Erwartungen eines Marktes produziert, sind
Kalkulationsobjekte und als solche wenig originell.
Odin
Kröger, Philosoph
Mittwoch,
21. Jänner, 19.00
Wer
braucht Qualitätsmedien?
Podium
In
Zeiten wechselnder WählerInnenschaften, immer
ausdifferenzierterer sozialer Milieus und nachlassender
LeserInnen-Blatt-Bindung wird der Ruf nach Verlässlichkeit der
Informationen, die in den Medien verbreitet werden, immer lauter.
Leitmedien sind – theoretisch
– gefragter denn je. Aber sind Leitmedien in Österreich
automatisch mit Qualitätsmedien gleichzusetzen? Und was bedeutet
der Qualitätsbegriff im Journalismus überhaupt?
Hannes
Haas, Vorstand Institut für Publizistik- und
Kommunikationswissenschaft,Universität
Wien
Sybille
Hamann, Chefredakteurin Zeitschrift LIGA
Klaus
Stimeder, Chefredakteur DATUM – Seiten der Zeit
Oliver
Voigt, Verlagsgruppe NEWS
Moderation:
Eva Weissenberger, Redakteurin Kleine Zeitung
Eine Veranstaltung aus Anlass der 50. Ausgabe des Magazins DATUM
Montag, 26. Jänner, 19.00
HERE TO STAY!
kinokis mikrokino # 158
Als
Welthauptstadt des Hauswandrassismus versinkt Wien in
rassistischen Beschmierungen. „Schwere Unruhen und Blutvergießen“
gäbe es in den USA, würden dort solche Parolen zu
lesen sein, meinte die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison
bei einem Wienbesuch. Wien ist anders. Während die Frage
der Hundekotbeseitigung unter größter öffentlicher Anteilnahme
erörtert wird, fühlt sich für die „N**** raus“ ,„Tötet N****“-Parolen
niemand zuständig. HERE TO STAY! findet sich auf der
Suche nach den HetzerInnen plötzlich im Österreichischen
Parlament wieder. Der Film bricht mit gängigen Klischees und
zeigt bemerkenswerte Menschen mit afrikanischen Wurzeln, die
Österreich als ihre neue Heimat sehen. Sie sind HERE TO STAY!
Anschließendes Gespräch mit Markus Wailand, Filmemacher und weiteren an dem Filmprojekt Beteiligten.
HERE
TO STAY! (A 2008), Buch, Regie, Produktion: Markus Wailand /pooldoks
Filmproduktion, mit Beatrice Achaleke, Patrick Bongola,
Simon Inou, Abdallah Salisu u.v.m., 65 min
Mittwoch, 28. Jänner, 19.00
Sondermodell Österreich?
Buchpräsentation und Diskussion
Im
Unterschied zu anderen Ländern hat Österreich eine offizielle
Verhandlungspartnerin, wenn es um religiöse Belange aller in diesem
Land lebenden MuslimInnen geht. Die staatlich
anerkannte IGGiÖ, die Islamische Glaubensgemeinschaft in
Österreich, vertritt alle MuslimInnen ungeachtet ihrer Herkunft,
Staatsbürgerschaft, Ethnizität. Welche positiven und negativen
Aspekte ergeben sich aus diesem „Sondermodell Österreich“?
Omar
Al-Rawi, IGGiÖ, Gemeinderat Wien, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Christian Rathner, Journalist, ORF Religionsredaktion
Maja Sticker, Autorin, Sozial- und Kulturanthropologin
Moderation: Christa Markom, Sozial- und Kulturanthropologin, in{}fem
Maja Sticker: Sondermodell Österreich? Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ). Klagenfurt / Celovec: Drava 2008
In
Kooperation mit: in{}fem – Forschungswerkstatt für feministische
Interdisziplinarität und der Grünen Bildungswerkstatt
Donnerstag, 29.Jänner, 19.00
"Mündig oder müde - brauchen BürgerInnen Wissenschaftskommunikation?"
Podiumsdiksussion
Mündige BürgerInnen sind ein erklärtes Ziel der Wissenschaftskommunikation. Doch wie soll Mündigkeit in Bezug auf
Wissenschaft konkret aussehen? Was stellen sich Politik und Wissenschaft darunter vor, was der Wissenschaftsjournalismus? Was trägt die derzeitige Wissenschaftskommunikation dazu bei? Werden die BürgerInnen erreicht oder übersättigt? Und brauchen BügerInnen Wissenschafts-PR und Wissenschaftsjournalismus überhaupt, um mündig zu werden?
Ludovit Garzik, Geschäftsführer, Rat für Forschung und Technologieentwicklung
Josef Glößl, Gentechnik-Experte, Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie, Universität für Bodenkultur Wien
Karen Kastenhofer, Wissenschaftsforscherin, Institut für Technikfolgen-Abschätzung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
Klaus Taschwer, Wissenschaftsjournalist, Der Standard und heureka!
Moderation: Astrid Kuffner, freie Journalistin
Im Anschluss gibt es ein Buffet.
Dienstag, 10. Februar, 19.00
Stauffenberg im Film 1948 – 2008
Buchpräsentation und Gespräch
Von G. W. Pabsts Erleuchtungsthriller 1955 über den Sensualismus heutigen Geschichtsfernsehens bis zum Blockbuster
Valkyrie: Kino- und TV-Bilder arbeiten das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944 in immer neuen Sinnkontexten um. Dabei wird
sichtbar, was jeweils als „Ereignis“ und
„Subjekt“ zählen soll. Inszeniert wird ein
Verständnis, eine Zeit- und Affektlogik, von
Nationalsozialismus,
Geschichte und Politik. Stauffenberg, der Attentäter mit Augenklappe
und Handprothese, erscheint jeweils als Modernisierungsverächter oder
Modelleuropäer, Republikaner oder Rebell, biopolitischer Normtypus oder
Kreativarbeiter.
Drehli Robnik, Filmwissenschafter, Ludwig Boltzmann-Institut für
Geschichte und Gesellschaft im Gespräch mit Karin Harrasser,
Kulturwissenschafterin, KHM Köln
Drehli
Robnik: Geschichtsästhetik und Affektpolitik. Stauffenberg und der 20.
Juli im Film 1948 – 2008, Wien: Verlag Turia + Kant 2009
Mittwoch, 11. Februar, 19.00
Zur österreichischen Museumslandschaft
Das Museum für angewandte Kunst
Das
MAK – Museum für angewandte Kunst hat sich zu einer international
anerkannten Einrichtung für zeitgenössische Kunst entwickelt. Die
ursprünglichen Aufgaben des MAK liegen jedoch in einem anderen Bereich:
Kunsthandwerk, Design, Architektur. Wie lässt sich aus dem Spagat
zwischen diesen beiden Bereichen eine Identität entwickeln? Was sind
die Zukunftsszenarien des Museums in der umworbenen
Gegenwartskunst-Szene? Und wie steht es um die angekündigte Kooperation
zwischen MAK und der Universität für angewandte Kunst?
Peter Noever, Direktor MAK Museum für angewandte Kunst
Thomas Trenkler, Der Standard
Tribute to the Suffragettes
kinokis mikrokino # 159
Mit den Suffragetten begann vor über hundert Jahren, vor allem in den USA und Großbritannien der radikale Kampf für das Stimmrecht der Frauen. Ihre Massenproteste, öffentlichen Kampagnen, Parteigründungen und Akte zivilen Ungehorsams trafen auf wütende staatliche Repression. The Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst erzählt die Geschichte der Suffragetten anhand der Biografie einer ihrer schillerndsten Protagonistinnen. I would be delighted to talk Suffrage fungiert gleichzeitig als Stadtführung, Oral History-Dokument und collagierter Kostümfilm. What 80 Million Women Want ist ein Dokument der Suffragetten-Bewegung, in dem Emmeline Pankhurst und Harriot Stanton Blatch als Schauspielerinnen zu sehen sind.
Anschließendes Gespräch mit Fiona Rukschcio, Künstlerin und
Filmemacherin und Hilde Schmölzer, Kunsthistorikerin und Autorin
The Suffragettes – The Story Of Emmeline Pankhurst (GB 1994), Castle Home Video, 55 min, engl. OV, DVD
I would be delighted to talk Suffrage (GB 2003 / 5), Regie: Fiona Rukschcio, Protagonistin: Althea Greenan, Musik: Nick Cash, 30 min, engl. OV, DVD
What 80 Million Women Want (USA 1913), Regie: Willard Louis, 56 min, stumm, engl. Zwischentitel, DVD
Dienstag, 17. Februar, 19.00
Meinungsfreiheit
ZARA : TALK
Nicht selten wird das Grundrecht auf Meinungsfreiheit angeführt, um diskriminierenden und rassistischen Aussagen einen
rechtlichen Rahmen zu verschaffen. Damit wird die Verletzung eines Grundrechtes durch den Verweis auf ein anderes zu legitimieren versucht. Aber ist Rassismus wirklich eine Meinung? Gilt das Recht auf Meinungsfreiheit auch für rassistische Äußerungen? Auf welche rechtliche Grundlage können sich Opfer rassistischer Diskriminierung im Alltag, durch Medien, Politik zu ihrem Schutz, ihrer Verteidigung berufen?
Alfred Noll, Jurist
Alexander Steffek, ZARA, INACH – Network against Cyber Hate
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at
Mittwoch 18. Februar, 19.00
Wann begann temporär?
Diskussion und Buchpräsentation
Die Verbindung von Stadterneuerung und künstlerischen Interventionen im Stadtraum steht hoch im Kurs. Wann begann temporär? untersucht verschiedene Vorläufer dieses Trends, von Aktionen der Architekturkollektive Coop Himmelb(l)au, Haus-Rucker-Co, Zünd-Up oder Missing Link bis zu Protestbewegungen wie Spittelberg und Arena. Fragen nach Flüchtigkeit und Nachhaltigkeit, Medialisierungsstrategien und Verwertungslogiken waren schon aktuell als temporär begann. Wie werden sie im Kontext heutiger Praktiken diskutiert?
Andrea Breitfuss, Stadtplanerin und Sozialwissenschafterin
Christiane Feuerstein, Architektin
Angelika Fitz, Kulturtheoretikerin und Kuratorin
Sabine Oppolzer, Journalistin, Mitglied KÖR Kunst im öffentlichen Raum
Wien-Beirat
Dietmar Steiner, Direktor Az W Architekturzentrum Wien
Moderation: Elke Krasny, Kulturwissenschafterin
Christiane Feuerstein und Angelika Fitz: Wann begann temporär? Von
frühen Stadtinterventionen zur Institutionalisierung performativer
Strategien. Wien: Springer 2009
Donnerstag, 19. Februar, 19.00
Diagonale – ein Arbeitsfestival
Gespräch
Die Diagonale – das Festival des österreichischen Films – hat eine bewegte Geschichte und seit einigen Monaten auch eine neue Intendantin. Filmpublizistin und Kuratorin Barbara Pichler möchte das jährlich in Graz stattfindende Treffen von Filminteressierten verstärkt als „Arbeitsfestival“ prägen und dabei seine film- und kulturpolitische Bedeutung wieder stärken. Kontinuitäten, Impulse und Akzentsetzungen sollen das Gespräch rund um das Filmgeschehen schärfen.
Stefan Grissemann, Filmjournalist
Barbara Pichler, Intendantin Diagonale 2009
ABGSAGT:
Dienstag, 24. Februar, 19.00
Lissabon – Wien: Kunstkritik und Szene
Podiumsdiskussion
Lissabon und Wien sind 2299 Kilometer voneinander entfernt und haben völlig unterschiedliche Kunstszenen. Dennoch gibt es Ähnlichkeiten, wenn es um Kunstkritik und Rezeption geht. Nach den diskursorientierten 90er Jahren wurde die reichhaltige Feuilleton-Szene in Portugal stark dezimiert. Handelt es sich bei diesem Verschwinden auch um ein österreichisches bzw. um ein gesamteuropäisches Phänomen? Es ist zu diskutieren, welche Bedürfnisse die heutigen Kunstszenen haben und unter welchen Bedingungen diese in Österreich und Portugal stehen.
Miguel Branco, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Bernhard Cella, Künstler, Salon für Kunstbuch, Wien
Marcelo Costa, Künstler, Kunstschule ar.co, Lissabon
Christoph Nebel, Künstler, Kunstschule Wien
Moderation: Werner Rodlauer, artmagazine.cc
Podiumsdiskussion in englischer Sprache
Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.
Mittwoch, 25. Februar, 19.00
EIN AUGENBLICK FREIHEIT
Let’s talk about … SCRIPTS!
Der Film erzählt von der Odyssee drei iranisch / kurdischer Flüchtlingsgruppen: einem Ehepaar, zwei jungen Männern mit
zwei Kindern und einem ungleichen, befreundeten Männerpaar. Sie alle flüchten aus dem Iran und dem Irak und landen in der türkischen Hauptstadt, wo sie, die Freiheit vor Augen, in einem wenig vertrauenswürdigen Hotel auf den positiven Bescheid ihrer Asylanträge warten. Der österreichisch-iranische Filmemacher Arash T. Riahi setzt die Flucht und das eigentümliche Zwischenstadium der Asylwerbenden mit tragischer Komik und enormer Spannung in Szene.
Arash T. Riahi, Drehbuchautor und Regisseur im Gespräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum
EIN AUGENBLICK FREIHEIT (A 2008), Wega Film, Regie und Buch: Arash T. Riahi, österreichischer Kinostart 09. 01. 2009
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien
Freitag, 27. Februar, 19.00
Lyrik schreiben – Lyrik managen
Podiumsgespräch
Zwischen Mundart, Schrift und Lautpoesie liegen die Spannungsfelder in der Entwicklung von Lyrik. Wie steht es um die Lyrik im deutschsprachigen und europäischen Raum, wer kann noch von ihr leben? Zeitgenössische LyrikerInnen widmen sich neben ihrer eigentlichen literarischen Arbeit auch dem „Managen“ von Lyrik. Zur Diskussion steht der Austausch zwischen KünstlerInnen, Kunstszenen und Ländern sowie Anregung und Ausweitung zur Zusammenarbeit.
Christian Ide Hintze, Dichter, Schulen für Dichtung in Wien und Medellín
Augusta Laar, Künstlerin und Lyrikerin
Anton G. Leitner, Dichter, Verleger der Lyrikzeitschrift Das Gedicht
Dominik Riedo, Dichter, „Kulturminister“ der Schweiz
Eine Veranstaltung der schule für dichtung
Montag, 2. März, 19.00
ZUOZ – Schule der Elite
kinokis mikrokino #160
ZUOZ-Schule der Elite erhielt den 3sat- Dokumentarfilmpreis
für den besten deutschsprachigen Dokumentarfilm 2007:
„Die Ausübung von Macht will gelernt sein, und wie kann sie
effizienter gelernt werden als in einem System der ständigen
Kontrolle. Eine abgeschlossene Internatswelt für den Nachwuchs
der globalen Wirtschaftselite: Der Mikrokosmos wird in
eindringlichen Szenen und Bildern analysiert, die eine Bandbreite
an Widerstandsgesten und Anpassungsmechanismen
aufscheinen lassen. Die nachhaltige Wirkung des Films besteht
nicht zuletzt darin, dass das moderne Internat als Modell für
die Unternehmensführung sichtbar wird“.
Anschließend Gespräch mit Daniella Marxer, Regisseurin
ZUOZ – Schule der Elite (A / F 2007), Regie: Daniella Marxer, 71 Min., OF m. dt. UT
Dienstag, 3.März, 19.00
Bündnis gegen rechts
Vernetzungstreffen
Das Vernetzungstreffen wird folgende Fragen behandeln: Welche Arbeitstrukturen braucht das Bündnis? Welche Arbeitsteilung ist sinnvoll? Welche konkreten Projekt/Aktions-Ideen gibt es? Welche Projekt, welche Aktion sollen gemeinsam umgesetzt werden?
Moderation: Hikmet Kayahan
Eine Veranstaltung von Bündnis gegen rechts
Mittwoch, 4. März, 19.00
Roma-Reportagen aus Osteuropa
Buchpräsentation
Kaum eine andere „Minderheit“ in ähnlicher Größenordnung
sieht sich aus dem gesellschaftlichen Leben Osteuropas derart
ausgeschlossen wie die Roma. Ob in der Slowakei, in Ungarn,
Rumänien oder Bulgarien – hunderttausende Familien leben an
der Peripherie, in Slums am Rande der Städte und Dörfer.
Entsprechend niedrig ist die Lebenserwartung für diese Menschen. Trotz zahlreicher Versuche vieler NGOs sind politische
Lösungen zur Verbesserung der Situation für Roma nicht einmal
ansatzweise erkennbar. Und die EU begegnet diesem
Problem weiterhin mit Ratlosigkeit.
Helmut Schüller, Priester, Volksgruppenbeirat der Roma beim
Bundeskanzleramt
Andreas Tröscher, Autor und Journalist
Andreas Tröscher, Zigeunerleben. Roma-Reportagen aus Osteuropa, Turia + Kant: Wien 2009
Montag, 9. März, 19.00
Patenschaft für „Altfälle“?
Podium zum Bleiberecht
Bis Ende März hat der Verfassungsgerichtshof die Frist gesetzt,
um das Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht in Richtung
humanitäre Regelung des Bleiberechts zu reparieren. Bis dahin
sollte jedenfalls geklärt sein, ob der Bund oder die Länder –
mit oder ohne Beiräte – die sogenannten
„Altfälle“, also AsylwerberInnen, die seit mindestens
fünf Jahren ohne positiven
Aufenthaltsbescheid in Österreich leben, zur „Patenschaft
freigeben“ oder ob vielleicht doch Recht vor Gnade walten wird.
Josef Kalina, Bundesrat, SPÖ
Alev Korun, Nationalratsabgeordnete, Die Grünen
Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Moderation: Irene Brickner, Der Standard
Wolfgang Großruck, Nationalratsabgeordneter, ÖVP ( - abgesagt)
Dienstag, 10. März, 19.00
MÄRZ
Let’s talk about … SCRIPTS!
Mit der letzten Nacht dreier junger Männer beginnt MÄRZ.
Der gemeinsame Selbstmord der Freunde – ohne ersichtliches
Motiv, ohne Abschiedsbrief – erschüttert eine kleine Tiroler
Gemeinde. Was die Verstorbenen zu ihrem Schritt bewog,
lässt sich nicht sagen. Der Film sucht die Nähe zu ihren
Angehörigen, die sich in einem Alltag wiederfinden, der sich nach
außen hin nicht verändert hat.
Klaus Händl, Regisseur, im Gespräch mit Robert Buchschwenter,
Drehbuchform
MÄRZ (A 2008), Buch und Regie: Klaus Händl, Produktion: COOP99 und Händl Klaus Filmproduktion, Wien.
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien
Mittwoch, 11. März, 19.00
Annäherungen an das Unfassbare
Vortrag und Diskussion
Jährlich besuchen hunderte Schulklassen die Gedenkstätte
Mauthausen. Über die Sinnhaftigkeit dieser Unternehmungen
gibt es geteilte Meinungen. Denn Gedenkstätten garantieren
nicht die Einsicht in die Abläufe und Mechanismen der Shoah.
Für eine angemessene und sinnvolle Auseinandersetzung mit
der Thematik bedarf es einer abgestimmten Vermittlung, die in
Mauthausen bislang fehlten. Yariv Lapid, seit 2007 Leiter der
pädagogischen
Abteilung, arbeitet am Aufbau einer pädagogischen Infrastruktur und an
der Ausarbeitung umfassender Vermittlungskonzepte.
Yariv Lapid, Historiker, Gedenkstätte Mauthausen
In Kooperation mit Gedenkdienst
Mittwoch, 18. März, 19.00
Das Kunsthistorische Museum
Zur Österreichischen Museumslandschaft
Das Kunsthistorische Museum hat in seiner jüngsten Vergangenheit
durch eine umstrittene und viel diskutierte Museumspolitik
sowie durch Skandale Schlagzeilen gemacht. Unter der
neuen Führung von Sabine Haag soll nun an die ehemalige
Reputation des Hauses angeknüpft und die international
anerkannte Sammlung in das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit
gerückt werden. Wie sehen die Pläne für die
Zukunft aus, mit welchen Konzepten wird die neue Direktorin,
als erste Frau mit der Leitung der einstigen Habsburgischen
Sammlung betraut, mediale Beachtung erlangen?
Sabine Haag, Generaldirektorin des Kunsthistorischen Museums
Thomas Trenkler, Der Standard
Donnerstag, 19. März, 19.00
Das Boot ist leer – der Topf ist voll
Künstlergespräch
Die Wirtschaftskrise beherrscht die Diskussionen – auch in
der Kunstwelt. KünstlerInnen setzen sich immer wieder mit
unterschiedlichen Krisen und der ihnen jeweils zugrunde
liegenden Logik aus einander. Der Künstler John Bock zum
Beispiel, versucht in perfomativen Erläuterungen den schwer
be greiflichen Zusammenhang von Ökonomie und Befindlichkeit
krisengeschüttelter Subjekte zu erklären. Die Künstlerguppe
gelitin, sie sollte am 9. 11. 2001 eine Ausstellung in New York
eröffnen, entschloss sich, stattdessen eine Diskussionsreihe zu
den Ereignissen dieses Tages einzurichten.
Wolfgang Gantner, Ali Janka, Florian Reither, Tobias Urban, gelitin
John Bock, Künstler
Eine Veranstaltung von „die Galerien“
Dienstag, 24. März, 19.00
Editor’s choice
Podiumsdiskussion
Vielfältig ist die zeitgenössische Kunst, vielfältig ist auch die
Medienlandschaft rund um diese. Gemeinsam ist fast allen
Kunstzeitschriften, dass sie international agieren müssen. Zu
unterscheiden sind sie an ihrem jeweiligen Zugang zur Kunstszene
sowie an der Prägung durch HerausgeberInnen und
Entstehungskontext. Drei Herausgeberinnen von Magazinen rund
um zeitgenössische Kunst sprechen über die Positionierung
ihrer Produkte, die lokalen Unterschiede und die Ansprüche,
denen ihre Arbeit genügen muss. Und nicht zuletzt soll zur
Sprache kommen, welchen Stellenwert die Kunstkritik in den
unterschiedlichen Formaten einnimmt.
Rosanna Gangemi, Drome Magazine, Rom
Ivan Mecl, Umelec, Prag-Berlin-London
Hedwig Saxenhuber, Springerin, Wien
Moderation: Fiona Liewehr, Kuratorin, Galerie Kargl
Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft.
Mittwoch, 25. März, 19.00
BackTalk - Strategien gegen Rechts
Gespräch
Eine neue Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert
Misik, Publizist
http://dasbuendnis.twoday.net
Donnerstag, 26. März, 19.00
Nationalsozialismus und Geschlecht
Buchpräsentation
Erstmals
untersucht ein breit angelegter Sammelband disziplinenübergreifend die
Bedeutung der Kategorie „Geschlecht“ im „Dritten Reich“. Die Beiträge
bleiben nicht bei den kontrovers diskutierten Fragen nach den Rollen
und Handlungsspielräumen von Frauen im Nationalsozialismus stehen,
sondern beschreiben Verknüpfungen von Geschlechterarrangements und
Geschlechterbildern mit Machtstrukturen. Dabei werden vielfältige
Verbindungen von Sexualität, „Rasse“, medialen Inszenierungen, Kunst
und Politik genauso offen gelegt, wie der Einsatz von
Geschlechterbildern im Gedenken an den Nationalsozialismus.
Elke Frietsch, Kunsthistorikerin, Universität Wien
Johanna Gehmacher, Historikerin, Universität Wien
Christina Herkommer, Soziologin, Freie Universität Berlin
Elke Frietsch, Christina Herkommer (Hg.), Nationalsozialismus und
Geschlecht.
Zur Politisierung und Ästhetisierung von Körper, „Rasse“ und Sexualität
im „Dritten Reich“ und nach 1945, Bielefeld: transcript 2009
Mittwoch, 1. April, 19.00
The Porn Identity
Ausstellungsbesprechung
Mit der Ausstellung The Porn Identity klinkt sich die Kunsthalle
Wien in die seit einigen Jahren laufenden Pornografie-Diskurse
ein und zeigt künstlerische Untersuchen zum Thema: „Der
Transfer der schamlosen Bilder in den kunstinstitutionellen
Raum durchbricht nicht nur den pornotypischen Zusammenhang
von marktorientierter Veröffentlichung und reprivatisiertem
Konsum, sondern durch die einhergehende Verkomplizierung
der pornografischen Identität auch die Frage nach Ähnlichkeiten
und Unterschieden zwischen Kunst und der visuellen
Kultur der Stimulation.“ Stimulierend?
Diedrich Diederichsen, Kulturwissenschafter
Marty Huber, queere Aktivistin und Performancetheoretikerin
Die Ausstellung The Porn Identity. Expeditionen in die Dunkelzone ist vom 13. Februar – 1. Juni 2009 in der Kunsthalle Wien zu sehen.
Donnerstag, 2. April, 19.00
Kunst – Partizipation – Bildung
Vortrag
Partizipatorische und intervenierende Praxen der Kunst schaffen
und
erforschen Handlungsräume, vermitteln zwischen Alltagserfahrung und
Kunst, produzieren Anschlüsse an Lebenswelten und Kulturen – und
generieren vielfältige Lern- und Bildungsprozesse. Anhand ausgewählter
Projekte werden Erkenntnisse und Erfahrungen im Feld von Kunst und
Pädagogik thematisiert, wird nach den Modellen und Utopien „produktiver
Schnittstellen zwischen Kunst und Leben“ gefragt, die im Rahmen dieser
künstlerischen Praxen entworfen werden.
Christine Heil, Kunstpädagogin, Universität Flensburg
Respondenz: Eva Egermann, Künstlerin, Akademie der bildenden
Künste Wien
In Kooperation mit dem IWK, Reihe „Jour fixe Bildungstheorie“
Dienstag, 21. April, 19.00
Aufstand in Sobibor
kinokis mikrokino #161
Escape from Sobibor schildert den erfolgreichen Aufstand
jüdischer Häftlinge des Vernichtungslagers Sobibor, das von
der SS unter Geheimhaltung als eine der zentralen Todesfabriken
betrieben wurde. Nachdem 1943 eine Gruppe jüdischer
Sowjet-Soldaten eingeliefert wurde, entstand der Plan einer
gemeinsamen Flucht aller Häftlinge. Der Film hält sich streng
an die gleichnamige Romanvorlage Richard Rashkes und
zeichnet ein dichtes Bild vom „Funktionieren“ der NS-Todeslager
und der verzweifelten Situation jener Frauen und Männer,
die am 14. August 1943 einen kollektiven Aufstand wagten.
Einführung und Gespräch mit Frank Stern, Institut für Zeitgeschichte,
Universität Wien
Escape from Sobibor (GB / USA 1987), Regie: Jack Gold, Buch: Richard Rashke, 143 Min., engl. OF
Montag, 27. April, 19.00
Psychiatrie und Recht
Podiumsdiskussion
Die Betreuung und Behandlung von Menschen mit psychischen
Erkrankungen ist ein hochsensibler Bereich. Immer wieder
treffen Interessen der Angehörigen, der Betroffenen und ihrer
gesetzlichen VertreterInnen und die Erfahrungen der ÄrztInnen
und des Pflegepersonals aufeinander. Eine besondere Rolle
spielen dabei die Rechte der PatientInnen, ihre Bedürfnisse
und Wünsche. Wie können Bedingungen sichergestellt werden,
die es den PatientInnen ermöglichen, informiert und aufgeklärt
ihren Aufenthalt in der Psychiatrie und ihre Behandlung mitzubestimmen.
Konrad Brustbauer, Wiener Pflege-, Patientinnen- und Patientenanwaltschaft
Gerhard Ortwein-Swoboda, Psychiatrische Abteilung Justizanstalt
Göllersdorf
Alexandra Stockinger, promente – Gesellschaft für psychische und soziale Gesundheit
Moderation: Thomas Stompe, Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie AKH Wien
Dienstag,
28. April, 19.00
BackTalk
- Strategien gegen Rechts
Gespräch
Eine Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet
Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Doron Rabinovici,
Historiker und Autor
Montag,
4. Mai, 19.00
Ein
10. Todestag
Gespräch
Die
Gedenkveranstaltungen für Marcus Omofuma, er wurde vor 10 Jahren
während seiner Abschiebung aus Österreich zu Tode
geknebelt, sind die ersten in einer Reihe von zukünftigen
Gedenkjahren zum jeweils 10. Todestag von Richard Ibekwe, Cheibani
Wague, Edwin Ndupu, Yankuba Ceesay. Amnesty International berichtet
in „Österreich: Opfer oder Verdächtige – Eine Frage der
Hautfarbe“ über rassistische Diskriminierung im Polizei- und
Justizsystem. Die Innenministerin macht sich allerdings lieber
Gedanken über AsylwerberInnen, die den Behörden auf den
„Nasen herumtanzen“.
Michael
Genner, Asyl in Not
Grace
Latigo, Aktivistin und Künstlerin
Rainer
Klien, SOS Mitmensch Burgendland
Achu Paul, Andrea Zauner,
Moderation:
Di-Tutu Bukasa, Chefredakteur Die Bunte Zeitung
In Kooperation mit Asyl in Not und dem wik – Wiener Integrationskonferenz-Vernetzungsbüro
Mittwoch,
6. Mai, 19.00
Demokratische
Medienlandschaft?
Vortrag
und Podium
Wie
demokratisch ist die österreichische Medienlandschaft? Antworten
auf diese Fragen ergeben sich aus der Überprüfung mehrerer
Aspekte wie die der Interessen von MedieneigentümerInnen und
großer InserentInnen sowie durch die Beobachtung der
LeserInnenresonanz. Zu klären ist, welche Auswirkungen diese
Faktoren auf die Ethik des Journalismus, auf die jeweilige Blattlinie
und auf die Haltung der Leitmedien zu bestimmten Grundfragen haben.
Vortrag:
Thomas Ballhausen, Literatur- und Filmwissenschafter
Anschließend
Diskussion:
Eric
Frey, Der Standard
Christian
Rainer, Profil
Anneliese
Rohrer, Kurier
Armin
Thurnher, Falter
Eine
Veranstaltung der neuBasis Wien
Donnerstag,
7. Mai, 19.00
Tonga
in Transit. Zimbabwe in Transition
Podium
Zimbabwe sucht derzeit mit einer Regierung der Nationalen Einheit einen Weg aus der tiefen politischen Krise. Zivilgesellschaft und KünstlerInnen übernehmen in diesem Prozess des Übergangs eine wichtige Rolle, um einen bloßen „Elitentausch“ zu verhindern. Tonga MusikerInnen aus Zimbabwe und Zambia, zur Zeit zu Gast in Linz und Wien werben für Aufmerksamkeit für ihr Herkunftsland. Die MedienkünstlerInnen von MACHFELD haben über Migrationswege und Überlebensstrategien der Tonga in Zimbabwe und in Johannesburg recherchiert.
Keith
Goddard, Komponist und Menschenrechtsaktivist, Harare, Zimbabwe
Peter
Kuthan, ARGE Zimbabwe Freundschaft, Linz
Sabine
Maier und Michael Mastrototaro, MACHFELD, Medien künstlerInnen,
Wien
Jossam
Munkuli, Musikgruppe Simonga, Siachilaba, Zimbabwe
Chief
Sinazongwe, Musikgruppe Maliko, Sinazongwe, Zambia
Moderation:
Walter Sauer, Wirtschafts- und Sozialwissenschafter, SADOCC, Wien
In Kooperation mit Aktionsradius Wien, ARGE Zimbabwe Freundschaft, Kulturen in Bewegung / VIDC, MACHFELD, SADOCC Dokumentations- und Kooperationszentrum Südliches Afrika, Windhundkultur Veranstaltung in englischer Sprache
Die folgende Veranstaltung ist entfallen:
Mittwoch,
13. Mai, 19.00
Der
Holocaust und die israelische Gesellschaft
Vortrag
und Diskussion
Unmittelbar
nach dem Zweiten Weltkrieg bis weit hinein in die 1950er Jahre war
die Geschichte des NS-Massenmordes in Israel öffentlich kaum
Thema. Auch die Gründung der nationalen Gedenkstätte Yad
Vashem 1953 änderte daran zunächst wenig, fokussierte sie
anfangs doch vor allem den Aspekt des Widerstandes und weniger den
Genozid als solchen. Wandlungen und Brüche in der
Erinnerungsarbeit waren in den folgenden Jahrzehnten untrennbar
verknüpft mit aktuellen Ereignissen.
Doron Rabinovici, Autor und Historiker
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag,
14. Mai, 19.00
Der
kulturelle und der künstlerische Lehrauftrag
Vortrag
und Respondenz
Die „kulturelle Ausdrucksfähigkeit“ gilt als Schlüsselkompetenz im Bildungskanon der lebenslangen Lernstrategie. Ist dafür auch die entsprechende Kultur des Lernens vorhanden oderbrauchen wir Zeit, um diese erst zu entwickeln?
Vortrag:
Gerhard Hermanky, Künstlerische Volkshoch schule, Wien
Respondenz:
Gerhard Bisovsky, Volkshochschule Meidling, Wien
Kooperation mit dem Ring Österreichischer Bildungswerke
Freitag, 15.Mai, 09.00 – 19.00
Ästhetiken des Imperfekten
Workshop Bildstörung
Bildstörung ist Intervention – nicht der technisch bedingte
Unfall, sondern vielmehr eine selbstreflexive Praxis, die
dem Bild einen Abstand zu sich selbst verleiht, ein Bewußtsein
seiner Form. Bildstörung als Intervention – das
ist Kritik am dramaturgischen Inzest und der Herstellung
des einen Sinns, Kritik an Illusionswirkung und Repräsentation.
„Trennung der Elemente“ (Brecht), „Ordnung des
Risses“ (Deleuze), – so lauten die Ideale einer minoritären
Ästhetik, die noch das Akzidentielle zu integrieren vermag
12:00 Begrüssung
12:15 Silke Felber:Distruggere l’immagine – das zerstörte Bild bei Carmelo Bene
Thomas Binder-Reisinger / Uschi Feldges: gehört gestört
– über das wechselseitige Eingreifen von Ton und Bild
14:00 Pause
14:30 Gabriele Jutz: Praktiken des Cinéma Brut
Lydia Nsiah: Bild-Störung. Irritation des filmischen Bilderflusses im Fotofilm
16:30 Pause
17:00 Agnes Ganseforth: Nachrichten vom kleinen Leben - Drei Filmpräsentationen
Moderation:Franziska Bruckner, Christian Schulte, Georg Vogt, Sara Vorwalder
Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft , Universität Wien
Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at
Samstag,
16. Mai, 15.00
Siehst
du, was die Leute wollen?
kinoki
mikrokino #162
In
den 1960ern und 1970ern entwickelte sich in Brasilien eine
überraschende und selbständige Variante des sogenannten 3.
Kinos. Die FilmarbeiterInnen des Cine Novo versuchten gemeinsam mit
dem Theater der Unterdrückten und den populären
Kulturzentren des Landes das Verhältnis zwischen Form und Inhalt
politischer Kunst im Zeitalter der Militärdiktatur neu zu
bestimmen. Besondere Aktualität gewinnt dieses Projekt nicht
zuletzt durch den Umstand, dass mit Gilberto Gil ein bedeutender
Aktivist des Cine Novo bis 2008 Kulturminister der Regierung Lula
war.
Vortrag
und Kommentar zu ausgewählten Filmausschnitten:
Rodrigo
Nunes, Philosoph, Politikwissenschafter, University of East, London
Vortrag in englischer Sprache
Montag,
18. Mai, 19.00
ÖH-Wahlen
Podium
Zwischen 26. und 28. Mai sind die Studierenden wieder aufgerufen, ihre Studien- und Universitätsvertretung zu wählen. Erstmals auch über E-Voting, worüber sich die Begeisterung allerdings in Grenzen hält. Auch sonst will kein Beifall über die hochschulpolitischen Maßnahmen aufkommen. Die vorgesehenen Zugangsbeschränkungen zum Masterstudium, die nur über Ausnahmeregelungen vollzogene Abschaffung der Studiengebühren und vieles mehr gaben Anlass zur Kritik. Was wollen die Fraktionen verändern und wie viel Einfluss auf die Politik hat die ÖH überhaupt?
Samir
Al-Mobayyed, AG Aktiongemeinschaft
Alegra-Isabel
Raising, JULIs, Junge Liberale
Sigi
Maurer, GRAS Grüne & Alternative StudentInnen
Sophie
Wollner, VSStÖ Verband Sozialistischer StudentInnen Österreichs
Julia
Wukovits, KSV Kommunistischer StudentInneverband
FLÖ,
Unabhängige Fachschaftslisten Österreich
Moderation:
Christoph Schwarz, Innenpolitik Die Presse
Dienstag,
19. Mai, 19.00
Back
Talk- Strategien gegen rechts
Gespräch
Eine Gesprächsreihe vom „Bündnis gegen den Rechtsruck“, einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Heribert Schiedel, Dokumentationsachiv des österreichsichen Widerstandes
Mittwoch,
20. Mai, 19.00
unvermittelt
– zwischen Kunst und Vermittlung
Vortrag
und Diskussion
/unvermittelt nennt sich eine Arbeitsgemeinschaft der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst Berlin. 2008 wurde eine gleichnamige Kampagne gestartet, mit dem Ziel Werbestrategien für die Vermittlung eines Arbeitsbegriffs jenseits von Überarbeitung und Mangel zu entwickeln und anzuwenden. „Warum sollten wir als KünstlerInnen nicht Strategien genau aus dem Feld ent lehnen, das wir als verantwortlich für unsere Misere erachten?“ Nun soll die Übertragbarkeit dieser Kampagne in den Wiener Kontext überlegt werden.
Uli
Ertl, /unvermittelt
Rut
Waldeyer, /unvermittelt
In Kooperation mit SOHO IN OTTAKRING 2009: arbeiten oder nicht arbeiten / to work or not to work (16.– 30. Mai)
Freitag, 22.Mai, 12.00 – 19.00
Ästhetiken der Differenz
Workshop Bildpolitik
Bildpolitik
kündigt die Vorstellung politischer Inhalte auf. Sie bringt Relationen
ins Spiel: zwischen Sinnen und Medien, zwischen Gegenwart und
Geschichte, zwischen Leinwand und ZuschauerInnen, zwischen Ästhetik und
Politik. Das Bild wird zu einer Form, die denkt, die sich mit Zeit
auflädt, die zum Handeln animiert, die von Gleichheit statt von Kampf
spricht. Bildpolitik praktiziert eine Ästhetik, die Konstellationen
herstellt und deutet, die Differenzen forciert und
Unterscheidungsvermögen schult. Ein Prozess, der andauert und ins Außen
führt.
12:00 Begrüssung
12:15 Wolfgang Beilenhoff: Massenbilder und Massenmedium Film.
Joachim Schätz: “Not in the middle, please! Out in the suburbs!“Inszenierte Gemeinschaft bei Preston Sturges
14:00 Pause
14:30 Tanja Wittmann: Bilder als zirkulierende Dinge, Waren
15:30 Pause
16:00 Gudrun Lena Stölzl: Blick trifft Geschichte. Dialektische Bilder im Film
Hito Steyerl: Ein Zeuge ist kein Zeuge
Moderation: Elisabeth Büttner, Melanie Letschnig, Petra Löffler
Eine Veranstaltung vom Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft , Universität Wien
Anmeldung unter: tfm.anmeldung@univie.ac.at
Montag,
25. Mai, 19.00
7915
KM
Let’s
talk about … SCRIPTS!
7915 KM trennen Paris und Dakar – diese Strecke legten die TeilnehmerInnen der größten Wüstenrallye zurück. Entlang dieser Route geht der Film auf die Suche nach der vielfältigen Gegenwart Afrikas und führt durch Marokko, die Republik Sahara, Mauretanien, Mali und Senegal. Der Titel steht aber auch für die Distanz, die zwischen Europa und Afrika durch politische sowie wirtschaftliche Verhältnisse geschaffen wird. Ohne die ernüchternde Realität aus den Augen zu verlieren, entsteht eine Hommage an Menschlichkeit und Langsamkeit, die eingefahrene Wahrnehmungen in Frage stellt und viele vermeintlich afrikanische Probleme auf uns selbst zurückwirft.
Maria
Arlamovsky, Drehbuchautorin
Nikolaus
Geyrhalter, Regisseur, Drehbuchautor
Wolfgang
Widerhofer, Drehbuchautor, Cutter
im
Gespräch mit Constantin Wulff, Filmschaffender, Publizist und
Kurator
7915
KM (A 2008), Regie: N. Geyrhalter, Buch: Maria Arlamovsky,
Nikolaus Geyrhalter, Wolfgang Widerhofer; Nikolaus Geyrhalter
Filmproduktion
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at
Dienstag,
26. Mai, 19.00
Kunst-Netz-Werke
Podiumsdiskussion
Die Suche nach Kunstkritik im Internet leitet bald zu Projekten und Initiativen, die dieses Medium sowohl zur Repräsentation als auch zu mehr oder weniger subversiven Vernetzungen nützen. Dabei verschwinden die Grenzen zwischen künstlerischer Intervention, Inszenierung, NetzKunst und Kunstkritik. Konventionelle Kunstkritik hingegen wird man vergebens suchen.
Doris
Steinbichler, sonance.artistic.network
Alex Nikolic, eroticunion.org
Franz Thalmair, CONT3xt.net
Moderation:
Sonja Bettel, Wissenschaftsjournalistin Ö1
Erbarmungslos – eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und der Kunstwerft
Mittwoch, 27. Mai, 19.00Mehr Rassismus als geglaubt?
ZARA-Talk
Eine EU-weit durchgeführte Umfrage der Europäischen Agentur für Grundrechte in Wien zeigt, dass das Ausmaß rassistischer Diskriminierungen, Belästigungen und rassistisch motivierter Gewalt weitaus größer ist, als dies offizielle Statistiken suggerieren. In Österreich wurde die Lage von TürkInnen und Ex-JugoslawInnen untersucht. Vor allem fehlt das Vertrauen in Mechanismen des Opferschutzes: 12 Prozent der Befragten wurden in den vergangenen 12 Monaten Opfer eines rassistisch motivierten Verbrechens, jedoch 80 Prozent der Betroffenen meldeten dies nicht bei der Polizei.
Joanna Goodey , Frau - EU Agentur für Grundrechte
Alexander Osman, Muslimischen Jugend Österreichs
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at
Donnerstag,
28. Mai, 19.00
Der
ästhetisierte Alltag
Vortrag
und Respondenz
Schöner Leben ohne zu denken? Versprechen des Ästhetischen mit dem Prinzip des lebenslangen Lernens in Verbindung zu bringen, bedeutet im Feld der Alltagskulturen eine Verdoppelung der Realität: Wir alle lernen quasi automatisch ein Leben lang, uns in Produktkulturen mit ihren funktionalen und ästhetischen Anforderungen einzupassen. Heute käme es darauf an, die unbewusste Vereinnahmung zu erkennen und das unauflöslich enge Verhältnis, das sich zwischen uns und den beeindruckenden Produkten entwickelt hat, zu verstehen.
Gerd Selle, Kunstpädagoge und Kunsttheoretiker, München
Respondenz: Elfie Miklautz, Institut für Soziologie und empirische Sozialforschung, WU Wien
Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung und der Akademie der bildenden Künste, Wien
Mittwoch,
3. Juni, 19.00
Wirtschaftszweig
Migration
Impulsreferate
und Diskussion
Migration ist seit vielen Jahren Gegenstand von Regulierungsversuchen, die komplexe und unübersichtliche gesetzliche Bestimmungen und Kontrollmechanismen mit sich bringen. Der EU-Arbeitsmarkt etabliert sich als Handlungsfeld migrationspolitischer Maßnahmen mit deren Ausführung allerdings meist Private beauftragt werden. Ein wachsender Wirtschaftszweig aus Dienstleistungsbetrieben, wie die European Homecare, ist die Folge. Die konkreten Auswirkungen auf die Lebensrealitäten von MigrantInnen sind zu klären.
Impulsreferate:
Bettina
Haidinger, FORBA Forschungs- und Beratungsstelle Arbeitswelt, Wien
Katrin
McGauran, Mitarbeiterin von Statewatch, Amsterdam
Vassilis
Tsianos, Netzwerk kritische Migrations- und Grenzregimeforschung,
Universität Hamburg
Moderation: Beat Weber, BEIGEWUM, Wien
Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Initiative Minderheiten und dem Institut für Wissenschaft und Kunst
Freitag, 5. Juni, 19.00
Konsensbildung?
Präsentation und Diskussion
Wie
haben sich Proteste der Studierenden, Lehrenden oder
KulturarbeiterInen im Zeitalter des Postfordismus und der
Globalisierung verändert? Konnten sich neue Formen des
Widerstands erfolgreich der Ausdifferenzierung von Arbeitsregimen
und der Kommodifizierung von Bildung widersetzen? In einem zweitägigen
Workshop mit Silvia Federici und George Caffentzis wurden
Möglichkeiten einer antikapitalistischen Redefinierung der
"akademischem Freiheit" erörtert. Die Ergebnisse des Workshops stehen
zur Diskussion.
Silvia Federici und George Caffentzis,
MitbegründerInnen des Committee for Academic Freedom in Africa,
Mitglieder des Midnight Notes Collective und des Edu-Factory
Collective, USA
Eine Kooperation von edu-meltdown und Studierenden der Akademie der bildenden Künste
Montag,
8. Juni,
19.00
Representing
History. Case study – Perestroyka
Filmscreening
und Gespräch
Mit
ihrer Arbeit reflektiert die KünstlerInnengruppe Chto
Delat? politische
Theorie, Kunst und Aktivismus und setzt sich mit der gleichnamigen
englisch-russischen Zeitschrift das Ziel einer Repolitisierung
der russischen Kultur. Der
Film Chronicles
of Perestroyka
basiert
auf Dokumentationen aus den Jahren 1987 bis
1991 und zeigt die unterschiedlichen Erscheinungsformen der Perestroika
in St. Petersburg. Das Projekt Perestroyka-Song
spiel.
The
Victory over the Coup handelt
von einer Schlüsselepisode während
der Perestroika in der Sowjetunion.
Olga
Egorova, Chto Delat?, St. Petersburg
Dmitry
Vilensky, Chto Delat?, St. Petersburg
Moderation:
Lisa Bolyos, Kollektiv Annegang
Veranstaltung in englischer Sprache
Dienstag,
9. Juni, 19.00
Utopie
als Werkzeug in der Kunst
Vortrag
Um die Frage nach den Bedingungen, unter denen das „Ereignis der Kunst“ möglich wird, zu beantworten werden Potentiale und Grenzen des Kunst-Werks erforscht. Als sein spezifisches Vermögen wird oft die Hinterfragung bestehender Ordnungen gesehen. Das Ereignis des Kunst-Werks wird dabei als eine beständige Bearbeitung des status quo, die ein verändertes Verständnis von Utopie verlangt, verstanden. Die Arbeit an einer immanenten Utopie wird durch Forderungen und Anliegen der Do-it-Yourself-Bewegung und ihrer KünstlerInnen verdeutlicht.
Andrea Wald, fiber. werkstoff für feminismus und popkultur, Wien
In Kooperation mit der Reihe „Utopie als Werkzeug in Politik, Kultur und Religion“ IWK
Mittwoch,
10. Juni, 19.00
Bevölkerungspolitik
im Nationalsozialismus
Vortrag
und Diskussion
Die Bevölkerungspolitik des Dritten Reiches war als „rassische Aufwertung des Volkskörpers“ angelegt. Etwa ein Viertel der ReichsbürgerInnen galt den NS-Machthabern als „minderwertig“ und sollte sich möglichst nicht fortpflanzen. Die als „wertvolles Menschenmaterial“ Klassifizierten wurden dagegen durch Vergünstigungen aber auch durch strenge Ahndung von Verhütung und Schwangerschaftsabbrüchen dazu angehalten, die germanische Kopfzahl zu erhöhen. Wie lassen sich Langzeitfolgen dieser Politik analysieren?
Christian
Fiala, Arzt, Museum für Verhütung und
Schwangerschafts- abbruch
Susanne
Krejsa, Journalistin, Museum für Verhütung und
Schwangerschaftsabbruch
In Kooperation mit Gedenkdienst
Montag,
15. Juni, 20.00
Bilder
der Krise – Krise der Bilder
kinoki
mikrokino #163
„Wir zahlen Eure Krise nicht!“ lautete das Motto des europaweiten Frühlingsspaziergangs gegen die scheinbar selbstverständliche Umverteilung von gesellschaftlichem Vermögen an das kriselnde Finanzsytem. Kontrolle und Regulierung der Finanzmärkte, Schließung von Steueroasen und staatliche Unterstützungen sollen die Rückkehr zum kapitalistischen Normalbetrieb gewährleisten. Doch dieser „Normalbetrieb“ erweist sich für die Mehrheit der Weltbevölkerung auch ohne Krise als unhaltbarer Ausnahmezustand. Können visuelle Strategien zum Verständnis komplexer ökonomischer Verhältnisse beitragen?
Moderation: Peter Grabher, kinoki
Donnerstag,
18. Juni, 19.00
Bildung-Kunst-Politik
Vortrag
und Respondenz
Politische Strategien in Kunst und Bildung der Moderne haben gemeinsam, dass sie sich – als Teil ihrer Freiheit – gegen die bestehenden Verhältnisse entscheiden und in den Dienst einer Sache stellen konnten. „Im Hinblick auf eine Veränderung der Gesellschaft“ ergibt sich also eine politische und theoretische Schnittstelle von Kunst und Bildung. Wie kann eine zeitgenössische Kunstvermittlung gedacht werden, der es um eine Sache geht, für die es sich zu entscheiden gilt, ohne bereits vorwegnehmen zu können, was diese genau ist?
Nora
Sternfeld, Kunstvermittlerin und Kuratorin, schnittpunkt
Respondenz:
Ingo Lauggas, Kulturwissenschafter
In Kooperation mit dem Verband Österreichischer Volkshochschulen
Freitag,
19. Juni, 19.00
Sammeln
– eine Kunst
Gespräch
Private Sammlungen genießen immer öfter das öffentliche Inter esse und mediale Aufmerksamkeit. So gilt die Sammlung der Generali Foundation in Wien etwa, als eine der weltweit stringentesten zu konzeptionellen Kunstpositionen. Auch die TBA 21, die insbesondere die Produktion neuer, künstlerischer Projekte unterstützt, bekommt internationale Beachtung. Haben diese privaten Initiativen mittlerweile die Vorbildfunktionen für die Positionierung öffentlicher Kunstsammlungen übernommen?
Sabine
Breitwieser, Kuratorin und Gründungsdirektorin der Generali
Foundation, Wien
Beatrix Ruf, Kuratorin Sammlung Ringier und
Direktorin Kunsthalle Zürich
Daniela Zyman, Chefkuratorin,
Thyssen-Bornemisza Art Contemporary, Wien
Moderation: Sabeth
Buchmann, Kunsttheoretikerin und -kritikerin, Professorin an der
Akademie der bildenden Künste, Wien
Eine Veranstaltung von die Galerien
Montag,
22. Juni , 19.00
Ökonomische
Entwicklung und Krieg im Irak
Vortrag und Diskussion
Die
wirtschaftliche Entwicklung des Irak, beeinflusst durch die Folgen
des Baathismus, des Embargos der 1990er-Jahre und der politischen
Instabilität nach 2003, steht selten im Mittelpunkt der
Aufmerksamkeit. Der irakische Ökonom Kadhim Habib widmet sich
den Fragen der politischen Ökonomie des Irak unter Auslotung der
Möglichkeiten und Grenzen eines wirtschaftlichen Wiederaufbaus
unter den gegebenen Rahmenbedingungen.
Kadhim Habib, Ökonom, Verein für angewandte
Konfliktforschung e. V. , Berlin
Moderation:
Thomas Schmidinger, LeEZA - Liga für emanzipatorische
Entwicklungszusammenarbeit
In
Kooperation mit LeEZA
und bayt al-Iraq - Irakisches Haus
Mittwoch,
24. Juni, 19.00
Gangster
Girls
Let's
talk about... SCRIPTS!
Im einzigen österreichischen Frauengefängnis Schwarzau teilen Drogenkurierinnen, Räuberinnen und Betrügerinnen Zellen und Liebessehnsucht, Wuzeltabak und Duschgel. Sie träumen von ihren fernen Kindern oder von einem der jugendlichen Häftlinge aus der Justizanstalt für männliche Jugendliche Gerasdorf, die einmal in der Woche zu einem koedukativen Theaterworkshop ins Frauengefängnis gebracht werden. Was brachte sie hinter Gitter und was macht das Gefängnis mit ihnen? Die Antworten, die die jungen Frauen improvisierend auf der Bühne präsentieren, sind oft ganz andere, als diejenigen, die sie in intensiven Interview-Tableaus geben. So entsteht ein vielschichtiges, von den Gefangenen selbst gezeichnetes Bild des sozialen Raumes Gefängnis.
Tina Leisch, Regisseurin, im Gepräch mit Constantin Wulff
Gangster Girls (A 2008) Regie: Tina Leisch , Produktion: Ursula Wolschlager
Eine
Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at
und Depot
Donnerstag,
25. Juni, 19.00
Ozeanien.
Geschichte und Gesellschaft
Buchpräsentation
Ozeanien
ist spätestens seit der Klimadebatte in den Mittelpunkt der
allgemeinen Aufmerksamkeit gerückt. Das Verschwinden ganzer
Inselstaaten droht, nachdem ein weltweiter Anstieg des Meersspiegels
immer wahrscheinlicher wird. Dies verursacht bereits jetzt in den
insularen Gesellschaften soziale und politische Verwerfungen. Mittels
eines multiperspektivischen Zugangs werden Ursachen gegenwärtiger
Probleme, die fragile politische Situation nach Umsturzversuchen in
manchen melanesischen Staaten sowie die Perspektiven der Kleinstaaten
im regionalen Verbund untersucht.
Hermann
Mückler , Institut für Kultur- und Sozialanthropologie,
Universität Wien
Ingfrid Schütz-Müller, Institut
für Politologie, Universität Wien
Moderation: Hannes
Hofbauer, Promedia Verlag
Mückler/Ortmayr/Werber (Hg): Ozeanien. 18. bis 20. Jahrhundert. Geschichte und Gesellschaft. Wien, Promedia 2009
Montag, 29.
Juni, 19.00
KLEINE FISCHE
Let's
talk about... SCRIPTS!
Im
globalisierten Warenverkehr ist ein kleiner Fischladen keine gute
Anlage für die Hoffnungen und Mühen der ungleichen Brüder
Kurt und Martin - aber eine Chance, ihre Beziehung auf eine neue
Basis zu stellen.
„Kleine
Fische“
erzählt die Geschichte der grundverschiedenen Brüder:
Zögerlicher Nesthocker der eine, rebellischer Ausreißer
der andere, reiben sie sich im Streit um den kleinen Fischladen im
Familienbesitz. Martin will das Geschäft zu einem modernen,
ökologisch bedachten Unternehmen umformen, engagiert sich in der
Globalisierungskritik - nicht zuletzt, um damit der Studentin Karin
zu imponieren. Sein Bruder Kurt findet an den Weltverbesserungsideen
wenig Interesse, umso mehr aber an Karin.
Marco Antoniazzi, Regisseur und Drehbuchautor und Gregor Stadlober, Drehbuchautor im Gepräch mit Robert Buchschwenter, Drehbuchforum
„Kleine Fische“ (A 2009), Regie: Marco Antoniazzi, Drehbuch: Marco Antoniazzi, Gregor Stadlober, Novotny & Novotny Filmproduktion
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien und DepotDienstag,
30. Juni, 19.00
Umelec
– Kunstszene Wien / Österreich
Zeitschriftenpräsentation
In der aktuellen Ausgabe von Ume¢ lec, einer internationalen Zeitschrift für zeitgenössische Kunst, werfen heimische wie internationale Kunst- und Kulturschaffende einen Blick auf österreichische Kulturpolitik, die Kunstszene und ihre AgentInnen. Darüber hinaus versammelt die Ausgabe Artikel zum hiesigen Kunstmarkt und widmet sich unter anderem der Kunst im öffentlichen Raum und dem Aktivismus. Die Kunstzeitschrift Ume¢ lec erscheint in vier Sprachen und veröffentlicht regelmäßig Ausgaben mit Länderschwerpunkten, die sich mit dem jeweiligen Kunstgeschehen und seinen AkteurInnen auseinander setzen.
Alena
Boika, Chefredakteurin Ume¢ lec Prag
Herwig
G. Höller, Journalist, springerin, Wien
Michaela
Konrad, Künstlerin, Wien
Elisabeth
Mayerhofer, FOKUS
Bert
Podkowa, Redaktuer Ume¢ lec Berlin
Ursula
Maria Probst, Kuratorin und Kunstkritikerin, Wien
Umelec – Zeitschrift für zeitgenössische Kunst und Kultur – Prag – Berlin – London
Veranstaltung in englischer Sprache
Mittwoch, 7. Oktober, 19.00
„Was damals Recht war …“
kinokis mikrokino #164
Joža
Kuhar, ein Kärntner Slowene, erhält für seine „Tapferkeit“ an der Front
drei Wochen Urlaub. Auf seiner Heimreise wird er Zeuge des brutalen
Umgangs fanatischer Nazis mit einer slowenischen Bäuerin. Zurück in
seinem Dorf muss er erfahren, dass seine Familie vertrieben wurde und
fremde Menschen in seinem Elternhaus wohnen. Um nicht länger für Hitler
kämpfen zu müssen, desertiert er und schließt sich der
Partisanenbewegung an. Der Film Vrnitev / Die Rückkehr
entrollt ein Panorama des Kärntner Deutschnationalismus von der
Zwischenkriegszeit über die Zeit des Nationalsozialismus bis in die
Gegenwart.
Anschließend Gespräch mit:
Elena Messner, Literaturwissenschaftlerin
Peter Pirker, Verein Personenkomitee Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz
Moderation: Tina Leisch, Film-, Text- und Theaterarbeiterin, kinoki
Vrnitev / Die Rückkehr (SLO 1976), Regie: Anton Tomašic, Buch: Janko Messner, 59 Min., slowenisch / deutsch
1977
erhielt der Film auf dem Filmfestival „Das goldene Prag / Zlata Praha“
den Preis für das beste Drehbuch. Der Drehbuchautor, der Kärntner
Slowene Janko Messner, er wurde 1945 von der SS schwer verletzt, gab
aus Protest darüber, dass der ORF trotz mehrmaliger Ersuchen
zahlreicher Organisationen und Kulturschaffender bis heute den Film
nicht österreichweit ausgestrahlt hat, 2006 das Ehrenkreuz der Republik
Österreich zurück.
In Kooperation mit der Ausstellung „Was damals Recht war …“ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht im Theater Nestroyhof Hamakom vom 1. September bis 15. Oktober 2009
Freitag, 9. Oktober, 19.00
Nollywood! – Nigerianisches Filmschaffen
Vortrag
Wer
weiß, dass Nigeria die drittgrößte Video- und Filmindustrie der Welt
aufweist, und dass sie wahrscheinlich die zweitgrößte Industrie in
Nigeria gleich nach der Erdölförderung ist? Nollywood – so der Name des
nigerianischen Pendents zu Holly- und Bollywood – stellt durch seine
Vielfalt, sowohl der Erzählweisen als auch der Themen und durch die
teilweise
mangelnde technische Qualität europäische Sehgewohnheiten
auf eine harte Probe. Der außergewöhnliche Erfolg dieser Produktionen,
die ohne jegliche Filmförderung entstehen, liefert auch auf der
theoretischen Ebene eine Herausforderung an gewohnte Positionen
bezüglich der sogenannten „Dritten Welt“.
Julien Enoka Ayemba, Filmwissenschaftler und Kritiker, Berlin
Martin Goessler, freischaffender Filmemacher, Diplomand, Institut für
Kultur- und Sozialanthropologie, Universität Wien
Eine Veranstaltung im Rahmen von About Africa – Afrika im Film.Filmhaus Kino, 14. bis 21. Oktober 2009
Montag, 12. Oktober, 19.00
Nature Morte
Buchbesprechung
Wie
kann eine künstlerische Arbeit dokumentiert werden, ohne dass diese
dabei reproduziert wird? Die fotografische Dokumentation Nature Morte
versucht, ausgehend von diesem Gedanken, Details aus künstlerischen
Archiven als Stillleben zu inszenieren, über das eigentlich
Künstlerische aber nichts zu verraten. Das Archiv selbst ist
künstlerische Arbeit.
Florian Bettel, Kulturwissenschaftler
Gabriele Jurjevec-Koller, Direktorin, Bibliothek der Universität für angewandte Kunst
Tatia Skhirtladze, Künstlerin
Jessica Beebone, Florian Bettel (Hg): Tatia Skhirtladze, Nature Morte. Dutch Art Institute: 2009
Dienstag,
13.Oktober, 19.30
Abschiebepraxis
in Österreich
Vortrag
und Diskussion
Schubhaft ist die einzige Haft die ohne eine vorausgegangene Straftat verhängt wird. Die sogenannten Schubhäftlinge müssen für jeden Tag ihrer Freiheitsberaubung bezahlen. Was sich hinter den verschlossenen Türen der Schubhaft abspielt, ist den meisten unbekannt, denn der Zugang zu Informationen sowie auch der Zutritt zu den Polizeianhaltezentren sind eingeschränkt. Wie lange kann jemand für seinen illegalen Aufenthalt eingesperrt werden? Wie sieht der Alltag in der Schubhaft aus und wie geht eine Abschiebung vor sich? Warum riskieren immer wieder Schubhäftlinge ihr Leben durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme?
Lukas
Gahleitner, noborder
Verena Roschger, noborder
Eine
Veranstaltung von noborder in Kooperation mit der Deserteurs- und
Flüchtlingsberatung
Mittwoch, 14. Oktober, 19.00
Die paradoxe Deutschlandpolitik Salazars
Vortrag
Von 1932 bis 1968 stand António de Oliveira Salazar an der Spitze der Militärjunta in Portugal. Um sich vom traditionellen Bündnispartner Großbritannien zu lösen, näherte sich das Regime ab Mitte der 1930er dem Dritten Reich an, ohne gänzlich mit Großbritannien zu brechen. Das letzte Kapitel dieses außenpolitischen Drahtseilaktes bildete die stillschweigende Unterstützung portugiesischer Behörden, als sich die SS während der Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Ungarns den Manfred-Weiss-Konzern aneignete, im Gegenzug aber die Familie der jüdischen EigentümerInnen ins neutrale Portugal ausreisen ließ.
António Louçã, Historiker, Lissabon
In Kooperation mit dem Gedenkdienst im Rahmen der Präsentation der aktuellen Ausgabe der Theresienstädter Studien und Dokumente – TSD – durch die Mitherausgeberin Anna Hájková
Montag, 19. Oktober, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Filmvorführung und Gespräch
Mit ihrem Forschungsprojekt Gehörlose ÖsterreicherInnen im Nationalsozialismus
hat sich Verena Krausneker u. a. mit der Frage beschäftigt, wie heute
gehörlose Jugendliche vor dem rechten Rand bewahrt werden können.
Anhand des Beispiels einer Sprache, die nicht der Norm entspricht, von
vielen nicht einmal als eigene Sprache wahrgenommen wird, wird
ergründet, welche sprachlichen Strategien gegen den Rechtsruck
entwickelt werden können und müssen.
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Verena Krausneker, Sprachwissenschaftlerin
Gerhörlose
Österreicherinnen und Österreicher im Nationalsozialismus. 8 Kurzfilme
in Österreichischer Gebärdensprache mit deutschen
Untertiteln. Verena Krausneker und Katharina Schalber. Erzählerin: Astrid Weidinger. Gesamtlänge 220 Min., A 2009
Die Veranstaltung wird in Gebärdensprache gedolmetscht.
In Kooperation mit dem Bündnis gegen den Rechtsruck
Dienstag, 20. Oktober, 19.00
Wer macht Bezirkskultur?
Auftakt zur IGKW-Reihe „Kultur?“
Auf
Stadt- und Bezirksebene versucht die IG Kultur Wien, die Schaffung und
den Erhalt von Freiräumen für unabhängige Kulturarbeit zu ermöglichen.
Auch das Wiener Volksbildungswerk will sich unter dem Namen Basis.Kultur.Wien verstärkt der Basiskulturarbeit widmen, ebenso die Wiener Bezirksfestwochen, die als Wir sind Wien – Festival der Bezirke
einen neuen Anstrich erhielten. Zusätzlich sind die Bezirksvorstehungen
für die Vergabe von Fördermitteln für Bezirkskultur maßgeblich
verantwortlich.Welche Konzepte werden auf Bezirksebene verfolgt?
Martin Just, Obmann, IG Kultur Wien
Florian Maute, Kulturkommissionsvorsitzender-Stellvertreter und Kultursprecher, ÖVP Josefstadt
Madeleine Reiser, Kulturkommissionsvorsitzende und Bezirksvorsteher-Stellvertreterin, Die Grünen Neubau
Inge Zankl, Gemeinderätin, stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Wissenschaft, SPÖ
Anita Zemlyak, Geschäftsführende Generalsekretärin, Basis.Kultur.Wien
In Kooperation mit der IG Kultur Wien
Mittwoch, 21. Oktober, 19.00
Filme der Spanischen Republik
kinokis mikrokino #165
Die erste Reportage über den spanischen Bürgerkrieg Reportaje del Movimiento Revolucionario en Barcelona wurde 1936 gedreht. Im selben Jahr entstanden, zeigen Bajo el signo libertario das Leben in einem Dorf nach der Verstaatlichung der Landwirtschaft und La defensa de Madrid
die letzten Tage der Belagerung von Madrid. Die Bebilderung des Kampfes
um Spanien aus faschistischer Sicht illustriert ein Ausschnitt aus
Helden in Spanien, eine filmischen Co-Produktion der Franquisten mit
Nazi-Deutsch land, gedreht 1938/39. Alain Resnais’ und Robert Hessens
Filmessay Guernica aus dem
Jahr 1950 meditiert, ausgehend vom gleichnamigen Bild Picassos, über
das Verhältnis von künstlerischer Arbeit und Geschichte.
Anschließend Gespräch mit:
Josef Eisenbauer, Freiwilliger im spanischen Bürgerkrieg
Thomas Tode, Filmemacher und -historiker, Hamburg
Freitag 23. Oktober, 19.00
Wie sind die extremen Rechten zu stoppen?
Diskussion
Die
Beispiele Ungarns und Italiens zeigen, wie unmittelbar die Bedrohung
durch Rechte und rechtsextreme Parteien in Europa ist. Auch in
Österreich sehen sich AntifaschistInnen mit der dringlichen Aufgabe
konfrontiert, den Aufstieg der extremen Rechten aufzuhalten und
effektive Gegenstrategien zu entwickeln.
Alex Callinicos, Kings College, London
Matija Medenica, sozialistischer Aktivist, Belgrad
Manfred Ecker, Linkswende, Wien
Eine Veranstaltung der Linkswende zur Eröffnung des Kongresses „Marx is muss“
Dienstag, 27. Oktober, 19.00
Das weiße Band
Let’s talk about … Scripts!
Ein Dorf im protestantischen Norden Deutschlands am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Erzählt wird die Geschichte des vom Dorflehrer geleiteten Schul- und Kirchenchors, seiner kindlichen und jugendlichen Sänger und deren Familien: Gutsherr, Pfarrer, Gutsverwalter, Hebamme, Arzt, Bauern. Seltsame Unfälle passieren und nehmen nach und nach den Charakter ritueller Bestrafungen an.
Stefan
Grissemann, Filmkritiker, Kulturresortleiter, profil
Michael
Haneke, Regisseur und Autor, Das
weiße Band (D/F/AT/I
2009)
Gesprächsreihe
mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von
drehbuchFORUM Wien
Mittwoch, 28. Oktober, 19.00
Das ABC des Kinos
Buchpräsentation
Das Buchprojekt Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien von Winfried Pauleit enthält ein Theoriehörbuch auf CD und zehn künstlerisch gestaltete Hefte, die in zehn Schritten die theoretischen Grundlagen des Kinos darlegen. Hier treffen sich Gedanken zur Post-Kinematografie, zu Kracauers Fotografie- Aufsatz, zu Kino und Schule, zu Cyborgs und Kino, zur Film-
und Theoriearbeit von Laura Mulvey und Peter Wollen, zu Tom Tykwer Geschichtsarbeit und zum Motiv des Kartenspiels.
Michael Loebenstein, Autor, Filmhistoriker, Filmmuseum Wien
Winfried Pauleit, Kunst-und Kulturwissenschafter, Universität Bremen
Moderation: Marc Ries, Medien- und Kulturtheoretiker, Wien
Winfried Pauleit (Hg): Das ABC des Kinos. Foto, Film, Neue Medien. 10 Hefte. Frankfurt: Stroemfeld Verlag 2008
Donnerstag 29. Oktober, 19.00
Soziokultur: Ein Konzept im Wandel
Vortrag
Seit den 70er Jahren steht Soziokultur für eine gesellschaftspolitisch engagierte Kulturarbeit, die durch aktive Teilhabe von
BürgerInnen neue Zugänge zu Kunst und Kultur eröffnet. Sozio kultur knüpft an die Lebenswelt von Zielgruppen an, orientiert sich an Problemlagen in Stadtteilen oder Regionen, sucht produktive Verbindungen zwischen Kunst und Alltag. Wie hat sich das Konzept der Soziokultur in den letzten Jahrzehnten gewandelt, was kann über die Rahmenbedingungen,
Fördermodelle und aktuellen Herausforderungen und Zukunftsperspektiven für Soziokultur gesagt werden?
Bernd Wagner, Kulturpolitische Gesellschaft, Bonn
Respondenz: Wofgang Kellner, Ring Österreichischer Bildungswerke, Wien
In Kooperation mit der IG Kultur Österreich und dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst
Mittwoch, 4. November, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk ist eine Gesprächsreihe des Bündnisses gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Robert Menasse, Schriftsteller
Donnerstag,
5. November, 19.00
Gentrifizierung
durch künstlerische Interventionen?
Die
Kunst mit der Stadt, Teil 1
Zuerst
die Kunst, dann die Revitalisierung, dann die Verdrängung. Auf
dieser einfachen Formel beruht oftmals die Kritik an kunstinduzierten
Aufwertungsprozessen eines Stadtgebietes. Doch stimmt dieser Befund
auch im Detail? Wer profitiert wovon im Zuge städtischer
Aufwertungsprozesse, wer gestaltet sie und welche Rolle kommt der
Kultur- und Stadtentwicklungspolitik dabei zu?
Shams
Asadi, Stadtplanerin, Magistrat Wien -
Stadtentwicklung und Stadplanung
Sabine
Knierbein, TU Wien, Arbeitsbereich Stadtkultur und öffentlicher
Raum (SKuOR)
Wolfgang
Schneider, Künstler, Projekte im öffentlichen Raum
Johannes
Suitner, Studierender der Studienrichtung Raumplanung , TU Wien
Moderation:
Elisabeth Mayerhofer, FOKUS
Eine Veranstaltung von FOKUS- Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien in Kooperation mit dem Depot
Mittwoch, 11. November, 19.00
Holocausterinnerung in Ungarn
Vortrag
Ungarn
muss sich heute nicht nur mit der Beteiligung am Holocaust, sondern
gleich mit drei verschiedenen „rechtsdiktatorischen Vergangenheiten“
auseinandersetzen: mit der autoritär-konservativen Regierung unter
Miklós Horthy, den faschistischen Pfeilkreuzlern unter Ferenc Szálasi
und mit der Okkupation durch das Dritte Reich. Die nach 1945 begonnene
Auseindersetzung mit dem Holocaust wurde nach einer demokratischen
Übergangsphase von 1945 bis 1948 durch eine neuerliche
Diktaturerfahrung im Kommunismus gebrochen. Die Komplexität des Themas
schlägt sich heute in der Konkurrenz von Erinnerungen und miteinander
verwobenen Täter- und Opferdiskursen nieder. Anhand der beiden Museen
„Haus des Terrors“ und „Holocaust-Dokumentationszentrum“ wird aktuellen
Tendenzen in der ungarischen Debatte nachgegangen.
Regina Fritz, Historikerin, Wien/Budapest
In Kooperation mit dem Gedenkdienst
Über Geschlechterdemokratie hinaus
Buchpräsentation
Die Beiträge des Tagungsbandes Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy versuchen die pragmatisch sinnvolle, aber zugleich verwirrende Vagheit des Terminus „Geschlechterdemokratie“ im Sinne einer präziseren Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Demokratie, Geschlechterverhältnissen und Sexualitäten zu
überschreiten. Diese Auseinandersetzung geschieht sowohl auf begrifflich-theoretischer also auch auf empirisch-sozialwissenschaftlicher Ebene.
Hanna Hacker, Soziologin, Universität Wien
Utta Isop, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Kirstin Mertlitsch, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Alice Pechriggl, Genderforscherin, Philosophin, Universität Klagenfurt
Alice Pechriggl, Brigitte Hipfl, Utta Isop, Kirstin Mertlitsch (Hg): Über Geschlechterdemokratie hinaus – Beyond Gender Democracy.
Klagenfurt: Drava 2009
Mittwoch, 18. November, 19.00
Bolivien – Gespaltenene Gesellschaft?
kinokis mikrokino #166
Die Wiederwahl Evo Morales’, des ersten indigenen Präsidenten Lateinamerikas, scheint wahrscheinlich. Ob es seiner Regierung auch gelingen wird, die auseinanderstrebenden gesellschaftlichen, ökonomischen und politischen Kräfte zu integrieren, ist allerdings mehr als ungewiss. Die beiden Videos von Ismael Saavedra – in den 70er-Jahren Mitglied der Filmgruppe UKAMAU, inhaftiert und exiliert während der Militärdiktatur – erzählen vom Aufstieg der sozialen Bewegungen seit 2000. Sie gehen auch der Frage nach, welchen Beitrag die indigenen Traditionen Boliviens zur Überwindung des neoliberalen Gesellschaftsmodells heute leisten können.
Anschließend Gespräch mit:
Almut Schilling-Vacaflor, Soziologin, Universität Wien
Eva Simmler, Filmemacherin, Kunsthistorikerin, kinoki
Jiwasa (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 66 Min., OmeU
3000 (BOL 2008), Regie: Ismael Saavedra, 64 Min., OmeU
Donnerstag 19. November, 19.00
Kulturelle Bildung als gesellschaftliches Projekt
Vortrag und Respondenz
Kulturelle Bildung ist ein Eckpfeiler der allgemeinen Erwachsenenbildung. In den letzten Jahrzehnten gelang es, gesellschaftliche Herausforderungen wie Medienkompetenz, kulturelle Veränderung durch Migration und demografischen Wandel in den Aufgabenbereich kultureller Bildung aufzunehmen. Dennoch findet sie im bildungspolitischen Diskurs bislang wenig Berücksichtigung. Anhand ausgewählter Beispiele und Problemstellungen wird kulturelle Bildung als Entwicklungsfeld des lebenslangen Lernens und als Projekt für eine humanere Gesellschaft analysiert.
Richard Stang, Institut für Medienwissenschaft an der Hochschule der Medien, Stuttgart
Respondenz: Marion Thuswald, Akademie der bildenden Künste, Wien
In Kooperation mit dem Österreichischen Institut für Erwachsenenbildung
Freitag, 20. November, 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 1
Welche Konzepte, Bilder, Diskurse, Aktions- und Organisationsformen zur Befreiung haben sich historisch durchgesetzt, und was bedeutet dies in geschlechterkritischer Perspektive? An welche Entwürfe von Befreiung knüpfen Frauenbewegungen an? Inwieweit sind neoliberale Freiheitsversprechen nur „Theater“ mit vielen negativen Effekten „hinter der Bühne“? Und wo stehen wir – theoretisch und praktisch – im strittigen Feld des sexuellen Befreit-Seins?
Vortrag: Zum Verhältnis von Freiheit, Subjektivierung und Selbstpräkarisierung
Isabell Lorey, Politologin, Berlin/Wien
Moderation: Sabine Prokop, Verband feministischer
Wissenschafterinnen, Wien
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
Samstag, 21. November 11.00 – 19.00
Kein Theater mit der Freiheit
Symposium Teil 2
11.00 Panel: Un/Freiheiten in neoliberalen Verhältnissen
Impulsreferate: Luzenir Caixeta, Philosophin, feministische Theologin, Linz
Christine Klapeer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Birge Krondorfer, Philosophin, Wien
14.30 Panel: „Befreiungsbewegungen“ – historisch und gegenwärtig
Impulsreferate: Claudia Brunner, Politikwissenschaftlerin, Berlin/Wien
Irene Bandhauer-Schöffmann, Historikerin, Wien
Hanna Hacker, Soziologin, Historikerin, Wien
17.00 Plenardiskussion: „Sex“ und „Befreit-Sein“?
Kurzinputs: Andrea Braidt, Filmwissenschaftlerin, Wien
Barbara Eder, Medienwissenschaftlerin, Wien/Berlin
Gudrun Hauer, Politikwissenschaftlerin, Wien
Karin Rick, Schriftstellerin, Wien
Lila Tipp, Lesbenberatung, Wien
Moderationen: Nina Arzberger, Psychologin, Psychotherapeutin, Wien
Sabine Prokop, Kulturwissenschaftlerin, Wien
In Kooperation mit dem Verband feministischer Wissenschafterinnen
Montag 23. November, 19.00
Dschihadismus-Materialien
Vortrag und Respondenz
„Dschihadismus“ bezeichnet eine moderne transnationale Strömung, die ihre gewaltsamen Aktionen mit einem sehr spezifischen Islamverständnis legitimiert, das häufig auch gegen andere MuslimInnen gewendet wird. Dschihadistische Ideen werden oft mittels Videos via Internet propagiert. Diese Videos geben einen Einblick in die dschihadistische Welt. Einige dieser Videos werden in der Präsentation analysiert.
Rüdiger Lohlker, Islamwissenschaftler, Universität Wien
Respondenz: Gudrun Harrer, Der Standard
In Kooperation mit dem Facultas Verlag
Dienstag, 24. November 2009, 19.00
eine von 8
Let’s talk about … SCRIPTS!
Als Frederike endlich einen Termin bei ihrer Frauenärztin bekommt, lautet die Diagnose Brustkrebs. In Österreich erkrankt jede achte Frau an Brustkrebs. Jährlich werden ca. 5.000 neue Fälle diagnostiziert. Rund 1.700 Frauen verlieren den Kampf. Frederike beschließt, einen Film über sich und ihre Krankheit zu machen. Mit wem soll sie über die Krankheit reden? Was soll sie tun? Frederike ist Schauspielerin mit Engagement am Grazer Schauspielhaus. Gemeinsam mit Sabine Derflinger macht sie sich an die Umsetzung einer Dokumentation über ihre Krankheit.
Sabine
Derflinger, Regisseurin und Autorin, eine von 8 (AT 2008)
Constantin
Wulff, Filmschaffender, dok.at
Gesprächsreihe
mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von
drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit dok.at
Mittwoch, 25. November, 19.00
GO EAST ?
Diskussion
Nach dem Ende der Sowjetunion und der Öffnung der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten fallen in diesen Ländern
neben zahlreichen Aktivitäten einige Initiativen im Bereich der Bildenden Kunst wegen ihres qualitativen Anspruchs und der
zu erwartenden Nachaltigkeit besonders auf. Wie aber sehen die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten für diese engagierten
Projekte angesichts der aktuellen Wirschaftskrise aus? Setzt diese der positiven Tendenz ein Ende?
Jaroslaw Lubiak, Chefkurator des Muzeum Sztuki, Lodz
Maria Anna Potocka, Direktorin des Bunkier Sztuki, Krakau
Walter Seidl, Kurator der Kunstsammlung Erste Bank-Gruppe, Wien
Eine Veranstaltung von Die Galerien
Donnerstag 26. November, 19:00
Kritische Strategien im kulturellen Alltag
Buchpräsentationen und Diskussion
Alle
Macht der Vorstellungskraft? Im Laufe der vergangenen vierzig Jahre
ist Imagination als Grundlage für eine radikale Politik zu einem
Klischee geworden. Aber was genau ist radikale Imagination? Was
bedeutet es, die Macht der Vorstellungskraft aufzurufen, wenn es
scheint, dass sie durch die Macht des Spektakels schon die Macht
ergriffen hat? Bleibt noch ein subversives Potential?
Moderaion: Katharina Ludwig, Politikwissenschaftlerin und freie Journalistin
Stevphen
Shukaitis: Imaginal Machines: Autonomy & Self-Organization in
the Revolutions of Everyday Life. Minor Compositions 2009, an
imprint of Autonomedia
Konrad
Becker: Strategic Reality Dictionary: Deep Infopolitics and
Cultural Intelligence, Autonomedia 2009
Konrad
Becker, Jim Fleming (eds.): Critical Strategies in Art and Media:
Perspectives of New Cultural Practices, Various Authors, 2010
Veranstaltung
in englischer Sprache
Eine Veranstaltung von World-Information Institute in Kooperation mit dem Depot
Freitag, 27. November, 19.00Flatrate - eine neue Verteilungsgerechtigkeit?
Tatort Kulturpolitik #3
Die nachhaltige Veränderung von Kommunikationsstrukturen durch die technische Entwicklung des Internets wird für verschiedene Interessengruppen wirksam, darunter vor allem Content-ProduzentInnen, Content-VerwerterInnen und KonsumentInnen. Zum einen umgehen Konzerne immer öfter Verwertungsgesellschaften und UrheberInnenrechte, zum anderen ist die Verteilungsstruktur der Gelder durch die Verwertungsgesellschaften nach oben orientiert. Zugleich zeichnet sich aber auch ein Paradigmenwechsel ab. Für den Bereich des Content-Austausches im Netz wird schon seit einigen Jahren die Einführung einer Flatrate diskutiert. Wer profitiert von dieser? Welche Probleme und Komplikationen sind von vornherein erwartbar?
Silke von Lewinski, Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, München
Ursula Sedlaczek, Austro Mechana
Felix Stalder, Zürcher Hochschule der Künste, Zürich/ Institut für Neue Kulturtechnologien, Wien
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und kulturpolitische Studien - Fokus
In Kooperation mit dem Kulturrat Österreich
Montag, 30. November, 19.00
Comic.Film.Helden
Buchpräsentation und Diskussion
Die Erfolgswelle von Comicverfilmungen erzeugt auch immer mehr wissenschaftliches Interesse. Im neu erschienenen Sammelband Comic.Film.Helden analysieren heimische wie internationale Film- und MedienwissenschaftlerInnen verschiedenste HeldInnenkonzepte in aktuellen Hollywood-Adaptionen wie The Dark Knight, Watchmen, The Spirit, Sin City und Pseudo-Comicfilmen à la Hancock. Einen zweiten Schwerpunkt bilden verfilmte autobiographische Comics: Persepolis und American Splendor sowie Anime-Verfilmungen. Die inhaltliche Bandbreite der Beiträge liegt zwischen HeldInnenproblematik, Intermedialität, Ästhetik, Medientheorie und Gender.
Thomas Ballhausen, Film- und Literaturwissenschaftler
Barbara Eder, Queer-Theoretikerin und Medienwissenschaftlerin
Barbara Kainz, Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin
Günter Krenn, Film- und Medienwissenschaftler
Karin Krichmayr, Journalistin
Barbara Kainz (Hg.), Comic.Film.Helden. Heldenkonzepte und medienwissenschaftliche Analysen. Wien: Löcker 2009
Dienstag, 1. Dezember, 20.00
Der Wald vor lauter Bäumen: Himmel oder Hölle
Film & Theorie, Teil 1
Eine Kindheit im Burgenland. Das Kino des Vaters. Die
Metzgerei des einen, das Wirtshaus des anderen Onkels. Die Konfrontation mit
den beiden wichtigsten Tabus: Sex und Tod. Indianerspiel auf Wald und Wiese,
Dachboden oder Keller. Das herausragende Spielfilmdebut von Wolfgang
Murnberger.
Joachim Schätz, Film- und Kulturwissenschaft, Filmjournalist
Der Film Himmel oder Hölle wird
am 1.12. im Filmhaus am Spittelberg, Spittelberggasse 3, 1070 Wien, um
18.00 Uhr gezeigt.
R: Wolfgang Murnberger, D: Adi Murnberger, Fabian Weidinger, Johannes Habeler, Lukas Habeler, Österreich 1990, 74 min
Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick
Mittwoch, 2. Dezember, 19.00
BackTalk – Strategien gegen Rechts
Gespräch
BackTalk ist eine Gesprächsreihe vom Bündnis gegen den Rechtsruck – einer offenen Plattform für Menschen, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie Rassismus, Ausgrenzung, Diskriminierung und Verrohung in Politik und Gesellschaft immer mehr um sich greifen und zur ökonomischen Notwendigkeit erklärt werden.
Isolde Charim, Philosophin
Hikmet Kayahan, Bündnis gegen den Rechtsruck
Donnerstag, 3. Dezember, 19.00
LA PIVELLINA
Let’s talk about … SCRIPTS!
La Pivellina ist ein mit LaiendarstellerInnen realisierter Film, der von Vorurteilen und Courage erzählt. Im Winter steht Patrizias und Walters Wanderzirkus still und ihr Wohnmobil fix auf einem abgeschotteten Terrain am Stadtrand von Rom. Auf einem kurzen Rundgang entdeckt Patrizia ein zweijähriges Mädchen, allein gelassen am Kinderspielplatz und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam mit ihrem Mann und dem 14-jährigen Nachbarjungen Tairo schafft sie der kleinen Asia ein zu Hause auf Zeit, einen winzigen und fragilen Raum der Geschütztheit in einer Randzone der Stadt sowie der italienischen Gesellschaft.
Tizza
Covi, Regisseurin und Autorin, LA PIVELLINA (AT/I
2009)
Rainer
Frimmel, Regisseur und Produzent, LA
PIVELLINA (AT/I
2009)
Robert
Buchschwenter, drehbuchFORUM
Gesprächsreihe mit DrehbuchautorInnen und AutorenfilmerInnen von drehbuchFORUM Wien
Freitag,
4.Dezember, 19.00
#unsereuni
- #unibrennt
Präsentation
und Diskussion
Berichte
über die Studierendenproteste dringen bislang nur über das
Internet nach Außen. Nun erzählen Studierende und
Lehrende auch außerhalb der besetzten Universitäten aus
dem Zentrum der Proteste und beantworten Fragen für jene, die
sich ein genaueres Bild abseits der Medienberichterstattung machen
wollen: Wie und warum haben die Proteste begonnen, wer sind die
ProtagonistInnen, wie organisiert sich der Protest tatsächlich
vor Ort, was sind die Aussichten für den mittlerweile
internationalen Protest?
BesetzerInnen und solidarische Lehrende der Universität
Mittwoch, 9. Dezember, 19.00
NachRichten aus der Vergangenheit?
Vortrag und Diskussion
Zum Gedenkjahr 2008 startete in Österreich das Projekt Nach- Richten,
dessen Ziel es war, das publizistische Umfeld, mit dem die Menschen im
Dritten Reich konfrontiert waren, zu vermitteln und kritisch zu
hinterfragen. Während in Österreich das Projekt keine größere
Diskussion auslöste, sorgte das für Deutschland geplante Modell der
HerausgeberInnen 2009 für
einen veritablen öffentlichen Skandal. Mit
Verweis auf das Urheberrecht ließ der Freistaat Bayern Teile einer
Nummer beschlagnahmen. Es folgte eine hitzige Diskussion, ob das
Projekt NS-Propaganda verbreite und ob Missbrauchsgefahr bestehe.
Fritz Hausjell, Kommunikationswissenschaftler, wissenschaftlicher Leiter NachRichten
Sandra Paweronschitz, Chefredakteurin NachRichten
Freitag, 11. Dezember, 20.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 2
Tristana,
angesiedelt in der Ödnis einer Provinzstadt nach der Jahrhundertwende,
erzählt von der Rache eines schönen, einbeinigen Mündels an seinem
Vormund, der es zu seiner Frau gemacht hat. Und dann der Umschlag der
Rollen, die Umkehr der Macht. Doppelte Perversion, doppeltes Scheitern.
Jeder der erotischen Widersacher ist gleichsam Teil von Buñuels Alter
Ego. Dennoch werden Moral und Sympathie, Sinn und Katharsis der
Tragödie auf Distanz gehalten. Nichts, das Buñuel mehr verachtet als
Verständlichkeit. Unüberbrückbare Kälte des Blicks, dessen Ziel es ist,
das Rätsel der Welt und der Menschen als Rätsel offen zu halten.
Günter Schwaiger, Produzent und Regisseur
Der Film Tristana wir am 11.Dezember im Kino im Filmhaus am Spittelberg um 18.00 Uhr gezeigt.
R: Luis Bunuel, D: Catherine Deneuve, Fernando Rey, Franco Nero; Spanien/Italien/ Frankreich 1969/70, 98 min
Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick
Montag, 14. Dezember, 19.00
Der Wald vor lauter Bäumen
Film & Theorie, Teil 3, Resumee
Mit
der Sicht des Films auf das Land, mit der Wahrnehmung eines städtischen
Auges, dem Blick aus der Distanz oder direkt aus seiner Mitte der
Provinz setzte sich die Reihe Film & Theorie
von Lichtblick auseinander. Der Film als Produkt und Spiegelbild seiner
geographischen Herkunft wie das spezifisch Österreichische standen
dabei im Mittelpunk der Betrachtung.
Leitung: Robert Buchschwenter, Dramaturg
Informationen zu den Vorführungen im Filmhaus Kino am Spittelberg und zu den Vorträgen: www.lichtblick.action.at
Eine Veranstaltungsreihe von LichtBlick
Dienstag, 15. Dezember, 19.00
Wer vertritt Basiskultur?
IGKW-Reihe „Kultur?“
Das
Spektrum der Auffassungen von „VertreterInnen der Basiskultur“ über
Basisarbeit ist breit gefächert. Bereits am Begriff „vertreten“
scheiden sich die Geister. Lässt sich Basiskultur vertreten? Und wenn
ja, wer vertritt sie? Was ist unter Basiskultur zu verstehen, worin
unterscheiden sich die Positionen, welche konsensualen Standpunkte von
KulturarbeiterInnen gibt es?
Günther Friesinger, IG Kultur Wien
Sabine Kock, Kulturrat Österreich
Gerhard Ruiss, IG Autorinnen Autoren
Barbara Zenz, Ex-„Movimento“ und Projekt Eiskeller
Moderation: Hikmet Kayahan
In Kooperation mit der IG Kultur Wien
Mittwoch, 16. Dezember, 19.00
Antworten auf Nichts
kinokis mikrokino #167
Abseits von Rain Man war und ist Autismus Gegenstand filmischer Arbeit: Kinofilme wie Sandrine Bonnaires Elle s'appelle Sabine,
Dokumentationen zur psychosozialen Situation und Unterbringung,
Lehrvideos zur verhaltenstherapeutischen Behandlung bis hin zu
Fundraising- und Awareness-Videos amerikanischer Autism-NGOs geben
Einblick in jene Mittel, durch welche die Angst, Verzweiflung und
Fremdheit des Autismus konfrontiert, rationalisiert und verwertbar
gemacht werden soll. Anhand von Ausschnitten aus diesem Material und
durch das Screening des Spielfilms Sommer
von Philip Gröning wird ein Eindruck davon vermittelt, welche Kräfte
und Widerstände im Autismus am Werk sind, und was das mit den
gegenwärtigen sozialen Verhältnissen zu tun hat.
Roman Widholm, Philosoph und Betreuer von Menschen mit Autismus in Wien und Niederösterreich
Sommer (D 1986), Regie: Philip Gröning, 105 Min., DVD
Donnerstag,
17. Dezember, 19.00
Ästhetische
Erziehung: geben, nehmen oder müssen?
Vortrag
und Respondenz
Ästhetische
Erziehung, spielerisches Lernen und Konzepte einer zwischen
Sinnlichkeit und Sinn, Aktivität und Passivität
angesiedelten Kreativität verzeichnen seit Schillers „Briefen
über die ästhetische Erziehung des Menschen“ eine
wechselvolle Karriere. Es
stellt sich die Frage, ob diese Einschätzung des Ästhetischen
im Zeitalter der Kreativindustrie naiv-affirmativ ist oder gar einen
utopischen Stachel birgt.
Ruth
Sonderegger, Akademie der bildenden Künste Wien
Pespondenz: Günay
Özali, Pädagoginn
In Kooperation mit der Reihe Jour fixe Bildungstheorie, IWK
Montag, 21. Dezember, 19.00
Topologie
Buchpräsentation
„Topologie“ ist bekanntlich die Bezeichnung einer seit langem hoch spezialisierten mathematischen Disziplin. Doch ist davon auch in einem weiten Feld kultureller Produktion die Rede. Es gilt also, nach den Wegen und Umwegen zu fragen, auf denen topologische Begriffe, Verfahren und Denkfiguren in Kunst, Literatur, Psychologie und Philosophie rezipiert und umgeprägt
wurden.
Richard Heinrich, Philosoph, Universität Wien
Wolfram Pichler, Kunsthistoriker, Universität Wien
Ralph Ubl, Kunsthistoriker, University of Chicago
Juliane Vogel, Germanistin, Universität Konstanz
Barbara Wittmann, Kunsthistorikerin, Max-Planck-Institut für
Wissenschaftsgeschichte, Berlin


