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Dienstag, 10.
Jänner, 19.00
Chris Marker: Rot liegt in der Luft
kinokis mikrokino #131
Im Jahre 1977 montierte der französische
Filmessayist Chris Marker Bilder zu einem imponierenden Fresko der
revolutionären, politischen Bewegungen seiner Zeit. Er griff auf
eigene Aufnahmen zurück („man weiß nie, was man
filmt“) und auf Bilder anderer Kameraleute aus Frankreich, Chile,
Kuba etc. Um Distanz zu schaffen, kommentierte er sie neu,
vervielfachte die Standpunkte durch einen achtstimmigen Kommentar und
färbte die Bilder künstlich ein. Markers nachdenklicher
Versuch einer Bilanz der 68er-Revolte sucht festzustellen, ob trotz des
Scheiterns der emanzipatorischen Bewegungen ein „rotes
Lüftchen“ geblieben ist.
Rot liegt in der Luft (Le fonds de l’air est rouge), Chris Marker, F
1977, 179 min, DF
Erster Teil – Die schwachen Hände:
1) Von Vietnam zum Mord an Che.
2) Mai ‘68 und all das.
Zweiter Teil – Die zerbrochenen Hände:
1) Vom Prager Frühling zum Gemeinsamen Programm.
2) Von Chile zu – wohin eigentlich?
Mittwoch, 11. Jänner, 19.00
Als Gast
gekommen, als Ausländer geblieben
Dissertation
Der Vortrag widmet sich der Frage, wie die österreichische
Gesellschaft mit den Zugewanderten und der Zuwanderung umgeht, wobei
die Situation von Frauen und Jugendlichen der zweiten Generation
besondere Berücksichtigung findet. Auch der Begriff Integration
wird genauer beleuchtet, weist er doch sowohl in der Wissenschaft wie
auch in der öffentlichen und politischen Diskussion
unterschiedliche Bedeutungen auf. Es ist daher unerlässlich, nach
den Zielen einer wie auch immer definierten Integration zu fragen und
zu prüfen, ob sie tatsächlich alle auftretenden Probleme
lösen kann.
Gudrun Kainz, Sozialwirtin
Gudrun Kainz: Als „Gast“ gekommen – als „Ausländer“ geblieben.
Der österreichische Umgang mit Zuwanderung und den Zugewanderten
unter besonderer Berücksichtigung der Situation der
Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten. Johannes Kepler
Universität Linz 2005
Donnerstag,
12. Jänner, 19.00
Böser Islam?
Podiumsdiskussion
Michael Genner von Asyl in Not hat in mehreren Rundschreiben den Islam
kritisiert, weil dieser zu den Menschenrechten ein gespanntes
Verhältnis habe. In der Bunten Zeitung wurde diese Kritik
zurückgewiesen, weil sie auf einer höchst mangelhaften
Kenntnis des Islam beruhe und für einzelne willkürlich
herbeizitierte Verbrechen die Religion verantwortlich mache. Ausgehend
von diesen Artikeln gibt die Diskussion Gelegenheit, beide Standpunkte
auszuführen.
Tarafa Baghajati, ENAR
Michael Genner, Asyl in Not
Moderation: DiTutu Bukasa, Die Bunten
In Kooperation mit Die Bunten.
Montag, 16.
Jänner, 19.00
Gemeindebau,
öffne dich
Podiumsdiskussion
Am 23. Jänner tritt eine bereits im Jahr 2003 beschlossene
EU-Richtlinie in Kraft, die ÖsterreicherInnen und
Drittstaatsangehörige, die bereits fünf Jahre im Land leben,
beim Ansuchen um Gemeindewohnungen gleichstellt. Absicht der Richtlinie
war es, eine Spaltung der Gesellschaft zu verhindern und Integration zu
fördern. Die einen sehen darin die Gefahr einer Verslumung in den
Gemeindebauten, während andere die zögerliche Umsetzung der
EU-Richtlinie kritisieren. Von der Politik allerdings wird das Thema
weitgehend totgeschwiegen.
Bernhard Perchinig, Institut für Europäische Integrationsforschung, ÖAW
Tove Raiby, Gebietsbetreuung Ottakring
Dieter Schindlauer, Obmann ZARA
Katrin Wladasch, ZARA
Moderation: Anita Zielina, derStandard.at
Donnerstag,
19. Jänner, 19.00
Was war Kunst?
Gespräch
Kunst ist kaum auf den Begriff zu bringen. Doch lassen sich in ihrer
Geschichte immer wieder Wendungen ausmachen, die zu unterschiedlichen
Bedeutungen des Wortes geführt haben. Daraus sind in der Folge
Gemeinplätze entstanden, die in Kunstdebatten oft auf allzu
selbstverständliche Weise reproduziert werden. In seinem Buch Was
war Kunst? (Frankfurt: Fischer 2005) analysiert Wolfgang Ullrich solche
Formeln, die den Kunstbegriff der letzten vier Jahrhunderte bestimmt
haben. Deren wechselvolle Karrieren machen nachdenklich: Wie sehen die
gegenwärtig produzierten Klischees aus? Und welche Karrieren
stehen dem Kunstbegriff noch bevor?
Wolfgang Ullrich, Kunsttheoretiker, München
Wolfgang Zinggl, Kultursprecher Die Grünen
Dienstag, 24. Jänner, 19.00
Kino wie noch
nie
Ausstellungsbesprechung
„Was und wie wird im Kino gesehen? Wie funktioniert das Medium
Film? Welchen Regeln folgt es?“ Um diesen Fragen
nachzuspüren, hat die Generali Foundation Antje Ehmann und Harun
Farocki eingeladen, eine Ausstellung zu kuratieren. Diese holen das
Kino in den Kunstraum, denken es weiter und spüren ihm mit den
dort gängigen Kunstpraktiken nach. Die Filmsprache wird über
Fotoserien, Dia-Folgen und Sequenz-Montagen aufgeschlossen.
Patric Blaser, Filmwissenschafter, Universität Wien
Gabriele Jutz, Filmwissenschafterin, Universität für angewandte Kunst,
Wien
Nina Schedlmayer, Kunstkritikerin
Kino wie noch nie. Ausstellung in der Generali Foundation, 20. Jänner
bis
24. April 2006.
Dienstag, 31.
Jänner, 19.00
Kunst und
Wirtschaft
Wer macht die
Kunst?
Wirtschaft und Kunst scheinen in den Augen vieler das Dream-Team der
Zukunft zu sein. Spezialisierte Netzwerker versuchen, das
Verhältnis der beiden Partnerinnen zu optimieren, um den Austausch
von ökonomischem und kulturellem Kapital möglichst
reibungslos zu gestalten. In den Entwicklungsplänen der
Kunstuniversitäten wird eine verstärkte Vernetzung zwischen
Hochschulen, Kunstmärkten, Wirtschaft und Gesellschaft anvisiert
– Vernetzungen, die dialogisch funktionieren und zur
wechselseitigen Stimulierung dieser Bereiche führen sollen.
Angesichts dieser Entwicklung stellt sich die Frage, in welcher Weise
die Betriebssysteme Wirtschaft und Kunst einander beeinflussen und
welche Szenarien für ihre Verquickung wünschenswert
wären.
Christina Haupt-Stummer, section.a
Brigitte Kössner, Initiativen Wirtschaft für Kunst
Ulf Wuggenig, Soziologe, Lüneburg
Moderation: Anne Katrin Feßler, derStandard.at
Donnerstag,
2. Februar, 19.00
Entwicklungszusammenarbeit
Podiumsdiskussion
In den vergangenen fünfzig Jahren haben nicht nur die Ziele und
die leitenden Konzepte der Entwicklungszusammenarbeit häufig
gewechselt, sondern auch die AkteurInnen und deren Instrumente. Nach
einer zivilgesellschaftlichen Phase in den 1990er Jahren steht heute
die Unterstützung staatlicher Strukturen wieder deutlicher im
Vordergrund. In diesem Sinne wurde Österreich von der OECD
empfohlen, einen größeren Anteil seiner Mittel direkt in den
Empfängerländern verwalten zu lassen. Die NGOs der
Entwicklungszusammenarbeit sehen darin eine Bedrohung ihrer Existenz
und damit jener Entwicklungsprojekte, die sich an den spezifischen
Bedürfnissen der betreuten Gesellschaften orientieren.
Anton Mair, Stellvertretender Sektionsleiter, BMaA/VII
Walter Schicho, Leiter des Projekts Internationale Entwicklung der
Universität Wien
Moderaton: Laura Leyser, Sozial- und Kulturanthropologin
Im Anschluss an die Diskussion wird eine Neuerscheinung präsentiert:
Bea De Abreu Fialho Gomes, Irmi Hanak-Maral, Walter Schicho (Hg.):
Entwicklungszusammenarbeit. Akteure, Handlungsmuster, Interessen. Wien:
Mandelbaum Verlag 2005
Sonntag, 5.
Februar, 17.00
11. Jahrestag
Attentat in Oberwart
Filmvorführung
und Gespräch
Zum 11. Jahrestag des Attentats laden Romani Dori, kinoki, Initiative
Minderheiten,
der Verein exil und der Augustin zu einer Gedenkveranstaltung.
Am 4.2.1995 wurden vier Männer durch eine Sprengfalle
getötet, wenige Meter von der Oberwarter Romasiedlung entfernt.
Sie wurden ermordet, weil sie Roma waren.
Der Film Stefan Horvath. Zigeuner aus Oberwart von Peter Wagner zeigt
ein Portrait Stefan Horvaths, der durch das Attentat einen Sohn verlor.
Daraufhin begann er, Geschichten seiner Elterngeneration aufzuzeichnen,
die den systematischen Mord an den Roma in der NS-Zeit thematisieren.
Stefan Horvath will mit seinen Erzählungen den Roma seiner Heimat
eine Erinnerung nachliefern, von der er glaubt, dass sie vielfach
befreiende, wenn auch teilweise schmerzhafte Wirkung haben
könnte.
Gespräch mit Stefan Horvath und Peter Wagner
Bobana Stojkov liest aus Elfriede Jelineks Oberwartstück Stecken, Stab
und Stangl
Musikalisches Programm: Rahid Jerha
Film und Diskussion werden live ins Romanes übersetzt.
Montag, 6.
Februar, 19.00
MALMOE
Blattkritik
„Sensationsjournalismus für Fortgeschrittene“
verspricht die Zeitung MALMOE ihren LeserInnen. Das ambitiöse
Großformat mit polit- und popkultureller Schlagseite geht alle
ein bis zwei Monate angriffig und reflexiv an die Öffentlichkeit,
um sich von Creative Industries bis Schwarz-Blau-Orange mit allem
anzulegen, was im urbanen Alltag unangenehm auffällt.
Thomas Haunschmid, freier Mitarbeiter Ö1
Astrid Zimmermann, Medienhaus Wien
Dienstag, 7.
Februar, 19.00
Zur Revolte
in Frankreich
kinokis
mikrokino #132
Die Unruhen in den französischen Banlieues haben eine lange
Vorgeschichte: Sartre erklärte schon Ende der 60er Jahre, die
„Dritte Welt“ beginne in den Pariser Vorstädten; Mitte
der 80er Jahre machten junge MigrantInnen mit Demonstrationen auf ihre
Situation und den wachsenden Rassismus aufmerksam. Sweet France von Ken
Fero und Mogniss H. Abdallah interpretiert ironisch das Chanson Douce
France – cher pays de mon enfance und zeichnet die Geschichte der
„Beur-Bewegung“ nach, der spontanen Organisation der Kinder
von ArbeitsmigrantInnen in Frankreich.
Adieu von Arnaud des Pallières erzählt zwei Geschichten,
die durch die biblische Erzählung von Jonas im Walfisch lose
verbunden werden: Der Vater einer Bauernfamilie wird vom Tod seines
Sohnes tief getroffen und Ismahel, ein algerischer Emigrant,
flüchtet nach Frankreich, von wo er wieder abgeschoben wird.
Sweet France, Mogniss H. Abdallah / Ken Fero, F 1993, 52 min., engl. OF
Adieu, Arnaud des Pallières, F 2003, 123 min., frz. OF + dt. UT
Donnerstag,
16. Februar, 19.00
Pro und
contra PID
Bioethik
Bei der – in Österreich verbotenen –
Präimplantationsdiagnostik (PID) werden in vitro gezeugte
Embryonen auf mögliche Chromosomendefekte hin untersucht. Aufgrund
des Befundes wird dann entschieden, ob der Embryo in die
Gebärmutter implantiert wird. Zugunsten der PID wird argumentiert,
dass sie eine ethisch vertretbare Alternative zum embryopathisch
begründeten Schwangerschaftsabbruch darstelle. KritikerInnen
lehnen sie als Methode der eugenischen Selektion ab, die dazu
führen könnte, dass nicht nur nach Erbkrankheiten gesucht
wird, sondern auch nach erwünschten genetischen Dispositionen und
so der „Mensch nach Maß“ gezüchtet werden
könnte.
Paul Aiginger, Vorsitzender Aktion Leben Österreich
Johannes Huber, Professor für Reproduktionsmedizin, Universität Wien
Ulrich Körtner, Professor für Systematische Theologie, Universität Wien
Moderation: Ulrike Felt, Professorin am Institut für
Wissenschaftsforschung, Universität Wien
Dienstag, 21. Februar, 19.00
Künstler-Sozialversicherungsfonds
Podiumsdiskussion
Fünf Jahre
Künstler-Sozialversicherungsfonds ermöglichen eine Bilanz.
Vor zwei Jahren wurden sämtliche Beitragszahlungen des Bundes
eingestellt, nun fordert der Fonds Rückzahlungen von den
KünstlerInnen. Keinen Anspruch hat, wer zu viel oder zu wenig
verdient. Und wer kein Einkommen innerhalb der festgelegten Grenzen
erreicht hat, soll bereits erhaltene Zuschüsse zum
Pensionsversicherungsbeitrag wieder zurückzahlen. Zuletzt hat der
Fonds die KünstlerInnen-Einkommen aus dem Jahr 2001 geprüft
und hunderte Rückzahlungsforderungen ausgeschickt. Während
Interessenvertretungen Sofortmaßnahmen verlangen, erzählt
Staatssekretär Morak weiterhin eine
„Erfolgsgeschichte“ des Fonds.
Sabine Kock, IG Freie Theater
Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst
Christine Muttonen, Kultursprecherin SPÖ
Franz Leo Popp, ehem. Geschäftsführer des
Künstler-Sozialversicherungsfonds
Othmar Stoss, Geschäftsführer des Künstler-Sozialversicherungsfonds
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, IG Kultur
Donnerstag, 23. Febraur, ca 19.00
6 Jahre Widerstandslesung
Freitag, 24. Februar, 19.00
Von der Bewegung zur Erfahrung
Buchpräsentation
Wir machen sie, tauschen sie aus, bearbeiten
sie
über Reflexion und Erzählung. Selten steht sie aber im
Mittelpunkt von Überlegungen zur Organisation sozialer,
erzieherischer, politischer Praxis. Ein Grund dafür liegt
vielleicht in dem Umstand, dass „Erfahrung“ im Unterschied
etwa zur „Bewegung“ nicht zum Objekt der Identifizierung
oder des Sich-Abgrenzens taugt. Wie aber verketten sich Erfahrungen
jenseits von Institution und Kritik, sodass es möglich wird, vom
Protest, vom Widerstand zur Schaffung von sozialen Zusammenhängen
überzugehen?
Klaus Neundlinger, Philosoph, Universität Neapel
Stefan Nowotny, Philosoph, eipcp
Alice Pechriggl, Philosophin, Universität Klagenfurt
Klaus Neundlinger: Einübung ins Aufbegehren. Ein Beitrag zur
Materialgeschichte des Glases. Wien: Turia+Kant 2005
Eine Kooperation mit eipcp.
Dienstag, 28. Februar, 19.00
Karlsplatz: Kontrollverlust und Überwachung
Surfing Vienna
Allen Planungen zum Trotz entwickeln urbane
Zentren
im Lauf der Zeit ihr Eigenleben und entziehen sich der
behördlichen Kontrolle in dem Maß, in dem sich auf Grund
sozialer Defizite substrukturelle Funktionsmechanismen ergeben.
Während diese Orte für den Großteil der
Bevölkerung Gefahrenherde darstellen, sind sie für andere
Überlebensräume. Die aktuelle Umgestaltung des Karlsplatzes
steht in Verbindung mit der Präsenz von Randgruppen, der
Berührung von Norm und abweichendem Verhalten und damit im
Spannungsfeld von Sicherheit und Bedrohung. Marginalisierte Gruppen
finden hier einen Ort und rücken damit ins Zentrum der
öffentlichen Aufmerksamkeit, gleichzeitig aber auch ins Visier
einer strikten Ordnungspolitik. Ausgehend von der Betrachtung konkreter
Orte und urbaner Spannungsfelder zielt die von Siegfried Mattl und
Robert Buchschwenter kuratierte Veranstaltungsreihe auf die diskursive
Erschließung von Stadträumen.
Rüdiger Lainer, Architekt, Projekt Umbau Karlsplatz
Michael Zinganel, Künstler und Architekt
Moderation: Siegfried Mattl und Robert Buchschwenter
www.drehbuchforum.at/SurfingVienna.html
In Kooperation mit dem Drehbuchforum Wien und dem Filmfonds Wien.
Montag, 6.
März, 19.00
Unkeusch
wider die Natur
Buchpräsentation
Der Begriff Sodomie war ursprünglich ein Sammelbegriff für
alle sexuellen Praktiken, die nicht auf Fortpflanzung zielten. Als
Sünde konnte Sodomie gebeichtet werden, doch als Delikt wurde sie
streng bestraft. Stand bislang vor allem die strafrechtliche Verfolgung
gleichgeschlechtlicher Beziehungen im historischen Interesse, so
untersucht die vorliegende Studie die Verfolgung vor allem sexueller
Praktiken mit Tieren und sucht nach den ideologischen
Hintergründen.
Andrea Griesebner, Historikerin, Universität Wien
Susanne Hehenberger, Historikerin
Alexander Lellek, Löcker Verlag
Christina Lutter, Kulturwissenschafterin, bm:bwk
Anschließend szenische Lesung aus den Quellen mit Elisabeth Frysak,
Markus Katzenschläger und Stephan Steiner
Susanne Hehenberger: Unkeusch wider die Natur. Sodomieprozesse im
frühneuzeitlichen Österreich. Wien: Löcker 2006.
Dienstag, 7.
März, 19.00
Die
Kulturförderungsverwaltung
Präsentation
einer Studie
Seit 1971 erscheint jährlich der staatliche Kunstbericht, der die
Förderungen der Kunstsektion detailliert dokumentiert. Ohne
analytische Kommentare allerdings und ohne Auflistung der abgelehnten
Anträge sowie der Förderquoten. Ein faires
Förderungsverfahren indes benötigt Berechenbarkeit und
Transparenz. Mit dem Forschungsprojekt "Good Governance" in der
Kulturförderungsverwaltung hat sich deshalb das Institut für
Kulturmanagement und Kulturwissenschaft die Abwicklung der
Kunstförderung auf Bundesebene angesehen und dabei die Abteilungen
II/2 (Theaterförderung) und II/8 (Kulturinitiativen) miteinander
verglichen.
Tasos Zembylas, Institut für Kulturmanagement und Kulturwissenschaft
Tasos Zembylas: "Good Governance" in der
Kulturförderungsverwaltung. Einsichten aus einer empirischen
Untersuchung. Wien: 2005.
Donnerstag,
9. März, 19.00
Geschichte
der Filmzensur in Österreich
Buchpräsentation
und Filmbeispiele
Mit der Popularisierung des Films in den ersten Jahrzehnten des
vergangenen Jahrhunderts kam es in Österreich zu einer Vielzahl
sozialer, ökonomischer und politischer Veränderungen. Eine
für das neue Medium einschneidende Maßnahme war die
Einrichtung der Filmzensur, mit der sich auch die Presse massiv
auseinandergesetzt hat. Aus bisher unveröffentlichten Quellen
haben die Autoren eine repräsentative, kommentierte Sammlung
erstellt und bieten zusätzlich einen Überblick zur Geschichte
der Zensur.
Thomas Ballhausen, Paolo Caneppele, Autoren
Thomas Ballhausen, Paolo Caneppele: Die Filmzensur in der
österreichischen Presse bis 1938. Geschichte – Aspekte
– Quellen. Wien: Verlag Turia + Kant 2005.
Montag,
13. März, 21.15
Raum, Zeit
und Gedächtnis
Film und
Theorie
Der argentinische Regisseur Gustavo Mosquera schließt an das Erbe
des „Magischen Realismus“ der Science-Fiction- und
Mystery-Kultur an. In seinem Low-Budget-Film Moebius wird das
U-Bahn-System von Buenos Aires zum Labyrinth einer Parallelwelt, die
beunruhigenderweise direkt unter der Oberfläche der
Alltagsrealität zu existieren scheint. Die Entdeckung des
Mathematikers Moebius verknüpft sich raffiniert mit den
Erzählungen Jorge Luis Borges’ und den Parabeln Franz
Kafkas. Mit seinen narrativen und visuellen Anspielungen kann der Film
aber auch als Metapher für ein kollektives Gedächtnis und die
jüngere Geschichte Argentiniens gelesen werden.
Gerald Weber, Filmwissenschafter
Moebius
(Argentinien 1996) Regie: Gustavo Mosquera, wird am 13. März um 19.00
im Top Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt.
Dienstag, 14.
März, 19.00
Transitraum
Gürtel
SurfingVIENNA
Mit der Neugestaltung des Gürtels erlebte Wien Mitte der
90er-Jahre eine deutliche Verschiebung des urbanen Erlebnismilieus. An
der Peripherie entstand eine Schnittlinie heterogener Szenen. Der Mix
aus neu angesiedelten Lokalen, dem Rotlichtmilieu, den
MigrantInnenwohngebieten führte zu einer Verdichtung und
Vermischung vielfältiger Angebote und funktional unterschiedlicher
Sphären.
Silja Tillner, Architektin, Projekt Urbion
Rupert Weinzierl, Kulturwissenschafter WIWIPOL
Moderation: Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Universität Wien, Robert
Buchschwenter, Dramaturg
In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/SurfingVienna.html
Donnerstag
16. März, 19.00
Das Kapital
verfilmen
kinokis
mikrokino #133
Sergej Eisenstein träumte davon, Das Kapital von Karl Marx zu
verfilmen. Er hat das Projekt niemals ausgeführt, verfasste aber
präzise Notizen und beispielhafte Filmsequenzen. kinokis mikrokino
#133 präsentiert filmische Versuche, die abstrakte Vorgänge
in konkrete Bilder umsetzen: Griffith kontrastiert das harte Leben von
Brotpreisen abhängigen Farmern mit dem Luxusleben eines
Weizenspekulanten, Richter zeigt den Verfall der Geldwährung,
Borgstädts Film versucht sich in der Darstellung der marxistischen
Gesellschaftstheorie, Drew illustriert den Text des kommunistischen
Manifests mit Cartoons und Lewis schließlich eröffnet einen
reflexiven Raum, in dem der Zuschauer über die Utopie des
Eisenstein-Projekts nachdenken kann.
A Corner in Wheat (USA 1909), Regie: David Ward Griffith, 14 Min.
Inflation (D 1928), Regie: Hans Richter, 3 Min.
Des Geistes Schwert (D 1931), Regie: Jam Borgstädt, 37 Min.
Die Börse als Markt (CH 1939), Regie: Hans Richter, 20 Min.
Manifestoon (USA 1995), Regie: Jesse Drew, 8 Min.
Two Impossible Films (GB 1995), Regie: Mark Lewis,16 Min.
Thomas Tode, Filmwissenschafter und Filmemacher, Hamburg
Samstag, 18.
März, 12.00
her position
in transition
Resümee zum
Internationalen Künstlerinnenfestival
"Das Private ist politisch", so lautete in den 70er-Jahren das Credo
der Frauenbewegung. Im Zuge der neoliberalen Politik allerdings wurde
das Politische privat. Aus vielen Bereichen des öffentlichen
Lebens zieht sich der Staat mit schwerwiegenden Auswirkungen
zurück –auch aus dem Kunstbereich. Derzeit wird den
KünstlerInnen eine große Bereitschaft zu Mobilität und
schneller Orientierung abverlangt. Der "professionelle Nomadismus"
wirkt sich auf das Selbstverständnis der Künstlerinnen
aus. An welche feministische Tradition kann die „mobile
Künstlerin" heute anknüpfen? Gibt es ein unterstützendes
Lobbying im Kunstbetrieb, das Frauen nützen?
mit Katharina Pewny, Sabine Prokop, Barbara Klein, Margit Niederhuber
Cristina Castrillo, Umbral/ Argentinien, Schweiz
Jill Greenhalgh, The Magdalena Project/ Great Britain
Shailja Patel, Migritude/ Indien, Kenya, USA
In Kooperation mit her position in transition.
http://www.herpositionintransition.at
Mittwoch, 22.
März, 19.00
XING_ Magazin
für politische Kultur
Zeitschriftenpräsentation
XING_ Magazin für politische Kultur erscheint seit November 2004.
Zusammen mit Partnerinstitutionen wie dem Int. Forschungszentrum
für Kulturwissenschaften und dem LBI für Europäische
Geschichte und Öffentlichkeit werden die Themen aufbereitet.
Bisherige Schwerpunkte waren „Wachstumskoalitionen“,
„Erinnern & Vergessen“ und „Was Wissen
schafft“. Die Rubrik „Transkulturalität“
beschäftigt sich vor allem mit europäischer Kulturpolitik.
Die aktuelle Ausgabe widmet sich dem Thema „Fluchtorte“.
Fritz Betz, Mediensoziologe, FH Eisenstadt
Manuel Schilcher, XING Mitherausgeber
Bernhard Seyringer, XING Mitherausgeber
http://www.xing.at
Donnerstag,
23. März, 19.00
Theaterreform:
Eine Zwischenbilanz
Podiumsdiskussion
Drei Jahre nachdem die Stadt Wien eine groß angelegte
Theaterreform des gesamten OFF-Bereichs initiiert hat, stagniert der
Prozess auf der Ebene politischer und budgetärer
Umsetzbarkeiten. Zeit für eine Zwischenbilanz: Welche Ziele
konnten bislang erreicht werden oder müssen revidiert werden? Was
ist offen geblieben? Wie leben die TheatermacherInnen mit der Praxis
der Reform? Gibt es noch Visionen für die Zukunft des Freien
Theaters in Wien? Welche dringlichen Forderungen sind an die
Kulturpolitik zu stellen?
Nicolas Dabelstein, Theater Turbine/IGFT
Corinne Eckenstein, Theater Foxfire/IGFT
Günter Lackenbucher, Kulturreferent Theater, Stadt Wien
Marco Schreuder, Kulturausschuss Grüne Wien
Franz Ferdinand Wolf, Kultursprecher ÖVP Wien
Moderation: Sabine Kock, Geschäftsführerin IG Freie Theaterarbeit
Montag, 27.
März, 19.30
Feindaufklärung
und Reeducation
Buchpräsentation
Theodor W. Adorno und Max Horkheimer flohen vor dem Nationalsozialismus
in die Vereinigten Staaten. Die USA wurden zu einem Bezugspunkt bei
ihrer Kritik der postnazistischen deutschen und österreichischen
Gesellschaft. Das trägt ihnen bei Nazis bis heute den Ruf ein,
„Säulenheilige der Umerziehungsrepublik“ zu sein. So
sehr die Kritische Theorie von Adorno und Horkheimer, an Marx geschult,
die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft in ihrer Gesamtheit
angriff, so klar war ihr doch der Unterschied zwischen dem
US-amerikanischen Liberalismus und der deutschen Volksgemeinschaft
– ein Unterschied, der sie zu einer Parteilichkeit anhielt, die
bis heute aktuell ist. Vor diesem Hintergrund diskutieren der
Herausgeber sowie die Autoren über Islamismus, die USA und die
Position der Kritik in der postnazistischen Gesellschaft.
Stephan Grigat, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Florian Markl, Historiker
Gerhard Scheit, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Stephan Grigat (Hg.): Feindaufklärung und Reeducation, Kritische
Theorie gegen Postnazismus und Islamismus
ça ira-Verlag, Freiburg, 2006
Dienstag, 28.
März, 19.00
Die Rolle der
Kunstkritik
Wer macht die
Kunst?
Die Aufgabe der Kunstkritik ist es, Kunst und das Ausstellungswesen zu
analysieren, zu bewerten und die Öffentlichkeit darüber zu
informieren. Sie hat verstärkende Wirkung auf bestehende Tendenzen
in der Kunst und übernimmt damit einen substantiellen Part im
Kunstsystem. Und doch scheint der Einfluss heute geringer zu sein. Was
kann die Kunstkritik noch leisten?
Sabeth Buchmann, Kunsttheoretikerin
Horst Christoph, Journalist
Rainer Metzger, Kunstkritiker
Moderation: Matthias Dusini, Kunstkritiker
Donnerstag,
30. März, 19.00
Politik der
kulturellen Übersetzung
Podiumsdiskussion
Wie kann es sein, dass jedes Individuum hybrid ist und sich trotzdem
vom anderen in seiner Identität unterscheidet? Der Begriff der
„kulturellen Übersetzung“ stellt uns diese Frage und
verspricht sie auch zu beantworten. Vermag er das? Angesichts der
glänzenden Karriere, die dieser ursprünglich bescheidene
Begriff der linguistischen Praxis in den letzten Jahren in der
internationalen Theorie-Szene gemacht hat, kann man ihm das zutrauen.
Doch kann er sich auch in der politischen Realität behaupten?
Encarnación Gutiérrez Rodríguez, Kulturwissenschafterin, Manchester
Dieter Lesage, Philosoph, Brüssel
Moderation: Boris Buden, Philosoph, Berlin
In Kooperation mit eipcp im Rahmen des Projekts translate. Beyond
Culture: The Politics of Translation.
http://translate.eipcp.net/
Freitag,
31.März, 19.30
Feministische
Kapitalismuskritik
Vortrag und
Diskussion
Kritik am Kapitalismus wird vielfach auf die Kritik an
ökonomischen Verhältnissen reduziert. Daraus folgte lange
Zeit die linke Strategie, "Wirtschaft" ins Zentrum politischen Handelns
zu stellen. Andere Themenfelder, wie die Frauenemanzipation, wurden als
zweitrangig abgewertet. Frigga Haug stellt die Emanzipation von Frauen
ins Zentrum ihrer Herrschaftskritik: "Geschlechterverhältnisse als
Produktionsverhältnisse zu behaupten, unterstellt, dass alle
Praxen in der Gesellschaft durch Geschlechterverhältnisse bestimmt
sind, einen Geschlechtersubtext haben, auch in dieser Weise
herrschaftlich kodiert sind."
Frigga Haug, InkriT Institut für kritische Theorie, Berlin
Dienstag, 4.
April, 19.00
Spektakel
Mariahilferstrasse
SurfingVIENNA
Die Erfahrung des Konsums prägt das architektonische Gesicht der
Stadt ebenso, wie sie das soziale Gefüge sichtbar macht und
zugleich nachhaltig beeinflusst. Während auch in Wien ein
Globalisierungsprozess zu beobachten ist, der zur Überformung der
Konsum-Räume durch internationale Ketten und Franchiser
führt, hält sich gleichzeitig die Vorstellung einer
spezifischen Wiener „Geschäftskultur“, was wiederum zu
den nachhaltigen Images Wiens zählt.
Gottfried Pirhofer, Urbanist, Vorstand des Vereins Zukunfts.Station Wien
Moderation: Siegfried Mattl, Zeithistoriker, Robert Buchschwenter,
Dramaturg
In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/SurfingVienna.html
Mittwoch, 5.
April, 19.00 Uhr
Brauchen wir
ein „Verbotsgesetz“?
Podiumsgespräch
2004 gab es in Österreich 724 Anzeigen im Sinne des Gesetzes gegen
NS-Wiederbetätigung. Die Debatte um den Ex-Bundesrat John Gudenus
und den britischen Holocaustleugner David Irving stellt erneut die
Frage nach der Bedeutung einer solchen Gesetzgebung. Fördert diese
einen kritischen Diskurs um die österreichische Vergangenheit oder
wird hier ein gesellschaftliches Problem auf einen Straftatbestand
reduziert?
Theo Öhlinger, Universität Wien
Heribert Schiedel, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands
In Kooperation mit Gedenkdienst
Donnerstag,
6. April, 19.00
Exile Family
Movie
kinokis
mikrokino #134
Eine iranische Familie, die im politischen Exil in Europa und Amerika
lebt, organisiert ein geheimes Treffen mit jenen Familienmitgliedern,
die sich immer noch im Iran aufhalten. Exile Family Movie von Arash
dokumentiert dieses Treffen, für welches nur ein einziger Ort in
Frage kommt: Saudi-Arabien. Trotz der Gefahren geben die im Exil
lebenden Familienmitglieder vor, muslimische Pilger zu sein, um die
heiligen Städte Medina und Mekka betreten können. Dort kommt
es in einem kleinen Hotelzimmer zu dem lang erwarteten Wiedersehen nach
zwanzig Jahren Trennung. Was folgt, ist das Aufeinanderprallen
unterschiedlicher Kulturen, der muslimischen Welt und den westlichen
Gesellschaften Europas und Amerikas.
Exile Family Movie (Österreich/Iran 1994-2006), Regie: Arash,
55 Min.
Arash, Filmemacher
Azadeh, Mitwirkende
Dominik Kamalzadeh, Filmkritiker, Der Standard
Mittwoch, 19.
April, 19.00
Essenz der
Anarchie
Buchpräsentation
und Diskussion
Die libertäre Demokratie, wie sie der Anarchismus vorschlägt,
begreift sich als Antithese zur parlamentarischen Demokratie. Jede im
Rahmen gesellschaftlicher Prozesse wirkende etatistische oder
technokratische Autorität soll ausgeschaltet werden. Muss sich der
Anarchismus aber auf eine utopische Idee reduzieren lassen? Worin
lägen Möglichkeiten realpolitischer Umsetzbarkeit der
„libertären Demokratie“? Wie könnten die
radikalen Ansätze des Anarchismus die gesellschaftspolitische
Realität beeinflussen?
Karl Öllinger, Sozialsprecher Die Grünen
Gerhard Senft, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte,
Wirtschaftsuniversität Wien
Moderation: Eva Kaiserseder, Promedia Verlag
Gerhard Senft (Hg.): Essenz der Anarchie. Die Parlamentarismuskritik
des libertären Sozialismus.
Wien: Promedia, Edition Linke Klassiker 2006.
Freitag, 21.
April, 15.00
Der
öffentliche Raum
Symposium
Der Begriff des „öffentlichen Raumes“ manifestiert
sich in vielen Bereichen von Kunst und Politik. Mit der zunehmenden
Konkurrenz zwischen den Städten wächst die Abhängigkeit
von privatem Kapital. Für Investments werden Marketingstrategien
zur Aufwertung eingesetzt, die auch die urbane Kultur und
Lebensqualität betreffen. Zugleich ist der öffentliche Raum
ein Topos, der immer wieder zur Formulierung demokratischer
Ansprüche dient. Aufgrund dieser komplexen Zusammenhänge
unterliegt aber der Begriff des öffentlichen Raumes einer
zunehmenden Unschärfe.
Vorträge
15.00 Manfred Russo, Kultursoziologe
16.00 Nicole Grothe, Kunsthistorikerin
17.00 Jeanne van Heeswijk, Künstlerin
18.00 Andreas Findeisen, Philosoph
19.00 Podiumsdiskussion
Jeanne van Heeswijk, Künstlerin
Barbara Holub, Künstlerin
Jens Kastner
Elisabeth Mayerhofer, Kulturwissenschafterin
Christof Reinprecht, Soziologe
Roland Schöny, Projektleiter Kunst im öffentlichen Raum Wien
Moderation: Elke Krasny
Eine Veranstaltung von dérive – Zeitschrift für
Stadtforschung und Österreichische Gesellschaft für
Soziologie /Sektion Stadtforschung.
Dienstag, 25.
April, 19.00
Biobanken
Reihe Bioethik
Biobanken sind Einrichtungen zur Speicherung von Materialien, die dem
menschlichen Körper entnommen wurden. Für die biomedizinische
Forschung bieten Biobanken die Voraussetzung für
Erkenntnisfortschritte, die die gezielte Entwicklung therapeutischer
und diagnostischer Methoden und Anwendungen ermöglichen. Die
ethische und juristische Relevanz im Umgang mit Biobanken zeigt sich
unter anderem bei der möglichen Weiterverwendung von gesammelten
Körpermaterialien zu anderen Zwecken. Vor diesem Hintergrund muss
das Persönlichkeitsrecht der PatientInnen und SpenderInnen und
deren Recht auf Information oder auf Verweigerung von Information
berücksichtigt werden.
Christine Mannhalter, Arbeitsgruppe Biobanken für medizinische
Forschung der Bioethikkommission
Kurt Zatloukal, Molekulare Pathologie, Universität Graz
Hans G. Zeger, ARGE Daten, Wien
Moderation: Matthias Beck, Institut für Ethik und Recht in der Medizin,
Universität Wien
Dienstag, 2.
Mai, 19.00
Brunnenmarkt:
Treffpunkt Kulturen
surfingVIENNA
Seitdem Migration eines der wesentlichen politischen und kulturellen
Themen in Wien geworden ist, werden auch Filme aus der Zweiten
Generation von MigrantInnen immer häufiger in der
Öffentlichkeit diskutiert. Der Brunnenmarkt als Zentrum eines
ansonsten in Wien wenig verdichteten MigrantInnenmilieus kann als ein
Knotenpunkt betrachtet werden, an dem sich die Prinzipien von
Integration und Parallelgesellschaft in den vielfältigsten
Facetten ausmachen lassen.
Heinz Fassmann, Migrationsexperte
Bülent Öztoplu, Geschäftsführer Verein Echo
Moderation: Robert Buchschwenter, Dramaturg, Siegfried Mattl,
Zeithistoriker
In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/surfingVienna.hmtl
Mittwoch, 3.
Mai, 19.00
Lateinamerika
– Chronik einer Plünderung
kinokis
mikrokino #135
Mit Memoria del saqueo – Chronik einer Plünderung hat
Fernando Solanas ein Protokoll der sozioökonomischen und
politischen Entwicklung Argentiniens verfasst, die zur schwersten
Wirtschaftskrise in der Geschichte des Landes geführt hat. Mit
Hilfe von Archivmaterial und zahlreichen Interviews thematisiert
Solanas Korruption und Verschwendung öffentlicher Gelder.
„In Argentinien tobt eine neue Form von Krieg gegen das Volk, wo
statt mit Waffen mit wirtschaftlichen Mitteln gekämpft wird. Jedes
Jahr sterben 35.000 Menschen an Unterernährung, mehr als
während der acht Jahre Militärdiktatur.“
Memoria del saqueo – Chronik einer Plünderung (Argentinien 2004),
Regie: Fernando E. Solanas, 118 Min.
In Zusammenarbeit mit dem Alternativengipfel Enlazando Alternativas 2 –
Europa/Lateinamerika/Karibik (Wien, 10. bis 13. Mai 2006).
http://www.alternativas.at
Donnerstag,
4. Mai, 21.00
Quasi – Ein
Magazin
Präsentation
Das halbstündige Format mit dem Titel “Quasi - Ein
Magazin“, das für den offenen Kanal OKTO konzipiert wurde,
versteht sich als Straßenmagazin und wird einmal im Monat
über Kunst, Politik und soziale Themen berichten. Die Themen
der Ausgabe 05, Mai 2006: Interview mit der Deserteurs- und
Flüchtlingsberatung, Initiative Ehe ohne Grenzen,
Antirassistischer Osterspaziergang und ein musikalischer Bericht
über die "Fenzl experience" und ihre Wien Tour. Zeitgleich zur
Präsentation wird die Sendung auf OKTO ausgestrahlt. Die
Produzentinnen sind anwesend.
http://quasi.tv
Montag, 8.
Mai, 21.15
Unpassendes
nach Maß
Film und
Theorie
Als Oh Dae-su aus dem Zimmer entlassen wird, in das er, ohne zu wissen
wieso und von wem, fünfzehn Jahre eingesperrt war, ist er ein
hypersensibles Monster, das sich gegen das Gesetz auflehnt, welches
hinter dem Vollzug seiner nachwirkenden Isolationsfolter steht. Er ist
ein Mensch, der die Gesetze der Kommunikation neu lernen muss, mit
einer an allen Ecken und Enden „verschobenen“ Existenz.
Dementsprechend verschoben wirken auch die Raum-Zeit-Koordinaten von
Oldboy – einem Actionthriller-Melodram, das Unpassendes zu einem
maßgeschneiderten Ensemble zusammenführt.
Robert Buchschwenter, Filmtheoretiker
Oldboy (Südkorea
2004), Regie: Chan-Wook Park, wird am 8. Mai um 19.00 Uhr im Top Kino,
Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt.
Dienstag, 9.
Mai, 19.00
Hintergedankenjahr
2005
Projektpräsentation
Im Rahmen einer Ringvorlesung des Instituts für
Politikwissenschaft wurden Studierende gebeten, sich
„Hintergedanken“ zum Gedankenjahr 2005 zu machen. Die dabei
entstandenen Projekte setzen sich mit der spektakulären
Inszenierung von Erinnerung auseinander, etwa in Form eines Doku-Fakes,
der Installation 25 missing peaces oder einer Sendung auf Radio Orange.
Bei der Veranstaltung werden ausgewählte Arbeiten der Studierenden
vorgestellt und kommentiert.
Petra Bernhardt, Organisatorin der Ringvorlesung
Sarah Galehr, Organisatorin der Ringvorlesung
Karin Liebhart, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Birgit Sauer, Institut für Politikwissenschaft, Universität Wien
Mittwoch, 10.
Mai, 19.00
Ästhetik der
anästhesierten Sinne
Vortrag und
Buchpräsentation
Wenn in der Kunsttheorie von Sinnen die Rede ist, so sind damit zumeist
die Primärsinne Sehen und Hören gemeint. Riechen, Schmecken
und Tasten werden traditionell als der Kunst unangemessen abgetan und
damit „anästhesiert“.Mădălina Diaconu geht den
vernachlässigten „Sekundärsinnen“ nach,
analysiert sie hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen und
philosophischen Bedeutung und fragt sich, ob sie für spezifische
Kunstformen nicht doch relevant sind.
Mădălina Diaconu, Philosophin
Mădălina Diaconu (Hg.): Tasten, Riechen, Schmecken. Eine Ästhetik
der anästhesierten Sinne. Würzburg: Königshausen &
Neumann 2005.
Donnerstag,
11. Mai, 18.00
Die neue
Regierung der Zeichen
Doppelvortrag
Für Félix Guattari ist Kapital nicht bloß eine
ökonomische, sondern auch eine semiotische Kategorie, die die
Gesamtheit von Macht und Produktion umfasst. So behandelt Maurizio
Lazzarato die Frage neuer Zeichenregime vor dem Hintergrund der
verschiedenen politischen Formen des Kapitals und ihres
Verhältnisses zueinander.
Angela Melitopoulos beschreibt das von ihr initiierte, kollaborative
Videomontage-Projekt Timescapes, das mit KünstlerInnen und
AktivistInnen in Südosteuropa – auf Basis einer gemeinsamen
Datenbank – die Themen Mobilität und Migration erforscht.
Maurizio Lazzarato, Soziologe und Philosoph, Paris
Angela Melitopoulos, Videokünstlerin, Köln
Moderation: Gerald Raunig, Philosoph, Wien und Hito Steyerl,
Filmemacherin und Theoretikerin, Berlin
In Kooperation mit eipcp im Rahmen des Projekts translate. Beyond
Culture: The Politics of Translation.
http://translate.eipcp.net/
Montag, 15.
Mai, 19.00
Adele geht –
was bleibt?
Podiumsdiskussion
und Buchpräsentation
Die Beschlagnahme zweier Klimt-Bilder im Jahr 1997 veranlasste eine
Neubewertung der Haltung Österreichs zu den Fragen Arisierung und
Restitution. Die Rückgabe von fünf Klimt-Gemälden im
heurigen Jahr markiert den vorläufigen Höhepunkt dieses
Prozesses. Zwischen diesen Eckpunkten liegt die Erledigung weniger
glamouröser Themen: ZwangsarbeiterInnenentschädigung,
Pauschalabgeltung für verlorene Wohnungen, Einrichtung einer
Historikerkommission. Diese Maßnahmen betrafen zehntausende
Menschen, Kunstrestitution indes betrifft eigentlich nur ganz wenige.
Dennoch war der Kunst ein wesentlich stärkeres mediales Interesse
sicher.
Robert Holzbauer, Stiftung Leopold
Alfred J. Noll, Rechtsanwalt
Thomas Trenkler, Der Standard
Moderation: Eva Blimlinger, Historikerin
Buchpräsentation: Verena Pawlowsky, Harald Wendelin (Hg.):
Enteignete Kunst. Raub und Rückgabe – Österreich von
1938 bis heute. Wien: Mandelbaum Verlag 2006.
Mittwoch, 17.
Mai, 19.00
Wer macht die
Kunst?
Podiumsdiskussion
Welcher Kunst zu bestimmten Zeiten Relevanz zugeschrieben wird,
hängt von vielen Faktoren ab. So sind innerhalb des Kunstsystems
verschiedene AkteurInnen am Werk: KünstlerInnen, KuratorInnen,
TheoretikerInnen, SammlerInnen, KritikerInnen und KunstvermittlerInnen
bestimmen alle auf ihre jeweils spezifische Weise die Richtung mit, in
die sich die Kunst entwickelt, und sind so auch an der Genese neuer
Tendenzen beteiligt.
Wie sehen die KünstlerInnen selbst ihre Funktion und Ihren
Einflussbereich, wo ziehen sie die Grenze zwischen Bedingtheit und
aktivem Gestalten des Systems?
Andreas Duscha, Künstler, mahony
Xenia Hausner, Künstlerin
Marko Lulic, Künstler
Rita Vitorelli, Künstlerin
Moderation: Friedrich Tietjen, Kunsthistoriker
Montag, 22.
Mai, 19.00
Film/Denken –
Film und Philosophie
Buchpräsentation
und Diskussion
Wie kann Film im Zeitalter der digitalen Medien und Künste gedacht
werden? Welche Wirkungsweisen hat er auf die Konstitution von Subjekt,
Wissen und Gesellschaft? Zu diesen Fragestellungen unternimmt der
Sammelband einen filmtheoretischen Exkurs, wobei unterschiedliche
Methoden und Denkschulen zu Wort kommen. Das soll einen Dialog anregen,
der der Enge der jeweiligen schulischen Zugangsweise entkommen und
helfen möchte, Film als ein komplexes Phänomen aktuell zu
begreifen.
Gabriele Jutz, Filmwissenschafterin, Universität für angewandte Kunst,
Wien
Eva Laquièze-Waniek, Philosophin, Wien/Straßburg
Peter Mahr, Philosoph, Universität Wien
Ludwig Nagl, Philosoph, Universität Wien
Matthias Wittmann, Filmwissenschafter, Wien
Ludwig Nagl, Eva Waniek, Brigitte Mayr (Hg.): Film/Denken –
Thinking Film. Film & Philosophie. Wien: SYNEMA-Publikationen
2005.
In Kooperation mit SYNEMA – Gesellschaft für Film und Medien.
Dienstag, 23.
Mai, 19.00
Die Zukunft
der Erinnerungskultur
Podiumsdiskussion
Mit dem Verschwinden der ZeitzeugInnen, der sogenannten
Erlebnisgeneration, wird der Umgang mit der Erinnerung an den
Nationalsozialismus auch zu einer Frage der Musealisierung. Aber
lässt sich der Holocaust ins Museum „zwingen“? Der
wachsenden historischen Distanz der jungen Generation soll eine
Erinnerungskultur entgegenwirken, die aber ohne notwendigen und
kritischen Bezug zur Gegenwart kaum wirksam sein kann. Stellen
Mahnmäler und Gedenkstätten eine zeitgemäße Form
der Vermittlung dar?
Günther Sturm, Historiker
Helmut Wartlik, Nationalfonds der Republik Österreich
In Kooperation mit GEDENKDIENST.
Mittwoch, 24.
Mai, 17.00
Innovationspreis
IG Kultur Wien
Podiumsdiskussion
2005 wurde zum zweiten Mal der LAUCH, der Innovationspreis der freien
Kulturszene Wiens, vergeben. Folgend dem Ausschreibungsthema „Off
road – navigating the future“ ging die IG Kultur Wien auch
auf der Ebene der Preisvergabe neue Wege. Ziel war es, die Reflexion
und den aktiven Diskurs rund um die eingereichten Projekte zu
fördern. Im Sinne der Weiterentwicklung dieses Prozesses, sind
alle Einreichenden, Mitglieder der IG Kultur Wien und Interessierte
eingeladen, gemeinsam an der Modifizierung des Auswahlverfahrens und
des zukünftigen Innovationspreis aktiv mitzuwirken.
Marty Huber, Querspektiven - 6ter Blick
Betty Kogler, „store“
Gerhard Leixl, European Tango
Christine Standfest, palais donaustadt
Moderation: Angela Eder, IG Kultur Wien
http://www.innovationspreis.org
Mittwoch, 24.
Mai, 19.00
Jury, Matrix
oder Kollektivverfahren?
Podiumsdiskussion
Derzeit werden nicht nur in Wien Modelle für mehr Mitbestimmung
von Kulturschaffenden in der Vergabe von Fördergeldern erprobt.
Dabei geht es – etwa bei der Projektförderung oder im Zuge
von Wettbewerben und Preisvergaben – um die Etablierung von
autonomen Strukturen und mehr Transparenz. Doch bergen diese
partizipatorischen Modelle auch Gefahren und Stolpersteine, die es zu
analysieren und in Folge zu verbessern gilt.
Anne Katrin Feßler, derStandard.at
Monika Mokre, Forschungsgesellschaft für kulturökonomische und
kulturpolitische Studien
Friedrich E. Rakuschan, Medienepistemologe, Universität für angewandte
Kunst
Roland Schöny, Projektleitung Kunst im öffentlichen Raum Wien, WZW
Martina Wäfler, Kulturmanagement, 17 & 4 Organisationsberatung
GmbH
Moderation: Thomas J. Jelinek, IG Kultur Wien
In Kooperation mit der IG Kultur Wien.
Montag, 29.
Mai, 19.00
Geschlossene
Gesellschaft?
Publikumsdiskussion
Sind die Eliten in Wirtschaft, Politik und Justiz in ihren
Machtpositionen, weil sie einfach die Besten für diese Jobs sind?
Michael Hartmann behauptet in seinem Buch Der Mythos von den
Leistungseliten, dass nicht die persönliche Leistung das
entscheidende Kriterium für den Aufstieg in Spitzenpositionen ist,
sondern nach wie vor die soziale Herkunft und das Geschlecht der
betreffenden Personen. Von einer sozialen Öffnung der
gesellschaftlichen Eliten kann daher nicht die Rede sein.
Michael Hartmann, Institut für Soziologie, TU Darmstadt
Eine Rezension von Michael Hartmanns Der Mythos von den Leistungseliten
(Frankfurt am Main: Campus 2002) findet sich auf
http://www.oeh.ac.at/elite
In Kooperation mit der Österreichischen
HochschülerInnenschaft, keine_uni, dem Renner Institut und der
Grünen Bildungswerkstatt Wien
Dienstag, 30.
Mai, 19.00
Was wird aus
der „Medienstadt“ Wien?
Podiumsdiskussion
Um das Potenzial der Stadt zu nutzen, bedarf es einer Vielfalt
lebendiger Freiräume. Insbesondere Orte selbstbestimmter
Medienaneignung sind zunehmend marginalisiert. Den politischen
Bekenntnissen zur Förderung von Institutionen freier Medienarbeit
folgte Ernüchterung. Wo kann Medienkultur jenseits von Konzern-
und staatlichen Interessen Platz finden? Wie konstituiert sich eine
“Information City” Wien?
Konrad Becker, t0, Institut für neue Kulturtechnologien
Katharina Gsöllpointner, Medientheoretikerin
Felix Stalder, Hochschule für Gestaltung und Kunst, Zürich
Beat Weber, MALMOE
Barbara Novak, SPÖ Gemeinderätin Wien
Moderation: Sylvia Riedmann, Journalistin
Freitag, 2.
Juni, 19.00
Intersexualität
und Zwangsoperationen
Podiumsdiskussion
Als intersexuell werden Menschen bezeichnet, deren Geschlechtsmerkmale
weder eindeutig weiblich noch eindeutig männlich sind bzw.
Merkmale beider Geschlechter aufweisen. Durch einen operativen Eingriff
wird die eindeutige Zuordnung zu einem Geschlecht, meist dem
weiblichen, vollzogen. Die operativen Eingriffe ziehen sich zumeist
über Jahre und können auch zu schwerwiegenden psychischen und
physischen Folgen führen. Medizinisch lassen sich diese Eingriffe
selten begründen. Weshalb die Stimmen immer lauter werden, dem
Kind selbst die Wahl zu lassen und den Eingriff erst nach der
Pubertät zu tätigen wenn das Kind es wünscht. Die
PatientInnen sollen im Mittelpunkt stehen und nicht die
Normvorstellungen der Gesellschaft.
Alex Jürgen, Hauptdarsteller „Tintenfischalarm“
Eva Matt, Juristin
Franz Waldhauser, Univ. Klinik für Kinder- und
Jugendheilkunde, AKH
Alfred Springer, Univ. Klinik für Psychiatrie, AKH
Eine Kooperation mit TransX und der Plattform intersex.at im Rahmen der
LesBiSchwulTransX-Aktionswoche der ÖH.
Dienstag, 6.
Juni, 19.00
Mythos Wien:
Klischee und Wirklichkeit
surfingVIENNA
Eine Stadt hat nicht nur Gesichter, sondern auch eine
„Seele“ – dieses eigenartige Gemisch aus
individuellen Befindlichkeiten und kollektiven Vorurteilen, aus
künstlerisch variierten und medial verzierten
Charakterisierungsmotiven. Der Wiener Schmäh oder die Wiener
Morbidität zählen zu den mythischen Kategorien, die das
Selbstbild der WienerInnen ebenso prägen wie die
Erwartungshaltungen Außenstehender.
Joachim Riedl, Journalist, Die Zeit
Barbara Schedler, Kulturattachée der Schweizerischen Botschaft, Wien
Moderation: Robert Buchschwenter, Dramaturg, Siegfried Mattl,
Zeithistoriker
In Kooperation mit Drehbuchforum Wien und Filmfonds Wien.
http://www.drehbuchforum.at/surfingVienna.hmtl
Donnerstag,
8. Juni, 10.30 Uhr
Der Verband
Freier Radios Österreich
Pressegespräch
Der Verband Freier Radios hat ein Fördermodell zur Sicherung einer
pluralistischen Radiolandschaft in Österreich entwickelt. Zur
Vorstellung des Gesetzesentwurfes sowie zur Präsentation der
Leistungen laden:
Helmut Peissl, Vorsitz Verband Freier Radios Österreich
Wolfgang Hirner, Geschäftsführung Radiofabrik, Salzburg
Veronika Leiner, Geschäftsführerung Radio FRO, Linz
Mittwoch, 7.
Juni, 19.00
Jüdisches
Gedächtnis im Dokumentarfilm
kinokis
mikrokino #136
Ruth Beckermanns Reise durch ihre Familiengeschichte erzählt die
Geschichte der mitteleuropäischen Juden und die Geschichte einer
Region. Die Autorin zeigt als Vertreterin der ‘zweiten Generation
der Überlebenden’ das Schicksal ihrer jüdischen Eltern
auf, besucht den rumänischen Teil der Bukowina, berichtet
über Dreharbeiten einer US-Firma zu einem KZ-Film mit
jüdischen KomparsInnen und gibt Eindrücke von Demonstrationen
gegen die Wahl Waldheims zum Bundespräsidenten wieder.
Emil Rennert folgt seinerseits den Spuren seiner jüdischen
Urgroßeltern, die aus Radautz, einer Kleinstadt in der
südlichen Bukowina stammten. In Interviews zeichnet er die
Lebensgeschichte der letzten Überlebenden des Holocaust nach und
berichtet von der Zeit, in der die Bukowina noch als multiethnisches
Land mit einer fruchtbaren Koexistenz unterschiedlichster Menschen und
einer reichhaltigen jüdischen Kultur existierte.
Gespräch mit Ruth Beckermann und Emil Rennert
Die papierene Brücke (A 1987), Regie: Ruth Beckermann, 91 Min.
Eine verschwundene Welt (A 2005), Regie: Emil Rennert, 50 Min.
Montag, 12.
Juni, 21.15
Zwischenland
Film und
Theorie
Der Film Lichter führt die mit Migration, Unternehmertum,
Schmuggel, Fluchthilfe, Lokalisierung oder Transgression verbundenen
Erzählungen an einem Ort zusammen. Dieser Ort wird weniger durch
die Existenz einer Staatsgrenze und die Aussicht auf ihre
Überschreitung definiert, als vielmehr durch die Widerstände,
die sich den Wünschen der Protagonisten dort in den Weg stellen.
Wie sich zeigt, ist das nächste Licht an diesem Ort immer das
falsche.
Vrääth Öhner, Filmwissenschafter
Lichter (D 2003) Regie: Hans-Christian Schmid, wird um 19.00 Uhr im Top
Kino, Rahlgasse 1, 1060 Wien, gezeigt.
Montag, 19.
Juni, 19.00
Creating the
Change
Podiumsdiskussion
und Buchpräsentation
Vor welchem Hintergrund Frauenpolitik für den Kulturbereich im 21.
Jahrhundert gedacht werden muss, wird in der vorliegenden Publikation
Creating the Change erläutert. Sie basiert auf einer
zweijährigen Studie der IG Kultur Vorarlberg, die die Situation
von kulturschaffenden Frauen beleuchtet, aber auch konkrete
Verbesserungsvorschläge für ihre Arbeitsbedingungen liefert.
Weitere Themen widmen sich der Repräsentationskritik,
Körperdiskursen und gender-bezogenen Aspekten der bildenden Kunst,
Literatur und Medienkunst.
Juliane Alton, IG Kultur Vorarlberg
Sabine Benzer, Theater am Saumarkt, Vorarlberg
Johanna Schaffer, feministische Theoretikerin, Universität Wien
Joshua Taubert, Transgenderaktivis*
Sabine Benzer (Hg.): Creating the Change. Beiträge zu Theorie
& Praxis von Frauenförder- und
Gleichbehandlungsmaßnahmen im Kulturbereich. Wien: Turia+Kant
2006.
Mittwoch, 21.
Juni, 19.00
Nord-Süd-Beziehungen
Buchpräsentation
„Nord-Süd-Beziehungen“ sind eine gängige aber
irreführende Bezeichnung für die ungleiche internationale
Arbeitsteilung. Der scheinbar neutrale Begriff verschleiert nur die
herrschenden Machtverhältnisse. Im Aufdecken verborgener
Machtbeziehungen löst sich „Nord-Süd“ aus seiner
geographischen Zuweisung und wird zum Inbegriff eines Dominanz- und
Abhängigkeitsverhältnisses. Ein solches findet sich in der
Geschichte nicht nur zwischen den europäischen
Kolonialmächten und dem Süden sondern auch im Verhältnis
europäischer Großmächte zu den inneren Kolonien in Ost-
und Südosteuropa. „Nord-Süd-Beziehungen“
existieren weltweit und auf jeder räumlichen Ebene, von der
lokalen bis zur globalen.
Michael Baiculescu, Mandelbaum Verlag
Birgit Englert, Institut für Afrikanistik, Universität Wien
Ingeborg Grau, Institut für Afrikanistik, Universität Wien
Hannes Hofbauer, Wirtschafts- und Sozialhistoriker
Andrea Komlosy, Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte,
Universität Wien
Birgit Englert, Ingeborg Grau, Andrea Komlosy (Hg.):
Nord-Süd-Beziehungen. Kolonialismen und Ansätze zu ihrer
Überwindung. Wien: Mandelbaum Verlag 2006.
Mittwoch, 28.
Juni, 19.00
Die
wahr/falsch Inc.
Ausstellungsbesprechung
Die heutige Wissenschaft wird häufig als Bedrohung empfunden oder
uneingeschränkt bewundert. Die wahr/falsch Inc., eine Ausstellung
im Stadtraum von Wien, versucht Wissenschaft und Forschung als Alltag
zu thematisieren. Welche Szenarien gibt es, Wissenschaft in der
Öffentlichkeit darzustellen, ohne ihre Resultate zu popularisieren
oder politische Anklage zu führen? Anhand unterschiedlichster
Themen, von Doping bis zur Migration von WissenschafterInnen wird zudem
eine Zusammenführung und gegenseitige Aufhebung von Wissenschaft
und Kunst angedacht.
Elke Krasny, Kulturtheoretikerin
Judith Kröll, wahr/falsch Inc.
Veronika Wöhrer, Wissenschaftssoziologin, Universität Wien
x.06 – Die wahr/falsch Inc. Wissenschaftsausstellung in der Stadt, 2.
Juni bis 15. Juli 2006.
Dienstag, 12.
September, 19.00
Anstöße zur
Kultur- und Medienpolitik
Kulturrat
Österreich
Die politische Auseinandersetzung im Vorfeld der österreichischen
Nationalratswahlen zeichnet sich durch einen Mangel an Inhalten und
gesellschaftspolitischen Entwürfen aus. Diesem Trend will der
Kulturrat Österreich – ein Zusammenschluss der
Interessenvertretungen von Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden
– entgegentreten, indem er die Kulturpolitik als wichtige
Querschnittsmaterie ins Blickfeld rückt. Grundlegende und aktuelle
kulturpolitische Themen werden in einer Publikation im Zeitungsformat
unter dem Titel Kulturrat Österreich – Kulturpolitik Diskurs
Vernetzung zusammengefasst. Aktuelle Problemfelder wie
Kunstförderung, Niederlassungsrecht, Medienfreiheit und
Grundeinkommen sollen präsentiert und diskutiert werden.
Andrea Ellmeier, Kulturwissenschafterin
Sabine Kock, Kulturrat Österreich
Joachim Riedl, Die Zeit
Sarah Schönauer, Subnet Salzburg
Moderation: Eva Simmler, Filmemacherin
In Kooperation mit dem Kulturrat Österreich.
Mittwoch, 13.
September, 19.00
Film wider
das Vergessen
Vortrag mit
Filmausschnitten und Diskussion
In den 80er Jahren griff der West-Berliner Verein Aktives Museum im
Kampf gegen das Vergessen auf die Methode und Metapher der
Archäologie zurück. So entstand am ehemaligen
Gestapogelände in Berlin die Topographie des Terrors. Der
ehemalige Archäologiestudent Frederick Baker setzt nicht auf den
archäologischen Umgang mit den Ruinen des Dritten Reiches, sondern
auf die filmische Aufarbeitung der Geschichte.
Frederick Baker, Filmemacher
Friederika Richter, Autorin
In Kooperation mit GEDENKDIENST.
Donnerstag,
14. September, 19.00
Großvater,
wer warst du?
kinokis
mikrokino #137
Angehörige der Enkelgeneration hinterfragen Auswirkungen des
Nationalsozialismus auf ihre eigene Familie. Dabei werden
Verdrängung und Trauer genauso aufgearbeitet wie Schuld und
familiärer Opportunismus. Die präsentierten Filme gehen von
den konträren Ausgangssituationen der Opfer- und
Täterperspektive aus. Szepannek rekonstruiert das Leben ihres
Großvaters, der als Kommunist 1942 hingerichtet wurde. Carney
beschäftigt sich mit der Unfähigkeit zu trauern, die seit der
vielschichtigen Verwicklung in den Nationalsozialismus auf seiner
Familie lastet. Er schlägt einen Bogen in das heutige
Österreich und zeigt, wie die Familienmitglieder mit dem
Vermächtnis umgehen, daran scheitern. Als Carneys Mutter
während der Dreharbeiten lebensbedrohlich erkrankt, beginnt die
Bewältigung für den Filmemacher selbst.
Großvater,
wer warst du? (A 2006), Regie: Katharina Szepannek, 53 Min.
Prescreening: The End
of the Neubacher Project (A 2006), Regie: Marcus J.
Carney, 74 Min.
Anschließend Eva Simmler im Gespräch mit den beiden FilmemacherInnen.
Mittwoch, 20.
September, 19.00
Was heißt
Integration?
Podiumsdiskussion
Mit der Aufforderung zur „Integration“ werden oft nur
Aufgaben und Pflichten von MigrantInnen eingemahnt: Sie sollen die
Sprache lernen, über österreichische Geschichte und
einheimisches Brauchtum Bescheid wissen, fleißig und
unauffällig sein. Seltener wird unter Integration die Schaffung
von Grundlagen verstanden, die den neu Hinzukommenden einen
gleichberechtigten Zugang zu Bildung, Wohnen, Arbeit und
Sozialleistungen ermöglichen. Kaum gefragt werden VertreterInnen
von MigrantInnenorganisationen nach ihren Vorschlägen für ein
besseres Zusammenleben in dieser Gesellschaft.
Beatrice Achaleke, Schwarze Frauen Community
Carla Amina Baghajati, Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich
Moderation: Hikmet Kayahan, Migrationsexperte
Donnerstag,
21. September, 19.00
Gestrandet
Buchpräsentation
Gestrandet schildert die typischen Karrieren von Flüchtlingen aus
deren Sicht, analysiert die Fluchtgründe, beschreibt die Probleme
mit Schlepperbanden sowie das Verhalten der Behörden, die den
AsylwerberInnen mit Misstrauen begegnen. Deren Alltag ist vom Warten
auf einen höchst ungewissen Ausgang des Asylverfahrens
geprägt. Das vorliegende Buch schließt mit einem
Plädoyer für eine offene Gesellschaft, zu der es aus Sicht
des Autors keine Alternative gibt.
Konrad Hofer, Soziologe, im Gespräch mit einer Asylwerberin aus
Nigeria und ihrem Mann, Österreicher mit Geburtsland Türkei
Konrad Hofer (Hg.): Gestrandet. Aus dem Alltag von AsylwerberInnen.
Wien: Löcker Verlag 2006.
Dienstag, 26.
September, 19.00
Österreich,
eine tägliche Erscheinung
Blattkritik
Seit dem 1. September ist Österreich nicht nur ein Land, sondern
auch eine neue, täglich erscheinende Zeitung. Drei Wochen nach
ihrem Start ist der richtige Zeitpunkt für eine Blattkritik
gekommen. Die LeserInnen konnten sich ein Urteil bilden und wissen
jetzt, was drin ist, wo Österreich drauf steht.
Harald Fidler, Der Standard
Anneliese Rohrer, Kurier
Mittwoch, 27.
September, 12.00
Sites an
Subjects. Narrating Heritage
Gespräch
anlässlich der Internationalen Konferenz SCOPE
Der Kulturphilosoph Homi K. Bhabha, sieht eine neue Bewegung in der
Kulturerbe Diskussion durch Migration und Globalisierung -
eine
Verschiebung vom kulturellen Objekt selbst hin zu den verschiedenen
Interpretationen: 'Kulturelle Objekte, Bauwerke oder Praktiken sind
nicht ohne die Geschichten zu verstehen, die damit verbunden sind. Wir
leben in einer Welt der Migration - deshalb können kulturelle
Objekte keinen für alle gleichen Wert besitzen. Die Erforschung
der Zirkulation von Ideen und Geschichten über das Objekt ist viel
produktiver als die derzeitige Sicht von kulturellem Erbe.'
Homi K. Bhabha, Harvard University
Rahul Mehrotra, Universitiy of Michigan)
Claudia Haas, Lord Cultural Resources, London)
Lauren Segal (Constitution Hill, Johannesburg)
Robert Temel, Österreichische Gesellschaft für Architektur
Moderation: Christian Doegl, uma information technology
www.scope.at
Mittwoch, 27.
September, 19.00
Was ist
Rassismus?
ZARA:TALK
Zur historischen Entwicklung der aktuellen Rassismustheorien wird ein
informativer Überblick gegeben und versucht, wissenschaftlich
fundierte Antworten für eine soziale Praxis zu finden, die trotz
anti-rassistischer Bemühungen immer noch Ungleichheit und
Machthierarchien schafft.
Verena Krausneker, Sprachwissenschafterin im Talk mit Volker
Frey, Jurist
Eine Veranstaltungsreihe von ZARA – Zivilcourage und
Anti-Rassismus-Arbeit in Kooperation mit dem Depot.
www.zara.or.at
Donnerstag,
28. September, 20.15
Diskussion
der Spitzenkandidaten
ORF-Übertragung
Sonntag, 1.
Oktober, 16.45
Nationalratswahl
2006
ORF-Übertragung
Montag, 2.
Oktober, 19.00
Die Willkür
der Auslese
Publikumsdiskussion
Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten sind
seit nunmehr einem Jahr für acht Studienfächer Realität.
Die aktuellen Auswahlverfahren wollen die
„Studierfähigkeit“ der angehenden Studierenden
voraussagen. Zukünftige StudentInnen haben Eignungstests und
Knock-Out-Prüfungen an den Medizinuniversitäten, in
Psychologie oder anderen Studienrichtungen zu bestehen. Die Kriterien
für diese kostspieligen und nicht unumstrittenen
Aufnahmehürden werden willkürlich festgelegt. Dabei stellt
sich die Frage, ob Bildungswege vorhersehbar sind. Und sollen wirklich
Testergebnisse über eine Zuteilung zum Studium entscheiden?
Lotte Kreissler, Lehrerin mit Schwerpunkt demokratische Bildung
Fanny Rasul, Bildungspolitisches Referat der ÖH-Bundesvertretung
In Kooperation mit der Österreichischen
HochschülerInnenschaft, keine_uni, dem Renner Institut und der
Grünen Bildungswerkstatt Wien.
www.oeh.ac.at/elite
Dienstag, 3.
Oktober, 19.00
Schwarze
filmische Perspektiven
kinokis
mikrokino #138
Schwarze Menschen leben nicht erst seit den letzten Jahrzehnten in
Europa, sondern seit Jahrhunderten. Vier Videoarbeiten entwerfen
Gegenbilder zu allgegenwärtigen Stereotypisierungen und
rassistischen Diskriminierungen in der afrikanischen Diaspora in
Österreich, Deutschland und Großbritannien.
Let it be known ist das Gründungsmanifest der Recherchegruppe zu
Schwarzer österreichischer Geschichte. Josephine Soliman 2006
erinnert an die Tochter von Angelo Soliman. Brothers Keepers
dokumentiert eine Tour Schwarzer deutscher MusikerInnen durch
neofaschistisch dominierte Gebiete in Ostdeutschland. Britain’s
Black Legacy beschreibt die Selbstverteidigungsstrategien britischer
black communities gegen rassistische Angriffe sowie polizeiliche und
juristische Diskriminierungen.
Let it be
known (A 2006), Musikvideo Dominic Mariochukwu Gilbert, 3
Min.
Josephine
Soliman 2006 (A 2006), Videoinstallation Belinda Kazeem
und Claudia Unterweger, 5 Min.
Brothers
Keepers on Tour in East Germany (D 2004), Regie: Abdel
Rahman Satti, 27 Min.
Britain’s
Black Legacy (GB 1991), Regie: Ken Fero, Mogniss H.
Abdallah, 45 Min.
Anschließend Gespräch mit der Aktivistin Belinda Kazeem, dem
Künstler Dominic Mariochukwu Gilbert, beide Mitglieder der
Recherchegruppe zu Schwarzer österreichischer Geschichte, und
Sidy, Künstler, Verein gale.
Dienstag, 10.
Oktober, 19.00
Vom Osten
nichts Neues?
Projektpräsentation
Medien zeigen „den Osten“ gerne als Ort wirrer
Verhältnisse vor trostloser Kulisse. Dieses Bildrepertoire
trägt zur Formung von Vorstellungen und Meinungen bei und
beeinflusst kollektives Erinnern. WissenschafterInnen,
MedienpraktikerInnen und DokumentarfilmerInnen arbeiten an der
Universität Wien an einem Forschungsprojekt zusammen, das
versucht, diese Bilder in aktuellen politischen Kontexten zur
Diskussion zu stellen und Gegenbilder auszumachen.
Projektgruppe Film-Gedächtnis-Politik des Forschungsschwerpunktes
TRAFO-Transdisziplinäres Forschen des bm:bwk
Mittwoch, 11.
Oktober, 19.00
Die Couch:
Vom Denken im Liegen
Ausstellungsbesprechung
Die Ausstellung im Rahmen des diesjährigen Freud-Jahres setzt sich
auf vielfältige Weise mit den Bedeutungsebenen der Couch als
Inbegriff von Freuds Theorie und Praxis auseinander. Sie widmet sich
der Entstehung des psychoanalytischen Settings, bezieht kulturelle
Aspekte der Couch als Liegemöbel ebenso mit ein wie dessen
Funktion im Wandel der Zeit und zeigt Querbezüge zur Literatur,
Kunst und Medizin des 19., 20. und 21. Jahrhunderts auf.
Georg Gröller, Psychoanalytiker
Lydia Marinelli, Kuratorin der Ausstellung
Roswitha Muttenthaler, Museologin
Die Couch.
Vom Denken im Liegen. Ausstellung im Sigmund Freud Museum
Wien, 5. Mai bis 5. November 2006.
Donnerstag,
12. Oktober, 19.00
Derrida und
die Frage des Politischen
Diskussion
und Buchpräsentation
Besonders in seinen späten Schriften wendet sich Jacques Derrida
dem Politischen zu; er tut dies unter den Vorzeichen der Dekonstruktion
und der Différance. Es stellt sich dabei aber die Frage, ob sich
aus diesen theoretisch-philosophischen Reflexionen ein
konkret-politisches Handeln ableiten lässt. Diese Problematik
bildet auch einen Schwerpunkt des Sammelbandes nach Derrida.
Artur Boelderl, Philosoph, KTU Linz
Oliver Marchart, Philosoph, Universität Luzern
Moderation: Peter Zeillinger, Philosoph, Universität Wien
Dominik Portune, Peter Zeillinger (Hg.): nach Derrida. Dekonstruktion in
zeitgenössischen Diskursen. Wien: Turia+Kant 2006.
Montag, 16.
Oktober, 19.00
Über
Kapitalismuskritik
Vortrag
Luc Boltanski veröffentlichte 1999 gemeinsam mit Eve Chiapello ein
Buch über den neuen Geist des Kapitalismus. Hierbei
charakterisierte er den Kapitalismus als normatives System, das die
Fähigkeit besitzt, sich immer wieder unter unterschiedlichsten
Bedingungen zu behaupten. Motor dieses Anpassungsvermögens sei die
am Kapitalismus selbst geäußerte Kritik, die von diesem
anverwandelt und konstruktiv verarbeitet wird. Der Autor beschrieb
damals die Machtlosigkeit einer anachronistisch argumentierenden
Kritik, stellte aber ihr Wiedererstarken in Aussicht. Hat sich seitdem
etwas verändert? Wie sieht er die aktuelle Situation der Kritik?
Luc Boltanski, Soziologe, Paris
Einführung und Moderation: Giovanni Leghissa, Philosoph, Wien, Triest
Vortrag in französischer Sprache mit Konsekutivübersetzung
In Kooperation mit dem Französischen Kulturinstitut Wien.
Mittwoch, 18.
Oktober, 19.00
Innere Feinde
Vortrag und
Diskussion
Durch die medizinische Konstruktion innerer Feinde im
Nationalsozialismus wurden immer neue Gruppen von Menschen als
„minderwertig“ ausgestoßen und im Extremfall als
„lebensunwert“ der Vernichtung preisgegeben. In diesem
Sinne ist die Zahl von über 770.000 allein in Wien als
„erbbiologisch minderwertig“ erfassten Personen zu
interpretieren: als deutlicher Hinweis auf das unbegrenzte
Radikalisierungspotenzial einer politisch entgrenzten Medizin, die
keinen rechtsstaatlichen Einschränkungen mehr unterworfen war.
Herwig Czech, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands
In Kooperation mit GEDENKDIENST.
Donnerstag,
19. Oktober, 19.00
Skandale und
Spiele
Podiumsdiskussion
Gibt es spezifische Merkmale des Kunst- und Kulturgeschehens der
Bundesländer, also eine bezeichnende Tiroler Szene, eine typisch
steirische Kulturpolitik? Mit einer genaueren Betrachtung des
Salzburger Kulturlebens, das nicht zuletzt durch die zahlreichen
„Kunstskandale“ mediale Aufmerksamkeit erlangt hat, wird
eine neue Reihe gestartet, die einzelne Schwerpunkte zur Situation von
Kunst und Kultur in den Bundesländern hinterfragt.
Juliane Alton, Obfrau IG Kultur
Hildegard Fraueneder, Galerie 5020 Salzburg
Marcus Hank, ARGEkultur Salzburg
Hedwig Kainberger, Salzburger Nachrichten
Moderation: Daniela Koweindl, IG Bildende Kunst
Samstag, 21.
Oktober, 11.00 bis 19.00
Bildproduktion
als politisches Mittel
Workshop
Um Ideologien und Mythen zu verbreiten, wird bevorzugt die Ebene der
visuellen Wahrnehmung adressiert. Bildstrategien versuchen, diese
Wahrnehmung zu manipulieren und nutzbar zu machen. Die Redaktionen von
Grundrisse. Zeitschrift für linke Theorie + Debatte und der
Zeitschrift die weisse Blatt arbeiten theoretisch und praktisch an
Strategien für eine emanzipative Bildproduktion als politisches
Mittel.
Linda Bilda, Nora Hermann, die weisse Blatt
Martin Birkner, Bernhard Dorfer, Robert Foltin, Paul Pop, Karl Reitter,
Grundrisse
Sabeth Buchmann, Kunsthistorikerin
www.grundrisse.net, www.dieweisseblatt.org
Montag, 23.
Oktober, 19.00
Offene
Universität
Publikumsdiskussion
Die Utopie einer freien und offenen Universität ist ein wichtiger
Bestandteil bürgerlicher und sozialistischer
Bildungsvorstellungen. Die Arbeiterbewegung forderte eine
Demokratisierung des Wissens, die sie mit dem Modell der
Volkshochschulen umsetzte. Durch den Druck der StudentInnenrevolte 1968
wurde der Zugang zu den Universitäten erneut erleichtert.
Nun sind Beschränkungen und Privatisierung wieder zum Leitprinzip
der Bildungspolitik geworden. Es kann aber auch anders funktionieren.
Wolf-Dieter Narr, Politologe, Komitee für Grundrechte und Demokratie,
Berlin
In Kooperation mit der Österreichischen
HochschülerInnenschaft, keine_uni, dem Renner-Institut und der
Grünen Bildungswerkstatt Wien.
www.oeh.ac.at/elite
Dienstag, 24.
Oktober, 19.00
Nach Meinung
der Mehrheit?
Podiumsdiskussion
Die Wahlen sind vorbei, die Mehrheit hat entschieden, jetzt werden
mögliche Koalitionen verhandelt und damit Wahlversprechen
eingelöst oder verworfen. Innenpolitische Entscheidungen werden
getroffen, auch über Zu- und Einwanderung, die in der Regel von
der Meinung, den Ängsten und Vorurteilen der Mehrheitsgesellschaft
ausgehen. Wie aber kommt die Mehrheit zu ihrer Einstellung? Welche
Rolle spielen die Medien im Meinungsbildungsprozess der Gesellschaft
und welchen Einfluss haben sie auf die Politik?
Hannes Aigelsreiter, Ö1
Martina Salomon, Die Presse
Michael Völker, Der Standard
Nina Weißensteiner, Falter
Christa Zöchling, profil
Moderation: Wolfgang Müller-Funk, Plattform gegen Rassismus
In Kooperation mit der Plattform gegen Rassismus und
Fremdenfeindlichkeit.
www.antirassismus-plattform.at
Mittwoch, 25.
Oktober, 19.00
corpus
Präsentation
der Website
Im deutschen Sprachraum gibt es bisher kein Medium, das die
zeitgenössische Auseinandersetzung mit Tanz, Choreografie und
Performance bündelt und in Zusammenhang mit Politik und
Gesellschaft stellt. Die neue Website corpus versucht diese Lücke
von Wien aus zu schließen und eine Plattform für aktuelle
Debatten und konkrete Kritik zu bieten. Auf der Basis aktueller
Auseinandersetzungen um den Körper als Kommunikationssystem und
Repräsentationsfeld von Machtpolitik und Ökonomie arbeitet
die corpus-Redaktion an einem virtuellen Ort der Kritik.
Redaktionskollektiv corpus
www.corpusweb.net
Montag, 30.
Oktober, 19.00
Life Science
Governance
Reihe Bioethik
Die Probleme, die sich aus den grundlegenden Fragen der Bioethik
ergeben, stellen die Politik vor eine wichtige Herausforderung. Die an
der Universität Wien angesiedelte interdisziplinäre
Forschungsplattform Life Science Governance geht der Frage nach, wie
das schwierige Verhältnis zwischen Naturwissenschaften, Medizin
und Gesellschaft zu verstehen ist, und welche Handlungsoptionen
für die Politik bestehen. Einer der Arbeitsbereiche der Plattform
befasst sich mit den philosophisch-theoretischen Grundlagen der
Biopolitik, ein anderer mit der konkreten biopolitischen Problematik
der Stammzellenforschung.
Erich Grießler, Soziologe, Institut für höhere Studien
Barbara Prainsack, Politologin, Forschungsplattform Life Science
Governance
Martin G. Weiß, Philosoph, Forschungsplattform Life Science Governance
Dienstag, 31.
Oktober, 19.00
Typisch
atypisch?
Podiumsdiskussion
Allein die Tatsache, dass die richtige Mehrzahl von Praktikum heute
öfter benutzt wird als noch vor wenigen Jahren, ist ein Indiz
für die stetige Zunahme dieser Form prekärer
Beschäftigung. Steigende AbsolventInnenzahlen, der
Beschäftigungsstopp im öffentlichen Sektor und eine schlechte
Arbeitsmarktsituation sind Einflussfaktoren, die junge Menschen als
versteckte Vollzeitkräfte in die Praktika-Schleife abdriften
lassen. Welche persönlichen Risiken nehmen nicht oder schlecht
bezahlte PraktikantInnen in Kauf, und wie wirkt sich das Lohndumping
auf den Arbeitsmarkt aus?
Josef Lentsch, Career Center der Universität Wien
Gabriele Michalitsch, Wirtschaftsuniversität Wien
Anna Schopf, Plattform Generation Praktikum
Sandra Stern, GPA, work@flex
Moderation: Klemens Kaps, DATUM Österreich
www.generation-praktikum.at
Donnerstag,
2. November, 19.00
Kulturarbeit
in der Einwanderungsgesellschaft
Podiumsdiskussion
Zum Auftakt der Konferenz Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft
der IG Kultur Österreich werden Rahmenbedingungen und Ziele
aktueller antirassistischer Praxen im Kulturbereich reflektiert. In
welcher Form nehmen antirassistische Oppositionen und politische
Kulturarbeit aufeinander Bezug? Wie gehen kritische KulturarbeiterInnen
mit unterschiedlichen antirassistischen Repräsentationsformen um,
und welche Rolle nimmt dabei die Selbstorganisation von MigrantInnen
ein?
Kien Nghi Ha, Politikwissenschafter, Berlin
Marty Huber, IG Kultur Österreich, Wien
Baruch Wolski, Kulturverein Kanafani, Wien
Moderation: Vlatka Frketic, Femigra
In Kooperation mit dem Projekt fields of Transfer der IG Kultur,
http://www.igkultur.at/transfer
Kulturarbeit in der Einwanderungsgesellschaft: Antirasstische
Interventionen und Strategien. 3. November, WUK,
Währingerstrasse 59, 1090 Wien, 10.00 –20.00 Uhr.
Dienstag, 7.
November, 19.00
Kärnten.
Slowenenfrage? Koroška. Vprašanje Slovencev?
kinokis
mikrokino # 139
Einem Kärntner Slowenen wird versehentlich ein Paket zugestellt,
das eigentlich für Jörg Haiders Tochter bestimmt war. So
beginnt der Dokumentarfilm F.A.Q. - Frequently Asked Questions des
Regisseurs Stefan Hafner, der das Schicksal und die Situation der
slowenischen Minderheit in Kärnten aus einer gleichermaßen
souveränen wie humorvollen Perspektive zeigt.
Helmuth Qualtinger sollte 1980 im Rahmen der Klagenfurter Oktober Arena
auftreten, einer Veranstaltung zugunsten der slowenischen Minderheit in
Kärnten. Da er verhindert war, wurde seine Lesung aus Harald
Irnbergers Roman Sieg in deutscher Nacht von der Medienwerkstatt
aufgezeichnet und bei der Veranstaltung vorgeführt.
F.A.Q. - Frequently Asked Questions (A 2005) Regie: Stefan Hafner,
Alexander Binder, 85 Min. "Nenavaden pogled nove generacije na staro
temo."
Helmut Qualtinger liest Texte zur Slowenenfrage (A 1980)
Medienwerkstatt Wien, 40 Min.
Anschließend Gespräch mit Stefan Hafner.
Freitag, 17.
November, 16.00
Ausstellungen
zwischen Wissensvermittlung und Populismus
Symposium
Ob als „wissenschaftliche Anstalten öffentlichen
Rechts“, wie sich die in die Vollrechtsfähigkeit entlassenen
Museen seit einigen Jahren nennen, ob von Vereinen getragen oder von
privaten Unternehmen finanziert, eines haben Ausstellungshäuser
gemein: sie müssen gute BesucherInnenquoten vorweisen können.
Unter diesem Erfolgsdruck leiden häufig Unterscheidbarkeitsprofil
und Ausstellungskonzepte der einzelnen Häuser. Wie reagieren
LeiterInnen öffentlich oder privat finanzierter Institutionen auf
die unterschiedlichen Anforderungen von Seiten der GeldgeberInnen und
der Kunstöffentlichkeit? Wie gestaltet sich die Rolle der
KuratorInnen im Spannungsfeld von Erfolgsdruck und wissenschaftlichem
Anspruch? Welche Rolle in diesem Szenario nimmt die Vermittlung ein und
welche sind die Probleme rund um diese wichtige Schnittfläche
zwischen Ausstellung und Öffentlichkeit?
16.00: Barbara Holub, Secession, und Stella Rollig, Lentos Kunstmuseum
Linz
17.00: Rainer Fuchs, wiss. Leiter des MUMOK, und Brigitte Huck, freie
Kuratorin
18.00: Karin Schneider, Kunstvermittlerin, und Luisa Ziaja,
schnittpunkt
19.00: Abschließende Podiumsdiskussion mit den TeilnehmerInnen
Moderation: Elke Krasny, Kulturtheoretikerin
Montag,
20. November, 19.00
Menschen töten
Lesung
Vom 20. - 26. November findet im Wiener Topkino in Kooperation mit
Amnesty International und Lichtblick die Filmreihe "Auge um Auge -
Todesstrafe im Film" statt. Zum Start dieser Filmreihe liest Dorothee
Frank aus ihrem Buch Menschen töten, mit dem sie versucht, ein
gesellschaftliches Tabu zu überwinden: das Schreiben über das
Töten. Neben der Auseinandersetzung mit der Thematik in
Philosophie und Literatur stehen vor allem die Gespräche mit
TäterInnen, Überlebenden und zum Tode Verurteilten im
Mittelpunkt, ebenso wie Gespräche mit Beteiligten an Hinrichtungen.
Dorothee Frank, Journalistin, Autorin von: Menschen töten. Düsseldorf:
Patmos Verlag 2006
Die Filmreihe Auge um
Auge- Todesstrafe im Film beginnt am 20.11. um
21.00 Uhr mit dem Film Nizhalkkuthu
(Shadow Kill / Dunkle Schatten) im
Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien.
Eine Veranstaltung von Amnesty International Österreich und Lichtblick.
Dienstag, 21.
November, 19.00
Frei und
offen
Podiumsdiskussion
Der Kampf für die freien Medien ist ein langer und in diesem Land
ein steiniger Weg. Einst führte er über das Mediencamp am
Karlsplatz, wo dessen InitiatorInnen ihre Forderungen, unter anderem
zur Schaffung von Fördermodellen, Sicherstellung des Basisbetriebs
und Gewährleistung politischer Unabhängigkeit für den
dritten Mediensektor, an die zuständige Politik adressierten.
Teilerfolge konnten errungen werden. So erhielt Radio Orange 2004
endlich die Zusage zur Basisförderung, und das längst
angekündigte rot-grüne Projekt Community TV konnte vor genau
einem Jahr an den Start gehen. Viel Programm ist seither über den
Äther gegangen, aber auch so mancher Streit über die als gar
nicht so unabhängig kritisierten freien Kanäle laut geworden.
Der erste Geburtstag von okto gibt Anlass, über Gelungenes und
noch zu Verhandelndes am Sektor offener Kanäle zu diskutieren.
Barbara Eppensteiner, Programmintendantin okto
Katharina Schell, Medienjournalistin, Kurier
Helga Schwarzwald, Geschäftsführerin Radio Orange 94.0
Martin Wassermair, Kulturrat Österreich
Moderation: Elisabeth Mayerhofer, IG Kultur Österreich
Mittwoch, 22.
November, 19.00
Die gute
Regierung der Zapatistas
Buch- und
Filmpräsentation
Seit ihrem Aufstand 1994 sind die Zapatistas in Chiapas/Mexiko eine der
faszinierendsten sozialen Bewegungen Lateinamerikas. Sie kontrollieren
über dreißig autonome Landkreise im Süden Mexikos, die
seit 2003 von den "Juntas de Buen Gobierno", den Räten der Guten
Regierung verwaltet werden. In dem im Rahmen des Projekts "Alternative
Economics, Alternative Societies" entstandenen Video von Oliver Ressler
und Tom Waibel berichten Zapatistas über Gründe des Aufstands
und die Erfolge und Probleme der Autonomie.
Von den universellen Ansprüchen eines indigenen Aufstandes und
seiner Relevanz für die Erneuerung linker Theorie und Praxis
handelt das neue Buch des in Puebla/Mexiko lehrenden
Politikwissenschafters John Holloway.
Jens Kastner, Soziologe
Oliver Ressler, Künstler
Tom Waibel, Filmemacher
Montag,
27. November, 21.15
The Others
Film und
Theorie
Eine Frau, zwei Kinder und ein großes Haus. Auch ohne jede
sichtbare Bedrohung gehört The Others zu den unheimlichsten Filmen
der letzten Jahre. Was macht uns eigentlich solche Angst an
Amenábars Konzept der ewig ortsgebundenen Existenz?
„Haunted Houses“ sind in Film und Literatur Gebäude
und Zonen, in denen die Lebenden den Toten begegnen, Kreuzungen von
Fakt und Fiktion, Orte, an denen Kontakt und Kommunikation hypnotische
Formen annehmen. The Others als filmisches Wahrnehmungsexperiment mit
Licht, Klang und Bewegung im geschlossenen Raum.
Judith Fischer, Künstlerin
Maya McKechneay, Filmkritikerin
The Others (E/F/USA
2001), Regie: Alejandro Amenábar wird am 27. November um 19.00 Uhr im
Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.
Dienstag, 28.
November, 19.00
Atlas der
Globalisierung
Buchpräsentation
und Gespräch
Der erste Atlas der Globalisierung erschien 2003, bis dahin gab es
keine vergleichbare Analyse zum Thema. Nun liegt eine neue
Bestandsaufnahme vor, die anhand zahlreicher Karten, Infografiken und
Texte die Globalisierung und ihre sozialen, wirtschaftlichen und
ökologischen Folgen erläutert. In fünf Kapiteln wird
über VerliererInnen und GewinnerInnen der Globalisierung, die
ökologische Situation des Planeten, die geopolitischen
Machtverhältnisse nach dem Irakkrieg, die ungelösten
Konflikte von Afghanistan bis Zypern und den unaufhaltsamen Aufstieg
Asiens anschaulich informiert.
Dilek Cinar, Sozialwissenschaftlerin, Universität Wien
Niels Kadritzke, Le Monde diplomatique, Berlin
Atlas der
Globalisierung. Die neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt. Le
Monde diplomatique: 2006.
Mittwoch, 29.
November, 19.00
Rassismus in
der politischen Auseinandersetzung
ZARA:TALK
Die aktuelle ZARA-Kampagne „clean politics“ wendet sich
gegen menschenverachtende, verhetzende und diskriminierende Aussagen
und Verhaltensweisen in der politischen Auseinandersetzung.
Rassistische Aussagen und Handlungen, die ZARA während des
Wahlkampfes für die Nationalratswahl gemeldet wurden, aber auch
eigene Beobachtungen und Erfahrungen werden analysiert.
Hikmet Kayahan, ZARA im Gespräch mit
Barbara Liegl, ZARA und RAXEN - Focal Point für Österreich
Eine Kooperation mit ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit
www.zara.or.at
Donnerstag,
30. November, 19.00
Fotografie
als visuelle Argumentation in Ausstellungen
Vorträge und
Diskussion
Fotografien treten als Ausstellungsobjekte mit vielfältigen
Funktionen und Zuschreibungen auf: als Illustrationen, Dokumentationen
historischer Zusammenhänge oder auch als selbständige
Kunstwerke. Welche Position ihnen innerhalb einer Ausstellung
zugewiesen wird, erschließt sich meist aus dem Kontext und
ergänzenden inhaltlichen Beschreibungen. Zweifelsohne muss die
dokumentarische Authentizität fotografischer Objekte und damit die
Wirkungsmacht im Zusammenhang mit einer "Politik der Wahrheit"
(Foucault) – ihre manipulative Kraft Aussagen zu inszenieren und
zu produzieren – gerade in Ausstellungen thematisiert und in
Frage gestellt werden.
Marion von Osten: Die Rolle der Fotografie zwischen Kunst und Dokument
in Informationsausstellungen
Elisabeth Klamper: Zeugnis und Erzählung / Reproduktion und
Original: Die Rolle von Fotografien im Zusammenhang mit der
Neugestaltung der ständigen Ausstellung des DÖW
Moderation: Charlotte Martinz-Turek und Luisa Ziaja / schnittpunkt
Eine Veranstaltung von schnittpunkt. ausstellungstheorie&praxis
im Rahmen des Monats der Fotografie 2006.
www.schnitt.org
Freitag, 1.
Dezember, 20.00
Hurrya -
Rettungsfahrt mit Folgen
Filmpräsentation
Im Juli 2004 wurden 37 Menschen, die bei ihrer Seeflucht aus Afrika
Schiffbruch erlitten hatten, durch die Besatzung des Schiffes Cap
Anamur der gleichnamigen Hilfsorganisation gerettet. Erst nach Tagen
durfte das Schiff im sizilianischen Porto Empedocle einlaufen. Die
Retter wurden daraufhin wegen Mithilfe zur illegalen Einwanderung
verhaftet, die Geretteten in Schubhaft genommen und binnen weniger Tage
abgeschoben. Der italienische Journalist und Menschenrechtsaktivist
Enrico Montalbano rollt in seinem Film Hurrya (Freiheit) die Thematik
der europäischen Migrationabwehr an den Küsten und in den
Lagern Italiens rund um das Geschehen zur Blockade der Cap
Anamur
auf.
Hurrya (I 2005), Regie: Enrico Montalbano, 80 Min.
Anschließend stehen Enrico Montalbano und der ehemalige
Geschäftsführer der Cap Anamur Elias Bierdel für Fragen
zur Verfügung.
Die Filmpräsentation bildet den Abschluss zum Studientag:
„Menschenrechtsverletzungen in der Festung Europa, Rettungsfahrt
mit Folgen“. 1. Dezember 2006, 10.00-17.00, Österreichische
Beamtenversicherung, Grillparzerstraße 11, 1010 Wien,
veranstaltet von der Asylkoordiation Österreich,
Österreichische Liga für Menschenrechte und SOS Mitmensch.
Nähere Informationen: www.liga.or.at
Montag, 4.
Dezember, 21.15
Out of Time
and Space
Film und
Theorie
Die Aristotelische Dramaturgenregel der Einheit von Zeit, Raum und
Handlungsfolge ist in Egoyans filmischen Arbeiten stets Gegenstand
medialer Dekonstruktionsarbeit. CALENDAR, eine Erzählung über
die Entstehung von Zeit-Bildern, verknüpft die
Zeit-Raum-Verschiebungen mit komplexen Überlegungen zur
Subjektkonstitution. Zur Diskussion stehen Fragen nach Autobiografie,
Migration und Referentialität im Zusammenhang mit filmischer
Erzählweise und medialer Konstituiertheit. Erzählzeit und
–raum dienen dabei als Fluchtpunkt.
Andrea B. Braidt, Filmwissenschafterin, Universität Wien
CALENDAR (CAN
1993), Regie: Atom Egoyans, wird am 4. Dezember um 19.00 Uhr im
Topkino, Rahlgasse 1, 1060 Wien gezeigt.
Dienstag, 5.
Dezember, 19.00
ALMfilm
kinokis
mikrokino #140
ALMFILM ist ein Film über die MitarbeiterInnen des sozialen
Arbeits-Projektes ALM, ein Bauernhof im Nordwesten von Wien, der
landwirtschaftliche und handwerkliche Arbeit für Menschen mit
geistiger und Mehrfachbehinderung bietet. Drei begleitende und neun
begleitete MitarbeiterInnen bewirtschaften einen Weingarten und den
Hof. Der Film zeigt die Erfolge aber auch Konflikte dieser
Arbeitsweise, begegnet Wünschen und Ängsten, Witz und
Sprachgefühl der Portraitierten.
ALMfilm (A 2006), R: Gundula Daxecker, 69 Min.
Anschließend Gespräch mit Achim Schwarz (Betreuer auf der
ALM), Murat Börekci, Manuela Hauer, Julia Panholzer (Mitwirkende).
Donnerstag,
7. Dezember, 19.00
Zum Begriff
Kunst
Gespräch
Der Begriff „Kunst“ ist kein einheitlicher, je nach
künstlerischem oder wissenschaftlichem Zugang kann er variieren.
Auch erfährt er historisch betrachtet immer wieder Verschiebungen:
Die Spanne des Begriffs umfasst über die Zeit hinweg den
mittelalterlichen Kultgegenstand genauso wie das „l’art
pour l’art“-Objekt und die politische Agitation. Wie
generieren sich aber die jeweils aktuellen Bedeutungen dieses Begriffs?
Wer ist an der Begriffsbildung maßgeblich mitbeteiligt? Handelt
es sich bei den verschiedenen Ausprägungen bloß um Moden,
oder spiegelt die Begriffsverschiebung eine tiefere gesellschaftliche
Wandlung wider? Wie steht es gegenwärtig um die Kunst? Ist sie
bestimmt durch das vielzitierte postmoderne „anything
goes“, das nur noch durch die Vermarktbarkeit gelenkt wird?
Kurzum: es ist Zeit, über die Kunst im Allgemeinen und ihre
aktuellen Ausprägungen im Besonderen zu sprechen.
Stefan Heidenreich, Kunsthistoriker, Humboldt Universität zu Berlin
Gabriele Werner, Kunsthistorikerin, Universität für Angewandte Kunst
Donnerstag,
14. Dezember, 19.00
Geschichtspolitik
und Erinnerungskultur
Buchpräsentation
mit Diskussion zu Herausforderungen und Strategien
Mit den rechtskonservativen Regierungsfeierlichkeiten 2005 hat auch die
Anzahl der NS-Verharmlosungen erneut zugenommen. 2007 werden für
das "Haus der Geschichte" wichtige Entscheidungen getroffen, schon ein
Jahr später wird Österreich der Auslöschung durch das
NS-Terrorregime 1938 gedenken. Damit stehen Geschichtspolitik und
Erinnerungskultur vor neuen
Herausforderungen und strategischen Diskussionen. Der Anfang Dezember
2006 erscheinende Essay-Band rebranding images sucht aus verschiedenen
streitbaren Perspektiven die diskursive Konfrontation mit der
Produktion von Identitätsbildern und historischen Mythen und
fördert damit die Auseinandersetzung mit historischer
Verantwortung, Wiedergutmachung und politischem Neubeginn.
Die HerausgeberInnen Katharina Wegan und Martin Wassermair im
Gespräch mit den BuchautorInnen Marlene Streeruwitz und
Vrääth Öhner.
Martin Wassermair, Katharina Wegan (Hg.): rebranding images. Ein
streitbares Lesebuch zu Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in
Österreich. Wien: Studienverlag 2006.
http://oesterreich-2005.at/projekte/rebranding_images/vorschau.pdf
http://www.wassermair.net/texte/rebranding_images_editorial
Freitag,
15. Dezember, 19.00 Uhr
Zum
Begriff Kunst
Gespräch
Der Begriff „Kunst“ ist kein einheitlicher, je nach
künstlerischem oder wissenschaftlichem Zugang kann er variieren.
Auch erfährt er historisch betrachtet immer wieder Verschiebungen:
Die Spanne des Begriffs umfasst über die Zeit hinweg den
mittelalterlichen Kultgegenstand genauso wie das „l’art
pour l’art“-Objekt und die politische Agitation. Wie
generieren sich aber die jeweils aktuellen Bedeutungen dieses Begriffs?
Wer ist an der Begriffsbildung maßgeblich mitbeteiligt? Handelt
es sich bei den verschiedenen Ausprägungen bloß um Moden,
oder spiegelt die Begriffsverschiebung eine tiefere gesellschaftliche
Wandlung wider? Wie steht es gegenwärtig um die Kunst? Ist sie
bestimmt durch das vielzitierte postmoderne „anything
goes“, das nur noch durch die Vermarktbarkeit gelenkt wird?
Kurzum: es ist Zeit, über die Kunst im Allgemeinen und ihre
aktuellen Ausprägungen im Besonderen zu sprechen.
Jan
Hollmann, TheNoRoomGallery, Hamburg
Claudia
Eipeldauer, Künstlerin, Kommunikationswissenschafterin, Berlin
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