Dienstag, 8. Jänner, 19.00
Bildpolitik
ohne Opfer
Vortrag und
ZARA:Talk
Der Künstler und Historiker Ken Gonzales-Day – seine Bilder
waren Anfang des Jahres im Rahmen der Sammelausstellung Exil des
Imaginären. Politik Ästhetik Liebe in der Generali Foundation
Wien zu sehen – beschäftigte sich mit den Lynchmorden in
Kalifornien in der Zeit von 1850 bis 1935. Über die Frage einer
angemessenen Repräsentation dieser Geschichte
hat er eine besondere Art entwickelt, mit der Abbildung von Opfern
rassistischer Gewalt umzugehen. Die grundsätzliche
Problematik von bildlicher Darstellung im Zusammenhang mit Rassismus
und Diskriminierung steht zur Diskussion.
Jens Kastner, Kunsthistoriker und Soziologe
Sonja Fercher, derstandard.at
In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit.
www.zara.or.at
Mittwoch, 9.
Jänner, 19.00
Ausgeblendet
Podiumsdiskussion
Kunst- und Kulturproduktion während der NS Zeit ist kaumThema
öffentlicher Diskussionen. Was bedeutet es, eine sich über
Jahre hinstreckende Periode der Kunstproduktion aus der
kunsthistorischen Darstellung des 20. Jahrhunderts auszublenden? Anders
als in anderen Sparten, scheint sich in dieser Disziplin eine
Verdrängungstaktik bemerkbar zu machen. Wie soll mit Kunst unterm
Hakenkreuz umgegangen werden?
Elke Frietsch, Kunsthistorikerin, Institut für
Kunstgeschichte, Universität Wien
Susanne Rolinek, Museologin, Museum der Moderne Salzburg
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin
Moderation: Birgit Kirchmayr, Zeithistorikerin, Institut für
Neuere Geschichte, Universität Linz
Montag, 14.
Jänner, 19.00
Zwischen
Turbo-Kapitalismus und kritischer Kunstpraxis
Vortrag und
Kommentar
China boomt. In der Folge des so genannten
„Turbo-Kapitalismus“ haben chinesische KünstlerInnen
mit ihren Arbeiten nicht nur Höchstpreise erzielt, sondern auch
kritische Kunstpraxen entwickelt, die das China-Image, welches
Großausstellungen auf der ganzen Welt generieren, hinterfragen.
Doch auch die
kritische Kunstproduktion wird im Westen innerhalb eines
bestimmten China-Bildes rezipiert. So die Kritik des Künstlers Dan
S. Wang aus Chicago, der neue Modelle der Präsentation und
Auseinandersetzung mit der kritischen Kunstszene fordert.
Dan S. Wang, Künstler, Chicago
Kommentare:
Edelbert Köb, Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien
Peter Pakesch, Landesmuseum Joanneum, Kunsthaus Graz
Veranstaltung in englischer Sprache.
Dienstag, 15.
Jänner, 19.00
Der
produzierte Geist
Vortrag
Der Vortrag versucht zwei Fragen, die das Feld der aktuellen
Auseinandersetzungen um geistiges Eigentum bestimmen, zu beantworten.
Zum einen: Ist geistiges Eigentum überhaupt möglich, d.h.
lässt sich eine im Umgang mit Dingen entwickelte soziale Praxis
wie Eigentum überhaupt anders als bloß metaphorisch
auf die Ergebnisse geistiger Tätigkeit übertragen?
Und zum anderen: Ist geistiges Eigentum eine notwendige Konsequenz der
ökonomischen Entwicklung in der Gegenwart?
Christian Schmidt, Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig
In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst.
Donnerstag,
17. Jänner, 21.15
Die Familie
mit dem umgekehrten Düsenantrieb
Film und
Theorie
Die Familie mit dem umgekehrten Düsenantrieb von ISHII Sógo
ist die In-Frage-Stellung typischer Familienwerte anhand einer
japanischen Durchschnittsfamilie. Der „umgekehrte
Düsenantrieb“ der Familie Kobayashi nährt sich vor
allem aus den
fehlgeleiteten Energien des Vaters. Er ist einer von den Millionen
Büroangestellten in Tokyo, der aus Motivationsgründen seiner
Familie ein neues Häuschen kauft; alle sollen aus der neuen
Umgebung neue Kraft schöpfen und die Familie wieder als Ruhepol
für die harten Anforderungen der japanischen Alltags sehen. Bis
eines Tages der Großvater auftaucht.
Claudia Siefen, Filmkritikerin
Die Familie
mit dem umgekehrten Düsenantrieb (Japan 1984), Regie:
ISHII Sógo, wird um 19.15 Uhr im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien
gezeigt.
Montag, 21.
Jänner, 19.00
Bildung und
Glück
Mit dem Titel „Bildung und Glück“ wird ein Thema
angeschnitten, das über ein rein sozialpolitisches
Verständnis von Bildung als gerechter Verteilung eines wichtigen
gesellschaftlichen Guts hinausgeht. Es fragt auch weiter als nur
danach, ob eine bestimmte Ausbildung das Ergreifen eines späteren
Berufs erleichtert oder nicht. Im Anschluss an die antike Philosophie
soll der Frage nachgegangen werden, ob „Bildung“ nicht jene
Größe ist, die die notwendige Bedingung eines guten und
– gegebenenfalls – auch eines geglückten Lebens sein
kann. Ist Wissen Macht, oder kann man über Wilhelm Liebknechts
berühmtes Diktum hinaus sagen, dass Bildung auch Glück ist?
Vortrag:
Micha Brumlik, Universität Frankfurt am Main
Kommentar:
Wolfgang Kellner, Ring Österreichischer Bildungswerke
In Kooperation mit dem IWK – Institut für Wissenschaft und Kunst.
http://www.univie.ac.at/iwk/
Mittwoch, 23. Jänner, 19.00
Gott und
Vaterland
Kommentierte
Wochenschau
2008 wird in Österreich als Anlass genommen, an den Beginn der
faschistischen Diktatur zu erinnern. Dabei wird oft
vergessen oder verschwiegen, dass die faschistischen Wurzeln hier schon
viele Jahre zuvor ihren Nährboden gefunden
hatten, das Parlament bereits 1933 außer
Kraft gesetzt wurde und die Regierung die Aussetzung aller Wahlen auf
Bundes-, Landes- und Gemeindeebene verordnete. Ausschnitte aus der
Wochenschau des Jahres 1933 dokumentieren die propagandistische
Selbstdarstellung des austrofaschistischen Ständestaates.
Michael Achenbach, Filmarchiv Austria
Thomas Ballhausen, Filmarchiv Austria
Österreich
in Bild und Ton, 1933/34, Wochenschau des
austrofaschistischen Ständestaates
In Kooperation mit dem Filmarchiv Austria.
Donnerstag, 24. Jänner, 19.00
Wie werde ich
SchriftstellerIn?
Schreiben in
Österreich
Für verschiedenste künstlerische Richtungen gibt es
universitäre Ausbildungsmöglichkeiten, aber nicht für
SchriftstellerInnen. Während sich das Deutsche Literaturinstitut
in Leipzig als einzige universitäre Lehrstelle für Schreiben
im deutschsprachigen Raum größter Anziehungskraft erfreut,
gibt es in Österreich
nach wie vor keine akademische Ausbildung. Wäre ein Institut
für Literatur in Österreich denkbar und sinnvoll? Brauchen
die AutorInnen eine Schule, und was sollte eine zeitgemäße
Ausbildung vermitteln?
Christine Brauner, Berufsverband Österreichischer SchreibpädagogInnen
Konstanze Fliedl, Institut für Germanistik, Uni Wien
Josef Haslinger, Deutsches Literaturinstitut, Uni Leipzig
Christian Ide Hintze, schule für dichtung, Wien
Nils Jensen, Vorstandsmitglied IG AutorInnen, Herausgeber Buchkultur
Moderation: Alexandra Millner, Literaturwissenschafterin
Freitag, 25. Jänner, 19.00
Neue Räume –
Neue Kunst?
Podiumsdiskussion
Die Kunstlandschaft in Wien hat sich in den letzten
Jahrenverändert. Längst besteht diese nämlich nicht mehr
nur aus etablierten Kunstinstitutionen, sondern lebt, profitiert und
wandelt sich durch kleine und junge Projektinitiativen und
Off-Räume. Wer sind die Personen, die dahinter stehen und was sind
ihre Ambitionen?
Dana Charkasi, Galerie Dana Charkasi
Marita Fraser, bell street project space
Mario Grubisic, viennabiennale
Moderation: Antje Mayer, redaktionsbüro
Montag, 28.
Jänner, 19.00
Dollfuß
contra Vertov
kinokis
mikrokino #148
1932 verursachte einer der letzten sowjetischen Filme, die in
Österreich vor dem Ende der 1. Republik noch ins Kino kamen, einen
Eklat mit gerichtlichen Folgen. Dziga Vertovs spektakulärer erster
Tonfilm Enthusiasmus – Das Lied vom Aufbau über die
Fortschritte des 1. Fünfjahresplanes war nur einen Tag
regulär im Wiener Kreuz-Kino gelaufen, und zwar am 20. 5. 1932
– dem Tag, an dem Engelbert Dollfuß seine Kanzlerschaft
antrat. Tags darauf wurde der Film von der Polizei wegen
„Religionsstörung“ beschlagnahmt und gegen die
Kinobesitzerin Golda Landau und den Verleiher des Filmes, Josef Szende,
ein Mitglied der Kommunistischen Partei Österreichs, Anzeige
erstattet
.
Enthusiasmus
– Das Lied vom Aufbau (Entuziazm
/ Simfonija Donbassa). Dziga Vertov, SU 1930, 65 min.,
OmdtU
Einführung: Peter Grabher
Dienstag,
29. Jänner, 19.00
zeit
im:puls
Projektpräsentation
Ein
ambitioniertes Projekt möchte durch einen Kurzfilmwettbewerb
einen Aufruf starten, sich mit kursierenden Formen von Rechtspopulismus
und Rechtsextremismus auseinander zu setzen und sich gegen Ausgrenzung,
Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz zu positionieren. Das Projekt
richtet sich an alle Filmbegeisterten, die sich kritisch in Form eines
Kurzfilms mit diesem Problembereich in Geschichte und Gegenwart
beschäftigen wollen.
Baris
Alakus, Veranstalter von zeit im:puls
Mittwoch,
30. Jänner, 19.00
Baukultur
in Österreich: Was ist das?
Podiumsdiskussion
Wer
weiß, was Baukultur ist? Die Architektur- und
Baukulturvermittlung ist eine relativ junge Disziplin und spielt, trotz
einiger ambitionierter Initiativen, immer noch eine eher untergeordnete
Rolle. Im schulischen Bereich ist sie, wenn überhaupt, der Werk-
oder Kunsterziehung zugeordnet. Doch werden Werk- und
KunstpädagogInnen in ihrem Studium darauf vorbereitet?
Für
die außerschulische Vermittlung stehen die neun
Architekturhäuser
in Österreich. An wen richten sie ihre
Vermittlungsprogramme, können sie auch ein Publikum jenseits der
Fachleute ansprechen?
Barbara
Feller, Architekturstiftung Österreich
Alexandra
Viehhauser, Architekturzentrum Wien
Anton
Falkeis, Universität für angewandte Kunst Wien
Moderation:
Anita Aigner, Technische Universität Wien, Institut für Kunst und
Gestaltung
Donnerstag, 31. Jänner, 19.00
Stars in der
Wissenschaft
Podiumsdiskussion
Zweifelsohne - die Wissenschaft hat ihre Stars. Doch was macht einen
Wissenschaftsstar aus? Ist der “typische“ Wissenschaftsstar
männlich, zerzaust
und von einem Hauch Wahnsinn umgeben oder hat sich das Image gewandelt?
Was bringen Stars der Wissenschaft? Wer macht sie dazu? Welche Rolle
spielt die Scientific Community, welche die Medien und heißt
“Wissenschaftsstar sein“ für beide überhaupt
dasselbe?
Eva Flicker, Mediensoziologin, Universität Wien
Laurenz Niel, Koordinator des wissenschaftlichen Rats des I.S.T. Austria
Gerald Steinhardt,Dekan,Fakultät für Informatik,TU Wien
Astrid Zimmermann, Medienhaus Wien
Moderation: Elke Ziegler, science.ORF.at
Eine Veranstaltung von SciCo.
Freitag, 1. Februar, 19.00
Gisela
Wandert Aus
GemeinWesenArbeit
in Wien
Gesellschaft und Politik sind gefordert, neue Instrumente zu
entwickeln, die Ausgrenzungsprozessen entgegenwirken und die Teilhabe
von Menschen am gesellschaftlichen Leben ermöglichen,
fördern, verbessern. Gemeinwesenarbeit ermöglicht es,
gemeinsam mit den Menschen in Stadtteilen nachhaltige Verbesserungen
ihrer Lebenssituationen zu erreichen. Wie kann Gemeinwesenarbeit in
Wien als gesamtstädtische Aufgabe etabliert werden? Warum ist
Gemeinwesenarbeit für PolitikerInnen attraktiv?
Präsentation der Ergebnisse aus den Workshops:
Heidrun Paschen, Milena Grossauer, Agenda21
Sabine Haslinger, Renate Schnee, Stadtteilzentrum Bassena
Christoph Floner, Gebietsbetreuung
Hannes Posch, Plansinn
Moderation: Antonia Coffey, Kommunale Netze
Eine Veranstaltung des Wiener
Vernetzungsfrühstück.
Donnerstag,
7. Februar, 19.00
Kunst im
Trend. Artists‘ Voices
KünstlerInnen
Gespräch
Das Projekt Kunst im
Trend. Artists‘ Voices
untersucht die Rollen zeitgenössischer KünstlerInnen in
gegenwärtigen Gesellschaften. Ein wichtiges Modul dieses Projekts
bilden Video Interviews, ein anderer Schwerpunkt gilt einer Studie, die
sich auf der Grundlage von Gesprächen, insbesondere mit bildenden
KünstlerInnen im Kontext von Creative Industries befasst. Wie
definieren sie die Position ihres Kunstschaffens, was sind ihre
Motivationen, Kunst zu produzieren, was ihre Zielsetzungen und
Finanzierungsmodelle?
Ricarda Denzer, Künstlerin
PRINZGAU/podgorschek, KünstlerInnen
Moderation: Alexandra Reill, Medienkünstlerin, kanonmedia
Freitag, 8.
Februar, 19.00
Das Erbe
Gandhis
Buchpräsentation
und Diskussion
Im deutschen Sprachraum weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass in
Indien und im gesamten englischen Sprachraum nach Gandhis Tod eine
Strömung entstanden ist, die Gandhi in libertärem Sinne
interpretiert. Dazu gehört auch der indische Sozialpsychologe
Ashis Nandy, der mit seinem Buch Der
Intimfeind
zu den Mitbegründern der Post-Colonial Studies gehört.
Nandy definiert den Kolonialismus hauptsächlich kulturell als eine
Ideologie, die in Großbritannien Werten wie Stolz,
Männlichkeit, Disziplin und technologischer Überlegenheit zu
einem dominanten Rang verhalf.
Lou Marin, Übersetzer
Ashis Nandy: Der
Intimfeind. Verlust
und Wiederaneignung der Persönlichkeit im Kolonialismus. Mit einer
Einleitung zur Rezeption von M. K. Gandhis libertärem
Anti-Kolonialismus. Verlag Graswurzelrevolution,
Nettersheim 2008
Montag, 25. Februar, 19.00
You Can’t Be
Neutral On A Moving Train
kinokis
mikrokino #149
Der Versuch, Howard Zinns Leben und Aktivismus in 78 Minuten zu
porträtieren, hätte nur zu leicht scheitern können. Die
politischen Interventionen des rastlosen und uneitlen Menschen, der
keine Neutralität kennt, sind vielschichtig und facettenreich:
Werftarbeiter in New York, Kampfflieger im 2. Weltkrieg, Professor
für Geschichte in den bürgerrechtsbewegten Südstaaten
der frühen 1960er, Anti-Vietnamkriegsaktivist, Gewerkschaftler,
Intellektueller und Autor einer umfassenden Geschichte der USA aus der
Perspektive der Ausgebeuteten und Marginalisierten. Eine
Lebensgeschichte, die wie die Kartographie einer unaufhaltsamen
Bewegung gegen die Unmenschlichkeit der herrschenden Verhältnisse
anmutet. Doch der Versuch ist geglückt.
Howard Zinn:
You Can’t Be Neutral On A Moving Train – Eine amerikanische
Lebensgeschichte (USA 2004), Regie: Deb Ellis &
Denis Müller, 78 min, OmdtU.
Montag, 3. März, 19.00
Das Pamphlet:
Neubewertung nötig?
Gespräch
Das Pamphlet ist im deutschen Sprachraum aufgrund seiner nicht
kontrollierbaren Wirkung negativ konnotiert und wird abwertend als
„Schmähschrift“ verstanden. Im angloamerikanischen
Raum hingegen wird diese freieste Form des Publizierens als Medium
einer dezentralisierten, kritischen Öffentlichkeit hoch gehalten
und erlebt gerade unter KünstlerInnen ein Revival. Auch
hierzulande zeichnet sich langsam eine Neubelebung dieser
leidenschaftlichen, subjektiven Form des Publizierens ab. Das Entstehen
von Kleinst- und Eigenverlagen deutet ebenso darauf hin wie die
zunehmende Popularität von entsprechenden Weblogs. Dabei handelt
es sich beim Pamphlet aber nicht nur um ein Medium und um eine Form,
sondern auch um eine Einstellung.
Wolfgang Duchkowitsch, Prof. für Kommunikations- und
Medienwissenschaft, Universität Wien
Robert Misik, Weblog misik.at
Petra Sturm, pamphlet.at
Mittwoch, 5.
März, 19.00
Der
slowenische Partisanenfilm
Vortrag und
Filmvorführung
Gut ein Drittel aller slowenischen Spielfilme, die zwischen den Jahren
1945 und 1989 produziert wurden, sind Partisanenfilme.
Rückblickend betrachtet, waren die slowenischen Partisanenfilme
ideologisch nicht konsistent: Bis Ende der 60er-Jahre des vorigen
Jahrhunderts befassten sich die Filme überwiegend mit dem
Widerstand der Partisanen gegen die deutsche und italienische
Okkupation. Danach wurden diese Filme immer stärker zu Medien der
kritischen Befragung, nicht nur des Partisanenkampfes als solchem,
sondern auch der sozialistischen Gesellschaft selbst.
Peter Stanković, Soziologe, Universität Ljubljana
Vortrag in englischer Sprache
Nasvidenje v
naslednji vojni/Farewell Until The Next War (YU 1980),
Regie: Živojin Pavlović, 115 min, OmeU
In Kooperation mit ART.Welten Verein für freie Kunstschaffende
Donnerstag,
6. März, 17.00
Die Bilder
des Zeugen Schattmann
kinokis
mikrokino #150
In seinem autobiographischen Roman Die Bilder des Zeugen Schattmann
beschreibt der Kommunist Peter Edel, der 1945 aus dem
österreichischem Konzentrationslager Ebensee befreit wurde, seinen
Weg von der antisemitischen Ausgrenzung bis zur Deportation nach
Auschwitz, wo seine Frau ermordet wurde. Peter Edel war 1963 Zeuge im
Prozess gegen Hans Globke, einen der Urheber der „Nürnberger
Rassengesetze“. Später lebte er in der DDR, wo er an der
Verfilmung seines Buches durch die Deutsche
Film AG zu einem 4-teiligen Fernsehfilm mitarbeitete.
Einführung:
Frank Stern, Institut für Zeitgeschichte,
Universität Wien
Barbara Eichinger, Initiativkolleg Sinne-Technik-Inszenierung,
Universität Wien
Die Bilder
des Zeugen Schattmann (DDR 1971/72), Regie: Kurt
Jung-Alsen/Co-Regie: Peter Edel, 5 h 57 min (4 Teile)
Montag,
10. März, 19.00
Erinnerungskultur
in Österreich
Podiumsdiskussion
Die
Art wie eine Gesellschaft mit ihrer Vergangenheit umgeht, spiegelt
ihr Selbstverständnis wider. Erinnern ist immer auch ein Akt der
Auswahl, des Weglassens und des Hervorhebens vergangener Ereignisse. Es
stellt sich die Frage, welche Narrative und Praktiken die kollektive
Erinnerung in Österreich formen. Öffentliche Institutionen
haben einen gewichtigen Anteil am Prozess der Geschichtskonstruktion.
Das wird, gerade in diesem Jahr, wieder deutlich. Welche
Gedächtnispolitik wird von staatlicher Seite verfolgt, welche
Geschichtsbilder von Medien und Bildungsinstitutionen erzeugt?
Brigitte
Bailer-Galanda, Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes
Raimund
Fastenbauer, Israelitische Kultusgemeinde Wien
Peter
Huemer, Journalist und Historiker
Robert
Streibel, Historiker, Koordinator erinnern.at
Moderation:
Eva Blimlinger, Historikerin, Universität für angewandte Kunst
Dienstag,
11. März, 19.00
Gesellschaftskritik
und Psychoanalyse
Buchpräsentation
Während
die Kritische Theorie, die sich auf die Psychoanalyse
stützt, stets an Freuds Orthodoxie festhielt, gab und gibt es
linke Positionen, die dessen Lehre revidierten und von einem radikalen
Medium der Aufklärung zu einem der praktischen Anpassung an die
bestehenden Verhältnisse machten. Wesentliche Erkenntnisse der
Psychoanalyse, wie die Bedeutung des Unbewussten, der Verdrängung,
sowie der infantilen Sexualität, wurden zurückgenommen, und
dadurch den „revolutionären Vorstößen der
unbequemen Psychoanalyse“ (Freud) der Stachel gezogen.
Renate
Göllner, Publizistin
Alex
Gruber, Institut für Politikwissenschaft, Uni Wien
Ljiljana
Radonic, Initiativkolleg Kulturen der Differenz. Transformation in
Zentraleuropa, Uni Wien
Gerhard
Scheit, Publizist
Göllner,
Renate/Radonic, Ljiljana (Hg.): Mit
Freud. Gesellschaftskritik und Psychoanalyse. Freiburg:
Ça ira 2007
In
Kooperation mit Café Critique
Mittwoch,
12. März, 18.30
Ein
Massaker im italienischen Gedächtnis
Vortrag
und Diskussion
Unter
österreichischem Kommando ermordeten 1944 Angehörige
der SS-Division „Reichsführer SS“ im Gebiet der
italienischen Ortschaft Marzabotto hunderte Menschen, darunter einen
Großteil Kinder. Die Verurteilung von zehn ehemaligen deutschen
und österreichischen Soldaten 2007 zu lebenslänglicher Haft
für diese Tat bleibt ein symbolischer Akt, da sie nicht
ausgeliefert werden. Wie sieht die Einschreibung des Massakers in die
italienische Geschichte aus und wie der Umgang mit der individuellen
und öffentlichen Erinnerung in der Region?
Marzia
Gigli, Historikerin, Peace School in Monte Sole/ Marzabotto
In
Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag,
13. März, 21.15
Capturing
the Friedmans
Film
und Theorie
Die
Friedmans, eine US-amerikanische Bilderbuchfamilie, werden zu
Thanksgiving jäh aus ihrer scheinbaren Idylle gerissen, als es
gegen Vater und Sohn zur Anklage wegen vielfachen Kindesmissbrauchs
kommt. Die Beweislage erweist sich als widersprüchlich, es folgt
ein jahrelanger Prozess. Andrew Jarecki
rekonstruiert den Fall und verknüpft in diesem Dokumentarfilm
Ausschnitte aus zahlreichen Super-8-Videos der Familie mit Aussagen von
Familienmitgliedern, Anwälten, Untersuchungsbeamten, Journalisten,
Kriminologen und Opfern. Wo liegt die Wahrheit?
Geri
Weber, Filmwissenschaftler
Capturing
the Friedmans (USA
2003), Regie: Andrew Jarecki, OmU, wird um 19.00 Uhr im Topkino,
Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.
DIESE
VERANSTALTUNG MUSS AUF EINEN SPÄTEREN TERMIN VERSCHOBEN WERDEN:
Freitag, 14. März, 19.00
Neu besetzt
Podiumsgespräch
Nach einem turbulenten Herbst startet die Generali Foundation
nun unter neuer Führung ihr Programm: Sabine Folie, seit 1998
leitende Kuratorin der Kunsthalle Wien, wechselte Mitte Februar in die
Generali Foundation, um dort die künstlerische
Leitung zu übernehmen. Wie sehen ihre Pläne für die
nähere Zukunft aus und wie wird sie das Haus innerhalb des Wiener
Ausstellungsgeschehens für zeitgenössische Kunst profilieren?
Sabine Folie, Generali Foundation
Moderation: Almuth Spiegler, Die Presse
Mittwoch, 26. März, 18.00
Out of the
Cube – Kunst im öffentlichen Raum
Symposium
2007 wurde der Wiener Fonds Kunst
im öffentlichen Raum
in eine GmbH umgewandelt. Anlässlich dieser Umstrukturierung
stellen sich Fragen nach Zielsetzungen von Kunst im öffentlichen
Raum, nach den Schwerpunkten der Förderpolitik, nach Qualitätskriterien
und Evaluierungsmaßnahmen.
18.00: Kunst
im öffentlichen Raum: Was soll und kann sie leisten?
Anselm Wagner, Kunsthistoriker
Kommentar: Wolfgang Schneider, Künstler
18.30: Kunst
im öffentlichen Raum in Wien: Ziele und Umsetzung
Roland Schöny, Kurator für Gegenwartskunst
Kommentar: Monika Mokre, Politikwissenschaftlerin
19.00-19.30: Pause
19.30:
Podiumsdiskussion
Pamela Bartar, Kulturschaffende
Bettina Leidl, Geschäftsführerin Kunst im öffentlichen Raum GmbH
Michael Rieper, Architekt
Beatrix Zobl, Künstlerin
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, Kulturwissenschaftlerin
Eine Veranstaltung von FOKUS und Zobl/Schneider
Donnerstag,
27. März, 19.00
Nie wieder
Integration!
ZARA:Talk
Unter dem Deckmäntelchen der „Integration“ wird in
Österreich derzeit eine „Leitkulturdebatte“
geführt. Auch der rassistische Diskurs nimmt sich des Begriffes
immer mehr an, wenn etwa von „Integrationsunwilligen“
gesprochen wird. Wie entstanden diese Tendenzen und gibt es alternative
Konzepte?
Dieter Schindlauer, Obmann ZARA
Sonja Fercher, ZARA Öffentlichkeitsarbeit
In Kooperation mit ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Montag, 31. März, 19.00
Dear Artwork and Spectator
Buchpräsentation
Die Publikation Dear Artwork and Spectator erscheint
als zweiter Teil eines Projektes zu Fragen der Theatralität an der
Universität für angewandte Kunst und folgt der Ausstellung
Knapp daneben ist auch mittendrin. Dear Artwork and Spectator
versammelt künstlerische Beiträge, die theoretische
Positionen zur Theatralität aufgreifen und in visueller
Auseinandersetzung weiterdenken.
Simon Kogler, Student, Universität für angewandte Kunst Wien
Nora Landkammer, Kunstvermittlerin
Marlies Pöschl, Studentin, Universität für angewandte Kunst Wien
Ruth Ranacher, Filmwissenschaftlerin und Schauspielerin
Magdalena Barthofer, Veronika Hauer, Gerda Prantl, Kay Walkowiak, Tanja
Widmann und Angelika Zehrer: Dear Artwork and Spectator.
Universität für Angewandte Kuns, Abteilung für Kunst und Kommunikative
Praxis (Hg), Wien 2008
Eine Veranstaltung der Universität für angewandte Kunst Wien, Abteilung
Kunst und kommunikative Praxis
Mittwoch, 2. April, 19.00
Avantgarde im
slowenischen Film
Vortrag und
Filmvorführung
Bread and
Milk von Jan Cvitkovič ist einer der erfolgreichsten
slowenischen, zugleich aber in seiner Heimat am wenigsten bekannten
Filme. FilmemacherInnen, die sich der Erforschung neuer Bildsprachen
widmen, sind häufig damit konfrontiert,
dass ihre Werke von Fernsehen und Kino als nicht
vorführungstauglich abgelehnt werden, aber andererseits
internationale Auszeichnungen erhalten – wie im erwähnten
Beispiel einen Goldenen
Löwen.
Melita Zajc, Medienwissenschaftlerin, Universität Maribor
Vortrag in englischer Sprache
Kruh in
mleko/Bread and Milk (SLO 2001), Regie: Jan Cvitkovič, 68
min, OmeU
In Kooperation mit ART.Welten Verein für freie Kunstschaffende
Donnerstag,
3. April, 19.00
biber
Blattkritik
biber,
das Stadtmagazin für
Wien, Viyan und Beč,
ist, laut Selbstdefinition, nicht drollig wie das im Deutschen
gleichnamige Nagetier, sondern scharf wie der im Türkischen und
Serbokroatischen gleichnamige Pfeffer oder Paprika. Gegründet
wurde das transkulturelle Magazin mit Unterstützung von
Bülent Öztoplu vom Verein Echo und Simon Kravagna vom Kurier,
der als Chefredakteur fungiert. Für die Beiträge
verantwortlich ist ein Team von jungen JournalistInnen „mit
türkischem, bosnischem, serbischem, kroatischem, kurdischem,
brasilianischem, kärntnerischem, oberösterreichischem,
slowenischem und soweiter-ischem Hintergrund“. Wie biber ist das
Magazin wirklich?
Cornelia Kogoj, Initiative Minderheiten
Christopher Wurmdobler, Falter
Freitag, 4.
April, 19.00
Wilder Osten?
Vortrag mit
Diskussion
In der Ära Putin wurden soziale Fragen weitestgehend der
Stabilisierung des Kapitalismus untergeordnet. Privatisierungen,
Pensionsreform, Einschränkung demokratischer Freiheiten waren die
Folgen dieser Entwicklung. Dieser eingeschlagene Weg wird sich auch
unter dem neuen Präsidenten Medwedew nicht ändern. Doch mehr
als 31 Millionen Menschen sind in Gewerkschaften organisiert, neue
„alternative“ Gewerkschaften und soziale Bewegungen sind
entstanden.
Maria Kursina, Aktivistin der Gruppe Wperjod, Moskau
Eine Veranstaltung der Sozialistischen Alternative
Dienstag, 8. April, 19.00
Was kommt
nach der BIA?
Podiumsgespräch
Mandatsüberschreitung, Geheimdiensttuerei und ÖVP-Nähe.
Nach der Kritik am Büro für Interne Angelegenheiten (BIA)
soll dieses nun in einer neuen Korruptionsbehörde aufgehen. Wie
aber soll Korruptionsbekämpfung und Polizeikontrolle im
Rechtsstaat prinzipiell organisiert sein? ExpertInnen diskutieren die
Bedingungen für eine menschenrechtsfreundliche und
missbrauchsresistente Polizei-Polizei.
Walter Geyer, Staatsanwalt
Florian Klenk, Falter
Nadja Lorenz, Rechtsanwältin
Edith Meinhart, Profil
Richard Soyer, Rechtsanwalt
Moderation: Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Eine Veranstaltung von SOS Mitmensch.
Mittwoch, 9.
April, 18.30
(K)ein Bild?
Das Image Österreichs in Israel
Vortrag und
Diskussion
„Die Deutschen waren exzellente Nazis, aber schlechte
Antisemiten. Die Österreicher waren schlechte Nazis, aber
exzellente Antisemiten“, so ein österreichischer
Überlebender des Holocaust in einem Interview mit der Londoner
Times. Viele Israelis beurteilen andere Nationen zumeist nach deren
Verhalten während des Zweiten Weltkriegs. Eine Ausnahme ist
Österreich. Die israelische Haltung zu Österreich liegt
zwischen Nichtbeachtung und leichter Abneigung. „Der Name
Waldheims fällt des öfteren oder man besinnt sich der
zuckersüßen Erinnerung namens The
Sound of Music“.
Nicht einmal annähernd ist das Bild Österreichs in Israel so
emotional besetzt wie der Blick auf Deutschland. Warum?
Michal Levertov, Medienberaterin und Journalistin, British Jewish
Chronicle, Tel Aviv/Israel
In Kooperation mit Gedenkdienst
Diese Veranstaltung muss leider
abgesagt werden:
Donnerstag, 10. April, 21.15
The Ice Storm
Film und Theorie
November 1973: Watergate Skandal und Vietnamkrieg bewegen die USA. Vor
diesem Hintergrund inszeniert Ang Lee nach dem gleichnamigen Roman von
Rick Moody das schleichende und verhängnisvolle Auseinanderbrechen
einer Mittelstandsfamilie und deren Läuterung. Ein Familiendrama
als kritischer Blick auf das Amerika der 1970er-Jahre.
Philipp Penetzdorfer, Musiker, DJ, Innsbruck
The Ice Storm
(USA 1997), Regie: Ang Lee, OmU, wird um 19.00 Uhr im Topkino,
Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.
Dienstag, 15.
April, 19.00
Zur
österreichischen Museumslandschaft
Das Belvedere
Das Belvedere soll mit der Direktorin Agnes Husslein- Arco zum
Kompetenzzentrum für österreichische Kunst werden –
dazu zählt auch Zeitgenössisches. Dementsprechend steht
neuerdings die zeitgenössische Kunst hoch im Kurs: Das ehemalige
Atelier Augarten wurde zum Augarten Contemporary und das 20er-Haus soll
bis 2009 zu einer neuen Plattform für Gegenwarts- kunst werden.
Wie lässt sich dieses Vorhaben schlüssig in die existierende
Museumslandschaft eingliedern? Wie kann eine solche überhaupt
aussehen?
Agnes Husslein-Arco, Direktorin Belvedere
Thomas Trenkler, Der Standard
Mittwoch, 16.
April, 19.00
Bildung als
Polemik und als Ideal
Vortrag mit
Respondenz
Der Ausdruck "Bildung" ruft eine Opposition hervor und schließt
das Versprechen ein, die beiden Seiten zu vermitteln. Aktuell und
kontrovers ist das Manöver im gegenwärtigen Umbau der
Hochschulausbildung nach den Prinzipien der Europäischen
Studienarchitektur zu beobachten. FürsprecherInnen der
„Bildung“ attackieren die berufsbezogenen, verdünnten
Kurzstudien und plädieren für ein breit angelegtes,
historisch und theoretisch unterlegtes Kulturwissen. Die neu
entwickelten Curricula werden in diesem Zusammenhang gerne als
Kapitulation vor außer-akademischen Interessen betrachtet.
Herbert Hrachovec, Institut für Philosophie, Senat der Universität Wien
Respondent: Gerhard Clemenz, Institut für Volkswirtschaftslehre, Senat
der Universität Wien
Eine Veranstaltung aus der Reihe Sprechen
über Bildung: Begriffe, Metaphern, Diskurse in Kooperation
mit dem IWK.
Montag, 21. April, 19.00
Neues
Ausstellen?
Präsentation
und Kommentar
Neben den bewährten Kunsträumen haben sich auch sogenannte
Off-Spaces dem Ausstellen von Kunst verschrieben. Was macht aber den
signifikanten Unterschied zur Ausstellungspraxis etablierter
Einrichtungen aus? Gibt es den überhaupt oder erschöpft er sich im
Ausstellen vorwiegend noch unbekannter
KünstlerInnen? Zwei BetreiberInnen unterschiedlicher Wiener
Kunsträume geben Auskunft über ihre Konzepte und stellen sich
kritischen Kommentaren.
Andreas Becker und Thomas Hesse, neo.con: Projektraum für Kunst
Gulsen Bal, Open Space. Zentrum für Kunstprojekte
Kommentar:
Christian Egger, Künstler und Mitherausgeber der „Zeitschrift“
Patrick Schabus, Student, Post-Konzeptuelle Kunst, Akademie der
bildenden Künste Wien
Mittwoch, 23.
April, 19.00
Religion als Feindbild: MuslimInnen in Österreich
ZARA:Talk
Die
Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit ist kein neues
Phänomen, nimmt aber wieder eine zunehmend bedeutendere Stellung in der
Gesellschaft ein. Um in die von Vorurteilen beherrschte Debatte
aufklärend einzugreifen, wurde im Frühjahr 2006 das
Dokumentationsarchiv Islamophobie (DAI) gegründet.
Karim Saad, Medienbeobachtung, DAI
Thomas Bergmayr, derStandard.at
In Kooperation mit ZARA Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Freitag, 25. April, 19.00
Reiseführer
in eine Elendssiedlung
Buchpräsentation
und Diskussion
Beograd
Gazela
führt in einen Roma-Slum im Zentrum Belgrads und informiert
über grundlegende soziale wie ökonomische Strukturen einer
Elendssiedlung. Das Buch legt die vielschichtigen Mechanismen der
Marginalisierung und Diskriminierung von Roma offen. Wie gestaltet sich
das Leben ohne städtische Infrastruktur, ohne Wasser, ohne Strom?
Wie organisieren sich die BewohnerInnen, welcher Arbeit gehen sie nach?
Wie steht es mit ihrer medizinischen, wie mit ihrer kulturellen
Versorgung?
Lorenz Aggermann, Eduard Freudmann, Can Gülcü, Autoren
Mirjam Karoly, Politikwissenschaftlerin
Elke Krasny, Kulturtheoretikerin
Moderation: Katharina Morawek, Kunstvermittlerin, Redakteurin
Lorenz Aggermann, Eduard Freudmann, Can Gülcü: Beograd Gazela – Reiseführer in
eine Elendssiedlung. Klagenfurt: Drava 2008
Montag, 28.
April, 19.00
ArbeiterIn,
hörst du es nicht?
kinokis
mikrokino #151
Mit seltenen Archiv-Aufnahmen und Interviews, unter anderem von Billy
Bragg und Pete Seeger, erzählt der Film The Internationale
von Peter Miller die Geschichte des legendären Liedes, einer
Sammelklage der Unterdrückten und Ausgebeuteten rund um die Welt
und widmet sich Menschen, deren Leben dieses Lied für immer
verändert hat.
In seiner Musikdokumentation Revolution
bebildert Jouko Aaltonen gewitzt und äußerst
ungewöhnlich die Schilderungen von mittlerweile in die Jahre
gekommenen SängerInnen diverser finnischer Bands wie Agit-Prop, Torpeedo, Neilikka
u. a. über deren linke und politische Vergangenheit im
Spannungsverhältnis zum Hier und Jetzt.
The
Internationale (USA 2000), Regie: Peter Miller, 60 min,
engl. OF
Revolution/Kenen
Joukoissa Seisot (Finnland 2006), Regie: Jouko Aaltonen,
80 min, OmeU
Mittwoch, 7. Mai, 19.00
Kunst im
Trend. Artists' Voices.
Podiumsdiskussion
kanonmedia stellt
die Ergebnisse der 2007/2008 durchgeführten Studie zu Selbstverständnis
und
Definitionen von KünstlerInnen zu deren gesellschaftlichen Rollen
und Funktionen und ihren Einkommensverhältnissen vor und
diskutiert aktuelle
kulturpolitische Entwicklungen im Kontext von Creative Industries mit
VertreterInnen aus Kulturtheorie und -politik.
Franziska Maderthaner, Universität für angewandte Kunst Wien
Marie Ringler, Kultursprecherin, Die Grünen Wien
Paul Stepan, Fokus
Michael Wimmer, Educult
Moderation: Alexandra Reill, kanonmedia
Donnerstag,
8. Mai, 20.00
Entgrenzung
und Privatisierung
Vortrag
Seit
der Herausbildung von fürstlichen Territorialherrschaften wird die
höchste Regulierungskompetenz in einem bestimmten Territorium als
zentrales Charakteristikum von „Staat“ gesehen. Später wurden die
Regulierungskompetenzen des Staates zunehmend erweitert. Mit der
Globalisierung des Kapitalismus veränderten sich nicht nur die
Bedingungen nationalstaatlicher Politik, es kommt auch zu einer
Teilprivatisierung zuvor öffentlicher Gewalt sowie zur Aufspaltung
staatlicher Souveränität in unterschiedliche Rechtsräume, mithin zur
Auflösung der Einheit von Staat und Territorium.
Heide Gerstenberger, Universität Bremen
In Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst IWK
Samstag, 10.
Mai, 15.30–17.30
Aufschub
Filmvorführung
und Diskussion
Aufschub
zeigt historische Aufnahmen aus dem Jahr 1944. Dieser Film ist „auf der
ersten Ebene ein Dokument aus dem und über das Durchgangslager
Westerbork in den Niederlanden. Auf einer zweiten Ebene aber, und zwar
durch die Wiederholung von Aufnahmen und mit Hilfe von Zwischentiteln,
reflektiert Farocki die Konnotationen von Bildern. Er diskutiert die
Ikonografie der KZ-Bilder, die sich zum Kanon verfestigt haben und in
unseren Köpfen zu Chiffren erstarrt sind. Farocki beharrt auf der
Mehrdeutigkeit von Bildern, auf der Konkurrenz möglicher Lesarten und
verfolgt, indem er gegen obsolete Regeln der Pietät verstößt, ein
aufklärerisches Ziel.“ (Thomas Rothschild)
Harun Farocki, Essayfilmer, Berlin
Aufschub (D 2007), Regie: Harun Farocki, 37 min
In Kooperation mit dem Institut für Wissenschaft und Kunst IWK
Dienstag, 13. Mai, 19.00
Neu besetzt
Podiumsgespräch
Nach
turbulenten Zeiten starten die Generali Foundation und die Secession
nun unter neuer Führung ihr Programm: Sabine Folie, seit 1998 leitende
Kuratorin der Kunsthalle Wien, wechselte Mitte Februar in die Generali
Foundation, um dort die künstlerische Leitung zu übernehmen. Im Fall
der Secession wurde András Pálffy im Dezember vergangenen Jahres zum
neuen Präsidenten gewählt. Wie sehen ihre Pläne für die nähere Zukunft
aus und wie werden sie ihre Häuser innerhalb des Wiener
Ausstellungsgeschehens für zeitgenössische Kunst positionieren?
Sabine
Folie, Leiterin Generali Foundation
András
Pálffy, Präsident Secession
Moderation:
Dominik Portune, Depot
Mittwoch, 14. Mai, 18.30
TäterInnen im
Nationalsozialismus
Vortrag
Millionen
Menschen wurden während des Nationalsozialismus ermordet. Auch von
Männern und Frauen – davon geht die TäterInnenforschung inzwischen aus
– die sich weder in Befehlsnotstand befanden, noch radikale
AntisemitInnen waren. Warum haben sie sich, ohne für uns heute
nachvollziehbare Not, für die Gewalt, für das Morden entschieden?
Michaela Christ, Soziologin, Essen
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag, 15. Mai, 19.00
Psychiatrie
im Visier
Podiumsgespräch
Zeitgleich
mit den Studentenbewegungen der 1960er-Jahre entwickelten sich
vielerorts in Europa und den USA Initiativen mit dem Ziel, die
Bedingungen in der Psychiatrie zu verbessern. Theoretische und
philosophische Unterstützung fanden sie u.a. durch Foucault, Deleuze
und Guattari. In den 70er-und 80er-Jahren kam es neben der Gründung
verschiedener Organisationen in vielen Ländern zu Psychiatriereformen.
Aktuell berichten zahlreiche Medien über Missstände in psychiatrischen
Abteilungen, aber eine grundlegende öffentliche Auseinandersetzung
findet nicht statt. Was wurde aus der großen Reformbewegung und deren
AktivistInnen? Wo steht die Psychiatrie heute und wo sollte sie stehen?
Michaela Amering, Wiener Universitätsklinik für Psychiatrie / Institut
für Ethik und Recht in der Medizin
Ulrike Kadi, Institut für Philosophie der Uni Wien / Ärztin
Robert Mittermair, LOK – Leben ohne Krankenhaus
Josef Schörghofer, Psychosozialer Dienst Wien
Moderation: Elisabeth Penzias, freie Autorin
Freitag, 16.
Mai, 18.00
Regierung
durch Subjektivierung oder Subjektivierung durch Regierung?
Vortrag
Aus
der Perspektive der Gouvernementalitätsstudien gewinnt mit dem Wandel
von fordistischen zu post-fordistischen Gesellschaften die Figur des
„unternehmerischen Selbst“ an Bedeutung. Unklar ist dabei jedoch, ob
dieses Selbst empirisch konkret, oder aber programmatisch in
unterschiedlichen geselllschaftlichen Feldern wie in
Regierungsprogrammen, Ratgebern u.Ä. auftaucht. Welche Folgen
impliziert das Auftauchen des unternehmerischen Selbst für die
gegenwärtigen Geschlechterverhältnisse?
Andrea Bührmann, Soziologin, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Montag, 19. Mai, 19.00
Die Stadt
ohne Juden
Filmvorführung
und Vortrag
Die
Stadt ohne Juden ist einer der wenigen erhaltenen expresssionistischen
Filme aus Österreich. Im Gegensatz zur Buchvorlage von Hugo Bettauer
über den Antisemitismus der 1920er-Jahre endet die Verfilmung im Happy
End. „Diese, von der literarischen Vorlage völlig abweichende,
überraschende Wendung, die das Geschehen als Traumhandlung
simplifiziert, kann nicht nur als einfaches dramaturgisches Hilfsmittel
angesehen werden, sondern als Musterbeispiel von Verdrängungskunst der
österreichischen Seele. Der naive und vielleicht grobe Versuch aus dem
Jahre 1924 kann als Generalprobe für das gelesen werden, was nach dem
Zweiten Weltkrieg im Land ohne Eigenschaften praktiziert wurde.“
(Thomas Ballhausen, Günter Krenn 2006)
Thomas Ballhausen, Filmarchiv/Uni Wien
Die
Stadt ohne Juden
(Österreich 1924), Regie: Hans-Karl Breslauer, 80 min
Dienstag,
20. Mai, 18.30
Zeitzeugengespräch
Max
Mannheimer wurde 1920 in Nordmähren geboren. Er überlebte
Theresienstadt, Auschwitz, das Warschauer Ghetto und Dachau samt
Nebenlagern. Heute ist er Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau.
Das Gespräch ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung Henryk
Mandelbaum – Nur die Sterne waren wie gestern über einen
Überlebenden
der Sonderkommandos von Auschwitz, die von 7. bis 30. Mai in der Aula
der Uni Wien zu sehen ist.
Max
Mannheimer, Autor, Lagergemeinschaft Dachau
Florian
Wenninger, Gedenkdienst
In
Kooperation mit Gedenkdienst
Mittwoch,
21. Mai, 19.00
Eingetragene
PartnerInnenschaft
Ein
Überblick
Schon
vor 20 Jahren hat die Homosexuellen
Initiative HOSI Wien begonnen,
die
rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher PartnerInnenschaften und
ihre Gleichstellung mit der Ehe zu fordern. Die gesellschaftliche
Diskussion ist abgeschlossen, aber Österreich scheint auch in dieser
Angelegenheit bemüht, als europäisches Schlusslicht durch das Ziel zu
hüpfen. Was dürfen homosexuelle Paare in Spanien, in Grönland oder
Andorra, was sie in Österreich nicht können? Wie sieht die Prognose
aus, ist mit einer politisch positiven Entscheidung in näherer Zukunft
zu rechnen?
Christian
Högl, Gerhard Liedl, Jona Solomon, HOSI Wien
Montag,
26. Mai, 19.00
Weggenommen.
Zurückgegeben?
Reihe
Restitution
Das
Thema Restitution ist immer dann in aller Munde, wenn eine
Kunstsammlung oder ein Museum wegen geraubter Kunst Schlagzeilen macht.
Doch der Vermögensentzug betrifft unterschiedlichste Bereiche wie
Immobilien und Firmen oder auch enteignete Güter, die, scheinbar von
geringem Wert, für die ehemaligen BesitzerInnen aber ihre
Existenzgrundlage bedeuteten. Grund genug, um sich dem Thema
Restitution in seiner Breite anzunehmen, die Geschichte der Restitution
nachzuzeichnen und vor allem aufzuzeigen, wo das bestehende
Restitutionsrecht Lücken hat und welche Schwierigkeiten es für die
verschiedenen Opfergruppen bzw. deren Angehörige bei der Rückerstattung
gibt.
Gerhard
Baumgartner, Historiker und Journalist
Eva
Blimlinger, Historikerin
Ursula
Kriebaum, Juristin
Niko
Wahl, Historiker
Dienstag, 27. Mai, 19.00
Zur
österreichischen Museumslandschaft
Die Albertina
Die
Albertina präsentiert sich seit ihrer Wiedereröffnung nicht mehr als
die spezialisierte Grafiksammlung, die sie einmal war. Ausgestellt
werden nicht nur grafische Arbeiten entsprechend dem einstigen Profil,
sondern auch Gesamtschauen, in denen Gemälde eine prominente Rolle
spielen. Außerdem erweitert die Albertina mit der Sammlung Batliner und
ihrer Sammlung für Gegenwartskunst ihr Repertoire um die Malerei der
klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Wie will sich die
Albertina in der österreichischen Museumslandschaft profilieren?
Klaus Albrecht Schröder, Direktor Albertina
Thomas Trenkler, Der Standard
Mittwoch, 28.
Mai, 19.00
Schule und
Integration
ZARA:Talk
Die
Begegnungsvielfalt in der Schule beschränkt sich nicht nur auf die
unterschiedliche ethnische Zugehörigkeit der SchülerInnen, sondern
ergibt sich auch aus deren unterschiedlicher sozialer Herkunft.
Missverständnisse und Konflikte sind nicht selten im schulischen
Alltag. Können die Beteiligten den Nutzen dieser Vielfalt erkennen und
lernen, kompetent damit umzugehen?
Dagmar Strohmeier, Institut
für Bildungspsychologie der Universität WienKatrin Wladasch,
ZARA-Trainerin in Schulworkshops
Moderation: Thomas Bergmayr,
derStandard.at
In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Donnerstag,
29. Mai, 21.15
A History of
Violence
Film und
Theorie
Als
Coffeshop-Besitzer Tom Stall von zwei Räubern überfallen wird,
erschießt er diese in Notwehr und avanciert dadurch zum
Kleinstadthelden, sodass sein bisher idyllisches Familienleben mitsamt
Frau und Kindern in den Mittelpunkt der Medien gerät. Der Aufruhr um
ihn erfährt eine drastische Wendung, als Tom von dem geheimnisvollen
Fogarty aufgesucht wird, der ihn beschuldigt, ein Verbrecher zu sein.
Nun beginnt ein Spiel mit verschiedenen Identitäten, eskalierender
Gewalt und deren Auswirkungen sowie fließenden Übergängen zwischen
Realität und Fiktion.
Joachim Schätz, Filmkritiker, Falter
A History of
Violence (USA 2005), Regie: David Cronenberg, wird um
19.15 Uhr im Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.
Montag, 2. Juni, 19.00
Massenmord
als blinder Fleck der Wissensökonomie – Zur Geschichtsvermittlung durch
Ruzowitzkys Film Die Fälscher
Vortrag
Rund
um Die Fälscher,
Stefan Ruzowitzkys Oscar-prämierten Film über die
Geldfälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen, regiert eine
Deutungshegemonie von Kulturpatriotismus und Bildungskrisenbewältigung:
Es geht um den heimischen Filmwirtschaftsstandort und um konsensuale
Wissensbildung für den Schulunterricht. Diese Diskurse scheinen
allerdings bereits als Perspektiven des Geschichtsbildes von Ruzowitzys
Satire angelegt: die Werkstatt im KZ als Kreativwirtschaftsstandort,
das Wissen der Wissensarbeiter um den Massenmord als Problem.
Drehli Robnik, Filmwissenschaftler, Ludwig Boltzmann-Institut für
Geschichte & Gesellschaft
Nach dem Vortrag Diskussion mit Ingo Zechner, Historiker und Philosoph
Dienstag, 3.
Juni, 19.00
Kunst im
Trend. Artists' Voices.
Podiumsgespräch
Vertreter aus Malerei, Philosophie, Theater und Wissenschaft
untersuchen Charakteristika und Immanenzen künstlerischer Prozesse
in der darstellenden und der bildenden Kunst. Wo bestehen die selben
Ansprüche und Fragestellungen und wo erfordert ein
künstlerisches Genre eigene, selbst bedingte
Prozesse? Der Diskurs unternimmt den Versuch,
Absoluta und
Relativa künstlerischer Produktion in ihrer Bedeutung für
zeitgenössische Entwicklungen kulturellen Schaffens zu untersuchen.
Michael Aichhorn, Schauspieler, Regisseur, Maler
Stefan Bläske, Theaterwissenschaftler
Leander Kaiser, Maler, Philosoph
Stylianos Schicho, Maler
Moderation: Alexandra Reill, kanonmedia
Eine Veranstaltung von kanonmedia
Mittwoch, 4.
Juni, 19.00
Der „Wilde
Westen“ und der Rechtsstaat
Vortrag und
Filmvorführung
In
der filmischen Darstellung präsentierte sich der mythische Westen, das
„wahre Amerika“, als weitgehend staatsfreier Raum, rund um starke
Männer organisiert. John Fords The
Man Who Shot Liberty Valance zeigt
den Moment des Übergangs dieser mythischen Welt in einen verwalteten
Rechtsstaat, der in seinen Grundlagen aber nicht weniger patriarchal
ist.
Martin Weidinger, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
The Man Who
Shot Liberty Valance (USA 1962), Regie: John Ford, 123
min, engl. OV
Eine Veranstaltung von ART.Welten Verein für freie Kunstschaffende
Donnerstag, 5. Juni, 19.00
Želimir
Žilniks „Kenedi“-Trilogie
kinokis
mikrokino #152 (Teil 1)
Kenedi
heiratet dokumentiert die unermüdlichen Versuche des Rom
Kenedi Hasani
nach der Vertreibung aus der EU in Serbien Fuß zu fassen oder eine
Hintertür zurück ins Euro-land zu entdecken. Žilnik beweist, dass
Filmemachen eine Methode sein kann, mit Menschen gemeinsam Widerstand
zu organisieren.
In Kenedi goes back home
fungiert Kenedi,
selbst von der Abschiebung betroffen, als Mittelsmann zwischen Filmteam
und anderen unfreiwillig Heimgekehrten, die von ihren Erfahrungen
berichten.
Kenedi lost
and found: Kenedi ist es gelungen, physisch
in die EU einzureisen, doch ohne Chance, den entscheidenderen Teil der
eigenen Existenz, den papierenen, auch hier zu etablieren.
19.00: Kenedi heiratet
– Kenedi se zeni (Serbien 2007), R: Ž. Žilnik, 80 min
Anschließend Diskussion mit Želimir Žilnik und den Mitwirkenden Kenedi
Hasani, Philipp Eisenmann und Ethem Saygieder
21.30: Kenedi se vraca
kuci – Kenedi goes back home
(Serbien/Montenegro 2003), Regie: Želimir Žilnik, 74 min, serbisch/dt.
OmeU
22.45: Kenedi lost and
found (2005), Regie: Želimir Žilnik, 26 min
In Zusammenarbeit mit dem Ordinariat für postkonzeptuelle Kunst an der
Akademie der bildenden Künste Wien
Freitag, 6.
Juni, 19.00
Jugoslawien:
Wiederaneignung der Geschichte
kinokis
mikrokino #152 (Teil 2)
Aufstand
in Jazak ist ein Protestfilm gegen die Exploitation der
PartizanInnengeschichte in den millionenschweren Hochglanzschinken à
la Sutjeska Last of the
Zilniks schildert die Geschichte der
Widerstandskämpferin Milica Shuvakovic, alias Masha, und ihrem Mann
Konrad Žilnik, später als Volksheld gefeiert. Masha wird von den
Deutschen festgenommen und bringt im Konzentrationslager ihren Sohn
Želimir zur Welt, bevor sie ermordet wird.
Lager Nis
ist einer der
großen kommerziellen, jugoslawischen antifaschistischen Filme.
Gefangene des Konzentrationslagers Nis planen einen Ausbruch, in einer
Nebenhandlung bringt eine Gefangene ihr Kind zur Welt, das aus dem KZ
gerettet wird. Žilnik wurde nie zu einer Vorführung des Filmes
eingeladen.
19.00: Aufstand in
Jazak – Ustanak u Jasku (Jugoslawien 1972), Regie: Želimir
Žilnik,18 min
Last of the
Zilniks – Zadnji Žilnik (Slowenien 2007), Regie: D.
Anakiev, 61 min
Anschließend Diskussion mit Želimir Žilnik und Dimitar Anakiev.
21.00: Lager Nis
(Jugoslawien 1987), Regie: Miomir Stamenkovic, 92 min
In Zusammenarbeit mit PartizanInnenFilmForschungsBrigade
Dienstag, 10. Juni, 19.00
Alles Fußball
oder was?
kinokis
mikrokino #153
„So
wie manche Menschen über Fußball reden, könnte man meinen, dabei ginge
es um Leben und Tod.“, kommentiert ein FC-Liverpool Manager und setzt
hinzu: „Sie haben keine Ahnung. Es geht um weitaus mehr.“ Aber selbst
Fußball-Uninteressierte entkommen in diesen Junitagen kaum der
Instrumentalisierung des Stadtraums zugunsten angeblich öffentlicher
Vermarktungsinteressen. Kinokis mikrokino lädt zum Match: Das
„männliche Tor zur Welt“ (Theweleit) wird zum Thema von ungewöhnlichen
Analysen, denen als Spielbälle Ausschnitte medialer
Fußballinszenierungen von Svankmajers Viril Games bis zu
Günther Kochs
Reportage über das „Geisterspiel“ FC Nürnberg gegen Alemannia Aachen
zugeworfen werden.
Helmut Neundlinger, Fußballjournalist und -forscher
Mittwoch, 11.
Juni, 18.30
Justiz für
NS-KriegsverbrecherInnen
Podiumsgespräch
2007
setzte das Justizministerium Prämien für Hinweise auf den Verbleib
mehrerer NS-TäterInnen aus. Sofern sie noch leben, sind diese heute
jenseits der 90 Jahre alt. Wie erklärt sich dieser späte Wandel im
Verhalten der österreichischen Justiz? Welche Strategien der
Auseinandersetzung verfolgt sie? Welche Schlüsse kann die
österreichische Gesellschaft aus der Befassung mit ihrer Täterrolle
ziehen?
Oliver Scheiber, Justizministerium, Ministersekretär für Strafrecht,
Menschenrechte und Fortbildung
Winfried
Garscha, Zentrale österreichische Forschungsstelle
Nachkriegsjustiz/Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands
Moderation: Florian Wenninger, Verein Gedenkdienst
In Kooperation mit Gedenkdienst
Mittwoch, 18. Juni, 19.00
Der Fußball
ist überall gleich
ZARA:Talk
Der
ehemalige Rapidspieler Sergej Mandreko meinte, dass der „Fußball
überall gleich“ sei und lediglich „anders interpretiert“ werde. Dies
mag zwar für die Regeln am Spielfeld gelten, aber stimmt das auch für
die Rahmenbedingungen, die SpielerInnen an ihrem täglichen Arbeitsplatz
vorfinden? Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Diskussionen im
Fußball und medialen politischen Diskursen über Zuwanderung? Spielt der
Profifußball eine Rolle für den gesellschaftlichen Wandel Richtung
Gleichbehandlung und Diversität?
Georg Spitaler, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Elisabeth Kotvojs, FairPlay. Viele Farben. Ein Spiel.
Barbara Liegl, ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Moderation: Thomas Bergmayr, derStandard.at
In Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
Donnerstag,
19. Juni, 19.00
New practices
in Art and Media
Buchpräsentation
und Diskussion
Vor
einem Jahrzehnt standen globale Kommunikationssysteme im Zentrum von
Spekulationen und künstlerischen Experimentierens. Kulturschaffende
zählten zu den frühen PionierInnen bei der Erprobung und Erforschung
des emanzipatorischen Potentials digitaler Medien. Bis heute gilt Public Netbase als
einer der bedeutendsten Knotenpunkte. Mit dem Buch
Non Stop Future wird die Entwicklung der neuen Praxen in Kunst und
Medien anhand der Wiener Netzplattform nachgezeichnet.
Konrad Becker, World-Information Institute
Branca Curcic, Herausgeberin, Kuda.org
Dieter Daniels, Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung
Robert Misik, Autor und Publizist
Zoran Pantelic, Herausgeber, Kuda.org
Kuda.org
/ Branka Curcic / Zoran Pantelic (Hg.): Public Netbase: Non Stop Future
– New practices in Art and Media. Frankfurt am Main:
Revolver – Archiv
für aktuelle Kunst 2008
www.nonstop-future.org
Dienstag, 24. Juni, 19.00
Antiamerikanismus
und Antisemitismus in Europa
Vortrag
Der Soziologe Andrei S. Markovits beleuchtet, auch in seinem Buch
„Amerika, dich hasst sich´s besser“, die historischen
Wurzeln der europäischen Aversion gegen
die USA und untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem
Antiamerikanismus und Antisemitismus in Westeuropa. Wieso ist es in
Europa kein Problem, negative Sterotype gegenüber AmerikanerInnen
wie dumm, fett, und ignorant zu vertreten, ohne auf Widerspruch zu
stoßen? Ähnliche verbale Ausschreitungen gegenüber
Menschen anderer Herkunft sind heutzutage zum Glück verpönt
und öffentlich nicht mehr tragbar. "Die Aversion gegen Amerika
eint Westeuropa inzwischen mehr als jede andere politische Emotion -
die gemeinsame
Antipathie gegen Israel ausgenommen".
Andrei Markovits, Professor für Politikwissenschaft und Soziologie,
University of Michigan, Ann Arbor USA
Eine Veranstaltung der Studienvertretung Politikwissenschaft der
Universität Wien
Donnerstag,
26.Juni, 19.00
Repression
gegen AktivistInnen aufgrund von §278a StGB
Diskussion
Seit 21. Mai befinden sich AktivistInnen der Tierschutzszene in
Untersuchungshaft, der Vorwurf lautet auf Paragraph 278a StGB -
Mitgliedschaft
in einer kriminellen Organisation, aber bisher ohne konkrete
Tatbeschuldigung. Ende der 1990er Jahre wurde unter Heranziehung dieses
Paragraphen die so
genannte „Operation Spring“ durchgeführt, eine
Verhaftungswelle gegen - speziell auch in der antirassistischen Szene
aktive - Personen, darunter vor
allem MigrantInnen mit prekärem Aufenthaltsstatus.
Diskussionsgrundlage ist hier nicht das Thema Tierrechte sondern die
auf bestimmte politische
AktivistInnen gerichtete Anwendung des §278a durch Polizei und
Staatsanwaltschaft.
Gabriele Sommer, Rechtshilfe
Santa Precaria, EuroMayDay Wien
Eine Veranstaltung des EuroMayDay Wien http://www.euromayday.at
Dienstag, 1.
Juli, 19.00
Erinnerungsbegehren
und Musealisierung
Gespräch
Die
Berliner Museums-und Gedenkstättenlandschaft ist ein paradigmatischer
Ort für die Transformation der Erinnerungsbedürfnisse spätmoderner
Gesellschaften. Das neue Interesse für das negative Gedächtnis zeigt
sich an der „Entdeckung“ der historischen Stätten der
NS-Tätergesellschaft, wie der Topographie
des Terrors und dem Haus
der
Wannsee-Konferenz. An „historischen“ Orten ebenso wie in
neuen
Museums-und Ausstellungs-Formaten wurden museale Repräsentationen eines
Schuldgedächtnisses realisiert, die mittlerweile den nationalen
Container hinter sich gelassen haben und zu Orten einer globalen
Geschichtserzählung geworden sind.
Heidemarie Uhl, Zeithistorikerin, ÖAW
Monika Sommer, schnittpunkt
Eine
Veranstaltung von schnittpunkt ausstellungstheorie & praxis im
Kontext der Berlin-Exkursion Architekturen
des Gedenkens. Narrationen
der Erinnerung im Postnazismus
Freitag,
12. September, 19.00
Focus On: I myself am war!
Talk
The talk will explore alternative discursive
spaces in relation to I
MYSELF AM WAR!,
a project reflecting current complex relational powers that are formed
by representational politics.It presents “subject-positions” rooted in
differential structures mapped out beyond mainstream-ideology towards
de- and re-regulation processes.
Gulsen Bal, Open Space. Zentrum
für Kunstprojekte
Luisa Ziaja, Kunsthistorikerin
Rosa Reitsamer, Soziologin
In Kooperation mit Open Space. Zentrum für Kunstprojekte.
Dienstag, 16. September, 19.00
Dokumentarismen im Kunstfeld
Buchpräsentation und Diskussion
Seit
mehreren Jahren häufen sich dokumentarische Stile im Kunstfeld. Ihr
Auftauchen verweist nicht nur auf einen sich verändernden Kunstbegriff,
sondern auch auf die Transformation dokumentarischer Formen im Kontext
medialer Globalisierung. Diese Umbrüche beeinflussen das Verhältnis zur
Realität: Sie verändern traditionelle Öffentlichkeiten ebenso wie die
Formen ihrer Vermittlung. Die
Farbe der Wahrheit verhandelt klassische Fragestellungen
der Dokumentarismen
anhand von neueren Beispielen aus dem Kunstfeld.
Vrääth Öhner, Film-, Medien- und
Kulturwissenschaftler
Drehli Robnik, Filmwissenschaftler
Hito Steyerl, Filmemacherin und Autorin
Moderation: Peter Grabher, kinoki
Anschließend Party
Hito Steyerl: Die Farbe
der Wahrheit – Dokumentarismen im Kunstfeld.
Wien: Turia + Kant 2008, republicart, Band 8.
In Kooperation mit eipcp – european institute for progressive cultural
policies.
Bei der Veranstaltung wird Kinderbetreuung angeboten (Bedarf bitte bis
spätestens 11. September unter contact@eipcp.net anmelden).
Mittwoch, 17. September, 19.00
Manifesta 7
Review und Diskussion
Die
Manifesta hat sich längst in der europäischen Kunst- Biennalen
Landschaft mit einem ganz eigenen Konzept etabliert: An wechselnden
Standorten präsentiert diese Ausstellung oft noch weniger bekannte
KünstlerInnen und interveniert in ortsspezifische und
identitätspolitische Strukturen. Die diesjährige Manifesta bespielt zur
Zeit vier Schauplätze in Südtirol und im Trentino und damit erstmals
nicht nur eine Stadt sondern eine ganze Region.
Hedwig Fijen, Manifesta
Georg Schöllhammer, Springerin
Moderation: Dominik Portune, Depot
Donnerstag, 18. September, 19.00
Grundeinkommen oder Grundsicherung?
Vortrag und Diskussion
Grundeinkommen
und Grundsicherung sind zwei unterschiedlich Modelle – auch wenn sie
gerne verwechselt werden. Nachdem gerade in den Kunst-, Kultur- und
Medien-Szenen regelmäßig großes Vorschussvertrauen in einen Umbau der
österreichischen Sozialsicherungs-Systeme gesetzt wird, ist es höchste
Zeit, Missverständnisse auszuräumen und gerade hinsichtlich der in
Planung befindlichen „Mindestsicherung“ einen genauen Blick auf
Hintergründe und Auswirkungen unterschiedlicher
Vorschläge zu sozialer Absicherung zu werfen.
Gabriele Michalitsch, Wirtschaftsuniversität
Wien
Moderation: Daniela Koweindl, Kulturrat Österreich
Eine Veranstaltung im Rahmen der Reihe Tatort
Kulturpolitik.
Regie Kulturrat Österreich.
Freitag, 19. September, 19.00
Von der Straße ins Museum
Podiumsdiskussion
Street
Art – sie reicht von Graffiti bis zur Schablonenkunst – ist eine
Kunstform, die den öffentlichen Raum markiert, kommentiert,
manchmal kritisiert. Mittlerweile haben Institutionen
auf
der ganzen Welt die Street Art für sich entdeckt. Die Londoner TATE
Modern widmete ihr gerade ein Ausstellungsprojekt und auch das
MuseumsQuartier Wien eröffnete jüngst eine so genannte „Street-Art-
Passage“. Der Zugang in der Breite Gasse zeigt eine permanente Arbeit
des Pariser Street- Art Künstlers Space Invader und ein Bereich steht
kontinuierlichen
Wechselausstellungen zur Verfügung. Kann solch eine
Institutionalisierung von Street Art glücken und wem dient sie
letztendlich?
Jogi Neufeld, Kurator StreetArt-Passage
Thomas Northoff, Österreichisches GraffitiArchiv für
Literatur, Kunst und Forschung
Nicholas Platzer, 401rush /
Galerie INOPERAbLE
Norbert Siegl, Institut für Graffitiforschung
Dieter Schrage, Kulturwissenschaftler
Moderation: Karl Neumayr, Journalist
Montag,
22. September, 19.00
Wir wählen wieder
Zur Nationalratswahl 2008
Ende
September wird neu gewählt und neben Altbekanntem gibt es auch Neues im
bundesweiten Angebot: RETTÖ wartet auf seinen Einsatz, Die Christen
hoffen auf Gottes Hilfe, die Liberalen sind wieder dabei und auch ein
Fritz steht auf der Liste. In der politischen Mitte wird es immer
enger, darum wird nach rechts nachgerückt, links wäre noch Platz frei,
den will aber kaum wer. Was ist von den österreichischen WählerInnen zu
erwarten, was wird die Wahl diesmal bringen? Was Gewohntes, was noch
Schlimmeres oder eine Überraschung?
Konrad Becker, wahlkabine.at
Anneliese Rohrer, Kurier
Klaus Stimeder, DATUM
Moderation: Monika Mokre, Österreichische Gesellschaft für
Politikwissenschaft
Dienstag, 23. September, 19.00
EU-Grundrechte-Agentur ohne Rechte?
ZARA : Talk
Die
EU-Beobachtungsstelle für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ist Anfang
des Jahres 2008 in der EU-Grundrechteagentur (FRA) aufgegangen. Die
neue Einrichtung beschäftigt sich nunmehr mit dem Thema Menschenrechte
im Allgemeinen und beschränkt ihr Mandat nur auf die Beratung der
EU-Institutionen. Ein Rückschlag für den Kampf gegen Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit?
Morten Kjaerum, EU-Agentur für Grundrechte
Thomas Bergmayr, derstandard.at
Donnerstag, 25. September, 19.00
Wo ist Platz für Kunstkritik?
Podiumsdiskussion
Die
Kunstkritik hat sich zunehmend aus der Tagesberichterstattung und dem
Feuilleton zurückgezogen, gleichzeitig aber in anderen Medien – etwa in
Lifestylemagazinen – ein breites Betätigungsfeld gefunden. Sind diese
Texte mit jenen im Feuilleton oder in klassischen Kunstmagazinen
vergleichbar? Dieser Frage widmet sich auch der Art Critics Award 2008:
Sowohl Kunstzeitschriften als auch Magazine an der Schnittstelle
zwischen Mode, Design und Architektur wurden über 3 Monate lang für die
Vergabe des Preises beobachtet. Die Ergebnisse dieser Medienbeobachtung
liefern einen Status Quo des Schreibens über Kunst.
Andrea Winklbauer, Kunstkritikerin
Elisabeth Gottfried, Eikon
Thomas Weber, the gap
Moderation: Lioba Reddeker, basis wien
Eine Diskussionsreihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und
der Kunstwerft.
Freitag, 26. September, 17.00
Place-Making Politics in Contested Cities
Lectures and Roundtable
Upon
the fierce competition between cities and regions, topdown and
bottom-up cultural strategies have been deployed for urban and image
regeneration. With reference to flagship cultural landmarks, the
advocacy of public art and the use of other cultural apparatus for
urban development, international speakers will discuss the problems and
perspectives of current place-making practices in city regions both in
Europe and Asia.
Another focus will be on alternative place-making strategies through
community-based projects and art interventions.
17.00: Lectures
Keynote: Jim Segers, Citymine(d), London / Brussels
Vitus Weh, quartier 21, Vienna
Ricky Renier, Art in Public Space, Vienna
Howard Chan, Community Museum Project, Hong Kong
Feld 72 – Architecture and Urban Strategies, Vienna
Anthony Po-Shan Leung, Performance Artist, Editor of Inmedia Hong Kong
18.30: Roundtable
Moderation: Elke Krasny, cultural theorist, curator, Vienna
Concept and organisation: Urban
Imaginary Series is initiated and
curated by Hilary Tsui, the founder of city transit Asia-Europe – a
non-profit platform for arts exchange, urban discourse and research
cooperation between Asian and European cities.
Eine Veranstaltung von city-transit Asia-Europe.
Sonntag, 28. September, 17.00
Nationalratswahl 2008
ORF-Übertragung
Montag, 29. September, 19.00
Die Schule demokratisieren
kinokis mikrokino #154
Schulmodelle aus Deutschland, Dänemark und
Israel setzen radikale Demokratie in „lernende Institutionen“ um. Der
Film Demokratische
Schulen zeigt Interviews und Bilder aus dem Alltag der
dänischen Næstved Fri Skole. Pretty
Cool System porträtiert eine der größten Demokratischen
Schulen weltweit die 1987 in Israel gegründet wurde. Zéro de conduite,
von der Zensur verboten, dokumentiert die Rebellion unterdrückter
Schüler in einem französischen Provinzinternat.
Anschließend
Gespräch mit Lotte Kreissler, Demokratische Bildungsarbeit und
integrative Konfliktberatung nach der Transcend-Methode
Demokratische
Schulen (D 2006), Regie: Jan Gabbert, Prod.: K.R.Ä.T.
Z.Ä., 35 min
Pretty Cool
System. Leben und Lernen an der Demokratischen Schule
in Hadera
/ Israel (D 2005), Regie & Prod.: K.R.Ä.T. Z.Ä., 41 min
Zéro de
conduite / Betragen nicht genügend (F 1933), Regie: Jean
Vigo , 44 min, frz. OmdU
Dienstag, 30. September, 19.00
Tausend Maschinen
Vortrag und Buchpräsentation
Tausend
Maschinen. Eine kleine Philosophie der Maschine als sozialer Bewegung
ist eine differenzierende Würdigung und Weiterentwicklung des Begriffs
der Maschine, wie er von den französischen Philosophen Félix Guattari
und Gilles Deleuze
vorgeschlagen wurde: die Maschine nicht mehr als
technische Anlage, sondern als soziale Zusammensetzung und Verkettung.
Aus der Untersuchung einer Vielzahl von filmischen,
literarischen
und performativen Mikropolitiken wird der Begriff der abstrakten
Maschine und die Geschichte des Euromayday als transnationale,
aktivistische und diskursive Praxis entfaltet.
Gerald Raunig, Philosoph, eipcp
Moderation: Tom Waibel, Philosoph
Gerald Raunig: Tausend
Maschinen. Eine kleine Philosophie der Maschine als sozialer Bewegung.
Band 7 der Reihe „es
kommt darauf an“, Wien: Turia + Kant 2008.
In Kooperation mit eipcp und Turia + Kant.
Montag, 6. Oktober, 19.00
Gedenkjahr 2008
Gespräch
Die
Veranstaltungen zum Gedenkjahr 2008 gingen mehr oder weniger routiniert
und kaum beachtet über die Bühne. An den Anschluss Österreichs an
Hitlerdeutschland und an die Parlamentsausschaltung durch Dollfuß will
Österreich nicht so gerne erinnert werden. Wie schon das Gedenkjahr
1988 im Schatten der Affäre Waldheim bewies, verrät der Umgang
mit
Geschichte nicht nur viel über die Vergangenheit, sondern auch einiges
über die Gegenwart. Mit welchen Geschichtsbildern operieren AkteurInnen
der Vergangenheitspolitik? Welche Strategien in der Interpretation von
Geschichte verfolgen sie?
Heidemarie Uhl, ÖAW Österreichische Akademie
der Wissenschaft
Peter Larndorfer, Verein Gedenkdienst
In Kooperation mit Gedenkdienst.
Dienstag, 7. Oktober, 19.00
Art Following the Trend? Artists‘ Voices
Podiumsdiskussion
Durch
die Erweiterung des Kunstbegriffs entstanden neue Arbeitsfelder, die
den Schwerpunkt auf einen operativen Einsatz von künstlerischen
Kompetenzen legen: KünstlerInnen arbeiten als VermittlerInnen in
gesellschaftlichen Bereichen. Wo liegen die Grenzen zwischen
künstlerischem Anspruch und sozialen Notwendigkeiten? Welche Methoden
der Kommunikation fließen in solche Kunstprojekte ein und welche Rolle
spielen Laien-TeilnehmerInnen bei künstlerischen Projekten?
Sini Coreth, freischaffende Künstlerin
Elizabeth McGlynn, Universität für angewandte Kunst
Amina Handke, Okto TV
Barbara Putz-Plecko, Universität für angewandte Kunst
Moderation: Alexandra Reill, kanonmedia
Eine Veranstaltung von kanonmedia.
Mittwoch, 8. Oktober, 19.00
Bündnis gegen den Rechtsruck
Strategien gegen Rechts
Die
Republik hat gewählt und ist wieder ein Stück weiter nach rechts
gerutscht. Was ist zu tun? Aussitzen und auf bessere Zeiten hoffen?
Aktiv werden und Widerstand leisten? Welche Widerstandsformen sind
zielführend? Und: können gemeinsame Ziele definiert werden? In einem
ersten Brainstorming wollen wir ein BÜNDNISS GEGEN DEN RECHTSRUCK
diskutieren, versuchen gemeinsam Strategien zu entwickeln, wie mit den
Entwicklungen umgangen werden kann und soll.
Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Moderation: Hikmet Kayahan
Donnerstag, 9. Oktober, 21.15
Familienbande
Film und Theorie
Affliction
erzählt von gebrochenen Männern, denen es
nicht
gelingt, sich aus ihren gewaltgeprägten Beziehungsgeschichten zu
befreien. Absonderung, Ausweglosigkeit und die Flucht in Gewalt – ein
Themenkomplex, welcher Schrader seit seinem Drehbuch für Scorseses Taxi Driver nie
mehr losgelassen hat. Schrader dazu: „Ich mag genau
die Charaktere, die andere nicht für einen Filmhelden ge -eignet
halten. Angeblich weil sich der Zuschauer damit
nicht identifizieren kann. Aber wenn man die Welt aus ihrer Perspektive
sieht, dann wird sie sehr interessant.“
Philipp Penetzdorfer, Musiker, DJ, Innsbruck
Affliction /
Der Gejagte (USA 1997), Regie: Paul Schrader, wird um
19.00 Uhr im Topkino, Rahlgasse, 1060 Wien gezeigt.
Montag,
13. Oktober, 18.30
Pro-europäisch und EU-kritisch
Vortrag
Nach
dem Nein Irlands zum EU-Reformvertrag reichte die Stimmungslage von
euphorischer Freude bis zu resignativer Ernüchterung. Doch wer jubelte
hier aus welchen Gründen und wer fürchtete um das „europäische
Projekt“? Die ins Feld geführten Gründe für die Ablehnung waren ebenso
widersprüchlich wie die Gründe für eine Zustimmung. Daraus ergibt sich
dringende Bedarf, das Spannungsverhältnis zwischen EUKritik,
Nationalismus und pro-europäischer Haltung zu klären.
Heribert Schiedel, DÖW Dokumentationsarchiv
des österreichischen Widerstandes
Eine Veranstaltung der Grünen Bildungswerkstatt in Kooperation mit
Context XXI.
Dienstag, 14. Oktober, 19.00
From the Off of Public Space
Presentation and Discussion
The
concept of Off-Spaces deals with proportions of power that are
articulated in claims of space. The presentation of artworks in public
spaces can sometimes mean strategic action in systematic structures.
Which are the aesthetic strategie used to intervene and subvert the
dominant conditions of such spaces? Activistic art workers living in
different cities present their projects and talk about questions that
arise when public space and art space converge.
Marco Baravalle, S.A.L.E, Venice
Zoe Gudovic, žene na delu, Belgrade
Martin Krenn, artist, Vienna
Moderation: Gerald Raunig, philosopher, Vienna
Donnerstag, 16. Oktober, 19.00
Österreicherinnen im KZ Lichtenburg
Vorträge und Gespräche
Unmittelbar
nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die ersten
Österreicherinnen in ein bis heute nahezu unbekanntes
Konzentrationslager deportiert: die Lichtenburg
in Sachsen-Anhalt.
Bis zur Fertigstellung des Frauen-KZ Ravensbrück im Mai 1939 diente es
als Frauenlager. Anhand von Biografien ehemaliger Häftlinge und einer
österreichischen Aufseherin soll mit der Geschichte des KZ Lichtenburg
ein Schlaglicht auf den Beginn der Ver folgung widerständiger und
„gemeinschaftsfremder“
Frauen geworfen werden. Zwei Nachkommen dieser ersten Häftlinge werden
zudem erläutern, wie die Erinnerung an die Mutter bzw. Großmutter
tradiert wurde.
Brigitte Halbmayr, Sylvia Köchl und Maria
Newald, ÖLGR Österreichische
Lagergemeinschaft Ravensbrück
Anschließend Gespräche mit Svetlana Hromin-Heidler und Tanja Maché
In Kooperation mit ÖLGR Österreichische Lagergemeinschaft
Ravensbrück.
Die ÖLGR lädt anschließend zu einem kleinen Buffet.
Freitag, 17.Oktober, 19.00
Wirksame Strategien gegen Rassismus
Podium
Unerwartete
und massenhafte Solidarisierung mit Flüchtlingsfamilien hat ein Jahr
lang die österreichische Innenpolitik verwirrt. Die öffentliche
Unterstützung für die Flüchtlingshelferin Ute Bock zeigt ebenfalls sehr
deutlich, dass für menschlichen Umgang mit Flüchtlingen genügend
Rückhalt vorhanden ist. Ob diese gute Stimmung genutzt werden kann, um
Fortschritte im Kampf gegen Rassismus zu erzielen, hängt von den
richtigen Strategien ab.
Ute Bock, Flüchtlingshelferin, Wien
Philipp Sonderegger, SOS Mitmensch
Dina Murati, Flüchtling, Aktivistin in der Bleiberechtsbewegung
Manfred Ecker, Linkswende
Eine
Veranstaltung von Linkswende als Auftakt
zum
antikapitalistischen Kongress ,Marx is muss'; 18. und 19. Oktober im
Amerlinghaus
Dienstag, 21. Oktober, 19.00
Remixing und User Generated Content
Vortrag
Das
Urheberrecht schützt das Autorsubjekt und sein geistiges Eigentum, wie
sie im 18. und 19. Jahrhundert formuliert wurden. Die Medienumwelt des
21. Jahrhunderts dagegen stützt das Remixing bestehender Werke und eine
geistige Großzügigkeit und Promiskuität. In Appropriation,
Tropikalisierung, Hybriden und Mash-Ups verschwinden die AutorInnen
nicht etwa, doch als Kristallisationspunkt von Reputation wird ihre
Funktion neu ausgehandelt, zwischen Persönlichkeitsrechten und
Kunstfreiheit, zwischen Erwerbsarbeit der Profis und Selbstausdruck
aller.
Volker Grassmuck, Medienwissenschaftler,
Hannover
In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst.
Mittwoch, 22. Oktober, 19.00
Roma in Österreich
ZARA : Talk
Nach
den Vertreibungen rumänischer Roma in Italien und deren Flucht unter
anderem nach Österreich rückte die größte Minder heit Europas wieder in
die Schlagzeilen. Viel wurde über ihre Situation in den ost- und
südeuropäischen Ländern berichtet, nur sehr wenig hingegen über jene
Roma, die in Österreich leben: Wie steht es um ihre Chancen?
Ilija Jovanovic, Romano Centro
Emmerich Gärtner-Horvath, Roma-Service
Donnerstag, 23. Oktober, 19.00
Formen der Kritik
Podiumsdiskussion
Die
strikte Separation einzelner Kunstfelder wie bildende Kunst, Literatur,
Musik und Film wird zwar oft hinterfragt, aber trotzdem wird an ihr
festgehalten. Entsprechend hat jedes diese Felder seine eigenen
Funktionsweisen. Was bedeutet das für die jeweiligen KritikerInnen, an
welche ungeschriebenen Gesetze
und Bedingungen sind sie gebunden, und wie wirken
sich Netzwerke und Verquickungen innerhalb einer Szene auf das
Schreiben aus?
Brigitte Borchhardt-Birbaumer, Kunstkritikerin
Martin Blumenau, Musikkritiker
Daniela Strigl, Literaturkritikerin
Maya McKechneay, Filmkritikerin
Moderation: Erwin Uhrmann, Kunstwerft
Eine Diskussionsreihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis wien und
der Kunstwerft.
Freitag, 24. Oktober, 19.00
Öffentlichkeiten jenseits des Malestream
Buchpräsentation
Feministische
Medien haben die Welt verändert. Medien dienten nicht alleine der
Formulierung von Forderungen, sondern als szeneinterne Foren auch der
Formierung unterschiedlichster Frauenbewegungen. Anlässlich des
25-jährigen Jubiläums des feministischen Magazins an.schläge wirft ein
Sammelband
den Blick auf Geschichte und Gegenwart feministischer Medienvielfalt:
vom Flugblatt zum Fanzine, von der Lesbenpresse zum TV-Magazin. Das
Buch erhebt den Status Quo der mittlerweile höchst differenzierten
medialen Landschaft und diskutiert dabei Ansätze, Probleme und
Paradigmenwechsel feministischer Medienproduktion.
Saskya Rudigier, Redakteurin, an.schläge
Lea Susemichel, Redakteurin, an.schläge
Lea Susemichel, Saskya Rudigier, Gabi Horak (Hg.): Feministische Medien.
Öffentlichkeiten jenseits des Malestream. Ulrike Helmer
Verlag, 2008.
Montag, 27. Oktober, 19.00
Sneaker Stories
kinokis mikrokino #155
Sneaker
Stories
begleitet drei Jugendliche aus Wien, Brooklyn und Ghana, die für ihre
Basketball-Karriere alles geben. Sie lassen Schule, Jobs und
Sicherheiten sausen, um so zu werden, wie ihre Idole aus der
Turnschuhwerbung. Sneaker Stories sucht die Spuren der Macht von
Konsum und Globalisierung in den Träumen urbaner Jugendlicher. In
zurückhaltenden Beobachtungen ihres Alltags auf drei Kontinenten
erfasst der Film die realen Auswirkungen der globalen Marketingschlacht
um das Fetischobjekt ,Turnschuh‘.
Anschließend Gespräch mit Katharina Weingartner.
Sneaker
Stories (A / USA 2008), Regie: Katharina
Weingartner,Produktion: Markus Wailand / Pooldoks, 95 min
Donnerstag,
30. Oktober, 19.00
Alternative Ökonomien,
alternative Gesellschaften
Buchpräsentation und Diskussion
Seit
dem Zusammenbruch des real existierenden Sozialismus erscheint
Kapitalismus alternativlos. Ohne Gegenmodell zum herrschenden System
haben es alternative Konzepte einer ökonomischen und gesellschaftlichen
Entwicklung schwer. „Alternativen“ werden in den alten
Industriestaaten nur dort breiter diskutiert, wo sie bestehende
Machtverhältnisse nicht in Frage stellen. Andere sozio-ökonomische
Ansätze kämpfen mit dem Stigma des Utopischen und bleiben von einer
ernsthaften Auseinandersetzung weitgehend ausgeschlossen.
Oliver Ressler, Künstler
Karin Schönpflug, Ökonomin
Oliver Ressler (Hg.): Alternative
Ökonomien, alternative Gesellschaften. Wien: Promedia 2008.
Freitag,
31. Oktober, 19.00
Psychiatrie und Migration
Podiumsdiskussion
Psychiatrische
PatientInnen mit Migrationshintergrund sind doppelt fremd. Einerseits
bezüglich ihrer Erkrankung, andererseits bringen sie aufgrund der
Migration vielfältigere Lebenskontexte mit als andere PatientInnen.
MigrantInnen werden weniger umfassend behandelt, Probleme werden oft
später erkannt,
es gibt seltener Betreuungsgespräche und Medikamente
werden häufiger eingesetzt. Dem Gesundheitssystem fehlt es an
Mehrsprachigkeit, eine zeitgemäße Psychiatrie muss aber eine
kultursensible Diagnostik und Behandlung bereitstellen.
Solmaz
Golsabahi, Klinik für Psychiatrie, Hamm
Friedrun Huemer, Verein Hemayat
Sanda Schmidjell, Peregrina
Thomas
Stompe, Universitätsklinik für Psychiatrie, Wien
Dienstag, 4. November, 21.15
REQUIEM
Film und
Theorie
Eine
junge Frau verlässt ihr streng katholisches Elternhaus, um ein Studium
zu beginnen. Glücklich, das kleinbürgerliche Umfeld hinter sich
gelassen zu haben, genießt sie die ersten Schritte in der neuen
Freiheit und findet schnell Freunde. Doch sie wird von ihrer
Vergangenheit eingeholt: Trotz ärztlicher Behandlung hat sie immer
öfter mit epileptischen Anfällen und Wahnvorstellungen zu kämpfen. Sie
hört Stimmen und glaubt, von Dämonen besessen zu sein. Schließlich
begibt sie sich in die Obhut eines jungen Priesters und stimmt einem
Exorzismus
zu.
Robert Buchschwenter, Filmwissenschaftler
REQUIEM (D 2006), Regie: Hans Christian Schmid, wird um 19.00 Uhr im
Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt
Donnerstag,
6. November, 19.00
„Dies ist
kein Gottesstaat!“
Buchpräsentation
Die
Qualität eines demokratischen Rechtsstaates zeigt sich in Zeiten des
internationalen Terrorismus am Umgang mit den Bedrohungsszenarien, mit
denen dieser sich konfrontiert sieht. „Dies ist kein Gottesstaat!“ soll
auf die Notwendigkeit der Verteidigung von Demokratie und
Rechtsstaatlichkeit vor Terrorismus und islamistischem Totalitarismus
hinweisen und gleichzeitig die Gefahr einer Aushöhlung
rechtsstaatlicher Prinzipien durch Formen der Terrorismusbekämpfung
darstellen, die selbst Schritte in Richtung eines autoritären
Überwachungsstaates setzen.
Eva Pentz, Georg Prack, Thomas Schmidinger,
Thomas Wittek, AutorInnen
Moderation: Mary Kreutzer, Journalistin
Eva
Pentz, Georg Prack, Thomas Schmidinger, Thomas Wittek: „Dies ist kein
Gottesstaat!“ Terrorismus und Rechtsstaat am Beispiel des Prozesses
gegen Mohamed M. und Mona S. Wien: Passagen Verlag 2008
Samstag, 8.
November, 14.30 – 19.00
Schaffen
Fotos Fakten?
Vorträge und
Diskussion
Während
dokumentarische Strategien in der zeitgenössischen Kunst zunehmend
aktuelle gesellschaftliche und politische Themen in den
Ausstellungsraum tragen, ist das Medium Fotografie in den
Geschichtswissenschaften in den letzten Jahren einer kritischen
Reflexion als historische Quelle unterzogen worden. Eine Zusammenschau
beider Perspektiven lotet Möglichkeiten und Grenzen eines Mediums aus,
das ebenso in seinem manipulativen Charakter wie in seiner
investigativen Qualität zur Diskussion gestellt wird.
Cornelia
Brink, Historikerin, Universität Tübingen: Zur Erweiterung
quellenkritischer Analysen um die Reflexion ethischer und politischer
Implikationen der Präsentation dokumentarischer Aufnahmen.
Heidemarie
Uhl, Historikerin, Österreichische Akademie der Wissenschaften: Über
Präsentationsweisen und Narrative von Fotografien,die die NS-Zeit
thematisieren, in unterschiedlichen Museen und Ausstellungskontexten.
Friedrich
Tietjen, Kunsthistoriker, Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig:
Die Fotografie als wissenschaftliches Bildmedium der Kunstgeschichte.
Franz
Jud, Kunsthistoriker, Wien: Analyse zum Umgang mit Dokumentationen in
Ausstellungen zeitgenössischer Kunst und dem Dilemma des Authentischen.
Fotos
Schaffen Fakten. Schaffen Fotos Fakten? Dokumentarische Bilder zwischen
Illustration und Kritik ist eine Veranstaltung von schnittpunkt im
Rahmen des Monats der Fotografie
Montag 10. November,
19.00
Zeitzeugengespräch
mit Fritz Zawrel
Fritz
Zawrel wurde mit 11 Jahren in die Kinderfachabteilung „Am
Spiegelgrund“ eingewiesen, die bekannteste Wiener
„Erziehungsanstalt“ im Nationalsozialismus. Hier wurden nicht nur
behinderte Kinder missbraucht und massenweise getötet, sondern auch so
genannte „asoziale“ Kinder und Jugendliche, zu denen Fritz Zawrel
zählte, interniert. Fritz Zawrel überlebte die Anstalt, musste später
jedoch wieder auf seinen früheren Peiniger Dr. Heinrich Gross
treffen und am eigenem Leib erfahren, wie man in Österreich mit Tätern
aus der Zeit des Nationalsozialismus verfährt.
Susanne Üblackner im Gespräch mit Fritz Zawrel
Eine
Veranstaltung von Gedenkdienst und der
Bundesjugendvertretung im Rahmen der Enquete "Kinder und
Jugendliche im Nationalsozialismus"
Dienstag, 11.
November, 19.00
Antihelden in
Comicverfilmungen
Buchpräsentation
und Diskussion
Comicverfilmungen
der letzten Jahre favorisieren einen speziellen Heldentypus: den
Antihelden. Als Protagonisten von Graphic Novels – Comics aus der
Independent-Szene mit literarischem Anspruch – bieten sie vor allem
aufgrund ihrer vielschichtigen Charakterzüge im Vergleich zu den
allbekannten klassischen Superhelden ein breiteres Diskussionsspektrum.
Die nun publizierte Diplomarbeit Der Antiheld hat viele Gesichter
beschäftigt sich mit den Antihelden Figuren Hellboy, Enid und
Constantine. Analysiert werden die Veränderungen und Kontinuitäten des
jeweiligen Antiheldentypus vom Comic zum Film sowie die intermedialen
Faktoren.
Thomas Ballhausen, Film und
Literaturwissenschaftler
Barbara Kainz, Theater,Film und Medienwissenschaftlerin
Simon Ofenloch, Filmwissenschaftler, Frankfurt / Main
Andreas Rauscher, Filmwissenschaftler, Mainz
Anschließend Party
Barbara Kainz: Der Antiheld hat viele Gesichter. Image und Motive einer
Heldenspezies in Comicverfilmungen. Wien: Löcker 2008
Mittwoch, 12.
November, 19.00
Novemberpogrom
1938 in ZeugInnenberichten
Vortrag und
Diskussion
Die
"Kristallnacht" wird in Geschichtswerken zumeist nur als eine Art
„Vorspiel“ zur Vernichtung europäischer Juden und Jüdinnen
interpretiert. In vielen ZeugInnenberichten aus den Jahren 1945 bis
1950 wird zwar hin und wieder die Flucht aus Deutschland mit 1938
angeführt, die "Kristallnacht" allerdings findet kaum Erwähnung. Der
protokollierte Zeitraum der Berichte von Holocaust Überlebenden beginnt
oft unmittelbar mit den Deportationen und endet mit der Befreiung aus
den Konzentrationslagern. Erst später findet sich auch die Zeit der
langjährigen Verfolgung vor den Deportationen in den ZeugInnenberichten.
Veronika Zangl, Institut für Theater,Film und
Medienwissenschaft,
Institut für Germanistik, Universität Wien
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag,
13. November, 19.00
erinnern,
zweifeln, handeln
kinokis
mikrokino # 156
Als
Kind des Roten Wien und politische Aktivistin im Widerstand gegen den
Nationalsozialismus, mit Mutter, Bruder und GenossInnen verhaftet nach
Ravensbrück deportiert: Für das Filmporträt montiert die Regisseurin
Interviews mit Hilde Zimmermann aus dem Videoarchiv Ravensbrück mit
Erinnerungen derer, für die sie wichtig war: Verwandte, FreundInnen und
junge Frauen, die Hilde Zimmermann in den Neunzigern zur Mitarbeit bei
der Lagergemeinschaft Ravensbrück einlud.
Ulli Fuchs, Projektkoordinatorin erinnern für
die zukunft, Wien Mariahilf
Brigitte Halbmayr, Soziologin, Lagergemeinschaft Ravensbrück
Tina Leisch, Film,Text und Theaterarbeiterin
Gabriele Zimmermann, Soziologin
Harry Zimmermann, Jurist
Hilde Zimmermann (Arbeitstitel, A 2008), Regie: Tina Leisch, ca. 65
min,Rohschnittscreening
Montag, 17. November,
19.00
Rassistische
Diskriminierungen in der Arbeitswelt
ZARA:Talk
Rassistische
Diskriminierung am Arbeitsmarkt gibt es, und sie passiert täglich, ob
sich das nun in schlechteren Arbeitsbedingungen, schlechterer
Bezahlung, größeren Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche,
Nichtanerkennung ausländischer Studienabschlüsse oder auch durch
Mobbinghandlungen von MitarbeiterInnen ausdrückt. Wo liegen die größten
Herausforderungen in diesem Bereich, welche Lösungen könnte es geben
und was macht die Arbeiterkammer gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz?
Barbara Liegl, ZARA-Geschäftsführerin
Herbert Tumpel, Präsident der Arbeiterkammer
Moderation: Maria Sterkl, derStandard.at
Dienstag, 18.
November, 19.00
Amateure im
Netz
Buchbesprechung
Amateure
im Netz untersucht die Medialisierung des Alltags in Online Tagebüchern
und Weblogs. Seit dem Aufkommen sozialer Portale wie Facebook und Xing
und userInnengenerierter Formate wie YouTube und Wikipedia
kristallieren sich neuartige diskursive und mediale Verfahrensweisen
heraus. Die Spielregeln der neuen Repräsentationspolitik und
Wahrnehmungskultur werden analysiert und die medienspezifischen
Prozeduren sozialer Normalisierung und Subjektkonstitution aufgezeigt.
Susanne Lummerding, Institut für Theater,Film
und Medienwissenschaft, Universität Wien
Mela Mikes, Podcasterin, Team Teichenberg
Ramón Reichert, Medientheorie, Kunstuniversität Linz
Franz Zeller, ORF Wissenschaftsredakteur
Ramón Reichert: Amateure im Netz. Selbstmanagement und Wissenstechnik
im Web 2.0. Bielefeld: transcript 2008
Donnerstag,
20. November, 19.00
Vom
Gartenkünstler zur Landschaftsarchitektin
Vortrag
Das
Berufsfeld der Landschaftsarchitektur entwickelte sich ab dem 19.
Jahrhundert aus dem Aufgabenfeld des Gartenkünstlers und wurde durch
die erste berufsständische Interessenvertretung in
Deutschland
repräsentiert. Im Allgemeinen als apolitischer Bereich betrachtet,
wurde spätestens mit der Gleichschaltung auch dieser
Interessenvertretungen unter der nationalsozialistischen Diktatur
deutlich, dass die Landschaftsarchitektur kein ideologiefreies Feld ist.
Joachim Wolschke Bulmahn, Institut für
Landschaftsarchitektur, Leibniz Universität Hannover
Eine Veranstaltung des Institutes für Landschaftsarchitektur,
Universität für Bodenkultur Wien
Montag,
24. November, 19.00
Ästhetik des
Urheberrechts
Vortrag und
Diskussion
Die
Entwicklung der Künste in der Moderne verläuft seit dem 18. Jahrhundert
in enger Wechselwirkung mit der Herausbildung des Urheberrechts.
Ursprünglich regelte das Urheberrecht nur die Rechte an der Verbreitung
von Druckwerken, in der Folge wurde sein Zuständigkeitsbereich
sukzessive ausgedehnt mit erheblichen Konsequenzen für die Freiheit in
der
Entwicklung neuer Werke: Das Urheberrecht erweist sich als die
gesellschaftlich normative Bedingung der Möglichkeit moderner Kunst und
zugleich als Schranke ihrer Entwicklung. So wie urheberrechtliche
Normen ästhetische Konsequenzen zeitigen, spielen im Streit um ihre
Legitimität oder Revisionsbedürftigkeit ästhetische Präferenzen eine
wesentliche Rolle.
Eberhard Ortland, Institut für Philosophie, Universität Hildesheim
In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst
Dienstag, 25.
November, 19.00
Jenseits von
Subversion und Affirmation
Buchpräsentation
und Diskussion
Das
Depot möchte alle EmpfängerInnen unseres Folders darauf hinweisen, dass
der Text, der im Folder November/Dezember abgedruckt
wurde, nicht dem von der Autorin übermittelten Text entspricht. Durch
unsere Kürzungen und Verschiebungen für das Layout wurde der Sinn
entstellt, danach der Text leider nicht mehr korrigiert.
Wir entschuldigen uns hierfür vielmals.
Untenstehend nun der korrekte Text:
Ironie, Montage oder Verfremdung stellen Versuche dar,
unkontrollierbare Ereignisse der Wahrnehmung zu kalkulieren. Im
Unterschied zu gängigen kulturwissenschaftlichen Sichtweisen, für die
solche ästhetische Taktiken eine politisch "subversive" oder
"transgressive" Wirkung gleichsam in sich tragen,
wird eine Lesart vorgestellt, die zeigt, wie unser Handeln im
öffentlichen Raum auf stets überraschende und zwiespältige Weise in
Auseinandersetzungen um den
Umbau der Gesellschaft involviert ist. Ziel dieser Neubefragung ist es,
eingefrorene Beurteilungsweisen zu überwinden und einen veränderten
Blick auf
Kontinuitäten und Innovationen bezüglich des politischen Gebrauchs von
Ironie, Montage oder Verfremdung zu gewinnen.
Helmut Lethen, IFK Internationales
Forschungszentrum Kulturwissenschaften, Wien
Gabriele
Sorgo, Fachbereich pädagogische Anthropologie der Institute
für
Erziehungswissenschaften der Universitäten Graz u. Innsbruck
Anna Schober, Institut für Zeitgeschichte, Universität Wien
Moderation: Wladimir Fischer, Ludwig-Boltzmann-Institut für
Stadtgeschichtsforschung Wien
Anna
Schober: Ironie, Montage, Verfremdung. Ästhetische Taktiken und die
politische Gestalt der Demokratie. München: Wilhelm Fink Verlag 2008
Donnerstag,
27. November, 19.00
Let’s Make
MONEY
Let’s talk
about … SCRIPTS!
Mit
seinem Film Let’s Make MONEY folgt Erwin Wagenhofer der Spur des Geldes
im weltweiten Finanzsystem dorthin, wo spanische Bauarbeiter,
afrikanische BäuerInnen oder indische
ArbeiterInnen unser Geld
vermehren und selbst arm bleiben. Er blickt hinter die Kulissen der
bunten Prospektwelt von Banken und Versicherungen, zeigt die gefeierten
FondsmanagerInnen,
die das Geld ihrer KundInnen jeden Tag aufs Neue
anlegen und Unternehmen, die zum Wohle ihrer AktionärInnen ein fremdes
Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig sind
und die Umwelt egal ist.
Erwin Wagenhofer, Drehbuchautor und Regisseur im Gepräch mit Constantin
Wulff
Let’s Make MONEY (A 2008), Allegro Film, Regie: Erwin Wagenhofer,
Kinostart 31. 10. 2008
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit
dok.at
Freitag,
28. November, 17.00
Kunstkritik
in der Ausbildung
Podiumsdiskussion
Was
in englischsprachigen Ländern schon längst angeboten wird, hat den Weg
nach Mitteleuropa noch nicht gefunden: eine theorie- und
praxisorientierte Ausbildung für KunstkritikerInnen. Hier ist eine
Rollendefinition zu schärfen, die derzeit zwischen
Journalismus,
KuratorInnentum und Kunsthistorie hin und her pendelt. Da die
Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, kann sich jede/r KunstkritikerIn
nennen und auch als solche/r tätig sein. Welche Ausbildung oder
Tätigkeit legitimiert zur Kunstkritik?
Sybille Omlin, Kunstpublizistin, Hochschule
für Gestaltung und Kunst Basel
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin, Wien
Ulf Wuggenig, Soziologe, Universität Lüneburg
Thomas Wulffen, Kunstkritiker, Berlin
Moderation: Dominik Portune, Depot
Erbarmungslos – Eine Reihe zur Kunstkritik in Kooperation mit basis
wien und der Kunstwerf
Montag, 1. Dezember, 19.00
LIP oder die
Macht der Phantasie
kinokis
mikrokino # 157
1973
besetzen ArbeiterInnen des renommierten Uhrenherstellers LIP in
Besançon die Fabrik. Aus einem harten Arbeitskampf hatte sich das
Undenkbare entwickelt: Zusammen mit den Gewerkschaften beschließen die
ArbeiterInnen die Übernahme der Uhrenproduktion in Eigenregie. Ihre
Aktion schlägt international hohe Wellen und erfährt breite Solidarität.
Zwei
Jahre lang gelingt es ihnen, das Experiment der Selbstverwaltung am
Laufen zu halten und Entlassungen zu verhindern, bis die Fabrik 1975
zerschlagen wird. Christian Rouauds Dokumentarfilm entwirft eine
Chronologie der Ereignisse und lässt die AktivistInnen von damals zu
Wort kommen.
Anschließend Gespräch mit Peter Grabher, kinoki
LIP oder die Macht der Phantasie / Les LIP, l’imagination au pouvoir (F
2007), Regie: Christian Rouaud, 118 min, dt. Fassungt
Dienstag, 2. Dezember, 19.00
ÄSTHETISCHES
KNOW-HOW
Präsentation
und Künstlergespräch
Das
transdisziplinäre Forschungsprojekt ÄSTHETISCHES KNOWHOW. Sprache –
Technologie – Medialität untersucht, welchen Einfluss Sprachmedien wie
Schrift oder Soundtechnologien
auf die Wahrnehmung von Texten haben.
LOOP, das Institut für systemische Medienforschung, interviewt 15
Wiener KünstlerInnen zu ihrem Knowhow über die Anwendung von Medien,
Materialien und Techniken. Am Beispiel des Experten-Interviews mit
Ferdinand Schmatz stellen die Projektleiterinnen die theoretischen und
methodischen Grundlagen des Forschungsdesigns
vor.
Katharina Gsöllpointner, LOOP. Institut für systemische Medienforschung
Sibylle Moser, LOOP. Institut für systemische Medienforschung
Ferdinand Schmatz, Autor
Mittwoch, 3.
Dezember, 19.00
Von Adorno zu
Foucault
Vortrag und
Gespräch
Ausgehend
von einer Kritik an Ulrich Bröcklings Das unternehmerische Selbst wird
gezeigt, was passiert, wenn die Begriffe Adornos einfach gegen jene von
Foucault eingetauscht werden:
Die Begriffsbildung à la Foucault
lässt es nicht zu, von einer Bedeutung des Nationalsozialismus für die
aktuelle Subjektkonstitution sprechen zu können. Warum das so ist,
erklärt ein Rekurs auf die Philosophiegeschichte anhand einer
Verschiebung im „Begriff vom Begriff“, die vom Augustinischen
Trinitätsbegriff hin zur Hegelschen und Negativen Dialektik
stattgefunden hat und sich schon bei Abaelard nachweisen lässt.
Manfred Dahlmann, ça ira Verlag, Freiburg
Moderation: Gerhard Scheit
Eine Veranstaltung von Café Critique
Donnerstag,
4. Dezember, 19.00
Blut in den
Mund
Buchpräsentation
und Gespräch
Hermann
Nitschs künstlerischer Orgiasmus ist ein anerkannter Großversuch am
Mythos. So sehr der Künstler betont, dass es ihm darum gehe, den Weg
einer wortlosen, introspektiven Erfahrung zu finden, hat er sich doch
immer wieder erklärend zu seiner Arbeit zu Wort gemeldet. Blut in den
Mund versammelt über 700 Aussagen, die sich dem Aphorismus annähern.
Keine
authentischen Zaubersprüche eines Meisters, sondern ein strenges
Begriffsgeflecht, das auf Nitschs kontinuierliche Selbstdeutung
zurückgeht. Vernetzte Stichworte erlauben es, seine Theorie diachron zu
verfolgen und zugleich synchron Tiefenschichten des Werkes aufzuspüren.
Wolfgang Koch im Gespräch mit
Lajos Adamik, Kunstvermittler, Budapest
Ivon Czermak, Künstlerin
Peter Gorsen, Kunsthistoriker
Wolfgang
Koch: Blut in den Mund. Hermann Nitsch am Wort. Von A – Z, Reihe Europa
erlesen, Klagenfurt / Celovec: Wieser Verlag 2008
ABSAGE:
Der Vortrag am 5.12. muss wegen Krankheit leider abgesagt werden.
Freitag, 5.
Dezember, 19.00
Normierte
Leidenschaft?
Vortrag
Ab
1900 spielte die Fotografie von PatientInnen in europäischen
Psychiatrien eine Rolle für die Diagnose, die Dokumentation von
Krankheitsverläufen und die didaktische Vermittlung von
Krankheitsbildern.
Insbesondere Frauen waren Zielobjekte, an denen mit visuellen Zeichen
von Verrücktheit und Anormalität experimentiert wurde. Bilder aus der
Psychiatrie des 20. Jahrhunderts konstruieren die Frau als Ikone
psychischen Leidens und Anormalität. Es ist an der Zeit, die
Blickkultur, die über visuelle Normierungsversuche der Psychiatrie
Weiblichkeit be- und festschreibt, zu untersuchen.
Susanne Regener, Kultur und
Medienwissenschaftlerin, Universität Siegen
In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst
Dienstag, 9.
Dezember, 19:00
Alltagsrassismus
in Österreich
Abschlussveranstaltung
About Africa
Zerrbilder
von AfrikanerInnen in gewissen Medien, rassistische Zuweisungen,
Berichte über Schikanen durch Polizei und Behörden und
menschenverachtende Graffitis sind Zeugen des gegenwärtigen
Alltagsrassismus in Österreich. Dass dieser eine lange Tradition hat,
belegen zum Beispiel Mehlspeisennamen wie „Mohr im Hemd“ oder das Logo
des „Meinl-Mohren“, das kürzlich im Rahmen einer künstlerischen
Intervention des GrafikerInnenduos Toledo i Dertschei umgestaltet
wurde. Welche Forderungen stellen sich angesichts von
Jahrzehnten
nicht eingelöster Versprechungen in Sachen Anti-Diskriminierungs-
Gesetzen an die neue Regierung, was ist vom kommenden Landtagswahlkampf
in Wien zu befürchten?
Irene Brickner, Der Standard
Tina Leisch, Film- Theater- und Textarbeiterin
Carlos Toledo, Künstler, Toledo i Dertschei
Wolfgang Zimmer, ZARA
Moderation: Joe Taylor, PANAFA - Pan African Forum in Austria
Mittwoch, 10.
Dezember, 19.00
Denunziation
im Nationalsozialismus
Vortrag und
Diskussion
„Der
größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“ – das wusste
schon Hoffmann von Fallersleben, als er diesen Satz Mitte des 19.
Jahrhunderts niederschrieb. Selbst zur Zeit des Nationalsozialismus
galt die Denunziation als unehrenhaft, dennoch war sie ein wichtiger
Bestandteil der nationalsozialistischen Herrschaft. Erst durch
DenunziantInnen konnte ein Großteil des „abweichenden Verhaltens“ der
Bevölkerung verfolgt werden. Das nationalsozialistische System war auf
Anzeigen aus der Bevölkerung angewiesen, um das Private öffentlich zu
machen.
Heimo Halbrainer, Historiker, CLIO Graz,
Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag,
11. Dezember, 21.15
Das Schweigen
Film und
Theorie
Drei
Jahre vor Persona entstand Das Schweigen: ein dunkler Bergman Film über
Einsamkeit, Sex, Ambivalenz und Tod, der bei seinem Erscheinen Anfang
der 1960er Jahre unter „Pornographieverdacht“ geriet. Die schwerkranke
Übersetzerin Ester und ihre Schwester Anna finden sich mit ihrem Sohn
Johan auf einem Zwischenstopp ihrer Reise in einem kaum bewohnten Hotel
wieder. Der Aufenthalt in einem Land dessen Sprache unverständlich
bleibt und alle damit verbundenen Ereignisse und Entwicklungen sind eng
mit der Abwesenheit des toten Vaters verbunden.
Judith Fischer, Autorin, Wien
Das
Schweigen / Tystnaden (S 1963), Regie: Ingmar Bergman, wird um 19.30
Uhr im HTU Cinestudio (Audimax TU Wien, Getreidemarkt 9, 1060 Wien)
gezeigt.
Freitag, 12. Dezember, 19.00
Beiträge der
OSPG zur Pazifikforschung
Buchpräsentation
2006
organisierte die Österreichisch Südpazifische Gesellschaft das
Symposium Im Spiegel der Anderen. Präsentation und Repräsentation von
Ozeanien in Museen. Die Vortragsbeiträge zur Situation ethnologischer
Museen und Ozeaniensammlungen in Deutschland, Frankreich und in der
Schweiz wurden nun in der aktuellen Ausgabe der Novara – Beiträge
der OSPG zur Pazifikforschung veröffentlicht und um
theoretische
Überlegungen zur Präsentation und Repräsentation von außereuropäischen
Kulturen in europäischen Museen ergänzt.
Igor Eberhard, Kultur und Sozialanthropologe,
Universität Wien
Julia Gohm, Kultur und Sozialanthropologin, Universität Wien
Margit Wolfsberger, Kultur und Sozialanthropologin, Universität Wien
Igor
Eberhard, Julia Gohm, Margit Wolfsberger, Novara – Beiträge der OSPG
zur Pazifikforschung, Jahrgang 2007, LIT-Verlag Eine Veranstaltung der
OSPG Österreichisch Südpazifische Gesellschaft.
Die OSPG lädt anschließend zur Feier.
Folgende
Veranstaltung muß aus Krankheitsgründen abgesagt werden:
Montag, 15.
Dezember, 19.00
Die
Nationalsozialisten und der Mufti
Vortrag und
Gespräch
Das
verhängnisvolle Bündnis des Jerusalemer Mufti Amin el-Husseini mit den
Nationalsozialisten in den 1930er Jahren ist ein elementares Beispiel
für das Scheitern einer Politik. Kompromisslosigkeit und extremer
Judenhass waren stets Merkmale der Politik el-Husseinis. Der wichtigste
und entscheidende Punkt war die von ihm gesuchte Kollaboration mit den
Nationalsozialisten,
weil er deren Vernichtungspolitik gegenüber den Juden verinnerlicht
hatte. Sowohl vor als auch nach dem Krieg spielte der Mufti eine
entscheidende Rolle bei der Ausbreitung des Antisemitismus in Palästina
und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass PalästinenserInnen nach
dem Ende des Zweiten Weltkriegs staatenlos blieben.
Klaus Gensicke, Politikwissenschaftler, Berlin
Moderation: Stephan Grigat
Eine Veranstaltung von Café Critique
Dienstag, 16. Dezember, 19.00
IN DIE WELT
Let’s talk
about … SCRIPTS!
Das
bewegende Portrait einer Geburtsklinik in Wien gibt einen Einblick in
das IndieWeltKommen. In ihrer ganzen Intensität und Unterschiedlichkeit
wird die Geburt mit den Mitteln des Direct Cinema gezeigt und verbunden
mit dem Zyklus der begleitenden Abläufe im Krankenhaus. Eine Chronik
vom Beginn des Lebens – und dessen Organisation.
Constantin Wulff, Drebuchautor und Regisseur,
und Dieter Pichler, Schnitt, im Gespräch mit Alexander Horwath
IN DIE WELT (A 2008) sixpackfilm Wien, Regie: Constantin Wulff,
Kinostart: 21. 11. 08
Eine Veranstaltungsreihe von drehbuchFORUM Wien in Kooperation mit
dok.at
Donnerstag,
18. Dezember, 19.00
Das Genie als
Bedürfnis der Medienindustrie
Vortrag
Das
Urheberrecht ist geprägt durch Konzepte von Kreativität und
Originalität des 18. Jahrhunderts, in deren Zentrum das aus sich selbst
schöpfende Individuum steht. Ästhetische Praxis und Kunsttheorie haben
mittlerweile derlei Vorstellungen weitgehend dekonstruiert, dennoch
werden sie von bestimmten Interessengruppen aktiv am Leben erhalten.
Ausgehend von der Arbeitsthese, dass KünstlerInnenbilder und
Kunstbegriffe Konstruktionen sind, die nicht zuletzt politischen und
ökonomischen Interessen dienen, wird anhand einiger Beispiele
aufgezeigt, mit welchen KünstlerInnenbildern im Diskurs um das geistige
Eigentum operiert wird.
Cornelia Sollfrank, Künstlerin, Dundee /
Hamburg
In Kooperation mit dem IWK Institut für Wissenschaft und Kunst
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